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Du bist ein Teil von mir! – Teil II

Samstag, 13. Juni 2015

Bei den augenscheinlich massiven Nachteilen von Bindungen, ist für viele eine, auf den ersten Blick, schlüssige Lösung dann eben Bindungen zu vermeiden. Hier in unserer Anfängerrubrik wird das zwar eher erst nach den ersten massiven Enttäuschungen (meist nach missglückten Licht- und Liebeprojekten) der Fall sein, deshalb handle ich diesen Fall gleich am Anfang und etwas rascher ab.

Auf dem Weg zum selbstgewählten Einsiedler sehe ich so einige Stolpersteine. Generell ist Mensch als solcher als Gruppenwesen ausgelegt. Einer allein ist war schlichtweg nicht überlebensfähig, und wo wäre denn der eine allein auch hergekommen? Sollte also jemand beschließen möglichst allein durchs Leben gehen zu wollen, dann wäre er tatsächlich im Einsiedlerbereich gut aufgehoben. Ich meine das völlig ernst! Es gibt diese Möglichkeit in vielen Kulturen. Vom Christentum bis zum Buddhismus hat es zu allen Zeiten und in allen Regionen der Welt Einsiedler gegeben und gibt es sie noch. Allerdings nehme ich jetzt nicht an, dass Menschen, die sich für Neuheidentum interessieren dafür begeistern können. Nichts desto Trotz ist es mir wichtig zu erwähnen, dass es diese Möglichkeit gibt, weil es einfach ist davon zu schwärmen (meist von den vermeintlichen Vorteilen eines solchen Lebens) aber in meinen Augen schon eine sehr heftige Aufgabe, sich damit auch real auseinander zu setzen.

Was wesentlich öfter vorkommen wird, ist „Solitary“ zu sein, ein vergleichsweise gangbarer Weg. Das bedeutet meistens nicht mehr als sich als Neuheide zu betrachten und nirgends Gruppenmitglied zu sein oder zumindest nirgends festere Bindungen zu haben.
Prinzipiell möchte ich noch etwas, für mich sehr Grundlegendes, vorausschicken. Das mit Vor- und Nachteilen ist so eine Sache … Wenn ich durch etwas Vorteile habe, dann brauche ich das nicht zu lernen, was ich (wenn ich diese Vorteile nicht hätte) hätte lernen müssen/können. Jeder nicht erhaltene Vorteil ist also für mich die Gelegenheit genau das zu lernen, was ich benötige um das zu erreichen, was mir der Vorteil gebracht hätte. Ein Nachteil kann auch dazu gut sein, dass ich etwas lerne, was ich „freiwillig“ nie und nimmer lernen hätte wollen … Aber wie vieles ist das eine Frage des Weltbildes und ich erzähle euch hier Sachen aus meinem Blickwinkel heraus.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: keiner kann einem was vorschreiben, Rücksichtnahme ist nicht nötig, das eigene Wollen steht im Mittelpunkt, die eigene Welt wird nicht durch andere gestört und so weiter und so fort. Natürlich lerne ich durch das Leben und Arbeiten allein tatsächlich viele sehr brauchbare Dinge: eigenständiges Denken und Handeln, Eigenmotivation und -organisation, Tragen der Konsequenzen des eigenen Handelns und vieles mehr.
Trotzdem sind auch die Nachteile nicht von der Hand zu weisen: egoistisches Verhalten wird gefördert, eigene Vorstellungen werden nicht auf Realität abgeklopft, Denk- und Performancefehler fallen nicht auf, schädliche Gewohnheiten werden zementiert und weiten sich aus, Hirngespinsten ist Tür und Tor geöffnet, meistens verengt sich der Horizont zunehmend und noch etliches andere.
Allerdings sind wir jetzt noch in der materiellen Welt zu Gange gewesen! Wenn es darum geht ein „spirituelles Leben“ zu führen, dann ist „allein“ ganz schnell nicht mehr „allein“. Sobald ich mit einem feinstofflichen Wesen Kontakt habe, gelten für mich dieselben Betrachtungen als bedenkenswert, wie beim Kontakt mit Personen (oder manchmal sogar Tieren und Pflanzen). Wenn ich also nun als Solitary unterwegs bin, dann wäre es sinnig, mir klar zu sein, das jeglicher Kontakt zu Elementarwesen, Ahnen, Göttern, Geisttieren, was auch immer, genauso Kontakt ist, und … wie war die Sache mit dem Raumanzug nochmal??

So rum wird kein Schuh draus

Für mich – das wird mittlerweile schon klar geworden sein – liegt der Weg in der Mitte. Aus meiner Erfahrung heraus sage ich, dass es am sinnvollsten ist, wenn die Fähigkeit zum auf sich allein gestellten Leben/Arbeiten genauso entwickelt wird, wie diejenige, sich in einer Gruppe zu integrieren (oder zumindest in einer solchen „schadlos und halbwegs sinnvoll überleben“ zu können) und vielleicht noch eine Gruppe selbst sinnvoll führen zu können.

Also doch gemeinsam

Wie komme ich also dazu, mir einen „Raumanzug“ zuzulegen? Eigentlich hat jeder von Natur aus diese zweite Haut schon mitbekommen, und genauso sollte sie auch gepflegt werden. Diese zweite Haut wird oft Aura (oder etwas altertümlicher Astralleib )genannt. Manchmal muss mensch sich waschen, genauso sollte der Astralleib gesäubert werden. Das geschieht beispielsweise durch Meditation, Visualisation, Atem- oder Energieübungen. Die genaue Gebrauchsanleitung kann ich durchaus in einem eigenen Artikel (auf Nachfrage) nachreichen, will mich hier aber nicht weiter damit beschäftigen.

Wenn ich mit anderen zusammentreffe, dann entsteht durch diesen Kontakt eine Belastung für meinen persönlichen Schutzschild. Von innen (weil ich ja mit den anderen in Kontakt treten will oder das vermeiden möchte) und genauso von außen. Selbst, wenn ich nur gemeinsam im selben Raum z. B. bete (wie in einer Kirche), dann öffne ich schon einen Kanal, in dem Fall halt nach „oben“ und durch diesen Kanal kann Information, Energie (oder wie immer mensch es nennen will) eindringen. Mache ich das, in Gesellschaft der selben Menschen, öfter, dann werde ich zu diesen Menschen unbewusste Bindungen aufbauen. Genauso wie ich diese Bindungen zur Energie eines Gebäudes, eines Gegenstandes aufbaue … einfach nur durch Kontakt. Wenn ich mir dessen bewusst bin, dann kann ich steuernd eingreifen. Bin ich mir dessen nicht bewusst, dann verselbständigen sich diese Vorgänge und beißen mich irgendwann in den Hintern.
Wenn ich in einer Gruppe spirituell tätig bin, dann wäre es also sinnvoll sich dieser Tatsachen bewusst zu sein. Wie sehr will ich mich öffnen (wie sehr ist es notwendig!), wie sehr kann/will ich mich mit den anderen verbinden? Das sind die Fragen, die ich mir zu aller erst stellen muss um zu entscheiden, wie ich mich verhalte.

Du bist ein Teil von mir! – Teil I

Samstag, 14. Februar 2015

„Energetische“ Verbindungen zwischen Menschen sind immer wieder Thema, sobald mensch beginnt sich mit anderen gemeinsam auf dem Gebiet „Spiritualität“ zu bewegen.

Gerade das Sich-so-verbunden-Fühlen ist es, was viele in den unterschiedlichsten Gruppen suchen und auch finden. Sichtlich ist das Leeregefühl, das sich in unserer Gesellschaft der Beliebigkeit mehr und mehr auszubreiten scheint, ein starker Antrieb, die persönliche Sicht auf Gemeinsamkeit verwirklichen oder verwirklicht sehen zu wollen. Gerade auf dem Gebiet „Glaube“ besonders gemischt mit „Ritual“ bietet da einen weiten Spielraum. Kaum ein Teen, der/die nicht schon von Coven gehört hat, unzählige Suchmeldungen in diversen Foren und social network Portalen sprechen eine deutliche Sprache.

Ein paar Worte zum Energiekörper als solchen

Voraussetzen muss ich hier allerdinge ein Weltbild, das „Körperenergie/Aura/Energiefelder/Energiekörper“ einschließt. So gesehen, verfügt jeder Mensch und auch alles Lebendige über einen Energiekörper,die Aura. In Schalen, wie die einer Zwiebel, angeordnet, berühren und kontaktieren sich deshalb zuerst die Energiefelder. Als kleines Beispiel könnte die Ozonschicht der Erde dienen – die wäre dann das Äquivalent zum Kausalkörper des Menschen.

Wenn also Kontakt zu einem anderen Wesen zustande kommt, dann berühren sich diese Energiefelder, und wie das auch bei direktem Körperkontakt passiert, bleiben dann auf beiden Seiten „Reste“ dieses Kontakts zurück. Wenn nun einer invasiver ist (oder einer geschwächt), dann wird bei dem mehr Eindruck zurückbleiben als beim anderen. Ebenso läuft das, wenn jemand offener ist oder „bedürftiger“, bei dem bleibt dann mehr zurück als beim anderen. Als Bild kann wieder dienen, dass durch einen Raumanzug wenig durchdringen kann. Das hat den Vorteil, dass mensch sich nichts „einfängt“ und auch nichts „verliert“ – aber es gibt auch Nachteile, dass jegliche Wahrnehmung sehr eingeschränkt ist (weil mensch selber ja auch nicht aus dem Raumanzug „raus“ kann) und auch günstig Einflüsse nicht eindringen können! Wenn jetzt der andere ein Loch bohrt, weil er den anderen auch riechen will und nicht nur die Außenansicht des Raumanzuges genießen, dann passiert das, was bei einem Loch eben passiert – es kann was rein (egal ob das nu rein soll oder nicht) und es wird was rausgehen (auch egal ob das nun geplant war oder nicht). Wieder ist es von der Systematik her gleichgültig, ob der im Raumanzug das Loch selber bohrt, der Raumanzug schlecht gepflegt und/oder altersbedingt löchrig ist, ein rumfliegendes Teilchen den Anzug durchschlägt oder jemand von außen bewusst diese Loch macht. Dicht ist dicht und Loch ist Loch!

Dieses Beispiel mit dem Raumanzug mag ich deshalb so gerne, weil es wunderbar deutlich macht, dass die Person im Raumanzug zwar durchaus autonom (im Sinne von „eigenverantwortlich“ und „von außen unabhängig“) agieren kann. Solang ihre im Anzug befindlichen Ressourcen ausreichend sind und mensch (im Hinblick auf den Abfall) nicht sonderlich heikel ist, funktioniert das mehr oder minder gut. Autark (im Sinne von „völlig unabhängig“ und „absolute Eigenversorgung“) zu sein, wird allerdings nicht möglich sein .

Damit erklären sich dann die unterschiedlichsten Arten von Bindungen recht einfach.

Wie der Herr so das G´scherr

Ein altes Österreichisches Sprichwort, das beschreibt, wie sich Bindung auswirkt. Wenn einer (der Herr) bestimmte Eigenschaften hat, dann übernehmen die auch früher oder später seine Angestellten, Kinder, Angehörigen (G´scherr).
In einem „energetischen“ Weltbild erklärt sich das auch durch die Verbundenheit der Energiefelder, die eine Angleichung von Denken, Psyche und auf längere Sicht auch Physis hervorruft. Vielleicht ist schon jemandem aufgefallen, dass sich langjährige Ehepaare schon mal merkbar ähnlich sehen? Je länger beisammen, desto deutlicher? Das wäre für mich ein Beispiel für energetische Verbindungen. Schon einmal einen Blick auf Hundehalter und ihre Hunde geworfen? Ein anderes Beispiel …

Jetzt dürfte hoffentlich deutlich geworden sein, was ich unter „energetischer Bindung“ verstehe und wie die funktioniert.

Das läuft natürlich bei mehr als zwei Teilnehmern ähnlich ab – also auch in Gruppen. Je näher sich die Gruppenmitglieder sind, desto stärker werden diese Bindungen. Wie immer hat das Vor- und auch Nachteile, aber zu denen komme ich noch. Zuerst möchte ich noch einen kurzen Abstecher zu dem machen, was „Nähe“ ausmacht.
Wenn ich jemand sympathisch finde, dann werde ich demjenigen offener gegenüber treten als jemanden, der mir absolut unsympathisch ist. Wie schaut das aus, wenn ich es ins Beispiel mit dem Raumanzug einordne? Wenn ich mich vor jemandem fürchte, dann werde ich den wohl genauer beobachten als jemanden, der mir egal ist. Wie schaut das als Effekt auf meinen Raumanzug aus? Damit dürfte klar sein, dass ich mit „Nähe“ nicht die gute, freundschaftliche oder liebevolle Beziehung meine, sondern eine generelle neutrale Nähe, die aus den unterschiedlichsten Gründen heraus entstehen kann. Ein sehr plakatives Bespiel wäre Abneigung oder Hass – dadurch entstehen sehr feste Bindungen. Als Faustregel könnte gelten: Womit ich mich merkbar beschäftige (unwichtig ob positiv oder negativ empfunden), damit bin ich auf jeden Fall verbunden! Schwieriger wird es mit unbewussten Bindungen, aber dazu komme ich ebenfalls später …

Zuerst zu den Vor- und Nachteilen von Bindungen

Eine Verbindung ist so gut wie nie eine Einbahn! Dadurch ergibt sich, dass beide Partner mehr oder minder auf den anderen Zugriff haben. In einer energetischen Weltsicht, sind natürlich auch Gedanken Energie … dadurch ist es möglich jemand anderen Energie zukommen zu lassen aber auch, diese abzusaugen. Es ist möglich jemanden zu beeinflussen aber auch selber beeinflusst zu werden, etc. pp.
Zu glauben, dass es möglich ist, jemanden völlig zu beherrschen, ist in meinen Augen ein großer Irrtum, weil es eben so gut wie keine Einbahn gibt. Der scheinbar schwächere Partner hat unter Umtständen massiven Einfluss auf den vermeintlich Stärkeren, bloß dass es manchmal sehr lange dauert, bis sich dieser bemerkbar macht. So wie nicht jede Infektion kurzfristig ausbrechen muss sondern unter Umständen einige Jahre zur Inkubation benötigt.

Ende Teil I

Hast´an Schatten??!!

Samstag, 11. Oktober 2014

In einem der wenigen Foren, in denen es noch hie und da fachliche Diskussionen gibt, kam kürzlich wieder einmal die Frage nach „Schattenarbeit“ auf. Ein Thema, das in meinen Anfangsjahren (den 80ern) ein oftmals aufgeworfenes war. Deshalb möchte ich meine Herangehensweise gerne ein bisschen beleuchten …

Gleich zu Anfang schicke ich voraus, dass Schatten für mich neutral zu betrachten wäre

Mein Schatten ist immer bei mir

Wo immer ich auch hingehe, sobald ich mich im Licht befinde, folgt mir mein Schatten – sonst tut er das zwar auch, aber es fällt mir nicht oder kaum auf. Das ist für mich ein wunderschönes Bild für Schattenarbeit. Wenn ich genau hinschaue und das Bild zerlege, dann wird auch schnell klar, warum ich das so sehe:
Wo Licht hinfällt, definiert sich der Schatten umso schärfer und erscheint auch wesentlich dunkler. Wenn ich versuche besonders „gut“ oder „positiv“ zu sein oder rüber zu kommen, dann sagt die Erfahrung, dass diejenigen Eigenschaften, die nicht in diese Rubriken fallen, besonders auffällig werden. Den Umgang mit dem „Abnehmen“ oder eine persönliche Sucht bleiben zu lassen, kennen wohl die meisten. Sobald ich abnehmen will, habe ich schon Hunger oder Gusto, ganz egal ob ich gerade gegessen habe oder nicht … Sobald ich nur daran denke, meine (Computer-) Fernsehzeit einzuschränken, sind die Sendungen plötzlich besonders interessant … Den Entschluss zu fassen, endlich regelmässig ins Fitness-Studio zu gehen ist eine Sache, aber die ganzen Verabredungen abzusagen, die auf einmal (so völllllig unerwartet!!) aus dem Gebüsch springen, ist eine ganz andere …

Für mich schaut das so aus, als ob das Leben abfragt, ob es mir mit meinem Entschluss auch wirklich Ernst ist. Zusätzlich erscheint mir der Schatten eben immer dunkler, je heller die Lichtquelle rundherum leuchtet.

Schatten im Sommer ist etwas durchaus Angenehmes. Wenn es sowieso schon kalt ist, dann macht Schatten das nicht besser …
Schatten, als solche, sind in meinen Augen weder positiv noch negativ – einfach eine Tatsache, die ich, je nach Situation bewerten kann, aber nicht unabdingbar bewerten muss. So ein Schatten ist etwas, das ich bloß nicht wahrnehme und das trotzdem immer da ist. Eine Eigenschaft, die ich unter Umständen an mir selber noch nicht einmal wahrgenommen habe. Manchmal nehmen andere diese Eigenschaften durchaus wahr und bewerten sie auch, aber dazu später …

… wo ist er jetzt genau?

Um meinen Schatten überhaupt sehen/erkennen zu können, benötige ich die nötigen Ressourcen und den Willen ihn überhaupt suchen und finden zu wollen. Andere können da eine große Hilfe sein, auch oder gerade wenn deren Kommentare unangenehm oder sogar schmerzhaft sind.

Was mir immer geholfen hat ist, meine Gedanken schriftlich zu ordnen. Für den Anfang tut es eine Liste. Eine Spalte mit „positiv“, eine mit „negativ“ und eine mit „weiß nicht“. Darauf kommen die Eigenschaften, die mir von mir selber schon bekannt sind.
Sobald ein paar Punkte zusammengekommen sind – das kann schon einige Wochen dauern und es kann auch nötig sein, die Liste ein paarmal umzustellen – dann nehme ich mir ein leeres Blatt und mache dieselbe Liste für „mein ideales Ich“, die sich wahrscheinlich dann auf eine Spalte beschränken wird: die mit den positiven Eigenschaften.

Der nächste Schritt ist, der „Ideal-Liste“ eine zweite Spalte hinzu zu fügen. Jede Eigenschaft und sei sie noch so positiv, kann sich auch negativ auswirken. Als Beispiel … bin ich willensstark, dann kann das auch stur sein; bin ich flexibel, dann kann das auch wankelmütig sein. In diese zweite Spalte schreibe ich zu jeder Positiveigenschaft, die negative Ausprägung.
Es werden sich dann (hoffentlich) auf dieser Ideal-Liste Eingeschaften finden – zuerst mal die Positiven – die auch auf meiner „realen Liste“ stehen. Jetzt kann ich davon ausgehen, dass es (wie in meinen Beispielen oben) zu diesen schönen, die dunklen Seiten auch gibt. Ein Schritt ins Unbekannte, diesmal ins eher Unangenehme. Wenn ich also friedliebend bin und auch sein möchte, dann wäre die Idee, nach Vorkommnissen zu suchen in denen ich um des guten Friedens Wilen über meine eigenen Bedürfnisse hinweggegangen bin, mich selber vernachlässigt und verbogen habe. Das wäre dann harmoniesüchtig als einer der Brüder von friedliebend.

Es ist ein ganz schönes Stück Arbeit, die Liste diesbezüglich durchzugehen. Mein Tipp ist, sich nicht zuviel auf einmal vorzunehmen. Es geht nicht darum eine Denksportaufgabe zu lösen, sondern darum, sich selber besser kennen zu lernen. Das erfordert auch Zeit, Ruhe und Geduld!
Der Schatten ist nicht böse – aber gut ist er auch nicht

Mittlerweile ist diese Tatsache vielleicht schon ausreichend klar geworden. Jeder hat seinen Schatten (außer die Erleuchtung hat schon Einzug gehalten, dann könnte mensch sich eventuell schon durch und durch kennen).

Unser Schatten setzt sich aus Dingen zusammen, die wir nicht wahrnehmen können oder wollen. Deshalb ergibt sich logisch nun auch der nächste Schritt, nämlich sich die „negativ“ Spalte der persönlichen Liste anzusehen. Jede meiner, von mir als schlecht angesehenen, Eigenschaften hat ebenfalls einen Bruder. Bin ich verschwurbelt (ungeerdet/chaotisch) dann bin ich gleichzeitig auch kreativ. Bin ich ein Kleinkrämer, dann bin ich auch genau.
Diese Aufgabe ist für viele von uns viel schwieriger zu bewerkstelligen als die vorhergehende. Noch vielmehr, da es ja darum geht, nicht ausschließlich intellektuell zu erfassen, was denn der andere Pol meiner ungeliebten Eigenschaft sein könnte, sondern das auch durch Lebenssituationen bestätigt zu finden!

Hilfe, ich finde nix mehr!

Nach einigen, meist Monaten, kommt dann der Punkt, an dem einem nichts mehr ein- und auffällt. Keine Panik, das ist absolut normal, so ist das mit den Schatten. Wenn die helle Beleuchtung wegfällt, dann fallen sie kaum bis nicht mehr auf …
Was jetzt angesagt wäre, ist auf die Umwelt mehr zu achten. Was sagen denn „die anderen“ über mich und zu mir? „Meine Güte, musst Du immer so hektisch sein?! Das kann der Ausgangspunkt dafür sein, dass ein weiterer Punkt auf meiner Liste Einzug hält. Ich komme hektisch rüber (oder demjenigen fällt meine Hektik eben auf) und deshalb bin ich gleichzeitg schnell/fix.

Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil dieser Schattenarbeit. Durch die Beschäftigung damit hatte ich die Gelegenheit zu lernen,

  • dass jede positive Eigenschaft einen negativen Partner hat
    dass jede negative Eigenschaft einen positiven Partner hat
    dass ich eine Grundeigenschaft habe und die als solche sowohl als auch ist
    dass es auf den Blickwinkel ankommt, aus dem heraus ich werte
    dass der Blickwinkel am persönlichen Wertesystem hängt

Folglich kann ich wesentlich besser mit Kritik (egal ob es die neuerdings geforderte, politisch korrekte, konstruktive Kritik ist oder nicht) umgehen, weil ich ja weiß, dass mir der andere nur einen Teil der Geschichte erzählt, eben dort wo er sein Augenmerk hat oder wo er es bewusst hinlegt.
Ich kann mich selbst viel besser einschätzen, sofern ich mit „Neuigkeiten“ konfrontiert werde (weil die Grundeigenschaften mir ja schon bekannt sein sollten) und werde weniger überrascht, geschockt oder geschmeichelt sein. Um nur zwei Anwendungen und Benefits zu erwähnen.

Das waren die Grundlagen für meine Art der Schattenarbeit – die natürlich mit der Zeit verfeinert werden kann, der noch zusätzliche Aspekte hinzugefügt werden können und die mich seitdem ich sie selber kennen gelernt habe nicht mehr ad acta gelegt habe.

Ich will das, dafür kriegst´auch was

Samstag, 21. Juni 2014

Opfer spielen bei vielen heidnischen Ritualen oder Handlungen eine mehr oder minder wichtige Rolle. Mein Zugang dazu ist, wie bei vielem anderen, ein eher bodenständiger.

Andersrum wird auch ein Schuh draus?

Hier ein kleiner Auszug aus Charles G. Lelands „Aradia, Gospel of the Witches“

Great Diana! thou
Who art the queen of heaven and of earth,
And of the infernal lands–yea, thou who art
Protectress of all men unfortunate,
Of thieves and murderers, and of women too
Who lead an evil life, and yet hast known
That their nature was not evil, thou, Diana,
Hast still conferred on them some joy in life. 1

    Or I may truly at another time
    So conjure thee that thou shalt have no peace
    Or happiness, for thou shalt ever be
    In suffering until thou grantest that
    Which I require in strictest faith from thee!

Das beschreibt die Umkehrung des „do ut des“ – eine Hand wäscht die andere – der Opferpraxis. Es wird hier der Göttin gedroht. Das ist aus schamanischen Traditionen durchaus bekannt, die Götter zu bedrohen um Dinge zu erreichen.
Leland selber beschreibt in oben zitiertem Buch ein Ereignis im Katholizismus, bei dem ein Heiliger bedroht wurde, weil es keinen Regen gab. Seine Statue wurde beim Fluss, Kopf voran, in den Schlamm gesteckt – bis es regnete. Dann erhielt er seinen Platz in der Kirche wieder zurück. Also funktioniert das nicht nur im schamanischen Kontext und es wurde auch zu Lelands Zeiten noch so gemacht …

Aber jetzt von Anfang an

Als ich anfing mich mit Göttern, Wesenheiten und Spiritualität zu befassen, war es für mich völlig selbstverständlich und natürlich einen kleinen Platz vorzubereiten, mit einer oder mehreren Kerzen, einer Räucherung und, wenn es möglich war, einer Blume oder einem kleinen Blumenstrauß. Dort setzte ich mich dann entweder zur Meditation hin, las Bücher über Gottheiten oder schrieb an und in meinem „Buch der Schatten“.
Ab den Zeitpunkt an dem ich mich mit der Craft beschäftigt habe, gab es auch immer etwas Milch, Alkohol oder auch nur Wasser und ein wenig Brot, Kuchen oder auch nur einen Keks, den ich mit „wer auch immer gerade da war“ teilte. Natürlich wurden diese Dinge nicht weniger, sondern ich brachte sie dann, sobald ich Zeit fand, hinaus in den Garten.

Apropos Natur! Wenn ich in freier Natur etwas besorgte, ganz egal ob es sich um Kräuter handelte, Steine aus dem Bachbett oder um einen Ast, ich hatte auch damals immer etwas als Gegengabe mitgebracht.
Genauso ist es auch heute noch. Wenn ich am Freitag meinen Wocheneinkauf erledige, dann bekommen meine „Oberen“ Blumen für den Hausaltar. Wenn ich anfange zu kochen, dann zünde ich beim Kamidana (Hausaltar Nummer zwei und vielleicht ein anderer Artikel) ein Licht an, weil einer der Wesenheiten, die dort „wohnen“ nichts lieber mag, als beim Kochen dabei zu sein und dabei ein Stamperl aus der Hausbar zu genießen, das dann neben der Kerze steht. Wenn ich im Garten Hollerblüten hole, dann bringe ich ein wenig Teesatz oder Kompost mit.

Warum mache ich das?

Das ist eine Frage, die jetzt wahrscheinlich im Raum steht. In dem Sinne will ich ja nichts von denen mit denen ich da Kontakt habe – ganz im Gegenteil. Ich bin ihnen mehr als dankbar, dass ich das Leben führen kann, das ich führe und sie mich dabei unterstützen. Ich zahle nicht für den Stein, den mir der Bach vor die Füsse legt, weil da kein Preisschild dran ist. Was ich tue ist, aus meinem Gefühl heraus für ehrlichen Ausgleich zu sorgen, weil es mir ein Bedürfnis ist, nicht weil es jemand oder etwas verlangen würde.
Auch bin ich eher nicht der Typ, der Dinge aus Benimmregeln heraus macht, wenn das was zu tun ist, nicht an und für sich schon Sinn macht.
Als Anschauungsbeispiel könnte dienen, einem guten Freund zwei Konzertkarten „einfach so“ zu schenken. Einfach nur, weil er ein guter Freund ist und sich selber die Karten nicht besorgen würde, aber schon immer gerne hingegangen wäre, ganz besonders mit seiner Partnerin. Einfach nur, weil er sich drüber freut! Genau dieses Gefühl habe ich dann: ich freue mich, dass sich die beiden freuen (auch wenn ich seine Partnerin nicht großartig näher kenne).
Das ist die eine Art Opferpraxis, die in meinem Alltag Platz gefunden hat. Mit zunehmender Praxis und Weiterbildung auf dem Gebiet Magie und Religion, besonders durch den Kontakt mit „Natives“, kam dann die wohl bekanntere Seite des „Opfergeschenks“ noch dazu.

Fühl Dich wie zu Hause!

Zu meiner großen Freude hatte ich ein paarmal die Chance bei einem Ifa Ritual zu gegen sein zu dürfen. Was mich dabei besonders fasziniert hat, war, dass die Priester so lange orakelten um herauszufinden, was die Götter denn bei diesem oder jenem Ritual dabei haben (alles an Nahrung und Getränk, was mensch sich so vorstellen kann … von Cola bis Bananen) aber auch nicht dabeihaben wollten (unter Umständen akzeptieren sie den einen oder anderen Teilnehmer nicht), bis das Orakel rundum positiv ausfiel.
Das kam mir wie die Vorgehensweise eines Gastgebers, der darum bemüht ist, dass es seinen Gästen in seinem Haus so gemütlich als irgend möglich gemacht wird, vor.
Damit sehe ich das als die zweite „Opferart“ an, das Erfüllen der Wünsche der Gäste, bevor diese überhaupt erst Platz genommen haben.

Dabei ist es mir aber sehr wichtig das von der dritten Art zu unterscheiden!

Leckerlis

Respektlos könnte mensch sagen, diese dritte Kategorie ist für mich das, was für meine Katzen ein „Leckerli“ bedeutet, und damit ist es das grundlegende „Do und des“ (ich gebe, damit Du gibst). In diesem Falle ziehe ich persönlich es vor, das was gegeben werden soll ebenfalls mit Orakeln zu erfragen oder gegebenenfalls zumindest zu bestätigen.
Das mache ich aus gutem Grund so. Ich war schon bei Opferungen anwesend, die eher Desaster zur Folge hatten als Wohlgefallen. Natürlich kann mensch „Ritualpannen“, die bei Opferungen passieren auch als blöden Zufall abtun, aber meine Erfahrung sagt, dass das eher kontraproduktiv wäre. Damit folge ich meinem Gefühl in der Frage „Was darf´s denn sein?“ und bestätige, widerlege oder ergänze das durch meine Karten. Natürlich hat da jeder seine eigenen Vorlieben oder traditionstypische Orakelmethoden.

Wozu also diese Leckerlis? Mit der Antwort kann ich einen schöne Verbindung zum Anfangsgebet an Diana herstellen. Anstatt meinen Wesenheiten zu drohen, was ihnen angedeihen würde, wenn sie mir nicht zu Hilfe eilten, besteche ich sie lieber mit Opfern … Das mag eher unspirituell klingen, aber wenn dieser Fall gefragt ist, dann ist es genau das!

Genauso wie meine Katze ein Leckerli bekommt, sofern sie die gerade heimgebrachte Blindschleiche an mich abtritt (und ich das arme Teil in den Garten retten kann), so bekommen meine Wesenheiten zusätzliche Energie von mir. Die Form, die dieser Energiefluss hat, kann sehr unterschiedlich sein. Bei Naturwesen kann es sein, dass irgendwo etwas gepflanzt werden soll oder etwas besonders gepflegt. Götter wollen schon mal was Persönliches verschenkt, verbrannt oder vergraben sehen oder sogar Blut- oder Haaropfer …

Die Frage, wie weit mensch dabei geht, ist aber eine, die sich durchaus stellt und auch stellen sollte.

Na, Moment mal!

„Geh, und grabe unter der Türschwelle eine Ziege ein!“ Solche Träume (auch wenn klar geträumt!) oder Orakelergebnisse sind durchaus möglich – aber niemand sagt, dass die nicht verhandelbar wären! Meiner Erfahrung nach gerät mensch manchmal an Entitäten, die schon lange keinen Kontakt mehr zu lebenden Menschen hatten. Manchmal an den einen oder anderen Trickster, der es mag, ein bisschen am Charakter und Selbstvertändnis seines Gegenübers zu rütteln. Manchmal … es kann viele, sehr viele Gründe geben, wie so etwas zustande kommen kann.

Wichtig ist aber, was damit passiert. Einfach ignorieren und sich seinen Teil zu denken wäre meine letzte Wahl. Machbar ist es, eine Verhandlung zu starten – je nachdem, wer genau was genau von mir möchte.
In unserem Ziegenbeispiel kann es unter Unständen reichen auf unsere Zeit zu verweisen oder klar zu machen, dass solche Opfer bei uns nicht mehr üblich und auch kaum mehr legal durchführbar sind. Abgesehen davon, das unsere Häuser meist mit betonierter Schwelle ausgerüstet sind und da etwas zu vergraben eher illusorisch wäre. Wenn Geldnot am Menschen ist, dann kann auf Dienste, die gerne geleistet werden können, verwiesen werden.

Ich hoffe, das Prinzip um das es mir geht ist klar, denn es ist das Ergebnis der Verhandlungen im Auge zu behalten. Schließlich muss das dann auch erfüllt werden, was versprochen wurde! Wenn nicht, bleibt das seltenst folgenlos …

Ein Opfer ist in meinen Augen wie ein Geschenk. Es sollte nicht so teuer sein, dass mir selber nicht genügend zum Leben bleibt. Es sollte nicht gegen meine eigenen Lebensgrundsätze verstoßen (auch nicht gegen den gesunden Hausverstand). Es sollte möglichst wenig Schaden anrichten und möglichst große Zufriedenheit beim Empfänger hervorrufen.

Damit habe ich hoffentlich ein wenig Licht auf das Thema werfen können. Solltet Ihr von Euren Erlebnissen berichten wollen, dann könnt Ihr das gerne tun. Falls Ihr Fragen habt, könnt Ihr natürlich genauso entweder kommentieren oder mailen. Wir freuen uns darauf!

… und jetzt?!

Samstag, 15. Februar 2014

Viel ist nun schon in unserer Greenhorn-Rubrik über die Anfänge geschrieben worden. Ich möchte mich heute ein wenig mit dem beschäftigen, was vielleicht danach kommt (kommen sollte oder kommen könnte).

Das 1×1 wäre erledigt

Eine neue Sache zu beginnen ist für viele schon schwierig genug, aber es macht auch großen Spaß. Mensch betritt völlig neue Welten, sieht die Dinge von ganz anderen Winkeln und beleuchtet bis dato unbekannte Seiten. Außerdem ist mit einem Schlag „alles anders“ geworden.
Die Themen, mit denen ich mich auseinander setze, kann ich nicht mehr mit jedem besprechen. Sofern ich Mitglied in einem Coven geworden bin, habe ich zumindest ein paar neue Bekannte, mit denen ich den Umgang erst lernen muss. Von alten Freunden werde ich mich vielleicht ein bisschen distanzieren, weil  ich einen Teil meines Lebens (das neue Covenleben) meistens mit keinem Aussenstehenden diskutieren sollte. Generell vergleiche ich die Phase, auf die ich mich hier beziehe, gerne als „das Ende der Verliebtheit“.

Das Erlernen und Kennenlernen von Neuem ist schon fast zur Gewohnheit geworden, ich bin nicht mehr „die Neue“ und habe meine Grundlagenarbeit so gut wie erledigt. Jetzt kehrt der Alltag ein! Aber wie schaut dieser Alltag denn nun aus?

Ich feiere regelmässig meine Mondfeste, die Jahreskreisfeste, gehe vielleicht auf Stammtische um ein wenig „sachliche“ Gesellschaft zu finden. Meine Divinationstechnik habe ich gefunden und verwende sie auch bei jeder Gelegenheit. Sollte etwas nicht klappen, wie geplant, dann ist ein Ritual immer zur Hand. Fehlt nach zwei, drei Jahreskreisen vielleicht doch langsam der Reiz an der Sache? Gehen einem die regelmässigen Coventreffen nicht hie und da schon ein bissl auf den Nerv, weil grad ein Kinobesuch mit Freunden angesagt wäre, bei dem mensch mal wieder nicht dabei sein kann? Oder gerade an DEM Samstag ein super Konzert … Sind die täglichen Meditationen noch erfüllend oder fällt es mir immer schwerer mir die selbst auferlegte Sache durch zu ziehen?
Quasi wie nach der ersten Verliebtheit in einer Beziehung – zuerst konnte die gemeinsam verbrachte Zeit nicht lang genug sein. Nichts, was der andere sagte war „so richtig blöd“ oder auch nur großartig überdenkenswert und das Vertrauen war grenzenlos. Es reichte schon sich einfach zu sehen um glücklich zu sein. Nach ein paar Monaten (wenn nicht schon früher) legt sich dieser euphorische Zustand meistens. Da fällt es dann auf, wenn der andere mal Blödsinn verzapft, die Zeit im Bad nun aber wirklich extrem lang ist, der Witz (zum dritten Mal gehört) einfach nicht mehr so  witzig ist und der Dreckfleck aus der Jean doch rausginge, wenn die denn mal gewaschen würde.

Ich sehe sowohl beziehungstechnisch als auch „spirituell“ solche Phasen als völlig normal an. Auch wenn ich meine Katzen liebe und keinesfalls auf nur eine von ihnen verzichten möchte, kenne ich natürlich trotzdem schönere Freizeitbeschäftigungen als Katzenklos sauber zu schrubben. Genauso wie ich mir an manchen Tagen was Schöneres vorstellen kann als mich eine halbe Stunde zur Meditation zurück zu ziehen. Was also tun? Oder noch anders, wie von der Verliebtheit in eine liebevolle Beziehung finden?

Was will ich?

Das ist wie so oft meine Schlüsselfrage. Um bei unserem Thema zu bleiben: wenn ich ein spirituelles Leben aufbauen möchte, was stelle ich mir darunter vor?
Ich brauche für mein spirituelles Wohlbefinden ein für mich schlüssiges Universum und dazu noch ein paar kleine Besondernheiten wie z. B. direkte Ansprechpersonen (wobei es zwar schön ist, wenn die auch „real greifbar“ also inkarnierte menschliche Wesen sind, aber das ist nicht unabdingbar nötig), zyklische Abläufe (die mir mein Leben strukturieren), sinnliche Eindrücke (Sachen die ich angreifen oder herstellen, die ich schmecken, riechen und sehen kann) und noch so einiges andere.
Dann stellt sich die Frage, wie ich dazu komme. Darüber habe ich mir im Idealfall schon am Anfang meines Weges erstmals Gedanken gemacht … und jetzt ist die Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu erstellen. Hat das, was ich mir da an neuem System zu Eigen gemacht habe, meine Zielsetzungen getroffen? Wo sind noch Löcher im Gewebe, in denen ich dann durchhänge? Was hat sich als „mühsam aber sehr hilfreich“ heraus gestellt und was als „zwar ganz nett aber unnötig“? All diese Fragen und noch viele mehr halfen mir dabei, meinen Kurs zu überprüfen und die nötigen Kurskorrekturen auch zulassen zu können. Wann es an der Zeit ist, sich und sein System einmal abzuklopfen? Unterschwellige Unzufriedenheit ist mir immer das erste Anzeichen, dass diese Standortbestimmung nötig wird. Jeder hat dabei seine eigenen Zeitspannen, generell beobachte ich gerade im spirituellen Bereich immer wieder ganz bestimmte Phasen.
Nach der meist eher kurzen (innerhalb eines Jahres) Entscheidungsphase kommt dann die schon erwähnte Verliebtheitszeit (zwischen einem und drei Jahren je nach persönlichem Charakterstrickmuster). Dann gibt es Menschen, die danach entweder in eine Routine einsteigen in der sie dann auch lange Zeit bleiben oder solche, die diese unterschwellige Unzufriedenheit ausbilden. Für beide ist die Standortbestimmung aber durchaus von Vorteil!

Wie geht´s jetzt weiter?

Als einzigen Fixpunkt möchte ich diesen hier festlegen: Unzufriedenheit niemals ignorieren oder wegdiskutieren!! Meiner Erfahrung nach kostet das nur Zeit (und ich spreche hier von LEBENSZEIT) und irgendwann explodieren die unterdrückten Gefühle. Dann ist der Status Quo sowieso nicht mehr aufrecht zu erhalten und noch dazu wird dann meistens mehr Schaden angerichtet als notwendig gewesen wäre.
Wenn ich meinen Weg allein gehe, dann ist es sinnvoll mich einmal bewusst hinzusetzen und zu erforschen, wie denn diese Unzufriedenheit genau aussieht und was dagegen getan werden könnte. Ehrlichkeit sich selber gegenüber setze ich voraus! Natürlich ist es bitter, erkennen zu müssen, dass zwei oder drei Jahre mit Dingen verbracht wurden, die JETZT kaum mehr Nährwert für die Seele bringen. Natürlich tut so etwas weh. Aber ist es nicht sinnvoller sich das einzugestehen und nicht noch mehr Energie, Zeit und Willen dafür investieren zu müssen – nur um den Schein vor sich selber aufrecht erhalten zu können? Manchmal ist es nötig eine Sache sterben zu lassen, damit etwas Neues ins Leben treten kann. Manchmal ist es nötig eine Sache grundlegend zu verändern um mit ihr glücklich zu werden. Die Entscheidung nimmt einem keiner ab.

Diejenigen, die in einer Gruppe, einem Coven eingebunden sind, haben den Vorteil sich eine „Außensicht“ auf sich selber und ihr Problem besorgen zu können. Allerdings ist die Grundvoraussetzung dafür das Gespräch!!! Jeder Covenleiter sollte, meiner Meinung nach, darüber glücklich sein, solche Gespräche führen zu dürfen (also keine Angst persönliche Unzufriedenheiten anzusprechen). Sollte die Gruppe über Mentoren organisiert sein, dann wäre dieser der erste Ansprechpartner oder bei „basisdemokratischen“ Gruppen, einfach ein offenes Gespräch.
Manchmal kommt gerade durch solche Gespräche sehr viel an Nachdenkenswertem zu Tage – sowohl für den Einzelnen als auch für das ganze Gruppengefüge.

Lassen sich meine Bedenken nicht beseitigen, meine Bedürftigkeiten nicht klären und/oder generell meine Probleme nicht lösen – dann wird es Zeit meine Konsequenzen zu ziehen. Wie die aussehen können/sollen? Dafür wird es wohl kein allgemein gültiges Rezept geben …

Solltet ihr Fragen oder Themenvorschläge haben, dann freuen wir uns, wenn ihr uns diese einfach über redaktion (klammeraffe) wurzelwerk.at zukommen lassen, hier im Blog posten oder auf facebook hinterlassen.