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Die Kraft der Sonne, Teil II – geschrieben von Lora und übersetzt von Anufa

Samstag, 20. August 2016

PookaLitha2Der schattige Wald bot ein wenig Schutz von der Hitze des Tages. Nathan warf seine Angel ins Wasser und Pooka kletterte auf den Felsen herum um den Jungen zu alarmieren, wenn irgendwo Fische standen. Zur Mittagszeit hatten sie schon genug für eine Mahlzeit gefangen. Pooka schaute ungeduldig zu wie Nathan sie reinigte, ausnahm, mit Butter einrieb und mit Salz. Pfeffer und Dill würzte, bevor er sie in Alufolie einwickelte. Als Nathan einen Haufen machte aus Zweigen, Ästen und Tannennadeln, wühlte sich Pooka durch seinen Rucksack. Plötzlich schnellte sein Kopf alarmiert hoch, „Nathan, wir haben die Zündhölzer vergessen!“, rief Pooka. (Die kleine Katze war so verzweifelt, dass es fast nach einem „Miau“ klang!) „Hab ich das? Nun, das is schon in Ordnung, ich nehme immer eine Lupe mit,“ sagte der Junge.
„Ich möchte mir die aber nicht näher anschauen, sondern ich will die ESSEN!“, jammerte Pooka.
Nathan lachte. „Und das werden wir auch,“ versicherte er der Katze. „Die Lupe wird die Strahlen der Sonne bündeln und so für uns Feuer machen. Das wird nur ein wenig länger dauern als mit Zündhölzern.“

„Die Sonne kann Feuer entfachen?“, rief Pooka.
„Natürlich!“, sagte Nathan und zog die Lupe aus seiner Tasche. Er konzentrierte sich um durch das Blätterdach über ihnen einen starken Sonnenstrahl zu finden. Er fing den Strahl in seinem Glas ein und fokussierte ihn auf den Haufen trockener Tannennadeln unter dem Stapel an Zweigen, die er gesammelt hatte. Die braunen Nadeln leuchteten golden, dann rot und hervor kam eine winzige Flamme, die die trockenen Zweige entzündete. Pooka war erstaunt. Er starrte die Mittagssonne verwundert an. „Mach das nicht!“ rief Nathan schnell.

Die verwunderte Katze schaute ihn an, „Warum denn nicht?“
„Wenn Du zu lange in die Sonne starrst, dann verbrennt sie deine Augen und du wirst blind,“ sagte Nathan.
„Für immer?“, frage Pooka ängstlich.
Der Bub nickte, „Mach das einfach nicht, okay?“

Pooka schob sich vorsichtig wieder zurück in den Schatten der Bäume und versprach, dass er das nicht machen würde. Nathan verfütterte an den Funken weitere trockene Zweige und Tannennadeln und schon nach kurzer Zeit brieten sie ihren Fisch über einem ausgewachsenen Lagerfeuer.

Aber die ganze Zeit, während er seinen Fisch verspeiste, dachte Pooka nach …

Nathan und Pooka kamen gemütlich vor Sonnenuntergang, der an Litha sowieso erst lang nach der Schlafenszeit stattfand, zu Hause an. Elsie war gerade damit fertig geworden ihren Altar im Wohnzimmer aufzubauen. Im Zentrum stand eine strahlend gelbe Kerze.
Pooka war beunruhigt. „Wofür ist denn die gelbe Kezre?“ fragte er.
„Wir rufen die Kräfte der Sonne da hinein an ihrem stärksten Tag,“ erklärte ihm seine Hexe.
Pooka versteckte sich unter einer Ecke der Couch und weigerte sich in die Nähe des Altars zu gehen. „Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist!“, sagte er.
„Warum denn nicht?“
„Die Sonne ist so stark und machtvoll. Sie verbrennt die Haut von Leuten. Sie zündet Sachen an und wenn man sie zu lang ansieht, dann wird man blind.“
Elsie nickte. „Das ist richtig. Aber die Sonne lässt auch die Pflanzen wachsen und versorgt uns mit Vitaminen, die wir brauchen um zu wachsen und gesund zu bleiben. Die Sonne schenkt uns auch Energie und macht uns glücklich. Die Sonne hält den Mond und die Erde an ihrem Platz im Himmel. Ohne sie würde unsere Welt ganz schnell sterben.“

„Diese ganzen guten Sachen macht die Sonne?“, fragte der kleine Kater aufgeregt als er unter der Couch hervor robbte.
„Das und noch viel mehr,“ nickte die Hexe.

„Worauf wartest Du denn?“, rief Pooka. „Zünd die Kerze an! Zünde zehn Kerzen an! Wir müssen der Sonne zeigen, wie sehr wir ihre ganze Arbeit schätzen. Warte, ich habe eine super Idee! Vielleicht sollten wir eine Party schmeißen um den stärksten Tag der Sonne zu feiern?“
„Das tun wir doch“, lächelte Elsie, als sie die gelbe Kerze anzündete, „Wir nennen es Litha!“

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Die Kraft der Sonne, Teil I – geschrieben von Lora und übersetzt von Anufa

Samstag, 06. August 2016

 

Pookas Augen öffnet sich in dem Moment als die Sonne durch die Bäume im Wald blinzelte und die Fenster im oberen Stock streichelte. Einen Moment lang runzelte er die Stirn, während er überlegte warum er so früh aufgewacht war … Ah! Ja!
Nathan hatte versprochen mit ihm fischen zu gehen! Er hatte auch versprochen dass sie Lagerfeuer machen und die gefangenen Fisch gleich vor Ort beim Fluss essen würden.
Die kleine Katze pratzelte nach der Bettdecke, die Elsie in der Nacht unter ihr Kinn gestopft hatte. „Wach auf!“, sagte er zu ihr, „Ich muss mich fertig machen.“
Das Mädchen murmelte, wälzte sich herum und zog die Decken wieder hoch. Deshalb steckte ihr Pooka seine kalte, kleine, schwarze Nase ins Ohr.

„Örgs!“ Elsie stetzte sich auf, ihre Augen starrten weit offen vor sich hin. „Ich bin wach!“, japste sie. Pooka saß am Fuß des Bettes, hatte seinen Schwanz um seinen Körper gelegt und lächelte Süß. „Wie geht es Dir? Ahh gut“ Nathan kommt gleich um mit mir fischen zu gehen und ich brauche dafür zuerst ein gutes Frühstück. Können ich Palatschinken essen?“

Elsie blinzelte ein paarmal. „ Darf ich Palatschinken essen?“, besserte sie ihn aus. „Ja! Wir dürfen!“, und er sprang glücklich vom Bett hinunter. Er zischte aus dem Schlafzimmer, die Stiegen hinunter und in Richtung Küche.

„Ich geb´s auf“, murmelte Elsie. Die kleine Hexe gähnte und rollte sich aus dem Bett. Als sie in die Küche kam hatte es sich Pooka schon am Fenster bequem gemacht und hielt nach seinem Freund ausschau. „Wir sollten uns besser beeilen …“, merkte er an. „Nathan wird jeden Moment hier sein!“ Elsie füllte den Kessel mit Wasser und stellte ihn auf den Herd. „Hier passiert einmal garnichts, bevor ich meinen Tee getrunken habe,“ informierte sie ihre ungeduldige Katze.

Aber trotzdem erschien in Windeseile eine große Schüssel Rührei auf dem Tisch, begleitet von einem Stapel Bananepalatschinken auf einem Teller. Als Elsie die Kanne mit dem Ahornsirup hinstellte, rief Pooka vom Fenster herüber, „Nathan kommt!“.

„Er muss die Palatschinken gerochen haben,“ grinste Elsie.
Ein paar Minuten später erschien ein Junge in der Küche. „Sind das Palatschinken, die ich da rieche?“ fragte er. „Setz Dich und nimm dir einfach selber,“ rief Elsie vom Ofen her. Aber als sich Natzan ein Teller griff und sich hinsetzte, starrte Pooka seinen Freund an. Sein Gesicht, die Arme und Hände waren über und über rot.
„Nathan, was ist mit dir passiert? Du hast die falsche Farbe!“
„Hähh?! Nathan schaute nach unten und lachte.“Oh, das ist nur ein Sonnenbrand. Ich war auf den Feldern und hab gestern dem Bauern Gellis geholfen..“

„Die Sonne hat Dir das angetan?“, fragte Pooka. „Tut das weh?“

„Jepp. Aber Oma hat mir frischen Aloe Vera Saft draufgetan und das hilft,“ zuckte der Junge, die Schultern. „Sag, Elsie – hast Du überhaupt schon selber welche gegessen?“, sagte Nathan. „Solltest Du aber besser, weil sonst sind sie nämlich alle weg!“

„Ich geb´s auf“, seufzte das Mädchen zum zweiten Mal an diesem Tag.

Nathan und Pooka verputzten eilig ihre Palatschinken und wollten Richtung Türe. „Wir dürfen das Fischen nicht warten lassen!“, kündigte Nathan an.
„Schau, dass Pooka rechtzeitig zu Sonnenuntergang für unser Litharitual wieder zu Hause ist,“ rief Elsie ihnen noch nach.
Nathan versprach, dass er darauf achten würde.

Pookas Geschenk geschrieben von Lora und übersetzt von Anufa

Samstag, 19. Dezember 2015

Die Tage vor Yule waren immer so geschäftig. Elsie zischte im Haus herum, stapelte Feuerholz, schmückte den Baum, verpackte Geschenke und lief dann wieder in die Küche um nach dem Lebkuchen im Backrohr zu sehen.
Pooka beobachtete das. Sein kleiner Kopf wackelte hin und her, wie bei einem Ansager beim Tennis.
„Mach langsamer, Elsie!“, sagte er. „Deine Stiefel fliegen dir sonst noch davon.“ „Ich kann nicht,“ sagte die kleine Hexe. „Es ist schon fast Yule und ich habe die Pastete noch nicht fertig!“
Es sah so aus, als ob sie sich nur hinsetzen würde, wenn ein Freund auf einen Besuch vorbei kam. Schön, dass das ziemlich oft vorkam. Jetzt kam wieder einer, mit einem breiten Grinsen und es wurden bunte Packerl ausgetauscht.
Pooka freute sich, weil es normaler Weise auch für ihn ein kleines Geschenk gab … das war dann mit Elsies unter dem Baum zu finden und wurde nach Sonnenaufgang am Sonnwendmorgen aufgemacht.
Aber als sich die Geschenke so stapelten, kam dem Kater ein Gedanke und der beunruhigte ihn doch … er hatte keines für Elsie!

Mit diesem Problem ging er zu Edgar, der Krähe. Edgar legte seinen Kopf schief, hörte ihm zu und antwortete ihm: „Einfach! Such ihr einfach irgendwas Glänzendes!“
Pooka wusste, dass in der Krähenwelt, sobald jemand einen beobachete, wie man etwas hinlegte, das Ding dann Freiwild wurde. Die Krähe „findet“ das dann und darf das auch mitnehmen. Er sagte: „In unserer Welt heißt das aber „stehlen“ und das kann ich doch nicht machen! Das ist einfach falsch!“ Edgar schaute seinen Freund verwirrt an. „Dann bist du auf dich selber gestellt,“ sagte er ihm, breitete seine Flügel aus und flog davon um etwas „zu finden“.

„Was wäre mit einem Samen, den sie dann nächsten Frühling pflanzen kann? Das wäre doch ein wunderschönes Geschenk!“, schlug Thistle vor. Die kleine Fee war nebenan herumgeschwebt und hatte sich einen leicht angefrorenen Rosenbusch angesehen. Sie hatte das Gespräch belauscht.

Pooka schüttelte den Kopf. „Elsie hat doch schon alle Samen selber gesammelt, die sie nächstes Jahr pflanzen will.“ Thistle hob ihre Stupsnase und schnüffelte. „Man kann nie genug Samen haben!“, sagte sie kühl und flog davon.
„Was kann ich nur machen?“ zermartete sich Pooka das Hirn. „Elsie macht so viel für alle … und besonders für mich! Ich möchte ihr unbedingt etwas schenken!“

Schlussendlich wanderte der Kater den schneebedeckten Pfad durch den Wald zum Haus seines Freundes Nathan. „Der Bub ist nicht zu Hause“, sagte Nathans Oma, als sie die Türe aufmachte, „aber komm trotzdem rein!“
Oma goß ihm eine kleine Schale mnit warmen Schlagobers ein und er erzählte ihm von seinem Problem. Die alte Frau setzte sich hin, hörte ihm zu und sagte dann, „Du hast kein Geld, also kannst du ihr nichts kaufen. Du hast keine Daumen und so wäre es auch schwierig für dich etwas für sie zu basteln. Mir scheint es aber sowieso so zu sein, dass die besten Geschenke nicht diejenigen sind, die man kaufen oder sogar für jemanden machen kann. Das beste Geschenk von allen ist deine Liebe. Deine Zeit und einfach dich kümmern. Ich denke, dass das sein wird, was Elsie wirklich gerne hätte.“

„Aber das mache ich doch die ganze Zeit!“, protestierte Pooka.

„Nunja“, sagte die Großmutter, „zu dieser Zeit im Jahr, ist es schön sich nach einem bißchen mehr umzusehen, das man tun kann um seine Liebe und Wertschätzung für den anderen zu zeigen. Ich bin mir sicher, dir wird da etwas einfallen.“, fügte sie vertrauensvoll hinzu.
Pooka dachte und dachte … aber es kam dabei nichts heraus.
In der Zwischenzeit war seine kleine Hexe mit Backen und Putzen beschäftigt, hatte den Kaminsims geschmückt und war dann durch das ganze Dorf und die umliegenden Bauernhöfe marschiert um bei allem Freunden körbeweise selbstgemachte Köstlichkeiten und Kräuterspezialitäten abzuliefern. Sie kaufte noch für diejenigen ein, die nicht von zu Hause weg konnten und passte auf Kinder auf, damit die Mütter die Einkäufe erledigen konnten.

Am Yule-Abend, nach dem Abendessen und dem Yule Ritual, schleppte sie sich langsam die Stiegen hoch und warf sich, mit dem Gesicht nach unten, auf die weiche Patchworkdecke, die auf dem Bett lag.
„Blessed be!“, murmelte sie. „Mir tut alles weh und ich bin so richtig erschöpft. Aber Pooka, weck mich auf jeden Fall auf, sobald die Sonne aufgeht. Das möchte ich auf keinen Fall versäumen!“ Als Antwort kletterte Pooka auf ihren Rücken und begann sie mit seinen kleinen Pfoten zu treteln (ganz vorsichtig, damit er sie nicht mit seinen Krallen kratzte). Elsie seufzte glücklich. „Ohh, Katzenmassage. Das fühlt sich aber gut an!“
Pooka strengte sich richtig an. Nach einer Weile wurden seine Pfoten müde und er lag über ihrem Rücken und schnurrte so laut er konnte. Elsie bewegte sich ein wenig und murmelte, „Das ist das beste Geschenk! Ich weiß, dass ich in der Früh wieder ganz die alte sein werde. Dank dir, Pooka!“ Dann schlief die kleine Hexe lächelnd ein. Pooka blieb auf ihrem Rücken liegen und schnurrte und vibrierte, was das Zeug hielt. Er hatte sein Geschenk gefunden.

Beltane – Walpurgis – Maifest für Kinder und mit Kindern

Samstag, 02. Mai 2015

Eines der meistgefeiertsten und wohl das bekannteste Fest im heidnischen Umfeld, scheint Beltane zu sein. Aber für manch einen ist gerade das ein Fest, das nicht gar so einfach ins Leben mit Kindern zu übersetzen ist.

„Osmia rufa couple (aka)“ von André Karwath aka Aka - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons.

Das hat nichts mit Moral zu tun

Im traditionellen Bereich sind Kinder in den seltensten Fällen bei Ritualen zugegen. Ein Thema das durchaus diskussionswürdig ist, das ich aber zu einem späteren Zeitpunkt aufgreifen möchte. Im „freifliegend“ organisierten Gruppen oder gemeinsam praktizierenden Familien dürfte das völlig anders sein und das bietet natürlich auch einige Vorteile, wenn es auch Herausvorderungen mit sich bringt.
Gemeinsam gelebte Spiritualität kann ein sehr verbindendes Element für und in Familien sein. Für heterosexuell orientierte Menschen werden im Ritual die unterschiedlichsten Elemente des menschlichen Daseins durch sexuelle Symbolik darstellbar und erfahrbar. Gerade bei Beltane wird es aber schwierig – sofern sich der Inhalt des Rituals auf die sexuelle Komponente beschränkt – dieses Fest Kindern nahe zu bringen, um sie in die gelebte Spiritualität der Eltern mit einzubinden.

Sexuelle Symbolik kann natürlich nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn die realen Erfahrungen dazu bereits gemacht wurden. Daher benötigt die Familie mit vorpubertären Kindern andere Zugänge. Abgesehen vom Nichtverstehen der Symbole werden kleine Kinder auch keinen Bezug zu ihrem eigenen Leben herstellen können – aus Erfahrung gesprochen, ist das schon für die Erwachsenen vielfach schwer zu bewerkstelligen.

Damit sollten wir uns die unterschiedlichsten Aspekte von Beltane einmal ansehen …

Liebe

Die offensichtlichsten Punkte, Liebe und Sexualität, habe ich ja bereits erwähnt. Natürlich ist Sex nur eine Form von Liebe und auf kindgerechte Weise kann durchaus mit einem Bruder/Schwester- FreundesGötterpaar gearbeitet werden. Ebenso ist eine Eltern/KindGötterpaarung möglich. Liebe ist vielfältig und bunt und das kann und soll auch hier mit einfließen deshalb könnte auch ein geliebtes Haustier (mit „dazugehörigem“ Gott) in der Ritualplanung seinen Platz finden.

Leidenschaft

Dafür ist sehr hilfreich die Vorlieben und Leidenschaften des Kindes zu kennen. Was machen die Nachwüchslinge besonders gerne? Wofür interessieren sie sich besonders? Womit verbringen sie die meiste Zeit? All das kann im Ritual seinen Platz finden – wofür brennt dein Kind?

Kreativität
Kreativ sein, etwas selber herstellen, erschaffen – das ist für Kinder in sehr plakativer Ansatz, der ins Ritual gut eingearbeitet werden kann. Aus (möglichst ökologisch verträglicher) Knetmasse die Götter des Rituals verkörpern oder Saatbomben basteln und die als Opfergabe in die Natur bringen – der Möglichkeiten sind viele. Wichtig ist dabei die Schöpfungskraft des Kindes ins Licht zurücken. Unter welchen Bedingungen was wie „zum Leben erwacht“, wächst, gedeiht … und dass diese Magie auch ein Teil dessen ist, was uns Menschen ausmacht.

Verbundenheit

Mit wem fühlen sich die Kinder verbunden? Was bedeutet Verbundenheit und wie kann mensch sie greifbar machen?

Blümchen und Bienchen?!

Als Beispiel könnte diese kleine Skizze für ein Ritual dienen …
Bienen leben im Bienenstock in einer großen Gemeinschaft. Ohne Bienen gäbe es viele Nahrungsmittel nicht, die wir Menschen täglich benötigen. Also sind wir in gewisser Weise von den Bienen abhängig. Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, sind wir mit ihnen verbunden. Die Bienen untereinander sind aber auch verbunden. Es gibt die Königin, die für den Nachwuchs sorgt, die Arbeitsbienen (die Pollen sammeln und einlagern, dass das Volk auch über den Winter kommt) und die Soldaten (die das Volk verteidigen)

und die Drohnen, die für den Nachwuchs benötigt werden.
Damit haben wir dann gleich das Männlein-Weiblein-Prinzip aufgebrochen. Drohnen entstehen durch Parthenogenese (die Königin legt unbefruchtete Eier, die dann zu Drohnen werden) und diese Drohnen sorgen dann ihrerseits für die geschlechtliche Fortpflanzung der neuen Königin.
Die Arbeiterinnen, die Pollen sammeln, befruchten ihrerseits dabei Blüten und damit erhalten wir Früchte und Gemüse als Nahrung.

Damit haben wir die Hauptpunkte des Festes abgedeckt.
Bienen erschaffen und ermöglichen Leben an allen Ecken und Enden – Kreativität, Schöpfungskraft
Bienen sorgen für ihr Volk, jede einzelne tut das, und auch für uns – Verbundenheit
Bienen sind beim Pollensammeln unermüdlich, kämpfen bis zum Tod (wenn nötig) – Leidenschaft
Bienen und Blumen sind für viele meiner Generation das Paradebeispiel für Sexualaufklärung … was brauche ich mehr dazu zu sagen (außer, dass ich schon darauf hingewiesen habe, dass die Sache soooo heterosexuell nicht ist!).

Natürlich muss die jeweilige Ritualgestaltung an das Alter der Kinder angepasst werden. Je jünger sie sind, desto spielerischer werden ein oder zwei Schlüsselinfos zu verpacken sein und je älter sie werden, desto genauer kann in die Breite gegangen werden. Wir, als Erwachsene, gehen dann oftmals von der Breite wieder Punkt für Punkt in die Tiefe …
Ich finde, dass das ein schöner Kreislauf ist! Jetzt seid ihr gefragt, für euch und eure Kinder Rituale zu entwickeln, die ihr vielleicht sogar mit uns teilen könnt.

Jimmy finden noch einen ganz besonderen Freund von Evelien Roos übersetzt von Anufa

Samstag, 21. März 2015

Jimmy, der Igel erwachte durch den Duft der Sonne auf dem feuchten Waldboden, der seine kleine Nase kitzelte. Ahhhhh, endlich war der Frühling da. Er erinnert sich daran, wie kalt der Schnee bei seinem letzten Ausflug gewesen war und wie er den großen Gott Pan und Isobel, einen ganz besonderen Menschen, getroffen hatte. Er frage sich, ob sie wohl wieder bei den Steinen sein würde und beschloss, dass er das, nach einem herzhaften Frühstück, überprüfen wollte.

Den Bauch mit Würmern und Insekten gut gefüllt, bummelte Jimmy durch den Wald. Die Bäume mussten ihre Blätter noch entfalten, aber die Sonne hatte tatsächlich schon an Stärke gewonnen. Ihre goldenen Strahlen linsten durch die Zweige und wärmten den kleinen Igel schön auf. Da hörte er Tumult. Es klang wie wenn ein Hase oder ein Kaninchen in vollem Lauf durchs Unterholz preschte. Jimmy wusste, dass Hasen und Kaninchen schreckhaft waren aber hauptsächlich weil es dafür auch gute Gründe gab, dass sie wie der Wind liefen. Nur um sicher zu gehen, rollte er sich ein und versteckte sich unter einem Busch. Er hörte das Tier näher und näher kommen und dann … rannte es mitten in ihn rein!

„Autsch“, rief er. Jimmy rollte sich schnell aus und fand heraus, dass ein Hase ihn böse anschaute.
„Warum um der Großen Grünen Erde Willen, liegst du hier herum, von oben bis unten voller Stacheln und bist mir im Weg!“ grantelte der Hase.
Jimmy zwinkerte. Das war unfair! Er war aus dem Weg gegangen, damit ihn niemand sehen könnte oder sich an seinen Stacheln verletzen würde. „Das hab ich nicht absichtlich gemacht!“ sagte er. „Warum hast Du es erst so eilig und nimmst dir jetzt soviel Zeit mich anzuschreien? Ich dachte du wärest von einem Fuchs gejagt worden oder sowas.“
Der Hase schnaubte. „Ein Fuchs, wirklich! Kein Fuchs würde es wagen mich zu jagen“ sagte er grantig. „Ich habe gespielt und habe diesen Lauf durch den Wald sehr genossen.“
Das kam Jimmy sehr seltsam vor. „Ich dachte mir, dass ein hungriger Fuchs nicht zögern würde, ein Stück aus deinem Hintern zu beißen. Du schaust gut gefüttert und stark aus.“
Der Hase schaute beleidigt drein. „Würden sie NIE tun!“, rief er. „Meine Herrin wäre sehr zornig, wenn sie das täten.“
Das erstaunte Jimmy. „Deine Herrin? Du bist ein zahmer Hase?“
Der Hase schaute Jimmy an, als ob er das dümmste Wesen wäre und kaum wert, dass er ihm aufwändig etwas erklären sollte. „Nein, du dummes Tier. Meine Herrin ist dort hinten und jetzt gehe ich zu ihr, Sie braucht mich.“

Er stellte seine Vorderpfoten auf den Boden um loszuhoppeln, aber sofort quietschte er und zog wie wieder zurück. „Autsch! Jetzt schau dir an, was du und dein stachliger Rücken angstellt haben! Einer deiner Stacheln ist abgebrochen und steckt zwischen meinen Zehen! Ich kann nicht mehr hoppeln!“ Der Hase schaute wild im Kreis herum. Ein panischer Blick kroch über sein Gesicht. „Meine Herrin! Sie ist WEG! Ich kann sie nicht finden!“

Jimmy tat der Hase leid. Der schaute wirklich bestürzt aus. Dann kam ihm eine Idee! Wenn Isobel bei den Steinen war, dann könnte zumindest sie diesen Stachel aus der Pfote des Hasen heraus ziehen.
„Hase, mir nach. Ich kann Hilfe holen!“ Diese ganze „ich bin besser als du“ Attitüde war weg und der Hase humpelte hinter Jimmy nach.
Die kleine Nase auf den Boden gepresst, erschnüffelte sich Jimmy seinen Weg in Richtung der Steine, wo er Isobel getroffen hatte. Von ganzen Herzen hoffte er, dass Isobel dort sein würde. Da war der Weg … da waren die Steine … Jimmy roch aber noch etwas anderes und das erfüllte sein Herz mit Freude! Narzissenkerzen! Isobel war da.“

Er wieselte aus dem Unterholz und eilte in Richtung der grün gekleideten Frau, die im Zentrum eines Kreises kniete. Der Hase hielt sich misstrauisch im Hintergrund. Jimmy stupste Isobel ans Knie und sie schaute erstaunt nach unten.

„Hallo, kleiner Freund! Woher weißt du denn, dass ich da bin?“, wunderte sie sich. Sie tätschelte seine pelzige Schnautze und Jimmy wurde es ganz warm und kribbelig vor lauter Freundschaft zu diesem ganz besonderen Menschen. Der Hase bewegte sich immer noch nicht. Jimmy drehte sich um und sagte, „Na komm! Sie kann dir mit deiner Pfote helfen!“
Der Hase zögerte aber humpelte dann doch endlich in den Kreis. Isobel brauchte etwas länger aber hob den Hasen dann doch vorsichtig hoch.

„Ach du liebe Zeit, Du bist verletzt!“ Sie drehte den Hasen vorsichtig um und untersuchte seine Pfoten. Ganz vorsichtig zog sie den Stachel, der sich zwischen seine Pfoten gebohrt hatte, heraus. „Na schau! Ist schon wieder gut!“ Sie setzte den Hasen wieder ab. Der war bemüht sein Gewicht auf beide Vorderpfoten zu verteilen und machte ein paar Testhoppler.
Jimmy war sehr froh, an Isobel gedacht zu haben, war aber traurig, dass der Hase seine Herrin noch immer nicht gefunden hatte. Isobel setzte sich neben ihn und sagte, „Weisst du, du hast vielleicht diesen heiligen Tag gerettet, indem du den Hasen hierher gebracht hast. Der weiße Hase sollte zu Ostara der Gefährte der Göttin Ostara selber sein!“ Sie zwinkerte Jimmy zu.

Jimmy war völlig verwirrt. Konnte das wirklich sein? Gerade da, warf der Hase seinen Kopf herum. Jimmy und Isobel folgten seinem Blick und beide erstarrten beim Beobachten der Szenerie. Der große Gott Pan und eine wunderschöne Frau mit goldenem Haar hatten den Kreis betreten. Überall wo die Frau ihren Fuß hinsetzte, erblühten Frühlingsblumen und sie selbst schien mit der Wärme der Sonne zu strahlen. Sie beugte sich zu Jimmy und Isobel hinunter und sagte, „Danke Jimmy und dir Isobel, dass ihr meinem, ein wenig übermütigen, Kameraden geholfen habt.“ Sie küsste Isobel anf die Stirn und streichelte Jimmy über den Rücken. Dann hob Ostara den Hasen auf, drehte sich um und Sie und Pan waren weg.

Isobel schluckte und sagte, „Jimmy heißt Du also.“ Dann lachte sie und lachte und lachte. Jimmy stand nur da und ließ dass alles noch einmal durch seinen Kopf gehen.

Isobel begann ihre Sachen einzupacken und sagte, „Nur andere Hexen könnten mir das glauben, wenn ich es erzählen würde. War hatten sehr viel Glück, kleiner Jimmy.“ Sie nahm ihn hoch und küsste ihn auf seine kleine Knopfnase. Dann setzte sie ihn wieder ab und sagte, „ An Beltane bin ich wieder zurück!“

Dann ging sie und verließ Jimmy, der sich wunderte, was denn wohl Beltane wäre und wie lang es dauern würde, dort hin zu kommen.