Editorial

19. August 2017

Well met, alle zusammen!

Wetterkapriolen, bei uns in Österreich sogar mit Schwerverletzten und Toten – leben wir in interessanten Zeiten?

In unserem heutigen Update findet Ihr eine RegenBogen-Geschichte von XVII „Die weiße Braut“ und den Teil VI von Magister Botanicus „NATuQuTAN„.

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügung und uns – da unsere ArtikelSpeicher wieder wieder einmal im Sommer trocken gelegt wurden und fast leer sind – Eure Gedanken in Artikelform oder den einen oder anderen Kommentar.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Die weiße Braut, geschrieben von XVII

19. August 2017

 

„Uhhhh….muß das sein, Chris? Muß das sein? Ich mag solche Schauergeschichten nicht. Ich geh jetzt lieber schlafen. Schlimm genug, daß ich in einer solchen herabgekommenen Hütte schlafen muß.“

-“Bäh, du bist einfach überempfindlich. Komm mal runter du Pussy.“

–“Jeff, kannst du nicht einmal freundlich sein, nicht mal zu deiner eigenen Freundin?“

-“Die verstehts schon, misch dich nicht ein. Chris erzähl einfach weiter.“

„Ich geh jetzt pennen, und du kannst bei deinen Kumpels am Lagerfeuer schlafen,
zu mir brauchst heute nicht kommen.“

-“Ja, schon recht, geh schlafen. Ich trink lieber noch einen.“

–“Jeff, du bist ein Arsch. Ich weiß echt nicht was Bridge an dir findet.“

-“Komm schon, du bist nur eifersüchtig.“

—“So, jetzt halten mal alle den Rand, sonst überleg ich mir echt ob wir uns nochmal hier treffen. Ich hab lang genug meine Großmutter beknien müssen, daß wir die Hütte bekommen.“

—-“Yes…wir reißen uns alle zusammen, trinken noch ein Bier, ich erzähl die Geschichte weiter und morgen pennen wir uns aus und…“

—-“Ich finde es überhaupt schön, daß wir fünf uns mal wieder treffen…fünf Freunde, das sind wir…wir haben eh sonst viel zu viel um die Ohren…“

–“Stimmt. Wir fünf kennen uns jetzt schon ziemlich lange. Und wir haben ja auch viel Spaß miteinander. Die letzten Tage hier im Wald waren ja auch cool. Das Lagerfeuer hier ist auch lässig und die Hütte, wenn wir da mal alle ein bißchen Hand anlegen, dann wird das ein toller Treffpunkt, wo wir einfach ab und an mal rausfahren und gemeinsam entspannen. Fischen gehen, die Natur genießen…in den See mal hüpfen…ist ja alles da. Und….endlich mal keine Leute, weit und breit nichts und nicht mal Handyempfang!“

-“Ja, nicht mal Handy. Wenigstens haben wir genug Bier mit.“

–“So, erzähl mal weiter!“

—-“Alsooooo…man erzählt sich hier so Geschichten von einer weißen Braut, die…“

–“So eine mit weißem Kleid und Brautschleier und so? Die durch die Wälder streift?“

—-“Genau.“

–“Hahaha…ja die kenn ich….aber erzähl mal…“

—-“Also….man erzählt sich seit Generationen…daß hier so ein junges Mädel, manchmal wird sie auch die weiße Frau genannt…durch die Wälder geht. Barfüßig. Sie soll ein Wesen zwischen dem Tod und dem Leben sein. Eine verlorene Seele, die sich in einer Gestalt manifestiert hat. Eine enttäuschte, verbitterte Seele, die es geschafft hat in einem Grenzbereich zwischen dem Dasein und dem Jenseits sich als Person zu….“

-“Wir wollen da jetzt keine Abhandlung, sondern eine Geschichte…gibst du mir noch ein Bier rüber?“

—-“Ja, also…es sollen mehrere junge Mädchen im 16. Jahrhundert zur Heirat gezwungen worden sein. Hier in einem kleinen Ort in der Nähe…ein mächtiger Gutsbesitzer, ein alter Sack, soll die Familien genötigt haben ihm die Mädchen zu überlassen…junge, unschuldige Mädchen an die er sich dann vergriffen hat. Dafür durften die armen Familien ihren spärlichen Besitztum weiter führen und bei ihm weiter arbeiten. Er hat ein Mädchen geheiratet, welches dann unter mysteriösen Umständen verstorben ist…um dann darauf gleich das nächste zu heiraten. Und darauf nochmal.

Mehrere Mädchen sind zu Tode gekommen. Aber es hat sich keiner darum gekümmert…die Familien wurden nicht gehört, waren unterdrückt…und es waren alle nur betroffen, aber keiner hat was gemacht…bis….“

—“Bis…..“

—-“Bis auf einmal die weiße Braut aufgetaucht ist. Zunächst soll sie nur als Nebel und Spukwesen hier aufgefallen sein…mehrere Leute haben von einem jungen Mädchen berichtet, welches in der Nacht gespensterhaft über die Felder ging…und dann…soll dieses Wesen sich immer mehr geformt haben…wurde mehr lebendig…und der Gutsbesitzer, der Widerling, soll in der Nacht von ihr besucht worden sein, jede Nacht, jede verdammte Nacht…er hat sich dann an den Pfarrer gewandt…ist zum Arzt gegangen, hat an seinem Verstand gezweifelt. Es haben zwar andere auch die Gestalt gesehen…auf den Feldern…aber es wurde keiner heimgesucht. Nur er.

Er hat keine Ruhe gefunden. Und alle sprachen nur davon, daß es auch so rechtens wahr, daß nun er leidet. Er, der ja offensichtlich mit dem Tod der jungen Mädchen zu tun hatte.

Letztlich soll er dann bei einer Sonntagsmesse mit einer Axt den Pfarrer bedroht haben.

Da hat sich dann zum ersten Mal die Gemeinde gegen ihn gestellt.

Sie haben ihn aus der Kirche geworfen…ihn geschlagen…und mit Abfällen vom Marktplatz davor beworfen. Ihn bis zu seinem Gut getrieben…wo er sich dann eine Woche nicht blicken ließ.

In der nächsten Woche am Sonntag hing er dann unterhalb der Kirchenglocke.

Hat sich in der Kirche oben aufgehängt.

Von da an, war diese Gestalt nicht mehr gesehen…bis…..vor ein paar Jahren. Nun geht das Gerücht um, daß hier in den Wäldern dieses Mädchen wieder sein Unwesen treibt.

Es soll hier durch die Wälder gehen…und grausamen Menschen ihre Existenz nehmen.

Ihre Existenz komplett auslöschen. Dieses Wesen ist über die Jahrhunderte gewachsen und mächtiger geworden…und soll nun nicht mehr die Leute in den Wahnsinn treiben, sondern sie gänzlich vernichten.

Als hätten sie nie gelebt. Einfach weg. Sie nimmt die Leute mit. Mit ihren Erinnerungen, mit den Erinnerungen, die andere an sie haben. Deswegen, so sagt man, gibt es hier nur friedvolle Menschen, es haben sich nur nette Leute hier angesiedelt, Leute, die die Harmonie schätzen und Gewalt und Mißbrauch ablehnen.“

—“Und wie ist dann die Geschichte zustande gekommen? Ich mein…wenn es irgendetwas gäbe, daß jemandes Existenz aus der Menschheitsgeschichte löscht, als hätte es den nie gegeben, dann weiß ja auch keiner davon, daß das Ding da, das Wesen das auch können würde? Oder habe ich da einen Gedankenfehler?“

—-“Nein, nein…es soll nur eine alte Frau, die hier im Dorf gewohnt hat…gesagt haben…daß nur gute Menschen sich hier ansiedeln dürfen, denn alle anderen würde die weiße Frau mitnehmen…und zwar so…als hätte es sie nie gegeben….diese Frau soll eine Verwandte eines der Mädchen sein….aus der Linie einer Schwester eines der armen Mädchen.“

—“Ok. Hm. Komisch. Ich trink noch das Bier aus.“

-“Ja, eines haben wir noch immer getrunken, weg mit dem Bier! Das wird ja nur alt! Und das Märchen da…Alter, da hab ich schon wirklich Langweiligeres spannender gefunden…hahahaha“

.

.

.

–“Bridge?“

„Ja?“

–“Gut geschlafen?“

„Voll gut. Ich hab aber echt merkwürdig geträumt.“

–“Setz dich mal, Kaffee haben wir schon aufgesetzt, gleich fertig.“

„Ich hab von einer Gestalt geträumt…einer Frau…die ist durch die Hütte geschlichen, hat aber nur geschaut, ob alle gut schlafen, hat mir die Decke sogar raufgezogen, die ich runterstrampelt habe…dann ist sie raus…und am Lagerfeuer ist ein Typ gelegen mit Bierflaschen um sich…den hat sie geweckt und ist mit ihm dann in den Wald gegangen.“

—-“Arg. Ich hab nämlich gestern eine Geschichte erzählt von einer weißen Frau….“

„Ja, die hatte so ein langes weißes Kleid an. Und langes Haar.“

–“Du machst mir echt Angst.“

„Du, die war ja voll nett. War ja nur ein Traum. Was war das für eine Geschichte?“

–“Erzähl ich dir nachher. Jetzt sitzen wir vier mal gemütlich zusammen und essen gutes Frühstück.“

—-“Ja, wir vier, die fantastischen Vier! Meine Güte haben wir schon viel gemeinsam erlebt. Und du, Bridge, du solltest dir mal wieder einen Freund suchen, echt jetzt, bist so ein tolles Mädel, bist jetzt lange genug allein.“

Autor: XVII

Bilder: Wikimedia Commons, cabin: jerrye & roy klotz md,
Married Clark Wallace Bishop, 1928

NATuQuTAN – Teil VI, geschrieben von Magister Botanicus

19. August 2017

Ein holografisches Modell des Universums

Was unterscheidet das Diapositiv vom Hologramm? („Der Geschmack?“ – der Red.-Elch)

Nein, der Aufbau der Bildpunkte. Greife ich mir bei dem Diapositiv einen Bildpunkt heraus, so ist dieser Bildpunkt maximal scharf, weil er alle Informationen für den Bildpunkt enthält, er macht aber keinerlei Aussage über das Gesamtbild, da er keinerlei Informationen darüber enthält. Bei einem Hologramm, einer 3-dimensional erscheinenden Abbildung, verhält es sich prinzipiell anders. Betrachte ich hier einen Bildpunkt, so ist er maximal unscharf, da er nur wenig Informationen über sich selbst enthält, aber er kann auch eine Aussage über das Ge­samtbild machen, da in ihm prinzipiell alle Informationen über das Gesamtbild enthalten sind.

Während ich beim Diapositiv alle Bildpunkte benötige, um das Gesamtbild zu zeigen, wobei der Informationsgehalt mit Zunahme der Bildpunkte steigt, enthält ein Hologramm die Ge­samtinformation eines Bildes, wobei die Schärfe des Bildes mit Zunahme der Bildpunkte steigt. Wenn wir jetzt noch dieses Modell als dynamisch, also sich ständig verändernd, gestalten und weiterhin die Anzahl der Bildpunkte – beeinflusst von Wahrscheinlichkeiten – zwar immer kleiner werden aber beständig erhöhen, so wird das Bild des Universums ständig schärfer.

Was das heißt, liegt aus der Hand: Mit nur einem holografischen Bildpunkt ist das abgebildete Universum ein Konglomerat aus materiell nicht definierten Elementen, ein graues Rauschen sozusagen. Neuere Theorien sprechen vom sogenannten „fluktuierendem Superstring-Schaum“. Bei Heim heißt die geometrische Letzteinheit Metron, die ich hier in meinem Modell als holografisches Element gewählt habe, und sie ist in drei Sphären gegliedert. Wird die Anzahl der Metronen größer und ihre Größe geringer, kann man das etwa mit dem Anwachsen der holo­grafischen Bildpunkte vergleichen.

Es kommt damit zu materiellen Ereignisstrukturen, eben Quanten und Energie – und sozusagen mehreren klei­neren Big Bangs, allerdings im ganzen Universum. Gleich­zeitig „entsteht“ die Raumzeit und die Gravitation, kurzum, es greifen alle Natur­gesetze, die für Materie und Energie Gültigkeit haben. Doch was passiert mit weite­rem Anwachsen der Bildpunkte? Ja klar, es entstehen Atome, Moleküle, Sterne werden geboren.

Schließlich folgen Planeten und auf ihnen finden chemische Reaktionen statt, ge­bären immer kompliziertere chemische Verbindungen, Gas­hüllen und schließlich – Lebewesen! Sie fangen klein an und lassen sich nicht nur als Kohlenstoffverbindung blicken, sondern auch auf Silizium-, Bor- oder vielleicht auch auf Stickstoffbasis ist Leben möglich. Wer weiß das schon, schließlich gibt es wahnsinnig viele Planeten und wenn die Möglichkeit für Leben be­steht…

Wieder ein weiterer Sprung durch eine noch größere Zahl an Bildpunkten und die Natur­gesetze der Evolution greifen, seit Lebewesen entstanden sind. Jetzt tauchen plötz­lich Lebewesen auf, die eine einzigartige, neue Fähigkeit besitzen: auf Er­eignisse in ihrer Umwelt nicht nur instinktiv zu reagieren, sondern über diese Umwelt zu reflektieren, sich Ge­danken darüber machen.

Und wieder einen Schritt weiter, ent­wickeln diese Lebewesen eine Innen­welt, ein eigenes Universum, die jene Außenwelt spiegelt und bewertet. Schließlich können diese Lebewesen Ereignisse produzieren, die gar keinen materiellen, quantitativen Ereignisse mehr sind – sie machen sich Gedanken und haben Träume. Beides, Träume und Gedanken, sind unwiderlegbar Ereignisse, aber ohne dass es mög­lich wäre sie explizit in der Raumzeit rechnerisch zu beschreiben, sie sind tatsächlich qualitativer Natur. So, wie die anderen Prinzipen oder Wahr­scheinlichkeitsfaktoren, die ich bereits beschrieben habe, die materielle Aus­wirkungen zeigen.

Diese Wesen haben nun durch die Entwicklung eines entsprechenden Organs, sowie der da­zugehörenden intellektuellen/intuitiven Fähigkeiten, einen individuellen wie auch kollektiven Zugang zu dem großen Ideenpool und sie beeinflussen ohne Zweifel die Wahrscheinlichkeit. Sie tun das zunächst im Rahmen der Naturgesetze und den Prinzipien der Raumzeit, doch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass auch die Grenzen von Raum oder Zeit zu durchdrungen werden können, ist sehr hoch.

Wenn Menschen in der Lage wären, jene, die Wahrscheinlichkeit verändernden Faktoren bzw. Informationsstrukturen zu beeinflussen, dann hätte das weit­reichende Konsequenzen. Denn durch die Kontrolle seiner eigenen materiellen Er­eignisse (Handlungen), kann ein Mensch z.B. eine Uhr bauen. Ist der Mensch jedoch zusätzlich (zu diesen quantifizierbaren Ereignissen) in der Lage, auch qualitative Geschehnisse zu kontrollieren oder für sich erfahrbar zu machen, so hat er explizit Zugang zum Ideenpool bzw. zu den Wahrscheinlichkeitsrastern möglicher qualita­tiver und quantitativer Ereignisse!!!

Selbst wenn der Zugang zu diesen (Heim nennt sie) Dimensionen nur sehr spo­radisch wäre und dafür bestimmte psychische Faktoren nötig (oder zu erlernen!) sind, eines muss uns dabei klar sein: Wenn es nur einem einzigen Menschen gelingt, ein einziges Mal auf diese Art und Weise quantitative oder qualitative Ereignisse willentlich zu beeinflussen, so ist der Beweis dafür erbracht, dass dies tatsächlich möglich ist – und damit jedem Menschen grundsätzlich als Erfahrungsmöglichkeit oder Ereignisebene zur Verfügung steht.

Ende Teil VI

Editorial

12. August 2017

Well met, alle zusammen!

Sommergewitter an allen Ecken und Enden – da bebt er Boden mit dem Krachen des Donners und die Wassermassen – in die sich Hagel mischt – bringen dem Zivilisierten, der verzweifelt nach Kerzen sucht (um trotz Stromausfalls wenigstens ein wenig Licht zu haben) einmal mehr in Kontakt mit Mutter Natur. Nachdrücklich!

Unser Spendenbild heute stammt mal wieder von Ronny, der die Mondfinsternis für uns eingefangen hat – vielen Dank dafür!

Partielle Mondfinsternis copyright Ronny

In unserem heutigen Update findet Ihr wieder einmal eine Geschichte von Veleda Alantia, „Die Geschichte von der Tiefe„, für die wir uns auch herzlich bei XVII bedanken, der sie fürs WurzelWerk organisiert hat.
Der Teil III von „Ein Treffen mit Dayonis“ vervollständigt unseren heutigen Lesestoff für Euch.

Wie immer wünsche ich Euch viel Lesevergnügen und uns Eure Kommentare – oder vielleicht sogar den einen oder anderen Artikel aus Eurer Feder?!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

 

Die Geschichte von der Tiefe, geschrieben von Veleda Alantia

12. August 2017

Diese Geschichte vertraute mir ein Stein an,
der vor einem Bergwerksstollen am Eingang lag.
Die Sonne wärmte ihn und er war bereit mir die folgende Geschichte zu erzählen..

Vor einer Zeit, als die Welten noch regelmäßig miteinander verkehrten und Freundschaft eine Tugend war, lebte eine junge Frau in einem Tal. Sie war früh zur Außenseiterin geworden da sie Freundschaft mit den Elben hatte und die Geheimnisse der Wälder ihr nicht unvertraut waren.

Eines Tages hiess es ein Drache bedrohe das Land. Die Tapfersten zogen mit Getöse aus. Manche kamen angstzitternd zurück, andere nie mehr.

Das Mädchen sass am Brunnen und unterhielt sich mit der Quelljungfrau. “Was sollen wir nur tun? Keiner der Männer traut sich mehr aus dem Dorf.”

“Dann musst du es wagen.”  Erstaunt sah sie ihre Freundin an .
”Ich? Was kann ich denn schon tun.”

“Etwas, daß nur Du kannst. Hab keine Angst. Geh in den Wald bis zum heiligen Ort. Am Rand ist eine Höhle. Darin findest du Hilfe um das Bevorstehende zu bestehen.”

Sie ging nach Hause, packte ihren Beutel und nahm Proviant und Geschenke für die Anderswelt mit und machte den ersten Schritt ins Ungewisse.

Sie fand die Höhle wie von ihrer Freundin vorhergesagt.

Von aussen war die Höhle unheimlich, es roch nach Tod und Algen. Als stünde irgendwo Wasser.

Die junge Frau ging nun mit vor Angst klopfendem Herzen vorran. Ein Wind geboren aus Chaos bliess ihr das Feuerzeug aus und sie bekam es nicht wieder an.

Nun hatte sie die Wahl. Zurückzugehen und ihr Scheitern eingestehen oder die Angst zum Freund machen.

Sie wählte letzteres, machte die Angst zu ihrem Verbündeten und ging weiter in die Dunkelheit.

Es war so dunkel wie in einem Mausoleum.

Plötzlich schimmerte es vor ihr, als sei in der Höhle der Mond aufgegangen.

Es war so schön, daß ihr das Herz aufging. Ein Mond mitten in der Höhle? Sie ging in das Licht und spürte wie es sich wie Seide um sie schmiegte. Als sie heraustrat trug sie ein silbriges Gewand mit Glockenärmeln. An deren Enden waren Mond und Wassersymbole gestickt. Nun hatte sie die Erkenntnis, daß die Höhle nicht unbewohnt war. Ein Wesen musste hier leben.Verborgen von der Welt.

“Danke für das schöne Kleid. Zeig dich mir doch.” sagte sie in die Finsternis.

Eine Frau trat raus. Jung und alt zugleich. Sie strahlte voller Macht und Geheimnis. ”Lebe eine Zeit bei mir. Der Herr der Höhle und ich sind gute Nachbarn seit langer Zeit. Und von ihm ist auch das Kleid.”

So begann ihre Lehrzeit bei der alten Frau in der Tiefe. Sie lernte den Rhytmus und die Magie des Meeres. Aus Buchenstäben weisszusagen. Mit Kristallen zu heilen.

Eines Abends hörte sie ein Grollen in der Tiefe der Höhle und sie fragte die Alte was das sei. “Geh nur und schau nach. Du hast alles in dir was du brauchst.“ sagte sie mit wissendem Lächeln. Da sie die Alte liebte und ihr vertraute ging sie voran.

Es wurde wärmer, je weiter sie kam. Am Ende brannte ein Feuer und ein knorriger Mann sass dort. ”Sei willkommen.” flüsterte er mit brüchiger Stimme.

Da sie eingeweiht worden war machte sie ihm einen Tee aus Heilkräutern und segnete ihn ehe sie den Tee an den Mann weiter reichte.

Dankbar trank er, wurde gesund, schien jünger zu werden. Der Schatten, den er warf, war der Schatten des Drachen! Wasser rauschte um ihn, das Feuer sprang an ihm hoch wie ein Welpe und die Erde und die Luft trugen den Duft der Magie mit sich, als er sich verwandelte und zum Drachen wurde.

Doch statt wie früher vor Angst zu vergehen kniete sie nun in Demut vor ihm nieder.

“Mein Herr der Elemente nehmt bitte den Schatten von unserem Land..”
Eine Kralle hob sie an daß sie aufstand.

“Steh aufrecht vor mir. Ich liebe dich für deine Beharrlichkeit und Demut. Darum tue ich was du dir erbittest. Bleibe bei mir.”

Als geachtete Priesterin ging sie in ihr Dorf zurück. Geliebt von ihrem Drachen und gesegnet von der Göttin der Tiefe trat sie aus der Höhle hinaus.

An manchen Tagen der kommenden Jahre sah man sie auf ihrem Drachen über das Land gleiten. Verbunden in Liebe.

Ende

Autorin: Veleda Alantia, Bild: Veleda Alantia