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Meditation? Um Gottes Willen… Über ein schwieriges Unterfangen – Teil II, geschrieben von Uwe

Samstag, 18. November 2017

 

Bild könnte enthalten: 1 Person, lächelnd, sitzt, Kind und Schuhe
Hm. Der war hartnäckig. Muss nachher auf das Display schauen, wer angerufen hat….
Okay, ich sollte doch auf den Atem schauen.
Kommt und geht, kommt und geht, kommt und…

…jetzt weiß ich es, ich wollte mit meiner Mutter zum Arzt fahren.

Das war meine Mutter. Scheiße.
Die hockt daheim und wartet dass ich komme.

Herrgott nochmal, in meinem nächsten Leben will ich keine Familie.
Dann kann ich gut meditieren.
Wenn du Familie hast, dann hast du immer zu tun.
Ich kann verstehen, dass manche Leute ihre Familien umbringen.
Auch wenn es ja nicht wirklich gut ist, so was zu tun.

Okay, ich habe eine Idee. Ich nehme mir fest vor, in meinem nächsten Leben sofort als Waisenkind aufzuwachsen. Also, das wäre nicht schlecht. Dann muss ich später nicht mit der zum Arzt fahren.
Oder besser, ich will so hässlich sein, dass meine Mutter einen Schreikrampf bekommt und mich stantepede zur Adoption freigibt.

Dann will mich keiner haben, ich komme ins Pflegeheim für schwer vermittelbare Kinder….
…ääääh… öhhh

Ne, auch nicht so toll. Wer weiß, wo ich hinkomme.

Dann adoptiert mich vielleicht der Erdogan und hält mich in seinem Ziegenstall.
Ne, nicht richtig gut.

Warum denke ich jetzt überhaupt darüber nach, was ich im nächsten Leben sein will oder was ich eventuell werde? Nur weil meine Mutter angerufen hat?
Vielleicht war sie es ja gar nicht. Vielleicht hat sie ja schon einen Herzinfarkt bekommen. Oder ist mit dem Taxi zum Arzt gefahren… Was denke ich da eigentlich grad für ne Scheisse zusammen?

Ich wollte doch meditieren. MEDITIEREN…MEEEEDIIIITIEEEEEREN…

Dieser Buddha hat seinen Jungs doch auch nur gesagt, sie sollen sich unter einen Baum oder in eine leere Hütte begeben, sich hinsetzen, die Beine kreuzen, den Rücken gerade machen und auf den Atem achten. So schwer kann das verdammt noch mal doch nicht sein.
Wieso gelingt es mir nicht, eine solch einfache, poplige Anweisung umzusetzen?

Ach was soll das. Die spinnen doch alle.
Das war auch eine ganz andere Welt damals, zu Buddhas Zeiten.
Heute ist das alles so komplex.
Alles ist verdrahtet und vernetzt.
Jeder hängt am anderen, zumindest mit dem Smartphone verbunden oder per WhatsApp.
Ich kann ja kaum das Handy ausmachen, schon gar nicht das Telefon abhängen. Vielleicht bekomme ich ja gleich eine super wichtige Message.
Oder meine Mutter ruft an. Wie gerade eben.

Wie soll man da anständig zum „meditieren“ kommen?
Um Himmels willen.
Die hatten es damals echt viel einfacher als ich armer Tropf heute.
Ständig auf Speed muss man sein. Immer erreichbar. Für alle. Besonders für Mütter.
Unvorstellbar, damals. Damals warst du halt ratzfatz mit 40 uralt und mit 50 tot. Heute werden Mütter locker 120 und überleben dich im Extremfall.

Außerdem wussten die damals im alten Indien ja im Prinzip nichts.
Völlig ahnungslos waren die.
Die haben null geschnallt, enger Horizont, geistig grenzdebil.

Ich dagegen weiß alles in Nullkommanix, das Internet gibt alles preis.

Ich kenn´ mich mit der Philosophie Hegels ebenso aus wie mit Kants „Habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen“.
Was allerdings bitter war.
Der gute Kant wurde trotzdem Dement. Seine ganze Verstandeskraft hat ihm nix genützt.

Die Physik der Quantenmechanik ist mir ebenso nah und vertraut wie die Theorie der dunklen Materie, ich habe schon von schwarzen Löchern gehört, von Pulsaren geträumt und Schrödingers Katze kann ich streicheln wann ich will. Die Muschi der Nachbarin sowieso.

Und wenn ich Bock habe, mir einen Ring durch den Pimmel zu stanzen, an dem ich von meiner liebevollen Domina durch den Swinger Club geschleift werde während Natursekt auf mich niederplätschert, so steht es mir frei genau das zu erleben.

Hauptsache Markus singt in der Dauerschleife „Ich will Spaß ich geb´ Gas“ und Manfred, der Esoterikguru, der mit viagrasteifem Ständer nebendran steht zwitschert „Deine Scham und Schuldgefühle sind ein reiner Egotrip, vergiss sie“ und „Wenn es deinem wahren Wesen entspricht, dann fühlst du es“.

Ich wollte doch meditieren.
Jetzt sitze ich hier auf meinem Kissen und denke Schwachsinn.

Himmel, so ein Mist, warum ständig diese Gedanken? Und dann so bescheuerte.

Ich fühle mein wahres Wesen…oh yeah.
Nur, welches „Wahre Wesen“ soll ich „wahrlich“ fühlen?
Dass, was es war, als es ein Jahr alt und an der Titte hing, sich wohlfühlte und ab und an rülpste?
Oder jenes, was sich fürchtete, als es das erste Mal in einen Kindergarten kam?

Ach was… es geht nicht um ein „wahres Selbst“, das soll es ja nicht geben.
Mir reicht mein imaginäres Selbst, das mich grade zur Weißglut treibt, während ich „meditiere“.

Ich habe die Schnauze voll. Da sitze ich und denke statt zu meditieren.

Zu blöde, was soll das, das kann ja zu nix führen.
Meditieren… so nen Scheiß…

…womöglich bekommt man auch noch Hämorrhoiden davon.

Oder keinen mehr hoch.
Oder die Kniescheibe verreckt.

Ach lass´ mich.
Ich geb´ auf. Meditation ist nix für mich.

Es reicht doch völlig aus, dass der Buddha sich durch den ganzen Dreck gequält hat. So was muss ich mir nicht antun. Andere Zeiten eben sind das heute. Andere Sitten. Leiden? Ach so ein Quatsch. Ich leide im Moment unter meinen Gedanken. Ohne die wäre das alles nicht so. Nein. Ohne das Hinhören zu meinen Gedanken wäre da kein Leiden.
So ist das. Fertig. BASTA…
…ich höre auf. Das bringt nix.
Ich zerhacke den Holzbuddha, den ich mir auch kürzlich gekauft habeund verbrenne damit mein Kissen. Finito. Schluss mit meditieren.

Und morgen leih ich mir einen Porsche. Fahre ganz entspannt und meditativ mit 250 Sachen über die Autobahn nach Hamburg, zieh´ mir ´ne rote Robe an und geh´ ins nächste Buddhistenzentrum. Dort schwebe ich ein, sag´ ab und zu ganz entspannt Ommanipemehung und schmeiß mit 50 Euro Scheinen rum. Da stehen die Weiber drauf. Und lass mich völlig umsonst und voll tantrisch bereiten. Goil.

Keinen Nutzen
Muss auch niemand glücklich werden mit

Meditation? Um Gottes Willen… Über ein schwieriges Unterfangen – Teil I, geschrieben von Uwe

Samstag, 04. November 2017

Vorsicht, könnte Spuren von Sarkasmus und Ironie beinhalten

Meditation? Ich ertappe mich in den meisten Fällen tatsächlich dabei, dass ich „meditiere“ wenn ich meditiere.
Ja genau, ich tu dann „meditieren“.
Dann sitz´ ich auf einem Kissen rum, hab´ die Beine verschränkt und meditiere.
Dass sieht, so glaube ich, von außen betrachtet fantastisch aus.
Phänomenal.
Manchmal setz´ ich mich vor einen großen Spiegel um mich selbst zu bewundern.
Zumindest wenn andere mich sehen, spüre ich deren bewundernde Blicke auf mir ruhen.
Das macht mich dann erst recht meditierend.
Und dann die Kommentare.
„Oh, du meditierst. Toll. Ja, so die Ruhe weg zu haben, dass muss toll sein“, höre ich dann.
Oder auch „Ich könnt nicht mal zwei Minuten still sitzen. Also, dass du da rumsitzt und so meditierst das finde ich unheimlich gut“.
Und „Ich habe dich vorhin so sitzen sehen und das sah so ruhig und toll aus. Aber ich könnte das nicht, ehrlich, das wäre mir zu schwer. Ich würde nicht mal die Beine so toll hinbekommen“.
Oh Gott, denke ich dann in einem lichten Moment.
Was bin ich für ein Scharlatan.

Überhaupt, wer hat jemals behauptet, Meditation sei leicht? 

Oder dass sie so einfach funktioniert, wie sie beschrieben wird?
Wie viele Leute, so frage ich mich manchmal, meditieren wohl wirklich und reden nicht nur drüber? Oder tun nur so.
Und wenn ja, wie oft „tun“ sie es? Und wie lange?
Keine Ahnung.
Ob es wohl eine Statistik der durchschnittlichen Meditationsdauer bei deutschen Buddhisten gibt?
Eher nicht, aber wahrscheinlich meditieren alle viel mehr als ich.
Aber was ist viel? Was wenig?
Zwanzig Minuten morgens? Oder Abends? Oder vielleicht morgens und abends? Oder vielleicht sogar 30 Minuten? Eine Stunde …
Klar.
Ich Buddhist, meditiere …
Grunz.
Zu Hochform laufe ich auf wenn Leute mich fragen. „Wie ist das mit der Meditation? Wie geht das? Kannst du das mal erklären? Sieht so einfach aus, obwohl das mit dem Sitzen würde ich glaube ich nicht hinkriegen… aber so ein bisschen Ruhe, das wäre schon was Tolles“.
Manche Leute stellen viele Fragen.
Dann sagt man, ja, es ist toll, so ein bisschen Ruhe reinzubekommen.
Nur welche Ruhe?
Manchmal möchte ich dann eigentlich so richtig losbrüllen.
Glaubt bloß nicht, dass es wirklich so einfach ist, die Sache mit der Meditation.

Von wegen „Ruhe“.

Denn irgendwer kommt immer und erzählt irgendeinen Scheiß wie:
„Oh, ich hätte auch gern so einen ruhigen Geist wie du. Ich kann nicht fünf Minuten still sitzen, ständig muss ich an was anderes denken. Irgendwie ist immer was los in meinem Kopf. Wie machst du das nur. Mein Alltag ist da viel zu durcheinander“.
Ha. Das ist es doch.
Warum soll es denn ausgerechnet bei der Übung der „Meditation“ anders sein als im ganz normalen Alltagsleben? Zumindest bei mir?
Die Frage ist doch, fällt es mir im Alltag auf, wenn ich abgelenkt bin durch eine Menge Gedanken? Oder bin ich einfach meist viel zu beschäftigt um das überhaupt zu bemerken?
Warum, Herrgott nochmal, soll also bei der „Meditation“ plötzlich alles anders sein als im „Alltagsleben“? Ich persönlich habe im Leben auch nichts anderes als Alltag. Alle Tage dasselbe. Und meine Meditation ist Alltag.
Ich möchte allen Meditierwilligen und -sehnsüchtigen nur mal auf den Weg mitgeben, wenn euch nach „Ruhe“ ist und ihr es „Schön“ haben wollt, angenehm und friedlich …
… dann ist Kiffen eindeutig besser.

Lasst euch vom Arzt einen Burnout bescheinigen und dann auf Rezept zwei Kilogramm Cannabis. Das ist heute möglich, nur zu.
Und zwar so richtig gutes Gras mit mindestens zehn Prozent THC Gehalt, das stellt fantastisch ruhig.
Dazu noch nen gut gefüllten Kühlschrank um den Heißhunger zu stillen. Dann gibt auch der Bauch endlich Ruhe …
Was auch hilft, um zur Ruhe in den Karton zu kommen ist viel schlafen.
Das hat auch deutlich weniger Nebenwirkungen als das Kiffen.
Autogenes Training kann auch super sein, um Ruhig zu werden.
Was ganz hervorragend ist, ein Schaumbad mit lauschiger Meditationsmusik.
Ich empfehle da Andreas Vollenweiders Harfengepinsel aus den frühen 80-er Jahren, düdeldüdüklimpfklampfklumpf dideldadeldumm, schrummschrummschrumm …
… oder auch gut und modern, Unheilig „Wir sind geboren um zu leben“.
Da kann man sich nämlich gleich ertränken dabei. Wobei zum Ertränken passt dann besser noch Helene Fischers „Atemlos“.
Noch besser ist es, während man so im Schaumbad liegt und Herr Unheilig vor sich hin rülpst oder Frau Fischer keucht den Fön anzumachen und vor sich ins Wasser plumpsen zu lassen.
Dann ist garantiert Ruhe im Kopf, und zwar dauerhaft.
Richtig Ruhe.

RUUUHEEE

Zumindest für dieses Leben.
Ne, also soooo war das nun nicht gemeint, wispern dann einige Tollejünger und säkulare Wellnessbuddhisten.
Ich wollte doch meditie…
Ah, du willst MEDITIEREN.
Na, das ist was anderes. Da geht es darum, was zu erfahren.
Na gut, probieren wir es halt mal aus. Ohne gleich an RUHE zu denken.
Zuerst mal hinhocken, auf ´nen Kissen, mit gekreuzten Beinen.
Wie war das? Sah so schick aus auf den Plakaten der AOK.
Okay, nach einigen Anläufen und Korrekturen bekommst du es tatsächlich hin und dann sitzt du. Auf deinem 20 Zentimeter hohen, mit Haferspelzen gefüllten und obendrauf mit einem OM bedrukten rot-blauen Kissen aus Biobaumwolle aus Bangladesh das du dir extra dafür im Eine-Welt-Laden gekauft hast.
Da hockste dann, okay, du sitzt also, zehn Minuten schon…
… und es klingelt das Telefon.
Verdammt, warum gerade jetzt.
Die letzten fünf Stunden hat es nicht geklingelt, kaum setze mich hin klingelt dieses Scheißding.
Nein, ich bleib hocken.
Es klingelt. Warum geht der Anrufbeantworter nicht dran?
Es klingelt. Muss dringend sein, wer sonst lässt es so lange klingeln.
Dann plötzlich hat es aufgehört. Endlich Ruhe …

Ende Teil I

Wie das so ist mit Seminaren … gezeichnet von Roadman

Samstag, 21. Oktober 2017


Roady hat zum Thema „Seminar“ so einiges zu zeichnen … sichtlich gibt´s ja viele Motive, Seminare zu besuchen.


Was dabei dann so passiert ist halt auch nicht jederelfs Geschmack … vielfach eher im Gegentum!

Aua!! Mimimi… Von Jammerlappen und Weicheiern, geschrieben von Uwe

Samstag, 07. Oktober 2017

In dem kurzen Sutra „Der Pfeil des Schmerzes“ legt der Buddha sehr überzeugend dar, wie Gedanken dazu beitragen, dass man im leidvollen Erleben versacken kann.
Die Erläuterung dazu ist aufgrund der Wortwahl, die der Buddha hier vornimmt, schon mal ausgesprochen amüsant zu lesen.

„Schüler, erfährt ein unerfahrener Weltmensch ein schmerzhaftes Gefühl, verfällt er in Kummer und Sorge und klagt darüber; er weint, schlägt sich an die Brust und ist verstört. Er erfährt somit zwei Gefühle – ein körperliches und ein geistiges. Wie ein Mann, der von einem Pfeil verletzt und gleich darauf von einem Zweiten, so dass der Mann ein Gefühl erfährt, das von zwei Pfeilen verursacht wurde“.

Der „unerfahrene Weltmensch“, so beschreibt der Buddha einen Menschen wie dich und mich, einen Durchschnittsdeutschen, Durchschnittsweltbürger. Ein jammerndes, saturiertes Weichei also.
Überprüfe man doch diese schöne Beschreibung da oben einmal bei sich selbst.
Trifft sie nicht mehr oder weniger exakt zu?
Wie ist das, wenn ich, wenn du ein „schmerzhaftes Gefühl“ empfinde/st?
Vielleicht kann man ja bei kleineren Vorkommnissen noch lapidar darüber hinweggehen. Wie über einen zarten Kopfschmerz, den man registriert, sich davon aber nicht zu sehr ablenken lässt.
Oder ein klein wenig Zahnschmerz, einen Mückenstich oder sonst einem kleinen Wehwehchen.
Doch schon dabei gibt es genügend Menschen, die diesen Kopf- Zahn- Mückenstich- oder sonstigen Schmerz zum Anlass nehmen, sich Gedanken zu machen, woher dieser kommt, was er anrichtet.
Vielleicht hat man einen Gehirntumor? Ohne Gehirn zwar schwer möglich, aber warum nicht.
Bei einem Gebiss, ebenfalls schwer möglich, aber warum nicht.
Und ein Mückenstich ist tatsächlich das schlimmste überhaupt, besonders wenn es eine todgefährliche Tigermücke war.
Doch vor allem stellt man dann die Frage, wie man diesen bösartigen Schmerz wieder wegbekommen kann.
Der Buddha hat dieses „schmerzhafte Gefühl“, das er beschreibt, nun nicht nur auf die „groben“ Erfahrungen wie körperliche Schmerzen bezogen.
Schon ein einfaches Gefühl von Hunger oder Durst, das Gefühl von Langeweile, Unmut oder Unruhe sind nach dieser Definition ebenfalls „schmerzhaft“.
Und welche Folgen diese schmerzhaften Gefühle, seien sie nun grob oder fein, beim „Weltmenschen“ haben, also genau bei uns Anfängern und völlig im weltlichen Geschehen gefangene Menschen, das erläutert der Buddha im Folgenden recht schön und prägnant:

„Während er (also du und ich) ein schmerzhaftes Gefühl erfährt, hegt er dagegen Abneigung.
Dem liegt die Tendenz von Abneigung gegenüber schmerzhaften Gefühlen zugrunde.
Und während er ein schmerzhaftes Gefühl erlebt sucht er Freude in der sinnlichen Zerstreuung.
Und warum? Weil er keinen anderen Ausweg in Bezug auf schmerzhafte Gefühle kennt wie die Ablenkung durch Zerstreuung“.

Sehr gut beschrieben, nicht?
Eine glasklare Erkenntnis und Darlegung, wie unser „normaler“ abgelenkter Geist eben funktioniert.
Wir flüchten uns in die ganz normalen, bekannten Ablenkungen.
Weil wir keinen Ausweg in Bezug auf schmerzhaften Gefühlen kennen, vor allem nicht als den zwangsläufigen, schmerzhaften Gewohnheitsmustern Geburt, Krankheit, Alter und Tod, die wir ja für völlig real halten und die uns in ein dauerndes „Wiedergeborenwerden und Leiden ertragen“ werfen, müssen wir uns ablenken.
Leben für Leben, Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute.
Weil all unser Erleben, betrachten wir es genauer, nur mal vom Hintergrund der Vergänglichkeit, Unbeständigkeit betrachtet, schmerzhaft ist.
Und diese Unbeständigkeit ist genau das, was uns Angst macht.
Und was ist Angst anderes als schmerzhaft? Leidbesetzt?
Und wer erkennt schon die Leerheit in all dieser Unbeständigkeit?
Niemand.
Nicht ich.
Nicht du.
Deshalb gibt es also wirklich Grund genug, sich Sorgen zu machen. Ja, tatsächlich.
Denn unsere einzige Sicherheit, das einzige, auf das wir uns verlassen können, in das wir wirklich vertrauen können ist…
…die Unbeständigkeit.
Von wegen entspannt bleiben.
Wir können gar nicht entspannt sein. Nein.
Unmöglich.
Dafür müssten wir erleuchtet sein.
Bin ich nicht. Bist du es?
Lol… erzähl´ es nicht mir. Erzähl´ es dem lieben Gott.
Es wird höchste Zeit, den doppelten Pfeil zu überwinden.
Also, raus aus diesem Scheiß.
Und wenn wir drin stecken bleiben…
…dann sollten wir nicht jammern.
Wir sind allein selbst schuld.
Niemand anderes.
Vielleicht nützlich
Wenn nicht, ist mir das auch herzlich egal

copyright Uwe

Verschwurbeltes Denken = Spiritualität!?

Samstag, 02. September 2017

Ich bin ja vielfach als Pessimist verschrien und aus der „Licht und Liebe“ Ecke heraus betrachtet, mag das durchaus auch seine Berechtigung haben. Viele Dinge ertrage ich einfach nur mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und Ironie …

Als Hexe bewege ich mich (für mich völlig natürlich und unausweichlich) seit gut dreissig Jahren auch in der Anderswelt. Genauso wie ich mich in der materiellen Welt als Körperarbeiter mit den knochentrockenen materiellen Gegebenheiten auseinander setzen muss und auch will! Diese Mischung hat sich nicht zufällig ergeben, sondern quasi der Not gehorchend.

Verschwurbel, verschwurbel, … verschwurbel

Durch die Beschäftigung mit spirituellen Themen, schaut es für mich so aus, als ob eine der ersten Konsequenzen wäre, zu verschwurbeln … sich selber und alles rundherum. „Verschwurbelt“ ist für mich, wenn jemand an jeder Ecke, auf Schritt und Tritt, den ganzen Tag, einen Geist, einen Verstorbenen nach dem anderen trifft, die natürlich alle etwas von ihm wollen.

http://www.entities-r-us.com/tag/ouija-board/

Oder auspendeln zu müssen ob der Wocheneinkauf heute oder doch besser morgen zu erledigen wäre, es zum Abendessen Suppe oder Toast geben sollte und die Oma heute noch angerufen werden muss oder es morgen auch noch reicht. Als verschwurbelt sehe ich aber auch an, in einer Badewanne „heiliges Wasser“ zu fabrizieren und dann noch selber zu glauben, dass das magische Kräfte hätte – was dem einen oder anderen vielleicht aus den 80ern bekannt vorkommen dürfte …

Athrumwasser zubereitet von Uriella

In Worte, ohne meine übliche Bildersprache, gefasst: wenn jemand in einer Phantasiewelt unterwegs ist, die sich durch die (allgemein wahrnehmbare) Realität nur unter heftigsten Verrenkungen bestätigen lässt, das bezeichne ich dann als „verschwurbelt“.

Damit ist auch klar, dass ich der Ansicht bin, dass jeder (egal jetzt ob spirituell aktiv oder nicht) Phasen von Verschwurbelung haben kann und es wohl kaum jemanden gibt, der das nicht schon hatte. Problematisch wird es erst dann, wenn diese Phantasiewelt , wie immer sie auch aussehen mag, die Oberhand über die Realität bekommt und auch behält.
Für mich macht das aber keinen Unterschied, ob jemand eine Fettphobie entwickelt (tatsächlich aber anorektisch ist) oder jemand meint von Ufo-Strahlen gesteuert zu werden (sich in der Arbeit nicht konzentrieren kann) oder ob jemand das neue Gedankenkonstrukt für die ganze Menschheit in der Tasche hat (real aber Unzusammenhängedes, Unverständliches von sich gibt). Da hätten wir sie dann die Phantasiewelten.

Ein – wohl schon etlichen von uns geläufiges Beispiel: in Lokalen trifft mensch hie und da auch Leute, die nach reichlichem Alkoholgenuss die Lösung für die Probleme der Welt gefunden haben und die auch in Diskussionen schärfstens verteidigen. Genau diese Gespräche auf Sprachmemo aufgenommen bringen dann den wieder Nüchternen schier zum Verzweifeln, welchen Schmarrn er da verzapft hat. Während der Diskussion im Rausch hätte er sich aber für seine Ideen steinigen lassen … Manche brauchen dafür keinen Alkohol!


Wie meine Oma immer sagte …

„ a bissl deppat san ma alle – aber irgendwo is a Grenz“.

Für mich ist die Grenze erstens dort erreicht, wo ein sinnvolles Miteinander nicht mehr möglich ist … sofern das überhaupt möglich ist,  vorausgesetzt! Und zweitens dort, wo ich von außen (auch wenn es mich nicht betrifft!) Massen an Inkongruenzen entdecken kann aber versucht wird der Umwelt die eigene Denke als einzig wahre Lebensweise aufs Auge zu drücken. Wer in seinem Schwurbel glücklich ist und anderen damit nicht auf die Nerven fällt, dessen gutes Recht ist es auch, weiter in diesem Schwurbel zu leben.
Zwei wunderschöne Beispiele aus der täglichen Praxis kann ich dem werten Leser auch vor Augen führen.

Der Anlassfall, der mich überhaupt zu diesem DrachenSabber angestiftet hat, mit Genehmigung des Autors.

„kennt ihr einen guten heizungsinstallateur?“
die antworten:
-„ich kenne jemanden, der hat schon mal mit einem telefoniert.“
-„im nachbarort soll einer wohnen.“
-„nein, kenne ich nicht will ich nicht, sollen mich am arsch lecken.“
-„das sind die mit der latzhose….und mit werkzeugkoffer. nein, keine ahnung.“
-„ich hab schon mal einen gesehen. echt jetzt. der hat so ausgeschaut.
wird dann wohl ein heizungsinstallateur gewesen sein.“
-„ich hab ein buch gelesen darüber, ich kann das selber.“
-„ich glaube, es gibt auch frauen, die installateure sind.“
-„ich hab damit nichts zu tun. warum auch. ich heize mit strom.“

ersetze „heizungsinstallateur“ mit einem beliebigen esobegriff.
hurra.

Ein täglich in den Gruppen/Foren/Diskussionslisten stattfindendes Frage- und Antwortspiel. Mit leider meistens genau diesem Ergebnis. Nur dass das Ergebnis im Bezug auf „Installateur“ seine Skurrilität wohl mehr als deutlich macht, wenn es um Schamanen/Hexen/Priester/Druiden geht, scheint das irgendwie aber den wenigsten aufzufallen.

Warum ist das so?

Wenn spiritueller Outcome genauso merk- und messbar wäre, wie der reale Outcome eines Installateurs, dann wäre das wohl nicht so! Ob die Leitung dicht is, das Klo wieder spült und die Rechnung bezahlbar ist, bzw. der Fachmann, ned nur überhaupt sondern sogar pünktlich, aufgetaucht ist, das zeigt einem die Realität. Zugegeben früher oder später, weil manch Hoppala sich erst nach Tagen oder Monaten wirklich bemerkbar macht – den tropfenden Heizkörper merkt mensch halt erst dann, wenn der Radiator wieder aufgedreht wird. Dann aber ganz sicher und die Heizung selber hat auch noch was davon.
Auf spirituellem Gebiet fängt das Jammer meist damit schon an, dass sich kaum einer sicher ist, was denn nun überhaupt gefragt/gwünscht ist. Sollte es davon eine Idee geben, dann gibt es aber meist keinen Plan für eine Erfolgskontrolle. Woher will ich den wissen, ob mich das, was ich da tu, glücklicher gemacht hat. Woran mach ich das fest? Keine Idee – blöd! Beim tropfenden Rohr steht mensch irgendwann in der Lacke …

Ah, ok! Wenn ich unglücklich bin, dann hat das mit der Spiritualität halt nicht funktioniert? Leider ist das auch nicht so einfach. Wenn der Installateur einen Rohrbruch in der Wand beseitigt, dann schaut das zu Beginn auch eher nach Bombenangriff aus – solang er eben noch nicht fertig ist. Wann aber ist Spiritualität fertig?

Wann ist das Leben fertig?

 

Leben copyright XVII