Archiv für die Kategorie ‘Orte der Kraft’

Der Steinkreis von Callanish/Calanais, geschrieben von Anette

Samstag, 01. Juli 2017

In diesem Frühling durfte ich wiedereinmal für einige Wochen nach Schottland reisen. Um dort zu arbeiten, zu wirken, zu erleben, zu schreiben und zu forschen.
Eine unserer Stationen war dabei die Isle of Lewis und damit auch der beeindruckende Steinkreis von Callanish/Calanais oder eigentlich sogar die Steinkreise (Plural) von Callanish/Calanais.


Es gibt den großen, beeindruckenden Steinkreis Calanais I, der schon allein aufgrund seiner Form, die an ein keltisches Kreuz erinnert, wirklich eine Besonderheit darstellt und noch mindestens 12 von vermutlich insgesamt über 20 weiteren Steinsetzungen in der näheren Umgebung, teils in Sichtweite zueinander und zum „Haupt“Steinkreis Calanais.

Ein bisschen was über Calanais ganz allgemein

Der eigentliche Hauptsteinkreis ist kein wirklich typischer Steinkreis. Es ist ein wilder, komplexer und sehr kraftvoller Ort und bisher die größte bekannte Steinformation der Megalithkultur auf den britischen Inseln. Es waren wohl einmal etwa 54 Steine aus Gneis die hier gesetzt waren. Gneis gilt als eine der ältesten Steinformationen der Erde.
Die Steine sind nicht behauen und es ist nicht bei jedem der Steine ganz sicher wo er ursprünglich genau gestanden haben mag und ob die heutige Ausrichtung zu 100% korrekt ist.
Die Anlage erinnert von Oben betrachtet an ein keltisches Kreuz, wobei im Norden eine lange Doppelreihe aus Steinen, eine regelrechte „Allee“ auf den inneren Kreis zuläuft. Die Gegenüberliegende Linie aus dem Süden ist kürzer und einfach. Ebenso wie die Ost-West-Linie aus Steinen.
In der Mitte, auf die alle 4 Linien eben wie ein keltisches Kreuz zulaufen, ist ein Ring aus Steinen in dessen Zentrum ein ein großer Monolith, von etwa viereinhalb Meter Höhe, steht.
Der Kreis und der zentrale Monolith scheinen die ältesten Teile der Anlage zu sein.
Ebenfalls in der Mitte des Kreises befand sich ein kleines Kammergrab das jedoch erst einige Zeit nach der Errichtung der Anlage gebaut wurde.
Man vermutet das die Anlage vor etwa 5000 Jahren errichtet wurde und dann irgendwann, aus unbekannten Gründen etwa vor 3000 Jahren verlassen wurde.
Wir wissen heute nicht warum Calanais errichtet wurde oder welche Zeremonien man dort begangen und gefeiert hat. Wir wissen auch so gut wie nichts über die Menschen die diesen Ort erschaffen habe.
Natürlich gibt es die Vermutung das es sich hier um eine Art Tempel, ein Observatorium zur Beobachtung der Sterne oder ähnliches gehandelt haben mag. Auch eine Verbindung zu Bestattungen oder Totenkult kann nicht ausgeschlossen werden. Aber das sind nur Vermutungen.

Was wir wissen ist, das die Inseln, damals ein guter Ort zum Leben waren. Sie waren milder, fruchtbarer und weit weniger rau als heute.


Calanais heute

Tagsüber ist der Kreis natürlich eine vielbeachtete Attraktion auf Lewis und man ist eigentlich fast nie alleine. Wenn aber das naheliegende Visitor-Center ab etwa 17:00 Uhr schließt wird es stetig leerer.
Wir waren meist in den späten Abendstunden dort, wenn der Sonnenuntergang nicht mehr fern war, also so zwischen 20:00 und 23:00 Uhr. Jetzt konnten wir die Steine ganz für uns genießen und es war einfach in die Kraft und Wildheit dieses Ortes einzutauchen.

Mein kleines Wunder von Calanais

Die Isle of Lewis ist atemberaubend in ihrer schroffen und rauen Wildheit. Das Wetter wechselt jeden Augenblick und wo es eben noch in Strömen regnete scheint plötzlich die Sonne und scharfer Wind trocknet die Kleidung in Minuten und andersrum.
Es gibt kaum Bäume auf der Insel und aus dem Moor und dem Grün der Weiden ragen überall Felsen heraus, als ob Riesen hier gespielt hätten.
Es gibt Strände mit weißem Sand und türkisfarbenem Wasser wie in der Karibik, aber nahezu niemanden der in dem eiskalten Wasser baden will.
Der Geruch nach Torf, Schaf und Heide ist allgegenwärtig genau wie der Wind und das Meer.
Entweder liebt man diese Inseln oder man kann sie kaum ertragen. Ich muss sicher nicht erwähnen zu welcher Sorte ich gehöre.
Es war einer unserer letzten Abende auf Lewis und ich wollte gerne an den Steinen trommeln, mit meiner relativ neuen HarmonyDrum. Das Wetter ließ jedoch nichts Gutes hoffen, riesige dunkle Wolkenberge wurden in schockierender Geschwindigkeit vom Wind unerbittlich über den Himmel getrieben. Nur kurz unterbrochen von einzelnen Sonnenstrahlen, schön anzusehen, aber alles eher ungemütlich.

Trotzdem wir wollten nochmals an die Steine.
Am Kreis angekommen wartete ich noch ab bis sich die letzten Besucher verzogen und dann sammelte ich mich und spielte direkt im inneren Zentrum des Kreises…. und spielte … und spielte… Ich verlor den Sinn für die Zeit, stand zwischendurch auch auf, sang, vollführte ein kleines Ritual und dann spielte ich wieder.
Das Drama am Himmel nahm ich kaum noch wahr.
Als ich den Eindruck hatte jetzt wäre es genug, bedankte ich mich, verabschiedete mich und verließ den Kreis….
Ich wanderte langsam zurück zum Auto, verstaute meine 7 Sachen und setzte mich hinein. In dem Augenblick als ich die Tür hinter mir schloss, pladderte der Regen mit heftigen Tropfen los, als hätte er schon darauf gewartet.
Mein Mann Sven war zu diesem Zeitpunkt immer noch an den Steinen am Fotos machen, und war patschnass geworden.
Soweit so alltäglich …
Als Sven dann am Auto ankam verkündete er mir höchst erbost ;-) das ich beim nächsten Mal zu bleiben hätte bis er fertig wäre mit seinen Fotos.
Ich verstand nicht ganz was er meinte. Er erzählte mir daraufhin das er, während ich so schön versunken im Kreis hantierte, mehrfach dicke Regenwolken sehen konnte die direkt auf uns zu hielten und dann, ganz plötzlich einfach die Richtung wechselten. Er behauptet das er einen direkten Zusammenhang beobachten konnte zwischen meinem Spiel und dem Zug der Wolken am Himmel.

Ich konnte das erst gar nicht glauben aber mein Mann gehört eigentlich eher zur bodenständigen und vernünftigen Sorte, so als „gelernter“ Ingenieur. Und so erschien mir sein Bericht durchaus ernstzunehmen.
Da er nun mit eigenen Augen gesehen hatte was er eben gesehen hat, wurde ich den Rest unserer Zeit in Schottland immer wieder von ihm gebeten für ihn und seine abendlichen Fotoausflüge zu trommeln… damit er auch ja das richtige Licht für seine Leidenschaft, die Landschaftsfotografie, bekam.
Da ich mit der Zeit immer wieder Bilder von ihm aus unserer Zeit in Schottland hier einstelle, werdet Ihr Euch selber ein Bild machen können ob es ewas gebracht hat oder nicht ;-).

Aus der Erde lesen, geschrieben von Merlin

Samstag, 29. April 2017

Vorab, besucht bitte keinen Radiästhesie Kurs oder noch schlimmer, eine Ausbildung. Dies sollte man nur dann tun, wenn ihr beabsichtigt Radiästhesie als Gewerbe auszuüben. Warum? Bei einer Ausbildung werdet ihr auf bestimmte Wahrnehmungen konditioniert (z. B. Wasser) und die übrigen „Phänomene“ werden dabei außer acht gelassen.
Wirklich empfehlenswertes Buch dazu: Jörg Purner „Radiästhesie, ein Weg zum Licht?“ Jörg Purner

Das Werkzeug Wünschelrute oder Pendel

Grundsätzlich ist es egal aus welchem Material das „Werkzeug“ besteht. Es ist wie im „normalen“ Leben, es gibt gutes Werkzeug und es gibt „Black & Decker“. Ausprobieren ist auch hier angesagt. Früher wurden z.B. zum Wasser suchen Weide oder Hasel genommen, die gerne in der Nähe des Wassers leben. Also sozusagen in Korrespondenz zu einander stehen. Bleiben wir noch beim Beispiel Wasser.
Wir Menschen bestehen zu 78% aus Wasser, wir wissen wie Wasser schmeckt, aussieht, sich anhört usw. Also wir haben eine sehr enge Beziehung zu Wasser. Darum lässt sich Wasser auch relativ leicht finden.
Diese deutet auch schon auf den Wirkmechanismus hin. Eine Information wird durch das vegetative usw. usw. aber das hatten wir ja schon! Außerdem besagt dies auch, dass alles gefunden werden kann, wenn ich mich darauf konditionieren kann. Auch Fernmutungen sind, für „Spezialisten“ kein Problem, da wir ja wissen, dass es keine Zeit und keinen Raum gibt.
Auch ich habe mit Pendel und Wünschelrute begonnen. Als Rute verwendete ich bald einen Drahtkleiderbügel, der leicht zu beschaffen war. Später legte ich mir auch einen sogenannten Bio-Tensor zu.
Dieser wurde von Erich Körbler entwickelt und ist für „Systemiker“ recht brauchbar.

Im Internet sind auch seine Symbole zu finden. Als Erich Körbler 1994 verstarb, übernahm ich seine Seminare im Medizinmeteoroligischem Museum in Zwettl. Dabei erlangte ich die Erkenntnis, dass sein System eben ein System ist, in sich schlüssig, für mich aber 1. zu kompliziert und 2. zu einengend, bez. eher eine „Symptombehandlung“ als ein Zugang zu anderen Welten.

Der nächste Schritt für mich, und so hoffe ich auch für euch, war die Entwicklung eines offenen Systems (geschlossene gibt es nämlich in der Natur nicht, nur im Labor). Aktualisiert am 23.04.2017, wie man heute weiß, nicht einmal da, man denke an die „Verschränkung“ der Quantenphysik! ;-)
Diese Entwicklung brachte mich auch von den „Energien“ ab, die oft so eindrucksvoll von Radiästheten dargestellt werden. Wie, Ley Lines, Curry – Netz, Hartmann – Netz, Aquastat Linien, Ein- und Ausstrahlungspunkte von kosmischer und terrestrischer Energie usw. So ca. alle 5 Jahre werden neue „Strahlen“ festgestellt, in Seminaren erlernt und schon haben wir einen neuen „Krankheitserreger“.

Zur Geschichte der Radiästhesie gehört nämlich auch, dass britische Radiästheten nur ihre Ley Lines fanden und deutsche, nur ihr Curry und Hartmannnetz (übrigens benannt nach den gleichnamigen Herren). Wo sich für mich die Frage aufwarf, was war zuerst da, Henne oder Ei.
In diesem Fall ist stark anzunehmen, das Radiästhesiehuhn. Die Bestätigung fand ich in meinem Weltbild des Schöpfers der Realität, Bewusstsein – Bewusstlichkeit – ICH.
Auch die sogenannte BOVIS – Skala ist eine Schöpfung des Herrn Bovis. Die Skala auf folgender Internetseite spricht für sich …
Wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen ca. 30 cm langen Papierstreifen, mit intuitiven Erfahrungen des Herrn Bovis handelt, erschreckt es mich immer wieder, mit welcher Selbstverständlichkeit Radiästheten Bovis als spirituelle Energieeinheit bezeichnen und als allgemein gültig propagieren.

Aber zurück zur Entwicklung eines eigenen Systems. Den Göttern (oder der Bewusstlichkeit) sei Dank, ist jeder Mensch verschieden. Wir funktionieren nur sehr ähnlich ;-)
Jeder Mensch hat zu bestimmten „Dingen“ einen emotionalen Bezug. Das können von Briefmarken über Märchen bis hin zu Göttern, alles mögliche sein. Finde heraus, wozu du die stärkste Affinität hast und assoziiere frei die dazugehörigen Qualitäten. Z.B. eignet sich recht gut auch die Signaturenlehre dazu.

Wir, Morgane und ich haben unser System mit den 7 Planeten, den vier Elementen und mit der Polarität, weiblich – männlich oder Yin Yang entwickelt. Dazu gehörig haben wir uns eine Pendelscheibe angefertigt. Ich selbst habe anfangs noch mit diversen Wünschelruten gearbeitet, um z.B. Richtungen besser definieren zu können. Also von wo – wohin.
Auf der einen Seite der Scheibe haben wir das Yin – Yang Zeichen und die vier Elemente gemalt. Auf der anderen Seite am Außen Rand eine fiktive Skala von physisch bis spirituell und die Planeten Zeichen.
Grundvoraussetzung ist die genaue Fragestellung, da ja Wünschelrute und Pendel nur mit ja oder nein antworten können. Also zum Start mal einüben und entscheiden, welche Richtung als ja definiert ist. Bei einer Scheibe kommt noch die Schwierigkeit dazu, dass ja in beiden Richtungen, also gegenüberliegend, Ergebnisse erzielt werden.

Hier ist ein Grundvertrauen auf das eigene Gefühl Voraussetzung. Wenn man sich mal „eingespielt“ oder „geeicht“ hat, dann wird durch Übung eine feine Konditionierung daraus und das Vertrauen in die erzielten Ergebnisse steigt.
Fortgeschrittene oder Sensitive brauchen diese „Gehhilfen“ nicht, sie können sich auf ihr Wahrnehmungen verlassen.
Es ist nämlich manchmal sinnvoll keine Rute oder Pendel zu verwenden um nicht „aufzufallen“. Man kann, mit einiger Übung, so manche Qualität über sein inneres Sensorium wahrnehmen. Ich verwende dazu auch manchmal nur die Finger, so als würde ich damit schnippen wollen, um sie in der Spannung aufrecht zu halten. Wenn ich nun auf meine zu suchende Qualität stoße, so schnippen die Finger ganz von alleine.
Um die Sache noch zu erleichtern kann man zu Beginn, als Training, Dinge von einem Partner verstecken lassen, um sie zu suchen. Am Besten sollten es emotional besetzte Sachen sein. Wie z.b. ein Ring oder ein Foto.

Ich verwende heute diese „Hilfsmittel“ nur mehr bei „Gutachten“, da Mensch anscheinend gerne die Bestätigung über „Daten“ wünscht, auch wenn sie noch so subjektiv sind.

Wichtig!

Die Beschäftigung mit der Radiästhesie verleitet gerne sich mit „negativen“ Qualitäten auseinander zu setzen, wie z.B. „schlechte Plätze“, Krankheiten, oder die Fragestellung „ist das ….. gut für mich“. Besonders das Letztere lasst mal weg, da würde ich mich auf mein „Bauchgefühl“ verlassen. Es soll doch tatsächlich Menschen geben die jede Mahlzeit auspendeln, ob sie gut für sie ist.
Die Auseinandersetzung mit „negativen“ Qualitäten führt zu einer „negativen“ Information und unsere Zellen haben das nicht so gerne. Die Natur ist grundsätzlich wertfrei und kennt kein Gut oder Böse. Wir Menschen reagieren nur, aus den verschiedensten Gründen, positiv oder negativ auf die verschiedensten Naturphänomene. Eine Höhle im Berg ist neutral, aber wenn ich an Klaustrophobie leide, beängstigend. Für jemanden anderen ist sie vielleicht ein Ort des Schutzes.

The Pit, geschrieben von Merlin

Samstag, 29. August 2015

Unser erstes geomantisches Gutachten

Lang, lang ist es her, als wir unser erstes, offizielles geomantisches Gutachten durchführen durften. Es muss so um 1990 herum gewesen sein, als wir von einer Dame einen Anruf erhielten, indem sie uns bat, ein geomantisches Gutachten für das Grundstück ihres Sohnes zu erstellen. Es sollte eine Geburtstagsüberraschung werden. Es handelte sich um ein Grundstück in Breitenbrunn, in der Nähe des Neusiedlersees im Burgenland in Österreich. Bei dem „Geburtstagskind“ handelte sich um Peter Noever, dem Direktor des Museums für angewandte Kunst in Wien, der von seinem „Glück“ keine Ahnung hatte.

Wir willigten, nach einem ausführlichen Gespräch über Sinn und Zweck eines solchen Gutachtens, ein und begaben uns bereits ein paar Tage später, gemeinsam mit der Dame, zu einer ersten Besichtigung.

Es stellte sich heraus, dass es sich hier um ein ehemaliges Presshaus handelte, mit einem ca. 4 ha großem Grundstück, in dem sich ein aufgelassener Steinbruch befand. Diese Gegend ist auch als Weingegend sehr bekannt.

Bei dieser ersten Begehung, es war eher eine Führung, konnten wir nur spärliche Eindrücke erlangen. Die Dame hatte nicht so viel Zeit und dachte wohl, in ein, zwei Stunden wäre alles erledigt. Auffallend war aber, dass die, damals vorhandenen, Gebäude eine sehr geradlinige Struktur aufwiesen, und es stellte sich im Gespräch heraus, dass der Besitzer, alles „Runde“ verabscheute.

So beschlossen wir, noch einmal alleine herzukommen, um uns intensiver auf diesen Ort einlassen zu können.

Das alte Presshaus, im Hintergrund die beiden Flügel (Zugang zum Steinbruch)

Meine damalige „Methode“ mit der ich an Gutachten heranging, beinhaltete noch einige „Hilfsmittel“, die ich im Laufe der Jahre aber als solche erkannte und heute nicht mehr benötige. Diese Hilfsmittel waren, wie ich bald erkannte, eher für die Klienten wichtig als für mich. Es waren die Wünschelrute – Pendel und besonders ein Bio Feedback Gerät, das durch seine Lämpchen und Geräusche, die es von sich gab, beeindruckend Ergebnisse untermauerte. Es ist immer wieder überraschend, wie wenig Menschen ihren Wahrnehmungen, Empfindungen und Gefühlen vertrauen. Sobald aber wo ein Lämpchen aufleuchtet, sich ein Zeiger bewegt, wird das unterschwellig wahrgenommen zur „Wahrheit“.

Dieses Gerät hatte aber auch den Vorteil einer hohen Empfindlichkeit, und man konnte den Ton abschalten, um eine direkte Beeinflussung zu verhindern. Im Prinzip misst es nur den Hautwiderstand und zeigt dadurch, ob es während einer Begehung zu Entspannung oder zu Stress kommt. Da es recht klein ist, kann man es auch, während man sich im Gelände bewegt, gut verwenden.

Weiters verwendeten meine Frau und ich auch eine selbst entwickelte „Pendelscheibe“, die im Prinzip wie eine Bovis Skala aufgebaut ist, aber noch zusätzlich Symbolik aufweist, auf die wir konditioniert waren. Mit konditioniert meine ich, dass wir zu dieser Symbolik eine Affinität hatten und so nach dem Resonanzprinzip Kontakt zu gleichwertigen Qualitäten aufnehmen konnten.


Die Zahlen auf der Scheibe entsprechen den damals geläufigen Bovis Einheiten, Yin Yang brauche ich wohl nicht näher erklären. Auf der Rückseite befinden sich Planetensymbole und die 4 Elemente. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man sich vorher intensiv mit dieser Symbolik beschäftigt hat. Sie ist aber austauschbar und jeder kann seine „Lieblingssymbole“ verwenden.

Als wir nun einige Tage später, so ausgerüstet, unsere Untersuchungen begannen, erlebten wir einige ordentliche Überraschungen.

Wenn man durch das alte Presshaus, das keine besonderen geomantischen Auffälligkeiten aufweist, in das Gelände tritt, befindet man sich in einem kleinen, wie ein Amphitheater angeordnetem, Rondeau.

Dieses Rondeau wirkt geschlossen und harmonisch. Von ihm gehen 6 Stufen zu einem ca. 40m langen Gang, der links und rechts von ca. 3m hohen! Mauern abgegrenzt ist. Schon dieser Gang erfüllt keinen logischen Zweck und wirkt eher einengend. Doch wie wir bald erfahren mussten, war dies bewusst so gebaut. Auch die beiden „Flügel“ am Ende des Ganges die die freie Sicht auf das Gelände „behinderten“, waren bewusst so angelegt.

Hier durchzugehen, kostete fast ein wenig Überwindung, ein warum, wozu, zu welchem Zweck, schoss mir durch den Kopf. Betonmauern in der Natur, so hoch, so lang. Zögernd näherten wir uns dem Ende des Ganges, was würde uns erwarten? Geradlinigkeit, das wussten wir, war des Bauherrn Faible, aber so extrem?

UND DANN….

Wie angewurzelt blieben wir stehen, ja prallten fast zurück, vor diesem Anblick. Die Tiefe und Weite dieses aufgelassenen, von der Natur zurückeroberten Steinbruches, raubte uns die Sprache. Ergriffen setzten wir uns die Stufen und ließen diesen Ausblick auf uns wirken.


War dies ein gewollter Effekt? Was bezweckte der Bauherr damit? Oder ist es vielleicht so, dass Künstler ihre eigene Natur nur eben künstlerisch ausdrücken können? Der „geradlinige“, pragmatische Herr Direktor durchbricht die Grenzen zwischen Struktur und Chaos? Er dringt mit seinem phallischen Gang in die ungeordnete Mutter Natur ein? Ein Schöpfungsakt? Ein, sich über die Natur erheben?

Oder sind das nur eigene Interpretationen?

Wie auch immer, für mich war und ist es DAS „Stonehenge“ von Österreich.

Nach geraumer „Erholungszeit“ stiegen wir die Stufen hinab um unsere Untersuchungen fortzusetzen.

Es dauerte nicht lange, bis wir auf die nächste Überraschung erlebten. Inmitten des Steinbruches befindet sich ein Hügel, der mit acht quadratischen, betonierten Gruben ausgestattet ist.


Wir rätselten eine Weile herum, welchen Zweck sie wohl hätten, aber kamen nicht darauf. Wie wir später erfuhren wurde er „Hügel der sprechenden Köpfe“ genannt und es wurden hier Picknicks veranstaltet. Wenn man nämlich hier drinnen saß, konnte man aus der Ferne nur die Köpfe sehen!

Blick von der Nordseite Richtung Stiegenabgang.

Als Nächstes ließ ich meinen „Geist“, nein nicht über den Wassern, sondern über dem Grundstück „schweben“, und so entstand dieses Bild.

Bei unseren weiteren Untersuchungen fanden wir das Gegenstück des südlichen Rondeaus und zwar am Nordende des Grundstückes. Dort befand sich eine kleine Höhle. Dort empfanden wir große Geborgenheit, aber auch einen recht niedrigen „weiblichen Energiepegel“.


Des weiteren ließen wir uns auf die weiblich/männlichen Strömungsrichtungen ein, die wir so empfanden.


Der YANG Wirbel auf der rechten Seite des Bildes ist interessanterweise eine „römische“ Toilette, auf der 2 Personen nebeneinander ihr „Geschäft“ verrichten können.

Zu guter Letzt ordneten wir die verschiedenen Plätze noch den Planeten und Elementen zu.


Als wir das Gutachten überbrachten, war die Dame äußerst überrascht, welch genaues „Psychogramm“ wir über ihren Sohn erstellen konnten, welches ich hier natürlich nicht erörtern werde. Möge sich jeder selbst sein Bild machen.

Heide Göttner-Abendroth: Matriarchale Landschaftsmythologie, eine Besprechung – Teil II, geschrieben von Mara

Samstag, 07. März 2015

Das folgende Kapitel beschreibt den Landschaftstempel Dreisamtal im Schwarzwald bei Freiburg im Breisgau. Es ist neu für dieses Buch geschrieben worden.

Die letzten drei Kapitel des Buches beschäftigen sich mit den Landschaften Niederbayerns, also den Siedlungen an der Donau zwischen Regensburg und Passau, dem Bayerischen Wald und dem Böhmerwald, auch Hinterer Bayerischer Wald genannt. Mit 152 von 352 Seiten bilden sie den inhaltlichen Schwerpunkt des Bandes. Das ist auch kein Wunder, den Heide Göttner-Abendroth lebt im kleinen Ort Winzer an der Donau im Landkreis Deggendorf. Dort betreibt sie ihre Akademie HAGIA in einem Bauernhof außerhalb des Ortskerns. Teile der Kapitel sind bereits in Mythologische Landschaft Deutschlands erschienen, aber sie sind stark erweitert worden. Diese Abschnitte sind meiner Meinung nach die besten des Buches und bringen viele neue und verblüffende Erkenntnisse, von denen nur einige genannt werden können.

So stellt die Autorin eine hochentwickelte Megalithkultur im Osten Bayerns in der Überschwemmungsebene zwischen Landshut und Passau vor. Dort befinden sich sechs jungsteinzeitliche Kreisgrabenanlagen, die als Sonnenuhren und Kalenderbauten dienten. Damit waren sie auch Kultbauten. Sie entstanden alle in den Jahren zwischen 4800 und 4600 v.u.Z. und gelten als die frühesten Monumentalanlagen der Menschheit. In der Nähe dieser Anlagen gab es Siedlungen, die mit 10 ha eine beträchtliche Größe erreichten und als die ersten Städte auf deutschem Territorium gelten können. Die Siedlungen bestanden aus Langhäusern. Allein das legt nahe, dass ihre BewohnerInnen in matriarchalen Clans lebten.

Die Entdeckung der Kalenderbauten gilt als archäologische Sensation. Dennoch werden sie kaum herausgestellt, sondern von der Archäologie weitgehend totgeschwiegen. Wenn man das mit unglaublichen wissenschaftlichen und Propaganda-Aufwand vergleicht, der um das Massaker von Thalheim betrieben wurde, erkennt man, wie rigoros Geschichtspolitik auch mit unserer Vorgeschichte gemacht wird. Jedes Land möchte die eigene Geschichte durch archäologische Funde möglichst weit zurück datieren. Warum wird diese Megalith-Kultur dennoch verschwiegen? Vielleicht deshalb, weil sie zu friedlich ist, weil zu viel auf eine egalitäre Gesellschaft und das Matriarchat hindeuten. Das würde ja bedeuten, es gab eine Gesellschaft, in der die Menschen glücklicher als in der heutigen waren! Das darf nicht sein und wird mit dem Verdikt rückwärtsgewandte Utopie abgeschmettert.

Weitere Abschnitte beschreiben die zahlreichen Marienkirchen an der Donau, z.B. Maria Hilf in Passau. Hier kann Heide Göttner-Abendroth zeigen, dass sich auch in den verschiedenen Mariendarstellungen noch die alte Ikonographie der Dreifaltigen Göttin wiederspiegelt. Dem steht auch nicht entgegen, dass die meisten dieser Kirchen in Bayern aus dem Zeitalter des Barocks stammen. Vermutlich hat die einfache Bevölkerung die Große Göttin z.B. in der Gestalt von Perchta auf diesen Bergen auch noch im christlichen Mittelalter verehrt und dorthin „Wallfahrten“ unternommen, höchstens notdürftig christianisiert. Damals wurde das von der Kirche als Aberglauben abgetan und weitgehend ignoriert. Schließlich war es damals kaum von Bedeutung, wenn die einfache Bevölkerung die Feinheiten der Mariologie nicht verstand und sie de facto doch als Göttin verehrte. Im Zeitalter der Gegenreformation war diese Toleranz vorbei und jetzt ging es darum, diesen „Aberglauben“ auszurotten. Am einfachsten wäre es, wenn alle diese verdächtigen Berge mit Marienkapellen besetzt würden. Dafür hat die Kirche beträchtliche Mittel bereitgestellt, aber sie konnte auch hohe Einnahmen durch Spenden der Wallfahrer erwarten, zumindest in den ersten Jahrzehnten nach dem Bau der jeweiligen Kapelle oder Kirche.

Und schließlich werden auch die Berge des Böhmerwaldes als Göttinnen beschrieben. Die Lusen stellt die weiße, die Rachel die rote und die Arber die schwarze Göttin dar. Besonders interessant ist eine alte Steintreppe im Gipfelbereich der Lusen, von der angeblich niemand weiß, wie alt sie ist. Dass sie aus der Jungsteinzeit stammt, dafür sprechen die zahlreichen Näpfchenbohrungen auf den Treppenstufen. In einer späteren Epoche wären sie wahrscheinlich nicht mehr angelegt worden. Sie könnte im Zusammenhang mit alten Handelswegen nach Böhmen stehen, die bereits in der Jungsteinzeit begangen wurden. Überhaupt war das Gebiet des Bayerischen Waldes in der Jungsteinzeit und der Bronzezeit zwar nur sehr dünn besiedelt, aber längst nicht völlig menschenleer, wie die Kirche und später die Geschichtsschreibung behaupteten.

Heide Göttner-Abendroth verwendet für den hinteren Bayerischen Wald durchgehend dem Begriff Böhmerwald. Das ist treffender, denn das Gebirge ist ja erst nach dem zweiten Weltkrieg von der bayerischen Landesregierung umbenannt worden, da Böhmen eine Landschaft in der Tschechoslowakei war und damit zum Ostblock gehörte. Deshalb galt die Bezeichnung Böhmerwald nicht mehr als opportun.

Kritik

Es gibt allerding auch einige Aussagen, die kritisch hinterfragt werden müssen. So schreibt Heide Göttner-Abendroth, dass die Kelten die ersten kriegerischen Stämme waren, die eine noch weitgehend matriarchale Bevölkerung in Europa überrannten (S. 18). Das trifft wohl auf Westeuropa zu, wo die Kelten noch auf eine matriarchale Urbevölkerung trafen, aber nicht auf Mitteleuropa. Hier waren Indoeuropäer bereits ab 3100 v.u.Z. ansässig. Das heißt nun nicht, dass sie gleich das gesamte Gebiet erobert hätten. Das war ein langsamer Prozess, der durchaus Jahrhunderte oder auch ein Jahrtausend gedauert haben kann. Aber die Kelten haben sich wohl aus einem Indoeuropäischen Kontinuum erst ab 900 v.u.Z. ausgegliedert. Nach Marija Gimbutas stellt sich die Reihenfolge der Kulturen in Mitteleuropa wie folgt dar:

Jahr Name Bemerkungen
Ab 5500 v.u.Z. Bandkeramik Alteuropäisch, matriarchal
Ab 4500 v.u.Z. Rössener Kultur Alteuropäisch, möglicherweise in Teilen bereits indoeuropäisch beeinflusst
Ab 4200 v.u.Z. Trichterbecherkultur Wahrscheinlich alteuropäisch, möglicherweise aber auch indoeuropäisch beeinflusst
Ab 3100 v.u.Z. Kugelamphorenkultur undifferenziert Indoeuropäisch
Ab 2800 v.u.Z. Schnurkeramik (Streitaxtleute)
Ab 1300 v.u.Z. Urnenfelderkultur
Ab 900 v.u.Z. Kelten Ausgliederung aus der Urnenfelderkultur
Ab 600 v.u.Z. Germanen Ausgliederung aus indoeuropäischem Kontinuum bereits ab 2500 v.u.Z., ab 600 v.u.Z. Wanderung nach Süden

Vgl. Marija Gimbutas: Die Ethnogenese der europäischen Indogermanen, Innsbruck 1992

Des Weiteren finde ich einige Etymologien nicht nachvollziehbar. Nach einer alten Sage heißt die Nordsee, in die der Rhein mündet, Mutter Rahen (S. 135). Heide Göttner-Abendroth bringt dieses Wort mit der Urmutter Rahab zusammen, die in Altpalästina vorkam.

Den Bergnamen Rachel leitet die Autorin von der gleichnamigen jüdischen Urmutter ab (S. 317), ohne zumindest auch andere Etymologien zu diskutieren.

Wo mir die Etymologien bekannt sind, waren sie allerdings alle korrekt.

Fazit

Heide Göttner-Abendroth stellt eine Fülle von landschaftsmythologischen Beobachtungen vor. Es ist gut zu erkennen, dass sie daran eine lange Zeit gearbeitet haben muss. Das Buch lädt geradezu zu Wanderungen in den beschriebenen Gebieten ein.

Auch die Darstellung der Methode ist sehr wertvoll und ermöglicht eigenständige Forschungen in der Landschaftsmythologie, wie ich sie in der Serie Mythologische Landschaften Mitteleuropas auf Wurzelwerk versucht habe, freilich ohne das Buch zu kennen.

Selbst für diejenigen, die Mythologische Landschaft Deutschland von 1999 bereits kennen, bietet das Buch immer noch viele neue Erkenntnisse.

Heide Göttner-Abendroth: Matriarchale Landschaftsmythologie, eine Besprechung – Teil I, geschrieben von Mara

Samstag, 28. Februar 2015

Matriarchale Landschaftsmythologie heißt das neueste Buch der Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth. Es geht auf die zahlreichen Studien- und Wanderreisen von Besucherinnen der Akademie HAGIA zurück, die die Autorin leitete. Sie besuchten ab 1987 vor allem die Megalithanlagen aus der Jungsteinzeit, der klassisch matriarchalen Epoche, aber auch Museen mit Artefakten aus dieser Zeit.

Heide Göttner-Abendroth: Matriarchale LandschaftsmythologieStuttgart 2014, Kohlhammer
ISBN 978-3-17-022336-3

352 Seiten

Preis 29,90 E

Dabei kamen folgende Fragen auf:

  • Warum liegen solche Anlagen in einem bestimmten Platz in der Landschaft?
  • Was haben sich die Menschen aus jenen Kulturepochen dabei gedacht, wenn sie ein Bauwerk an diesen bestimmten Platz setzten?

Um diese Fragen zu beantworten, muss auch die Mythologie und Symbolik der Menschen jener Epoche berücksichtigt werden. Auf diese Weise können sich neue Erkenntnisse ergeben.

Die Menschen der Jungsteinzeit waren die ersten, die dauerhafte Siedlungen errichteten. Sie orientierten sich dabei nicht ausschließlich an Aspekten des Nutzens. Sondern sie betrachteten die Erde selbst als göttlich, als Mutter allen Lebens. Stellen, die einen bestimmten weiblichen Zug der Erdgöttin betonten, galten als besonders heilig und hier finden wir zahlreiche Kultbauten, z.B. Megalithen. Auch Sichtlinien, also die Anordnung dieser Kultbauten in geraden Linien, waren sehr wichtig. Sie dienten nicht zuletzt astronomischen Zwecken.

Bei der Landschaftsmythologie geht es also darum, zu verstehen, wie Menschen der früheren Epochen die Landschaft sahen. Sie hatte immer auch eine symbolische und mythologische Bedeutung. Der Begriff selbst wurde vom Schweizer Kurt Gerungs geprägt, aber Heide Göttner-Abendroth und andere Frauen praktizierten entsprechende Forschungen schon lange, bevor es diesen Begriff gab. Die Autorin nennt ihre Forschungen ausdrücklich matriarchale Landschaftsmythologie, da das matriarchale Weltbild Basis und Zentrum ihrer Forschungen ist.

Die Jungsteinzeit war die klassische Zeit des Matriarchats. Heide Göttner-Abendroth gibt im weiteren Verlauf des Buches eine ausführliche Definition dessen, was sie unter einem Matriarchat versteht. Dabei wird die ökonomische, soziale, politische und kultische Ebene berücksichtigt.

Methode

Im zweiten Kapitel stellt Heide Göttner-Abendroth die Methoden der matriarchalen Landschaftsmythologie vor. Damit regt sie auch zu eigenständigen Forschungen an. Sie geht in zehn Schritten vor:

  1. Begehen einer Landschaft
  2. Entdecken heiliger Hügel mit abgesenktem Horizont. Das sind Hügel, auf denen früher Megalithanlagen und heute vor allem Kirchen, Kapellen und Burgen zu finden sind. Diese Hügel ermöglichen einen weiten Blick in die Landschaft, vor allem nach Osten, Süden und Westen.
  3. Prüfen von Sichtlinien, die von diesem Hügel ausgehen. Besonders wichtig sind Linien, die zum Auf- und Untergang der Sonne zu Beginn der verschiedenen Jahreszeiten zeigen.
  4. Prüfen von Kultlinien: Gibt es auf den Sichtlinien vielleicht noch weitere Hügel mit Megalithanlagen, Kirchen, Burgen etc.?
  5. Archäologische Analyse: War die Landschaft bereits in der Jungsteinzeit besiedelt?
  6. Linguistische Analyse: Namenskunde dieser Hügel. Gibt es alte vorindoeuropäische Namen wie z.B. den Bergnamen Similaun? Konzentrieren sich hier Namen mit dem Bestandteil Frau, wie z.B. Frauenau, Frauenberg etc.?
  7. Kirchenforschung: Wichtig sind hier vor allem die Patrozinien, also die Benennung der Kirche. St. Michaels und St. Georgs-Kirchen können darauf hindeuten, dass diese christlichen Drachentöter Namenspaten wurden, um eine starke heidnisch-matriarchale Tradition zu bekämpfen. Mit Marienkirchen sollten vor allem alte Kultplätze der Göttin vereinnahmt werden.
  8. Sagen- und Mythenforschung: Welche Mythen gibt es zu dem Ort?
  9. Folklore-Forschung: Welche Gebräuche existieren an diesen Orten?
  10. Erforschung von Rückzugsgebieten und kulturellen Nischen.

Landschaften

Im Hauptteil des Buches stellt die Autorin mehrere Landschaften vor, die sie mit den oben genannten Methoden interpretiert hat. Allerdings sind im Buch längst nicht alle deutschen Landschaften vertreten, aber das könnte ein Mensch alleine nicht leisten.

Einige Kapitel sind allerdings schon in dem inzwischen vergriffenen Buch Mythologische Landschaft Deutschlands von Heide Göttner-Abendroth und Kurt Derungs aus dem Jahr 1999 erschienen, ohne dass darauf hingewiesen würde.

Im ersten Kapitel beschreibt sie die Megalithkultur auf Rügen. Dieses Kapitel ist weitgehend unverändert aus dem oben genannten Buch übernommen worden.

Im zweiten Kapitel geht es um die Heiligen Berge in Mitteldeutschland. Hier werden der Hohe Meißner, die thüringischen Holleberge und die beiden Gleichberge bei Römhild beschrieben. Alle diese Berge sind der Frau Holle heilig. Dieses Kapitel ist zwar auch schon in Mythologische Landschaft Deutschland erschienen, aber stark erweitert worden.

Das nächste, völlig neue Kapitel ist überschrieben mit: Der Strom der Frau Ley und meint den Rhein. Der Vater Rhein gilt als ein typisch männlicher Fluss. Aber es gibt alte Sagen, die eine Frau Ley erwähnen, sie soll die Gattin des Rheinkönigs sein. In diesen Sagen sind sie und ihre Töchter, die Witten-Ley (Lahn) und die Uhte-Ley (Mosel), die aktiv Handelnden, während sich der Vater Rhein nur in Sorgen ergeht. Das könnte darauf hindeuten, dass auch der Rhein in früheren Zeiten als weiblich gedacht wurde, wie fast alle anderen Flüsse Mitteleuropas.

Dass dies keineswegs unwichtig ist und selbst heute noch mit dem Geschlecht des Rheines Propaganda betrieben wird, zeigt der Kinofilm Rheingold (2014), der als Dokumentation den Fluss von der Quelle bis zur Mündung aus der Vogelperspektive begleitet. Hier tritt Vater Rhein persönlich auf und kommentiert seinen Lauf mit heiserer Stimme. Vom Alpenrhein berichtet er, dass frühere Völker ihre Neugeborenen in den Fluss geworfen haben, um mit einer Wasserprobe zu bestimmen, ob das Kind tatsächlich vom Ehemann stammt oder ob die Frau ihm „untreu“ geworden ist. „Legitime“ Kinder werden an das Ufer getragen, während „Kuckuckskinder“ vom Strom verschlungen werden. Fast hört man ein Bedauern in seiner Stimme, dass dieser schreckliche Brauch heute nicht mehr möglich ist. Unnötig zu erwähnen, dass keine der matriarchalen Sagen und Stätten am Rhein, die Heide Göttner-Abendroth beschreibt, in dieser Kino-Dokumentation auch nur erwähnt werden. So wurden z.B. viele und prächtige Matronensteine im Bonner Münster gefunden, das nahe am Rhein liegt.

(Anmerkung der Rezensentin: Im Buch wird der Film Rheingold nicht erwähnt. Im wollte mit diesem Absatz nur verdeutlichen, dass es auch heute keinesfalls unwichtig ist, ob der Rhein als männlich oder weiblich gedacht wird.)


Ende Teil I