Archiv für die Kategorie ‘SternenKind-ErdenKind’

Husten, Schnupfen und sonstige Katastrophen

Samstag, 13. Januar 2018

Wie so oft im Winter laufen die Nasen, krächzen die Stimmen (sofern sie überhaupt noch einen Ton rausbringen) und lassen sich die Viren per Hustenexpress durch die Gegend schippern. Gerade bei Kindern ist das besonders schlimm. Zusehen zu müssen wie sie verzweifelt versuchen durch verstopfte Nasen Luft zu kriegen oder mit Fieber apathisch im Bett liegen ist kein Spaß. Mit Medikamenten zuschütten ist aber auch nicht die beste Lösung – vielfach geht es auch mit ganz einfachen Hausmitteln. Dabei ist allerdings Obacht geboten und Hausverstand von Nöten. Ein paar kleine Tipps helfen da vielleicht ein wenig weiter.

Mein Nachwuchs ist verkühlt und der Schnupfen ist bös

Was in diesem Fall immer sinnvoll ist, ausreichend zu trinken. Am besten sind da natürliche Tees.

Besonders empfehlenswert sind Hollerblüten, die nicht nur gegen die Erkältung als solche angehen sondern auch den Kreislauf unterstützen und vor allem den Stoffwechsel. Wichtig ist, dass Hollerblütentee immer frisch zubereitet werden muss, da sich seine ätherischen Anteile recht leicht verflüchtigen. 1 Teelöffel pro kleinem Häferl mit kochendem Wasser aufgießen, zudecken, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen und auf Trinktemperatur – zugedeckt oder im Flascherl – abkühlen lassen. Dann mit einem kleinen Löfferl Honig (falls es sich um Kleinkinder über 12 Monaten handelt!!!) aber am besten ungesüßt zu trinken geben. Wen ungesüßt so garnicht geht, dann ein Teelöffel Agavendicksaft dazu mischen.
Zwei bis drei solche Portionen pro Tag sind ausreichend. Reines Wasser geht natürlich auch, das aber bitte ohne Kohlensäure und ebenfalls warm.

Suppen sind eine gute Möglichkeit um Flüssigkeit anzubieten.
Wurzelgemüsesuppe (manche mögen sie lieber klar, andere mit dem gemixten Gemüse drinnen) machen Sinn, die wohlbekannte Hühnersuppe und wenn ein wenig Gerste oder Reis mitgekocht wird, schadet das gar nicht. Wichtig ist nur nicht zuviel zu essen – wobei die Gefahr eher gering sein dürfte, weil es meistens sowieso „nicht schmeckt“. Deshalb macht es auch nichts, wenn für zwei, drei Tage keine feste Nahrung angenommen wird – Hauptsache, die Flüssigkeitszufuhr stimmt.

Länger als zwei oder drei Tage sollte das Schlimmste aber auch nicht dauern, sonst auf jeden Fall den Arzt konsultieren.

Die gute alte Rotlichtlampe hilft ebenfalls weiter. Am besten funktioniert das, wenn der Krankensessel auf den Schoß genommen wird und dann gemeinsam mit jemandem, der noch Spaß macht auch, vor der Lampe sitzen kann. Wenn dann eine Geschichte erzählt oder gemeinsam ein Bilderbuch angeschaut wird, fällt das auch viel leichter für die 10 Minuten halbwegs still zu sitzen. Der Abstand ist dann richtig, wenn es auf dem Handrücken (vor die Schnupfennase gehalten) gerade angenehm warm aber nicht heiß ist.

Luftfeuchtigkeit ist bei Schnupfen der nächste Punkt. Es gilt – je feuchter das Raumluft desto besser für das kranke Kind und genauso für die Mitbewohner. Wenn die Luft trocken ist, dann steckt man sich viel schneller an, als bei feuchtem Raumklima.
Aromalampen sind da gleich das passende Thema. Zwei drei Tropfen Thymianöl, eine Fingerspitze Salz ins Wasser und für eine Stunde so aufstellen, dass sie für neugierige Kinderfinger nicht erreichbar ist. Für Babies reicht es völlig eine Wasserschale mit den zwei oder drei Tropfen ätherischem Öl auf die Heizung zu stellen, so verdunstet es langsamer.
Inhalationen gefallen wohl den wenigsten Kindern, deshalb gibt es eine Reihe an Tricks. Sollte das Kind nicht fiebern, kann anstatt dessen einfach ein Dampfbad gemacht werden. Badezimmer dicht machen, Heißwasser solang laufen lassen, bis z. B. die Spiegel beschlagen sind, dann erst das Badewasser mit temperiertem Wasser, einer Handvoll Salz und zwei Litern Thymiantee einlassen. Darauf achten, dass das Wasser nicht zu kalt wird und spätestens nach einer Viertelstunde raus aus der Wanne, rein is Bett (vorher noch Nase putzen).

Bei Fieber geht das natürlich nicht, also Plan B. Niemand sitzt gerne am Küchentisch, mit dem Kopf unter einem Badetuch über einer Wasserschüssel, 15 Minuten lang. Eine Alternative ist, mit dem Kind zu inhalieren (schadet ja auch einem Gesunden nicht!). Den Topf mit Wasser auf eine der vorderen Kochstellen am Herd zu stellen, nach dem Aufkochen Salz und einen gehäuften Esslöffel Thymian dazu geben und auf kleiner Flamme zugedeckt fünf Minuten ziehen lassen. Der Topf sollte größer als das Kochfeld sein! In der Zeit einen Sessel neben den Herd stellen, eine Decke – so weit hinter dem Topf ,mittels eines schweren Gegenstandes, „festmachen“, dass sie nicht mit dem heißen Kochfeld in Berührung kommt – und nachdem man auf dem Sessel Platz genommen hat, über den Topf und den eigenen Kopf ziehen. Dadurch einsteht ein Zelt in dem der Dampf aus dem Topf eingefangen wird und bereits etwas abgekühlt, nach unten fällt. So kann das kranke Kind gemütlich am Schoß sitzen und dann ist das Inhalieren sogar gemütlich.
Natürlich kann so ein Zelt auch unter dem Tisch gebaut werden, indem die Decke einfach über den Tisch gehängt wird. Allerdings ist der Dampf dann weniger dicht, weil der Nachschub langsam versiegt (außer man hat eine zusätzliche Kochplatte, die man da unten verwenden kann). Dann wieder die Nase putzen und hinlegen (falls die Müdigkeit zuschlägt, was ich jetzt einmal annehme).

Womit wir schon beim Schlafen mit Schnupfen wären – eine oft böse Geschichte für die ganze Familie.

Wie kommen wir zu ein bisschen Schlaf?!

Verstopfte Kindernasen sind wahrlich kein Vergnügen, für niemanden. Deshalb vor dem Schlafen bei den ganz Kleinen nochmals die Nase absaugen. Bei den Größeren kann durchaus solang ein Meersalznasenspray angewendet und wieder ausgeschneuzt/weggeputzt werden, bis sie halbwegs durchgängig geworden ist. Über die Luftfeuchtigkeit haben wir schon gesprochen und falls das alles noch nicht genügt, dann hilft Zwiebel.
Einfach eine größere halbierte Zwiebel neben das Bett legen und das hilft die Nase halbwegs frei zu halten. Soll die Wirkung verstärkt werden (bei älteren Kindern!) dann einfach die Zwiebel klein würfeln, in ein Stück Stoff einwickeln und neben das Bett legen. Diesen Zwiebel dann bitte morgens wegwerfen!

Nächstes Mal beschäftige ich mich mit dem Umgang mit hustenden Kindern.

Ende Teil I

Pookas Samhainzauberspruch, geschrieben von Lora, übersetzt von Anufa

Samstag, 09. Dezember 2017

Pooka schaute grantig aus dem Fenster als seine Hexe Töpfe mit violetten, goldenen und karmesinroten Chrysanthemen auf die Stiegen des Häuschens stellte. Die Küche roch nach Äpfeln und Gewürzen und an diesem Morgen war ihr Freund Nathan mit einem Schubkarren voller Kürbisse, ein Geschenk des Bauern Gellis, angekommen.

Die kleine Katze wusste, was das zu bedeuten hatte. Samhain näherte sich schnell – die Nacht des Erinnerns, die Nacht der Geister und des „Süßes oder Saures“.
Die Geister beunruhigten Pooka nicht. Die „Süßes oder Saures“ Kinder taten das. Tatsächlich versetzten die ihn jedes Jahr in Schrecken. Aber dieses Jahr war er entschlossen, etwas dagegen zu tun.
Er sprang vom Fensterbrett herunter und tappste leise zum hinteren Teil des Häuschens, wo Elsies Kräuterzimmer war. Ihr Grimoire lag offen auf einem langen Holztisch. Pooka blätterte mit seiner Pfote durch die Seiten bis er den Mars-Spruch für Mut und Unerschrockenheit fand. Diesen studierte er sorgfältig.
Da hieß es, der Spruch musste an einem Dienstag gemacht werden. Schön, heute war Dienstag, also ließ ihm das nicht viel Zeit. Wie er durch die Liste an Zutaten las, schielte er auf die Kräuter, die über ihm hingen. Ja, die meisten waren da und für eine sportliche kleine Katze würde es leicht sein, hinauf zu springen und sie herunter zu werfen. Andere, so wusste er, würden im Garten sein. Kein Problem. Er las weiter … Und ein Blutstein?
Er erinnerte sich plötzlich, dass es da im oberen Stock einen Blutsteinring gab, in Elsies Schmuckkasten. Vielleicht wäre es ihr ja egal, wenn er sich den ausborgte? Unglücklicherweise plante die kleine Katze nicht, sie zuerst zu fragen. Er wollte nicht erklären müssen, was er da tat weil er es wirklich müde war, dass ihm jeder sagte, dass die „Süßes oder Saures“ Kinder nichts wären, wovor man sich fürchten musste. Also dachte er, dass er sich den Ring einfach ausborgen und ihn wieder zurückbringen könnte, wenn alles erledigt wäre. Richtig? (Nein! Das war sehr ungezogen von Pooka.)
Die kleine Katze las weiter … ein Quadrat aus roter Seide. Er hatte etwas davon im Nähkorb neben dem violetten Faden, der im Buch als nächstes aufgelistet war, gesehen. Drachenblut Räucherwerk. Elsie hatte das.
Natürlich würde er sie bitten müssen, das gemeinsam mit der roten Kerze, die der Zauberspruch auch noch zu brauchen schien, für ihn anzuzünden. Vielleicht würde sie ja nicht zu viele Fragen stellen.
Pookas Zuversicht wuchs. Er hatte das!

Dann kam er zum letzten Bestandteil des Spruches. Eine Drachenschwinge?
Er versuchte sich erstens vorzustellen einen Drachen zu finden, zweitens, höflich zu fragen, ob er eine seiner Schwingen haben könnte. Wenn eine kleine Katze den Mut aufbringen könnte DAS zu tun, dann würde sie keinen Zauberspruch brauchen!

Mit der Pfote knallte er das Grimoire zu. Er ließ seinen kleinen Kopf hängen und seine Schnurrbarthaare hingen traurig nach unten. Es hatte keinen Sinn. Pooka war verdammt dazu Samhain unter dem Sofa versteckt zu verbringen, mit den Wollmäusen, anstatt mit seiner Hexe zu feiern.
Er sprang vom Tisch herunter und schleppte sich durch die offene Türe in den Garten. Elsie und Nathan saßen auf den Stiegen der Häuschens, lachten und schnitzen Kürbisse.
Pooka hielt es nicht aus, sich zu ihnen zu gesellen. Statt dessen trugen ihn seine Pfoten in den Wald und letztendlich zu Thistles Haus.
Die Fee hatte sich draußen niedergelassen, hämmerte auf einer Eichel herum und rief ihm einen fröhlichen Gruß entgegen: „Hallo, Pooka! Ich bin grad dabei Suppe zu machen. Möchtest Du fürs Abendessen bleiben?“ „Nein danke,“ sagte er. Thistle schaute ihn scharf an und hörte mit ihrem Hämmern auf. „Was is los?“ fragte sie. Da Thistle vielleicht die einzige Freundin war, die sich nicht über seine Angst vor Kindern, die als furchterregende Wesen zu Samhain verkleidet waren, lustig machte, erzähle es Pooka.
„Ich bin es müde mich vor den „Süßes oder Saures“ Kindern zu fürchten!“
Die Fee nickte und flatterte zu ihm hinüber. „Ich habe einen Zauberspruch für Mut nachgeschlagen und ich kann alle Zutaten zusammenbekommen … bis auf eine. Diese eine ist unmöglich!“
„Was ist es?“ fragte Thistle.
„Eine Drachenschwinge“, rief Pooka. „und dann soll ich sie noch in einen kleinen roten Beutel tun! Dieser Spruch is Blödsinn!“

Thistle lächelte. (Naja, eigentlich schmunzelte sie.) „Ich glaube ich kann dir da helfen.“
Pookas Kopf schoss in die Höhe und seine Augen wurden groß. „Wirklich? Wie?“
Die Elfe zwinkerte ihm zu. „Mach den Rest des Zauberspruchs fertig und triff mich heute Abend in Elsies Kräuterzimmer.“
Die Katze hatte noch ihre Zweifel, aber nichts desto Trotz, stimmte er zu. Er sammelte die Zutaten im Garten und dann machte er in Elsies Kräuterzimmer Unordnung, während er den Rest sammelte. Er stahl ihren Blutsteinring aus ihrem Schmuckkästchen, entwendete ein Quadrat der roten Seide und violetten Faden aus ihren Nähkorb.
Dann fand er seine Hexe in der Küche beim Keksebacken und hatte die Nerven zu sagen: „Ich brauche eine rote Kerze und Du musst sie für mich anzünden. Oh, und auch ein wenig Drachenbluträucherung, bitte.“
Elsies Augenbrauen gingen in die Höhe. „Wirklich! Mmmmmh … okay.“
Sie folte ihrer Katze in das Kräuterzimmer und tat, worum sie gebeten worden war. Ihr Blick fiel auf die Seite des offenen Zauberbuches.
„Magst Du mir sagen, was wir hier tun?“ frage sie.
„Nein!“
„Okay,“ nickte sie. „Sag mir nur, wie ich helfen kann.“
„Du könntest die Kerze und die Räucherung für mich anzünden,“ sagte Pooka. „Und vielleicht mir dabei helfen einen Kreis zu ziehen?“

Elsie wusste, dass ihre Kekse fertig waren um aus dem Ofen genommen zu werden. Sie murmelte einen Spruch an die Küchengötter und stimmte zu, ihrem Familar zu helfen.

Der Kreis war gezogen, die Richtungen gerufen und die Kerze brannte. Der Rauch vom Räucherwerk kringelte sich durch den Raum. Pooka wartete dann noch auf die letzte Zutat für seinen Spruch und Elsie wartete mit ihm.
Sie warteten und warteten. Trotz ihres Spruches konnte Elsie riechen, wie die Samhain Kekse anfingen zu verbrennen …
Die kleine Katze war schon fast bereit aufzugeben, als Thistle durch die offene obere Hälfte der Türe schoss.
„Da – bitte schön!“ rief sie siegessicher. Sie ließ eine kleine schillernde Schwinge auf den Holztisch fallen.
Pooka schloß ein Aug und untersuchte sie aus der Nähe. „Sie ist wunderschön, aber so klein!“ Bist Du sicher, dass sie von einem Drachen ist? Das war doch kein Babydrachen, oder?“
Die Fee kicherte. „Das ist von einer Libelle, Dummerchen. Das ist, was der Spruch meinte!“
„Tat er das?“
Die Katze schaute beunruhigt. „Du hast doch nicht …?“
„Würde ich doch nie! Diese Libelle hat nun Geistflügel und hat diese nicht mehr nötig.“
Er nickte und dann gab Pooka die Schwinge zu den Kräutern und dem Blutsteinring (den Elsie vorgab nicht zu sehen) und sammelte sie alle auf dem Stoff, den er aus ihrem Nähkästchen genommen hatte.
Er chantete dann:
Bei Kräuterrauch und Kerzenflamm,
Rufe ich den Gott der Mutes an.
Stark und mutig will ich sein.
Mars ist hier. Er wird jetzt bei mir sein!

Er drehte sich zu Elsie. „Würde es Dir etwas ausmachen, daraus ein Päckchen zu machen und es mir an mein Halsband zu binden, bitte? Ich würde es ja selber machen …“
„Keine Daumen?“, beendete sie den Satz. Pooka nickte.
Sie machte, was er verlangt hatte und fragte: „Möchtest Du mir sagen, wofür das alles gut ist?“ „Nein.“ Pooka schüttelte seinen Kopf.

Elsie lächelte und band das Päckchen an sein Halsband. Natürlich wusste sie es sowieso schon. Und wenn der Spruch wirken würde, dann rechnete sie sich aus, dass ein Blech voller verbrannter Kekse dafür ein kleiner Preis sein würde!

Wehwehchen, blaue Flecken und Autschis – Teil II, geschrieben von Lora, übersetzt von Anufa

Samstag, 25. Februar 2017

An diesem Abend verwendete Elsie roten Seidenfaden um auf ein weißes Stück Seide eine Algiz, die Schutzrune, zu sticken. Dann nähte sie aus der Seide ein kleines Beutelchen. Dann richtete sieh ihren Altar, vor dem Herd in der Stube, her. Pooka saß in der Mitte des Altars, während Edgar von seinem Ausblick am Rand die Sache beobachtete. Nachdem der Kreis gezogen war, schnitzte die Hexe den Namen der Katze in eine weiße Kerze. Darüber schnitt sie noch eine Algiz in das Wachs. Nachdem sie die Kerze mit Öl geweiht hatte, zündete sie diese gemeinsam mit einer speziell dafür von ihr hergestellten Räuchermischung an. Dann füllte sie das Beutelchen mit Pflanzen, die sie aus ihrem Kräuterzimmer geholt hatte. „Was is das für Zeug?“, fragte Pooka. „Schutzkräuter und ein Jadestein kommt auch noch hinein“, erklärte sie ihm. „Soll ich mir das aufschreiben?“, seufzte Pooka. „Diesmal nicht“, lächelte Elsie. Sie verwendete ihre Schere um ein wenig Fell von seiner Brust zu schneiden. „Heyyy!“, rief Pooka. „Dran bin ich gehangen!“ „Eben und feinstofflich tust du das noch immer“, sagte Elsie. „Das ist genau, was hlft den Zauber zielgerichtet zu machen.“ Sie hielt das weiße Beutelchen dann über ihren Kopf, atmete tief und richtete ihre eigene Energie gut aus.

„Ihr alten Wächter, erhebt euch aus dem Osten!
Erhebt euch aus dem Westen!
Erhebt euch aus dem Süden und erhebt Euch aus dem Norden!
Ihr ewigen Wächter, alt und weise,
aus der tiefsten Erde und den sternenvollen Himmeln,
auf den Winden und aus dem Meer;
ich rufe euch. Kommt zu mir!
Versammelt euch und erhört meine Bitte,
um Schutz für einen der klein und schwach ist.“

„Du meinst MICH?“ unterbrach sie Pooka verschnupft. Elsie warf ihm einen Blick zu und er war schnell wieder ruhig. Die Hexe setzte fort:

„Verleiht ihm Stärke und verleiht ihm Macht,
umgebt ihn mit eurem Licht.“

Sie befestigte den kleinen Beutel an Pookas Halsband und sagte, „Bei der Macht des Gottes, der Göttin und der meinen
bei den Mächten der Wächter der Erde, der Luft, des Feuers und des Meeres
das ist mein Wille und so soll es sein!“

Pooka schaunte nach unten, auf das Beutelchen an seinem Halsband. Er fühlte sich schon jetzt viel sicherer.

Am nächsten Tag war Markttag. Elsie packte ihren Korb und wanderte in Richtung Dorf.

Als sie auf die Kopfsteinpflasterstraße an den Geschäften vorbei gingen, blieb Pooka kurz stehen um mit seinem Freund Trilby, dem kleinen weißen Kätzchen das über der Bäckerei lebte, zu plaudern. Trilbys Frauchen, die auch auf dem Balkon war, kümmerte sich geschäftig um die Topfpflanzen am Geländer. Plötzlich stieß sie mit der Gießkanne gegen einen der Töpfe und der zuerschellte am Boden … ein paar Zentimeter neben Pooka!

Elsie eilte zu ihm. Trilby starrte über den Balkon und maunzte ängstlich, „Pooka, bist du in Ordnung??“
Der Kater schüttelte sich die Erde aus dem Fell. Es ging ihm gut!

Er und Elsie gingen weiter die Straße entlang. Als sie am Buchladen vorbei kamen lief Pooka zum Schaufenster, stellte sich auf die Hinterpfoten und drückte seine Vorderpfoten gegen die Scheibe. „Schau, Elsie! Ein Runenmalbuch!!“ Die Hexe folgte ihm um sich das anzusehen.

Gerade da verlor ein Lieferwagen auf einer Eisplatte den Grip. Er schleuderte außer Kontrolle die Straße herunter und die Passanten sprangen aus dem Weg. Der Lieferwagen blieb auf einem Schneeflecken stehen und dankenswerter Weise wurde niemand verletzt. Aber Pooka wusste, dass wenn er noch auf der Straße gewesen wäre, er vor Schreck steifgefroren stehen geblieben und überfahren worden wäre.

„Elsie“, sagte er. „Dieses Amulett hilft aber wirklich! Die Wächter beschützen mich tatsächlich!“

Sie nahm ihn hoch und drückte ihn ganz fest. „Natürlich tut es das. Und ich bin sooo froh darüber!“

Die nächsten Tage waren sogar noch kälter und Thistle befundete, dass das Eis am Teich nun dicker sein würde. Sie forderte Pooka auf, wieder mit ihr Schlittschuh zu laufen. Die kleine Katze schüttelte den Kopf. „Das ist einfach zu gefährlich“, sagt er der Fee.
„Aber es macht so viel Spaß und außerdem wird dich dein magisches Amulett beschützen“, bestand Thistle darauf. „Elsie ist eine sehr mächtige Hexe!“

Pooka dachte darüber nach und musste zustimmen. Als sie ankamen, zögerte er, fing dann zu rennen an und kam aufs Eis. Dieses Mal schlitterte er ganz sanft darüber!

„Das funktioniert! Das funktioniert ja wirklich!“ rief er triumphierend.

„Das stimmt“, nickte Thistle grinsend. Sie stupste ihm ihren Ellenbogen in die Rippen und sagte, „Ich wette, du könntest sogar von Elsies Dach springen ohne dir weh zu tun!“

„Ich wette, dass ich das kann!“ stimmte Pooka glücklich zu und zu ihrer Überraschung, drehte sich der Kater um und lief zurück zur Hütte. Thistle folgte ihm. Er würde doch nicht? Die Fee hatte ihn doch nur aufgezogen!

Zurück bei Elsies Haus, verwendete die kleine Katze ihre Krallen um den Apfelbaum zum Dach hoch zu klettern. Er starrte über die Kante … das war ein langer Weg nach unten.

Thistle war ein kleiner Fleck gegen auf dem Schnee unter ihm. „Vielleicht ist das eine schlechte Idee“, rief sie ihm in die Höhe.

Ein Teil in ihm dachte, dass sie vielleicht Recht haben könnte und dann fühlte er das Amulett auf deinem Fell liegen.

Pooka sprang.

Er schaffte es auf dem Weg nach unten einigen größeren Zweigen auszuweichen und eine extra tiefe Schneewächte rettete ihn davor, auf dem gerade erst geschaufelten Weg zu zerschellen. Der Aufprall schüttelte jeder seiner Knochen durch und drückt die Luft aus seinen Lungen. Er war mit dem Kinn auf einen kleiner Zweig geknallt und als er gelandet war, war ein scharfer Schmerz durch seine Pfote geschossen. Er lag in dem Schneehaufen ohne sich zu bewegen.

„Pooka! Bist Du in Ordnung??“ Die Fee flatterte über ihm. Sie hielt ihm einige Finger vors Gesicht und fragte: „Wieviele Leben hast Du noch über?“

„Nicht genug!“ stöhnte Pooka.
„Ich hole Elsie!“ sagte Thistle

Sofort war die Hexe da. Sie untersuchte ihn schnell und sagte, „Ich glaube, du hast dein Bein bös gezerrt. Du musst jetzt mindestens eine Woche drinnen und von allem weg bleiben. Ich reibe dir auch noch Beinwellsalbe aufs Kinn. Das wird die Blutung stoppen und helfen zu heilen. Abseits davon, glaube ich, dass Du in Ordnung bist. Es ist erstaunlich, dass du dich nicht ärger verletzt hast.“

„Aber Elsie“, warf Pooka ein. „Ich HABE mich doch verletzt! Mein magischer Beutel hat mich diesmal nicht beschützt. Ich denke, es ist irgendwie kaputt gegangen oder so etwas. Kannst du es wieder reparieren?“

Elsie stand auf und stemmt die Hände in ihre Hüften. „Du bist absichtlich vom Dach gesprungen, stimmt´s?“
„Jaaa“, gab Pooka zu.

Elsie hob ihre Katze aus dem Schnee auf. „Dein Beutelchen ist nicht kaputt. Es beschützt dich immer noch vor Unfällen.“ Dann seufzte sie und schüttelte ihren Kopf. „Aber Pooks, Ich kenne leider keine Magie, die dich vor „DUMM“ beschützt!“

Wehwehchen, blaue Flecken und Autschis – Teil I, geschrieben von Lora, übersetzt von Anufa

Samstag, 04. Februar 2017

„Du wirst das lieben!“, rief Thistle. „Das macht so großen Spaß!“
„Wart mal!“, hechelte Pooka. „Einige von uns haben keine Flügel, weisst Du?!“
Der Schnee ging ihm fast bis zu seinem kleine schwarzen Bauch und die Katze pflügte durch ihn hindurch, mit großer Anstrengung, nicht abgehängt zu werden. Die Fee lachte nur. „Mach dir keine Sorgen. Wir sind schon da . Schau dir das an!“, und sie lief grazil über das Eis, das den Teich von Bauer Gellis bedeckte.

Als Pooka aufgeholt hatte, berührten seine Pfoten den glatten und rutschigen Untergrund und er schlitterte schnell in Richtung Zentrum.
„Whhhhheeeeeee“, rief er glücklich. „Du hattest Recht! Das IST lustig!!“

Pooka am Eis

Plötzlich gab es ein Krachen, ein Platschen und dann war auf einmal Stille. Thistle flitzte zu dem schwarzen Loch im Eis, wo Pooka vorher gewesen war.
„Pooka?“ rief sie ängstlich. „Pooka!!“
Der Kopf der Katze tauchte auf. Er hustete und japste. Das Wasser war eiskalt! Er versuchte Halt am Eis zu finden um sich selber aus dem Wasser zu ziehen, aber die Ränder waren dünn und zerbrachen immer wieder unter seinen Krallen. Thistle schnappte ihren Freund am Nacken und mit heftig schlagenden Flügeln, versuchte sie seinen Kopf oben zu halten. Aber, auf sich selber gestellt, war die kleine Fee nicht stark genug!
„Edgar!! Hilfe!!“, rief Thistle.
Die Krähe krächzte und machte einen Sturzflug herunter vom Baum, auf dem sie gesessen hatte. Er fasste Pooka mit seinem Schnabel ebenfall im Nacken und zog – aber die tropfnasse Katze war immer noch zu schwer.

Er krächzte noch einmal … dann kam ein scharfer, wiederholter Ruf, den Krähen benutzen um Hilfe herbei zu rufen. In wenigen Augenblicken wimmelte es in der Luft über ihnen nur so vor lauter Krähen. Sie kamen alle herunter geflogen und schnappten sich die unterschiedlichsten Körperteile von Pooka … seine Ohren, seinen Nacken … sogar seine armen Barthaare! Sie zerrten und zogen und schafften es dann endlich, ihn aus dem Teich zu ziehen.

„Nächstes Mal solltest du etwas vorsichtiger sein,“ schimpfte Thistle ihn erleichtert aus. Pooka zitterte zu sehr um zu antworten. Die Fee legte ihren Kopf schief und sah ihn mit kritischem Blick an. „Wir bringen dich jetzt besser schnell nach Hause“, war ihre Expertenmeinung.
Pookas Beine taten von dem kalten Wasser so schrecklich weh, dass er keinen Schritt gehen konnte. Abgesehen davon, tat auch seine Brust weh. Eigentlich, tat ihm alles weh!! Und erschöpft war er auch. Jetzt, da er endlich aus dem Wasser draußen war, wollte er einfach nur schlafen. Weil weder die Krähen noch die Fee ihn dazu bringen konnten, sich zu bewegen traf Thistle wieder eine wichtige Entscheidung.

„Wir müssen Elsie holen“, sagte sie.

Glücklicher Weise können Krähen und Feen ziemlich schnell fliegen und Hexen, deren Familiare in Schwierigkeiten stecken, können sich noch schneller bewegen! Elsie war bei Pooka, wickelte ihn in ihren Umhang und hatte ihn in Null Komma nichts nach Hause gebracht. Sie rieb ihm mit einem heißen Handtuch kräftig ab, wickelte ihn auf ihrem Schoß in eine Decke und gab ihm viel warme Milch zu trinken. Langsam fühlte Pooka sich besser.

„Das war aber knapp“, murmelte er schläfrig als er sich an seine Hexe kuschelte.

„Viel zu knapp!“ sagte Elsie. „Was ist das mit dir und all diesen Unfällen in letzter Zeit? Vor ein paar Tagen bist du aus dem Apfelbaum gefallen. Und ein paar Tage davor ist ein Funken aus dem Kamin geflogen und hat fast deinen Schwanz angezündet. Davor bist du auf einen spitzen Stein, der unter dem Schnee lang, getreten und hast dir die Pfote verletzt.“
„Einfach Pech, schätze ich“, murmelte Pooka und begann gleich darauf zu schnarchen.

Elsie sah auf die kleine schwarze Katze auf ihrem Schoß und runzelte die Stirn. Sie steckte die Decke sorfältig unter der kleine Katze fest und ließ den kleinen Pooka neben dem warmen Herd schlafen.
Dann ging sie zu ihrem Tisch. Sie zog ein Stück Pergament aus einer der Laden und einige Bücher vom nahen Bücherregal. Da wachte Pooka wieder auf. Elsie hatte einen siegessicheren Ausdruck auf ihrem Gesicht.
„Ich hab das Problem entdeckt“, sagte sie.
„Was auch immer es sein mag, ich war das nicht!“ gähnte Pooka ganz automatisch.
„Nein, ich meinte den Grund, warum du dich in der letzten Zeit so viel verletzt.“

Sie wedelte mit dem Pergament mit seinem Horoskop in der Luft. „Mars und Uranus, sie stehen grad beide im Quadrat zu deinem Aszendenten.“
Die Katze kratzte sich das Kinn mit der Hinterpfote und versuchte sich an seine Astrologiestunden zu erinnern. Mars könnte Gewalt bedeuten. Uranus brachte Dinge, die man nicht erwartete. Ein Quadrat waren Herausforderungen und der Aszendent beeinflusste seinen physischen Körper. Wenn man das zusammen zählte, dann konnte das heißen …
„Unfälle können dich verletzen?“, riet Pooka.
„Genau richtig“, nickte Elsie. „Wir sollten einen Schutzzauber machen!“. „Da bin ich sehr dafür!“ stimmte der kleine Kater zu.

Ende Teil I

Worum geht´s denn eigentlich beim Herbstfest? geschrieben von Lora, übersetzt von Anufa

Samstag, 01. Oktober 2016
copyright PookaPages

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Pooka wusste, dass der Sommer langsam zu Ende ging und Mabon schnell näher kam. Er brauchte dazu nicht einmal die kühleren Nächte, die Bäume, die ihre Farben wechselten oder die Kürbise, die auf den Feldern reif wurden um ihn darauf aufmerksam zu machen. Alles was er machen musste, war einfach seiner Hexe zuzusehen.
Elsie war zu einem kleinen Wirbelwind an Herumwerkeln geworden, vom Aufstehen bis zum Abend, an dem sie wieder ins Bett fiel. Kräuter trocknen, Nüsse und Beeren im Wald sammeln, Marmeladen machen und die letzten Fisolen, Erbsen und Tomaten vom Garten einlegen …

Endlich, Mabon noch zwei Tage entfernt, kamen Tante Tilly und Pookas kleiner Bruder, Grimalkin an. An diesem Nachmittag war sogar noch mehr los! Hausputz, Brot- und Pastetenbacken … alles als Vorbereitung für das Herbstfest. Elsie und ihre Tante arbeiteten den ganzen Tag sehr hart während Pooka und Grimalkin genauso hart daran arbeiteten, den beiden nicht im Weg zu stehen.
Am Abend gingen sie alle ins Wohnzimmer. Elsie setzte sich mit Stift und Notizblock in ihren Ohrensessel beim Ofen. Tante Tilly nahm den Sessel gegenüber und kramte ihr Strickzeug heraus. Sie fingen an ihre Pläne für Mabon zu besprechen und Listen zu schreiben, was da kommen sollte, welches Geschirr sie verwenden und welches Essen sie machen sollten – alles für das große Herbstfest.
Grimalkin kletterte neben Pooka aufs Sofa. Er hatte einen besorgten Ausdruck auf seinem kleinen grauen Gesicht.
Großer Bruder, ich versteh nicht was dieser Mabon-Feiertag eigentlich ist. Kannst Du mir das erklären?“
Pooka machte sein bestes Lehrergesicht und sagte in einem sehr klug klingendem Tonfall, „Das ist eigentlich ganz einfach. Du versammelst einen Haufen Leute und stellst einen Haufen Essen auf den Tisch. Meistens irgendeinen Braten, verschiedenes Gebäck, Nüsse, Erdäpfelpüree, Saft, ein Haufen an Gemüse, das Du als Katze natürlich ignorieren darfst. Dann gibt es noch Kürbispastete und Apfelkuchen und ganz viel feines Schlagobers …“.
Plötzlich war Pooka ruhig. Er bemerkte, dass – abgesehen davon, dass er gerade eben zu Abend gegessen hatte – tatsächlich ein wenig sabberte.
„Es geht also nur ums Essen?“, fragte Grimalkin.
„Das ist richtig.“ nickte Pooka.
Tante Tilly war schon etwas älter aber ihr Ohren waren noch absolut in Ordnung. Sie sah von ihrem Gespräch mit Elsie auf und sagte zu Grimalkin: „Mabon ist mehr als nur zu essen!“
„Was noch??“, fragte das Kätzchen.
„Also, mein Schatz, es geht darum, die Ernte zu feiern. Früher ging es darum die tatsächliche Ernte zu feiern. Heute bekommen wir aber Nahrungsmittel immer und viele von uns feiern ihre eigene spirituelle Ernte … die Dinge, die wir in der vergangenen Wachstumszeit erreicht haben.“
Grimalkin schaute seinen großen Bruder an. „Hast Du eine spirtuelle Ernte?“, fragte er ihn.
„Wahrscheinlich nicht,“ antwortete Pooka.

Tante Tilly versuchte es noch einmal. „Zur Herbst-TagundNachtgleiche, sind die Stunden von Tag und Nacht gleich lang. Damit ist Mabon auch eine Zeit um das Gleichgewicht zu finden.“
Klein Grimalkin sprang auf die Rückenlehne vom Sofa und lief über die Kante. „Wie ist mein Gleichgewicht?“, grinste er.
„Für mich schaut das gut aus“, applaudierte sein Bruder, „aber vielleicht meinte Tante Tilly, wieviel Schlagobers Du auf einem Stück Kürbispastete balancieren kannst?“
Grimalkin hüpfte vom Sofa. „Also geht es DOCH ums Essen. Das erinnert mich grade dran, ich bin wieder ein bisschen hungrig. Magst Du nachschauen, ob noch etwas in unseren Schüsseln ist?“
„Natürlich!“, sagte Pooka und die zwei Katzen trabten durch das Vorzimmer Richtung Küche.

Tante Tilly schüttelte geschlagen ihren grauhaarigen Kopf und fragte dann ihre Nichte, „Wo waren wir gerade, Schatz?“
„Wir haben gerade drüber gesprochen, wer den Obstsalat bringen sollte“, sagte Elsie und als Einwurf erinnerte sie ihren Kater, „Bei Mabon geht es auch um Dankbarkeit!“

„Jaaa, für Essen bin ich immer dankbar!“, rief Pooka über seine Schulter. „Ich geb´s auf!“, murmelte Elsie. Die Katzen waren jetzt in der Küche und Pooka rief ihr zu,“ Gib nicht auf!! Da ist noch ein Stück Kürbispastete über!“
Klein Grimalkin seufzte glücklich, „Ich bin so froh, dass ich Dich habe und Du mir diese Dinge erklärst!“ „Dafür sind große Brüder ja auch da,“ versicherte ihm Pooka.

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