Archiv für die Kategorie ‘All-Sinn’

Die weiße Braut, geschrieben von XVII

Samstag, 19. August 2017

 

„Uhhhh….muß das sein, Chris? Muß das sein? Ich mag solche Schauergeschichten nicht. Ich geh jetzt lieber schlafen. Schlimm genug, daß ich in einer solchen herabgekommenen Hütte schlafen muß.“

-“Bäh, du bist einfach überempfindlich. Komm mal runter du Pussy.“

–“Jeff, kannst du nicht einmal freundlich sein, nicht mal zu deiner eigenen Freundin?“

-“Die verstehts schon, misch dich nicht ein. Chris erzähl einfach weiter.“

„Ich geh jetzt pennen, und du kannst bei deinen Kumpels am Lagerfeuer schlafen,
zu mir brauchst heute nicht kommen.“

-“Ja, schon recht, geh schlafen. Ich trink lieber noch einen.“

–“Jeff, du bist ein Arsch. Ich weiß echt nicht was Bridge an dir findet.“

-“Komm schon, du bist nur eifersüchtig.“

—“So, jetzt halten mal alle den Rand, sonst überleg ich mir echt ob wir uns nochmal hier treffen. Ich hab lang genug meine Großmutter beknien müssen, daß wir die Hütte bekommen.“

—-“Yes…wir reißen uns alle zusammen, trinken noch ein Bier, ich erzähl die Geschichte weiter und morgen pennen wir uns aus und…“

—-“Ich finde es überhaupt schön, daß wir fünf uns mal wieder treffen…fünf Freunde, das sind wir…wir haben eh sonst viel zu viel um die Ohren…“

–“Stimmt. Wir fünf kennen uns jetzt schon ziemlich lange. Und wir haben ja auch viel Spaß miteinander. Die letzten Tage hier im Wald waren ja auch cool. Das Lagerfeuer hier ist auch lässig und die Hütte, wenn wir da mal alle ein bißchen Hand anlegen, dann wird das ein toller Treffpunkt, wo wir einfach ab und an mal rausfahren und gemeinsam entspannen. Fischen gehen, die Natur genießen…in den See mal hüpfen…ist ja alles da. Und….endlich mal keine Leute, weit und breit nichts und nicht mal Handyempfang!“

-“Ja, nicht mal Handy. Wenigstens haben wir genug Bier mit.“

–“So, erzähl mal weiter!“

—-“Alsooooo…man erzählt sich hier so Geschichten von einer weißen Braut, die…“

–“So eine mit weißem Kleid und Brautschleier und so? Die durch die Wälder streift?“

—-“Genau.“

–“Hahaha…ja die kenn ich….aber erzähl mal…“

—-“Also….man erzählt sich seit Generationen…daß hier so ein junges Mädel, manchmal wird sie auch die weiße Frau genannt…durch die Wälder geht. Barfüßig. Sie soll ein Wesen zwischen dem Tod und dem Leben sein. Eine verlorene Seele, die sich in einer Gestalt manifestiert hat. Eine enttäuschte, verbitterte Seele, die es geschafft hat in einem Grenzbereich zwischen dem Dasein und dem Jenseits sich als Person zu….“

-“Wir wollen da jetzt keine Abhandlung, sondern eine Geschichte…gibst du mir noch ein Bier rüber?“

—-“Ja, also…es sollen mehrere junge Mädchen im 16. Jahrhundert zur Heirat gezwungen worden sein. Hier in einem kleinen Ort in der Nähe…ein mächtiger Gutsbesitzer, ein alter Sack, soll die Familien genötigt haben ihm die Mädchen zu überlassen…junge, unschuldige Mädchen an die er sich dann vergriffen hat. Dafür durften die armen Familien ihren spärlichen Besitztum weiter führen und bei ihm weiter arbeiten. Er hat ein Mädchen geheiratet, welches dann unter mysteriösen Umständen verstorben ist…um dann darauf gleich das nächste zu heiraten. Und darauf nochmal.

Mehrere Mädchen sind zu Tode gekommen. Aber es hat sich keiner darum gekümmert…die Familien wurden nicht gehört, waren unterdrückt…und es waren alle nur betroffen, aber keiner hat was gemacht…bis….“

—“Bis…..“

—-“Bis auf einmal die weiße Braut aufgetaucht ist. Zunächst soll sie nur als Nebel und Spukwesen hier aufgefallen sein…mehrere Leute haben von einem jungen Mädchen berichtet, welches in der Nacht gespensterhaft über die Felder ging…und dann…soll dieses Wesen sich immer mehr geformt haben…wurde mehr lebendig…und der Gutsbesitzer, der Widerling, soll in der Nacht von ihr besucht worden sein, jede Nacht, jede verdammte Nacht…er hat sich dann an den Pfarrer gewandt…ist zum Arzt gegangen, hat an seinem Verstand gezweifelt. Es haben zwar andere auch die Gestalt gesehen…auf den Feldern…aber es wurde keiner heimgesucht. Nur er.

Er hat keine Ruhe gefunden. Und alle sprachen nur davon, daß es auch so rechtens wahr, daß nun er leidet. Er, der ja offensichtlich mit dem Tod der jungen Mädchen zu tun hatte.

Letztlich soll er dann bei einer Sonntagsmesse mit einer Axt den Pfarrer bedroht haben.

Da hat sich dann zum ersten Mal die Gemeinde gegen ihn gestellt.

Sie haben ihn aus der Kirche geworfen…ihn geschlagen…und mit Abfällen vom Marktplatz davor beworfen. Ihn bis zu seinem Gut getrieben…wo er sich dann eine Woche nicht blicken ließ.

In der nächsten Woche am Sonntag hing er dann unterhalb der Kirchenglocke.

Hat sich in der Kirche oben aufgehängt.

Von da an, war diese Gestalt nicht mehr gesehen…bis…..vor ein paar Jahren. Nun geht das Gerücht um, daß hier in den Wäldern dieses Mädchen wieder sein Unwesen treibt.

Es soll hier durch die Wälder gehen…und grausamen Menschen ihre Existenz nehmen.

Ihre Existenz komplett auslöschen. Dieses Wesen ist über die Jahrhunderte gewachsen und mächtiger geworden…und soll nun nicht mehr die Leute in den Wahnsinn treiben, sondern sie gänzlich vernichten.

Als hätten sie nie gelebt. Einfach weg. Sie nimmt die Leute mit. Mit ihren Erinnerungen, mit den Erinnerungen, die andere an sie haben. Deswegen, so sagt man, gibt es hier nur friedvolle Menschen, es haben sich nur nette Leute hier angesiedelt, Leute, die die Harmonie schätzen und Gewalt und Mißbrauch ablehnen.“

—“Und wie ist dann die Geschichte zustande gekommen? Ich mein…wenn es irgendetwas gäbe, daß jemandes Existenz aus der Menschheitsgeschichte löscht, als hätte es den nie gegeben, dann weiß ja auch keiner davon, daß das Ding da, das Wesen das auch können würde? Oder habe ich da einen Gedankenfehler?“

—-“Nein, nein…es soll nur eine alte Frau, die hier im Dorf gewohnt hat…gesagt haben…daß nur gute Menschen sich hier ansiedeln dürfen, denn alle anderen würde die weiße Frau mitnehmen…und zwar so…als hätte es sie nie gegeben….diese Frau soll eine Verwandte eines der Mädchen sein….aus der Linie einer Schwester eines der armen Mädchen.“

—“Ok. Hm. Komisch. Ich trink noch das Bier aus.“

-“Ja, eines haben wir noch immer getrunken, weg mit dem Bier! Das wird ja nur alt! Und das Märchen da…Alter, da hab ich schon wirklich Langweiligeres spannender gefunden…hahahaha“

.

.

.

–“Bridge?“

„Ja?“

–“Gut geschlafen?“

„Voll gut. Ich hab aber echt merkwürdig geträumt.“

–“Setz dich mal, Kaffee haben wir schon aufgesetzt, gleich fertig.“

„Ich hab von einer Gestalt geträumt…einer Frau…die ist durch die Hütte geschlichen, hat aber nur geschaut, ob alle gut schlafen, hat mir die Decke sogar raufgezogen, die ich runterstrampelt habe…dann ist sie raus…und am Lagerfeuer ist ein Typ gelegen mit Bierflaschen um sich…den hat sie geweckt und ist mit ihm dann in den Wald gegangen.“

—-“Arg. Ich hab nämlich gestern eine Geschichte erzählt von einer weißen Frau….“

„Ja, die hatte so ein langes weißes Kleid an. Und langes Haar.“

–“Du machst mir echt Angst.“

„Du, die war ja voll nett. War ja nur ein Traum. Was war das für eine Geschichte?“

–“Erzähl ich dir nachher. Jetzt sitzen wir vier mal gemütlich zusammen und essen gutes Frühstück.“

—-“Ja, wir vier, die fantastischen Vier! Meine Güte haben wir schon viel gemeinsam erlebt. Und du, Bridge, du solltest dir mal wieder einen Freund suchen, echt jetzt, bist so ein tolles Mädel, bist jetzt lange genug allein.“

Autor: XVII

Bilder: Wikimedia Commons, cabin: jerrye & roy klotz md,
Married Clark Wallace Bishop, 1928

NATuQuTAN – Teil VI, geschrieben von Magister Botanicus

Samstag, 19. August 2017

Ein holografisches Modell des Universums

Was unterscheidet das Diapositiv vom Hologramm? („Der Geschmack?“ – der Red.-Elch)

Nein, der Aufbau der Bildpunkte. Greife ich mir bei dem Diapositiv einen Bildpunkt heraus, so ist dieser Bildpunkt maximal scharf, weil er alle Informationen für den Bildpunkt enthält, er macht aber keinerlei Aussage über das Gesamtbild, da er keinerlei Informationen darüber enthält. Bei einem Hologramm, einer 3-dimensional erscheinenden Abbildung, verhält es sich prinzipiell anders. Betrachte ich hier einen Bildpunkt, so ist er maximal unscharf, da er nur wenig Informationen über sich selbst enthält, aber er kann auch eine Aussage über das Ge­samtbild machen, da in ihm prinzipiell alle Informationen über das Gesamtbild enthalten sind.

Während ich beim Diapositiv alle Bildpunkte benötige, um das Gesamtbild zu zeigen, wobei der Informationsgehalt mit Zunahme der Bildpunkte steigt, enthält ein Hologramm die Ge­samtinformation eines Bildes, wobei die Schärfe des Bildes mit Zunahme der Bildpunkte steigt. Wenn wir jetzt noch dieses Modell als dynamisch, also sich ständig verändernd, gestalten und weiterhin die Anzahl der Bildpunkte – beeinflusst von Wahrscheinlichkeiten – zwar immer kleiner werden aber beständig erhöhen, so wird das Bild des Universums ständig schärfer.

Was das heißt, liegt aus der Hand: Mit nur einem holografischen Bildpunkt ist das abgebildete Universum ein Konglomerat aus materiell nicht definierten Elementen, ein graues Rauschen sozusagen. Neuere Theorien sprechen vom sogenannten „fluktuierendem Superstring-Schaum“. Bei Heim heißt die geometrische Letzteinheit Metron, die ich hier in meinem Modell als holografisches Element gewählt habe, und sie ist in drei Sphären gegliedert. Wird die Anzahl der Metronen größer und ihre Größe geringer, kann man das etwa mit dem Anwachsen der holo­grafischen Bildpunkte vergleichen.

Es kommt damit zu materiellen Ereignisstrukturen, eben Quanten und Energie – und sozusagen mehreren klei­neren Big Bangs, allerdings im ganzen Universum. Gleich­zeitig „entsteht“ die Raumzeit und die Gravitation, kurzum, es greifen alle Natur­gesetze, die für Materie und Energie Gültigkeit haben. Doch was passiert mit weite­rem Anwachsen der Bildpunkte? Ja klar, es entstehen Atome, Moleküle, Sterne werden geboren.

Schließlich folgen Planeten und auf ihnen finden chemische Reaktionen statt, ge­bären immer kompliziertere chemische Verbindungen, Gas­hüllen und schließlich – Lebewesen! Sie fangen klein an und lassen sich nicht nur als Kohlenstoffverbindung blicken, sondern auch auf Silizium-, Bor- oder vielleicht auch auf Stickstoffbasis ist Leben möglich. Wer weiß das schon, schließlich gibt es wahnsinnig viele Planeten und wenn die Möglichkeit für Leben be­steht…

Wieder ein weiterer Sprung durch eine noch größere Zahl an Bildpunkten und die Natur­gesetze der Evolution greifen, seit Lebewesen entstanden sind. Jetzt tauchen plötz­lich Lebewesen auf, die eine einzigartige, neue Fähigkeit besitzen: auf Er­eignisse in ihrer Umwelt nicht nur instinktiv zu reagieren, sondern über diese Umwelt zu reflektieren, sich Ge­danken darüber machen.

Und wieder einen Schritt weiter, ent­wickeln diese Lebewesen eine Innen­welt, ein eigenes Universum, die jene Außenwelt spiegelt und bewertet. Schließlich können diese Lebewesen Ereignisse produzieren, die gar keinen materiellen, quantitativen Ereignisse mehr sind – sie machen sich Gedanken und haben Träume. Beides, Träume und Gedanken, sind unwiderlegbar Ereignisse, aber ohne dass es mög­lich wäre sie explizit in der Raumzeit rechnerisch zu beschreiben, sie sind tatsächlich qualitativer Natur. So, wie die anderen Prinzipen oder Wahr­scheinlichkeitsfaktoren, die ich bereits beschrieben habe, die materielle Aus­wirkungen zeigen.

Diese Wesen haben nun durch die Entwicklung eines entsprechenden Organs, sowie der da­zugehörenden intellektuellen/intuitiven Fähigkeiten, einen individuellen wie auch kollektiven Zugang zu dem großen Ideenpool und sie beeinflussen ohne Zweifel die Wahrscheinlichkeit. Sie tun das zunächst im Rahmen der Naturgesetze und den Prinzipien der Raumzeit, doch die Wahrscheinlichkeit dafür, dass auch die Grenzen von Raum oder Zeit zu durchdrungen werden können, ist sehr hoch.

Wenn Menschen in der Lage wären, jene, die Wahrscheinlichkeit verändernden Faktoren bzw. Informationsstrukturen zu beeinflussen, dann hätte das weit­reichende Konsequenzen. Denn durch die Kontrolle seiner eigenen materiellen Er­eignisse (Handlungen), kann ein Mensch z.B. eine Uhr bauen. Ist der Mensch jedoch zusätzlich (zu diesen quantifizierbaren Ereignissen) in der Lage, auch qualitative Geschehnisse zu kontrollieren oder für sich erfahrbar zu machen, so hat er explizit Zugang zum Ideenpool bzw. zu den Wahrscheinlichkeitsrastern möglicher qualita­tiver und quantitativer Ereignisse!!!

Selbst wenn der Zugang zu diesen (Heim nennt sie) Dimensionen nur sehr spo­radisch wäre und dafür bestimmte psychische Faktoren nötig (oder zu erlernen!) sind, eines muss uns dabei klar sein: Wenn es nur einem einzigen Menschen gelingt, ein einziges Mal auf diese Art und Weise quantitative oder qualitative Ereignisse willentlich zu beeinflussen, so ist der Beweis dafür erbracht, dass dies tatsächlich möglich ist – und damit jedem Menschen grundsätzlich als Erfahrungsmöglichkeit oder Ereignisebene zur Verfügung steht.

Ende Teil VI

Die Geschichte von der Tiefe, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 12. August 2017

Diese Geschichte vertraute mir ein Stein an,
der vor einem Bergwerksstollen am Eingang lag.
Die Sonne wärmte ihn und er war bereit mir die folgende Geschichte zu erzählen..

Vor einer Zeit, als die Welten noch regelmäßig miteinander verkehrten und Freundschaft eine Tugend war, lebte eine junge Frau in einem Tal. Sie war früh zur Außenseiterin geworden da sie Freundschaft mit den Elben hatte und die Geheimnisse der Wälder ihr nicht unvertraut waren.

Eines Tages hiess es ein Drache bedrohe das Land. Die Tapfersten zogen mit Getöse aus. Manche kamen angstzitternd zurück, andere nie mehr.

Das Mädchen sass am Brunnen und unterhielt sich mit der Quelljungfrau. “Was sollen wir nur tun? Keiner der Männer traut sich mehr aus dem Dorf.”

“Dann musst du es wagen.”  Erstaunt sah sie ihre Freundin an .
”Ich? Was kann ich denn schon tun.”

“Etwas, daß nur Du kannst. Hab keine Angst. Geh in den Wald bis zum heiligen Ort. Am Rand ist eine Höhle. Darin findest du Hilfe um das Bevorstehende zu bestehen.”

Sie ging nach Hause, packte ihren Beutel und nahm Proviant und Geschenke für die Anderswelt mit und machte den ersten Schritt ins Ungewisse.

Sie fand die Höhle wie von ihrer Freundin vorhergesagt.

Von aussen war die Höhle unheimlich, es roch nach Tod und Algen. Als stünde irgendwo Wasser.

Die junge Frau ging nun mit vor Angst klopfendem Herzen vorran. Ein Wind geboren aus Chaos bliess ihr das Feuerzeug aus und sie bekam es nicht wieder an.

Nun hatte sie die Wahl. Zurückzugehen und ihr Scheitern eingestehen oder die Angst zum Freund machen.

Sie wählte letzteres, machte die Angst zu ihrem Verbündeten und ging weiter in die Dunkelheit.

Es war so dunkel wie in einem Mausoleum.

Plötzlich schimmerte es vor ihr, als sei in der Höhle der Mond aufgegangen.

Es war so schön, daß ihr das Herz aufging. Ein Mond mitten in der Höhle? Sie ging in das Licht und spürte wie es sich wie Seide um sie schmiegte. Als sie heraustrat trug sie ein silbriges Gewand mit Glockenärmeln. An deren Enden waren Mond und Wassersymbole gestickt. Nun hatte sie die Erkenntnis, daß die Höhle nicht unbewohnt war. Ein Wesen musste hier leben.Verborgen von der Welt.

“Danke für das schöne Kleid. Zeig dich mir doch.” sagte sie in die Finsternis.

Eine Frau trat raus. Jung und alt zugleich. Sie strahlte voller Macht und Geheimnis. ”Lebe eine Zeit bei mir. Der Herr der Höhle und ich sind gute Nachbarn seit langer Zeit. Und von ihm ist auch das Kleid.”

So begann ihre Lehrzeit bei der alten Frau in der Tiefe. Sie lernte den Rhytmus und die Magie des Meeres. Aus Buchenstäben weisszusagen. Mit Kristallen zu heilen.

Eines Abends hörte sie ein Grollen in der Tiefe der Höhle und sie fragte die Alte was das sei. “Geh nur und schau nach. Du hast alles in dir was du brauchst.“ sagte sie mit wissendem Lächeln. Da sie die Alte liebte und ihr vertraute ging sie voran.

Es wurde wärmer, je weiter sie kam. Am Ende brannte ein Feuer und ein knorriger Mann sass dort. ”Sei willkommen.” flüsterte er mit brüchiger Stimme.

Da sie eingeweiht worden war machte sie ihm einen Tee aus Heilkräutern und segnete ihn ehe sie den Tee an den Mann weiter reichte.

Dankbar trank er, wurde gesund, schien jünger zu werden. Der Schatten, den er warf, war der Schatten des Drachen! Wasser rauschte um ihn, das Feuer sprang an ihm hoch wie ein Welpe und die Erde und die Luft trugen den Duft der Magie mit sich, als er sich verwandelte und zum Drachen wurde.

Doch statt wie früher vor Angst zu vergehen kniete sie nun in Demut vor ihm nieder.

“Mein Herr der Elemente nehmt bitte den Schatten von unserem Land..”
Eine Kralle hob sie an daß sie aufstand.

“Steh aufrecht vor mir. Ich liebe dich für deine Beharrlichkeit und Demut. Darum tue ich was du dir erbittest. Bleibe bei mir.”

Als geachtete Priesterin ging sie in ihr Dorf zurück. Geliebt von ihrem Drachen und gesegnet von der Göttin der Tiefe trat sie aus der Höhle hinaus.

An manchen Tagen der kommenden Jahre sah man sie auf ihrem Drachen über das Land gleiten. Verbunden in Liebe.

Ende

Autorin: Veleda Alantia, Bild: Veleda Alantia

NATuQuTAN – Teil V, geschrieben von Magister Botanicus

Samstag, 29. Juli 2017

Einheitliche Beschreibung der materiellen Strukturen

Kleine Zwischenbemerkung

Entsprechend dem, was ich Ihnen in den letzten Kapiteln gezeigt habe, ist jede Art der Energie­übertragung in unserem Universum an ganz bestimmte Träger und deren defi­nierte Prinzipen gekoppelt und kann nicht von ihnen gelöst werden.

Es geht hier wirklich um Definitionsfragen – wenn also jemand von psychischer Energie redet, so kann er nur den materiellen Teil unserer Psyche meinen oder die Definition des Wortes bedarf einer klärenden Diskussion. Und sollte Ihnen irgend jemand demnächst mal was von „feinstofflichen und grobstofflichen Energien“ erzählen wollen, dann empfehle ich 3 Möglich­keiten der Beurteilung und einer Reaktion:

1. Er/Sie hat keine Ahnung von Physik! Sie können ihm raten, seine Definitionen für Energie und Materie zu überprüfen oder Sie finden gemeinsam andere, treffendere Definitionen für diese Begriffe, die nicht unbedingt naturwissenschaftlich-technisch besetzt sind.

2. Er/Sie ignoriert den Hinweis und faselt weiter, was schon schlimmer ist – aber maximal ist er ein Ignorant – und hier empfehle ich, ihn/sie mit geschicktem Argumentieren aufs Glatteis führen.

3. Nachdem sie nur den leisesten Hauch einer Kritik anbringen, schaut er/sie Sie weise an, nickt und sagt mit sanfter Stimme: „Um das zu verstehen muss Du noch sehr viel lernen.“ Hier ist alle Mühe vergeblich und Sie drehen sich am besten um und geht weg.

(4. Das unerquicklichste, was Ihnen passieren kann ist der Satz: „Das ist geheimes Priester­wissen!“ – der Red.-Elch)

Doch zurück zur Beschreibung der Welt der Materie und der Energie. Was ich bis jetzt erklärt habe, beschreibt, dass es materielle Letzteinheiten gibt, die auf ihre spezielle Art und Weise Träger von Energie sind. Diese Energie wird immer nur transformiert und kann nicht zerstört werden.

Auf der anderen Seite haben wir gesehen, dass es Prinzipien geben muss, die dafür sorgen, dass jede Energie ihr spezielles Trägermedium zugeordnet bekommt. Diese Trägermedien oder Prinzipen sind, wenn sie keine Energie übertragen nicht messbar – können also keine materiellen Strukturen mehr sein. Ebenso wie diese Prinzipien selbst (nennen wir sie vorerst mal Naturgesetze) keine materiellen Strukturen sein können.

(Was aber sind sie dann?! – der Red.-Elch).

Nun, ganz einfach: es sind informative Strukturen, die wahrscheinlichkeits­verändernde Charaktere besitzen !

(Häää??? – der Red.-Elch).

Eines ist klar und tatsächlich beobachtbar: Alle materiellen Strukturen unterliegen den Naturgesetzen der Materie, d.h. sie setzen z.B. einer Beschleunigung einen Widerstand entgegen (= Massenträgheitseffekt) – wir merken das, wenn wir im Auto sitzen und Gas geben. Tun wir das schnell, also setzen wir uns einer schnellen Be­schleunigung aus, merken wir, dass wir in den Sitz gepresst werden. Noch übler wird es, wenn wir diese Beschleunigung schnell abbremsen, z.B. bei einem Zu­sammenstoß (negative Beschleunigung). Der Wagen bleibt zwar stehen, aber unsere Körper bewegen sich trotzdem weiter – und der Sicherheitsgurt bekommt hier seinen physikalischen Sinn.

Die Zuordnungsprinzipien für Energien und die Prinzipien des Trägermediums, sind offensichtlich überall im Universum die selben. Sie unterliegen weder einer Be­schleunigung noch springen sie von einem Ort zum anderen. Ja, sie sind sogar zeit­lich unabhängig, denn sie sind scheinbar immer gültig – egal zu welcher Zeit der Existenz des momentan existierenden materiellen Universums.

Mit anderen Worten unterliegen diese Prinzipien oder Naturgesetze keinen Materie­gesetzen, sondern sie selbst sind diese Gesetze bzw. ordnen bestimmte Gesetz­mäßigkeiten zu Prinzipien an, welche sich dann sozusagen in das Universum als messbare Materie wie Elektronen oder Fotonen „abbilden“.

Kurze Unterbrechung!

Diese Überlegungen sind natürlich nicht auf meinem Mist gewachsen. Sie stammen zum großen Teil von einem einzigartigen Physiker, Burkhard Heim, der 1985 ein Buch veröffent­lichte, welches den Titel hatte „Einheitliche Beschreibung der materiellen Strukturen mittels der metronisch-quantisierten Feldtheorie“.

Diese Buch machte Furore in der Fachwelt und kein Mensch – vor allem kein Physiker – war sich zunächst sicher, wie er dieses Buch beurteilen sollte. Noch dazu war es in einem Verlag erschienen, der normalerweise Literatur über „paranormale Phänomene“ oder „geistlichen Inhaltes“ herausgab. Ein prekäre Situation, wären da nicht einige der – sagen wir mal höflich – weniger ignoranten Herren auf die Idee gekommen, dass Ganze mal nachzuvollziehen.

Und siehe da! Mittlerweile hat die Theorie noch ein paar Feinheiten mehr und an den mathe­matischen Methoden musste noch ein wenig gefeilt werden, aber dafür ist sie mittlerweile eine Standardliteratur in den Bibliotheken von CERN und DESY, wenn es um die Berechnungen von Elementarteilchen geht.

Ende der Unterbrechung!

Das besondere an Heims Theorie ist der Ansatz; eben die Geschichte, dass es materielle Letzteinheiten geben muss, die nicht nur eine gewisse raum-zeitliche Stabilität aufweisen, son­dern auch quantifizierbar, also messbar sind. Zum anderen muss es aber auch qualitative (virtuelle = vorstellbare) Struk­turen geben, die ihrer­seits zwar nicht messbar, aber in ihren Auswirkungen nachweisbar sind.

Eine solche qualitative Struktur wäre das Prinzip des Fotons, wenn es keine Energie trägt. Es ist nur vorstellbar vorhanden, also virtuell, und kann zunächst nicht quanti­fiziert oder gemessen werden. Aber es ist ohne Zweifel die Informationsstruktur eines Fotons, welches als Wahrscheinlichkeit existiert.

Jetzt „tunnelt“ irgendwo im Universum ein Elektron von einem höheren auf ein tieferes Energieniveau und die Energie wird frei. Ohne Zeitverzögerung – eben weil keine raum-zeit­liche Struktur sondern virtuelles Prinzip – greift das Gesetz der Energieerhaltung und verändert die Wahrscheinlichkeit in der Umgebung des „tunnelnden“ Elektrons. Von der Wahrscheinlichkeit 0, d.h. dort ist kein Foton, springt die Wahrscheinlichkeit um auf 1, d.h. hier muss ein Foton existieren. Und tatsächlich, wie im beschriebenen Beispiel, hier ist ein Foton, welches ein Äquivalent zu dem vom Elektron abge­gebenen Energiebetrag darstellt. Für den unbedarften Be­obachter erscheint dieses Foton aus dem Nichts – was ja auch nicht ganz so falsch ist.

Eine einfache Modellbeschreibung soll die Zusammenhänge in einem Gesamtbild für sie deutlicher machen:

Nehmen wir an, dass Universum sei auf einem Diafilm abgelichtet. Solange, wie ich das Dia nicht durchleuchte, erscheint auf einer Leinwand (= der Raum-Zeit-Ebene) kein Bild. Führe ich dem System Energie zu (Licht) wird auf der Leinwand ein Bild sichtbar, die Prinzipen (das Diapositiv) werden innerhalb des Universums, inner­halb der Raumzeit abgebildet. Natürlich lässt dieses Modell keine Dynamik zu, aber zu dem dynamischen Modell kommen wir etwas später.

Heim geht davon aus, dass es verschiedene Ebenen geben muss, denen ganz be­stimmte Prinzipien oder die Manifestationen dieser Prinzipien zugeordnet sind. Da wären zunächst einmal tatsächlich stattfindende Ereignisse, welche durch 2 An­gaben quantifizierbar sind: Die Ortsangabe (Länge, Höhe, Breite) und die Zeit­angabe (wann).

Mit anderen Worten haben wir jetzt drei räumliche Dimensionen und eine zeitliche Dimension definiert, die für alle Quantitäten, also alle materiell-energetischen Er­eignisse, als Erklärungsmodell aus­reichen. Oberhalb der Zeit als Dimension, müssen aber noch weitere Dimensionen liegen, in welchen die Prinzipien der materiell-energetischen Strukturen sowie deren Zu­ordnungsprinzpien verborgen sind. Diese Dimensionen können kein Raum-Zeit-Gefüge besit­zen, weil deren Inhalte rein in­formativer (virtuelle, vorstellbarer, qualitativer) Struktur sind.

Heim nannte diese beiden Dimensionen Entelechie und Äon – ich habe sie für mich mit „Ideenreservoir“ = Äon und „Kritik“ = Entelechie bezeichnet, weil ich so ihre Funktionen besser beschreiben konnte. Denn im „Ideenreservoir“ existieren alle Möglichkeiten, alle Er­eignisprinzipien, die jemals in einem Universum stattfinden können. In der Dimension „Kritik“ werden die Prinzipien der aktuell stattfindenden Ereignissen bewertet und anhand der Zuordnung von Wahrscheinlichkeiten im Rahmen der Naturgesetze der Raumzeit neu bewertet.

Die philosophischen Hintergründe oder evt. religiöse Konsequenzen einer solchen Be­trachtungsweise möchte ich hier noch nicht diskutieren.

Doch ein kurzer Einschub: Es darf allerdings an dieser Stelle nicht der Eindruck ent­stehen, dass hier ein „deterministischer“ (vorherbestimmter) Plan verfolgt würde, oder eine Art starres Kochrezept für das Universum, wo alles und jedes vorbe­stimmt ist. Es gibt zwar bestimmte Prinzipien und Naturgesetze, die (noch) nicht außer Kraft gesetzt oder manipuliert werden können. Aber nur die Art der Naturgesetze oder Prinzipien sind es, die für die Raumzeit determiniert sind.

Alle stattfindenden Ereignisse unterliegen immer einem Wahrscheinlichkeitsraster – was bedeutet, wenn mir ein Glas aus der Hand fällt, ist es sehr wahrscheinlich, dass es zerbricht. Aber es ist eben nicht sicher! – wie wir alle sicher aus Erfahrung mit ähnlichen Situationen und ähnlichen Gegenständen wissen.

Aus diesen Betrachtungen heraus müssen wir also unser Modell mit dem Dia modi­fizieren, denn dieses Modell würde eine solche Welt mit determinierten Ereignissen beschreiben. Also greifen wir zur modernen Fotografie und wenden uns dem Holo­gramm zu.

Ende Teil V

Hekate: A Devotional

Samstag, 29. Juli 2017

 

Vivienne Moss
Hekate: A Devotional

2015/Pagan Portals/ISBN-10: 1785351613/ISBN-13: 978-1785351617/
97 Seiten/Paperback: 8,12 Euro

Über die Autorin

Vivienne Moss ist eine geborene Hexe und Priesterin der Hekate. Sie lebt mit ihrem Freund und ihren beiden Töchtern in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Indiana.

Andere Bücher der Autorin: By Blood, Bone, and Blade: A Tribute to the Morrigan (2014)

 

Über das Buch

Der Göttin Hekate und ihrer tiefen, innigen Verbindung zu ihr hat die Autorin ein Buch gewidmet. Wer hinter dem Buchtitel mehr vermutet als eine Ehrerbietung an Hekate, wird enttäuscht. Vivienne Moss reißt ein wenig die Geschichte der Göttin an, doch ist dieses Buch keine Fachliteratur. Viel mehr beschreibt die Autorin mit gewaltigen, tief unter die Haut gehenden Worten die Hingabe, die Liebe, die sie Hekate tagtäglich entgegenbringt. Und wie ihr die Göttin andererseits hilft, ihren Alltag zu meistern. Das Buch ist eine Mischung aus spirituellem Tagebuch, ein Buch über die Magie und Gedichtband. Ideal für Leser, die ihre persönlichen Erfahrungen vergleichen oder eine neue Perspektiven erhalten möchten, wie sie ihre Beziehung zu Hekate vertiefen können.

Fazit: Eine echte Bereicherung für all jene, die die „private“ Seite der Göttin Hekate kennenlernen möchten.