Archiv für die Kategorie ‘Orte der Kraft’

Wenn man auf ganz alten Pfaden wandelt – Teil II geschrieben von Christian

Samstag, 31. März 2018

 

Erster Eindruck als wir auf dem Wall ankamen: eine eher sanfte Anhäufung von Erdmaterial. Links befand sich die Siedlung, rechts fällt das Gelände steil zur Schwechat im Helenental ab. Lediglich die Geradlinigkeit gibt Preis, dass es sich hier um eine von Menschenhand errichtete Konstruktion handelt.

Aber bevor wir darüber sprechen, wollen wir uns dem vorchristlichen Wall zuwenden. Als mein Bruder und ich in der Gegend ankamen, die uns vom Museumsdirektor Rudolf beschrieben wurde, mussten wir bald den ausgetretenen Wanderweg verlassen und uns durch dichtes Gestrüpp arbeiten, bis wir schließlich zuerst einem sanften Anstieg folgten, der dann relativ abrupt ins Schwechattal abfiel. Zuerst war nichts Außergewöhnliches zu vermerken, nichts was eine von Menschenhand errichtete Konstruktion andeuten würde. Bis wir uns um 90 Grad wandten. In diesem Moment wurde offensichtlich, dass wir uns auf dem Wall befanden. Als wir nämlich die leichte Anhöhe der Länge nach betrachteten, bemerkten wir, dass diese über hunderte Meter einer schnurgeraden Linie folgte. Die eindeutig geometrische Rundung und die Geradlinigkeit schloss ein natürliches Entstehen dieser Landschaftsform aus, war eindeutig von Menschenhand errichtet.

First impression when arriving at the rampart wall. Rather mellow (left is where the dwelling was, to the right the landscape falls down to the valley „Helenental“ with the „Schwechat“ river}. Only the straightness for about 100 meters indicates that it’s not a natural structure.

Ein Bereich wo die Aufschüttung besser erkennbar ist.

Und in diesem Moment wurde uns auch klar, dass wir auf einem Stück Erde standen, dass unsere Ahnen zwischen zwei und dreitausend Jahren vor uns aufgehäuft hatten. Damals patrouillierten Krieger entlang der Bastion, die Schilder über ihre Schultern gehängt, sich angeberisch über ihre heldenhaften Taten im Krieg und im Bett unterhaltend; andere wiederum standen Wache, an ihre Speere gelehnt und das Tal zu ihren Füßen beobachtend; Kinder spielten dereinst am Fuß des Walls, und stachelten sich gegenseitig an, das Verbotene zu tun, nämlich auf die Barrikade hinauf zu laufen um auch für einen Moment Krieger zu sein; Liebespaare könnten sich im Schatten des Walls in mondlosen Nächten geküsst haben. Und mein Bruder und ich standen einfach da und sorgten Geschichte über die Fußsohlen in uns auf.

 

Ein Eckpunkt der Wallanlage. Hier könnten durchaus Wachen gestanden haben. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass der Abhang bis ins Tal geschlägert und von Buschwerk befreit war, damit man jede Bewegung unten beim Fluss erkennen kann.

Als es Zeit war zu gehen, entschlossen wir uns nicht wieder direkt zum Wanderweg zurückzugehen, sondern dem Wall entlang zu marschieren. Wir wussten zwar nicht, wo genau wir hinkommen würden, aber das Gebiet ist so überschaubar, dass man sich nicht verirren kann. Was wir nicht erwartet hatten war, dass, nachdem der zuerst kerzengerade Wall sich später in einer sanften Kurve nach links wandte, er tatsächlich den Wanderweg kreuzte. Letzterer schnitt einfach durch die Aufschüttung. Wir hatten, als wir zuvor in das Gebiet gekommen waren, gar nicht bemerkt, dass dies der Fall war. Wir sahen einander an und fragten uns, wie viele tausende Menschen da schon durchgewandert waren ohne zu realisieren, dass sie gerade durch einen von unseren Vorfahren vor zig-tausend Jahren errichteten Wall hindurchgingen.

Obwohl, es musste in früheren Zeiten einmal ein Wissen um die Wehranlage gegeben haben, da der Flurname des Ortes „Burgstall“ ist. Obwohl es dort keine Burgruine gibt, oder irgendwelche Hinweise, dass dort einmal eine stand. Hatten die Leute im Mittelalter noch um den Verteidigungswall gewusst?

 

Das gelbe Oval zeigt die Stelle vom Burgstall an. Rechts die westlichen Ausläufer der Stadt Baden.

Nicht nur der Wall selbst, und die steile, vom Tal zu ihm hinaufführende Böschung trugen zum Schutz der Bewohner der Ansiedlung bei.

 

Gelber Punkt: Chateau de Thuriès nahe Pampelonne, Frankreich, den Galliern als Uxellodunum bekannt (uxellos: hoch und dunum: Hügelbefestigung). Dort kämpfte der Rest der von Vercingetorix aufgestellten gallischen Streitmacht ihre letzte Schlacht gegen Caesar, nach dem Debakel von Alesia

Auch der Verlauf des Flusses selbst bot den Menschen dort Sicherheit. Wie in der Karte zu sehen ist, windet sich die Schwechat dort in einer Schleife um den Burgstall. Und wenn Sie jetzt erraten haben, dass wir bei heiligen Landkarten angelangt sind, liegen Sie richtig. Zwar dient die Schleife durchaus auch militärischen Zwecken, so ist doch auffallend, dass solche Orte bei den Kelten ganz besonders beliebt waren. Graham Robb, ein britischer Radfahrer und Historiker hat sich die Mühe gemacht, das Gallische Frankreich zu „vermessen“, und das alles in einem Buch „The Ancient Paths“ detailliert beschrieben. Das untenstehende Bild zeigt eine befestigte Stadt der Gallier an einer ähnlichen Stelle.

Für mich persönlich ist das hervorragendes Material um im Lehnstuhl vor dem Feuer im offenen Kamin zu sitzen und Betrachtungen über unsere Vorfahren anzustellen. Wenn Robb recht hat mit seinen Theorien der Druidenmathematik und –geografie, kann es sein, dass deren Vorfahren bereits um solche Stellen wussten. Wir werden es wahrscheinlich nie wissen, aber es ist immer spannend darüber zu sinnieren.

Wenn man auf ganz alten Pfaden wandelt – Teil I geschrieben von Christian

Samstag, 17. März 2018

In einer Druiden-Facebookgruppe hat kürzlich jemand etwas über ihre Liebe zu Landkarten und ihre damit verbundene spirituelle Beziehung zu diesen zweidimensionalen Darstellungen unseres Landes und seiner Topographie gepostet. Ihr Beitrag erinnerte mich daran, dass ich schon lange eine Erfahrung teilen wollte, die ich vor ein paar Jahren in meiner österreichischen Heimatstadt gemacht habe. Wie diese Erfahrung mit Landkarten zusammenhängt mag nicht sofort klar sein, ich verspreche aber, dass das noch kommt.

 

Das Gasthaus zum Reichsapfel, jedenfalls einen Besuch wert wenn man Baden bei Wien verweilt

 

Es war an einem angenehm lauen Sommerabend, nicht zu heiß aber gerade einmal warm genug um lange im Vorgarten meines Lieblingswirtshauses zu sitzen und ein paar Bier mit meinen Geschwistern und Freunden, zu denen die Wirtin zählt, zu trinken, als dann noch später der Schwager derselben zu unserer illustren Runde hinzustieß. Irgendwann ließ Rudolf, wie der Schwager heißt, dann so nebenbei fallen, dass er, immerhin damals Kurator des örtlichen Heimatmuseums, gerade ein paar bronzezeitliche Kupferbarren in Diskusform untersucht hat, die im Tal westlich der Stadt in einem Stück Land, dass von einem antiken Wall umgeben ist, gefunden worden waren.

 

Kupferbarren (Fundort Cholerakapelle)

 

Natürlich war meine Neugierde sofort geweckt. Es war zu früh, als dass Rudolf Details über den Fund herausgeben konnte, klar war aber auf jeden Fall schon, dass die Fundgegenstände aus Vor- wenn nicht Protokeltischer Zeit stammten. Ein paar der Tonscherben, die dort ebenfalls entdeckt wurden, zeigten Muster aus der frühen Hallstattzeit. Was für mich noch wichtiger war: ich fand heraus wo dieser Wall zu finden war.

Grün gekennzeichnetes Gebiet: „Regnum Noricum“, Teil des “ Gallia Transalpina“, besiedelt von den „Norii“. Wir finden Juvavum (Salzburg) dort, und Hallstatt. Im sandfarbenen Gebiet: Meine Geburtsstadt Baden (Aquae); Vindobona (Wien) und die römische Garnisonsstadt Carnuntum, alle im Stammesbereich der Boii. Die Grenze im Norden wird vom Verlauf der Donau angegeben,im südwestlichen Eckpunkt die nördliche Adria, wo sich heute Triest befindet.

Nein, hier geht es nach wie vor nicht um heilige Landkarten, auch wenn mein Bruder und ich eine benutzten um zu der besagten Stelle zu kommen. Auf einer modernen Karte findet man die Bastion in der als „Burgstall“ bezeichneten Flur unmittelbar nördlich der Cholerakapelle im Helenental, westlich der Stadt Baden bei Wien in Österreich.

Baden, das in vieler Hinsicht dem englischen Bath ähnlich ist – unter anderem darin, dass dort seit spätestens der Antike heiße Quellen aufgesucht wurden – war den Römern unter „Aquae Pannoniae“ bekannt. Diese Eindringlinge aus dem Süden wurden von dem warmen Schwefelwasser angezogen, weil sich die Kombination von Hitze und Schwefel als exzellentes Heilmittel gegen Rheumatismus herausstellte, einer Krankheit an der viele der an die trockene Hitze gewöhnten Römer in diesem nasskalten Außenposten ihres Reiches litten. Vor allem die Offiziere, die Zenturionen der in Carnuntum stationierten Legion, sollen die heißen Quellen frequentiert haben. Die Römer ließen übrigens auch ein Geschenk für uns Badener zurück: den Weinbau. Seit dieser Besatzung (es folgten über die Jahrhunderte hinweg noch weitere solche) war meine Heimatstadt von Weingärten umgeben.

Das Gebiet war allerdings schon lange vor den Römern besiedelt, unter anderem von dem Keltenstamm der Boier, und auch sie haben sich schon an den heißen Schwefelquellen ergötzt. Weniger am damit verbundenen Gestank, würde ich jedoch meinen. Wir wissen, dass der Schwefelduft schon früh ein Thema war. Immerhin geht der Name des Flusses, der durch meine Heimatstatt fließt, Schwechat, auf das alte deutsches Wort „swechan“ – riechen, stinken – zurück. Außerdem veranlasste der üble Geruch, oder ein schlechtes Gehör, einen frühen Kartenzeichner dazu, das den Fluss darstellende blaue Band auf seiner Karte mit dem Ausdruck „Schwöfat“, also schwefelig, zu versehen. Der Fluss wird in den Ausführungen über heilige Landkarten auch noch einmal eine Rolle spielen.

Ende Teil I

Der Steinkreis von Callanish/Calanais, geschrieben von Anette

Samstag, 01. Juli 2017

In diesem Frühling durfte ich wiedereinmal für einige Wochen nach Schottland reisen. Um dort zu arbeiten, zu wirken, zu erleben, zu schreiben und zu forschen.
Eine unserer Stationen war dabei die Isle of Lewis und damit auch der beeindruckende Steinkreis von Callanish/Calanais oder eigentlich sogar die Steinkreise (Plural) von Callanish/Calanais.


Es gibt den großen, beeindruckenden Steinkreis Calanais I, der schon allein aufgrund seiner Form, die an ein keltisches Kreuz erinnert, wirklich eine Besonderheit darstellt und noch mindestens 12 von vermutlich insgesamt über 20 weiteren Steinsetzungen in der näheren Umgebung, teils in Sichtweite zueinander und zum „Haupt“Steinkreis Calanais.

Ein bisschen was über Calanais ganz allgemein

Der eigentliche Hauptsteinkreis ist kein wirklich typischer Steinkreis. Es ist ein wilder, komplexer und sehr kraftvoller Ort und bisher die größte bekannte Steinformation der Megalithkultur auf den britischen Inseln. Es waren wohl einmal etwa 54 Steine aus Gneis die hier gesetzt waren. Gneis gilt als eine der ältesten Steinformationen der Erde.
Die Steine sind nicht behauen und es ist nicht bei jedem der Steine ganz sicher wo er ursprünglich genau gestanden haben mag und ob die heutige Ausrichtung zu 100% korrekt ist.
Die Anlage erinnert von Oben betrachtet an ein keltisches Kreuz, wobei im Norden eine lange Doppelreihe aus Steinen, eine regelrechte „Allee“ auf den inneren Kreis zuläuft. Die Gegenüberliegende Linie aus dem Süden ist kürzer und einfach. Ebenso wie die Ost-West-Linie aus Steinen.
In der Mitte, auf die alle 4 Linien eben wie ein keltisches Kreuz zulaufen, ist ein Ring aus Steinen in dessen Zentrum ein ein großer Monolith, von etwa viereinhalb Meter Höhe, steht.
Der Kreis und der zentrale Monolith scheinen die ältesten Teile der Anlage zu sein.
Ebenfalls in der Mitte des Kreises befand sich ein kleines Kammergrab das jedoch erst einige Zeit nach der Errichtung der Anlage gebaut wurde.
Man vermutet das die Anlage vor etwa 5000 Jahren errichtet wurde und dann irgendwann, aus unbekannten Gründen etwa vor 3000 Jahren verlassen wurde.
Wir wissen heute nicht warum Calanais errichtet wurde oder welche Zeremonien man dort begangen und gefeiert hat. Wir wissen auch so gut wie nichts über die Menschen die diesen Ort erschaffen habe.
Natürlich gibt es die Vermutung das es sich hier um eine Art Tempel, ein Observatorium zur Beobachtung der Sterne oder ähnliches gehandelt haben mag. Auch eine Verbindung zu Bestattungen oder Totenkult kann nicht ausgeschlossen werden. Aber das sind nur Vermutungen.

Was wir wissen ist, das die Inseln, damals ein guter Ort zum Leben waren. Sie waren milder, fruchtbarer und weit weniger rau als heute.


Calanais heute

Tagsüber ist der Kreis natürlich eine vielbeachtete Attraktion auf Lewis und man ist eigentlich fast nie alleine. Wenn aber das naheliegende Visitor-Center ab etwa 17:00 Uhr schließt wird es stetig leerer.
Wir waren meist in den späten Abendstunden dort, wenn der Sonnenuntergang nicht mehr fern war, also so zwischen 20:00 und 23:00 Uhr. Jetzt konnten wir die Steine ganz für uns genießen und es war einfach in die Kraft und Wildheit dieses Ortes einzutauchen.

Mein kleines Wunder von Calanais

Die Isle of Lewis ist atemberaubend in ihrer schroffen und rauen Wildheit. Das Wetter wechselt jeden Augenblick und wo es eben noch in Strömen regnete scheint plötzlich die Sonne und scharfer Wind trocknet die Kleidung in Minuten und andersrum.
Es gibt kaum Bäume auf der Insel und aus dem Moor und dem Grün der Weiden ragen überall Felsen heraus, als ob Riesen hier gespielt hätten.
Es gibt Strände mit weißem Sand und türkisfarbenem Wasser wie in der Karibik, aber nahezu niemanden der in dem eiskalten Wasser baden will.
Der Geruch nach Torf, Schaf und Heide ist allgegenwärtig genau wie der Wind und das Meer.
Entweder liebt man diese Inseln oder man kann sie kaum ertragen. Ich muss sicher nicht erwähnen zu welcher Sorte ich gehöre.
Es war einer unserer letzten Abende auf Lewis und ich wollte gerne an den Steinen trommeln, mit meiner relativ neuen HarmonyDrum. Das Wetter ließ jedoch nichts Gutes hoffen, riesige dunkle Wolkenberge wurden in schockierender Geschwindigkeit vom Wind unerbittlich über den Himmel getrieben. Nur kurz unterbrochen von einzelnen Sonnenstrahlen, schön anzusehen, aber alles eher ungemütlich.

Trotzdem wir wollten nochmals an die Steine.
Am Kreis angekommen wartete ich noch ab bis sich die letzten Besucher verzogen und dann sammelte ich mich und spielte direkt im inneren Zentrum des Kreises…. und spielte … und spielte… Ich verlor den Sinn für die Zeit, stand zwischendurch auch auf, sang, vollführte ein kleines Ritual und dann spielte ich wieder.
Das Drama am Himmel nahm ich kaum noch wahr.
Als ich den Eindruck hatte jetzt wäre es genug, bedankte ich mich, verabschiedete mich und verließ den Kreis….
Ich wanderte langsam zurück zum Auto, verstaute meine 7 Sachen und setzte mich hinein. In dem Augenblick als ich die Tür hinter mir schloss, pladderte der Regen mit heftigen Tropfen los, als hätte er schon darauf gewartet.
Mein Mann Sven war zu diesem Zeitpunkt immer noch an den Steinen am Fotos machen, und war patschnass geworden.
Soweit so alltäglich …
Als Sven dann am Auto ankam verkündete er mir höchst erbost ;-) das ich beim nächsten Mal zu bleiben hätte bis er fertig wäre mit seinen Fotos.
Ich verstand nicht ganz was er meinte. Er erzählte mir daraufhin das er, während ich so schön versunken im Kreis hantierte, mehrfach dicke Regenwolken sehen konnte die direkt auf uns zu hielten und dann, ganz plötzlich einfach die Richtung wechselten. Er behauptet das er einen direkten Zusammenhang beobachten konnte zwischen meinem Spiel und dem Zug der Wolken am Himmel.

Ich konnte das erst gar nicht glauben aber mein Mann gehört eigentlich eher zur bodenständigen und vernünftigen Sorte, so als „gelernter“ Ingenieur. Und so erschien mir sein Bericht durchaus ernstzunehmen.
Da er nun mit eigenen Augen gesehen hatte was er eben gesehen hat, wurde ich den Rest unserer Zeit in Schottland immer wieder von ihm gebeten für ihn und seine abendlichen Fotoausflüge zu trommeln… damit er auch ja das richtige Licht für seine Leidenschaft, die Landschaftsfotografie, bekam.
Da ich mit der Zeit immer wieder Bilder von ihm aus unserer Zeit in Schottland hier einstelle, werdet Ihr Euch selber ein Bild machen können ob es ewas gebracht hat oder nicht ;-).

Aus der Erde lesen, geschrieben von Merlin

Samstag, 29. April 2017

Vorab, besucht bitte keinen Radiästhesie Kurs oder noch schlimmer, eine Ausbildung. Dies sollte man nur dann tun, wenn ihr beabsichtigt Radiästhesie als Gewerbe auszuüben. Warum? Bei einer Ausbildung werdet ihr auf bestimmte Wahrnehmungen konditioniert (z. B. Wasser) und die übrigen „Phänomene“ werden dabei außer acht gelassen.
Wirklich empfehlenswertes Buch dazu: Jörg Purner „Radiästhesie, ein Weg zum Licht?“ Jörg Purner

Das Werkzeug Wünschelrute oder Pendel

Grundsätzlich ist es egal aus welchem Material das „Werkzeug“ besteht. Es ist wie im „normalen“ Leben, es gibt gutes Werkzeug und es gibt „Black & Decker“. Ausprobieren ist auch hier angesagt. Früher wurden z.B. zum Wasser suchen Weide oder Hasel genommen, die gerne in der Nähe des Wassers leben. Also sozusagen in Korrespondenz zu einander stehen. Bleiben wir noch beim Beispiel Wasser.
Wir Menschen bestehen zu 78% aus Wasser, wir wissen wie Wasser schmeckt, aussieht, sich anhört usw. Also wir haben eine sehr enge Beziehung zu Wasser. Darum lässt sich Wasser auch relativ leicht finden.
Diese deutet auch schon auf den Wirkmechanismus hin. Eine Information wird durch das vegetative usw. usw. aber das hatten wir ja schon! Außerdem besagt dies auch, dass alles gefunden werden kann, wenn ich mich darauf konditionieren kann. Auch Fernmutungen sind, für „Spezialisten“ kein Problem, da wir ja wissen, dass es keine Zeit und keinen Raum gibt.
Auch ich habe mit Pendel und Wünschelrute begonnen. Als Rute verwendete ich bald einen Drahtkleiderbügel, der leicht zu beschaffen war. Später legte ich mir auch einen sogenannten Bio-Tensor zu.
Dieser wurde von Erich Körbler entwickelt und ist für „Systemiker“ recht brauchbar.

Im Internet sind auch seine Symbole zu finden. Als Erich Körbler 1994 verstarb, übernahm ich seine Seminare im Medizinmeteoroligischem Museum in Zwettl. Dabei erlangte ich die Erkenntnis, dass sein System eben ein System ist, in sich schlüssig, für mich aber 1. zu kompliziert und 2. zu einengend, bez. eher eine „Symptombehandlung“ als ein Zugang zu anderen Welten.

Der nächste Schritt für mich, und so hoffe ich auch für euch, war die Entwicklung eines offenen Systems (geschlossene gibt es nämlich in der Natur nicht, nur im Labor). Aktualisiert am 23.04.2017, wie man heute weiß, nicht einmal da, man denke an die „Verschränkung“ der Quantenphysik! ;-)
Diese Entwicklung brachte mich auch von den „Energien“ ab, die oft so eindrucksvoll von Radiästheten dargestellt werden. Wie, Ley Lines, Curry – Netz, Hartmann – Netz, Aquastat Linien, Ein- und Ausstrahlungspunkte von kosmischer und terrestrischer Energie usw. So ca. alle 5 Jahre werden neue „Strahlen“ festgestellt, in Seminaren erlernt und schon haben wir einen neuen „Krankheitserreger“.

Zur Geschichte der Radiästhesie gehört nämlich auch, dass britische Radiästheten nur ihre Ley Lines fanden und deutsche, nur ihr Curry und Hartmannnetz (übrigens benannt nach den gleichnamigen Herren). Wo sich für mich die Frage aufwarf, was war zuerst da, Henne oder Ei.
In diesem Fall ist stark anzunehmen, das Radiästhesiehuhn. Die Bestätigung fand ich in meinem Weltbild des Schöpfers der Realität, Bewusstsein – Bewusstlichkeit – ICH.
Auch die sogenannte BOVIS – Skala ist eine Schöpfung des Herrn Bovis. Die Skala auf folgender Internetseite spricht für sich …
Wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen ca. 30 cm langen Papierstreifen, mit intuitiven Erfahrungen des Herrn Bovis handelt, erschreckt es mich immer wieder, mit welcher Selbstverständlichkeit Radiästheten Bovis als spirituelle Energieeinheit bezeichnen und als allgemein gültig propagieren.

Aber zurück zur Entwicklung eines eigenen Systems. Den Göttern (oder der Bewusstlichkeit) sei Dank, ist jeder Mensch verschieden. Wir funktionieren nur sehr ähnlich ;-)
Jeder Mensch hat zu bestimmten „Dingen“ einen emotionalen Bezug. Das können von Briefmarken über Märchen bis hin zu Göttern, alles mögliche sein. Finde heraus, wozu du die stärkste Affinität hast und assoziiere frei die dazugehörigen Qualitäten. Z.B. eignet sich recht gut auch die Signaturenlehre dazu.

Wir, Morgane und ich haben unser System mit den 7 Planeten, den vier Elementen und mit der Polarität, weiblich – männlich oder Yin Yang entwickelt. Dazu gehörig haben wir uns eine Pendelscheibe angefertigt. Ich selbst habe anfangs noch mit diversen Wünschelruten gearbeitet, um z.B. Richtungen besser definieren zu können. Also von wo – wohin.
Auf der einen Seite der Scheibe haben wir das Yin – Yang Zeichen und die vier Elemente gemalt. Auf der anderen Seite am Außen Rand eine fiktive Skala von physisch bis spirituell und die Planeten Zeichen.
Grundvoraussetzung ist die genaue Fragestellung, da ja Wünschelrute und Pendel nur mit ja oder nein antworten können. Also zum Start mal einüben und entscheiden, welche Richtung als ja definiert ist. Bei einer Scheibe kommt noch die Schwierigkeit dazu, dass ja in beiden Richtungen, also gegenüberliegend, Ergebnisse erzielt werden.

Hier ist ein Grundvertrauen auf das eigene Gefühl Voraussetzung. Wenn man sich mal „eingespielt“ oder „geeicht“ hat, dann wird durch Übung eine feine Konditionierung daraus und das Vertrauen in die erzielten Ergebnisse steigt.
Fortgeschrittene oder Sensitive brauchen diese „Gehhilfen“ nicht, sie können sich auf ihr Wahrnehmungen verlassen.
Es ist nämlich manchmal sinnvoll keine Rute oder Pendel zu verwenden um nicht „aufzufallen“. Man kann, mit einiger Übung, so manche Qualität über sein inneres Sensorium wahrnehmen. Ich verwende dazu auch manchmal nur die Finger, so als würde ich damit schnippen wollen, um sie in der Spannung aufrecht zu halten. Wenn ich nun auf meine zu suchende Qualität stoße, so schnippen die Finger ganz von alleine.
Um die Sache noch zu erleichtern kann man zu Beginn, als Training, Dinge von einem Partner verstecken lassen, um sie zu suchen. Am Besten sollten es emotional besetzte Sachen sein. Wie z.b. ein Ring oder ein Foto.

Ich verwende heute diese „Hilfsmittel“ nur mehr bei „Gutachten“, da Mensch anscheinend gerne die Bestätigung über „Daten“ wünscht, auch wenn sie noch so subjektiv sind.

Wichtig!

Die Beschäftigung mit der Radiästhesie verleitet gerne sich mit „negativen“ Qualitäten auseinander zu setzen, wie z.B. „schlechte Plätze“, Krankheiten, oder die Fragestellung „ist das ….. gut für mich“. Besonders das Letztere lasst mal weg, da würde ich mich auf mein „Bauchgefühl“ verlassen. Es soll doch tatsächlich Menschen geben die jede Mahlzeit auspendeln, ob sie gut für sie ist.
Die Auseinandersetzung mit „negativen“ Qualitäten führt zu einer „negativen“ Information und unsere Zellen haben das nicht so gerne. Die Natur ist grundsätzlich wertfrei und kennt kein Gut oder Böse. Wir Menschen reagieren nur, aus den verschiedensten Gründen, positiv oder negativ auf die verschiedensten Naturphänomene. Eine Höhle im Berg ist neutral, aber wenn ich an Klaustrophobie leide, beängstigend. Für jemanden anderen ist sie vielleicht ein Ort des Schutzes.

The Pit, geschrieben von Merlin

Samstag, 29. August 2015

Unser erstes geomantisches Gutachten

Lang, lang ist es her, als wir unser erstes, offizielles geomantisches Gutachten durchführen durften. Es muss so um 1990 herum gewesen sein, als wir von einer Dame einen Anruf erhielten, indem sie uns bat, ein geomantisches Gutachten für das Grundstück ihres Sohnes zu erstellen. Es sollte eine Geburtstagsüberraschung werden. Es handelte sich um ein Grundstück in Breitenbrunn, in der Nähe des Neusiedlersees im Burgenland in Österreich. Bei dem „Geburtstagskind“ handelte sich um Peter Noever, dem Direktor des Museums für angewandte Kunst in Wien, der von seinem „Glück“ keine Ahnung hatte.

Wir willigten, nach einem ausführlichen Gespräch über Sinn und Zweck eines solchen Gutachtens, ein und begaben uns bereits ein paar Tage später, gemeinsam mit der Dame, zu einer ersten Besichtigung.

Es stellte sich heraus, dass es sich hier um ein ehemaliges Presshaus handelte, mit einem ca. 4 ha großem Grundstück, in dem sich ein aufgelassener Steinbruch befand. Diese Gegend ist auch als Weingegend sehr bekannt.

Bei dieser ersten Begehung, es war eher eine Führung, konnten wir nur spärliche Eindrücke erlangen. Die Dame hatte nicht so viel Zeit und dachte wohl, in ein, zwei Stunden wäre alles erledigt. Auffallend war aber, dass die, damals vorhandenen, Gebäude eine sehr geradlinige Struktur aufwiesen, und es stellte sich im Gespräch heraus, dass der Besitzer, alles „Runde“ verabscheute.

So beschlossen wir, noch einmal alleine herzukommen, um uns intensiver auf diesen Ort einlassen zu können.

Das alte Presshaus, im Hintergrund die beiden Flügel (Zugang zum Steinbruch)

Meine damalige „Methode“ mit der ich an Gutachten heranging, beinhaltete noch einige „Hilfsmittel“, die ich im Laufe der Jahre aber als solche erkannte und heute nicht mehr benötige. Diese Hilfsmittel waren, wie ich bald erkannte, eher für die Klienten wichtig als für mich. Es waren die Wünschelrute – Pendel und besonders ein Bio Feedback Gerät, das durch seine Lämpchen und Geräusche, die es von sich gab, beeindruckend Ergebnisse untermauerte. Es ist immer wieder überraschend, wie wenig Menschen ihren Wahrnehmungen, Empfindungen und Gefühlen vertrauen. Sobald aber wo ein Lämpchen aufleuchtet, sich ein Zeiger bewegt, wird das unterschwellig wahrgenommen zur „Wahrheit“.

Dieses Gerät hatte aber auch den Vorteil einer hohen Empfindlichkeit, und man konnte den Ton abschalten, um eine direkte Beeinflussung zu verhindern. Im Prinzip misst es nur den Hautwiderstand und zeigt dadurch, ob es während einer Begehung zu Entspannung oder zu Stress kommt. Da es recht klein ist, kann man es auch, während man sich im Gelände bewegt, gut verwenden.

Weiters verwendeten meine Frau und ich auch eine selbst entwickelte „Pendelscheibe“, die im Prinzip wie eine Bovis Skala aufgebaut ist, aber noch zusätzlich Symbolik aufweist, auf die wir konditioniert waren. Mit konditioniert meine ich, dass wir zu dieser Symbolik eine Affinität hatten und so nach dem Resonanzprinzip Kontakt zu gleichwertigen Qualitäten aufnehmen konnten.


Die Zahlen auf der Scheibe entsprechen den damals geläufigen Bovis Einheiten, Yin Yang brauche ich wohl nicht näher erklären. Auf der Rückseite befinden sich Planetensymbole und die 4 Elemente. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man sich vorher intensiv mit dieser Symbolik beschäftigt hat. Sie ist aber austauschbar und jeder kann seine „Lieblingssymbole“ verwenden.

Als wir nun einige Tage später, so ausgerüstet, unsere Untersuchungen begannen, erlebten wir einige ordentliche Überraschungen.

Wenn man durch das alte Presshaus, das keine besonderen geomantischen Auffälligkeiten aufweist, in das Gelände tritt, befindet man sich in einem kleinen, wie ein Amphitheater angeordnetem, Rondeau.

Dieses Rondeau wirkt geschlossen und harmonisch. Von ihm gehen 6 Stufen zu einem ca. 40m langen Gang, der links und rechts von ca. 3m hohen! Mauern abgegrenzt ist. Schon dieser Gang erfüllt keinen logischen Zweck und wirkt eher einengend. Doch wie wir bald erfahren mussten, war dies bewusst so gebaut. Auch die beiden „Flügel“ am Ende des Ganges die die freie Sicht auf das Gelände „behinderten“, waren bewusst so angelegt.

Hier durchzugehen, kostete fast ein wenig Überwindung, ein warum, wozu, zu welchem Zweck, schoss mir durch den Kopf. Betonmauern in der Natur, so hoch, so lang. Zögernd näherten wir uns dem Ende des Ganges, was würde uns erwarten? Geradlinigkeit, das wussten wir, war des Bauherrn Faible, aber so extrem?

UND DANN….

Wie angewurzelt blieben wir stehen, ja prallten fast zurück, vor diesem Anblick. Die Tiefe und Weite dieses aufgelassenen, von der Natur zurückeroberten Steinbruches, raubte uns die Sprache. Ergriffen setzten wir uns die Stufen und ließen diesen Ausblick auf uns wirken.


War dies ein gewollter Effekt? Was bezweckte der Bauherr damit? Oder ist es vielleicht so, dass Künstler ihre eigene Natur nur eben künstlerisch ausdrücken können? Der „geradlinige“, pragmatische Herr Direktor durchbricht die Grenzen zwischen Struktur und Chaos? Er dringt mit seinem phallischen Gang in die ungeordnete Mutter Natur ein? Ein Schöpfungsakt? Ein, sich über die Natur erheben?

Oder sind das nur eigene Interpretationen?

Wie auch immer, für mich war und ist es DAS „Stonehenge“ von Österreich.

Nach geraumer „Erholungszeit“ stiegen wir die Stufen hinab um unsere Untersuchungen fortzusetzen.

Es dauerte nicht lange, bis wir auf die nächste Überraschung erlebten. Inmitten des Steinbruches befindet sich ein Hügel, der mit acht quadratischen, betonierten Gruben ausgestattet ist.


Wir rätselten eine Weile herum, welchen Zweck sie wohl hätten, aber kamen nicht darauf. Wie wir später erfuhren wurde er „Hügel der sprechenden Köpfe“ genannt und es wurden hier Picknicks veranstaltet. Wenn man nämlich hier drinnen saß, konnte man aus der Ferne nur die Köpfe sehen!

Blick von der Nordseite Richtung Stiegenabgang.

Als Nächstes ließ ich meinen „Geist“, nein nicht über den Wassern, sondern über dem Grundstück „schweben“, und so entstand dieses Bild.

Bei unseren weiteren Untersuchungen fanden wir das Gegenstück des südlichen Rondeaus und zwar am Nordende des Grundstückes. Dort befand sich eine kleine Höhle. Dort empfanden wir große Geborgenheit, aber auch einen recht niedrigen „weiblichen Energiepegel“.


Des weiteren ließen wir uns auf die weiblich/männlichen Strömungsrichtungen ein, die wir so empfanden.


Der YANG Wirbel auf der rechten Seite des Bildes ist interessanterweise eine „römische“ Toilette, auf der 2 Personen nebeneinander ihr „Geschäft“ verrichten können.

Zu guter Letzt ordneten wir die verschiedenen Plätze noch den Planeten und Elementen zu.


Als wir das Gutachten überbrachten, war die Dame äußerst überrascht, welch genaues „Psychogramm“ wir über ihren Sohn erstellen konnten, welches ich hier natürlich nicht erörtern werde. Möge sich jeder selbst sein Bild machen.