Archiv für die Kategorie ‘All-Sinn’

Das Märchen vom Kreis der Träume (Märchen aus Avalon VI), geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 18. August 2018

Diese Geschichte erfuhr ich von einer alten Priesterinnenmutter auf der Insel der Nebel im heiligen See.
Es war Frühsommer und das Fest der Hoch-Zeit und der Feuer rückte sehr nah…

Es war zu einer Zeit als noch reger Austausch zwischen den Welten und ihren Bewohnern stattfand. Es gab wenig Worte die trennten und mehr das verband.

Eine junge Schülerin der alten Priesterin Morraghan lauschte den Geschichten die ihr ihr Lieblingsbaum erzählte.

Sie war sich sehr unsicher über sich und ihren Weg. Alle anderen schienen sich so sicher und gefestigt. Nur sie wars nicht und das bereitete ihr Angst und setzte sie unter enormen Druck.

Der Baum konnte ihr auch keinen Rat geben und so verstrichen die Tage und Nächte ohne daß sie sich traute Hilfe zu suchen. Alpträume befielen sie bis die Angst Teil ihres Lebens war.

Die Priesterinnen und Priester berieten sich an Neumond über jeden Einzeln und sie berieten sich was sie gegen die namenlose Angst der jungen Novizin machen konnten.

Eines Morgens wurde sie zum Steinkreis auf dem Hügel der Insel geführt.

Sie sollte sich an einen der uralten Steine setzen und warten.

Eine der Waldpriesterinnen kam zu ihr. Einen Korb voller Garn, Holzstäben und kleinen Stücken Kräutern und Steinen und Federn trug sie in ihren Armen. Es war grosse Medizin des Waldes und der Naturwesen.

“Tochter, wir sahen deine Angst und haben uns lange beraten wie wir dir helfen können. Doch hat uns die Göttin gesagt, daß du dir nur selbst helfen kannst.” sagte sie sanft und stellte ihr den Korb hin. “Mach aus den Stäben einen Kreis und aus dem Garn flechte ein Netz. Dies ist eine heilige Aufgabe und dieser Kreis der Kraft wird dir neuen Mut geben.” Mit diesen Worten ging die Priesterin und liess die junge Frau allein.

Sie machte sich an die Aufgabe und merkte bald daß es nicht so einfach war. Es brauchte Geduld und die hatte sie nicht. Die Angst ungenügend zu sein griff an ihr Herz.

“Mutter, hilf mir!” rief sie unter Tränen, die in das Gras fielen und in die Erde einzogen.

Ein sanfter Ton weckte sie aus ihrem Frust und ihrer Ohnmacht. Ein Kreis aus vielen Gestalten stand um sie.

Eine Häsin mit dem Sternensymbol Arianrhods der Weberin auf der Stirn,

zwei Wildschweine der grossen Göttin und Hexe Cerridwen,

ihre eigenen Verbündeten Eule und Häsin, sowie ein weißer Hirsch und Raben.

Alle sprachen ihr Mut zu. So begann sie zitternd ein drittes Mal und wob den Kreis der Träume.

Müde und erschöpft fand sie die Priesterin des Waldes. Sie war stolz auf die Novizin. Sie hatte ihren Weg gefunden, ihre eigene Kraft.

Der Kreis geriet bald in Vergessenheit sowie die heilige Insel der Göttin und ihre Töchter.

Doch nun kehrt die Zeit wieder und die Kinder der alten Götter weben von neuem einen Kreis der Kraft.

Ende.

Autorin: Veleda Alantia

Nicht nur … eine fantastische Reise, geschrieben von XVII

Samstag, 04. August 2018

-“Herr Friedberg? Herr Friedberg, es ist Zeit für ihre Tabletten…“
Ich mochte Herrn Friedberg. Es war so ein gemütlicher alter Mann, der sehr charmant war, nie jammerte…und mir immer wieder kleine Geschichtchen erzählte.

Sehr, sehr fantasievolle, es waren Geschichten wie Märchen. Und stets klang es so, als würde er sich mit dem jeweiligen Helden identifizieren, als wäre er Teil seiner Erzählungen.

Auch wenn ich als Krankenschwester sehr, sehr wenig Zeit hatte, aber ich genoß es immer wieder, wenigstens ein paar Minuten gemeinsam mit ihm aus dem Alltag zu entfliehen….ihm zu lauschen.
Während ich also ihm die Medikamente richtete und bei der Einnahme half…ich seine Temperatur gemessen habe…legte er schon lange mit einer seiner Geschichten los…die stets so begonnen haben:

„Werte Schwester Maria, eines Tages werden auch sie auf diese Reisen gehen, doch dieses Mal erzähl ich ihnen wie es mir erging…“….und dann wartete eine Welt der Elfen, Zauberer und Feen auf mich…

Doch diesmal wartete keine Geschichte auf mich.

Kein Herr Friedberg. Der Raum war ordentlich…wirkte übertrieben zusammengeräumt.

Das Bett gemacht. Der Kopfpolster akkurat ausgerichtet, das Leintuch ganz, ganz genau mit einer Falte im Überschlag, die Decke am Fußende zusammengerollt.

Aber der Raum war ohne Herrn Friedberg.

Schon lange konnte er nicht mehr …mehr als zwei, drei Schritte gehen, ja sogar kleinste Bewegungen bereiteten ihm Schmerzen. Meist lag er nur im Bett.

Er hatte ein kleines Einzelzimmer. Die Altenpfleger mussten ihn täglich waschen, aber es war trotzdem ein kleines Badezimmer Teil des Zimmers.

Natürlich schaute ich sofort dort nach. Auch hier…Zahnbürste ausgerichtet, Duschvorhang glatt,

Handtücher ordentlich gefaltet.

Ich wurde panisch…rannte zum Fenster…die Fenster konnten aus Sicherheitsgründen nur gekippt werden, aber ich hatte Angst, daß er vielleicht trotzdem…aber nichts. Das Fenster war fest verankert. Zu.

Ich rannte auf den Gang…sprach sofort jede Person an, die mir begegnete, ob sie den Herrn Friedberg gesehen haben…und nein..niemand hatte ihn gesehen.

Ich machte sofort Meldung auf der Station…und dann direkt in der Verwaltung.

Der Mann von der Verwaltung versuchte mich zu beruhigen…aber ich wusste hier stimmt was nicht.

Wir durchsuchten Station für Station…alle anderen Zimmer, alle Wartungsräume, Keller.

Polizei wurde eingeschalten. Suchtrupps.

Natürlich wurde zuerst das Zimmer gründlichst auf Hinweise untersucht, und eine Beamtin in Uniform kam dann schließlich zu mir auf die Station und reichte mir ein Buch und einen Brief.

Sie hätte das in seinem Nachtkästchen gefunden. Auf dem Brief stand „Für Schwester Maria“.

Er hatte ein Wachssiegel. Ein Symbol mit mehreren Schwertern waren auf dem Wachs als Abdruck zu sehen. Das Buch war sehr dick und alt…mit vielen losen Blättern, mit vielen alten gelblichen Seiten…und es wirkte selbst zusammengenäht…mit einem harten Lederumschlag.

Die Beamtin fragte mich…ob ich davon was wüsste…und das schon mal gesehen habe…

Nein. Noch nie. Sie reichte mir den Brief und wollte, daß ich ihn mit ihr öffne.

Ein altes Pergament darin. Wunderschöne Schrift, große geschwungene Lettern mit Feder geschrieben…fast gezeichnet.

„Schwester Maria, eines Tages werden auch sie auf diese Reisen gehen, doch dieses Mal möchte ich Ihnen von dem Anfang meiner Reisen erzählen, auch wenn es nicht wie ein Beginn aussieht, weil wir oft schon mittendrin sind und es gar nicht sehen. Zu gefangen von dem was wir wahrnehmen. Und zu wenig offen für das…was NOCH da ist.“

Das „noch“…hat er ganz fett geschrieben.

In dem Brief bedankte er sich noch für meine Fürsorge und daß ich ihm stets gelauscht habe…und dann meinte er noch abschließend, daß er gar nicht weg sei. Und wir ihn auch nicht suchen müssten. Er sei wieder auf Reisen. Und zwar wieder am Anfang seiner Reise. Er würde sich freuen, wenn ich ihn dort einmal besuchen würde. Und dafür hätte er das Buch geschrieben. Für andere Leute, die Reisen wollen. „wirklich reisen“…meinte er. „Wirkliches Reisen“.

Die Suchen waren alle erfolglos.

Herr Friedberg wurde nicht mehr gefunden.

Das Buch und der Brief wurden mehrmals nach Hinweisen gelesen, aber bis auf „wunderliche Geschichten und Texte eines alten Mannes“ blieb nichts über.

Letztlich wurde mir das Buch gegeben, ich durfte es behalten. Friedberg hatte keine Verwandten.

Keine Angehörigen. Er war alleine. Ein alter Mann ohne Anhang. Ohne Familie.

Langsam kehrte wieder Alltag ein.

Ab und an wurde noch von dem seltsamen Verschwinden des alten Mannes gesprochen…

aber die meisten waren sich sicher, daß er in seinem Zustand wohl nicht weit gekommen ist…und er wohl tod irgendwo sei.

Das Buch rührte ich lange Zeit nicht an.

Ich hab es zunächst einfach auf der Station liegen gelassen. In meinem Schrank.

Ich war sehr betrübt, es war ein wirklich netter alter Mann, aber ich hatte auch einen Job zu verrichten. Mit vielen alten Leuten auf den Stationen.

Doch irgendwann…ich hatte gerade Pause…ich vermisste seine Geschichten.

Ich war alleine auf der Station. Nachtdienst. Die Gänge waren dunkel.

Nur die Notbeleuchtung flackerte.

Ich hatte mir Spaghetti Bolognaise gemacht. Kam den ganzen Tag noch nicht zum Essen.

Hungrig stürzte ich mich auf die lauwarmen, frisch aus der Mikrowelle gekommenen Nudeln.

Total übermüdet. Langer Tag.

Drehte das Radio an. Irgendwann fiel mir auf…daß die letzten Titel alle vom Reisen handelten.

Von fernen Ländern…ich holte das Buch aus dem Schrank.

Schlug es einfach mittig auf….und war recht erstaunt…dort stand:

„Werte Maria, ich hoffe die Mahlzeit hat Ihnen gut bekommen? Auch ich mag italienische Küche, doch hab ich Ihnen schon erzählt, wie es in Falfarie war? Die besten Nudeln, was sag ich, die beste Mahlzeit aller Länder!“

Ich schlug das Buch wieder zu.

Schüttelte meinen Kopf.

Schlug das Buch willkürlich an anderer Stelle auf.

„Sind sie bereit? Für ein kleines Abenteuer?“

Darunter eine Zeichnung…eine Frau, die ein Buch in der Hand hält.

Bin das ich?

Ich hab zu wenig geschlafen. Im Radio…ertönte gerade ein merkwürdiges Lied….

Englisch. Aber übersetzt…war der Refrain ungefähr so…

„Versuch es, willst du reisen, versuch es, reise, reise…beginn mit deinem ersten Schritt, reise, reise“

Ich schaltete das Radio aus.

Nahm mein Handy in die Hand. Spammail erhalten. Von einer Reisegesellschaft.

Ich glaube ich werde irr.

Wird Zeit, daß ich mir Urlaub nehme.

Vielleicht wirklich verreisen. Ein paar Tage Wellness.

Ich konnte nicht lockerlassen…ich…es zog mich trotzdem zum Buch.

Ich öffnete es wieder an beliebiger Stelle.

„Stellen Sie sich einfach vor, sie wären im Wald. Gehen dort spazieren. Mhhhh..die Waldluft. Sie hören Tierstimmen…die Sonne erwärmt ihre Haut…wunderschöne Pflanzen am Wegesrand. Farbenprächtig, bunt. Sie kommen zu einer Lichtung. Auf dieser Lichtung ist ein Kreis aus Steinen. Sie stehen im Kreis. Innerhalb des Kreises fühlt sich die Erde wärmer an, lebendiger. Sie setzen sich auf den Boden. Schließen ihre Augen. Hören ihrem Atem zu. Hören dem Wald zu. Hören was ihnen der Wald sagt…..Hören wie…“

–“Wer bist denn du? Hm?“

Ich öffne die Augen. Ein Eichkätzchen mit großen, also wirklich großen Augen schaut mich an.

Schaut mir direkt ins Gesicht. Es bewegt hektisch seinen Kopf hin- und her. Und schaut mich beim Bewegen jedes Mal mit einem Auge noch intensiver an.

–“Sag, wer bist denn du?“

„Ich, ich…“

–“Ja, weißt du denn nicht mehr wie du heißt? Und was hast du für Sachen an? Und was ist das da?“

Ich schaue an meinen Körper herunter.

Ich hab meine Schwesternkluft an. Eine weites blaues Hemd, eine weite blaue Hose, Stifte in meiner linken Brusttasche. Ein Stethoskop lässig um den Hals geschlungen. Und die bequemen luftigen Holzschlapfen.

–“Was ist das da?“

Es deutet mit einer Kralle auf das Stethoskop.

„Das ist ein….hm…damit kann man Geräusche im Körper hören.“

–“Wunderliches Ding. Wozu ist das gut?“

„Wenn Leute krank sind, dann sind die Geräusche anders.“

–“Aha…aha…aha. Woher kommst du? Ich hab dich hier noch nie gesehen?“

„Ich…ich…wo bin ich hier überhaupt?“

–“Falfarie! Ich bin Ell…das Eichhörnchen.“

„Du bist ein Eichhörnchen. Ja, das dachte ich mir schon.“

–“So klar ist das….ist das nun nicht, wenn du nicht mal weißt wer du bist und wo du bist, hm?“

Da hatte das kleine Tierchen wohl recht.

Was war da los? Bin ich eingeschlafen? Was für ein seltsamer Traum?

–“Baum. Ich bring dich mal zum Baum. Bäume wissen immer was zu tun ist.“

Es hoppelt neben mir her…und wartet immer, bis ich endlich Schritt halte.

Wir gehen ein paar Minuten…und sind dann bei einer großen alten Eiche.

Diese Eiche wirkt…als hätte sie ein riesengroßes Gesicht als Stamm…und ihre Äste erscheinen wie zahllose Arme.

–“Eiche?“

Die Eiche scheint, als würde sie aus einem Schlaf aufwachen…ganz, ganz langsam formt sich ein Loch mittig des Baumes…das wie ein Mund erscheint…und fängt an zu sprechen…

—“Mhhhhh….J…..aaaa? W….a….sssss…….wollt….iiiiiii….hr.“

–“Ich hab da jemanden gefunden, der nicht weiß wer er ist und was er da macht.“

—“Mhhh…ein …. ein….Reisen….der?“

Das Eichhörnchen stupst mich…

–“Bist du ein Reisender?“

„Ich bin hier einfach aufgewacht und Krankenschwester und hab in einem Buch gelesen…und..“

—“O….hhh….oh. Das…das B….uch? Du….h…ast in dem Buch….ge….les….en?“

–“Dann kann sie uns helfen, Eiche? Ist sie es? Kann sie?“

—“B….ist du….Ma……ria?“

„Ich bin Maria, ja…also…“

–“Sie ist es, ja…sie? Sie ist es….sie?“

Das Eichhörnchen schaut mich noch größer an…und hoppelt um mich rum…und beäugt mich noch viel genauer.

—“Fu……ch….s wird dich….zu….m Zauber…..er….br….ingen.“

–“Ja, ja…komm…wir gehen zu Fuchs, Fuchs ist immer eine gute Idee. Fuchs ist schlau mußt du wissen. Baum weiß alles, aber Fuchs…der Fuchs ist schlau.“

Ich schau auf das Eichhörnchen und schau auf den Baum.

Gut, dann gehen wir zu Fuchs.

Viel seltsamer kann es ja nicht mehr werden…und ja, vielleicht wache ich dann auch auf…oder…

—Fortsetzung folgt—

Autor: XVII

Krankenzimmer, Author: Tomasz Sienicki This work has been released into the public domain by its author, tsca. This applies worldwide. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hospital_room_ubt.jpeg

Das Märchen von der Fuchsspur (Märchen aus Britannia I), geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 07. Juli 2018

Diese Geschichte vertraute mir mein Begleiter bei einer unserer gemeinsamen Reisen an. Nicht immer ist alles Schlechte wirklich schlecht. Und um manche Wünsche muss man kämpfen. Der Wind in den Eichen war ein Zuhörer der mir jetzt beim Erzählen hilft…

Es war zu einer Zeit, die immer sein wird und doch schon vergangen ist, daß eine junge Frau zum Markt ging. Viel Geld besaß sie nicht und oft kreisten ihre Gedanken darum.

Der Markt war für sie ein Ort der Magie. Dort gabs Händler die Gewürze in Form von duftenden bunten Pyramiden auftürmten. Edle Geschmeide und viel Fleisch das duftend an Spiessen briet. Ein Bäcker buck Brot und Naschwerk.

Ihr Magen machte sich bemerkbar so schlich sie um die Stände herum. Manchmal schien der Moment gut zu sein…da aber liess sie es doch bleiben.

Als sie etwas vom Stand des Bäckers stehlen wollte ergriff eine Hand die ihre.

“Stehlen ist nichts für Kinder.” Der Mann hatte rote Augen wie Granaten und trug Leder in der gleichen Farbe während an seinem Kragen ein Fuchsfell hing.

“Ich wollte nichts stehlen!” verteidigte sie sich. Irgendwie fühlte sie sich von ihm bloßgestellt.

Der Mann lächelte geheimnissvoll. ”Komm mit mir mit und du kannst dir etwas verdienen.“ Sie wurde von ihm mitgezogen. Erst weg vom Markt, dann raus aus der Stadt, hin zu einem Wald.

Dort zeigte er ihr eine Grube. Auf eine der dicken Wurzeln eines Baumes kletterte er und hockte sich hin. Deutete nach unten.

“Dort ist dein Lohn. Los, los…zeig mir kleine Diebin wie gut du bist.” Doch blieb sie wie erstarrt stehen…bis der seltsame Mann sie hinunter stiess und lachte.

Sie fiel und landete in Dunkelheit und Dreck. Einfach rauskommen konnte sie nicht!

Tatsächlich sah sie vor sich einem Gang und dem folgte sie, Flüche murmelnd.

Am Ende des Tunnels fand sie einen sanften Lichtschimmer. Da war ein Ausgang!

Doch war sie plötzlich in der mächtigen Krone eines riesigen Kirschbaumes.

Ein Kelch aus Silber schwebte über einem Teich. Das Wasser roch seltsam. War das der Lohn?

Als sie den Kelch ergreifen wollte verschwand er von einer Ranke fortgetragen.

Von unten hörte sie Männergeschrei. Soldaten! Und sie griffen den Baum an!

Ihre Oma, eine weise Frau hatte ihr erzählt, daß der Wald denen zu Hilfe kam der darum bat. Es ging nicht nur um ihr Leben…alles hier schien von einer seltsamen Lebendigkeit.

“Ich bitte euch, Geister des Waldes, helft mir!” Der Baum wehrte sich auf ihrem Ruf hin. Blätter gaben ihr Wasser auf um das Feuer zu löschen.

Ein Ast gab ihr eine kleine Glasphiole aus dunkelblauem Glas das ein Zeichen aufwies. Sonne und Mond zusammen, umgeben von Sternen.

“Danke…”

wisperte sie und sah, daß der Baum eine Öffnung hinab führte.

Sie ging den Weg zurück und fand sich am Eingang der Grube. Der Mann war zu einem roten Fuchs geworden.

“Dies ist ein Lohn der jemandem gehört der Neues wagt. Diebe erhalten einen anderen Lohn.”

Der Fuchs musste ein Trickser sein. Statt ihn zu verjagen dankte sie ihm mit einem Schluck aus der wundersamen Phiole.

Das Fläschchen brachte ihr Glück, sie fand arbeit und fand die Magie und Reichtum im Alltag, selbst wenn ihr Einkommen nur für das Nötigste reichte.

Ende

 

Autorin: Veleda Alantia

Das Märchen vom Kelch aus Silber, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 30. Juni 2018

Dieses Märchen sprach die Herrin des Sternenlichtes in ihrem Tal im Wald.
Sie sprach zu mir im Vertrauen an einem Morgen wo noch die Kühle der Dämmerung sich mit der Wärme des Tages zu vereinen suchte…

Eine junge Frau lebte mit ihrer Familie in einer Stadt, die an einem Wald mit tiefen Schluchten grenzte.

Der Wald galt als verwunschen. Geschichten von Feen, Elfen und anderen Wesen kursierten seid Jahrhunderten.

Das Elfenvolk wurde nur ‘die Strahlenden’ genannt, aus Furcht und Respekt vor den Kräften über die sie wachten.

Die junge Frau hatte einen natürlichen Zugang zu den anderen Welten doch hatte sie sich entschieden ihr Herz vor den Eingebungen zu verschliessen.

Es brachte ihr, scheinbar, nichts, und so entschied sie.

Doch wurde sie weiterhin beobachtet von den anderen Welten.

Eines Tages lief sie durch den Wald. Ihr Handy, welches ihr Navigationsgerät war fiel zur Gänze aus und der Wald war ihr nicht so vertraut wie sie es gerne hätte.

Frustiert und wütend begann sie zu schreien und zu fluchen. Stundenlang ging es so. Bis eine Frau in reinem weiß, langem goldenen Haar und Sternenlicht um Hals und Finger und Stirn, zu ihr trat.

“Warum störst du den tiefen Frieden des Waldes mit deinem Geschrei?” fragte die fremde Frau mit einer für eine Frau ungewöhnlichen tiefen Stimme und Melodie.

Die junge Frau sah die Fremde an. Trotz in ihren Augen. ”Frieden? Ich kann die Autobahnen hören und die Forstarbeiter. Mein Handy ist ausgefallen. Können sie mir den Weg zeigen?” Daß sie ohne ein Navi aufgeschmissen war sagte sie nicht.

“Das werde ich, junge Schwester und Erdenkind.” Mit einer anmutigen Geste wies sie sie an mitzukommen.

Murrend und maulend folgte sie der Frau zu einem See der im Nebel lag. “Hier ist nicht das wo ich hin will.” Die hohe Frau lächelte voll von tiefer weiblicher Weisheit.

“Ich zeige dir den Weg. Gehen musst du ihn selbst. Ein bisschen Vertrauen in dich und deine Welt wäre nicht schlecht.” Das kam mit einem leichten Tadel was sie noch mehr verdross. ”Ich hab mich entschieden die Welt so zu sehen. Ob du echt bist oder nicht ändert es nicht.”

Die Herrin des Sternenlichts teilte den Nebel und plötzlich waren sie an einem hohe gelegenen Brunnen. Die hohe Frau schimmerte wie Mondstein und kühles Silber als sie etwas Wasser entnahm und in eine erhöhte Schale samt Podest goss.

Die junge Frau trat neugierig ran. Sie erkannte verschnörkselte Buchstaben, Runen und Ogham als Verzierung.

“Sieh hinein. Erkenne deinen Kelch. Deinen Kessel und Gral.”

Entnervt von diesen Worten, denn sie wollte nichts tun oder sein ,sah sie in das Wasser. In dunklem Silber sah sie die Blätterkrone über sich. “Ich seh nichts.Da bin nur ich.”

Ein Kichern erklang von der Frau. “Mach weiter. Egal was es dir bringt. Vertrau.”

Ein tiefer Seufzer und sie sah erneut rein. Das dunkle Wasser wurde golden und tief. Die Schale schien in einen Schacht zu führen angefüllt mit Gold und Silber.

“Nun da du siehst, finde deins und deinen Weg.”

Die junge Frau ,voller Zweifel an sich und Allem griff hinein. Tropfend barg sie einen schmiedeeisernen Kessel. Er wurde zum Teil von ihr und verschwand in ihrem Unterleib.

Noch einmal griff sie hinein und ein schlichter silberner Kelch, indem sich das Licht der Mondin spiegelte, wurde zu ihrem.

“Kessel und Gral. Deinen Weg hast du gefunden. Gehe und sei. Das was du in dir trägst wird dich führen und leiten. Koppel keine Erwartungen an dich, denn du bist der Sämling des Baumes von Sonne und Mond im Reich hinter den Welten und Wellen.”

Plötzlich schlug sie die Augen auf. Über ihr das Dach des Waldes im tiefen Grün des frühen Abends. Der Abendstern schimmerte durch die Blätter.

Statt Selbstzweifel war in ihr nun Hoffnung und Vertrauen. Was sie da erlebt hatte, ob Traum oder Realität, oder etwas was die Grenzen aufweichte, war ihr gleich.

In ihr war nun ihr eigener Gral. Ihr Kessel der Verwandlung.

Was es war…es war.

Mit neuer Kraft trat sie aus dem Wald in die Stadt.

Ende

 

Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß … – Teil II

Samstag, 30. Juni 2018

Vor so etlichen Jahren (genaugenommen 2011!) habe ich mit euch schon so einige Gedanken zu Sommer, Hitze, Sonnenschein geteilt, hier im HeidenSterz. Im „Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß …“ finden sich die generellen Überlegungen, was einem an Nahrung bei Hitze Kühlung verschaffen kann und was eher zu vermeiden ist. Heute möchte ich euch ein paar Rezepte ans Herz und den Magen legen.

Zucchinigriller
Pro Person
1 mittlere Zucchini
kleine Cocktailtomaten
1/2 Packung Feta
Olivenöl
Kräuter
Salz

Würzpaste: 2 Sardellenfilets in Olivenöl in der Pfanne „schmelzen“

Zucchini waschen, halbieren und die Kerne mit dem Melonenausstecher oder einem Löffel herausnehmen. Auf das feste Fleisch der Zucchini die Würzpaste dünn verstreichen. Halbierte Cocktailtomaten abwechselnd mit dem Feta in die Zucchini schlichten, mit Salz und Kräutern würzen und mit ein wenig Olivenöl beträufelt bei 150-170 Grad im Rohr rund eine halbe Stunde garen.
Wer etwas zum Grillen braucht – einfach die beiden Hälften wieder zusammenklappen, mit Alufolie einpacken und so auf den Grill legen (eher am Rand und öfters mal wenden). Dauert auch ungefähr eine halbe Stunde.
Mit Reis oder Polenta wird auch eine vollständige Mahlzeit daraus.

Zucchini kühlen sanfter als Gurken und mit Schaf- und Ziegenkäse ist mensch auch im Sommer besser unterwegs als mit Kuhprodukten (im Herbst gibt´s dann auch weniger Schnupfen, als Belohnung).

Grillerdäpfel 
Weil wir schon beim Grillen sind. Alle essen Würstel und Fleisch vom Grill – was macht mensch da? Richtig, Erdäpfel gehen immer und das Grillgemüse kann von zu Hause mitgebracht werden oder auch der Dip dazu.

Gut gewaschene Heurige in Spalten schneiden, mit Rosmarinnadeln, Salz und Olivenöl auf Alufolie geben, gut durchmischen, einpacken und auf den Grill bis sie schön durch sind.
Das Grillgemüse bereite ich zu Hause vor. In eine Schmorpfanne bodendeckend etwas dicker geschnittene Tomatenscheiben auflegen und salzen, dünne Melanzanischeiben darauf. Mit Kräutern würzen. Bunte Paprika entkernt und geviertelt drauf verteilen (Außenseite nach oben). Alles mit Olivenöl beträufeln und im Rohr backen, bis die Tomaten geschmolzen sind und der Paprika weich ist.
Wenn die Grillerei am Abend stattfindet, dann gebe ich noch in die unterste Schicht Zwiebelringe (weil die wärmen) und eventuell auch Knoblauchzehen.
Abschmecken mit Salz, Kräutern (falls noch nötig) und in einem verschließbaren Gefäß über Nacht ziehen lassen. Schmeckt zu den gegrillten Erdäpfeln hervorragend.

Als Dip eignet sich Hummus recht gut oder z. B. ein Fischaufstrich.

Für den Hummus die gewaschenen Kichererbsen mit Tahin und heißem Wasser per Mixstab mixen, ein fetter Esslöffel Miso dazugeben und mit Wasser auf cremige Konsistenz bringen. Abschmecken mit Pfeffer und eventuell ein wenig Zitrone.

Mit dem Fischaufstrich mache ich es mir fast noch einfacher. Eine Dose Sardinen mit der Gabel zerdrücken, ein guter Teelöffel Olivenpaste dazugeben, frische Petersilie, abschmecken mit Zitrone und eventuell noch ein wenig Salz (falls die Olivenpaste nicht ausreicht). Mit dem Öl auf die gewünschte Konsistenz bringen.

Salat, es muss Salat sein!

Natürlich hat mensch öfter mal Salathunger, besonders, wenn es heiß ist. Am einfachsten ist es, Gemüse wie Fisolen, Brokkoli, Karfiol etc zu dünsten und nach dem Abkühlen wie jeden anderen Salat zu verwenden. Bohnen, Mais und Linsen sind ebenfalls gegart und so super salattauglich.
Tomaten (wie schon oben erwähnt) können immer angebraten werden um sie besser bekömmlich zu machen und sie kühlen dann genauso gut!

Schneller Kichererbsensalat für zwei
25 dag gekochte Kichererbsen (auch aus der Biodose möglich!)
8 Cocktailtomaten
2 Handvoll Rucola (oder Blattsalat nach Wunsch)
1/2 Packung Feta (kann durch Räucherfisch oder Ziegenkäse ersetzt werden)
1 Handvoll Kürbiskerne (können durch Nüsse oder andere Samen ersetzt werden)
Kräuter (ich mag besonders Basilikum)
Olivenöl
Apfelessig/Zitrone
Salz

Kichererbsen gut abspülen (sofern aus der Dose) und abgetropft in eine Schüssel geben. Die Tomaten waschen und halbieren. Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten, bis sie „aufblähen“ und zu den Kichererbsen geben. Ein wenig Olivenöl in die Pfanne, diese leicht ansalzen und die halbierten Tomaten (auf der Schnittfläche) ein paar Minuten anbraten, bis sie leicht karamellisiert sind, leicht abgekühlt in die anderen Zutaten mischen. Feta in die Schüssel bröckeln, Basilikum hineinzupfen und die Marinade darüber gießen.
Durch das Anbraten sind die Tomaten etwas entschärft (sie kühlen sonst zu sehr und das Verdauungsfeuer leidet), durch die Kichererbsen (da sie ja gekocht sind) wird der rohe Rucola ein wenig ausgeglichen und damit wird der ganze Salat sehr bekömmlich und hilft trotzdem bei Hitze einen kühlen Kopf zu behalten.
Mit einer guten Schnitte in der Pfanne gebratener Polenta wird daraus locker auch ein Mittag- oder Abendessen!

Was eher keinen Sinn macht!

Zum Schluss noch einmal ein paar Tipps für „what not to do“.
Eiskalte Getränke sind ein absolutes No-Go! Wesentlich besser ist lauwarmer Kräutertee (Zitronenmelisse, Pfefferminze) und natürlich Wasser, Wasser, Wasser (aber bitte auch temperiert).
Scharfe Gewürze bringen einen noch mehr in Wallung und Fleisch erhitzt zusätzlich (besonders, wenn es gegrillt, gebraten oder frittiert ist!). Alkohol, besonders Hochprozentiges, erhitzt den Körper genauso wie Kaffee. Für diejenigen, die sich in der kalten/kühlen Zeit angewöhnt haben, viel Ingwer zu verwenden – sollten das jetzt reduzieren, oder ganz bleiben lassen (ausprobieren!).

Zum Abschluss noch … Speiseeis!
Leider, aus jeder Ecke die Maximalbelastung. Milcheis (meist aus Kuhmilch), Mengen an Zucker UND thermisch eiskalt. Also kein Eis?
Auf jeden Fall ist tägliches Eisessen nicht wirklich anzuraten. Aber es kann vieles verbessert werden. Zum Beispiel nach dem Eisessen Ingwertee trinken, das hilft dem Verdauungsfeuer. Eher auf Sorten ohne Kuhmilch ausweichen und in Bioeisgeschäften kaufen, die keine Zusatzstoffe verwenden.

Nix is perfekt und sich absolut immer und ausschließlich „vernünftig“ zu ernähren, das mindert garantiert die Lebensfreude … Abgesehen davon, dass es dann schwierig ist, zu beobachten was welches Essen mit einem macht. Wann und warum tut mir was genau gut und wann nicht?