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Haaaaatschi – Teil II

Samstag, 20. Januar 2018

Letztes Mal, bei Teil I, hatte ich, wie so oft, einen kleinen Aufruf gestartet, dass ihr doch ein paar eurer Hausrezepte in den Kommentaren postet möget. Tatsächlich hat mich Rota in der Wüste rufen gehört und deshalb gibt es diesen Teil II.

Rotas Hausmittel

Ich kenne noch das Hausmittel, klein geschnittene Zwiebel mit Honig zu vermengen und über Nacht im Kühlschrank stehen zu lassen. Wirksam gegen Husten. Allerdings muss man sich dazu auch mal überwinden.
Außerdem trinke ich immer Eibischtee, der effektiv schleimlösend wirkt. Vorm Schlafengehen hilft auch noch Inhalieren mit einer Salz-Kräutermischung. Ca. 15 Minuten helfen gegen eine Schnupfennase und befreien die Atemwege. Das ist jedoch sehr ermüdend und für den Kreislauf anstrengend. Beim Schlafen selbsterständlich der Thermophor.

Außerdem kenn ich den Spruch: „3 Tage kommt es, 3 Tage bleibt es, 3 Tage geht es“. Gegen Ende, wenn der Kreislauf wieder halbwegs stabil ist, tun kurze Spaziergänge (warm angezogen!) gut, damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt.

All das sind wirksame Hilfsmittel der großen Mütter aus meiner Familie, die mir schon oft geholfen haben.

P.S.:
Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Verkühlungen auch psychisch hervorgerufen werden können, sodass man auch reflektieren kann, ob man in der letzten Zeit zu viel Stress oder ähnliches hatte. Das ist aber wahrscheinlich sehr subjektiv.

Mein Kommentar

Als Grundlage freue ich mich immer sehr, wenn unsere Leser mit dem WurzelWerk ihre eigenen Erfahrungen auch wirklich real teilen! Daher nochmals vielen lieben Dank, Rota!
Aus der eigenen Hexenküche hätt ich da noch ein paar Anmerkungen auf Lager.

Die Hustenmischung mit Zwiebel und Honig mach ich z. B. im Stofftaschentuch. Ein Stofftaschentuch einlagig in ein kleines Schüsserl legen. Den klein geschnittenen Zwiebel in die Mitte des Tuches dazu geben. Den Honig darüber (auf eine kleine Zwiebel einen vollen Esslöffel Honig) und einfach über Nacht stehen lassen.  In der Früh den Inhalt des Tuches ins Schüsserl „auswinden“ und dann Esslöffelweise verwenden. Nach genau dem Rezept (nur ohne Taschentuch) funktioniert auch der Rettichsaft.
Schwarzen Rettich aushöhlen, den Ex-Inhalt klein hacken, in den Boden des Rettichs drei Löcher machen (Stricknadel hilft!). Den Rettich dann über ein Glas stellen, den gehackten Inhalt wieder einfüllen und den Honig drüber laufen lassen. Am nächsten Morgen ist der Hustensaft im Glas gesammelt.

Zum Inhalieren verwende ich unterschiedliche Kräuter und natürlich, wie Rota schon erwähnte, Salz.
Für Inhalier-Anfänger: 1 Liter Wasser mit 3 Esslöffeln Salz. Im letzten Artikel für unsere Kinder/ElternRubrik („Husten, Schnupfen und sonstige Katastrophen“) habe ich schon ein paar Tipps zum Besten gegeben, die das Inhalieren ein wenig gemütlicher machen. Was ich persönlich allerdings bevorzuge ist ein elektrischer Inhalierer. Vorsicht: Damit meine ich nicht die Ultraschallvernebler (ich bin der Ansicht, dass die Temperatur des „Dampfes“ durchaus wichtig ist) sondern Inhalationsgeräte, die das Wasser erhitzen und es wirklich zum Verdampfen bringen. Wenn ich ein solches verwende, dann mach ich aus den Kräutern einen ganz normalen Tee und gebe in diesen einen Teelöffel Salz.
Ansonsten kann ich die Kräuter direkt in den Topf geben und dort ziehen lassen bevor ich mit der Inhalation anfange. Die Flüssigkeit im Topf sollte nur leicht simmern und nicht sprudelnd kochen! Ätherische Öle würde ich für die direkte Inhalation so nicht verwenden – die bevorzuge ich in der Duftlampe oder in der Wasserschüssel auf der Heizung.
Welche Kräuter ich verwende … mein Liebling bei Verkühlung ist Thymian. Wenn der Schnupfen grad die Nase sehr verstopft, dann leistet die Pfefferminze gute Dienste. Kamille hilft bei Entzündungen weiter, trocknet aber auch aus und Huflattich beruhigt den Husten. Das ist nur eine kleine Auswahl – generell kann ich mit allen Kräutern inhalieren, die ich auch als Tee gefahrlos trinken  kann.

Besonders erwähnenswert finde ich noch Rotas letzten Absatz.
Je gestresster ich bin, je schlechter ich schlafe (dazu zählt auch „zu wenig“), je schlechter ich mich ernähre und je mehr ich mich verausgabe, desto leichter werde ich krank. Das Immunsystem arbeitet in einem ausgeglichen Menschen eben besser als in einem gestressten.

Zusätzlich möchte ich noch eine Lanze fürs Händewaschen und gegen Desinfektionstücher oder ähnliche chemische Maßnahmen brechen. In Grippezeiten hilft häufiges Händewaschen wirklich. Dabei geht´s nicht so sehr darum, dass die kleinen Viechers getötet werden, sondern weggeschwemmt. So schnell würden die nicht sterben – aber wegspülen funktioniert durchaus. Für schon Erkrankte wäre es ein Tipp sich beim Husten oder Niesen nicht die Hand vor den Mund oder die Nase zu halten, sondern einen Ärmel. Dann fliegen wesentlich weniger Tröpfchen durch die Gegend und es haben eben nicht alles was davon.

Zum Schluss möchte ich auf den Unterschied zwischen grippalem Infekt und der echten Grippe hinweisen. Mit zweiterer ist nicht zu spaßen!! Echt Grippe macht sich meist zuerst durch Halsschmerzen bemerkbar und wird von einem wirklich ernsten Krankheitsgefühl begleitet. Abgeschlagenheit, Ganzkörpergliederschmerzen und Fieber über 39 Grad sind ebenfalls ein Warnzeichen. Da ist viel Trinken (möglichst zumindest körperwarmes Leitungswasser oder passender Kräutertee) angeraten und Schonung, Schonung, Schonung. Am sinnvollsten ist es jegliche körperliche Anstrengung zu vermeiden. Falls der Appetit fehlt, ist Fasten (für unter einer Woche und für die meisten von uns) kein Problem, im Gegenteil es hilft sogar, da der Körper nicht zusätzlich belastet wird.
Symptomatisch darf natürlich auch bei der echten Grippe geholfen werden. Also bei starkem Halsweh hilft Gurgeln mit Salbeitee und Emser-Salz. Bei Fieber an die 40° darf und soll das ein wenig gesenkt werden. Wadenwickel helfen da, und im Teil I finden sich ja auch schon so einige Tipps dafür.

Dann wünsche ich im Aktufall gute Besserung und falls euch noch etwas einfällt, dann steht euch die Kommentarfunktion wie immer offen!

Libum – römisches Opferbrot, geschrieben von Quinta Albia Corvina

Samstag, 16. Dezember 2017

Kleine römische Opferbrote für besondere Anlässe

KLEINE RÖMISCHE OPFERBROTE FÜR BESONDERE ANLÄSSE

Das „Libum“ ist mehr als ein Brot – es spielte in der römischen Antike als traditionelles Opferbrot eine wichtige Rolle. Es wurde zu besonderen Anlässen gebacken und geopfert, zum Beispiel anläßlich des Rituals zum eigenen Geburtstag.

Daneben war es auch eine beliebte Beilage zum Essen, die würzig oder süß serviert werden konnte.

Das Libum wird in mehreren antiken Quellen erwähnt und, was ein besonderer Glücksfall ist, darüber hinaus existiert ein vollständiges überliefertes Backrezept: Marcius Porcius Cato beschreibt in „De Agricultura“ (75-76), wie das Opferbrot hergestellt wird.

„Libum hoc modo facito: casei p. II bene disterat in mortario; ubi bene disteriverit, farinae siligineae libram aut, si voles tenerius esse, selibram similaginis solum eodem indito permiscetoque cum caseo bene; ovum unum addito et una permisceto bene. Inde panem facito, folia subdito, in foco caldo sub testu coquito leniter.“

„Ein Libum mache so: Man zerreibe 2 Pfund Käse in einem Mörser; wenn man das fein zerrieben hat, gib ein Pfund sehr weißes Weizenmehl oder, wenn du es zarter willst, nur ein Halbpfund Weizenmehl dazu hinein und vermische es gut mit dem Käse; gib ein Ei hinzu und mische es gut mit hinein. Daraus forme einen Laib, lege Blätter darunter, backe es langsam auf warmem Herd unter einer Schüssel.“ (Übersetzung aus: O.Schönberger, „Marcus Porcius Cato – Vom Landbau – Fragmente“)

Lararium mit Libum als Opfergabe

LARARIUM MIT LIBUM ALS OPFERGABE

Hierzu muß man wissen, daß das römische „Pfund“ („pondus“) nicht mit dem modernen Pfund übereinstimmt, sondern ein Pondus entspricht 327,45 g.

Wie dem Rezept zu entnehmen ist, handelt es sich beim Libum nicht um ein „klassisches“ Brot, sondern eher um eine Art Käsegebäck. Es kann nach dem Backen mit Honig bestrichen werden, schmeckt aber auch hervorragend, wenn man es warm zu Kräuterbutter oder Moretum serviert.

Die Technik des Abdeckens mit einer Schüssel ist nicht sonderlich geheimnisvoll – hier wird, ganz pragmatisch, ein Backofen ersetzt, so daß man das Opferbrot auch dort backen kann, wo man keinen aufwendigen Backofen in der Nähe hat, sei es in einer kleinen Küche oder draußen. Wir können deshalb heute problemlos auf einen Backofen zurückgreifen und müssen keine Schüssel-Herd-Experimente machen, nur um es besonders „authentisch“ zu machen. Es sei denn, man möchte diesen mobilen Reisebackofen experimentalarchäologisch ausprobieren 😉

Mit den Mengenangaben muß man etwas experimentieren. Wie geschmeidig der Teig wird, hängt von einigen Faktoren ab: in erster Linie vom Feuchtigkeitsgehalt des verwendeten Käses (wir bevorzugen eingelegten Schafs- oder Ziegenkäse, andere backen das Libum mit Ricotta) und der Größe des Eies. Deswegen empfehlen wir, das Mehl nur sehr zaghaft nach und nach zuzugeben, da der Teig bei zu trockenem Käse schnell bröselig werden kann und beim Formen der Kugeln dazu neigt, auseinanderzufallen. Deshalb lieber etwas weniger Mehl oder mehr Flüssigkeit hinzufügen, als im Rezept angegeben.

Unsere Empfehlung zur Herstellung von 4 kleinen Opferbroten:

Die Zutaten sind sehr einfach!

DIE ZUTATEN SIND SEHR EINFACH!

Zutaten:

  • 200 Gramm Schafs- oder Ziegenkäse (in Salzlake)
  • 200-300 Gramm helles Mehl (abhängig von der Feuchtigkeit des Käses)
  • 1 Ei
  • Lorbeerblätter
  • ggfs. Honig

Die typischen Gewürze, die sich sonst in römischem Brot finden, sind nicht notwendig, da das Brot aufgrund der Verwendung des eingelegten Schafskäses und des Backens auf Lorbeerblättern schon salzig ist.

Zubereitung:

Den Schafskäse in eine Schüssel bröseln und mit einer Gabel zerdrücken.

Den Schafskäse mit einer Gabel zerdrücken

Nach und nach das Mehl hinzugeben und immer wieder vermischen und zerdrücken.

Das Ei hinzugeben und ebenfalls gut untermischen.

Nun beginnt die Kneterei: Den Teig auf ein gemehltes Brett legen und gut durchkneten, bis er gleichmäßig, geschmeidig und glatt ist. Wenn der Teig zu feucht ist, vorsichtig Mehl nachgeben, bis er gut formbar ist.

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Aus dem Teig vier gleichmäßige, etwa brötchengroße runde Laibe formen. Diese nach Geschmack oder entsprechend des geplanten Rituals sternförmig einschneiden oder mit einem anderen Muster versehen.

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Ein Backblech mit Lorbeerblättern auslegen und die Laibe auf das Bett aus Blättern legen.

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Bei etwa 200 Grad (Umluft 180 Grad) backen, bis der Teig durch ist und die Laibe eine goldbraune Farbe angenommen haben. Dies dauert bei der beschriebenen Größe etwa 30 Minuten.

Opferbrot für Apollo und Sirona

OPFERBROT FÜR APOLLO UND SIRONA

Für die süße Variante werden die Brote direkt nach dem Backen (noch heiß) mit Honig bestrichen und trocknen gelassen.

Für die würzige Variante entfernt man nur die eventuell an der Unterseite haftenden Lorbeerblätter.

Schmeckt Menschen und Göttern gleichermaßen ;)

SCHMECKT MENSCHEN UND GÖTTERN GLEICHERMASSEN😉

Das Brot kann sowohl heiß als auch kalt verzehrt werden, wird nach einiger Zeit aber etwas hart, so daß man es lieber frisch und warm servieren sollte.

Zur Verwendung als Opferbrot, zum Beispiel beim morgens durchgeführten Geburtstagsritual, kann es problemlos am Tag zuvor vorgebacken werden.

Yule, auch für die Sinne – trinken, essen und riechen

Samstag, 26. November 2016

Eine Tradition aus dem anglo-amerikanischen Bereich ist das Wassailing. Dabei zogen die Menschen zur Weihnachts- und Neujahrszeit von Haus zu Haus um Segen zu bringen, besonders um die Obstbäume zu segnen damit diese guten Ertrag bringen sollten.

Wassail

2 Flaschen Met (Cider, Wein, etc)
Zimtstangen, Nelken, Neugewürz, Macis, Ingwer
3 kleine Äpfel
¼ l Orangensaft
2 Zitronen
Honig

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Einen größeren Topf mit dem Met erwärmen, Gewürze hinzugeben und ziehen lassen (ohne dass es kocht!!). Die klein geschnittenen und geschälten Äpfel gar ziehen lassen. Orangensaft und den Saft der Zitronen dazu geben und nach Geschmack mit Honig oder braunem Zucker süßen.
Zum Servieren in ein möglichst schön geschmücktes Gefäß schütten und geschlagenes Schlagobers darüber verteilen. Da die Apfelstückchen im Getränk sein sollen die Gewürze vorher entweder in einem Tee-Ei ziehen lassen oder in ein Baumwolltuch einbinden.

Mit dem heißen Getränk zum Obstbaum (der gesegnet werden soll) gehen, dort einen Teil der Mischung ausgießen. Dazu gehören die Wassail-Lieder und dass der Rest vom Trank an die Anwesenden verteilt wird.

Here’s to thee, old apple tree
Whence thou may’st bud and whence tho may’st blow
And whence thou may’st bear apples enow.
Hats full, caps full, bushel, bushel sacks full, And my pockets full too!

Danach das Gefäß hocheben und gemeinsam „Hussa“ rufen oder „Wassail“. Hier noch eine andere Version von Broceliande

Das ganze geht natürlich auch in „anti-alkoholisch“ – dann einfach naturtrüben Apfelsaft anstatt des (wie auch immer gearteten) Weins nehmen. Natürlich können auch alle anderen fruchttragenden Bäume gesegnet werden, nicht nur Apfelbäume und vielleicht lässt sich das auch bis in die Nachbarschaft ausdehnen?!

Für Einzelpersonen oder kleinere Coven kann es ein wenig übertrieben sein, einen Yule-Log zu backen, aber es gibt ja auch die Miniversion davon.

Yule-Log Kekse

10 dag brauner Zuckergingerbread-yule-log
3 EL Butter
1 Ei
15 dag Mehl
½ TL Backpulver
Cardamom, Zimt, Nelken, Piment, Muskatnuss
Rote und grüne Zuckerglasur als Deko

Ofen auf 180 Grad vorheizen 

In einer Schüssel den Zucker mit der Butter schaumig schlagen. Das Ei hinzugeben und weiterschlagen, bis alles gut vermischt ist. Das Mehl mit Backpulver und Gewürzen gut vermischen und unter die Eimischung heben.
Den Teig in zwei Portionen teilen, mit der Hand zu einem Strang (daumendick) ausrollen und in fünf Zentimeter lange Stücke schneiden. Leicht flach drücken und mit Abstand auf eine Silikonbackmatte setzen. Backpapier leicht einfetten, falls keine Backmatte zur Hand.

Für 10 bis 12 Minuten backen, bis die Oberfläche nicht mehr feucht ist. Abkühlen lassen und mit der weißen Glasur den „Schnee“ auf der Rinde des Stammes imitieren, mit der roten Glasur die Stechpalmenbeeren und mit der grünen die Blätter.

 


Yule Räucherung

2 Teile Wacholderbeeren
2 Teile Beifuß
1 Teil Zedernholz
1 Teil Kiefernharz
1 Teil getrocknete Mistel
1 Teil Lorbeerblätter
½ Teil Zimt
½ Teil Rosmarin

Die Zutaten im Mörser gut mischen und zerkleinern, dabei die Bedeutung des Festes mit einarbeiten. Diesen Spruch habe ich vor langer Zeit dazu geschenkt bekommen …

In dunkle Nacht – neues Licht wird gebracht
Wiedergeburt, Tod und Leben
Wir weben, wir weben, wir weben

Der neue Funke an dunkelstem Tag – alles Übel vertreiben mag
In diesem Rauch mit der Macht von Tod und Leben
Wir weben, wir weben, wir weben

 

Räuchern
Die Bilder stammen von den Seiten, die auf den Bildern angegeben sind!!

Es grünt so grün … und die Bäume schlagen auch aus – Teil II

Samstag, 30. April 2016

Ab in die Küche

Jetzt ein paar meiner Lieblingsrezepte

Frühlingssuppe
Vier Personen
30 dkg  Karotten, 10 dkg Lauch, 2 Stangen Sellerie, 20 dkg Kartoffeln, Saft von ½ Zitrone, Ingwer, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter  auf 1,5–2 l Wasser  zum Würzen Salz, Pfeffer, 1 Prise Muskatnuss,  Miso, 20 dkg Gerste

Gerste mit Wasser zustellen und weichkochen. Karotten und Kartoffeln waschen, schälen und in Scheiben schneiden, Lauch und Sellerie putzen, waschen und würfeln. Gemüse mit Salz, Pfeffer, Wacholderbeeren, Lorbeerblättern und 1,5 Liter Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und 25 Minuten lang köcheln. Ingwer reiben und mit Zitronensaft und etwas Misopaste würzen. Gerste in die Teller geben und Suppe drübergiessen. Mit frischen Kräutern wie Petersilie, Kresse, Basilikum, Koriander oder Sprossen dekorieren.

TCM gesehen ist Gerste, DAS Getreide, um Feuchtigkeit und Hitze aufzulösen und auszuleiten. Gerste wirkt auf den Funktionskreis Niere-Blase (hilft auch bei beginnendem Harnwegsinfekt) löst Wasseransammlungen und Ödeme auf und reguliert die Cholesterinwerte. Gerste tonisiert das Qi, stärkt die Mitte, hilft bei geistiger und körperlicher Schwäche. Sie tonisiert gleichzeitig das Yin und hilft bei allgemeiner Trockenheit oder Entzündung der Schleimhäute (Gastritis und Darmentzündungen) und damit auch bei innerer Unruhe.
Von Karotte und Kartoffel wird diese Wirkung unterstützt. Lauch ist wärmend für die Nieren und stärkt damit die Abwehrkräfte. Er unterstützt die Auflösung und Ausleitung von Schleim. Die frischen Kräuter – grün wie sie sind – wirken immer aufs Holz und entspannen die Leber.

Wiesenspinat mit Nudeln

Spinat von der Wiese
Vier Portionen
Eine mittlere Zwiebel, 30 dkg Wiese (Löwenzahnblätter VOR der Blüte bzw die kleinen jungen Blätter, Giersch, Sauerampfer, Bärlauch, Beinwell – in kleineren Mengen, Brennnessel – ruhig großzügig die jungen Blätter, Knoblauchrauke – vor der Blüte, Sauerklee – ebenfalls kleinere Mengen, Liebstöckel und falls das nicht reicht, dann einfach mit Vogerlsalat, Rucola, Radieschen- RoteRübenblättern oder Spinat aufstocken), Ghee, Hafermilch (oder andere, möglichst ungesüßte, Getreidemilch) zum Würzen Salz, Muskatnuss, Chilli, Kurkuma und Pfeffer

Zwiebel in Ghee glasig angehen lassen und dann das gewaschene, trockengeschleuderte und zerkleinerte Grünzeug darin kurz zusammenfallen lassen. Mit Salz, Muskatnuss, Kurkuma und Chilli würzen und dann mit der Getreidemilch angießen. Nach einer Garzeit von rund 10 Minuten mit dem Mixstab pürieren und eventuell mit ein wenig Reismehl „stauben“ falls der Spinat zu flüssig sein sollte. Erst nach dem Anrichten pfeffern (verbessert die Bioverfügbarkeit). Dazu passen hervorragend Nudeln oder

Kichererbsenlaibchen
Vier Portionen
1 Dose Kichererbsen (wenn´s schnell gehen muss) oder 40 dkg frisch gekocht, 1 EL gemahlene Flohsamenschalen (WIRKLICH nötig, sonst fällt das Laibchen auseinander!), 2 EL Mehl (geht alles von Kichererbse bis Dinkel), 1 große Karotte oder wahlweise (weil Frühling!) eine handvoll Sprossen, Salz, Mutterkümmel, Koriandersamen

Kichererbsen mit Mehl und Flohsamenschalen zermatschen (Erdäpfelstampfer hilft falls kein Mörser zur Hand) gehackte Sprossen oder geriebene Karotte untermischen, mit Salz, Mutterkümmel und Koriandersamen (alles gemörsert) würzen und eine halbe Stunde rasten lassen.
Dann Laibchen formen, in Olivenöl knusprig braten und eventuell im Rohr warmhalten.
Die Laibchen können auch gut am nächsten Tag noch kalt mit einem beliebigen Dip versnacked werden …

… und noch ein paar generelle Hinweise

 

  1. Grüne Nahrungsmittel helfen im Frühling immer weiter (eingeschlossen Weizengras, Algen)
  2. Kürzer garen und bei höherer Temperatur (damit bleibt alles innen noch leicht knackig).
  3. Vor dem Frühstück noch ein Glas warmes Wasser mit Zitrone und ein wenig Honig, unter tags ein wenig Minztee oder Apfelessig mit Honig in ein Glas warmes Wasser helfen das Leberchi zu besänftigen (was besonders empfehlenswert ist, wenn sich Frust, Ärger und Reizbarkeit eingestellt haben oder mensch ziemlich oft seufzt)
  4. Schweres Essen (Milchprodukte, Frittiertes, Billigfleisch und größere Mengen an Nüssen – Erdnussbutter z. B.) vermeiden, da das die Leber träge macht.
  5. Langsam die Menge an aromatischen Nahrungsmittel steigern. Jungzwiebel, Knoblauch, Ingwer, Kresse, Senfsprossen, Kurkuma, Basilikum, Kardamom, Majoran, Mutterkümmel, Fenchel helfen den Übergang in den Frühling besser zu überstehen und Allergien, Erkältungen und akute Erkrankungen hinten an zu halten. Das Immunsystem profitiert davon.
  6. Langsam die Menge an Rohkost, Sprossen und Samen steigern. Knollengemüse mit in die Ernährung einbauen, besonders Karotten, Rüben (aller Farben) und auch Kartoffel.
  7. Bitterstoffe steigern, die helfen mit Hitze in der Leber umzugehen. Roggen, Romaniasalat, Spargel, Amaranth, Quinoa, Radieschenblätter, Zitronenschale, Löwenzahn, Kamille, Mariendistelsamen … sie alle haben leberreinigende Wirkung und helfen bei juckenden, roten Augen, laufender Nase und steifen, geschwollenen (eventuell sogar entzündeten) Gelenken.

Damit wünsche ich euch guten Appetit und vor allem auch viel Spaß beim Kochen und beim Erfahrungmachen, was Nahrung so alles bewirken kann.

 

 

 

 

Es grünt so grün … und die Bäume schlagen auch aus – Teil I

Samstag, 19. März 2016

Nachdem es in unserem HeidenSterz (auch von mir selber) schon einen Haufen Rezepte zum Thema „Grün und Frühling“ gibt, beschäftige ich mich heute wieder ein wenig  mit den Grundlagen, nach denen ich meine Ernährung gestalte.

Wie die Zeit tickt

Während bei uns im Westen diese Jahreszeit erst am 21.März beginnt, ist der Frühling zu diesem Zeitpunkt in der traditionellen chinesischen Lehre an seinem Höhepunkt angelangt und hat bereits Mitte Februar begonnen. China feiert zu diesem Zeitpunkt den Beginn des neuen Jahres. Der Frühling endet um den 28.April, gefolgt von einer 18-tägigen Übergangszeit, der sog. „Dojo-Zeit“, in der man sich wiederum auf den Sommer, sowohl von Seiten der Ernährung, des Lebensstils aber auch mental vorbereiten kann.

Der Frühling entspricht in der traditionellen chinesischen Medizin dem Element Holz, auf den Tag umgelegt dem Morgen und auf den Mensch umgelegt der Kindheit. Kennzeichen des Frühlings ist schnelles Wachstum, schnelle Entwicklung und Beweglichkeit. Diese Zeit birgt explosionsartige Kraft, viel Bewegung und den Drang nach Dynamik in sich. Alles blüht, wächst und gedeiht. Die Wiesen werden grün, die Kraft von Sonne, Wasser und Wind sorgen dafür, dass Pflanzen und Bäume wieder zum Leben erwachen.

Organe des Holzes sind die Leber und die Gallenblase.
Die Aufgabe der Leber im Organismus ist die Annahme und die Bearbeitung der Energie und nach der TCM reguliert sie auch die Muskelspannung, die Blutspeicherung und das Sehvermögen.

Laut TCM stören Emotionen wie Aggression und Zorn dieses Element. Stress und das eingeengt Sein in Lebensumstände, die uns widerstreben, machen der Leber ebenso zu schaffen wie zu enge Kleidung und Begrenzungen geistiger Art. Die Leber ist auf der seelischen Ebene besonders anfällig auf Kränkungen, Wut und Frustrationen. Unser westliches Sprichwort „es läuft einem eine Laus über die Leber“ trifft den Nagel passgenau auf den Kopf.
Die Gallenblase hingegen ist unser Außenminister. Einerseits flexibel im Denken und Handeln zu sein, andererseits Entscheidungen schnell, aber doch gut überlegt fällen zu können ist ein Kennzeichen der frei fließenden Holzenergie. Gerade dieser Funktionskreis ist besonders wichtig weil er nicht nur den Energiefluss in seinen eigenen Organen regelt, sondern ist auch für die Harmonie in allen anderen Funktionskreisen verantwortlich ist.
Die so genannte „Wanderseele Hun“ (die Seele hat den Elementen zugeordnete Anteile) enspricht ungefähr dem westlichen Konzept des Unterbewußten. Hier werden emotionale Erfahrungen gespeichert und diese gesammelten Erfahrungen machen eine Planung überhaupt erst möglich. Auf der Basis dieses unterbewussten Wissens fußt dann die neue Handlung.

Holzwartung

Um unsere Holzenergie zu pflegen, sollten wir viel Zeit in der Natur verbringen, uns bewegen und lernen, uns zu entspannen. Nicht umsonst spielen viele Stressgeplagte gerne Tennis – die Verbindung von Aggressionsabbau durch Draufhauen und explosionsartigem Bewegungsmuster (frei nach Stop-and-Go).

Im Frühling ist leicht verdauliche Ernährung mit saurem Geschmack ideal. Das unterstützt die Leber und deren Aufwärtsbewegung der Energie. Bei Neigungen zu Spannung und Stagnation der Leberenergie sind auch Lebensmittel mit natürlich süßem Geschmack geeignet (typisch für das Element Erde, in dem das Holz um zu wachsen wurzelt!). Obwohl der saure Geschmack dem Holz-Element entspricht, bedeutet das (wie so oft in der TCM!) NICHT, dass mensch möglichst viel davon zu sich nehmen sollte. Auf die Ausgewogenheit ist zu achten!! Vor allem bei bereits bestehenden Stagnationen ist besondere Vorsicht mit sauren Lebensmitteln geboten. Wenn das der Fall ist, leiden wir z. B. häufig unter Kopfschmerzen, PMS und/oder Brustspannen, Schmerzen unter dem Rippenbogen, Wetterfühligkeit, …
Bei uns im Westen ist der Frühling DIE Zeit, zu entschlacken, Giftstoffe ausscheiden und vielleicht sogar zu fasten. Eine ideale Unterstützung der Leber und der Gallenblase, gerade im Frühling, sind tatsächlich Entlastungstage unter Ausschluss von Milch- und Milcherzeugnissen, Fleisch, „Chemie“ und der Einschränkung von Salzen, Alkohol und schwerem und fettem Essen. Die entsprechende Farbe des Holzes in der TCM ist Grün – und somit sollten im Frühling jede Menge grüne Nahrungsmittel auf unserem Teller landen. Nicht umsonst wächst nun der Bärlauch und viele andere schmackhafte Wildkräuter – die uns mit der entsprechenden Frühlingsenergie versorgen wollen. Die geeignetste Zubereitungsart ist das Dämpfen und (wirklich!) kleine Mengen an Rohkost.

Besonders geeignet im Frühling sind Lebensmittel wie:
Getreidepflanzen: Weizen, Dinkel, Süßreis, CousCous
Hülsenfrüchte: gelbes Soja
Gemüse und Obst: milchsauer eingelegtes Gemüse (Sauerkraut statt Essiggurkerl), Hülsenfrüchte, Keime, Luzerne, Kresse, Bohnen, Mungobohnen, Kohlrabi, Brokkoli, Chinakohl, frische Kräuter, Salate, Obst mit mehr saurem Geschmack (Äpfel, Sauerkirschen), Radieschen, Kürbis
Tierische Eiweiße: Sauermilchprodukte, Hühnereier, Hühnerfleisch
Sonstiges: Hagebutten-, Melissen- oder Malventee

Was meine Oma schon wusste… , dass die Natur uns alles bietet, was wir gerade jetzt brauchen. Jungen Löwenzahn, Bärlauch, Sauerampfer, Brennnesseln, Kerbel, Gartenkresse und noch vieles andere. Je nach Region ist das Angebot immer ein bisschen anders.
Auch selbst gezogene Sprossen bringen Bewegung in unseren Energiefluss und damit hat die Frühjahrsmüdigkeit keine Chance.
Leichte Gerichte wie z.B. Reispfannen, Bärlauchsuppe, Spinat und Mangold bereichern den Speisezettel. Die täglichen Mahlzeiten sollten jedenfalls jeweils eine Kombination der 5 Elemente beinhalten, um das persönliche Qi zu stärken. Auch hier ist das Prinzip der Ganzheitlichkeit anzuwenden und eine Einseitigkeit zu vermeiden, wie immer in der TCM.