Editorial

21. Oktober 2017

Well met, alle zusammen!

Wieder einen Schritt näher an Samhain … die Nebel werden bei uns auch schon dichter und die Nächte empfindlich kalt. Die Wahl bei uns in Österreich ist auch geschlagen und die Frage ist, ob sich zumindest ein bisschen etwas ändern wird – und wenn ja, in welche Richtung?! Ändert sich vielleicht die ganze Webart des Netzes …

Weaver of the web copyright Sati

Unser heutiges Update ist auf der künstlerischen Seite. Roady hat sich so seine Gedanken zum Thema „Seminare“ gemacht und Veleda Alantia hat uns wieder eine ihrer Geschichten gespendet, diesmal die „Geschichte von der AllRaunen Frau„.

Wie immer wünsche ich Euch viel Lesevergnügen und uns Eure Mitarbeit, damit uns auch in Zukunft das Material nicht ausgeht. Meldet Euch einfach bei redaktion klammeraffe wurzelwerk.at oder antwortet hier im Blog (oder auf fb) – wir setzen uns dann umgehend mit Euch in Verbindung. Für gute Artikel laufen wir schnell und weit *zwinker*

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Wie das so ist mit Seminaren … gezeichnet von Roadman

21. Oktober 2017


Roady hat zum Thema „Seminar“ so einiges zu zeichnen … sichtlich gibt´s ja viele Motive, Seminare zu besuchen.


Was dabei dann so passiert ist halt auch nicht jederelfs Geschmack … vielfach eher im Gegentum!

Die Geschichte der AllRaunenFrau, geschrieben von Veleda Alantia

21. Oktober 2017

Diese Geschichte flüsterte mir brausend ein Sturmwind zu..Fallenden Blättern gleich versuchte ich die Bilder zu erhaschen und Worte daraus zu weben und ihnen Leben zu geben…

Lange waren sie hergefahren. An diesen besonderen Ort. Majestätisch ragten die Klippen hervor und durchpflügten die Wälder ringsherum. Einige Menschen waren bereits dort und gingen spazieren. Andere hatten wildere Musik gehört und waren abseits der Wege gegangen.

Die junge Frau sah lächelnd zu ihrem Freund. “Wir trennen uns hier und treffen uns in einer dreiviertel Stunde wieder.” Ein Kuss und beide begaben sich auf ihren ureigenen Pfad.

Eine kurze Zeit allein..was könnte dabei schon passieren?
Schatten und Licht jagten sich über ihrem Kopf.
Von irgendwo aus dem Wald waren die Töne einer Holzflöte zu hören.

Wie an einem Faden der Ariadne gleich, folgte die junge Frau diesen Tönen. Weg vom normalen Weg in das Zwielicht- Zwischenreich des Waldes um sie herum.

Die Steinchen unter ihren Sohlen knirschten, als sie nun vor dem Flötenspieler stand. Ganz ruhig sass er auf der Kante einer der Felsen. Die Geräusche unten drangen gedämpft zu ihr rauf. Das betörende Spiel, eine Magie der besonderen Art, verklang. Die letzten Töne nahm der Wind mit, der um die Felsen strich.

Die Flöte aus dem Mund genommen sah er die junge Frau an. “Sei gegrüsst Kind von Wasser und Erde. Deine Suche in die Tiefe deines Wissens beginnt hier.
Sag ..weisst du zu raunen? Zu ritzen?”

Ohne ein Wort nickte sie und neigte kurz ihren Kopf vor der Gestalt. Hier an dem Ort war alles möglich.

“Gehe nur weiter. Und du wirst finden was dich sucht.” sagte der Mann..Sein Hund kam kurz und wedelte mit der Rute. Die junge Frau hätte Angst verspüren sollen, der Hund war gross und zottelig, wild in seinem Aussehen. Doch standen in seinen Augen, die die Farbe von Salbei hatten, andere Worte.
So streichelte sie ihn und eine Melodie begleitete sie auf ihrem Weg.

Sie ging tiefer hinein. An einem Felsen spürte und wurde sie zur Urkraft der Erde.

An einem See wurde sie zum Fluss, See, Quell und Teich.

Sie wurde zum Gedanken der Götter.

Zum Pferd, das durch die Weiten der Welten reitet.

Zum Raben und Hirsch am Weltenbaum.

Zur Birke, der Nährenden.

Zum Bewahrer des göttlichen Familienerbes.

Zur Notwendenden Kraft.

Zum Blitz und Krieger der Seele.

All dies wurde sie. Verwandlung auf Verwandlung folgte. Bis sie die Runen ganz geworden war.

An einer Birke ruhte sie sich aus. Spürte die Kraft der Erdenmutter unter sich. Sie hatte ihre Angst, ungenügend zu sein, umarmt und war dafür belohnt worden.

Ein unaussprechliches Geheimnis und Band verband sie nun mit den Felsen im Wald. Sie war Teil des Waldes. Eine Frau der Runen.
Die AllRunenFrau.

Das Wasser glitzerte auf dem See als sie ihren Gefährten fand.

Auch er war verwandelt worden. Durch Erde, Feuer, Wasser und Erde der Drachenlinien war er gegangen.

Mit wissendem Lächeln verliessen sie in Regen und Matsch, nachdem sie ihre Opfergaben dargebracht hatten, am Felsen der grossen Mutter, den heiligen Ort der Vorfahren.

 

Autorin: Veleda Alantia

Bilder: Veleda Alantia

Editorial

14. Oktober 2017

Well met, alle zusammen!

Altweibersommer so schön, wie er nur sein kann – zumindest vom Wetter her. Ansonsten sind die „alten“ Geschichten, „und ewig grüßt das Murmeltier, eher weniger erfreulich. Wie immer im JahresKreis geht auch diese Welle dann wieder vorüber und wird von einer anderen abgelöst werden …
Das wunderschöne Foto stammt wie so oft, von XVII!

Altweibersommer copyright XVII

Für unser heutiges Update hat uns wieder ein GastAutor, diesmal Rangdrol Dorje seine Gedanken zum Thema „Geistestraining – Dharma“ zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!
Den zweiten Artikel stellt der Teil IX von Magister Botanicus „NATuQuTAN„.

Wie immer wünsch ich Euch viel Lesevergnügen und möchte Euch wie nochmal dran erinnern, dass wir nur so vielfältig sein können, wie wir von EUCH Material bekommen, das wir mit Euch allen Teilen können!! WurzelWerk als Verbindungs- und VerteilungsNetzwerk, das es auch sein soll.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Geistestraining – Dharma – Teil I, geschrieben von Enrico

14. Oktober 2017

Immer wieder geben buddhistisch Praktizierende den Dharma auf, wenn sie sich großen Schwierigkeiten und Herausforderungen gegenüber sehen. Das ist einfach aufgrund der Person selbst, da sie eine falsche Vorstellung vom Dharma hat. Der Dharma wird nicht praktiziert, um Macht, Ruhm, Ansehen, Reichtum, angenehme Lebensumstände o.ä. zu erlangen. Allein das Wort „Dharma“ – befreiende Information – verweist schon auf den Zweck der Übung. Es geht darum, Befreiung von den wiederkehrenden quälenden Geisteszuständen – dem Leiden – zu erlangen und die Natur des Geistes, diesen beständigen Strom präsenten Erkennens, zu erlangen.

Wenn man beispielsweise den Ansatz des Vajrayana verfolgt, dann ist es zunächst wichtig, einen passenden Lehrer und eine ungebrochene Übertragungslinie zu finden. Dann erbittet man von dieser Person die entsprechenden Ermächtigungen, Einweihungen, Übertragungen und aufzeigenden Lehren. Natürlich soll man dabei wie ein hungriger Yak sein, der sich, noch während er den einen gegenwärtigen Grashalm verschlingt, schon nach einem nächsten umsieht. Aber das ist eine bildhafte Beschreibung für die Motivation, dass man im Bestreben nicht nachlassen soll und möglichst viele Verbindungen zu Lehrern und Praktiken herstellen soll. Jedoch soll und kann es nicht dabei bleiben.

Geist – die Wurzel von allem

Empfangene Übertragungen wollen auch praktiziert werden. Es genügt nicht, Einweihungen und hochrangigen Lamas nachzujagen. Wenn man das auf diese Weise verfolgt, landet man irgendwann in der Sackgasse der eigenen oberflächlichen Gedanken und Ansichten. Und das sind dann die Ursachen dafür, dass man das unmittelbare Training im Dharma, die Praxis auf dem Kissen und ggf. das Ausführen von Pujas, Wunschgebeten etc. aufgibt, wenn große Schwierigkeiten auftauchen. Stattdessen ist es erforderlich, den Dharma auch zu studieren, sich mit den Lehren eingehender und tiefer zu befassen.

Daher soll man sich auch mit den grundlegenden Lehren wie den Belehrungen zum Stufenpfad und dem Geistestraining vertraut machen. Selbst wenn man hunderte Ermächtigungen empfangen hat und man unzählige Praxisutensilien für die Rituale besitzt, wird man keinen Nutzen daraus ziehen, solange man nicht sich mit der Wurzel von allem – dem Geist – vertraut gemacht hat. Vielmehr werden diese Ermächtigungen und Praxisutensilien sich in Ursachen für aufgeblasenes Verhalten, Stolz, kleingeistiges Anhaften und dogmatische Fixierungen verwandeln. Die Praxis des Geistestrainings ist daher fundamental wichtig.

Geistestraining

Die Notwendigkeit für ein Geistestraining ergibt sich aufgrund des Zähmens des gewöhnlichen Geistes. Und dies geschieht am Besten über die Anwendung im Alltag. Am Meditationskissen, bei Pujas etc. kann man die besten Zuständen kultivieren und sich sogar darin verlieren. Der Erfolg einer Übung zeigt sich aber erst, wenn man außerhalb der Trainingssituation in den Zwischensitzungszeiten auf ganz gewöhnliche Herausforderungen des Alltags stößt. Dann erst zeigt sich, wie gut Sichtweise und Geisteszustände kultiviert wurden. Ist man sich des momentanen Geisteszustandes gewahr? Verlangt man nach besseren Gefühlszuständen? Lehnt man schwierige Lebensmomente ab, will sich diesen sogar verweigern? Oder hat man es tatsächlich geschafft, sich mit der überweltlichen Sicht vertraut zu machen und ist der Geistesstrom von dieser Sicht durchdrungen worden?

Erste Erfolge zeigen sich beispielsweise darin, dass man sich des üblichen reflexartigen Reagierens auf Situationen überhaupt einmal bewusst wird. Es kann sich auch dadurch zeigen, dass man Ursache-Wirkungszusammenhänge erkennt und nicht immer andere oder eine diffuse Schicksalsmacht – manchmal als „Leben“ oder in einer falschen Auffassung als „Karma“ bezeichnet – dafür verantwortlich macht. Denn mal Hand auf’s Herz. Wer oder was ist den das „Leben“? Wer oder was ist das „Karma“? Sind Leben und Tun (Karma) verschieden von der Person, die lebt und tut?

Das gewöhnliche Leben mit allen seinen Anforderungen muss in den Pfad gebracht werden. Für Praktizierende des Sutrayana-Ansatzes wie auch für jene des Vajrayanas gilt dies gleichermaßen. Bloß die Sichtweisen, wie eben Phänomene gesehen werden, ist verschieden. Ob man den fühlenden Wesen durch geschickte Mittel wie den Bodhisattva-Handlungen auf der Basis der unterscheidenden Weisheit in die Leerheit nützt oder ob man die „reine Sicht“, den „Yidam-Stolz“ etc. des Vajrayana dabei pflegt, ist einerlei. Denn auch in der „reinen Sicht“ des Vajrayana sieht man nicht nur sich rein, sondern auch andere. Somit besteht auch hier keine schiefe Ebene zwischen einem selbst und den Wesen, bloß die gesamte Sichtweise ist einfach noch etwas weiter verfeinert worden.

Reichtum, Nahrung und Sicherheit bringen auf körperlicher Ebene eine gewisse Sicherheit und einen Komfort. Jedoch gelingt dies nicht auf geistiger Ebene, da eben Reichtum, Nahrung und Sicherheit materielle Dinge sind bzw. darauf basieren. Der Geist jedoch ist nicht materiell und wird nicht durch Materie erzeugt. Deshalb ist Leiden und Qual eben geistiger Natur und der Zweck des Dharmas ist es, durch ein Verständnis der Natur des Geistes und der Phänomene Befreiung davon zu erlangen.

Ende Teil I