Editorial

18. Mai 2013

Well met, alle zusammen!

Heute bin ich wieder einmal in der misslichen Lage, Euch nur einen Artikel in unserem Update präsentieren zu können, weil unsere Speicher zur Zeit gähnend leer sind …

Questing Wolfs ArtikelSpende sei es gedankt, dass Ihr auch diese Woche (wenigstens die Hälfte des gewohnten) geistigen Inputs von uns beziehen könnt “Geist – Seele – Bewusstsein – Körper oder Das Eine und die Vielen – Teil XVIII

Wie immer appeliere ich an Euch, falls Ihr Spaß an Eurer Spiritualität habt, spirituelle Themen kontempliert und die gerne zu “Gelese” bringen möchtet oder einfach nur ein paar Gedanken zu heidenrelevanten Blickpunkten los werden möchtet, Euch einfach mit uns in Verbindung zu setzen, damit wir Eure Artikel ins Update aufnehmen können  redaktion (klammeraffe) wurzelwerk.at
Nur wenn wir viele Sichtweisen und Meinungen HABEN, können wir sie mit Euch allen teilen!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Geist – Seele – Bewusstsein – Körper oder Das Eine und die Vielen – Teil XVIII geschrieben von Questing Wolf

18. Mai 2013

Esoterische Physiologie

Nachdem ich einen Überblick über die esoterische Anatomie gegeben und einen Bezug zu C.G. Jungs Tiefenpsychologie hergestellt habe, auch wenn ich dabei nur an der Oberfläche kratzen konnte, nachdem ich bislang schon etwas über das Woher und über das Wie gesagt habe, möchte ich mich nun an das Wohin heranwagen und sogar ein bisschen etwas über das Warum sagen. Hierzu möchte ich zunächst einen kleinen Überblick über die so genannte esoterische Physiologie geben.

Wir haben gesehen, um es noch einmal knapp zusammenzufassen, dass zu jeder Evolutions- (besser Involutions-) stuf ein Körper gehört (emotionaler, mentaler und spiritueller Körper), dem wiederum eine unsere „inneren Schichten“ zugeordnet ist (Persönlichkeit, Individualität und Geist bzw. in Jungs Klassifikationsschema Bewusstsein plus persönliches Unbewusstes, kollektives Unbewusstes und jener Bereich des Unbewussten, der nie bewusst gemacht werden kann).

„Die Persönlichkeit ist das Vehikel einer Inkarnation“. Dieser Satz stammt von Charles Fielding [i].

In dieser prägnanten Formulierung ist genau das enthalten, was ich schon bei der Erörterung der wissenschaftlichen Betrachtungsweise darzustellen versucht habe: unsere Persönlichkeit hält mittelbaren Kontakt zu dem, was wir die Außenwelt, die äußere Welt, die reale Welt usw. nennen; das Mittel hierfür sind unsere fünf Sinne. Mittels unserer Persönlichkeit und unserer Sinneswahrnehmungen sammeln wir im Laufe einer Inkarnation Eindrücke und Erfahrungen in der materiellen Welt. Die Inkarnationen des Einen Geistes – des Alleseinen – müssen Erkenntnisse in der materiellen Welt sammeln und reinkarnieren immer wieder bis in summa alles über die jeweilige Welt gewusst wird was über diese gewusst werden kann. Sie setzen damit den Versuch des Mysteriums, (Selbst-) Erkenntnis zu erlangen fort – wie oben so unten.

Und wieder Charles Fielding: „Die Individualität ist das Vehikel der Evolution“ [ii].

Die Individualität steht auf der nächst höheren Ebene bzw. aus der Sicht der Psychologie und der okkulten Anatomie auf der nächst inneren Ebene; sie stellt eine Differenzierung des kollektiven Unbewussten dar, unter evolutionären Gesichtspunkten ebenso wie aus kabbalistischer Sicht (siehe die vorangegangene Betrachtung der okkulten Anatomie). Während die Persönlichkeit am Ende eines irdischen Lebens erlischt, besteht die Individualität fort. Sie steuert gewissermaßen die Persönlichkeiten (der jeweiligen Inkarnationen) und sammelt die Eindrücke ein, die die jeweiligen Persönlichkeiten gewonnen haben, die Erfahrungen, die sie gemacht haben und das Wissen, das sie erworben haben, wenn sie mit dem Eintreten des physischen Todes jeweils erlöschen und fügt diese dem gemeinsamen Pool, nämlich dem kollektiven Unbewussten hinzu. Die Persönlichkeit umfasst somit die Erfahrungen eines Lebens. Mit fortschreitender Evolution wird die Individualität zusehends immer „bessere“ Persönlichkeiten hervorbringen. Mit „besser“ meine ich vor allem, dass sie sich der Welt und ihrer Aufgaben in der Welt immer bewusster werden, immer mehr ursprünglich Jenseitiges in einem kumulativen Prozess zu Diesseitigem transzendieren können und sich zusehends der Erkenntnis bzw. der Erfahrung der „vollen Eigentlichkeit“ des menschlichen Seins annähern. „Volle Eigentlichkeit“ zu erreichen bedeutet auch, die Gesetze des Kosmos zu transzendieren, indem wir die Gesetze zum Bestandteil unseres Wesens werden lassen, indem wir sozusagen zum Gesetz und damit zu spirituellen Wesen oder, wenn man so will, zu Göttern werden.

Aber auch die Individualität ist weder unabhängig noch währt sie ewig. Sie wird vom Geist gesteuert. Nur er ist ewig. Zwischen Geist und Individualität besteht ungefähr dasselbe Verhältnis wie zwischen Individualität und Persönlichkeit. Die Individualität ist das Vehikel des Geistes. Während jedoch die Persönlichkeit als Vehikel der Individualität auf die Aktionen der materiellen Welt reagiert, reagiert die Individualität auf die Aktionen der höheren Ebenen, welche eigentlich nicht-materieller Natur sind; „eigentlich“ deshalb, weil dieser Satz nur dann stimmt, wenn man die feinstoffliche Ebene zu den nicht-materiellen Ebenen zählt, was ich bei der Erörterung der Involution aus kabbalistischer Sicht absichtlich nicht getan habe. Wenn ich an dieser Stelle von der materiellen Welt spreche, meine ich jedenfalls nicht alleine die Welt der „dichten Materie“ (Malkuth; Erde), sondern auch den unteren Bereich der feinstofflichen (astralen) Welt (Jesod; Mond), denn wie ich bei der Erörterung der esoterischen Anatomie bereits erwähnt habe, umfasst die Persönlichkeit auch das persönliche Unbewusste und erstreckt sich somit im Baum des Lebens mindestens bis Jesod und je nach Sichtweise müssen auch noch Netzach (Venus) und Hod (Merkur) dazugezählt werden.

Um sich dem Zustand der Vollkommenheit zumindest iterativ annähern zu können, muss die Evolution auf jeder Stufe Körper hervorbringen, die auf dieser Stufe als Vehikel dienen, um die Welt auf dieser Ebene wahrnehmen und erfahren zu können. Zwangsläufig gehören dazu auch Tod und Wiedergeburt; einmal natürlich, weil Körper aus dem selben Stoff gemacht sind wie die Welt, in der sie als Vehikel agieren und somit einem natürlichen Verschleiß unterliegen; zum anderen, weil ein Iterationsprozess nur durch ständige Erneuerung in Gang gehalten werden kann. Somit sind Tod und Reinkarnation eine evolutionäre Notwendigkeit.

Wenn die Evolution den Zustand der in diesem Zyklus möglichen höchsten Vollkommenheit erreicht hat – die Physiker würden sagen, wenn die Welt den Zustand maximaler Entropie erreicht hat, was wiederum dem Zustand größtmöglicher Unordnung entspricht (und das ist kein Widerspruch zur höchsten Vollkommenheit) – hat sich alle Individualität aufgelöst; sie verschwindet. Sie löst sich im Geist auf, wobei dieser die Quintessenz ihrer Erfahrungen aufnimmt. Die akkumulierten Erfahrungen und das akkumulierte Wissen der unteren Ebenen sind auf den höheren, nicht-materiellen Ebenen angekommen.

Mit der Rückkehr zum Ursprung (die Wiedervereinigung mit unserem Ursprung ist die spirituelle Erfahrung, die der Sephirah Kether zugeordnet wird), verschwindet die Illusion von Subjekt versus Objekt, von Ich versus Nicht-Ich; Gott und Göttin sind wiedervereinigt, der Kreis hat sich geschlossen. Der Omega-Punkt ist der Alpha-Punkt. „Ich bin das Alpha und das Omega“. [iii] [iv]

Mit dem nächsten Zyklus – so darf man zumindest spekulieren – entwickelt sich eine neue, nicht vollkommene, aber der Vollkommenheit ein Stücken näher kommende Individualität … und der Zyklus wird vielleicht solange durchlaufen werden bis sukzessive allerhöchste, nicht mehr zu übertreffende Vollkommenheit erreicht ist – wie auch immer das aussehen mag. Oder der Zyklus wird eben ad Infinitum durchlaufen, weil die Regression nie endet, da (allerhöchste) Vollkommenheit nie erreicht werden kann.

Zurück zum Kreis des Seins

Betrachten wir nun den Kreis des Seins erneut, diesmal versehen mit einigen Erkenntnissen, die wir aus dem „Großen Zyklus“ und unserer Betrachtung der okkulten Anatomie und Physiologie gewonnen haben.

Abbildung 11: Kreis des Seins – Rad des Bewusstseins –– reloaded

Außen und Innen sind nun vertauscht. Die Verhältnisse erscheinen gegenüber Abbildung 2 und Abbildung 3 gespiegelt. Der äußere Kreis, genauer die Kreislinie oder der Kreisumfang, stellt jetzt die Welt und den Körper im Zustand des Tiefschlafs, wenn nicht gar des Todseins dar, wobei jetzt der spirituelle Tiefschlaf und das spirituelle Todsein gemeint sind. In diesem Zustand nehmen wir uns körperlich und die Welt als Sammelsurium von Erscheinungen wahr. Wie nehmen uns als separate Individuen wahr, die in dieser Welt agieren und mit ihr interagieren, aber dennoch von ihr getrennt sind. Es ist die Welt der Individuen, der Erscheinungen und der Dualität. In unserem spirituellen Schlaf träumen wir als separate individuelle Träumer den gemeinsamen Traum, den wir Welt nennen; d.h. auf dem äußeren Kreis tummeln wir uns als Individuen in einer Welt der Erscheinungen, die wir gemeinsam träumen.

Zwischen äußerem und innerem Kreis, zwischen Welt und „reinem Bewusstsein“, befindet sich die Psyche, unsere Innenwelt. Sie stellt die Verbindung zwischen „reinem Bewusstsein“ und der Welt dar; der ihr zugeordnete Pfeil hat daher zwei Spitzen.

Der innere Kreis stellt in dieser Sichtweise den Zustand des Wachseins dar, wobei jetzt aber nicht das physische sondern das spirituelle Wachsein gemeint ist. Er repräsentiert unsere „essentielle Identität“, unser „reines Bewusstsein“. Dieses ist der Erfahrende, und der ständige Fluss der Erfahrungen, den der Erfahrende wahrnimmt, ist unsere Psyche. Unser „reines Bewusstsein“ ist sich des Stroms der Erfahrungen bewusst; ist sich der Psyche bewusst. Die Psyche ist die Gesamtheit aller unserer Erfahrungen und diese Gesamtheit beinhaltet auch die körperlichen Erfahrungen. In diesem Sinne ist nicht die Psyche im Körper enthalten sondern der Körper in der Psyche, eine Betrachtungsweise, die schon Plotinus [v] geläufig war. Aufgrund der Empfindungen unserer fünf Sinne, also unserer Sinnerwahrnehmungen, glauben wir gemeinhin, unser Körper nehme die „objektive Welt“ wahr. Empfindungen jedoch sind subjektive Ereignisse, die in unserer Psyche stattfinden. Wer weiß schon, ob ein anderer das, was er selbst als „rot“ empfindet, genauso empfindet, selbst dann wenn der andere es ebenfalls als „rot“ bezeichnet! Und das ist so, weil Sinnerwahrnehmungen in der Psyche stattfinden und niemand einen direkten Zugang zur Psyche des anderen hat.

Somit können wir sagen: Vom inneren Standpunkt aus betrachtet, sprich vom Mittelpunkt des Kreises ausgehend nach Außen schauend, sind wir reines die Psyche erfahrendes Bewusstsein, wobei letztere auf dem Kreisumfang den Körper in Form von Sinneswahrnehmungen beinhaltet. Als dieser Psyche-Körper [engl. body-mind] erscheinen wir, reines Bewusstsein SIND wir.


[i] Ch. Fielding, die Praktische Kabbala, S. 108

[ii] Ch. Fielding, die Praktische Kabbala, S. 108

[iii]Die Offenbarung des Johannes (auch Apokalypse des Johannes und Johannes-Apokalypse genannt), 1:8. Das Zitat findet sich an zwei weiteren Stellen in diesem Text, nämlich :11 und 22:13 sowie im Alten Testament (Jesaja 44:6).

[iv] Übrigens lassen sich auch sukkzessive Big Bang – Big Crunch Zyklen des materiellen Universums mathematisch so beschreiben, dass Anfangspunkt (Big Bang) und Endpunkt (Big Crunch) zusammenfallen und nahtlos ineinander übergehen. Big Crunch ist dabei das Pendant zu Big Bang. Man kann nicht ausschließen, dass die momentane Expansion des Universums sich stetig verlangsamt, irgendwann zum Stillstand kommt und dann wieder in eine Kontraktion übergeht. Das kann man sich dann so ähnlich vorstellen wie wenn man auf einer Kugel vom Äquator ausgehend (in dieser Analogiebetrachtung das pulsierende Universum im Zustand seiner maximalen Ausdehnung) entlang eines Längenkreises zum Nordpol läuft. Diese Wanderung entspricht dem Schrumpfen, der Kontraktion des Universums. Am Nordpol geht dieser Crunch in den nächsten Bang über, denn wenn man den Nordpol überschreitet („Nordpol“ bedeutet in dieser Analogie: das Universum hat sich zu einem Punkt zusammengezogen) bewegt man sich wieder Richtung Äquator, also Richtung erneuter maximaler Ausdehnung, entsprechend der erneuten Expansion im nächsten Zyklus des Universums.

[v] Plotinus (204 – 270) war ein griechischer Philosoph und gilt als der Begründer des so genannten Neoplatonismus. Sein metaphysisches System hatte großen Einfluss auf die Gnostik heidnischer wie auch frühchristlicher Prägung.

Editorial

11. Mai 2013

Well met, alle zusammen!

Heuer gestaltet sich die “Beltane” Zeit, für meine Begriffe sehr spannend – am besten kann ich das mit zwei Bildern zeigen, das eine ist gespendet vom Zaunkönig

Zaunkönig Schamanismus, https://www.facebook.com/pages/Zaunk%C3%B6nig-Schamanismus/266001806849441?hc_location=stream

und das andere aus meinem Garten …

Beltane

Die zwei Artikel, die ich Euch für das heutige Update anbieten kann sind ebenso unterschiedlich.
Zuerst freue ich mich, für Euch eine Artikelspende von Damh, the Bard, übersetzt zu haben – “Was ist dieses Beltane überhaupt?” Ein paar Gedanken zu einem zwar sehr populären Fest, das aber oftmals zu Diskussionen führt … Falls das auch bei Euch so sein sollte, dann bedient Euch ruhig unserer Kommentarfunktion!!
Der zweite Artikel stammt aus der Feder von Leilani, die für die WeiberCraft einen Blick auf den Hanf geworfen hat. “Hanf, das Kraut der germanischen Göttin

Wie immer wünsche ich Euch viel Lesevergnügen und uns Eure Kommentare!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Was ist dieses Beltane überhaupt? geschrieben von Damh, the Bard übersetzt von Anufa

11. Mai 2013

Damh the Bard, wohl so etlichen Österreichern, die mit der “Heidenszene” zu tun haben, ein Begriff, hat mir wieder einmal einen seiner Artikel gespendet, den ich für Euch übersetzen durfte. Herzlichen Dank, Damh!!!

Beltane Sun Damh the Bard

Was ist dieses Beltane überhaupt?

Ja. Was ist das?
Ich habe gerade einen meiner nachdenklichen Momente. Dieses Mal über ein wunderbares heidnisches Fest, genannt Beltane.

Was bedeutet mir das genau?

Ich feiere das Jahresrad nun schon seit (hüstel) Jahren und Beltane ist für mich das Feiern der Fruchtbarkeit des Landes, der Flora und der Fauna. Geht es dabei um Sex? Natürlich auch. Aber nicht zwangloser Sex, es geht um lebensspendenden Sex der Blumen, deren Pollen von den Bienen davongetragen wird, der Sex der blühenden Bäume und der brütenden Vögel.

Verrückter Weise geht es nicht um die sexuelle Aktivität des am meisten glorifizierten Tieres zu Beltane, des Hirschen. Die Hirschbrunft passiert im Herbst und nicht im Frühling und das bringt eine andere Einsicht in die Energien von Beltane. Die Brunft ist im Herbst (einige Arten paaren sich schon früh, im Juli, aber die sind eher in der Minderheit) weil die Hirsche und Rehe eine lange und ziemlich komplizierte Tragezeit haben. Es ist wichtig, dass das Kalb oder Kitz nach der größten Kälte im heller und wärmer werdenden Frühjahr geboren wird. Die Brunft ist also die Zeit in der die Hirsche ihr volles Geweih mit sich tragen. Gerade jetzt, zu Beltane, wächst das Geweih der Hirsche gerade und ist noch von Bast bedeckt.

Vögel haben kurze Fortpflanzungsperioden, deshalb brüten sie jetzt.

Wie schaut das bei den Menschen aus? Babies, die an Beltane empfangen werden, werden ebenfalls im Februar geboren. Vielleicht ist deshalb der Gehörnte Gott, den wir an Beltane sehen und verehren, das Bindeglied zwischen Mensch und Hirsch, weil beide Arten versuchen ihre Fortpflanzungszeit mit dem idealen Geburtsmonat in Einklang zu bringen? Deshalb macht auch das Bild des Mannes mit dem krönenden Geweih ziemlich viel Sinn in Bezug auf unseren Fortpflanzungsrhythmus, Mai ist unsere Brunft.

Beltane dreht sich für mich nicht nur um die menschliche, sexuelle Welt. Es geht um das Land, die Flora und die Fauna, wovon wir ja nur ein kleiner Teil sind und um die Art und Weise in der diese Fruchtbarkeit sich Bahn bricht.


Aber da ist noch mehr

Welche Rolle spielen da Leute, die an Beltane keine Kinder haben wollen oder können? Für mich spiegelt sich die Fruchtbarkeit des Landes in der Fruchtbarkeit des Geistes und nicht nur in den Vorgängen des Körpers. Das sich frisch entfaltende Blatt, das aufbrechende Ei, die bunt gefärbte verführerische Blüte, das ist genauso der kreative und fruchtbare Weg, auf dem unser Leben leben. Diese frische Flut an Fruchtbarkeit, jedes Jahr, ist wichtig um sie als die frische Flut der Kreativität für diese Bereiche unseres Lebens zu erkennen, wo wir am produktivsten sind – in der Arbeit, beim Kochen, in unseren Hobbies, unseren Beziehungen mit geliebten Menschen, die Liste ist endlos!

Wie die Sonne wärmt, ich das frische Grün sehe und die blumengesprenkelte Landschaft, kann ich nicht anders als diese kreativen Säfte freier in mir fließen zu fühlen.

Deshalb feiere ich die Fruchtbarkeit des Landes und all seiner Wesen und ich feiere die Kreativität in unseren Leben.

Die Sache ist …

Ich schaue auf den Weißdorn, der mein Signal für die Ankunft von Beltane ist. Obwohl der Schwarzdorn schon blüht und obwohl die sozialen Netzwerke von vor „Happy Beltane“ Nachrichten strotzen, wird es für mich erst richtig Beltane sein, wenn die Maiblüten unsere Hecken und Bäume überziehen.
Dann werde ich die Göttin und den Green Man in ihrer vollen Pracht, Stärke und Schönheit wiedersehen.
Es dauert nicht mehr lang!

Hanf – Das Kraut der germanischen Göttin geschrieben von Leilani

11. Mai 2013

Bereits seit 9000 Jahren wird Hanf als Heil- sowie Nutzpflanze kultiviert. Bereits früh wusste man um die psychoaktive Wirkung des Hanfs gut Bescheid. Im antiken Indien und Ägypten, wie auch im europäischen Raum, wurde Hanf neben seiner Verwendung als Rauschmittel bereits medizinisch eingesetzt. Er sollte bei Hypochondrie helfen und galt auch schon früh als „Frauenheilmittel“. Schnell war es auch allgemein üblich, Hanf zur Steigerung der Lust einzusetzen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Hanf - der auch bei dem Germanen als Liebeskraut und Aphrodisiakum galt – der germanischen Liebesgöttin Freya zugesprochen wurde. Da Freya die Göttin der Fruchtbarkeit, des Frühlings und Schutzgöttin des Lebens und der Ehe war, sollte Hanf den Menschen zu Fruchtbarkeit und Gesundheit verhelfen.

Cannabis plant, shot in, Himachal Pradesh, India by Subhashish Panigrahi

Sogar Hildegard von Bingen…

Am deutlichsten akzeptiert finde ich, wird in Esoterik-Kreisen die Wichtigkeit eines Krauts, wenn man folgende Tatsache anmerkt. Ich würde fast sagen, sie ist über alle Zweifel erhaben: Bereits Hildegard von Bingen lobte und nutzte die heilende Wirkung von Hanf.
Dass Hanf schon früh einen gewissen Wert hatte beweisen Funde aus dem 5. Jahrhundert vor Christus in Brandenburg. Dort wurden Hanfsamen (von Cannabis sativa) in der Asche einer Graburne aus Wilmersdorf nachgewiesen. Anscheinend wurden solche Samen bereits bei südgermanischen Stämmen in prähistorischer Zeit als Grabbeigabe verwendet. In den Gräbern fand man neben den Samen zudem Hanffasern sowie Blütenstänge. Hanf wurde bei den Germanen gemeinsam mit Nutzpflanzen wie Getreide und Gemüse auf Äckern angebaut. Er hatte den Namen hanapiz, heanep oder hanaf. Ein interessantes Detail am Rande ist, dass Hanf angeblich nur von Frauen ausgesät, gepflegt und geerntet werden durfte. Galt diese Regelung bereits dem Ursprung, dass der Hanf der Liebesgöttin zugeordnet war, oder wurde uns ob unserer zarten Hände und der Kenntnis um den großen Wert des Hanfes das Vergnügen zuteil, die „Herrinnen des Hanfes“ zu werden? Leider konnte ich keine Aufzeichnungen dazu finden, ob auch die Mondphasen oder ähnliche äußere Einflüsse, die Art des Anbaus oder vielleicht der Ernte, mitbestimmten. Es heißt aber, dass sowohl Aussaat und Ernte von erotischen Ritualen begleitet wurden.

Mehr als nur ein Rausch

Hanf galt aber nicht nur als Faserlieferant. Er wurde als Aphrodisiakum sowie Heilmittel eingesetzt. Hanfstengel nahmen auch eine wichtige Rolle in der Austreibung des Winters ein. „Man legt einen solchen Stengel quer auf zwei Gartenböcke, schnellt ihn mit einer Gerte in die Luft … Diese fliegenden Hanfstengel stellen die Pfeile des Frühlings dar, durch die der Winter fortgeschossen wird.“ (A. R. von Perger, 1864).

Im Mittelalter wurde Hanf meist wegen des Hanföls angebaut, ein Fastenfett. Aber auch das Hanföl (Oleum cannabium) wurde gerne zu medizinischen Zwecken verwendet und wohl besonders eingesetzt bei Nervenschmerzen, Koliken, Magenkrämpfen und Verhärtung des Uterus und zwar indem man die betroffene Stelle damit einrieb. In Deutschland wurde zudem im 19. Jahrhundert der Gebrauch von Hanf als psychoaktives Aphrodisiakum explizit empfohlen. Natürlich schrieb man dies damals den serbischen Zigeunern in die Schuhe und war der Meinung, diese würden die Hanfblume gepulvert und gemeinsam mit Menstruationsblut vermischt einnehmen. Hanf wurde nur zu gern bei Liebeszaubern eingesetzt. Der deutsche Arzt Dr. Georg Friedrich Most beschrieb in seinem damals einflussreichsten „Arztbuch“, der „Encyklopädie der gesammten Volksmedicin“, bereits die vielseitige und wunderbare Wirkung der Hanfpflanze, von der Wurzel bis zur Blüte.

Sonnen- und Schattenseiten eines Krauts

Ebenso diente Hanf, wie andere Pflanzen, denen eine Fruchtbarkeits-steigernde Wirkung zugesprochen wurde, als Heiratsorakel. Da vielleicht ein paar der jungen Damen gerne wissen möchten, ob und wen Sie einmal heiraten werden, bin ich relativ sicher, dass sich nun einige der LeserInnen auf dem Weg zur nächsten Hanfstaude befinden um diese eingehend zu befragen. Aber all jene, die das Kraut lieber rauchen oder daraus Hosen weben möchten, anstatt ein gesittetes Gespräch mit eben diesem zu führen, müssen an dieser Stelle nicht verzweifeln. Wie wir wohl alle wissen kann ein guter Rausch sowohl beim Erkennen eines potentiellen Liebespartners, sowie beim Liebesakt selbst, Wunder bewirken. Wie immer gilt hier auch hier: die Dosis macht das Gift. Auch dies war bereits früh bekannt: „Übrigens hat dieser Missbrauch des Hanfes doch auch, wenn er zu lange fortgesetzt wird, Dummheit, Blödsinn und große Körperschwäche zur Folge“ (Dr. Georg Friedrich Most). Dummheit – wir können das in vielerlei Hinsicht interpretieren. Wer hat sich denn nicht schon mal am nächsten Morgen gewünscht, er hätte sich weniger intensiv dem Rauschmittelchen hingegeben und mehr darauf geachtet, seine kognitiven Fähigkeiten weiterhin an erster Stelle zu wissen. Wo der Alkohol einen – zumindest in der eigenen Wahrnehmung bis zu einem gewissen Punkt unangefochten gültig – zum Superhelden mutieren lässt, trägt der Genuss von Hanf tatsächlich (oder sollte ich sagen angeblich?) zu einer übertriebenen Liebesfähigkeit bei, die durchaus dazu führen kann, mit sich und der Welt dermaßen im Einklang zu sein, dass selbst hartgesottene Sarkasten Gefahr laufen, sich taumelnd in Glück und Liebe zu verlieren. Wie gefährlich dieses Kraut sein kann, bemerkt man wohl erst, wenn am nächsten Morgen das gegenüber im Lichte des Tages eine nicht mehr allzu aphrodisierend anmutende Wirkung besitzt. In diesen schweren Momenten kann man nur hoffen, noch eine Dosis griffbereit zu haben. Sofort sind alle Zweifel ausgeräumt und man kann sich langsam an die Entscheidungsfindung der letzten Nacht erinnern. Darf man als emanzipierte Frau so etwas sagen? Von schlechten One Night Stands sprechen und davon, wie kleine Rauschmittelchen einem die Entscheidung abgenommen haben? Nehmen wir es doch heute mal nicht so genau. Hallo also, Göttin der Liebe, dir sei der Hanf gewidmet, du wusstest wohl schon immer was gut ist. Die Schande liegt nun auf unserer Seite, denn wir können wohl nicht mehr allzu gut mit diesem Geschenk umgehen.

Theodor_von_Hörmann_Hanfeinlegen

Hier noch ein paar angebliche Hausmittelchen, basierend auf Hanf:

Pomade für den Haarwuchs
Zutaten
- ca.120 Gramm Hühnerfett
- ca.120 Gramm Hanfsamenöl
- ca.120 Gramm Honig
Alle Zutataen mischen und so lange rühren, bis sich eine schöne fette Pomade ergibt. Den Kopf damit 8 Tage hintereinander einreiben.


Noch ein weiteres Rezept für den Haarwuchs
Zutaten
- 2 Handvoll Wurzel des weißen Weinstocks
- 2 Handvoll Wurzel vom Hanf
- 2 Handvoll Kohlstrünke
Alle Zutaten trocknen und dann verbrennen. Aus der Asche eine Lauge machen und vor dem Waschen des Kopfes mit dieser Lauge den Kopf mit Honig massieren. Dies sollte man 3 Mal hintereinander tun an jedem zweiten Tag.

Quellen:
„Heimische Pflanzen der Götter“, Erwin Bauerreiß, 1995