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Geismar – Teil VI, geschrieben von Michael

Samstag, 22. September 2018

Was danach geschah

Nur drei Tage nachdem Bonifatius vor unzähligen Zeugen, beim Versuch, die heilige Eiche von Geismar zu fällen, vom Hammer des Donnergottes, der direkt vom Himmel auf ihn herabgefallen war, niedergestreckt wurde, ließen die Franken die Feste Büraberg auf. Die geistlichen Begleiter des Missionars, allen voran seine persönlichen Assistenten und Günstlinge Wunibald und Witta, die vor allem die Aufgabe gehabt hatten, die Lebensgeschichte des Bischofs aufzuschreiben und die Fortgänge der Heidenbekehrung aufs Günstigste festzuhalten, hatten eingesehen, dass ihres Bleibens in den spontan repaganisierten Landen nicht länger sicher sein konnte, und beschlossen, den wie durch ein Wunder am Leben gebliebenen „geliebten Sohn“ Papst Gregors Richtung Süden zu übersiedeln. Vorzugsweise ins Italische.

In der Aufregung wagte keiner, weder Franke noch Chatte, den Hammer aus der Nähe zu betrachten, oder gar ihn anzurühren. Als man später, nachdem sich die Wogen ein wenig gelegt hatten, auf dem leeren Platze danach suchte, war er tatsächlich verschwunden, was die meisten für logisch erachteten, kehrte doch der Hammer des Donnerers , wenn hier auch ein wenig zeitverzögert, stets in dessen Hand zurück. Lediglich Brun, der Sohn des Schmiedes und dessen viertelkretinesker Freund Gerwulf

kannten die Wahrheit über das Werkzeug und waren es wohl auch, die es heimlich in die Schmiede zurückgehängt hatten. Allein sie hätten aus Angst vor Strafen nicht gewagt darüber zu sprechen, also bewahrten sie Schweigen bis sie selbst die offizielle Version des Hammerfalls glaubten, oder sich zumindest als Werkzeuge einer höheren Macht verstanden.

Das Ereignis selbst, dessen Bericht als streng geheimgehaltenes Dokument Papst Gregor Wochen später erreichte, wurde als Blendwerk des Teufels deklariert, das Schriftstück selbst verbrannt und Witta beauftragt, eine Gesta Bonifatii, eine ab der Fällung fiktiv weitergeführte Lebensgeschichte des Bonifaz zu konstruieren, die in Form von sporadischen Briefen in Rom zu den Akten gesammelt wurde. Darüberhinaus wurde Witta angewiesen, dann und wann, so es nottat, auch selbst als Bonifatius aufzutreten, damit niemand an der Lauterkeit der Berichte Zweifel anmelden konnte.

Ein gewisser Lullus, der dann ab den vierziger Jahren vom Lateran dazu bestellt wurde sich der Causa anzunehmen, sichtete und filterte das Material, wobei aufs Strengste darauf geachtet wurde, Bonifatius nur im allerbesten Lichte glänzen zu lassen. Zu den mithin kühnsten Konstruktionen zählten unter anderem die bis ins Detail fingierte Gründung des Klosters Fulda, zu deren Geschichte Spezialisten der Kirchenführung eine Menge gefälschter und artifiziell durch Kuhpisse gealterte Dokumente beisteuerten. Ebenso erfand man die Ernennung des Protagonisten zum Erzbischof und die Gründungen der Bistümer Eichstätt, Erfurt und Würzburg. Dass Witta sich selbst zum Bischof von Büraberg ernennen ließ, grenzte allerdings an Vermessenheit.

Rund dreißig Jahre nach Geismar, als Lullus als Biograph des mittlererweile zum Erzbischof mutierten Bonifaz langsam das Gefühl beschlich, dessen Lebenserwartung würde so nach und nach über das Maß des Plausiblen hinauswachsen, erfand er, ganz nach dem ursprünglichen Willen seines Herren, einen schneidigen Märtyrertod für den Verehrten und ließ ihn auf dem Papier von einer Horde entfesselter Friesen in der Nähe von Dokkum ermorden. Die Anzahl der Begleiter wurde später von zwölf auf zweiundfünfzig – für jede Woche im Jahr einer -korrigiert, weil jenes dann doch zu sehr an die Apostel gemahnte. Lullus ́ Schüler Willibald wiederum erhielt das gesammelte Konzept und die Order eine stimmige Art Heiligenlegende daraus zu verfassen, die man, nach Abnahme durch den Vatikan, (mittlerweile trug der dritte Gregor die Tiara) den Klösterskriptoren zum Kopieren ausleihen konnte, denn nun, nach dem offiziellen Ableben des Protagonisten konnte man endlich daran gehen, sie zu verbreiten. Kurze Zeit später schickte man den Oberkieferknochen eines Maulesels nach Rom, der dort bis zu seinem spurlosen verschwinden

während des Papstbasilikabrandes im Jahre 1823 als Bonifatius – Reliquie verehrt wurde.

Bonifaz selbst nannte sich wieder Wynfreth und verbrachte den Rest seiner Tage – bis zu seinem friedlichen Strohlagertod im siebenundneunzigsten Lebensjahr – damit, den Pförtner eines Klosters in der Nähe Ravennas zu machen. Er konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, jemals, oder zu welchem Zweck in deutschen Landen gewesen zu sein, aber das trübte seinen Sinn kaum. Abgesehen davon, dass er manchmal mit seinem Trinkbecher Konversation machte oder vereinzelt die eine oder andere Kerze verspeiste, konnte sich niemand über Auffälligkeiten beklagen und er war allseits geschätzt und beliebt.

Allgemein blieb Deutschland heidnisch, obgleich die neue Zeitrechnung größtenteils beibehalten wurde. Rom blieb das Zentrum der Christenheit, der Sektenchef, weiterhin Papst genannt, behielt dank kluger Verhandlungen seinen Sitz daselbst, allerdings in Form einer zwei Zimmer Wohnung mit Blick auf den Tiber. Die Christen existierten als Glaubensgruppierung weiter, führten aber ein Schattendasein gleich jenem der ersten Säugetiere neben den Dinosauriern und hatten sich vollständig abgewöhnt, irgendjemanden bekehren zu wollen. Nicht zuletzt aufgrund dieses Umstandes ließ man sie in Ruhe und gestattete ihnen schließlich mit Toleranzedikten, wie zum Beispiel jenes von König Balrabuwids des Bartfreien, aus dem Jahr 1024, die Ausübung ihrer Rituale, solange sie niemanden damit behinderten.

Lediglich zweimal fielen sie in all den Jahren unangenehm auf. Erstens, als gegen Ende des 11. Jahrhunderts ein seltsamer Prediger aus Frankreich einige Stammesfürsten aufsuchte, um sie zur Unterstützung eines fragwürdigen Projektes zu gewinnen: Man sollte Krieg gegen Jerusalem führen um das, wie er es nannte, heilige Land, – was seltsam war, zumal doch jeder wusste, dass das heilige Land vor der Tür lag und sicher nicht in irgendeiner fernen Wüstenei – von irgendwelchen Sarazenentämmen zurückzuerobern. Die Fürsten fanden die Geschichte recht amüsant, ließen den Mann, man nannte ihn Peter den Einsiedler, aber bald entfernen, als er vehement versuchte, Gelder für sein wahnwitziges Projekt zu lukrieren und allen damit auf die Nerven fiel.

Vier Jahrhunderte Später versuchte ein gynophober Neurotiker Namens Heinrich Kramer, der sich Instinktoris oder so ähnlich nannte und selbst einer Minderheitengruppe , welche ein gewisser Dominikus ins Leben gerufen haben soll, zurechnete, eine Frau anzuklagen, die ihn angeblich versucht hatte zu verhexen, worauf beim Thing in Speyer entschieden wurde, er solle sich doch freuen, wenn sich, anhand seines Äußeren, überhaupt eine Frau für ihn interessiere.

Die Eiche jedoch wurde vermittelst eines Blitzschlages im Sommer des Jahres 1207 von Donar selbst gefällt, womit er, wie viele heute noch meinen, ganz deutlich zu verstehen geben wollte, dass nur er selbst die ihm geweihten Bäume umzuhauen befugt ist.

Das Bier wurde übrigens nie mit Hopfen gebraut, weil es keine Verordnung gab, die das anaphrodisische und beruhigende Gewächs als praktikable Zutat vorschrieb. So etwas konnte nur für die keuschprüden Klostergemeinschaften, die ja auch alle Sinnesfreuden sowie Rauschzustände fürchteten, von Nutzen sein. Da sie aber kaum Einfluss auf die Gesellschaft hatten, und keine Stammesobrigkeiten ihre Grundsätze übernahmen, würzt man das Hausbier nach wie vor mit Gundermann, Beyfuß und fallweise Bilsenkraut , und das nicht zum Nachteil des Getränkes.

Adalmar blieb übrigens in seiner Hütte, baute nach einem recht plastischen Traum der von den Nornen gehandelt haben soll, das Kreuz aber zur Weltensäule um und verlegte sich auf das Ritzen von Runen. Er habe es sich anders überlegt, meinte er eines Tages und gab das rituelle Brotverteilen auf. Hrodgar gegenüber soll er später einmal beiläufig erwähnt haben, man hätte es eigentlich nicht nötig, das ohnehin schon reiche Pantheon der Altvorderen um noch ein paar Protagonisten zu erweitern.

Ach ja, und Norpe der schiefäugige, hat aufgrund all des Durcheinanders an jenem Junitag den Milcheimer, den er heimholen hätte sollen, nicht mehr vorgefunden.

Weshalb er einen neuen besorgte, was ihm seitens seiner Frau ein dickes Lob einbrachte.

Geismar – Teil V, geschrieben von Michael

Samstag, 15. September 2018

Zwei Tage vorher, am selben Platz

Die beiden Jungen Männer schirmen ihre Augen mit der Hand vor der Sonne ab. Sie umkreisen langsam den gigantischen Stamm der heiligen Eiche am Anger vor dem Dorfe und scheinen etwas in ihrem Blattwerk zu suchen. Zwei Raben diskutieren die Welt irgendwo im Geäst und hinter einem Birkenwäldchen hört man eine Ziege ihr Nachmittagslied meckern. „Ich sag dir was, da hat sicher ein Schrat, der in dem Baum wohnt, seine Hand im Spiel. Weggezaubert, verstehst du?“ Der etwas Größere wirkt unentspannt. Der Kleinere, Stämmigere lacht ihn aus: „Schweinemist! Ich hab ihn einfach so hoch geworfen, dass er jetzt da irgendwo in der

Baumkrone hängt. Ich seh bloß nicht , wo.“ Er grinst, nicht ohne gewissen Stolz. Immer noch wandert sein Blick durchs Geäst. „Du willst damit sagen, du könntest ein so schweres Werkzeug so hoch werfen, dass es sich tatsächlich außer Sichtweite in den Zweigen verfangen hat? Überschätzt du dich da nicht ein bisschen?“ „Wart ́s ab, Schlauschnauze, spätestens im Winter, wenn die Blätter weg sind, wirst du es sehen. Er hängt da oben. Immerhin hast du mir doch zugeschaut, wie ich ihn geschleudert hab!“ Der muskulöse Jüngling ahmt noch einmal seine Bewegung nach. Drei Schwünge, ein starkes Ausholen und : „Hopp! Ich hab ́s dir gesagt, ich kann es. Du hast ihn nichtmal auf Höhe der ersten Astreihe gebracht du Ziegenzumpf!“

Der Größere, es ist Gerwulf, zuckt die Achseln und scheint zu resignieren: „Meintewegen, Brun. Sagen wir du hättest gewonnen… möglicherweise. Aber was, wenn dein Vater dich nach dem Werkzeug fragt? Es sieht nicht so aus, als bekäme er es vor dem Winter wieder.“ „Sorgenfrei, Waldi,“ beruhigt ihn der Andere: „Der hat so viele davon, der merkt das nicht.“ „Wie du ,meinst,“ Gerwulf fügt sich in sein Schicksal, doch mangels eines letzten sichtbaren Beweises nicht halb so beeindruckt wie Brun es gern hätte: „Könnten wir aber vielleicht jetzt gehen? Ich meine, bevor uns jemand fragt, was wir hier tun….“ Der Sohn des Schmiedes grinst: „Einverstanden, Aber nur wenn du Auda erzählst, dass ich dich im Kräftemessen besiegt hab.“ Gerwulf lacht rauh: „Nicht ehe das Bier mit Hopfen gebraut wird.“

Vierter Tag nach Sonnwend, Festung Büraberg

Witta schreitet auf und ab, als wäre der Schrittzähler schon erfunden. Ständig schüttelt er sein Haupt, wie um die sperrigen Brocken des Geschehenen gleichsam durch einen Trichter doch noch in seinen Verstand zu zwingen. „Das können wir seiner Heiligkeit nicht schreiben! Wir können ihm nicht schreiben, was wirklich passiert ist!“ „Aber es IST passiert! Frag jene der Soldaten, die plötzlich auf die Knie gefallen sind und gerufen haben – Vergib uns, großer Herr des Donners, dass wir an dir gezweifelt und dich verraten haben! – Willst du leugnen, dass sie uns alle davon gelaufen sind? Ja dass sie uns bedroht haben, wir sollen ihre Taufe rückgängig machen? Einige haben uns die Hemden nachgeschmissen.“ Der andere, Wunibald, der zusammengesunken am Tisch kauert, windet sich wie unter Koliken. Witta läuft weiter: „Ich leugne nicht!“ „Und,“ hebt der andere erneut an, einen Tick hysterischer als zuvor: „willst du nicht gesehen haben, wie das Dorf in Jubel ausbrach, als das Unglaubliche geschehen ist?! Wie sich bereits gewonnene Getaufte plötzlich mit unverbesserlichen Heiden in den Armen lagen und wir mit einem Schlag allein gegen den Rest standen?“ Der Andere wird lauter: „Nein! Ich leugne es nicht!“ Jetzt aber kommt Wunibald richtig in Fahrt: „Und willst du

schlussendlich leugnen, dass der Bischof Bonifatius, von allen sichtbar, grauenhafterweise, als er den vierten Hieb auf den Höllenbaum tat, tatsächlich von einem…“ „Sprich nicht weiter!“ Witta wirbelt herum und schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch, sodass der Sitzende zurückzuckt. „Ich ertrage es nicht!! Wenn ich zuließe, das zu glauben, was ich gesehen, was ALLE gesehen haben, so müsste ich MEINEM Glauben abschwören und zum Heidentum übertreten!!!“

Beide schweigen. Ein dritter Mann in fränkischer Rüstung betritt den Raum. Er räuspert sich verlegen: „Es wird Zeit zum Aufbruch, ihr Herren.“ Die beiden scheinen ruckartig zu erwachen. „Natürlich….“ murmelt Witta, mühsam zusammengerafft : „Wir sollten dann… aufbrechen. Du hast recht. Wie…wie geht es ihm? Kann er gehen?“ Der Gerüstete nickt kurz: „Doch, doch. Er scheint körperlich recht in Ordnung, wenn man bedenkt, dass das Ding direkt aus dem Himmel gekommen ist,…direkt aus dem Himmel!“ „Ja, ja!“ schnappt Wunibald, worauf der Franke verstummt. Dann setzt er tonlos hinterher: „Aus dem Himmel kam er. Wir haben es alle gesehen.“ Der Franke schüttelt den Kopf und spricht halb zu sich selbst: „Ich meine gestern, als wir ihn vom Platz getragen haben, dachten wir, er sei tot. Und heute, abgesehen davon , dass er nichts redet, scheint er ganz munter.“ „Genug jetzt,“ befiehlt Witta: „Machen wir, dass wir hier wegkommen. Sag deinen Soldaten, wir brechen auf.“ „Das werde ich, Herr,“ erwidert der Geharnischte: „Bringen wir den Bischof nach Süden.“

Ende Teil V

Geismar – Teil IV, geschrieben von Michael

Samstag, 08. September 2018

Johannistag, drei Tage nach Sonnwend, am heiligen Platz

Das weite Rund um die altehrwürdige Eiche ist angefüllt mit hunderten Menschen. Viele sind gekommen, weil sie es nicht glauben konnten, was sie da gehört hatten. Andere aus purer Sensationslust, wieder andere, weil wieder andere sie mitgeschleppt haben. Einige haben sich auf ein Fest unter freiem Himmel eingestellt, reichlich mit Met vorgespült und jede Menge Pilzteigtaschen, Hühnchen in Honigkruste und Brotsuppe mitgebracht. Nur Norpe, der schiefäugige ist da, weil er den Milcheimer seiner Frau, nach einem kleinen Opfer, gestern hier stehengelassen hat und ihn wieder holen will.

Angetan mit Mitra und Stab, in einer schwarzweißen Soutane, hat Bonifatius, den sie den Missionar nennen, eine beeindruckende Prozession hierhergeführt. Fränkische Soldaten, flankiert von einer stattlichen Anzahl Kuttenträger, Handwerker und, wie es scheint, jede Menge mitgebrachter Claqueure. Die Sonne leuchtet hell vom Himmel, entfernt lagern ein paar Federwolken im herrlichen Blau. Ein zärtliches Lüftchen spielt durch die

Gewandsäume und lässt die smaragdenen Blätter der umstehenden Buchen und Linden ein perlendes Leggiero tanzen. Ebenso jene der titanesken, turmhohen Eiche, die das Zentrum des Platzes aus festgestampfter Erde bildet. Just vor ihr hat der Bischof Aufstellung genommen. Sein mitgebrachtes Gefolge bildet als lebendes Bühnenbild für das bevorstehende Drama einen offenen Halbkreis in seinem Rücken. Gegenüber lagern die Chatten, als neugierig-unschlüssiges Auditorium.

Zunächst verrichtet der Bärtige ein stilles Gebet, dann zeichnet er das Kreuz in alle Himmelsrichtungen. Seine Fraktion verneigt und bekreuzigt sich ebenfalls. Nun wendet er sich dem „Publikum“ zu und verfällt in eine Art hochfeierlichen Singsang:

Vernehmt ihr Menschen, deren Irrglaube euch den Weg in das Himmelreich bis heute verboten hat! Nicht die Sonnengötze, die lediglich eine Lampe des Herrn ist, sondern das Licht des wahren Glaubens ist in euren Schlupfwinkel gedrungen . Alle Teufelsopfer, die ihr unwissend gebracht, alle Unholde, die ihr ahnungslos angebetet habt weichen dem einzig wahren Licht: Christus , der am Kreuz gestorben ist. Er bringt euch allein die Erlösung. Ihr alle,…“ er greift mit weiter Bewegung ins Rund: „…könnt gerettet werden. Ihr seid wie Schafe, die einem falschen Hirten folgen. Deshalb bin ich, Diener des einzig wahren Hirten, gekommen, eure Blendwerke zu zerstören. Ehe das Saeculum zu Ende geht, werden alle Götzenbilder dieser Lande dem heiligen Kreuz gewichen sein.“

Hrodgar stößt seine Frau an : „Seit wann bin ich ein Schaf? Und was ist ein Säckelbum?“ Oda zuckt die Achseln. „Keine Ahnung, er will uns vor irgendwas retten. Aber schau mal, da!“

Tatsächlich produziert einer der fränkischen Soldaten eine rund meterlange Axt unter seinem Mantel hervor und reicht sie mit feierlichem Blick dem unwidersprochen vor sich hin funkelnden Kleriker.

Wie ihr alle wohl schon gehört habt,…“ hebt nun Wunibald, einer der anderen Kuttenträger an, indes Bonifaz sich meditativ versenkt wie ein Zauberkünstler vor dem Zersägen der Jungfrau: „…wird der Bischof nun diesen Baum umhauen, so dass ihr Zeugen werdet, wie schwach eure Götzen sind. Hernach werden wir aus seinen Brettern ein Oratorium zu Ehren Petri bauen und einen Zaun drumherum auch gleich. Danach ist der große Bonifaz bereit euch der Reihe nach zu taufen. Und die eine oder andere Frage zu beantworten.“

Nun, unvermittelt , setzt der Bischof den ersten Streich. Doch der Schlag ist nicht allzu kraftvoll geführt. Lediglich eine Schramme bleibt an der tiefschrundigen Borke zurück. Der erwartete Aufschrei der heidnischen Menge unterbleibt. Bonifaz hebt kurz den Blick. Schlecht, wenn bei einer

missionsdramaturgischen Handlung der Effekt versagt. Also nochmal. Bonifazius holt aus und prügelt mit aller Kraft auf den Stamm ein. Einmal- zweimal-dreimal. Borkensplitter fliegen, das Axtblatt gleitet beim letzten Schlag einmal halb ab, singt einen hellen Ton und verfehlt nur knapp das Knie des harzrünstigen Holzknechts.

Zugegeben – jetzt klafft eine Ritze im Holz des Riesen. Doch noch immer reißt sich niemand die Kleider vom Leib, noch immer stürzt keiner mit dem Ausruf: „Taufe mich!“ in die Knie, noch immer glotzen die Geismarer lediglich, als hätte ihnen jemand die Butter geklaut. Das lauteste Geräusch im Rund ist das Keuchen des Missionares.

Alles wartet

Im Hintergrund bellt ein Hund. Leise rasselt eine Rüstung. Norpe, der schiefäugige, schnäuzt sich in den Ärmel. Ein Sack Korn fällt um und einer der fränkischen Soldaten tritt einen Schritt vor. Offenbar überlegt er, Bonifaz beizuspringen, doch dieser wehrt ab. „Seht ihr?“ ruft er der Menge zu, nun wieder bei Atem: „Euer Götze tut mir nichts! Er ist ein Teufel, der gegen den Willen des einzig wahren, allmächtigen Gottes nichts auzurichten vermag. Er muss zusehen, wie ich sein sogenanntes Heiligtum zerstöre!“

Leises Gemurmel weht, einer blassen Rauchfahne gleich, durch die Menge. Von weiter hinten tönt es halblaut: „Naja, wirklich zerstört…ist irgendwie…anders.“ Bonifaz ergrimmt und stemmt die Axt erneut empor. In heiligem Trotz reckt er den Bart vor : „So seht, wie ich das Werk vollende! Und wisset: In Bäumen wohnt nichts. Sie sind leere Kreaturen, die Gott der Herr erschaffen hat, doch uns zur Nutzung. In ihnen steckt weder Gott noch Wesen.“ Womit er ein viertes Mal auf die mächtige Pflanze eindrischt.

Diesmal jedoch erfolgt eine Reaktion.

Ende Teil IV

Geismar – Teil III, geschrieben von Michael

Samstag, 01. September 2018

Diese Zurückgebliebenen mit ihrem magischen Weltbild, die einfach zu dumm waren, um über die Schrift der Herrlichkeit des einzige wahren Gottes einsichtig werden zu können, glaubten an Zauberei und an die Stärke ihrer Götter. Er konnte sie nur packen, indem er ihnen zeigte, dass er sehr wohl auch „Wunder“ tun konnte und dass sein Gott, der einzig wahre, eben schlussendlich stärker war, als all ihr erstunkenes Gegötzere zusammen. Wichtig würde in der Folge natürlich auch sein, dass die, des Abends an den Feuerstellen der alten Sippen erzählten Geschichten, über die großen Taten der Götter und die verschiedenen beseelten Welten von spitzfindigen christlichen Schreibern in neue Formen gegossen wurden. Solche, in denen die alten Götter nicht gut wegkamen. Ihre Heldentaten sollten zu feigem Betrug, sie selbst zu hinterhältigen, lasterbehafteten Dummköpfen umgemünzt werden. Doch klug an Maß und Verteilung, denn wäre es zuviel auf einmal, würde es den Effekt ins Gegenteil verkehren.

Den Fehler hatte Willibrord von Echterach gemacht, als er auf die Frage des Friesenkönigs Radbod, wo denn seine ungetauften Vorfahren wären, mit : „in der Hölle,“ geantwortet hatte. Radbod hat den Fuß aus dem Taufbecken gezogen und sich für die Familiäre Gemeinschaft in der Hölle, statt das einsame Dasein im Himmel entschieden.

Doch das war nun über zwanzig Jahre her, und die Mission hatte dazugelernt. Überhaupt fand Bonifatius nicht zu viel Freude an manchen Methoden Willibrords. Er selbst würde effizienter vorgehen. Bonifatius wusste, dass man den zu Bekehrenden ihre Jahreskreisfeste wie ihre heiligen Plätze lassen, doch umbenennen musste. Und nach und nach , und hier musste man in Generationenschritten denken, würden die neuen Bedeutungen ins Volk sickern und die alten vergessen werden. Und entsprechende Geschichten mussten die unausrottbaren Bräuche unter christliche Deutung zwingen. Der Zweck heiligte hier die Mittel. So wie die irischen Stämme das Zeichen des Kreuzes annahmen, weil sie es davor schon kannten, so würden auch die hiesigen Stämme ihre Ochsen zu Ehren Christi schlachten und nicht mehr zu Ehren Baldurs. Und so wie das Fest Johannes des Täufers an die Stelle ihrer Sonnwendfeiern treten würde, genauso würden an allen alten Wotansheiligtümern bald Kapellen des Erzengel Michael wachsen.

Nur in einem Punkt gab es nichts zu drehen: Ihre verquere Pflanzenverehrung mit Kräuterbuschen und Wurzelzauber, Blütenorakeln und Baumkulten musste ersatzlos ausradiert werden. Sonst würde eines Tages beispielsweise der Hollunder, das verfluchte Altweibergehölz, noch zu einem Symbol der Gottesmutter umgedeutet werden, indem irgendwer erzählte, Maria habe die Windeln des Heilands auf seinen Ästen getrocknet.

Ein Mann in fränkischer Kriegerrüstung betritt den Raum ehrfürchtig und ohne aufzublicken. Danach ein weiterer, in naturwollenem, einfachen Mönchshabit: „Ihr habt gerufen, ehrwürdiger Bischof?“ Bonifaz schreckt aus seinem Gedankenlabyrinth, dreht sich langsam um und rollt den Papstbrief wieder zusammen: „Ja, das habe ich, mein guter Witta.“ Er setzt das gütigste Lächeln nördlich der Alpen in sein Gesicht und breitet die Arme aus: „ Ich bin sehr zufrieden, wie wunderbar schnell und flächendeckend ihr die Neuigkeit verbreiten habt lassen.“ Dann, amüsiert: „Sogar ich habe es schon von mehreren Seiten erzählt bekommen.“ Die Männer lachen und nicken. Bonifaz fährt in etwas geschäftlicherem Ton fort: „ Wir brauchen jedes Publikum, das wir kriegen können für unser Vorhaben. Denn der Effekt soll Wellenkämmen gleich das Land überrollen. Und danach wird unsere Überzeugungsarbeit ungleich einfacher sein.“ Er winkt die beiden näher an seinen Tisch und weist auf die Sitzbank: „Doch nun wollen wir noch den genauen Hergang dieses, unseres Vorhabens erörtern. Denn es wird unsere Namen in das Antlitz der Geschichte meisseln, und ich will nicht, dass dann irgendwer wieder patzt. Und du, mein treuer Witta, wirst dafür sorgen, dass es für die Nachwelt in der rechten Form erhalten bleibt.“

Ebendann, vor Hrodgars Haus, just nachdem Oda die beiden Jungs zur Ordnung gerufen hat

Im Flüsterton: „Kannst du nicht! Wetten?“ Der blonde Schlaksige im grauen Hemd mit den drei Pickeln am Kinn, zieht die Augen zu provakativen Schlitzen zusammen. Sein brünettes Gegenüber, klein und breit, grinst und hebt die Stimme ein wenig : „Komm, Gerwulf, du weißt, dass ich ́s kann. Ich habe geübt. Ich pack es bis auf Höhe der dritten Astreihe.“ „Du bist ein Blödmann, Brun. Glaubst, nur weil du der Sohn deines Vaters bist, schaffst du es höher als ich. Aber ich sage dir, weil ich ́s mit dem viel leichteren Besen meiner Mutter probiert hab: Schon bis zur ersten Reihe ist zu hoch.“ Darauf Brun, zähneknirschend und deutlich kräftiger: „Bei Donar, ich werde es dir zeigen.“ Kurze Stille. Die beiden Halbstarken fixieren einander. Gerwulf nickt langsam: „Dann morgen. Aber am heiligen Platz. Wenn du dich überhaupt traust, du Großsprecher.“ Brun kontert: „Glaub was du willst, du Brettloch! Morgen, am Sonnwendtag, wirst du sehen, wer der Stärkere ist!!“ Nun wird Gerwulf lauter: „Wer ist hier ein Brettloch?“ Brun, mit Drohgebärde, noch lauter: „Na du, du Ei ohne Muskeln!“ Gerwulf röhrt stimmbrüchig: „Sag das nochmal, du Krautkopf!!“ Der andere beginnt vor seinem Freund wie ein balzender Auerhahn herumzuhüpfen und johlt: „Ei ohne Muskel, Ei ohne Muskel!“ Dann trifft ein eisigkalter Wasserschwall die beiden und setzt dem Spiel ein jähes Ende. Oda steht mit einem Eimer im Fenster und schnaubt verächtlich: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Sie schmeckt kurz ihre eigenen Worte nach, dann, nach einer Pause, strafft sie ihren Leib und wendet sich dem Innenraum zu: „ Hey Hrodgar, ich glaub ich hab da grad ein Sprichwort erfunden.“

Ende Teil III

Geismar – Teil II, geschrieben von Michael

Samstag, 11. August 2018

Ein Tag vor Sonnwend, im Dorf Geismar in Hrodgars Haus

Habt ihr schon gehört? Der Prediger ist wieder da. Er trägt jetzt einen seltsam spitzen Hut und einen langen Stab. Hält sich wohl für den Wanderer.“ Hrodgar betritt das einräumige Langhaus, wirft seinen Ledersack in die Ecke und schnauft wie ein Zugochse: „Mann, hab ich Hunger.“ Der zahnlose und schwerhörige Ahne am Feuerplatz kräht aus dem Hintergrund : „Was ist mit dem Predigtfuzzi? Ist er endlich vernünftig geworden? Macht er jetzt ordentlichen Zauber?“ „Im Gegenteil, Mummelvater – wisst Ihr was er vor hat? Er möchte den heiligen Baum fällen.“ „In welchem Raum will er bellen?“ „Ach Hrodgar, was du immer für Geschichten erzählst. Wenn dir das Bier nicht bekommt, dann gieß den Garten damit. Wer sollte sich sowas ausdenken?“ Die Frau im mattblauen Wollkleid nimmt unbeirrt eine tönerne Schüssel vom Bord neben dem Herd und befüllt sie mit Suppe. Der blonde untersetzte Mann mit den ledernen Riststulpen trägt ein Gesicht zur Schau, als hätte ihm jemand den Bart angesengt und greift sich ein Stück Pökelfleisch: „Nein-es ist wahr, Oda! Beim Herrn der Eide! Ich habe es gehört. Die Langkittel erzählen es jedem, der des Wegs kommt. Ich sag ́ dir, der will ernst machen.“ Oda scheint ungerührt: „Er wird es nicht wagen. Immerhin haben wir ein paar gesunde, starke Männer im Dorf.“ Ihr Blick zieht rasch über die Gestalt ihres krumm dalehnenden Gatten mit dem ansehnlichen Speckunterbau, dann schüttelt sie den Kopf: „Unter anderem….“ Hrodgar schmeisst den Gürtel von seinem Leibrock mit der schön bestickten Kragenborte, eine Arbeit seiner Frau, und lässt sich auf den, mit Fellen bedeckten Hocker in der Westecke des lehmverputzten Hauses fallen. „Du hast keine Ahnung. Diesmal hat er nicht bloß ein paar seiner Pfaffen mit. Ich habe sie gesehen. Eine mächtige Horde dieser ekelhaften Franken. Gerüstet und bewaffnet. Man sagt, er sei nun befreundet mit dem Frankenhäuptling Karl, den sie den Hammer nennen. Sie haben die Büraburg wieder unter volle Besatzung gesteckt. Mit DEM Rückenschutz kann er einen ganzen Wald umhacken. Da ist nicht viel Heldentum nötig.“

Heldentum….jawohl. Heldentum ist nötig . Ich erinnere mich an meine Jugend, da haben wir am Ederufer die Rübenfresser vom Nachbardorf vermöbelt, dass sie aus dem Arsch geraucht haben! Bis auf den Eckerich haben wir sie gejagt, die feigen Saukerle.“ Mummels Backen nehmen

Farbe an, er begeistert sich. Die Frau stellt die letzte der Schüsseln ab. „Aber denkst du denn…“ hebt sie nun mit einer Stimme an, die klingt, als wollte sie einem Kind die Angst vor den Schwarzalben nehmen: „…denkst du, Donar wird es zulassen, dass man sein Heiligtum zerstört? Der Segner des Feldes und der Schützer der Menschen? Denkst du nicht dass einer, der es gegen die Frostriesen schafft, einen einfachen spitzhütigen Spaßmacher in die Schranken weisen kann?“ Hrodgar zuckt die Achseln: „Ich weiß nicht. Man hört so viel von diesen Missionarren mit ihren neuen drei Göttern; sie sind überall. Und sie sind Zauberer. Verwandeln Wein und machen irgendwas mit Brot: Die Leute lassen sich in Scharen von ihnen Wasser über den Schädel gießen und sind dann ganz wunderlich hinterher. Das sagt zumindest der Hiltmunt , der weiter unten an der Eder wohnt, und der muss es wissen, weil er…“ Von draußen dringt das Krakeelen rauher Jungenstimmen herein und unterbricht das Gespräch. Offenbar haben sich zwei Vertreter der Dorfjugend, die der akuten Prahlsucht verfallen sind, in der Wolle. Oda wirkt kurz genervt, dann hebt sie die Hand, und geht zum Fenster. Mit der ganzen Autorität der Hausherrin öffnet sie den Verschlag und schleudert ein paar Worte an die Luft. Schlagartig senken die zwei Fünfzehnjährigen da draußen die Stimmen zu einem Flüstern herab. Oda dreht sich wieder ihrem Mann zu: „Was meintest du?“ Hrodgar sucht den Faden, aber es scheint, als hätte eine Dise ihn durchtrennt. Oda schüttelt den Kopf: „Ach, wie auch immer, mach dir keine Sorgen. Weißt du, ich denke, bevor er die heilige Eiche zerstört, wird eher das Bier mit Hopfen gebraut.“

Zur selben Zeit, auf der Feste Büraberg

Filius Amatus“ – Er murmelt es leise vor sich hin, bemüht, nicht der Sünde des Stolzes zu erliegen. Der auffallend hochgewachsene Mann, er mag so um die fünfzig sein, den noch immer jugendliche Kraft umweht, rollt das Schriftstück langsam und bedächtig auseinander. Seine Augen über der kräftigen Nase und dem dichten, aber sorgsam geschnittenen, grauen Vollbart schweifen leuchtend über die Zeilen. – Filius Amatus – heißt es da. Geliebter Sohn. Damit ist er gemeint. Er hat sich durch seine, von manchen als Zehenleckerei diskreditierte, unverbrüchliche Treue gegenüber Papst Gregor, vom einfachen Wandertäufer und Almosensammler zum überregional befugten Missionar und letztlich sogar zum Bischof emporgearbeitet. Die letzte Romreise, von der er nun zurückgekehrt ist, war für ihn wie ein einziges Geschenk gewesen. Den stiernackigen Hausmeier der Franken, Martell, hatte er über dessen Stolz mit einem Empfehlungsschreiben seiner Heiligkeit gekriegt, womit die Unterstützung der fränkischen Soldaten nun sicher gewährleistet war. Immerhin, die Franken waren seit der Zeit Chlodwigs christianisiert. Auf die konnte man durchaus zählen, wenn was für sie dabei abfiel.

Ungeachtet ihrer bluttriefenden Geschichte: Mit ihnen im Rücken konnte er sehr viel mutiger an sein Werk gehen.

Ein Werk, das gerade hier, in diesem Land, schier übermenschliche Anforderungen verlangte, zumal es sich bei den hier ansässigen Chatten um extrazähe Esel handelte, die durch die heilige Schrift nicht zu knacken waren. Man konnte mit ihnen nicht disputieren, wie unter Gelehrten üblich. Etwas ,das auch nicht in Synoden oder Konzilen ausgeräumt werden konnte, weil sich diese Menschen hier völlig außerhalb des christlichen Systems bewegten. (Der Graubärtige lächelte nachsichtig, wie ein strenger aber gutherziger Vater, indes er den Brief des Papstes zärtlich streichelte.) Dennoch wusste er, dass sich nach und nach alle würden taufen lassen. Lediglich musste er die Strategie ändern, wie mit seiner Heiligkeit besprochen und von ihr voll gedeckt. Er machte sich keine Illusionen über die Missionierbarkeit der chattischen Herzen. Sie mit einem Taufgeschenk zu ködern, hatte bei den Ärmeren zwar gewirkt, war aber ein Pyrrhussieg, zumal sie dafür jeden Unsinn versprochen hätten. Es war, als würde man Wildschweine mit Eicheln in eine Kapelle locken und dann meinen, sie kämen aus Frömmigkeit. Nein, diese Geschenke bargen keinen Sinn. Das beste Mittel zur Bekehrung war immer noch Furcht. Papst Gregor der erste hatte zwar das Konzept der Angst vertreten, doch nur für die Reichen anwenden lassen. Den Armen hingegen kam er mit Versprechungen und Gaben. Leider hatte er in all seiner Weisheit vergessen, dass die Armen durch Geschenke nur gierig wurden, nicht aber eben gläubig.

Ende Teil II