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Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß … – Teil II

Samstag, 30. Juni 2018

Vor so etlichen Jahren (genaugenommen 2011!) habe ich mit euch schon so einige Gedanken zu Sommer, Hitze, Sonnenschein geteilt, hier im HeidenSterz. Im „Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß …“ finden sich die generellen Überlegungen, was einem an Nahrung bei Hitze Kühlung verschaffen kann und was eher zu vermeiden ist. Heute möchte ich euch ein paar Rezepte ans Herz und den Magen legen.

Zucchinigriller
Pro Person
1 mittlere Zucchini
kleine Cocktailtomaten
1/2 Packung Feta
Olivenöl
Kräuter
Salz

Würzpaste: 2 Sardellenfilets in Olivenöl in der Pfanne „schmelzen“

Zucchini waschen, halbieren und die Kerne mit dem Melonenausstecher oder einem Löffel herausnehmen. Auf das feste Fleisch der Zucchini die Würzpaste dünn verstreichen. Halbierte Cocktailtomaten abwechselnd mit dem Feta in die Zucchini schlichten, mit Salz und Kräutern würzen und mit ein wenig Olivenöl beträufelt bei 150-170 Grad im Rohr rund eine halbe Stunde garen.
Wer etwas zum Grillen braucht – einfach die beiden Hälften wieder zusammenklappen, mit Alufolie einpacken und so auf den Grill legen (eher am Rand und öfters mal wenden). Dauert auch ungefähr eine halbe Stunde.
Mit Reis oder Polenta wird auch eine vollständige Mahlzeit daraus.

Zucchini kühlen sanfter als Gurken und mit Schaf- und Ziegenkäse ist mensch auch im Sommer besser unterwegs als mit Kuhprodukten (im Herbst gibt´s dann auch weniger Schnupfen, als Belohnung).

Grillerdäpfel 
Weil wir schon beim Grillen sind. Alle essen Würstel und Fleisch vom Grill – was macht mensch da? Richtig, Erdäpfel gehen immer und das Grillgemüse kann von zu Hause mitgebracht werden oder auch der Dip dazu.

Gut gewaschene Heurige in Spalten schneiden, mit Rosmarinnadeln, Salz und Olivenöl auf Alufolie geben, gut durchmischen, einpacken und auf den Grill bis sie schön durch sind.
Das Grillgemüse bereite ich zu Hause vor. In eine Schmorpfanne bodendeckend etwas dicker geschnittene Tomatenscheiben auflegen und salzen, dünne Melanzanischeiben darauf. Mit Kräutern würzen. Bunte Paprika entkernt und geviertelt drauf verteilen (Außenseite nach oben). Alles mit Olivenöl beträufeln und im Rohr backen, bis die Tomaten geschmolzen sind und der Paprika weich ist.
Wenn die Grillerei am Abend stattfindet, dann gebe ich noch in die unterste Schicht Zwiebelringe (weil die wärmen) und eventuell auch Knoblauchzehen.
Abschmecken mit Salz, Kräutern (falls noch nötig) und in einem verschließbaren Gefäß über Nacht ziehen lassen. Schmeckt zu den gegrillten Erdäpfeln hervorragend.

Als Dip eignet sich Hummus recht gut oder z. B. ein Fischaufstrich.

Für den Hummus die gewaschenen Kichererbsen mit Tahin und heißem Wasser per Mixstab mixen, ein fetter Esslöffel Miso dazugeben und mit Wasser auf cremige Konsistenz bringen. Abschmecken mit Pfeffer und eventuell ein wenig Zitrone.

Mit dem Fischaufstrich mache ich es mir fast noch einfacher. Eine Dose Sardinen mit der Gabel zerdrücken, ein guter Teelöffel Olivenpaste dazugeben, frische Petersilie, abschmecken mit Zitrone und eventuell noch ein wenig Salz (falls die Olivenpaste nicht ausreicht). Mit dem Öl auf die gewünschte Konsistenz bringen.

Salat, es muss Salat sein!

Natürlich hat mensch öfter mal Salathunger, besonders, wenn es heiß ist. Am einfachsten ist es, Gemüse wie Fisolen, Brokkoli, Karfiol etc zu dünsten und nach dem Abkühlen wie jeden anderen Salat zu verwenden. Bohnen, Mais und Linsen sind ebenfalls gegart und so super salattauglich.
Tomaten (wie schon oben erwähnt) können immer angebraten werden um sie besser bekömmlich zu machen und sie kühlen dann genauso gut!

Schneller Kichererbsensalat für zwei
25 dag gekochte Kichererbsen (auch aus der Biodose möglich!)
8 Cocktailtomaten
2 Handvoll Rucola (oder Blattsalat nach Wunsch)
1/2 Packung Feta (kann durch Räucherfisch oder Ziegenkäse ersetzt werden)
1 Handvoll Kürbiskerne (können durch Nüsse oder andere Samen ersetzt werden)
Kräuter (ich mag besonders Basilikum)
Olivenöl
Apfelessig/Zitrone
Salz

Kichererbsen gut abspülen (sofern aus der Dose) und abgetropft in eine Schüssel geben. Die Tomaten waschen und halbieren. Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten, bis sie „aufblähen“ und zu den Kichererbsen geben. Ein wenig Olivenöl in die Pfanne, diese leicht ansalzen und die halbierten Tomaten (auf der Schnittfläche) ein paar Minuten anbraten, bis sie leicht karamellisiert sind, leicht abgekühlt in die anderen Zutaten mischen. Feta in die Schüssel bröckeln, Basilikum hineinzupfen und die Marinade darüber gießen.
Durch das Anbraten sind die Tomaten etwas entschärft (sie kühlen sonst zu sehr und das Verdauungsfeuer leidet), durch die Kichererbsen (da sie ja gekocht sind) wird der rohe Rucola ein wenig ausgeglichen und damit wird der ganze Salat sehr bekömmlich und hilft trotzdem bei Hitze einen kühlen Kopf zu behalten.
Mit einer guten Schnitte in der Pfanne gebratener Polenta wird daraus locker auch ein Mittag- oder Abendessen!

Was eher keinen Sinn macht!

Zum Schluss noch einmal ein paar Tipps für „what not to do“.
Eiskalte Getränke sind ein absolutes No-Go! Wesentlich besser ist lauwarmer Kräutertee (Zitronenmelisse, Pfefferminze) und natürlich Wasser, Wasser, Wasser (aber bitte auch temperiert).
Scharfe Gewürze bringen einen noch mehr in Wallung und Fleisch erhitzt zusätzlich (besonders, wenn es gegrillt, gebraten oder frittiert ist!). Alkohol, besonders Hochprozentiges, erhitzt den Körper genauso wie Kaffee. Für diejenigen, die sich in der kalten/kühlen Zeit angewöhnt haben, viel Ingwer zu verwenden – sollten das jetzt reduzieren, oder ganz bleiben lassen (ausprobieren!).

Zum Abschluss noch … Speiseeis!
Leider, aus jeder Ecke die Maximalbelastung. Milcheis (meist aus Kuhmilch), Mengen an Zucker UND thermisch eiskalt. Also kein Eis?
Auf jeden Fall ist tägliches Eisessen nicht wirklich anzuraten. Aber es kann vieles verbessert werden. Zum Beispiel nach dem Eisessen Ingwertee trinken, das hilft dem Verdauungsfeuer. Eher auf Sorten ohne Kuhmilch ausweichen und in Bioeisgeschäften kaufen, die keine Zusatzstoffe verwenden.

Nix is perfekt und sich absolut immer und ausschließlich „vernünftig“ zu ernähren, das mindert garantiert die Lebensfreude … Abgesehen davon, dass es dann schwierig ist, zu beobachten was welches Essen mit einem macht. Wann und warum tut mir was genau gut und wann nicht?

Haaaaatschi – Teil II

Samstag, 20. Januar 2018

Letztes Mal, bei Teil I, hatte ich, wie so oft, einen kleinen Aufruf gestartet, dass ihr doch ein paar eurer Hausrezepte in den Kommentaren postet möget. Tatsächlich hat mich Rota in der Wüste rufen gehört und deshalb gibt es diesen Teil II.

Rotas Hausmittel

Ich kenne noch das Hausmittel, klein geschnittene Zwiebel mit Honig zu vermengen und über Nacht im Kühlschrank stehen zu lassen. Wirksam gegen Husten. Allerdings muss man sich dazu auch mal überwinden.
Außerdem trinke ich immer Eibischtee, der effektiv schleimlösend wirkt. Vorm Schlafengehen hilft auch noch Inhalieren mit einer Salz-Kräutermischung. Ca. 15 Minuten helfen gegen eine Schnupfennase und befreien die Atemwege. Das ist jedoch sehr ermüdend und für den Kreislauf anstrengend. Beim Schlafen selbsterständlich der Thermophor.

Außerdem kenn ich den Spruch: „3 Tage kommt es, 3 Tage bleibt es, 3 Tage geht es“. Gegen Ende, wenn der Kreislauf wieder halbwegs stabil ist, tun kurze Spaziergänge (warm angezogen!) gut, damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt.

All das sind wirksame Hilfsmittel der großen Mütter aus meiner Familie, die mir schon oft geholfen haben.

P.S.:
Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Verkühlungen auch psychisch hervorgerufen werden können, sodass man auch reflektieren kann, ob man in der letzten Zeit zu viel Stress oder ähnliches hatte. Das ist aber wahrscheinlich sehr subjektiv.

Mein Kommentar

Als Grundlage freue ich mich immer sehr, wenn unsere Leser mit dem WurzelWerk ihre eigenen Erfahrungen auch wirklich real teilen! Daher nochmals vielen lieben Dank, Rota!
Aus der eigenen Hexenküche hätt ich da noch ein paar Anmerkungen auf Lager.

Die Hustenmischung mit Zwiebel und Honig mach ich z. B. im Stofftaschentuch. Ein Stofftaschentuch einlagig in ein kleines Schüsserl legen. Den klein geschnittenen Zwiebel in die Mitte des Tuches dazu geben. Den Honig darüber (auf eine kleine Zwiebel einen vollen Esslöffel Honig) und einfach über Nacht stehen lassen.  In der Früh den Inhalt des Tuches ins Schüsserl „auswinden“ und dann Esslöffelweise verwenden. Nach genau dem Rezept (nur ohne Taschentuch) funktioniert auch der Rettichsaft.
Schwarzen Rettich aushöhlen, den Ex-Inhalt klein hacken, in den Boden des Rettichs drei Löcher machen (Stricknadel hilft!). Den Rettich dann über ein Glas stellen, den gehackten Inhalt wieder einfüllen und den Honig drüber laufen lassen. Am nächsten Morgen ist der Hustensaft im Glas gesammelt.

Zum Inhalieren verwende ich unterschiedliche Kräuter und natürlich, wie Rota schon erwähnte, Salz.
Für Inhalier-Anfänger: 1 Liter Wasser mit 3 Esslöffeln Salz. Im letzten Artikel für unsere Kinder/ElternRubrik („Husten, Schnupfen und sonstige Katastrophen“) habe ich schon ein paar Tipps zum Besten gegeben, die das Inhalieren ein wenig gemütlicher machen. Was ich persönlich allerdings bevorzuge ist ein elektrischer Inhalierer. Vorsicht: Damit meine ich nicht die Ultraschallvernebler (ich bin der Ansicht, dass die Temperatur des „Dampfes“ durchaus wichtig ist) sondern Inhalationsgeräte, die das Wasser erhitzen und es wirklich zum Verdampfen bringen. Wenn ich ein solches verwende, dann mach ich aus den Kräutern einen ganz normalen Tee und gebe in diesen einen Teelöffel Salz.
Ansonsten kann ich die Kräuter direkt in den Topf geben und dort ziehen lassen bevor ich mit der Inhalation anfange. Die Flüssigkeit im Topf sollte nur leicht simmern und nicht sprudelnd kochen! Ätherische Öle würde ich für die direkte Inhalation so nicht verwenden – die bevorzuge ich in der Duftlampe oder in der Wasserschüssel auf der Heizung.
Welche Kräuter ich verwende … mein Liebling bei Verkühlung ist Thymian. Wenn der Schnupfen grad die Nase sehr verstopft, dann leistet die Pfefferminze gute Dienste. Kamille hilft bei Entzündungen weiter, trocknet aber auch aus und Huflattich beruhigt den Husten. Das ist nur eine kleine Auswahl – generell kann ich mit allen Kräutern inhalieren, die ich auch als Tee gefahrlos trinken  kann.

Besonders erwähnenswert finde ich noch Rotas letzten Absatz.
Je gestresster ich bin, je schlechter ich schlafe (dazu zählt auch „zu wenig“), je schlechter ich mich ernähre und je mehr ich mich verausgabe, desto leichter werde ich krank. Das Immunsystem arbeitet in einem ausgeglichen Menschen eben besser als in einem gestressten.

Zusätzlich möchte ich noch eine Lanze fürs Händewaschen und gegen Desinfektionstücher oder ähnliche chemische Maßnahmen brechen. In Grippezeiten hilft häufiges Händewaschen wirklich. Dabei geht´s nicht so sehr darum, dass die kleinen Viechers getötet werden, sondern weggeschwemmt. So schnell würden die nicht sterben – aber wegspülen funktioniert durchaus. Für schon Erkrankte wäre es ein Tipp sich beim Husten oder Niesen nicht die Hand vor den Mund oder die Nase zu halten, sondern einen Ärmel. Dann fliegen wesentlich weniger Tröpfchen durch die Gegend und es haben eben nicht alles was davon.

Zum Schluss möchte ich auf den Unterschied zwischen grippalem Infekt und der echten Grippe hinweisen. Mit zweiterer ist nicht zu spaßen!! Echt Grippe macht sich meist zuerst durch Halsschmerzen bemerkbar und wird von einem wirklich ernsten Krankheitsgefühl begleitet. Abgeschlagenheit, Ganzkörpergliederschmerzen und Fieber über 39 Grad sind ebenfalls ein Warnzeichen. Da ist viel Trinken (möglichst zumindest körperwarmes Leitungswasser oder passender Kräutertee) angeraten und Schonung, Schonung, Schonung. Am sinnvollsten ist es jegliche körperliche Anstrengung zu vermeiden. Falls der Appetit fehlt, ist Fasten (für unter einer Woche und für die meisten von uns) kein Problem, im Gegenteil es hilft sogar, da der Körper nicht zusätzlich belastet wird.
Symptomatisch darf natürlich auch bei der echten Grippe geholfen werden. Also bei starkem Halsweh hilft Gurgeln mit Salbeitee und Emser-Salz. Bei Fieber an die 40° darf und soll das ein wenig gesenkt werden. Wadenwickel helfen da, und im Teil I finden sich ja auch schon so einige Tipps dafür.

Dann wünsche ich im Aktufall gute Besserung und falls euch noch etwas einfällt, dann steht euch die Kommentarfunktion wie immer offen!

Libum – römisches Opferbrot, geschrieben von Quinta Albia Corvina

Samstag, 16. Dezember 2017

Kleine römische Opferbrote für besondere Anlässe

KLEINE RÖMISCHE OPFERBROTE FÜR BESONDERE ANLÄSSE

Das „Libum“ ist mehr als ein Brot – es spielte in der römischen Antike als traditionelles Opferbrot eine wichtige Rolle. Es wurde zu besonderen Anlässen gebacken und geopfert, zum Beispiel anläßlich des Rituals zum eigenen Geburtstag.

Daneben war es auch eine beliebte Beilage zum Essen, die würzig oder süß serviert werden konnte.

Das Libum wird in mehreren antiken Quellen erwähnt und, was ein besonderer Glücksfall ist, darüber hinaus existiert ein vollständiges überliefertes Backrezept: Marcius Porcius Cato beschreibt in „De Agricultura“ (75-76), wie das Opferbrot hergestellt wird.

„Libum hoc modo facito: casei p. II bene disterat in mortario; ubi bene disteriverit, farinae siligineae libram aut, si voles tenerius esse, selibram similaginis solum eodem indito permiscetoque cum caseo bene; ovum unum addito et una permisceto bene. Inde panem facito, folia subdito, in foco caldo sub testu coquito leniter.“

„Ein Libum mache so: Man zerreibe 2 Pfund Käse in einem Mörser; wenn man das fein zerrieben hat, gib ein Pfund sehr weißes Weizenmehl oder, wenn du es zarter willst, nur ein Halbpfund Weizenmehl dazu hinein und vermische es gut mit dem Käse; gib ein Ei hinzu und mische es gut mit hinein. Daraus forme einen Laib, lege Blätter darunter, backe es langsam auf warmem Herd unter einer Schüssel.“ (Übersetzung aus: O.Schönberger, „Marcus Porcius Cato – Vom Landbau – Fragmente“)

Lararium mit Libum als Opfergabe

LARARIUM MIT LIBUM ALS OPFERGABE

Hierzu muß man wissen, daß das römische „Pfund“ („pondus“) nicht mit dem modernen Pfund übereinstimmt, sondern ein Pondus entspricht 327,45 g.

Wie dem Rezept zu entnehmen ist, handelt es sich beim Libum nicht um ein „klassisches“ Brot, sondern eher um eine Art Käsegebäck. Es kann nach dem Backen mit Honig bestrichen werden, schmeckt aber auch hervorragend, wenn man es warm zu Kräuterbutter oder Moretum serviert.

Die Technik des Abdeckens mit einer Schüssel ist nicht sonderlich geheimnisvoll – hier wird, ganz pragmatisch, ein Backofen ersetzt, so daß man das Opferbrot auch dort backen kann, wo man keinen aufwendigen Backofen in der Nähe hat, sei es in einer kleinen Küche oder draußen. Wir können deshalb heute problemlos auf einen Backofen zurückgreifen und müssen keine Schüssel-Herd-Experimente machen, nur um es besonders „authentisch“ zu machen. Es sei denn, man möchte diesen mobilen Reisebackofen experimentalarchäologisch ausprobieren 😉

Mit den Mengenangaben muß man etwas experimentieren. Wie geschmeidig der Teig wird, hängt von einigen Faktoren ab: in erster Linie vom Feuchtigkeitsgehalt des verwendeten Käses (wir bevorzugen eingelegten Schafs- oder Ziegenkäse, andere backen das Libum mit Ricotta) und der Größe des Eies. Deswegen empfehlen wir, das Mehl nur sehr zaghaft nach und nach zuzugeben, da der Teig bei zu trockenem Käse schnell bröselig werden kann und beim Formen der Kugeln dazu neigt, auseinanderzufallen. Deshalb lieber etwas weniger Mehl oder mehr Flüssigkeit hinzufügen, als im Rezept angegeben.

Unsere Empfehlung zur Herstellung von 4 kleinen Opferbroten:

Die Zutaten sind sehr einfach!

DIE ZUTATEN SIND SEHR EINFACH!

Zutaten:

  • 200 Gramm Schafs- oder Ziegenkäse (in Salzlake)
  • 200-300 Gramm helles Mehl (abhängig von der Feuchtigkeit des Käses)
  • 1 Ei
  • Lorbeerblätter
  • ggfs. Honig

Die typischen Gewürze, die sich sonst in römischem Brot finden, sind nicht notwendig, da das Brot aufgrund der Verwendung des eingelegten Schafskäses und des Backens auf Lorbeerblättern schon salzig ist.

Zubereitung:

Den Schafskäse in eine Schüssel bröseln und mit einer Gabel zerdrücken.

Den Schafskäse mit einer Gabel zerdrücken

Nach und nach das Mehl hinzugeben und immer wieder vermischen und zerdrücken.

Das Ei hinzugeben und ebenfalls gut untermischen.

Nun beginnt die Kneterei: Den Teig auf ein gemehltes Brett legen und gut durchkneten, bis er gleichmäßig, geschmeidig und glatt ist. Wenn der Teig zu feucht ist, vorsichtig Mehl nachgeben, bis er gut formbar ist.

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Aus dem Teig vier gleichmäßige, etwa brötchengroße runde Laibe formen. Diese nach Geschmack oder entsprechend des geplanten Rituals sternförmig einschneiden oder mit einem anderen Muster versehen.

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Ein Backblech mit Lorbeerblättern auslegen und die Laibe auf das Bett aus Blättern legen.

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Bei etwa 200 Grad (Umluft 180 Grad) backen, bis der Teig durch ist und die Laibe eine goldbraune Farbe angenommen haben. Dies dauert bei der beschriebenen Größe etwa 30 Minuten.

Opferbrot für Apollo und Sirona

OPFERBROT FÜR APOLLO UND SIRONA

Für die süße Variante werden die Brote direkt nach dem Backen (noch heiß) mit Honig bestrichen und trocknen gelassen.

Für die würzige Variante entfernt man nur die eventuell an der Unterseite haftenden Lorbeerblätter.

Schmeckt Menschen und Göttern gleichermaßen ;)

SCHMECKT MENSCHEN UND GÖTTERN GLEICHERMASSEN😉

Das Brot kann sowohl heiß als auch kalt verzehrt werden, wird nach einiger Zeit aber etwas hart, so daß man es lieber frisch und warm servieren sollte.

Zur Verwendung als Opferbrot, zum Beispiel beim morgens durchgeführten Geburtstagsritual, kann es problemlos am Tag zuvor vorgebacken werden.

Yule, auch für die Sinne – trinken, essen und riechen

Samstag, 26. November 2016

Eine Tradition aus dem anglo-amerikanischen Bereich ist das Wassailing. Dabei zogen die Menschen zur Weihnachts- und Neujahrszeit von Haus zu Haus um Segen zu bringen, besonders um die Obstbäume zu segnen damit diese guten Ertrag bringen sollten.

Wassail

2 Flaschen Met (Cider, Wein, etc)
Zimtstangen, Nelken, Neugewürz, Macis, Ingwer
3 kleine Äpfel
¼ l Orangensaft
2 Zitronen
Honig

Traditional-Wassail-Recipe-1445.21

Einen größeren Topf mit dem Met erwärmen, Gewürze hinzugeben und ziehen lassen (ohne dass es kocht!!). Die klein geschnittenen und geschälten Äpfel gar ziehen lassen. Orangensaft und den Saft der Zitronen dazu geben und nach Geschmack mit Honig oder braunem Zucker süßen.
Zum Servieren in ein möglichst schön geschmücktes Gefäß schütten und geschlagenes Schlagobers darüber verteilen. Da die Apfelstückchen im Getränk sein sollen die Gewürze vorher entweder in einem Tee-Ei ziehen lassen oder in ein Baumwolltuch einbinden.

Mit dem heißen Getränk zum Obstbaum (der gesegnet werden soll) gehen, dort einen Teil der Mischung ausgießen. Dazu gehören die Wassail-Lieder und dass der Rest vom Trank an die Anwesenden verteilt wird.

Here’s to thee, old apple tree
Whence thou may’st bud and whence tho may’st blow
And whence thou may’st bear apples enow.
Hats full, caps full, bushel, bushel sacks full, And my pockets full too!

Danach das Gefäß hocheben und gemeinsam „Hussa“ rufen oder „Wassail“. Hier noch eine andere Version von Broceliande

Das ganze geht natürlich auch in „anti-alkoholisch“ – dann einfach naturtrüben Apfelsaft anstatt des (wie auch immer gearteten) Weins nehmen. Natürlich können auch alle anderen fruchttragenden Bäume gesegnet werden, nicht nur Apfelbäume und vielleicht lässt sich das auch bis in die Nachbarschaft ausdehnen?!

Für Einzelpersonen oder kleinere Coven kann es ein wenig übertrieben sein, einen Yule-Log zu backen, aber es gibt ja auch die Miniversion davon.

Yule-Log Kekse

10 dag brauner Zuckergingerbread-yule-log
3 EL Butter
1 Ei
15 dag Mehl
½ TL Backpulver
Cardamom, Zimt, Nelken, Piment, Muskatnuss
Rote und grüne Zuckerglasur als Deko

Ofen auf 180 Grad vorheizen 

In einer Schüssel den Zucker mit der Butter schaumig schlagen. Das Ei hinzugeben und weiterschlagen, bis alles gut vermischt ist. Das Mehl mit Backpulver und Gewürzen gut vermischen und unter die Eimischung heben.
Den Teig in zwei Portionen teilen, mit der Hand zu einem Strang (daumendick) ausrollen und in fünf Zentimeter lange Stücke schneiden. Leicht flach drücken und mit Abstand auf eine Silikonbackmatte setzen. Backpapier leicht einfetten, falls keine Backmatte zur Hand.

Für 10 bis 12 Minuten backen, bis die Oberfläche nicht mehr feucht ist. Abkühlen lassen und mit der weißen Glasur den „Schnee“ auf der Rinde des Stammes imitieren, mit der roten Glasur die Stechpalmenbeeren und mit der grünen die Blätter.

 


Yule Räucherung

2 Teile Wacholderbeeren
2 Teile Beifuß
1 Teil Zedernholz
1 Teil Kiefernharz
1 Teil getrocknete Mistel
1 Teil Lorbeerblätter
½ Teil Zimt
½ Teil Rosmarin

Die Zutaten im Mörser gut mischen und zerkleinern, dabei die Bedeutung des Festes mit einarbeiten. Diesen Spruch habe ich vor langer Zeit dazu geschenkt bekommen …

In dunkle Nacht – neues Licht wird gebracht
Wiedergeburt, Tod und Leben
Wir weben, wir weben, wir weben

Der neue Funke an dunkelstem Tag – alles Übel vertreiben mag
In diesem Rauch mit der Macht von Tod und Leben
Wir weben, wir weben, wir weben

 

Räuchern
Die Bilder stammen von den Seiten, die auf den Bildern angegeben sind!!

Es grünt so grün … und die Bäume schlagen auch aus – Teil II

Samstag, 30. April 2016

Ab in die Küche

Jetzt ein paar meiner Lieblingsrezepte

Frühlingssuppe
Vier Personen
30 dkg  Karotten, 10 dkg Lauch, 2 Stangen Sellerie, 20 dkg Kartoffeln, Saft von ½ Zitrone, Ingwer, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter  auf 1,5–2 l Wasser  zum Würzen Salz, Pfeffer, 1 Prise Muskatnuss,  Miso, 20 dkg Gerste

Gerste mit Wasser zustellen und weichkochen. Karotten und Kartoffeln waschen, schälen und in Scheiben schneiden, Lauch und Sellerie putzen, waschen und würfeln. Gemüse mit Salz, Pfeffer, Wacholderbeeren, Lorbeerblättern und 1,5 Liter Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und 25 Minuten lang köcheln. Ingwer reiben und mit Zitronensaft und etwas Misopaste würzen. Gerste in die Teller geben und Suppe drübergiessen. Mit frischen Kräutern wie Petersilie, Kresse, Basilikum, Koriander oder Sprossen dekorieren.

TCM gesehen ist Gerste, DAS Getreide, um Feuchtigkeit und Hitze aufzulösen und auszuleiten. Gerste wirkt auf den Funktionskreis Niere-Blase (hilft auch bei beginnendem Harnwegsinfekt) löst Wasseransammlungen und Ödeme auf und reguliert die Cholesterinwerte. Gerste tonisiert das Qi, stärkt die Mitte, hilft bei geistiger und körperlicher Schwäche. Sie tonisiert gleichzeitig das Yin und hilft bei allgemeiner Trockenheit oder Entzündung der Schleimhäute (Gastritis und Darmentzündungen) und damit auch bei innerer Unruhe.
Von Karotte und Kartoffel wird diese Wirkung unterstützt. Lauch ist wärmend für die Nieren und stärkt damit die Abwehrkräfte. Er unterstützt die Auflösung und Ausleitung von Schleim. Die frischen Kräuter – grün wie sie sind – wirken immer aufs Holz und entspannen die Leber.

Wiesenspinat mit Nudeln

Spinat von der Wiese
Vier Portionen
Eine mittlere Zwiebel, 30 dkg Wiese (Löwenzahnblätter VOR der Blüte bzw die kleinen jungen Blätter, Giersch, Sauerampfer, Bärlauch, Beinwell – in kleineren Mengen, Brennnessel – ruhig großzügig die jungen Blätter, Knoblauchrauke – vor der Blüte, Sauerklee – ebenfalls kleinere Mengen, Liebstöckel und falls das nicht reicht, dann einfach mit Vogerlsalat, Rucola, Radieschen- RoteRübenblättern oder Spinat aufstocken), Ghee, Hafermilch (oder andere, möglichst ungesüßte, Getreidemilch) zum Würzen Salz, Muskatnuss, Chilli, Kurkuma und Pfeffer

Zwiebel in Ghee glasig angehen lassen und dann das gewaschene, trockengeschleuderte und zerkleinerte Grünzeug darin kurz zusammenfallen lassen. Mit Salz, Muskatnuss, Kurkuma und Chilli würzen und dann mit der Getreidemilch angießen. Nach einer Garzeit von rund 10 Minuten mit dem Mixstab pürieren und eventuell mit ein wenig Reismehl „stauben“ falls der Spinat zu flüssig sein sollte. Erst nach dem Anrichten pfeffern (verbessert die Bioverfügbarkeit). Dazu passen hervorragend Nudeln oder

Kichererbsenlaibchen
Vier Portionen
1 Dose Kichererbsen (wenn´s schnell gehen muss) oder 40 dkg frisch gekocht, 1 EL gemahlene Flohsamenschalen (WIRKLICH nötig, sonst fällt das Laibchen auseinander!), 2 EL Mehl (geht alles von Kichererbse bis Dinkel), 1 große Karotte oder wahlweise (weil Frühling!) eine handvoll Sprossen, Salz, Mutterkümmel, Koriandersamen

Kichererbsen mit Mehl und Flohsamenschalen zermatschen (Erdäpfelstampfer hilft falls kein Mörser zur Hand) gehackte Sprossen oder geriebene Karotte untermischen, mit Salz, Mutterkümmel und Koriandersamen (alles gemörsert) würzen und eine halbe Stunde rasten lassen.
Dann Laibchen formen, in Olivenöl knusprig braten und eventuell im Rohr warmhalten.
Die Laibchen können auch gut am nächsten Tag noch kalt mit einem beliebigen Dip versnacked werden …

… und noch ein paar generelle Hinweise

 

  1. Grüne Nahrungsmittel helfen im Frühling immer weiter (eingeschlossen Weizengras, Algen)
  2. Kürzer garen und bei höherer Temperatur (damit bleibt alles innen noch leicht knackig).
  3. Vor dem Frühstück noch ein Glas warmes Wasser mit Zitrone und ein wenig Honig, unter tags ein wenig Minztee oder Apfelessig mit Honig in ein Glas warmes Wasser helfen das Leberchi zu besänftigen (was besonders empfehlenswert ist, wenn sich Frust, Ärger und Reizbarkeit eingestellt haben oder mensch ziemlich oft seufzt)
  4. Schweres Essen (Milchprodukte, Frittiertes, Billigfleisch und größere Mengen an Nüssen – Erdnussbutter z. B.) vermeiden, da das die Leber träge macht.
  5. Langsam die Menge an aromatischen Nahrungsmittel steigern. Jungzwiebel, Knoblauch, Ingwer, Kresse, Senfsprossen, Kurkuma, Basilikum, Kardamom, Majoran, Mutterkümmel, Fenchel helfen den Übergang in den Frühling besser zu überstehen und Allergien, Erkältungen und akute Erkrankungen hinten an zu halten. Das Immunsystem profitiert davon.
  6. Langsam die Menge an Rohkost, Sprossen und Samen steigern. Knollengemüse mit in die Ernährung einbauen, besonders Karotten, Rüben (aller Farben) und auch Kartoffel.
  7. Bitterstoffe steigern, die helfen mit Hitze in der Leber umzugehen. Roggen, Romaniasalat, Spargel, Amaranth, Quinoa, Radieschenblätter, Zitronenschale, Löwenzahn, Kamille, Mariendistelsamen … sie alle haben leberreinigende Wirkung und helfen bei juckenden, roten Augen, laufender Nase und steifen, geschwollenen (eventuell sogar entzündeten) Gelenken.

Damit wünsche ich euch guten Appetit und vor allem auch viel Spaß beim Kochen und beim Erfahrungmachen, was Nahrung so alles bewirken kann.