Editorial

25. Juni 2016

Well met, alle zusammen!

Nachdem wir die Sommersonnwende hinter uns haben (für das wunderschöne Foto bedanke ich mich ganz herzlich beim Coven Ardanos) werden die Tage nun wieder kürzer und die Nächte damit länger. Es wird „dunkler“ … und diesjahr trifft sich das durchaus auch mit einigen politischen Ereignissen.

Sommersonnwende copyright Coven Ardanos

Sommersonnwende copyright Coven Ardanos

 

In unserem heutigen Update findet Ihr den Teil II von Yvonnes Vortrag „Warum ich Wicca bin“ und wieder einmal dürft Ihr Euch auf einen GastAutoren freuen, diesmal Mo, der uns von seinem „Mariendilemma“ erzählt. Vielleicht kennen ja einige von Euch ähnliches aus eigener Erfahrung …

Wie immer freuen wir uns über Eure Kommentare und noch viel mehr über Eure Mitarbeit in Artikelform und wünschen Euch viel Lesevergnügen!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Das Mariendilemma, geschrieben von Mo

25. Juni 2016

Für jene welche mich vielleicht noch nicht kennen und verstehen möchten, warum es für mich ein Mariendilemma ist (Danke an Anufa für diesen Titel), eine kurze Erklärung wer ich bin:
Bürgerlich bin ich ein Sascha, aber die meisten kennen mich als Mo (von Mondfeuer) aus diversen Foren und vielleicht sogar aus so mancher Facebook Gruppe. Seit mehr als 15 Jahren bin ich im Hexentum und dem Schamanismus „zu Hause“ und gehe meinen Weg. Das ganze besteht aus regelmäßiger Schamanerei, Rituale und Feste im Jahreskreis aber auch den Phasen menschlichen Lebens sowie meiner innigen Verbindung zu Hekate.

Gestern schrieb ich einen Text in welchem ich meine Gedanken fest hielt, welche ich im Bezug auf die Gestalt/Wesenheit Maria habe, wie die christliche Kirche sie kennt. Also, folgender Text (von mir) enthält Spuren von „Eso-Heiden-Phrasen“, diese bitte nicht zu ernst nehmen.

Maria copyright Mo

Maria copyright Mo

Maria – Von klein auf habe ich eine gewisse Affinität zu Mariendarstellungen. Als ich dann irgendwann mit dem Hexentum in Kontakt kam, erklärte ich es mir damit, dass das schlicht meine Sehnsucht nach dem weiblichen Teil der Göttlichkeit war, welchen ich in der Göttin gefunden hatte. Doch es ließ mich nie los. Bis heute nicht.

Ich mag Mariendarstellungen (ohne Kind) sehr, finde sie ansprechend, auch wenn ich das was dahinter liege nicht mag. Weiblichkeit, ihrer Weiblichkeit entrissen, verhüllt, das wohlgefällige Weib zu sein, ohne Sexualität, Eigenmacht, Wille und Stärke. Das ist es was mich immer wieder abstößt.

In der letzten Woche stand ich zwei mal in einem Geschäft in welchem derzeit ca. 30 cm große Marienfiguren für ´ne kleine Mark verkauft werden. Einmal ´ne Herzmaria und einmal die „übliche“ in marienblauem Gewand. Ja, ich habe schon einige Marienfiguren gekauft, doch nie als solche belassen, sondern immer die Göttin wieder aus ihr heraus geholt. Mit Farben, Attributen, die ich ihr gegeben habe, sie zur Hekate oder Santa Muerte gemacht, wo sich diese Form sehr für eignet.

Und dennoch lässt es mich nicht los wieder eine Marienfigur zu kaufen. Irgendwas ist da, das mich anzieht, in den Bann zieht und nicht loslässt.

In meiner Praxis mit Santa Muerte habe ich es adaptiert auch Maria von Guadeloupe und dem Erzengel Michael mit einzubeziehen, weil die beiden eng mit dem Kult um La Flakita verbunden sind. Mit Michael verbindet mich eine lange Geschichte, welche ich hier nicht näher erörtern möchte, bei Maria sieht das anders aus. Es ist oftmals schon fast widerwillig dass ich die Kerze für sie entzünde und Worte an sie richte.

Ein Teil in mir fühlt sich schlecht deswegen. Schlecht sie überhaupt in meiner Praxis zu haben, wo sie doch so viel von dem widerspiegelt was einer Göttin zuwider ist und schlecht deswegen, weil da dennoch etwas ist, das mich anzieht wie die Motten das Licht. In der Santeria werden diverse Mariendarstellungen als Maske für Orishas verwendet, da wird aber eben auch nicht zur Maria gebetet oder mit ihr gearbeitet, da ist es nur die Maske die genutzt wird, in der Vergangenheit genutzt werden musste und heute von manchen Häusern so weitergeführt wird.

In meiner Praxis brauche ich das aber nicht, da ist es nicht nötig das zu tun, da spreche ich die Göttinnen direkt an, ihre unbändige Kraft, Macht und heilige Weiblichkeit, die eben nicht von männlich-patriarchalen Bildern zurechtgeschnitten wurde. Meine Geister meinten beim letzten Mal als ich vor einer Figur stand, dass ich doch einfach eine mitnehmen solle, überpinseln und ´ne Göttin aus ihr machen könnte ich immer noch. Hab ich aber nicht gemacht, wollte ich nicht, weil es mir wie eine Beleidigung meinen Göttinnen, allen voran Hekate gleich kommt vom Gefühl, auch wenn sie da vermutlich die entspannteste von allen wäre.

Wenn mir andere Hexen erzählen (meist aus dem US Raum) dass sie auch mit Maria arbeiten wie mit anderen Göttinnen, eben für Themen wie Frieden, Hausschutz und Segen u.ä. dann habe ich diese Gefühle überhaupt nicht, da finde ich das irgendwo sogar schön.

Normalerweise bereise ich Themen wenn sie mich derart wurmen und im Bann halten, doch dieses mal will ich das schlicht nicht. In meinem letzten Zirkel hatten wir eine dabei, für die es normal war sonntags in die Kirche zu gehen, zu Heiligen zu beten und dennoch zu praktizieren, mit Gottheiten zu arbeiten und einen Draht zu ihnen zu pflegen. Das war für mich ebenso in Ordnung, doch sobald es um mich und meine Praxis geht will ich das nicht mehr.

Vor Jahren erzählte mir eine Bekannte von einer Marienfigur, die sie von ihrer Großmutter hat, mit zwei Opferschalen, die sie mir geben wollte. Ein Teil freute sich darauf, ein anderer war abgeschreckt. Bekommen habe ich sie nicht. Habe auch nicht nochmal nachgefragt.
Aber es ist nach wie vor in meinem Kopf. Ich weiß nicht ob es nicht sogar eine Art Angst/ Furcht ist, vor dieser doch sehr sanften, ruhigen und weichen mütterlichen Kraft die sie ausstrahlt und für viele ihrer Devotees ist. Vielleicht ist da auch noch ein verkappter Teeniehexenanteil in mir, welcher sich gegen alles „nicht heidnische“ wert, besonders wenn es aus institutionalisierter Religion kommt. Keine Ahnung. Aber es beschäftigt mich, so sehr dass ich jetzt, kurz vor halb zwei noch ein paar Zeilen dazu schreiben wollte, weil ich nach wie vor in die Stadt will um solch eine Figur zu kaufen und mich gleichzeitig dafür ohrfeigen könnte.

Warum ich Wicca bin – Teil II, geschrieben von Yvonne, übersetzt von Anufa

25. Juni 2016

Meine Erfahrungen als Wicca

Mit ungefähr sechs Jahren hatte ich eine Serie an Visionen oder vielleicht auch Träumen, da bin ich mir nicht sicher, in denen ich mich mit einem Gott traf. Zu dieser Zeit war mir nicht klar, wer er war, aber mittlerweile denke ich, dass es Odin war. Er wohnte in einer hügeligen und felsigen Landschaft, die ziemlich unfruchtbar war.
Später las ich dann die Narnia-Bücher und all diese heidnischen Elemente – sprechende Bäume, sprechende Tiere, Driaden, Flussgötter, Faune – beeindruckten mich tief. Ich glaube, dass ich mit zwölf das erste Mal versucht habe, mit Bäumen zu sprechen.

Das Buch, das mich aber wirklich verstehen ließ, dass ich Heide bin, war Puck of Pook´s Hill von Rudyard Kipling. Es hat sich herausgestellt, dass Garald Gardner, der Begründer von Wicca, auch von diesem Buch beeinflusst war, weil er eines der Gedichte daraus in seinem Ritual für Beltane, dem Fest des Frühlings, der Fröhlichkeit und Liebe, eingebaut hat.

Also beschloss ich, so um 1985 herum, Heide zu sein. Ich dachte über meine Werte nach – das Feiern des Lebens, der Vergnügen und der Erde – und ich erkannte, dass ich mit Heidentum ein gutes Label für mein Wertesystem hatte.

Wicca entdeckte ich in meinen letzen Jahren auf der Universität. Ich hatte „Dreaming dhe Dark: Magic, Sex and Politics“ von Starhawk gelesen und mochte die Botschaft, dass die Dunkelheit die zurückgewiesene feminine Seite des Lebens repräsentiert und das Dunkelheit und Licht gleich heilig sind. Die Idee der Hexe hatte ich immer schon anziehend gefunden – die Idee des Heilers, Schamanen und der Frau, die in ihrer eigenen Macht steht.

Als ich dann einem richtigen Wicca vorgestellt wurde und letztendlich, nachdem ich 1991 nach Cambridge übersiedelt war, in Wicca eingeweiht wurde, hatte ich ein Gefühl des Nach-Hause-Kommens.
Als ich die Worte der Charge of the Goddess zum ersten Mal hörte, fand ich sie überwältigend schön und sie klangen in mir nach.

Obwohl ich über die Jahre durchaus Momente hatte, in denen ich mit einigen Aspekten in Wicca nicht einverstanden war: besonders mit der vereinfachten Theologie eines Gottes und einer Göttin, die von einigen Wicca akzeptiert wird, der Notwendigkeit von Geheimhaltung und der Umstand, dass einige Wicca nur unzureichend integrativ sind, wenn es um lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Leute geht. Ich bin immer zu der Schönheit zurückgekommen, dem Gefühl der Verbundenheit und der Heimat, dem Gefühl, dass ich meinen Stamm gefunden habe. Ein Stamm der individuell, interessant, unabhängig denkend und wundervoll kreativ ist, der Sexualität, Wildheit und die pure Freude am Leben feiert.

Ich bin auch Polytheistin weil ich glaube, dass sich Göttlichkeit in vielen Formen manifestiert und dass die Idee einer allumfassenden einzelnen Gottheit sich nicht einordnen lässt, gemeinsam mit dem Faktum eines unendlichen Universums. Wenn die Gottheit des Panheisten der Geist des Universums selbst ist, dann muss er entweder so groß sein, dass es sich unseres kleinen Bewusstseins überhaupt nicht bewusst sein kann oder es kann nicht in der selben Art bewusst sein, wie wir. Damit wäre es dann schwierig (soweit ich das beurteilen kann) damit eine persönliche Beziehung zu haben. Im Polytheismus habe ich eine persönliche Beziehung mit einer großen Anzahl an unterschiedlichen Gottheiten, mit unterschiedlichsten Perspektiven des Lebens. Es gibt Merkur und Athene für die Intellektuellen, Cernunnos und Artemis für die Waldliebhaber, Odin und Bragi und Brighid für die Poeten und Barden und so weiter und so fort. So ziemlich jeder hat Schwierigkeiten sich auf die Idee einer ultimativen göttlichen Quelle zu beziehen oder auf ein unendliches Wesen – damit müssen sie sich an etwas Kleineres wenden.

Im Ritual drücken wir unsere tiefsten Sehnsüchte, nach dem was wir besonders hoch halten, aus. In Wicca ist es für einen Polytheisten, einen Atheisten, einen Duotheisten und einen Animisten möglich, im selben Kreis zu stehen, sofern wir die gleichen Werte schätzen und ähnlich Praktiken haben. Unsere Theologie ist undeutlich und es gibt einen größeren Fokus auf Erfahrung als auf Theologie. Es gibt genügend Raum für Mysterien in Wicca. Wir wissen nicht, wie die Natur der Götter ist, damit ist all unser Theoretisieren wahrscheinlich nicht zutreffend und die meisten Wicca anerkennen das auch. Wir sind uns bewusst, dass wir nicht alles über die Götter wissen und dass wir nur die Gesichter sehen, die sie uns zeigen wollen; dass es manchmal mehr Licht in die Sache bringen mag zu sagen, was die Götter nicht sind als zu versuchen zu sagen, was sie sind.

In einem Ritual sind die Worte, die Energien und der Raum schön und nachhallend. Wir haben die Grenze in ein neues Gebiet überschritten, das sich den Göttern und Göttinnen näher fühlt. Ein Platz zwischen den Welten, an dem wir am Rand von Zeit und Raum wandern, mit einem Fuß in der Anderswelt. Der Kreis ist ein Ort an dem Kommunikation mit dem Universum möglich ist, Entwicklung des Selbst, Mitwirkung im göttlichen Spiel und Vereherung der Göttlichen in eigenen Selbst und in anderen. Es gibt die Befreiung von unnötigen sozialen Beschränkungen. Wir feiern die Schönheit der Nacht und des menschlichen Körpers, der flackernde Feuerschein auf nackter Haut. Die leidenschaftlichen Sprünge über das Feuer, wild und frei. Die Flammen als Symbol des Lebens und der Leidenschaft … Das Gefühl zusammen in andere Welten zu reisen, mit den Ahnen Kontakt zu pflegen, mit dem Land und den Geistern des Landes. Wir gehen mit den Göttern und Göttinnen.

Mittlerweile praktiziere ich Wicca seit 25 Jahren. Nach dieser Zeitspanne werden die Jahreskreisfeste ein Teil der Weltsicht und alles wird aus heidnischer Perspektive betrachtet – Suchen nach der lebensförderlichsten Lösung in einer bestimmten Situation, alles eher als Spektrum zu sehen als zwei sich ausschließende Möglichkeiten in einer Entweder-Oder Entscheidung, der Versuch die Balance herzustellen und die Sorge um die Erde und alle Wesen darauf.

Editorial

18. Juni 2016

Well met, alle zusammen!

Irgendwie scheint das in den letzten Wochen der „nie enden wollende“ April zu sein … (fast) alles, was es so an Wetter gibt, in ein paar Tage gestopft – und das in Endlosschleife. Veränderungen im Schnelldurchlauf!

Hagelwolken

In unserem heutigen Update findet Ihr den Teil III von Franks „Seiðr, die Schamanentechnik des nordischen Europa„, auf den ja einige schon heftig gewartet haben …
Für die Eule gibt es auch wieder einmal einen Beitrag aus GastAutoren-Feder. Yvonne hat einen Vortrag für die Unitarische Kirche in Cambridge gehalten, „Warum ich Wicca bin“ und mir erlaubt den für Euch zu übersetzen.

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen und uns Eure Kommentare. Solltet Ihr selber Material produzieren, das Ihr gerne mit anderen teilen wollt, dann freuen wir uns über jeden GastArtikel!!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Warum ich Wicca bin – Teil I, geschrieben von Yvonne, übersetzt von Anufa

18. Juni 2016

Yvonne hat am 29. März 2016 in der Memorial Church in Cambridge, einen Vortrag gehalten. Sie erklärt darin, was Wicca ist verortet es in der historischen und kulturellen Entwicklung und spricht dann darüber, warum sie selber Wicca ist. Hier findet ihr den Originalmitschnitt und wir bedanken uns bei dir, Yvonne ganz herzlich für die Erlaubnis den Vortrag zu übersetzen und im WurzelWerk zu bringen!

Was ist Wicca?

Wicca ist zu allererst eine Religion in der die Prakitzierenden mit der Welt auf vielen Ebenen interagieren – phyisch, spirituell, magisch und emotional. Initiatorisches Wicca ist grundlegend betrachtet eine esoterische Mysterienreligion in der jeder Praktizierende Priesterin oder Priester ist. Eine Mysterienreligion ist eine Religion in der die Schauspiele der Psyche, durch und für das Wohlergehen der Eingeweihten, durchgespielt werden. Da diese Mysterien oftmals non-verbale Konzepte beinhalten, können sie nicht verbal kommuniziert werden.

Im initiatorischen Wicca gibt es drei Grade. Nach dem ersten Grad ist der Eingeweihte für seine eigene spirituelle Entwicklung verantwortlich (sein eigener Priester). In einigen Gruppen ist die Zeitspanne zwischen erstem und zweitem Grad dafür da, dass dem neu Eingeweihtem vom Coven und der Hohepriesterin/dem Hohepriester geholfen wird, seine Spiritualität zu entwickeln. Nach dem zweiten Grad können sie die Verantwortung übernehmen, anderen bei deren Entwicklung zu helfen. Nach dem dritten Grad sollte die Psyche mit sich selbst im Reinen sein.

Das moderne initiatiorische Wicca hat mehrere Varianten (Gardnerian, Alexandrian und Nachfolger davon) aber sie alle teilen das Festhalten an einer ähnlichen Ritualstruktur und der Praxis der Initiation.

Die zeitgenössische Craft hat ihre Wurzeln einerseits in der Western Mystery Tradition, und sucht andererseits bei den traditionellen Formen der Volksmagie, Volksbräuchen und Traditionen der Britschen Inseln nach Inspirationen. Die Struktur der Rituale bleibt ziemlich konstant aber der Inhalt ändert sich nach den Bedürfnissen und Geschmäckern der einzelnen Coven durchaus gravierend. Einzig die Initiationen bleiben ziemlich gleich, damit sie auch in der gesamten Craft anerkannt werden, sollte ein Covener in einen anderen Coven wechseln wollen. Die einzelnen Coven sind autonom.

Wicca wird in einem heiligen Kreis praktiziert und die meisten Rituale haben ihre Basis in der Western Mystery Tradition. Das inkludiert das Weihen des Platzes, das Ausrichten in der heiligen Geometrie (besonders die vier Richtungen sind dabei wichtig), Sammeln der Kraft, Durchführung des Rituals, Teilen von geweihtem Essen und Trinken und dann das Schließen des Kreises und das Verabschieden der Wesenheiten und Kräfte, die gerufen wurden. Die Covener bringen normalerweise einen Beitrag zum Essen mit.

Die grundlegende Struktur eines Rituals ist ähnlich einer Geschichte. Es gibt eine Einleitung (das Erstellen des Kreises), eine Mitte (der Grund, auf Grund dessen das Ritual überhaupt gemacht wird, ob jetzt um zu feiern oder um magisch tätig zu werden) und einen Schluss (das Schließen des Kreises).

Es gibt acht Feste im Jahr der Wicca: Samhain oder Hallowe´en (31. Oktober) – für uns eine Zeit in der mit den Ahnen kommuniziert wird und wir der Verstorbenen gedenken; Yule (21. Dezember); Imbolc (2. Februar) – zu dieser Zeit gibt es die ersten Knospen und die Natur erwacht wieder; Frühlingstag-und-nachtgleiche (21. März); Beltane (1. Mai) – traditionell wurden die Lämmer auf die höhergelegenen Weiden gebracht und es gab Maitänze und das Springen über das Maifeuer; Mittsommer oder Litha (21. Juni); Lammas oder Lughnasadh (1. August); Herbsttag-und-nachtgleiche (21. September). Die Daten, Praktiken und Bedeutungen dieser Feste richten sich nach Standort des Coven, dem Erscheinen gewisser Pflanzen und nach den lokalen Traditionen der Gegend in der die Covenmitglieder leben. In Australien sind die Jahreszeiten damit beispielsweise genau umgekehrt oder in manchen Gegenden ist erst Beltane sobald der Weißdorn blüht.
Die meisten Wicca praktizieren Magie zur Heilung und um andere ethische Resultate zu erzielen. Die Intention hinter dem Betreiben der Magie ist nicht, dem Universum den eigenen Willen aufzuzwingen sondern den Fluss der Wahrschienlichkeiten ein wenig umzuleiten um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.

Der Zugang der Wicca zur Ethik beruht auf der Wiccan Rede „an it harm none, do what thou wilt“. Ich persönlich denke, dass damit ursprünglich gemeint war, dass es unmöglich ist, etwas zu tun ohne dabei irgendeinen Schaden anzurichten. Damit es es nötig sich sorgfältig mit den Folgen der eigenen Taten auseinander zu setzen. Für meine Begriffe ist der wichtigste Aspekt der Wicca Ethik die Auflistung der acht Tugenden, die in der Charge of the Goddess vorkommen. Das sind Schönheit und Strenge, Macht und Mitgefühl, Fröhlichkeit und Ehrerbietung, Ehrgefühl und Demut. Jedes dieser Tugendpaare sind Pole mit der Aufgabe sie auszubalancieren.
Viele Wicca glauben an Wiedergeburt, mit der Möglichkeit sich zwischen den Leben in einer Region auszuruhen, die als Sommerland bezeichnet wird. Einge glauben, dass der Geist sich den Ahnen anschließt, während die Seele wieder inkarniert.
Ende Teil I