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Wehwehchen, blaue Flecken und Autschis – Teil II, geschrieben von Lora, übersetzt von Anufa

Samstag, 25. Februar 2017

An diesem Abend verwendete Elsie roten Seidenfaden um auf ein weißes Stück Seide eine Algiz, die Schutzrune, zu sticken. Dann nähte sie aus der Seide ein kleines Beutelchen. Dann richtete sieh ihren Altar, vor dem Herd in der Stube, her. Pooka saß in der Mitte des Altars, während Edgar von seinem Ausblick am Rand die Sache beobachtete. Nachdem der Kreis gezogen war, schnitzte die Hexe den Namen der Katze in eine weiße Kerze. Darüber schnitt sie noch eine Algiz in das Wachs. Nachdem sie die Kerze mit Öl geweiht hatte, zündete sie diese gemeinsam mit einer speziell dafür von ihr hergestellten Räuchermischung an. Dann füllte sie das Beutelchen mit Pflanzen, die sie aus ihrem Kräuterzimmer geholt hatte. „Was is das für Zeug?“, fragte Pooka. „Schutzkräuter und ein Jadestein kommt auch noch hinein“, erklärte sie ihm. „Soll ich mir das aufschreiben?“, seufzte Pooka. „Diesmal nicht“, lächelte Elsie. Sie verwendete ihre Schere um ein wenig Fell von seiner Brust zu schneiden. „Heyyy!“, rief Pooka. „Dran bin ich gehangen!“ „Eben und feinstofflich tust du das noch immer“, sagte Elsie. „Das ist genau, was hlft den Zauber zielgerichtet zu machen.“ Sie hielt das weiße Beutelchen dann über ihren Kopf, atmete tief und richtete ihre eigene Energie gut aus.

„Ihr alten Wächter, erhebt euch aus dem Osten!
Erhebt euch aus dem Westen!
Erhebt euch aus dem Süden und erhebt Euch aus dem Norden!
Ihr ewigen Wächter, alt und weise,
aus der tiefsten Erde und den sternenvollen Himmeln,
auf den Winden und aus dem Meer;
ich rufe euch. Kommt zu mir!
Versammelt euch und erhört meine Bitte,
um Schutz für einen der klein und schwach ist.“

„Du meinst MICH?“ unterbrach sie Pooka verschnupft. Elsie warf ihm einen Blick zu und er war schnell wieder ruhig. Die Hexe setzte fort:

„Verleiht ihm Stärke und verleiht ihm Macht,
umgebt ihn mit eurem Licht.“

Sie befestigte den kleinen Beutel an Pookas Halsband und sagte, „Bei der Macht des Gottes, der Göttin und der meinen
bei den Mächten der Wächter der Erde, der Luft, des Feuers und des Meeres
das ist mein Wille und so soll es sein!“

Pooka schaunte nach unten, auf das Beutelchen an seinem Halsband. Er fühlte sich schon jetzt viel sicherer.

Am nächsten Tag war Markttag. Elsie packte ihren Korb und wanderte in Richtung Dorf.

Als sie auf die Kopfsteinpflasterstraße an den Geschäften vorbei gingen, blieb Pooka kurz stehen um mit seinem Freund Trilby, dem kleinen weißen Kätzchen das über der Bäckerei lebte, zu plaudern. Trilbys Frauchen, die auch auf dem Balkon war, kümmerte sich geschäftig um die Topfpflanzen am Geländer. Plötzlich stieß sie mit der Gießkanne gegen einen der Töpfe und der zuerschellte am Boden … ein paar Zentimeter neben Pooka!

Elsie eilte zu ihm. Trilby starrte über den Balkon und maunzte ängstlich, „Pooka, bist du in Ordnung??“
Der Kater schüttelte sich die Erde aus dem Fell. Es ging ihm gut!

Er und Elsie gingen weiter die Straße entlang. Als sie am Buchladen vorbei kamen lief Pooka zum Schaufenster, stellte sich auf die Hinterpfoten und drückte seine Vorderpfoten gegen die Scheibe. „Schau, Elsie! Ein Runenmalbuch!!“ Die Hexe folgte ihm um sich das anzusehen.

Gerade da verlor ein Lieferwagen auf einer Eisplatte den Grip. Er schleuderte außer Kontrolle die Straße herunter und die Passanten sprangen aus dem Weg. Der Lieferwagen blieb auf einem Schneeflecken stehen und dankenswerter Weise wurde niemand verletzt. Aber Pooka wusste, dass wenn er noch auf der Straße gewesen wäre, er vor Schreck steifgefroren stehen geblieben und überfahren worden wäre.

„Elsie“, sagte er. „Dieses Amulett hilft aber wirklich! Die Wächter beschützen mich tatsächlich!“

Sie nahm ihn hoch und drückte ihn ganz fest. „Natürlich tut es das. Und ich bin sooo froh darüber!“

Die nächsten Tage waren sogar noch kälter und Thistle befundete, dass das Eis am Teich nun dicker sein würde. Sie forderte Pooka auf, wieder mit ihr Schlittschuh zu laufen. Die kleine Katze schüttelte den Kopf. „Das ist einfach zu gefährlich“, sagt er der Fee.
„Aber es macht so viel Spaß und außerdem wird dich dein magisches Amulett beschützen“, bestand Thistle darauf. „Elsie ist eine sehr mächtige Hexe!“

Pooka dachte darüber nach und musste zustimmen. Als sie ankamen, zögerte er, fing dann zu rennen an und kam aufs Eis. Dieses Mal schlitterte er ganz sanft darüber!

„Das funktioniert! Das funktioniert ja wirklich!“ rief er triumphierend.

„Das stimmt“, nickte Thistle grinsend. Sie stupste ihm ihren Ellenbogen in die Rippen und sagte, „Ich wette, du könntest sogar von Elsies Dach springen ohne dir weh zu tun!“

„Ich wette, dass ich das kann!“ stimmte Pooka glücklich zu und zu ihrer Überraschung, drehte sich der Kater um und lief zurück zur Hütte. Thistle folgte ihm. Er würde doch nicht? Die Fee hatte ihn doch nur aufgezogen!

Zurück bei Elsies Haus, verwendete die kleine Katze ihre Krallen um den Apfelbaum zum Dach hoch zu klettern. Er starrte über die Kante … das war ein langer Weg nach unten.

Thistle war ein kleiner Fleck gegen auf dem Schnee unter ihm. „Vielleicht ist das eine schlechte Idee“, rief sie ihm in die Höhe.

Ein Teil in ihm dachte, dass sie vielleicht Recht haben könnte und dann fühlte er das Amulett auf deinem Fell liegen.

Pooka sprang.

Er schaffte es auf dem Weg nach unten einigen größeren Zweigen auszuweichen und eine extra tiefe Schneewächte rettete ihn davor, auf dem gerade erst geschaufelten Weg zu zerschellen. Der Aufprall schüttelte jeder seiner Knochen durch und drückt die Luft aus seinen Lungen. Er war mit dem Kinn auf einen kleiner Zweig geknallt und als er gelandet war, war ein scharfer Schmerz durch seine Pfote geschossen. Er lag in dem Schneehaufen ohne sich zu bewegen.

„Pooka! Bist Du in Ordnung??“ Die Fee flatterte über ihm. Sie hielt ihm einige Finger vors Gesicht und fragte: „Wieviele Leben hast Du noch über?“

„Nicht genug!“ stöhnte Pooka.
„Ich hole Elsie!“ sagte Thistle

Sofort war die Hexe da. Sie untersuchte ihn schnell und sagte, „Ich glaube, du hast dein Bein bös gezerrt. Du musst jetzt mindestens eine Woche drinnen und von allem weg bleiben. Ich reibe dir auch noch Beinwellsalbe aufs Kinn. Das wird die Blutung stoppen und helfen zu heilen. Abseits davon, glaube ich, dass Du in Ordnung bist. Es ist erstaunlich, dass du dich nicht ärger verletzt hast.“

„Aber Elsie“, warf Pooka ein. „Ich HABE mich doch verletzt! Mein magischer Beutel hat mich diesmal nicht beschützt. Ich denke, es ist irgendwie kaputt gegangen oder so etwas. Kannst du es wieder reparieren?“

Elsie stand auf und stemmt die Hände in ihre Hüften. „Du bist absichtlich vom Dach gesprungen, stimmt´s?“
„Jaaa“, gab Pooka zu.

Elsie hob ihre Katze aus dem Schnee auf. „Dein Beutelchen ist nicht kaputt. Es beschützt dich immer noch vor Unfällen.“ Dann seufzte sie und schüttelte ihren Kopf. „Aber Pooks, Ich kenne leider keine Magie, die dich vor „DUMM“ beschützt!“

Wehwehchen, blaue Flecken und Autschis – Teil I, geschrieben von Lora, übersetzt von Anufa

Samstag, 04. Februar 2017

„Du wirst das lieben!“, rief Thistle. „Das macht so großen Spaß!“
„Wart mal!“, hechelte Pooka. „Einige von uns haben keine Flügel, weisst Du?!“
Der Schnee ging ihm fast bis zu seinem kleine schwarzen Bauch und die Katze pflügte durch ihn hindurch, mit großer Anstrengung, nicht abgehängt zu werden. Die Fee lachte nur. „Mach dir keine Sorgen. Wir sind schon da . Schau dir das an!“, und sie lief grazil über das Eis, das den Teich von Bauer Gellis bedeckte.

Als Pooka aufgeholt hatte, berührten seine Pfoten den glatten und rutschigen Untergrund und er schlitterte schnell in Richtung Zentrum.
„Whhhhheeeeeee“, rief er glücklich. „Du hattest Recht! Das IST lustig!!“

Pooka am Eis

Plötzlich gab es ein Krachen, ein Platschen und dann war auf einmal Stille. Thistle flitzte zu dem schwarzen Loch im Eis, wo Pooka vorher gewesen war.
„Pooka?“ rief sie ängstlich. „Pooka!!“
Der Kopf der Katze tauchte auf. Er hustete und japste. Das Wasser war eiskalt! Er versuchte Halt am Eis zu finden um sich selber aus dem Wasser zu ziehen, aber die Ränder waren dünn und zerbrachen immer wieder unter seinen Krallen. Thistle schnappte ihren Freund am Nacken und mit heftig schlagenden Flügeln, versuchte sie seinen Kopf oben zu halten. Aber, auf sich selber gestellt, war die kleine Fee nicht stark genug!
„Edgar!! Hilfe!!“, rief Thistle.
Die Krähe krächzte und machte einen Sturzflug herunter vom Baum, auf dem sie gesessen hatte. Er fasste Pooka mit seinem Schnabel ebenfall im Nacken und zog – aber die tropfnasse Katze war immer noch zu schwer.

Er krächzte noch einmal … dann kam ein scharfer, wiederholter Ruf, den Krähen benutzen um Hilfe herbei zu rufen. In wenigen Augenblicken wimmelte es in der Luft über ihnen nur so vor lauter Krähen. Sie kamen alle herunter geflogen und schnappten sich die unterschiedlichsten Körperteile von Pooka … seine Ohren, seinen Nacken … sogar seine armen Barthaare! Sie zerrten und zogen und schafften es dann endlich, ihn aus dem Teich zu ziehen.

„Nächstes Mal solltest du etwas vorsichtiger sein,“ schimpfte Thistle ihn erleichtert aus. Pooka zitterte zu sehr um zu antworten. Die Fee legte ihren Kopf schief und sah ihn mit kritischem Blick an. „Wir bringen dich jetzt besser schnell nach Hause“, war ihre Expertenmeinung.
Pookas Beine taten von dem kalten Wasser so schrecklich weh, dass er keinen Schritt gehen konnte. Abgesehen davon, tat auch seine Brust weh. Eigentlich, tat ihm alles weh!! Und erschöpft war er auch. Jetzt, da er endlich aus dem Wasser draußen war, wollte er einfach nur schlafen. Weil weder die Krähen noch die Fee ihn dazu bringen konnten, sich zu bewegen traf Thistle wieder eine wichtige Entscheidung.

„Wir müssen Elsie holen“, sagte sie.

Glücklicher Weise können Krähen und Feen ziemlich schnell fliegen und Hexen, deren Familiare in Schwierigkeiten stecken, können sich noch schneller bewegen! Elsie war bei Pooka, wickelte ihn in ihren Umhang und hatte ihn in Null Komma nichts nach Hause gebracht. Sie rieb ihm mit einem heißen Handtuch kräftig ab, wickelte ihn auf ihrem Schoß in eine Decke und gab ihm viel warme Milch zu trinken. Langsam fühlte Pooka sich besser.

„Das war aber knapp“, murmelte er schläfrig als er sich an seine Hexe kuschelte.

„Viel zu knapp!“ sagte Elsie. „Was ist das mit dir und all diesen Unfällen in letzter Zeit? Vor ein paar Tagen bist du aus dem Apfelbaum gefallen. Und ein paar Tage davor ist ein Funken aus dem Kamin geflogen und hat fast deinen Schwanz angezündet. Davor bist du auf einen spitzen Stein, der unter dem Schnee lang, getreten und hast dir die Pfote verletzt.“
„Einfach Pech, schätze ich“, murmelte Pooka und begann gleich darauf zu schnarchen.

Elsie sah auf die kleine schwarze Katze auf ihrem Schoß und runzelte die Stirn. Sie steckte die Decke sorfältig unter der kleine Katze fest und ließ den kleinen Pooka neben dem warmen Herd schlafen.
Dann ging sie zu ihrem Tisch. Sie zog ein Stück Pergament aus einer der Laden und einige Bücher vom nahen Bücherregal. Da wachte Pooka wieder auf. Elsie hatte einen siegessicheren Ausdruck auf ihrem Gesicht.
„Ich hab das Problem entdeckt“, sagte sie.
„Was auch immer es sein mag, ich war das nicht!“ gähnte Pooka ganz automatisch.
„Nein, ich meinte den Grund, warum du dich in der letzten Zeit so viel verletzt.“

Sie wedelte mit dem Pergament mit seinem Horoskop in der Luft. „Mars und Uranus, sie stehen grad beide im Quadrat zu deinem Aszendenten.“
Die Katze kratzte sich das Kinn mit der Hinterpfote und versuchte sich an seine Astrologiestunden zu erinnern. Mars könnte Gewalt bedeuten. Uranus brachte Dinge, die man nicht erwartete. Ein Quadrat waren Herausforderungen und der Aszendent beeinflusste seinen physischen Körper. Wenn man das zusammen zählte, dann konnte das heißen …
„Unfälle können dich verletzen?“, riet Pooka.
„Genau richtig“, nickte Elsie. „Wir sollten einen Schutzzauber machen!“. „Da bin ich sehr dafür!“ stimmte der kleine Kater zu.

Ende Teil I

Worum geht´s denn eigentlich beim Herbstfest? geschrieben von Lora, übersetzt von Anufa

Samstag, 01. Oktober 2016
copyright PookaPages

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Pooka wusste, dass der Sommer langsam zu Ende ging und Mabon schnell näher kam. Er brauchte dazu nicht einmal die kühleren Nächte, die Bäume, die ihre Farben wechselten oder die Kürbise, die auf den Feldern reif wurden um ihn darauf aufmerksam zu machen. Alles was er machen musste, war einfach seiner Hexe zuzusehen.
Elsie war zu einem kleinen Wirbelwind an Herumwerkeln geworden, vom Aufstehen bis zum Abend, an dem sie wieder ins Bett fiel. Kräuter trocknen, Nüsse und Beeren im Wald sammeln, Marmeladen machen und die letzten Fisolen, Erbsen und Tomaten vom Garten einlegen …

Endlich, Mabon noch zwei Tage entfernt, kamen Tante Tilly und Pookas kleiner Bruder, Grimalkin an. An diesem Nachmittag war sogar noch mehr los! Hausputz, Brot- und Pastetenbacken … alles als Vorbereitung für das Herbstfest. Elsie und ihre Tante arbeiteten den ganzen Tag sehr hart während Pooka und Grimalkin genauso hart daran arbeiteten, den beiden nicht im Weg zu stehen.
Am Abend gingen sie alle ins Wohnzimmer. Elsie setzte sich mit Stift und Notizblock in ihren Ohrensessel beim Ofen. Tante Tilly nahm den Sessel gegenüber und kramte ihr Strickzeug heraus. Sie fingen an ihre Pläne für Mabon zu besprechen und Listen zu schreiben, was da kommen sollte, welches Geschirr sie verwenden und welches Essen sie machen sollten – alles für das große Herbstfest.
Grimalkin kletterte neben Pooka aufs Sofa. Er hatte einen besorgten Ausdruck auf seinem kleinen grauen Gesicht.
Großer Bruder, ich versteh nicht was dieser Mabon-Feiertag eigentlich ist. Kannst Du mir das erklären?“
Pooka machte sein bestes Lehrergesicht und sagte in einem sehr klug klingendem Tonfall, „Das ist eigentlich ganz einfach. Du versammelst einen Haufen Leute und stellst einen Haufen Essen auf den Tisch. Meistens irgendeinen Braten, verschiedenes Gebäck, Nüsse, Erdäpfelpüree, Saft, ein Haufen an Gemüse, das Du als Katze natürlich ignorieren darfst. Dann gibt es noch Kürbispastete und Apfelkuchen und ganz viel feines Schlagobers …“.
Plötzlich war Pooka ruhig. Er bemerkte, dass – abgesehen davon, dass er gerade eben zu Abend gegessen hatte – tatsächlich ein wenig sabberte.
„Es geht also nur ums Essen?“, fragte Grimalkin.
„Das ist richtig.“ nickte Pooka.
Tante Tilly war schon etwas älter aber ihr Ohren waren noch absolut in Ordnung. Sie sah von ihrem Gespräch mit Elsie auf und sagte zu Grimalkin: „Mabon ist mehr als nur zu essen!“
„Was noch??“, fragte das Kätzchen.
„Also, mein Schatz, es geht darum, die Ernte zu feiern. Früher ging es darum die tatsächliche Ernte zu feiern. Heute bekommen wir aber Nahrungsmittel immer und viele von uns feiern ihre eigene spirituelle Ernte … die Dinge, die wir in der vergangenen Wachstumszeit erreicht haben.“
Grimalkin schaute seinen großen Bruder an. „Hast Du eine spirtuelle Ernte?“, fragte er ihn.
„Wahrscheinlich nicht,“ antwortete Pooka.

Tante Tilly versuchte es noch einmal. „Zur Herbst-TagundNachtgleiche, sind die Stunden von Tag und Nacht gleich lang. Damit ist Mabon auch eine Zeit um das Gleichgewicht zu finden.“
Klein Grimalkin sprang auf die Rückenlehne vom Sofa und lief über die Kante. „Wie ist mein Gleichgewicht?“, grinste er.
„Für mich schaut das gut aus“, applaudierte sein Bruder, „aber vielleicht meinte Tante Tilly, wieviel Schlagobers Du auf einem Stück Kürbispastete balancieren kannst?“
Grimalkin hüpfte vom Sofa. „Also geht es DOCH ums Essen. Das erinnert mich grade dran, ich bin wieder ein bisschen hungrig. Magst Du nachschauen, ob noch etwas in unseren Schüsseln ist?“
„Natürlich!“, sagte Pooka und die zwei Katzen trabten durch das Vorzimmer Richtung Küche.

Tante Tilly schüttelte geschlagen ihren grauhaarigen Kopf und fragte dann ihre Nichte, „Wo waren wir gerade, Schatz?“
„Wir haben gerade drüber gesprochen, wer den Obstsalat bringen sollte“, sagte Elsie und als Einwurf erinnerte sie ihren Kater, „Bei Mabon geht es auch um Dankbarkeit!“

„Jaaa, für Essen bin ich immer dankbar!“, rief Pooka über seine Schulter. „Ich geb´s auf!“, murmelte Elsie. Die Katzen waren jetzt in der Küche und Pooka rief ihr zu,“ Gib nicht auf!! Da ist noch ein Stück Kürbispastete über!“
Klein Grimalkin seufzte glücklich, „Ich bin so froh, dass ich Dich habe und Du mir diese Dinge erklärst!“ „Dafür sind große Brüder ja auch da,“ versicherte ihm Pooka.

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Die Kraft der Sonne, Teil II – geschrieben von Lora und übersetzt von Anufa

Samstag, 20. August 2016

PookaLitha2Der schattige Wald bot ein wenig Schutz von der Hitze des Tages. Nathan warf seine Angel ins Wasser und Pooka kletterte auf den Felsen herum um den Jungen zu alarmieren, wenn irgendwo Fische standen. Zur Mittagszeit hatten sie schon genug für eine Mahlzeit gefangen. Pooka schaute ungeduldig zu wie Nathan sie reinigte, ausnahm, mit Butter einrieb und mit Salz. Pfeffer und Dill würzte, bevor er sie in Alufolie einwickelte. Als Nathan einen Haufen machte aus Zweigen, Ästen und Tannennadeln, wühlte sich Pooka durch seinen Rucksack. Plötzlich schnellte sein Kopf alarmiert hoch, „Nathan, wir haben die Zündhölzer vergessen!“, rief Pooka. (Die kleine Katze war so verzweifelt, dass es fast nach einem „Miau“ klang!) „Hab ich das? Nun, das is schon in Ordnung, ich nehme immer eine Lupe mit,“ sagte der Junge.
„Ich möchte mir die aber nicht näher anschauen, sondern ich will die ESSEN!“, jammerte Pooka.
Nathan lachte. „Und das werden wir auch,“ versicherte er der Katze. „Die Lupe wird die Strahlen der Sonne bündeln und so für uns Feuer machen. Das wird nur ein wenig länger dauern als mit Zündhölzern.“

„Die Sonne kann Feuer entfachen?“, rief Pooka.
„Natürlich!“, sagte Nathan und zog die Lupe aus seiner Tasche. Er konzentrierte sich um durch das Blätterdach über ihnen einen starken Sonnenstrahl zu finden. Er fing den Strahl in seinem Glas ein und fokussierte ihn auf den Haufen trockener Tannennadeln unter dem Stapel an Zweigen, die er gesammelt hatte. Die braunen Nadeln leuchteten golden, dann rot und hervor kam eine winzige Flamme, die die trockenen Zweige entzündete. Pooka war erstaunt. Er starrte die Mittagssonne verwundert an. „Mach das nicht!“ rief Nathan schnell.

Die verwunderte Katze schaute ihn an, „Warum denn nicht?“
„Wenn Du zu lange in die Sonne starrst, dann verbrennt sie deine Augen und du wirst blind,“ sagte Nathan.
„Für immer?“, frage Pooka ängstlich.
Der Bub nickte, „Mach das einfach nicht, okay?“

Pooka schob sich vorsichtig wieder zurück in den Schatten der Bäume und versprach, dass er das nicht machen würde. Nathan verfütterte an den Funken weitere trockene Zweige und Tannennadeln und schon nach kurzer Zeit brieten sie ihren Fisch über einem ausgewachsenen Lagerfeuer.

Aber die ganze Zeit, während er seinen Fisch verspeiste, dachte Pooka nach …

Nathan und Pooka kamen gemütlich vor Sonnenuntergang, der an Litha sowieso erst lang nach der Schlafenszeit stattfand, zu Hause an. Elsie war gerade damit fertig geworden ihren Altar im Wohnzimmer aufzubauen. Im Zentrum stand eine strahlend gelbe Kerze.
Pooka war beunruhigt. „Wofür ist denn die gelbe Kezre?“ fragte er.
„Wir rufen die Kräfte der Sonne da hinein an ihrem stärksten Tag,“ erklärte ihm seine Hexe.
Pooka versteckte sich unter einer Ecke der Couch und weigerte sich in die Nähe des Altars zu gehen. „Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist!“, sagte er.
„Warum denn nicht?“
„Die Sonne ist so stark und machtvoll. Sie verbrennt die Haut von Leuten. Sie zündet Sachen an und wenn man sie zu lang ansieht, dann wird man blind.“
Elsie nickte. „Das ist richtig. Aber die Sonne lässt auch die Pflanzen wachsen und versorgt uns mit Vitaminen, die wir brauchen um zu wachsen und gesund zu bleiben. Die Sonne schenkt uns auch Energie und macht uns glücklich. Die Sonne hält den Mond und die Erde an ihrem Platz im Himmel. Ohne sie würde unsere Welt ganz schnell sterben.“

„Diese ganzen guten Sachen macht die Sonne?“, fragte der kleine Kater aufgeregt als er unter der Couch hervor robbte.
„Das und noch viel mehr,“ nickte die Hexe.

„Worauf wartest Du denn?“, rief Pooka. „Zünd die Kerze an! Zünde zehn Kerzen an! Wir müssen der Sonne zeigen, wie sehr wir ihre ganze Arbeit schätzen. Warte, ich habe eine super Idee! Vielleicht sollten wir eine Party schmeißen um den stärksten Tag der Sonne zu feiern?“
„Das tun wir doch“, lächelte Elsie, als sie die gelbe Kerze anzündete, „Wir nennen es Litha!“

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Die Kraft der Sonne, Teil I – geschrieben von Lora und übersetzt von Anufa

Samstag, 06. August 2016

 

Pookas Augen öffnet sich in dem Moment als die Sonne durch die Bäume im Wald blinzelte und die Fenster im oberen Stock streichelte. Einen Moment lang runzelte er die Stirn, während er überlegte warum er so früh aufgewacht war … Ah! Ja!
Nathan hatte versprochen mit ihm fischen zu gehen! Er hatte auch versprochen dass sie Lagerfeuer machen und die gefangenen Fisch gleich vor Ort beim Fluss essen würden.
Die kleine Katze pratzelte nach der Bettdecke, die Elsie in der Nacht unter ihr Kinn gestopft hatte. „Wach auf!“, sagte er zu ihr, „Ich muss mich fertig machen.“
Das Mädchen murmelte, wälzte sich herum und zog die Decken wieder hoch. Deshalb steckte ihr Pooka seine kalte, kleine, schwarze Nase ins Ohr.

„Örgs!“ Elsie stetzte sich auf, ihre Augen starrten weit offen vor sich hin. „Ich bin wach!“, japste sie. Pooka saß am Fuß des Bettes, hatte seinen Schwanz um seinen Körper gelegt und lächelte Süß. „Wie geht es Dir? Ahh gut“ Nathan kommt gleich um mit mir fischen zu gehen und ich brauche dafür zuerst ein gutes Frühstück. Können ich Palatschinken essen?“

Elsie blinzelte ein paarmal. „ Darf ich Palatschinken essen?“, besserte sie ihn aus. „Ja! Wir dürfen!“, und er sprang glücklich vom Bett hinunter. Er zischte aus dem Schlafzimmer, die Stiegen hinunter und in Richtung Küche.

„Ich geb´s auf“, murmelte Elsie. Die kleine Hexe gähnte und rollte sich aus dem Bett. Als sie in die Küche kam hatte es sich Pooka schon am Fenster bequem gemacht und hielt nach seinem Freund ausschau. „Wir sollten uns besser beeilen …“, merkte er an. „Nathan wird jeden Moment hier sein!“ Elsie füllte den Kessel mit Wasser und stellte ihn auf den Herd. „Hier passiert einmal garnichts, bevor ich meinen Tee getrunken habe,“ informierte sie ihre ungeduldige Katze.

Aber trotzdem erschien in Windeseile eine große Schüssel Rührei auf dem Tisch, begleitet von einem Stapel Bananepalatschinken auf einem Teller. Als Elsie die Kanne mit dem Ahornsirup hinstellte, rief Pooka vom Fenster herüber, „Nathan kommt!“.

„Er muss die Palatschinken gerochen haben,“ grinste Elsie.
Ein paar Minuten später erschien ein Junge in der Küche. „Sind das Palatschinken, die ich da rieche?“ fragte er. „Setz Dich und nimm dir einfach selber,“ rief Elsie vom Ofen her. Aber als sich Natzan ein Teller griff und sich hinsetzte, starrte Pooka seinen Freund an. Sein Gesicht, die Arme und Hände waren über und über rot.
„Nathan, was ist mit dir passiert? Du hast die falsche Farbe!“
„Hähh?! Nathan schaute nach unten und lachte.“Oh, das ist nur ein Sonnenbrand. Ich war auf den Feldern und hab gestern dem Bauern Gellis geholfen..“

„Die Sonne hat Dir das angetan?“, fragte Pooka. „Tut das weh?“

„Jepp. Aber Oma hat mir frischen Aloe Vera Saft draufgetan und das hilft,“ zuckte der Junge, die Schultern. „Sag, Elsie – hast Du überhaupt schon selber welche gegessen?“, sagte Nathan. „Solltest Du aber besser, weil sonst sind sie nämlich alle weg!“

„Ich geb´s auf“, seufzte das Mädchen zum zweiten Mal an diesem Tag.

Nathan und Pooka verputzten eilig ihre Palatschinken und wollten Richtung Türe. „Wir dürfen das Fischen nicht warten lassen!“, kündigte Nathan an.
„Schau, dass Pooka rechtzeitig zu Sonnenuntergang für unser Litharitual wieder zu Hause ist,“ rief Elsie ihnen noch nach.
Nathan versprach, dass er darauf achten würde.