Archiv für die Kategorie ‘Landgodhtru’

Geismar – Teil II, geschrieben von Michael

Samstag, 11. August 2018

Ein Tag vor Sonnwend, im Dorf Geismar in Hrodgars Haus

Habt ihr schon gehört? Der Prediger ist wieder da. Er trägt jetzt einen seltsam spitzen Hut und einen langen Stab. Hält sich wohl für den Wanderer.“ Hrodgar betritt das einräumige Langhaus, wirft seinen Ledersack in die Ecke und schnauft wie ein Zugochse: „Mann, hab ich Hunger.“ Der zahnlose und schwerhörige Ahne am Feuerplatz kräht aus dem Hintergrund : „Was ist mit dem Predigtfuzzi? Ist er endlich vernünftig geworden? Macht er jetzt ordentlichen Zauber?“ „Im Gegenteil, Mummelvater – wisst Ihr was er vor hat? Er möchte den heiligen Baum fällen.“ „In welchem Raum will er bellen?“ „Ach Hrodgar, was du immer für Geschichten erzählst. Wenn dir das Bier nicht bekommt, dann gieß den Garten damit. Wer sollte sich sowas ausdenken?“ Die Frau im mattblauen Wollkleid nimmt unbeirrt eine tönerne Schüssel vom Bord neben dem Herd und befüllt sie mit Suppe. Der blonde untersetzte Mann mit den ledernen Riststulpen trägt ein Gesicht zur Schau, als hätte ihm jemand den Bart angesengt und greift sich ein Stück Pökelfleisch: „Nein-es ist wahr, Oda! Beim Herrn der Eide! Ich habe es gehört. Die Langkittel erzählen es jedem, der des Wegs kommt. Ich sag ́ dir, der will ernst machen.“ Oda scheint ungerührt: „Er wird es nicht wagen. Immerhin haben wir ein paar gesunde, starke Männer im Dorf.“ Ihr Blick zieht rasch über die Gestalt ihres krumm dalehnenden Gatten mit dem ansehnlichen Speckunterbau, dann schüttelt sie den Kopf: „Unter anderem….“ Hrodgar schmeisst den Gürtel von seinem Leibrock mit der schön bestickten Kragenborte, eine Arbeit seiner Frau, und lässt sich auf den, mit Fellen bedeckten Hocker in der Westecke des lehmverputzten Hauses fallen. „Du hast keine Ahnung. Diesmal hat er nicht bloß ein paar seiner Pfaffen mit. Ich habe sie gesehen. Eine mächtige Horde dieser ekelhaften Franken. Gerüstet und bewaffnet. Man sagt, er sei nun befreundet mit dem Frankenhäuptling Karl, den sie den Hammer nennen. Sie haben die Büraburg wieder unter volle Besatzung gesteckt. Mit DEM Rückenschutz kann er einen ganzen Wald umhacken. Da ist nicht viel Heldentum nötig.“

Heldentum….jawohl. Heldentum ist nötig . Ich erinnere mich an meine Jugend, da haben wir am Ederufer die Rübenfresser vom Nachbardorf vermöbelt, dass sie aus dem Arsch geraucht haben! Bis auf den Eckerich haben wir sie gejagt, die feigen Saukerle.“ Mummels Backen nehmen

Farbe an, er begeistert sich. Die Frau stellt die letzte der Schüsseln ab. „Aber denkst du denn…“ hebt sie nun mit einer Stimme an, die klingt, als wollte sie einem Kind die Angst vor den Schwarzalben nehmen: „…denkst du, Donar wird es zulassen, dass man sein Heiligtum zerstört? Der Segner des Feldes und der Schützer der Menschen? Denkst du nicht dass einer, der es gegen die Frostriesen schafft, einen einfachen spitzhütigen Spaßmacher in die Schranken weisen kann?“ Hrodgar zuckt die Achseln: „Ich weiß nicht. Man hört so viel von diesen Missionarren mit ihren neuen drei Göttern; sie sind überall. Und sie sind Zauberer. Verwandeln Wein und machen irgendwas mit Brot: Die Leute lassen sich in Scharen von ihnen Wasser über den Schädel gießen und sind dann ganz wunderlich hinterher. Das sagt zumindest der Hiltmunt , der weiter unten an der Eder wohnt, und der muss es wissen, weil er…“ Von draußen dringt das Krakeelen rauher Jungenstimmen herein und unterbricht das Gespräch. Offenbar haben sich zwei Vertreter der Dorfjugend, die der akuten Prahlsucht verfallen sind, in der Wolle. Oda wirkt kurz genervt, dann hebt sie die Hand, und geht zum Fenster. Mit der ganzen Autorität der Hausherrin öffnet sie den Verschlag und schleudert ein paar Worte an die Luft. Schlagartig senken die zwei Fünfzehnjährigen da draußen die Stimmen zu einem Flüstern herab. Oda dreht sich wieder ihrem Mann zu: „Was meintest du?“ Hrodgar sucht den Faden, aber es scheint, als hätte eine Dise ihn durchtrennt. Oda schüttelt den Kopf: „Ach, wie auch immer, mach dir keine Sorgen. Weißt du, ich denke, bevor er die heilige Eiche zerstört, wird eher das Bier mit Hopfen gebraut.“

Zur selben Zeit, auf der Feste Büraberg

Filius Amatus“ – Er murmelt es leise vor sich hin, bemüht, nicht der Sünde des Stolzes zu erliegen. Der auffallend hochgewachsene Mann, er mag so um die fünfzig sein, den noch immer jugendliche Kraft umweht, rollt das Schriftstück langsam und bedächtig auseinander. Seine Augen über der kräftigen Nase und dem dichten, aber sorgsam geschnittenen, grauen Vollbart schweifen leuchtend über die Zeilen. – Filius Amatus – heißt es da. Geliebter Sohn. Damit ist er gemeint. Er hat sich durch seine, von manchen als Zehenleckerei diskreditierte, unverbrüchliche Treue gegenüber Papst Gregor, vom einfachen Wandertäufer und Almosensammler zum überregional befugten Missionar und letztlich sogar zum Bischof emporgearbeitet. Die letzte Romreise, von der er nun zurückgekehrt ist, war für ihn wie ein einziges Geschenk gewesen. Den stiernackigen Hausmeier der Franken, Martell, hatte er über dessen Stolz mit einem Empfehlungsschreiben seiner Heiligkeit gekriegt, womit die Unterstützung der fränkischen Soldaten nun sicher gewährleistet war. Immerhin, die Franken waren seit der Zeit Chlodwigs christianisiert. Auf die konnte man durchaus zählen, wenn was für sie dabei abfiel.

Ungeachtet ihrer bluttriefenden Geschichte: Mit ihnen im Rücken konnte er sehr viel mutiger an sein Werk gehen.

Ein Werk, das gerade hier, in diesem Land, schier übermenschliche Anforderungen verlangte, zumal es sich bei den hier ansässigen Chatten um extrazähe Esel handelte, die durch die heilige Schrift nicht zu knacken waren. Man konnte mit ihnen nicht disputieren, wie unter Gelehrten üblich. Etwas ,das auch nicht in Synoden oder Konzilen ausgeräumt werden konnte, weil sich diese Menschen hier völlig außerhalb des christlichen Systems bewegten. (Der Graubärtige lächelte nachsichtig, wie ein strenger aber gutherziger Vater, indes er den Brief des Papstes zärtlich streichelte.) Dennoch wusste er, dass sich nach und nach alle würden taufen lassen. Lediglich musste er die Strategie ändern, wie mit seiner Heiligkeit besprochen und von ihr voll gedeckt. Er machte sich keine Illusionen über die Missionierbarkeit der chattischen Herzen. Sie mit einem Taufgeschenk zu ködern, hatte bei den Ärmeren zwar gewirkt, war aber ein Pyrrhussieg, zumal sie dafür jeden Unsinn versprochen hätten. Es war, als würde man Wildschweine mit Eicheln in eine Kapelle locken und dann meinen, sie kämen aus Frömmigkeit. Nein, diese Geschenke bargen keinen Sinn. Das beste Mittel zur Bekehrung war immer noch Furcht. Papst Gregor der erste hatte zwar das Konzept der Angst vertreten, doch nur für die Reichen anwenden lassen. Den Armen hingegen kam er mit Versprechungen und Gaben. Leider hatte er in all seiner Weisheit vergessen, dass die Armen durch Geschenke nur gierig wurden, nicht aber eben gläubig.

Ende Teil II

Geismar – Teil I, geschrieben von Michael

Samstag, 21. Juli 2018

Sonnwend, Anno Domini 723, in einem Wald an der Eder die durch das Land des Stammes der Chatten fließt.

In nomine patri et filii et Donari et Wodani, Amen.“

Das akurat an die Wand genagelte Kreuz besteht lediglich aus zwei Buchenholzästen, wie man sie nach jedem Sturm im Wald auflesen kann. Darauf eingeritzt und rötlich gefärbt, sind undeutlich die Runen Isa, Ehwaz, Sowilo, Uruz und nochmals Sowilo zu erkennen: IESUS. Der von fadenscheinigem Sackleinen umhüllte Mann mit dem räudigen Bart versucht eine ungelenke Verneigung davor und stopft sich danach ein Stück hartes Brot in den zahnarmen Mund. Dann erhebt er sich und legt ein Zweiglein Mugwurz auf die verhalten vor sich hinglimmende Opferschale aus rohem Ton.

Staubflocken gondeln durch die grobe Bretterbude am Waldrand, die nur ein winziges Guckloch an der Tür, doch keinerlei Fenster besitzt. Durch Ritzen dringt das Licht des jungen Junitages herein, lässt das ungeordnete Innere erahnen: Ein paar zerlumpte Leinenfetzen auf dem festgestampften Boden, Beyfußwedel hängen von den Deckenträgern, ein klobiger Tisch aus wurmzerrütteter Fichte markiert die Mitte der Klause. Und ein ähnlicher Baumstrunk duckt sich als Hocker an ihn heran. Darüber die dünne Stimme des Eremiten: „Pater noster qui es in Asgard sanctificetur nomen tuum….“

Plötzlich reißt das Schlagen von Hufen, Schaben von Eisen und Rasseln von Ketten in die summende Stille des morgendlichen Waldes. Harsche Befehle werden gegeben, unverständliche Rufe laut. Dann fliegt die Tür der Klause auf, sodass die Räucherschale zu Boden fällt. Quiekend stürzt sich eine Maus ins nächstbeste Loch und das Ast – Runifix Kippt von der Wand. Eine Wolke aus Schwebeteilchen erhebt sich und gibt erst nach und nach den Blick auf Bewaffnete Männer frei, die etwas unschlüssig im Eingang stehengeblieben sind.

Bist du der…äh… gefährliche Frevler Adalmar?“ Dem bellenden schwarzbärtigen Mann scheinen selbst Zweifel zu kommen, als er die dürre Gestalt erblickt, die , etwas blöde vor sich hinlächelnd nun aus dem Staubnebel tritt . Er räuspert sich, dann nimmt er den Ton zurück: „Also zumindest gotteslästerlich..?“ Der Asket antwortet nicht und blickt durch den Besucher hindurch. Alles wartet kurz. Dann taucht hinter den Gerüsteten ein weiterer Mann auf. Er trägt keine Waffen, dafür einen beigewollenen Missionarshabit, sowie ein hölzernes Kreuz in der Rechten. Er drängt die Bewaffneten beiseite, und seine Augen leuchten in Triumph, indes er vortritt und die Hand nach dem Alten ausstreckt:

Natürlich ist er es! Ich kenne ihn lang genug! Adalmar, der letzte der Eremiten von eigenen Gnaden. Einer derjenigen die die heilige Schrift mit den alten Götzengeschichten vermischt. Der sich Bekehrer nennt und dabei Christus unsern Herrn neben Balder und Frigg stellt, als ob der Erlöser nur ein weiterer dieser aus grauer Vorzeit übriggebliebenen Dämonen wäre! Adalmar, der allerletzte der gottverfluchten chattischen Quatschprediger , die der Teufel geschickt hat, damit sie ihre selbstgeschnitzten Karikaturen der Bibel verbreiten! Oh, Wehe der heiligen Mission, solange solche Zerrbilder ihren Namen missbrauchen! Es sind dies schmarotzende Mitfahrer der Christianisierung, deren Irrlehre von den, ohnehin im Morast versunkenen heidnischen Landen, wie ein Schwamm aufgesaugt wird.“

Die Bewaffneten klappen den Mund auf und wieder zu. Offensichtlich verstehen sie kein Wort, wissen aber auch nicht, ob, oder wie überhaupt sie eingreifen sollten.

Der Mann im Habit ist aber nicht zu bremsen: „Seht euch diese elende Dreckshütte an! Wer denkt er, dass er ist? Der Eremit Antonius? Benedikt von Nursia? Ist dies das Tal zu Subiaco??!“ Sein Blick schweift lauernd umher, dann springt er vor, reißt das Holzkreuz mit den Runen hoch: „Hier! Was sag ich?! Zauberzeichen auf dem heiligen Symbol unseres Erlösers und Herrn Jesus Christus!“

Beides kann nebeneinander bestehen…es sind nur verschiedene Seiten der Wahrheit…“ Der Alte spricht nun, im Gegensatz zu seiner Murmelei von vorhin, mit unerwartet klarem Ton. Er stellt es beiläufig in den Raum, wie ein Wachslicht. Doch leise genug, dass jeder es versteht. Einzig der Kuttenträger geht darüber hinweg und beginnt gestikulierend auf und ab zu laufen: „Seine Heiligkeit selbst hat gewarnt vor Subjekten wie ihn, die zugelassen haben, dass die Heiden Gott, den Vater, einfach in ihre Götzen eingliedern und weitermachen wie bisher. Dank solcher Subjekte ist die Taufe in den Missionsgebieten das Wasser nicht wert, das sie kostet. Kaum drehen wir uns um, werden sie rückfällig und finden lustvoll Bestätigung in seinen Irrlehren.“ Dann bleibt er stehen und spricht den Klapprigen direkt an: „Wir wissen, dass du Absolutionen im Namen Wotans erteilt hast. Du vergibst Heiden, die vorher schon bei uns zur Taufe waren, doch nicht um sich zu bekehren, sondern lediglich um, wie es leider Brauch des Bischofs ist, ein neues Hemd geschenkt zu bekommen. Dafür sogar öfter. Drei Taufen, drei Hemden! Und dann ab zu dir, damit ihnen die alten Götter nicht böse sind. Nur unserer Güte sowie der Abwesenheit des Bischofs war es zu verdanken, dass du hier noch geduldet wurdest. Bis jetzt.“ Dann, viel lauter, wie um die Waffenträger zu beeindrucken: „Doch die Zeit deiner Fehlpredigten ist vorüber. Denn ich habe schlechte Neuigkeiten für dich, Alter: Der Bischof ist wieder da.“ Der Eremit hebt den Kopf ein

Stück: „So? Ich dachte, er bliebe endlich in Rom, bei seinem Herrchen…“ Der Kuttenträger namens Witta zögert kurz, dann richtet er sich zu voller Größe auf: „Pech für dich, Adalmar. Die Zeit der lahmen Duldung deiner Sorte ist endgültig vorbei. Er, dessen Namen du schmähst, verfügt nun über neue Vollmachten, höhere Würden und viel mehr Männern als je bisher. Und er hat großes vor. Denn, höre, du Relikt:

BONIFATIUS IST ZURÜCK!“

Ende Teil I

Heiden-TV-Projekt „Swastika“: Einladung an Nazis und völkische Verharmloser, geschrieben von MartinM

Samstag, 24. Februar 2018

Thomas „Voenix“ Vömel ist ein begabter Zeichner und ist als Künstler in „Heidenkreisen“ sehr beliebt. Auch ich schätze viele seiner künstlerischen Arbeiten. Nicht alle, da viele seiner Karikaturen unübersehbar sexistisch sind. Und vieles, was es so schreibt und sagt, kommt mir ausgesprochen esobärmlich vor: Unreflektiert und mitunter naiv bis zur Weltfremdheit. Bei vielen von seinen vermutlich immer gut gemeinten und manchmal auch wirklich guten Aktionen fiel mir ein unschönes „Wir-gegen-die“-Denken auf. Völkische Esoteriker, rassistische Germanenschwärmer, sogar offensichtliche Nazis? „Egal, wir sind doch alle Heiden und müssen doch zusammenhalten!einself!!!! Wir müssen auch anderen Auffassungen gegenüber tolerant sein!!!!“
Dumm nur, dass Toleranz gegenüber Intoleranten eine schlechte Idee ist. Wenn es jemanden gib, auf den der alte Singvøgel-Song „Freundchen“ zutrifft, dann auf Voenix.
Als seinerzeit auf einer u. A. von Voenix organisierten Demonstration gegen das Bonifatius-Denkmal in Fritzlar der zumindest in Heidenkreisen als solcher bekannte „Nazi-Druide“ „„Burgos von Buchonia“ teilnahm, da kamen Zweifel daran auf, ob Voenix nur fahrlässig naiv ist. Oder ob er nicht doch Sympathien für völkische Esoterik und extrem rechte „Weltdeutungen“ hegt.

Nun hat er über sein Projekt „Heiden TV“ angekündigt, dass er die Swastika rehabilitieren will. Eine mehrteilige Video-Reihe zu diesem Thema ist geplant. (Facebook-Link.) Blickfang ist ein lachendes und winkendes gelbes Hakenkreuz.

Das Hakenkreuz ist allerdings zu Recht extrem negativ besetzt. Schließlich wurde unter diesem Symbol millionenfach gemordet. Es steht für eine offen menschenfeindliche Ideologie und eine historisch bespiellose brutale verbrecherische Praxis. Deshalb ist das Hakenkreuz in sämtlichen Formen in Deutschland und Österreich auch als verfassungsfeindliches Symbol verboten. Das fröhliche Hakenkreuzmännchen, das wie das NS-Hakenkreuz auf einer Spitze steht, ist eine Verhöhnung der Opfer des Naziregimes.

Ja, es stimmt, die Swastika hat im Buddhismus und im Hinduismus ganz andere, positive, Bedeutung. Ja, es stimmt auch, sie war vor den Nazis auch in Europa ein weit verbreitetes Symbol. Aber: Um die Swastika, das „Sonnenrad“ rehabilitieren zu können, muss zunächst das Hakenkreuz gebrochen werden! Mit anderen Worten: Der Kampf gegen Nazis und andere Menschenfeinde hat absolute Priorität. Erst wenn es auch die Strukturen, aus denen heraus alte wie neue Nazis agierten und agieren, nicht mehr gibt, kann auch nur daran gedacht werden, das Sonnenrad wieder öffentlich als Symbol zu verwenden. Also, wie es in Europa und Nordamerika gerade aussieht, auf Jahrhunderte hinaus nicht!

Dass seitens Heiden-TV auch eindeutig extrem rechte Kommentare nicht unterbunden wurden, spricht für sich. Angenommen, es ginge der Aktion wirklich darum, die Swastika zu rehabilitieren, vom „Nazidreck“ zu reinigen, dann müssten doch wenigstens die menschenverachtenden „Wir sind doch keine Nazis, aber …“-Sager konsequent ‚rausgeworfen werden.
Es ist schon angesichts der Facebook-Kommentare deutlich zu erkennen, wohin dieser Versuch, die Swastika zu „reinigen“ führt. Wohin wohl jeder Versuch, hier und jetzt dieses Symbol zu rehabilitieren, zwangsläufig führen wird, auch ohne den Kuschelkurs gegenüber Menschenfeinden, der leider für Voenix und seine Anhänger typisch ist. Nämlich zu einer widerwärtigen Relativierung und Verharmlosung der abscheulichsten Verbrechen der deutschen Geschichte. Schöne „Reinigung“, bei der so viel brauner Dreck hochgespült wird!

Es ist auch absehbar, welche Folgen solche Aktionen für uns haben: Es wird noch schwieriger werden, sich als Heide von der braunen Scheiße abzugrenzen. Vor allem in Zeiten wie diesen, in denen verdammt viele Parolen wieder sagbar werden, die jahrzehntelang zurecht tabu waren. In denen de-facto faschistische Parteien in die Parlamente gewählt werden.

Sie signalisieren nämlich, dass alle Abgrenzung einzelner Heiden oder heidnischer Gemeinschaften von extremen Rechten vielleicht nur Lippenbekenntnisse sein könnten. Wir werden, als Heiden, nicht „verfolgt“. Wir werden beargwöhnt. Und zwar in manchen Fällen leider gar nicht mal zu Unrecht.

Nutzen aus solchen Aktionen wie der versuchten „Hakenkreuzreinwaschung“ ziehen einzig und allein die Kackbraunen!

Wikingerkult und Rechtsextremismus – Teil II, geschrieben von MartinM

Samstag, 09. Dezember 2017

WAS ALSO TUN GEGEN DEN „BRAUNEN GERMANEN-KULT?“

Eine Antwort gab aus dem Plenum heraus Professor Rudolf Simek. Er forderte seine Fachkollegen auf, sich mehr für populärwissenschaftliche Arbeiten zu öffnen und eventuell sogar Beiträge für Illustrierte zu verfassen, denn „(…) wenn wir es nicht tun, tun es andere (…)!

Simek zeigt durch eigene an ein breites Publikum gerichtete Veröffentlichungen und durch seine Zusammenarbeit mit Tommy Krappweis schon seit Jahren, wie so etwas aussehen kann.
Auch die Broschüre „Nazis im Wolfspelz“ von Karl Banghard, Leiter des Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen, ist ein guter und wichtiger Ansatz. (Download.) Leider scheint Banghard der einzige seiner Zunft zu sein, der sich bisher überhaupt öffentlichkeitswirksam mit dieser Problematik auseinander gesetzt hat.

Die Broschüre hat aus meiner Sicht einige Mängel, etwa den, dass er seine Darstellung an einer Veranstaltung im polnischen Wollin festmacht – die Rechtslage ist in Polen eine andere, was deutsche „Braunwikinger“ ebenso ausnutzen wie russische „Faschos im Slawenkittel“, von einheimischen Rechtsextremisten ganz zu schweigen. Auch wird die von Banghard zurecht angegriffene Gruppe „Ulfhednar“ heute nicht mehr von einigermaßen seriösen deutschen Veranstaltern gebucht, da sich ihr Umgang mit Hakenkreuzen und völkischen Geschichtsklischees herumgesprochen hat. Die aktuellen Verhältnisse sind also weniger schlimm, als es bei der Lektüre dieser Broschüre den Anschein haben könnte.
Dass sich einige Wikinger-Darsteller und Veranstalter von Wikinger-Märkten ect. von Banghards Darstellung auf den Schlips getreten fühlen, kann ich teilweise nachvollziehen. Die Be- und Zuschreibungen der in der Broschüre dargestellten Symbole sind meines Wissens korrekt, aber, da gebe ich Ralf recht, zu oberflächlich gehalten – sie gehen über die bekannten Auflistungen suspekter und verbotener Symbole kaum hinaus.
Allerdings wäre eine tiefer gehende Darstellung in einem knapp 60 Seiten langen umfangreich illustrierten Heftchen kaum zu machen. Die Broschüre kann allenfalls ein Einstieg sein. Der allerdings andere allgemeinverständliche vertiefte Medieninhalte zum Thema voraussetzen würde, die es kaum gibt.

Sogar die auch von mir an anderen Stelle kritisierte Ausstellung „Graben für Germanien“ war ein notwendiger Beitrag zur Aufarbeitung der „völkischen Achäologie“, vor allem in der Nazieit, des von ihr propagierten Germanenbildes und ihrer Raubgrabungen und Beutezüge in den nazideutsch besetzten Gebieten. Allzu gerne wird nämlich „vergessen“, wie tief die deutsche Archäologie mit dem „Ahnenerbe“ der SS oder dem „Amt Rosenberg“ verstrickt war, und wie wichtig populäre archäologische Darstellungen für die Nazi-Propaganda waren. (Meine Kritik bezog sich vor allem auf den Teil der Ausstellung, der das Fortwirken der völkischen Germanen-Ideologie nach dem Ende Nazi-Deutschlands 1945 zu Thema hat.)

Was Veranstalter unbedingt brauchen

– Es sind klare Regeln, die szenetypische Kleidung bei Besuchern und vor allem der Verkauf und die Präsentation entsprechender Symbole durch Mitwirkende (Reenactors und Händler) verbieten, und der Wille, diese Verbote gegebenenfalls konsequent und hart durchzusetzen. Meistens wurden solche Regeln leider erst nach Auffälligkeiten entwickelt – und allzu oft braucht es einen handfesten Skandal, um den laxen Umgang mit „Armanen-Runen“, historisch unbelegten Hakenkreuzen und ähnlichem zu ahnden.
Sogar in den Hausordnungen der meisten Museen fehlen solche Verbote.

Vorbildlich ist in dieser Hinsicht das Kreismuseum Wewelsburg. Es hat sich eine äußerst rigorose Hausordnunggegeben, welche wahrscheinlich keinen Raum mehr für rechtsextremistische Inszenierungen lässt. Vor allem der Punkt „insbesondere das offene Tragen jeglicher rechtsextremer Kennzeichen ist nicht erlaubt“ wird konsequent durchgesetzt – „jegliche rechtsextreme Kennzeichen“ umfasst im Zweifel alles, was extrem rechts sein könnte – der Verdacht reicht nach Hausrecht völlig aus, um den Zutritt zu verwehren. Also muss nicht nur der Thor-Steinar-Pullover ausgezogen werden, sondern auch das Basketball-Trikot mit der Rückennummer 88, und Thorshämmer sind bitte, wenn überhaupt, verdeckt zu tragen. Und zum Rauswurf reicht auf der Wewelsburg ein schlechter Witz oder eine zynische Bemerkung – mit Recht angesichts der Bedeutung als Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus!

Eine ähnlich straffe Hausordnung hat das Freilichtmuseeum Oerlinghausen, die allerdings dem Vernehmen nach nicht ganz so rigoros durchgesetzt wird. (Also z. B. Ermahnung statt gleich Hausverbot. Das ist angemessen, denn es ist ja auch keine Gedenkstätte und auch kein „rechter Wallfahrtsort“.)

Ob harte Regeln auch für andere, weniger im Brennpunkt rechter Ideologen stehende, Museen ein akzeptabler und gangbarer Weg ist, ist eine Frage der konkreten Situation. Ich denke, Regeln nach Wewelsburg-Vorbild gehören in alle Hausordnungen, wie hart sie dann durchgesetzt werden, hängt vom einzelnen Museum an – z. B. wäre es schlicht nicht möglich, Thorshammerträger_innen aus dem Museum Heithabu zu verweisen, oder in einem viel besuchten Freilichtmuseum alle Kleidungsstücke auf mögliche Nazi-Codes zu checken.

Sehr nachahmenswert ist die Aktion Flagge zeigen gegen Geschichtsmissbrauch, für die Ralf folgenden Aufkleber für Läden und Verkaufsstände entworfen hat:

Das alles kann aber nur ein Beitrag sein – entscheidend ist es, den völkischen Geschichtslegenden die (mindestens ebenso spannenden) historischen Tatsachen entgegen zu setzten.

Knapper Hintergrundartikel von „blick nach rechts“ (brn): Brauner Germanenkult
Ein Artikel im „ND“, der das zentrale Problem herausarbeitet-:
Verleumdung und Verharmlosung
Bericht des „Flensburger Tageblatts“:
Bedenklicher Wikingerkult

Wikingerkult und Rechtsextremismus – Teil I, geschrieben von MartinM

Samstag, 02. Dezember 2017

Die Fachtagung mit dem Titel „Odin mit uns! – Wikingerkult und Rechtsextremismus“ fand am 9. und 10. Oktober 2017 in der Akademie Sankelmark statt. Anlass war ein Vorfall auf den Wikingertagen in Schleswig 2016, als ein Darsteller mit einem achtspeichigen Hakenkreuzmotiv auf seinem Schild kämpfte, und das zunächst sowohl beim Veranstalter wie bei der Lokalpresse „durchrutschte“.
Der Vorfall belebte eine schon lange andauernde Diskussion: Wird die suspekte Symbolik aus Naivität, der Provokation halber oder als politisches Statement verwendet?
Dahinter steckt ein Kernproblem, dass Gideon Botsch (Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus der Universität Potsdam) auf der Tagung als eine „historisch-fiktionale Gegengeschichte“ beschrieb, die durch das rechtsextreme Spektrum geschaffen wurde. Auf der Website der Tagung wird das Problem „völkische Geschichtsklitterung“ so umrissen:

Fakt ist, dass sich in Bereichen, in denen angeblich authentische Darstellungen von Wikingern eine Rolle spielen, Rechtsextreme mit ihren Wertvorstellungen viele Anknüpfungspunkte finden. Hier können sie ihre ideologischen Botschaften hinter historisierenden Ausstattungen und Symboliken verbergen. Dies geschieht im Umfeld von Reenactment und diversen Wikinger -, Mittelalter oder Musikfestivals, im Vikingrock und Paganmetal oder in neopagenen religiösen Gruppen – die Grenzen zwischen wissenschaftlich nachweisbarer Realität, folkloristischer Aufbereitung und politischer Pose verschwimmen immer wieder.
Ob Rituale, Runen, Musik oder Kleidung – Wikingermotive und Mythen dienen der extremen und neuen Rechten als Fundamente für eine Identitätsproduktion, die immer noch in der „Blut und Boden“ Ideologie verankert ist.
Die Fachtagung will aus multidisziplinärer Perspektive mit Expert_innen aus Theorie und Praxis den Verbindungslinien von Wikingerkult und Rechtsextremismus nachgehen.

Damit ist ein harter Vorwurf sowohl an Menschen aus den Bereichen „Reenactment“ und „Living History“, also der möglichst realitätsnahen Dastellung historischer Ereignisse und Kulturen, hier des Frühmittelalters, wie an Heiden verbunden: Sowohl Geschichtsdarsteller wie „neopagane religiöse Gruppen“ würden das wissenschaftliche Bild der Wikingerkultur verfälscht darstellen.
Offizielle Dokumentation der Veranstaltung: Dokumentation – „Odin mit uns!“ Wikingerkult und Rechtsextremismus.
Einen Bericht mit lesenswerten Gedanken schrieb Ralf Matthies (Eldaring), in dem er einige Schwächen der Veranstaltung darlegte: Nachgedanken zur Fachtagung „Wikingerkult und Rechtsextremismus“.
Ralf bemängelt unter anderem, ausgerechnet die „oberflächliche mediale Sommerloch-Berichterstattung über die Schildbemalung mit einem Hakenkreuz“ als Aufhänger zu wählen – das musste, Ralf zufolge, in Anbetracht der vorausgegangenen Diskussionen innerhalb der Reenactment-Szene „nach hinten losgehen“. Die Unsachlichkeiten riefen Trotzreaktionen und Verweigerung hervor.
Ähnlich sähe es bei den Heiden aus. Wenn auf einem Workshop allen Ernstes auch darüber diskutiert wird, ob „ein Anknüpfen an germanische Religionen immer rechts konnotiert sein muss“, dann trüge diese Unwissenheit mit Sicherheit nicht zum Brückenschlag bei.
Ralf stellt sarkastisch fest, dass man im Einladungstext genauso gut eine andere Frage hätte formulieren können: „Muss die heutige Archäologie zwingend am rechtsextremen Ahnenerbe anknüpfen?“ Wieviele Archäologen wären dem Ruf zur Tagung dann wohl gefolgt und hätten daran teilgenommen?
Ralf bemängelt auch, dass während der Tagung Begriffe wie „erfundene Religion“ und andere unschöne Formulierungen gefallen wären.
Problematisch wäre auch, dass der Workshop „Neopagane Religiösität und ihre wikingerzeitlichen Vorbilder“ durch einen evangelischen Theologen geleitet wurde, welcher die Stellung eines „Beauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen“ einnimmt. Herr Dr. Pöhlmann mag fachlich kompetent sein, er ist aber zwangsläufig parteiisch, und damit als Leiter und Moderator ungeeignet.
Letzten Endes waren die, die es in ersten Linie angeht – die Wikinger-Darsteller und die germanisch orientierten Heiden – nur spärlich vertreten, und die meistens davon in „Doppelfunktion“, etwa Museumsleute, die Erfahrung mit Living History haben.

Mit anderem Schwerpunkt berichtet eine junge Archäologin auf ihrem Blog „Miss Jones“:

Tagungsbericht „Odin mit uns“ – Fachtagung zu Wikingerkult und Rechtsextremismus
Bemerkenswert erscheint mir „Miss Jones“ Feststellung, dass die meisten Anwesenden einen fachwissenschaftlichen Hintergrund hätten, welcher ihnen einen Bezug zu einem der beiden Themenfelder bot: entweder Menschen die sich aus vielen Perspektiven mit Archäologie auseinandersetzen, oder Menschen, die sich mit Rechtsextremismus auseinandersetzten. „Das hatte zur Folge, dass der gegenseitige Bildungsgrad für das jeweils andere Thema oftmals relativ gering war. Auch die Verständnisse der Art und Weise, wie die jeweiligen Herangehensweisen grundlegend funktionieren, waren wenig bis gar nicht ausgeprägt.“

„Jones“ hätte sich beispielsweise ein weniger plakatives Thema für eine Podiumsdiskussion gewünscht, als ausgerechnet „Wikinger mit Hakenkreuz? Wie authentisch muss eine lebendige Vermittlung von Geschichte sein?“

Die Hauptproblematik bestand dabei darin, dass es der wissenschaftlichen Seite von vornherein gelang, rechten Radikalismus als Problem der Reenactmentszene zu definieren, sodass Vertreter dieser Gruppierungen von vornherein einem Rechtfertigungszwang unterlagen. Die teilweise sehr reflektierten Aussagen teilnehmender Vertreter dieser Gruppierungen minderten diesen Diskurs jedoch nicht. Dabei ist für den Zeitraum der gesamten Tagung zu verzeichnen gewesen, dass nationalistisches Gedankengut einer am Rand stehenden Minderheit zugerechnet wurde. Eine Eigenreflektion auf mögliche rechte Gedanken in eigenen inneren Diskursen und Gedanken welche sich bereits in der Mitte der Gesellschaft befinden, und damit in Rückkopplung einen Einfluss aus gesellschaftswissenschaftliche Analysen wie in der Archäologie haben, fand dabei nicht statt. An Stelle dessen wurde dieses Phänomen von vornherein ausgeschlossen

Nehme ich Ralfs und „Jones’“ Beobachtung zusammen, mussten die meisten „Workshops“ und Vorträge mangels eigentlich notwendigen gemeinsamen Vorwissens zwangsläufig oberflächlich bleiben. Womit dann auch die gesamte Tagung ergebnissarm bleiben musste.

Zurück zum zentralen Problem, nämlich dem, dass „die Wikinger“ für Neonazis und „neue Rechte“ eine Art „trojanisches Pferd“ sind, mit dem sie ihre rassistische Weltsicht in das Geschichtsbild der „Normaldeutschen“ schleusen. Schon die „alten Nazis“ waren erschreckend erfolgreich damit gewesen, Geschichte in ihrem Sinne zu erzählen, um unterschwellig ihre Weltanschauung in die Köpfe der Deutschen zu pflanzen. Daraus ergibt sich die drängende Frag: Was kann man dem entgegen setzen?
Erschreckend ist auch, wie vielen Mitwirkenden der heutigen Wikingerszene gar nicht bewusst ist, welche Faszination sie mit ihrer Darstellung für die Anhänger nordischer Rassenlehren ausüben. Besonders deutlich wurde dieses, als 2016 plötzlich Bilder von Wikingerdarstellern auf Facebookseiten auftauchten, die sich „Save our White Children!“ und „Proud European Heritage“ nannten. Dort wurden sogar Fotos von Kindern aus der Reenactmentszene ungefragt politisch verwendet, und Fotos von Wikingerdarstellern ohne deren Kenntnis, geschweige denn Zustimmung, mit Texten wie „I am proud to be a white heterosexual!“ versehen.

Nicht minder erschreckend ist meines Erachtens das geringe Problembewusstsein vieler Archäologen und Museumsleute, und der generell veraltete und unzureichende Kenntnisstand vieler der beteiligten Teilnehmer. Ralf schreibt:

Was sich themenbezüglich alleine in den letzten zehn Jahren in sozialen Netzwerken oder auch in Diskussionsforen entwickelte, war den meisten Wissenschaftlern auf dieser Tagung leider nahezu unbekannt. Diese Unkenntnis wurde auch kurz thematisiert und es wurde festgehalten, dass hier Nachholbedarf besteht. Wie das allerdings gehen soll, wenn sich die Forscher auch zukünftig verweigern, an profanen Diskussionen teilzunehmen, bleibt zunächst noch ein Rätsel. Was hilft es, die geschichtliche Parallelentwicklung von Archäologie als Wissenschaft und die Begriffsbildung von Nation als eine Ursache der Problematik klar herauszuarbeiten, wie es Dr. Ulf Ickerodt in seinem Vortragsteil tat, wenn es „nicht Aufgabe der Forschung ist, ihre Ergebnisse einem breiten Publikum vorzustellen“? Sollte sich Forschung nicht mit aktueller Recherche nach Wikingerrezeption verbinden, wie sie beispielsweise Jan Raabe durch den aktuellen Besuch der Wikingertage und detaillierte Kenntnisse im Bereich Neopaganismus erbringt? Er gilt als Experte für Rechtsrock, konnte jedoch mit seinem Vortragsteil genau diese Verbindung zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und „Umsetzung“ des Wikingerbildes verdeutlichen.

Angesichts dessen wundert es mich nicht, dass zwar gern auf „Freizeit-Wikinger“ und „Germanengläubige“ gezeigt wird, aber der eigene Anteil daran, dass völkische Geschichtsklittierungen auf dem Vormarsch sind, von Fachwissenschaftlern und Museen fast durchweg übersehen wird.

Ende Teil I