Archiv für die Kategorie ‘FeinStoffliches’

NATuQuTAN – Teil IV, geschrieben von Magister Botanicus

Samstag, 17. Juni 2017

Die Paarbildung („Wie schööön!“ – der Red-Elch)

Nun kommen wir zu einem Effekt im Bereich der Quantenphysik, der mich persön­lich immer am meisten fasziniert hat, der Paarbildung. Behalten wir während der Beschreibung des Vor­ganges im Kopf, dass es Prinzipien oder Naturgesetze gibt, die überall im Universum gleiche Gültigkeit zu haben scheinen.

Lassen Sie uns jetzt gedanklich in die Nähe eines Atomkernes reisen. Welches Element dieser Atomkern darstellt oder wie viel Protonen oder Neutronen er hat, ist nicht so wichtig. Wir halten an einem Punkt, an welchem sich das sogenannte „Coulomb-Feld“ des Atomkernes ausbreitet und wirksam ist. Es ist – vereinfacht ausgedrückt – eine Art elektrisches Feld, welches jedem Atomkern zugeordnet ist und durch intraatomare Prozesse aufgebaut wird.

Nehmen wir weiterhin an, wir würden dieses Atom jetzt mit einer sehr energie­reichen Gamma-Strahlung bestrahlen bzw. mit sehr energiereichen Fotonen durch­dringen wollen. Solange wir das Coulomb-Feld meiden, passiert gar nichts. Wenn aber der Gamma-Fotonen-Strahl in den Bereich dieses Feldes kommt und bestimmte energetische Voraussetzungen erfüllt sind – nämlich das die Energie der Fotonen mindestens ein Äquivalent von 1.022 MeV hat (Mega-Elektronen-Volt = Energie­einheit der Elektronenenergie) – dann geschieht es:

Es erscheinen plötzlich 2 Quanten mit Ruhemasse – einfach so, scheinbar aus dem Nichts – die sich mit genau gleicher Geschwindigkeit diametral voneinander ent­fernen. Und jedes diese beiden Quanten trägt eine Ladung von 0.511 MeV!

Antimaterie und Energieerhaltungssatz

Was ist passiert?

Zunächst mal sollte gesagt werden, dass die 2 Quanten, die hier entstanden, ein negativ gela­denes Elektron und ein positiv geladenes Elektron, ein sogenanntes Positron, sind. Sie haben beide die gleichen Eigenschaften wie alle Elektronen, nur das eine davon hat ein positive elek­trische Ladung, das macht es so besonders. Während das negative geladene Elektron davon ­schwirren kann und sich wie ein normales Elektron verhält, muss das positiv geladene Elektron höllisch aufpassen, das es keinem negativ geladenen Elektron über den Weg läuft.

Aus der Schule können wir uns noch dunkel erinnern, das sich die gleichnamigen Pole eines Magneten abstoßen, sich die ungleichnamigen Pole aber anziehen. Nun, das ist bei dem Elek­trischen Feld nicht anders wie bei dem Magnetischen – und ein positives Elektron zieht ein negativ geladenes Quant seiner Art (nicht magisch, sondern physikalisch) an!

Und wenn dass passiert, dann rummst es gewaltig! Beide Teilchen sind auf der Stelle ver­schwunden, aber dafür ist ein Gamma-Quant, ein Foton entstanden, welches genau die Energie von 1.022 MeV hat.

(„Jetzt sind alle Klarheiten restlos im Dunkel verschwunden!“ – der Red.-Elch)

Dann also wieder zurück zu Prinzip und Energie – als Erstes, das Prinzip eines jeden Quanten­zustandes ist überall im Universum dasselbe. Ist also der energetische Rahmen gegeben (hier die Bestrahlung mit Gamma-Quanten), wirkt eines dieser Prinzipien und es entsteht ein Paar ungleich geladener Quanten, die jetzt jedes für sich genau die Hälfte der Energie des Gamma-Quants tragen (= Energieerhaltungs­satz, Energie geht nicht verloren, sie kann nur trans­formiert werden).

Aber ein weiteres Prinzip greift hier ebenfalls ein, nämlich, dass immer nur gleich­zeitig ein positiv und ein negativ geladenes Teilchen entstehen kann, Materie und Antimaterie zu gleichen Teilen. Wieder sehen wir, dass die Energie des Fotons er­halten bleibt während das Foton selbst anscheinend vernichtet ist. Aber ein Prinzip ist kein materieller Zustand, es wird erst dann wieder wahrnehmbar, wenn Positron und Elektron zusammenstoßen und die Energie sich wieder einem ihm äquivalenten Prinzip, per Grundgesetz („?, äh, wie bitte?“ – der Red.-Elch), sorry, per Naturgesetz zugeordnet wird. Und prinzipiell geht die Materie – Antimaterie / Teilchen – Anti­teilchen – Erzeugung mit jedem Quant (Proton, Neutron etc.), aber der Energie­aufwand ist beachtlich.

Einstein und Energieäquivalenz von materiellen Strukturen

Damit ich Ihnen nun auch mal ein paar Formeln präsentieren kann, weil man mit denen so wunderbare Spielchen treiben kann, hier nun die ersten Zwei davon, die aber im Laufe des Textes noch an Wichtigkeit zunehmen werden:

1. E = m * c2

2. E = h * c

Die erste Formel beschreibt das Masseäquivalent der Energie, d.h. wie viel Energie z.B. bei der „Zerstörung“ eines Elektrons frei wird. Wobei wir ja vorher festgestellt haben, dass nur die materielle Messbarkeit des Elektrons verschwindet, sein Prinzip nicht – und dass sich die frei­werdende Energie ein geeignetes Trägerprinzip sucht.

Betrachten wird also mal was dabei heraus kommt, wenn wir das mit nur einem einzigen Elektron tun würden. Die spezifische Masse eines Elektrons beträgt unge­fähr 9.1 x 10-31 kg. Doch jetzt muss diese Masse mit dem Quadrat der Licht­geschwindigkeit multipliziert werden – und dieser Wert beträgt ca. 3 x 1036. Das be­deutet, das 100.000 kg.m2/s2 oder 100.000 Joule (Einheit für Arbeit) freigesetzt werden könnten. Eine Energiemenge, die reicht, wenn sie in Hebelkraft umgesetzt würde, einen Kleinwagen ca. 10 m über den Erdboden zu heben!!! – und dies in einem so winzigen Masseteilchen. Das heißt aber auch, dass bei der „Zerstörung“ eines Positrons und eines Elektrons – unser Beispiel aus der Paarbildung – 182.000 Jaule freigesetzt werden und der Kleinwagen bereits eine Höhe von 20 m erreichen würde.

Wenn wir uns dann überlegen, was passiert, wenn ein ganzes Molekül Antimaterie auf ein Molekül Normalmaterie trifft – kommt es – im wahrsten Sinne des Wortes – zu einer Explo­sion, die jede Menge -Quanten freisetzt. Diese energiereiche Strahlung oder Lichtquanten können – wie die bei der Explosion einer Plutonium­bombe freigesetzten -Strahlung – tödlich wirken.

Warum sie das sind, folgert aus der nächsten Formel, nämlich dem Energie­äquivalent einer Strahlung. Die Formel bedeutet, dass die Energie einer Strahlung gleich einer Kosmischen Konstante ist (dem sog. „Planck´schen Wirkungsquantum [h]), welche multipliziert wird mit der Lichtgeschwindigkeit die wiederum vorher durch die Frequenz (= Wellenlänge) der Strahlung zu teilen ist.

Hier ist gleich zu sehen, dass niedrig frequente Strahlung oder Lichtquanten mit einer großen Wellenlänge weniger Energie tragen können wie hochfrequente Fotonen. Denn je kleiner der Wert unter dem Bruchstrich wird, um so größer wird das Produkt aus h und c, eben der Energiemenge. Und jetzt stellen wir uns vor, wir setzen die aus unserem Beispiel mit dem Elektron und dem Positron bekommene Energie von ca. 200.000 Joule in diese Formel ein.

Dann erhalten wir eine Wellenlänge, die genau jenem Gamma-Quant entspricht, welches ent­standen ist. Das ist sog. „harte“ -Strahlung, die so energiereich ist, dass sie aus einem Molekül der Erb­masse eines Menschen Elektronen heraus schießen kann, wenn sie darauf trifft! Und was dass bedeutet, vor allem, wenn nicht nur ein solches Quant entsteht, sondern – wie bei der Explosion einer Plutoniumbombe – un­zählige, das wissen wir seit Hiroshima und Nagasaki leider nur zu genau!

Ende Teil IV

NATuQuTAN – Teil III, geschrieben von Magister Botanicus

Samstag, 27. Mai 2017

Die Dualität von Welle und Teilchen

Was, zum Geier, heißt das? Haben wir nicht irgendwo mal gehört, dass Radiowellen elektro­magnetische Strahlung sind – und die durchdringen ja schließlich sogar Wände, wie sollen dass denn nun plötzlich Teilchen sein? Teilchen, die Wände durchdringen?

Ja, genauso ist es. Und genau an diesem Problem schien sich auch schon Albert Einstein die Zähne auszubeißen. Einmal verhielt sich eine bestimmte Sorte von Quanten, also Licht, wie eine Welle, war also in der Lage feste Materie zu durch­dringen. Bei einer anderen Versuchsanordnung verhielten sich diese Quanten wie Teilchen und wurden von fester Materie z.B. zurückgeworfen oder absorbiert.

Mittels einer komplizierten mathematischen Operation konnte Einstein allerdings im Jahre 1929 den Beweis antreten, das alle Quanten gleichzeitig Welle und Teilchen sind – es kommt nur darauf an, wie man die Versuchsanordnung aufbaut. Deswegen wurde auch der Begriff „Quant“ genutzt – ein Quantum Energie, welches gemessen und quantifizierbar wird, wenn eine abgegrenzte Portion Energie a) sich fortbewegt und auf ein anderes Quant b) trifft und mit ihm Energie austauscht.

Energieübertragung zwischen Quanten

Um vorheriges Beispiel deutlicher zu machen – jeder von uns kennt zumindest das Prinzip des Murmelspiels. Nehmen wir unsere bunten, verschieden großen Murmeln aus dem Kapitel zuvor und legen sie vor uns hin (Elementarteilchen bzw. Quanten mit Ruhemasse). Jetzt denken wir uns eine weitere Murmel dazu, die ständig in Bewegung ist, ohne unterlass herumrollt (z.B. ein Lichtquant ohne Ruhe­masse). Wenn sie an eine der anderen Murmeln stößt, tauscht sie Bewegungsenergie mit dieser Murmel aus, d.h. die angestoßene Murmel bewegt sich ent­sprechend der Stärke des Anstoßes und ihrer eigenen Masse.

Liegen nun die Murmeln in einer ganz bestimmten Anordnung – bilden sie etwa eine Gasse oder eine Barriere – sind die Auswirkungen verschieden sein. Denn trifft die sich be­wegende Murmel die Gasse, so passiert mit den anderen nichts – stößt sie gegen eine Barriere, die massiv genug ist, überträgt sich ihre Energie komplett auf die anderen Murmeln oder aber sie prallt ab.
Fotonenspiele

In der Physik kann unser Murmelspiel wie folgt beschrieben werden: Ein Foton, also ein Lichtquant, bewegt sich auf ein Elektron zu, welches sich um den Atomkern be­wegt. Nehmen wir weiterhin an, dass die Energie dieses Fotons genau so groß ist, um das Elektron in einen höheren energetischen Zustand zu versetzen. „Verfehlt“ das Foton das Elektron, passiert gar nichts. Trifft das Foton das Elektron genau, muss es die Energie des Fotons absorbieren – und passieren zwei Dinge gleichzeitig:

1. Das Foton verschwindet! („Wohin?“ – der Red.-Elch)

2. Das Elektron „springt“ („Wie?“ – der Red.-Elch) von einer Kreisbahnebene in die nächst höhere, da sein energetischer Zustand nicht in diese Kreisbahn gehört. Jedoch ist dieser neue Zustand, in welchem sich das Elektron befindet, instabil!

Die Fragen des Red.-Elch sind berechtigt, aber es kommt noch besser! Was denken Sie, passiert, wenn betreffendes Elektron – was verschiedene quantenphysikalische Gründe haben kann – wieder auf seine „alte“, im zugeordnete und stabile Ebene zu­rückspringt?

Es entsteht ein neues Foton! („Woher?“ – der Red.-Elch)

An dieser Geschichte und wie sie zu erklären sei, habe viele Quantenphysiker fast ihr Leben lang gearbeitet. Die Modellvorstellung für das „Wohin“ und „Woher“ des Fotons, die Physiker als Erklärungsmöglichkeit benutzen, beschreibt die Fotonen nun als virtuelle – also lediglich vor­stellbare – Teilchen.

Nur vorstellbar deswegen, da sie ja eine imaginäre – d.h. nicht vorhandene – Ruhe­masse besitzen und sich nur über ihre Bewegungsenergien definieren und quantifi­zieren lassen. Gibt ein Foton seine Energie vollständig an ein anderes Quant ab, wird es vollständig virtuell! Denn es bleibt keine Energie mehr übrig, um festzustellen ob es noch existiert. Es verliert damit seine Stoff­lichkeit und damit seine Eigenschaft, Materie zu sein.

Obwohl das virtuelle Prinzip des Fotons selbstverständlich erhalten bleibt und – wenn die Bedingungen stimmen (wie das obige Beispiel mit dem Elektron zeigt!) – auf dieses virtuelle Prinzip wieder Energie übertragen werden kann und es damit materiell als Foton wieder nachweisbar wird.

Bei dem Beispiel mit den Murmeln würden wir eine weitere Murmel hinzufügen wollen, die wir uns zunächst nur vorstellen, ohne sie wirklich in der Hand zu halten (virtuelles Prinzip). Jetzt bewegen wir unseren Arm (fügen dem System Energie zu), so wie wenn wir auf eine der existierenden Murmeln unsere gedachte Murmel wer­fen wollten.

Und tatsächlich, aus unserer Hand rollt eine Murmel – sozusagen die Manifestation der Bewegungsenergie, die dem Prinzip folgt, welches wir als Regel festgelegt haben. Nein, nein, wir sind noch nicht im magischen Teil unserer Über­legungen angekommen!

Es scheint tatsächlich und naturwissenschaftlich nachweisbar eine virtuelle oder vor­stellbare Ebene von Prinzipen zu geben, die überall im Universum den selben Regeln folgt. Bestimm­bare und erforschte Energieübertragungsmechanismen („Länger ging´s wohl nicht?“ – der Red.-Elch) werden ganz bestimmte Prinzipien zu­ordnet oder umgekehrt, auch wenn diese Prinzipien nicht materieller Natur sind – sondern den Charakter eines Naturgesetzes haben.

Der Tunneleffekt

So auch die Sache mit dem „springenden“ Elektron. Natürlich springt das Elektron nicht auf eine andere Bahn, das darf es nicht, denn es kann sich nur entweder in der einen oder in der anderen Kreisbahn um den Atomkern befinden.

Auch hier konn­ten experimentelle Studien und mathematische Überlegungen klarmachen, wie die Elektronen das hinkriegen, Physiker haben das den „Tunneleffekt“ genannt.

Die Elektronen scheinen auf der einen Kreisbahn zu verschwinden, um im gleichen Moment auf der anderen Bahn wieder aufzutauchen. Sie scheinen damit die materielle Bezugsebene zu ver­lassen und gleichzeitig ihren Platz – nur an anderer Stelle – wieder einzunehmen. Hier wird offensichtlich Energie (die des Elektrons plus der Energie des Fotons an der alten Stelle) einem Prinzip (dessen des Platzes, wo es sich aufhalten darf) zugeordnet, während im anderen Fall die Zuordnung eines Prinzips (des virtuellen Fotons) zu einer Energie (die das abwärts-bahn­wechselnden Elektron abgab) war.

Ende Teil III

NATuQuTAN – Teil II, geschrieben von Magister Botanicus

Samstag, 01. April 2017

Physikalische Grundlagen

Definition von materiellen Letzteinheiten

Was ist Materie? Nun…

…allein um nur diese Frage erschöpfend beantworten zu können, gibt es eine unüber­schaubare Menge von Fachbüchern. Ich möchte versuchen, Ihnen diese Grundbegriffe um die es hier bei dieser Definition geht, mit den einfachsten Mitteln zu erklären. Denn diese Defini­tionen brauchen wir später wieder für die ganzheit­liche Betrachtung der Welt.

Als erstes sollten wir uns darauf einigen, dass es tatsächlich materielle Letzteinheiten gibt, was nichts anderes heißt, dass es definierte Teilchen gibt, die nicht mehr geteilt werden können – und da geht es schon los!

Diese Letzteinheiten setzen sich selbstverständlich aus weiteren Einheiten zu­sammen, die mit den Bezeichnungen Quarks, Gluonen (oder Leimteilchen), Flavor´s (oder Geschmacksteilchen) und anderen, noch exotischeren Namen belegt wurden. Diese „Teilchen“ sind experimentell nachgewiesen und existieren tatsächlich – dies soll hier nicht in Abrede gestellt werden. Und rein theoretisch wäre es möglich, dass sich diese Teilchen wiederum aus anderen, noch kleine­ren Teilchen, zusammen­setzen würden usw. usf.

Jedoch nicht in ihrer Eigenschaft tatsächlich Materie oder materielle Letzteinheiten sein zu können!i Quarks, Gluonen oder Flavor`s können nur unter extremsten Be­dingungen und nur künstlich erzeugt werden, z.B. im deutschen Elektronen­sychrotron (DESY). Sie kommen in unserer Welt als frei beobachtbare Zustände der Materie nicht vor! Um es bildhafter zu machen:

Stellen Sie sich bitte vor, alle materiellen Letzteinheiten wären bunt angemalte Murmeln, kariert, uni, gepunktet, geblümt („Hä?“ – der Red.-Elch). Es gibt dann zwar viele unterschied­liche Murmeln (= nicht mehr teilbare Materieteilchen), aber der Lehm aus dem sie gemacht sind (= die Zusammensetzung der intraatomaren Strukturen, Quarks, Gluonen ect.) ist der Gleiche!

Was wären also diese materiellen Letzteinheiten? Es sind z.B. die Kernteilchen eines Atoms, die Elementarteilchen genannt werden. Es gibt mittlerweile einen richtigen und auch so be­zeichneten „Teilchenzoo“, in dem sich vielfältige Vertreter der Elementarteilchen tummeln und mit Namen Leptonen, Hadronen, Neutrinos usw. bezeichnet werden.

Wir wollen uns aber nicht weiter als nötig in die komplexe Welt der Elementar­teilchen und der physikalischen Beschreibungen begeben. Jeder Stoff egal ob fest, flüssig oder gasförmig, besteht aus Molekülen. Diese sind aus Atomen aufgebaut, und deren Baustoff wiederum sind die Elementarteilchen. Wir wollen bei den be­kanntesten dieser Teilchen bleiben.

Die drei wichtigsten Vertreter dieser Gattung möchte ich Ihnen gleich vorstellen: Das elektrisch neutrale Neutron und das elektrisch positive Proton – der Stoff, aus dem die Atomkerne sind. Während diese beiden fast die gleiche Masse haben, um­kreist den Kern das, mit wesentlich geringerer Masse ausgestattete, Elektron. Je nach der Anzahl der Protonen haben im Normalfall die Atome genau die gleiche Anzahl an Elektronen, wobei die Neutronen in ihrer Zahl variieren können. Die verschie­denen Varianten eines be­stimmten Elementes nennt man dann Isotope. Von der elektrischen Ladung her gleichen sich somit Elektronen und Protonen aus und das Atom ist – normalerweise – in einem stabilen Zustand.

Weiterhin – sagen wir mal flapsig und im klassischen Sinne – umläuft den Atomkern das Elektron (oder mehrere Elektronen, je nach Element) in einer elliptischen Um­laufbahn. Diese Kreisbewegung hört niemals auf, nicht einmal in der Kälte des Welt­raumes. Allerdings gibt es nur ganz bestimmte Bahnen, auf welchen Elektronen den Atom­kern umlaufen können – und die dürfen auch nur mit Elektronen in einer ganz bestimmten Anzahl oder in bestimmten Zuständen besetzt sein.

Ganz wichtig ist auch noch, dass Elektron, Proton und Neutron eine sogenannte Ruhemasse haben, d.h. auch wenn sie sich nicht bewegen, haben sie eine Masse. Wie gesagt, normaler­weise ändert sich an dem stabilen Zustand des Atoms nichts, aber durch eine Zufuhr von Energie, die, in welcher Form auch immer, von Außen in ein Atom gelenkt wird, passieren dann abgefahrene Sachen…


Die Definition von Energie

Energie ist jede Form der bewegten Materie!

Als ein Beispiel möchte ich hier die elektrische Energie anführen. Diese Energie wird von Elektronen, den negativ geladenen Teilchen der Atomkerne übertragen. Lassen Sie uns dafür mal in das Kupferkabel eines normalen Haushaltstoaster schauen (Energiefresser!!! – der Red.-Elch), der an ein öffentliches Stromnetz angeschlossen ist. Toaster aus – kein Stromfluss, Toaster an – Strom fließt.

Und mittels der Begriffe, die ich benutzt habe, ist auch schon das Prinzip, welches hinter der elektrischen Energie steht, erkennbar. Elektrische Energie im Stromnetz, ist wie Wasser, das in ein Röhrensystem geschüttet wird. Macht man dann eine Röhre auf und gießt man oben immer nach, fließt das Wasser.

Nur dass es hier im Kupferkabel die Elektronen sind die Fließen und die Elektronen dies nur tun, weil Kupfer die besondere Eigenschaft hat, ein guter Leiter für freie Elektronen zu sein. Lassen wir also unsere Elektronen in die feinen Glühdrähtchen fließen, die sich im Toaster befinden: Wieder soll Wasser als Modell herhalten. Hatten wir vorher einen dickes Rohr, so ist es jetzt ein Röhrchen, eine haarfeine Kapillaren, durch die das Wasser durch muss. Wenn ich auf das ganze Röhren­system auch noch Druck ausübe, so knallen die Wassermoleküle ständig gegen die Wände des Röhrchens.

Die Elektronen machen das Gleiche, sie geben ihre Bewegungsenergie, die sie von einem Kraftwerk bis in den Toaster gepumpt haben, an den dünnen Draht ab. Dessen Atome nehmen diese Energie auf und die Moleküle des Drahtes fangen ebenfalls an, sich zu bewegen. Nur sie können nicht weg, sie sind in der festen Struktur des Kupferdrahtes eingefangen. Also begin­nen sie damit, hin und her zu schwingen, immer schneller und schneller, um die aufgenom­mene Bewegungs­energie wieder abzugeben. Von außen betrachtet beginnt dadurch der Draht sich zu erwärmen und schließlich zu glühen. Die schwingenden Moleküle des Kupfer­drahtes geben ihrerseits die Bewegungsenergie an die Luftmoleküle weiter. Hinzu kommt, dass Lichtenergie freigesetzt wird in Form von Hitze- oder sog. Infrarot­strahlung.

Ich könnte jetzt endlos weiter machen, wie sich durch die Wärme die chemische Zusammen­setzung des Brotes im Toaster ändert oder dass die erwärmte Luft aus dem Toaster austritt, und zu Erhöhung der Gesamtwärmemenge des Universums beiträgt (die Physiker sagen dazu „…die Entropie wird gesteigert…“

Doch ich möchte Ihnen noch ein anderes Beispiel vorstellen, vor allem weil hier Teil­chen ins Spiel kommen, die keine Ruhemasse besitzen. Einfacher ausgedrückt, wenn diese Teilchen jemals zur Ruhe kommen, sind sie nicht mehr nachweisbar bzw. haben ihre Bewegungs­energie komplett an andere Teilchen übertragen.

Die Fotonen, jene Teilchen, die elektromagnetische Energie transportieren, sind solche Teilchen ohne Ruhemasse. Elektromagnetische Energie oder Strahlung ist z.B. sichtbares Licht, Wärmestrahlung, kann auch Infrarotlicht oder in Form von Rönt­genstrahlung auftreten. Fotonen heißen auch Licht­quanten – ein Begriff den ich ab jetzt benutzen werde, der er beschreibt genau das, was sie sind: eine Portion elektromagnetische Strahlung.

Ende Teil II

NATuQuTAN – Teil I, geschrieben von Magister Botanicus

Samstag, 18. März 2017

Einleitung

Der Versuch, Magie und Naturwissenschaft über den Ansatz einer metronisch quantisierten Feldtheorie und den String- bzw. Brane-Theoremen miteinander zu verknüpfen, wird einigen Naturwissenschaftlern als blanker Unsinn erscheinen, denn an der Universität hat man ihnen beigebracht, dass das, was nicht sein darf, auch nicht sein kann.

Ihnen stehen ebenso viele Gele(e)hrte der „anderen“ Fakultät gegenüber – und ihnen in nichts nach – denn es gibt ebenso viele Menschen, die sich mit Magie und/oder Naturreligionen beschäftigen, die von Naturwissenschaften im Allgemeinen nicht die Bohne verstehen und im Besonderen von Biologie, Chemie oder etwa Physik nichts wissen wollen.

Warum das so ist, kann ich nur mutmaßen, aber die Befürchtung liegt nahe, dass es sich bei diesen Extremhaltungen nicht nur um die natürliche Ignoranz von Fach­idioten handeln kann. Nein, der Grund für diese ablehnende Haltung liegt wohl tiefer, denn eine Haltung haben die Verfechter dieser kurz angerissenen – und ge­wissulent überzogenen – Weltbilder gemeinsam:

Ihr arrogantes Auftreten und der Glaube an die Gültigkeit von unveränderlichen Dogmen, welche hinter dieser Weltsicht steht. Weiterhin nennen sie ein gerüttelt Maß an blindem Fa­natismus ihr eigen – vor allem der eigenen Idee gegenüber, das genau ihr Weltbild eine ultima­tive Gültigkeit habe. Und da ist natürlich kein Platz für eine Koexistenz oder die Diskussion gegensätzlicher Standpunkte.

Glaubt hier der eine Extremist fest an sein rein magisches Weltbild, nur weil er Angst hat, dass bestimmte physikalische Modelle nicht zu seinem Glauben passen – und ihm quasi damit auch noch die Arbeitsgrundlage entzogen würde?

Keine Bange, der andere Extremist hat die gleichen Ängste bezüglich der Konse­quenzen, zöge man die Existenz von Magie auch nur in Erwägung – nur eben dia­metral entgegengesetzt. Und nicht nur mit der Tatsache, dass durch eine Aner­kennung, dass es Magie gäbe, viele der alltäglichen Handlungen in Frage zu stellen wären; sondern auch wegen der religiösen Konsequenzen, die sich aus einem naturwissenschaftlich-magischen Modell von selbst ergäben.

Letztlich sind beide hier beschriebenen Sub-Spezies des Homo sapiens gleich ängst­lich und stets darauf bedacht, sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegen­heit gegenseitig in die Pfanne zu hauen, indem jeder das Weltbild des Anderen be­harrlich ableugnet und sein eigenes – s.o. – als das einzig Richtige ins Rampenlicht stellt…

Um es gleich zu sagen: die in diesem Essay entworfenen theoretischen Vorstellungen haben nichts mit solchem Fanatismus oder Dogmen zu tun!

Ich will mit dieser Arbeit den Versuch unternehmen, ein Modell dieser Welt zu be­schreiben, in welchem magische, energetische und spirituelle Phänomene gleich­berechtigt auftreten können ohne sich gegenseitig auszuschließen – und sich manchmal sogar einander bedingen. Ich möchte mit diesem Werk ein Bild der Welt entwerfen, welches einen Kontext zwischen allen Dis­ziplinen des Lernens herstellen kann – ob Geistes- oder Naturwissenschaften, ob Magie oder Naturreligionen – und dabei so offen ist, dass immer ein Platz ist, für ein sowohl – als auch.

Ich habe mir deshalb Mühe gegeben, dass dies kein Essay für eine – in welchem Fachgebiet auch immer angesiedelte – Elite sein soll. Dafür habe ich die Erklärungen der naturwissenschaftlichen und metaphysisch-magischen Sachverhalte so gewählt, dass sie auch ein Laie nachvollziehen kann.

Wer sich auf seinem Fachgebiet auskennt und dem die Leserei der Grundlagen zu langweilig wird, der möge diese Kapitel überspringen und gleich in die Vollen gehen.

Es ist mir einigermaßen schwer gefallen, Prioritäten zu setzen, mit welchem Thema ich beginnen soll und wie ich das Ganze so aufbaue, dass die Darstellungen ei­ner­seits gedanklich nachvollziehbar und andererseits nicht nur langweiliger Theoriekram sind.

Wegen der trockenen Theorie kam ich auf die Idee, manche Sachverhalte durch Cartoons zu beschreiben; ich bin mir sicher dass es eine kosmische Humorformel gibt und wir über uns als Spezies, welche auf einem winzigen Staubkorn durch das Universum rast, viel zu wenig lachen.

Ich habe mit den physikalischen Grundlagen begonnen, damit der interessierte, aber natur­wissenschaftliche Laie weiß, wovon Physiker sprechen, wenn sie mal etwas anderes als nur Formeln von sich geben. Und damit ein Physiker sieht, dass ich mei­nen Einstein nicht nur ge­lesen, sondern auch verstanden habe … was nicht sonderlich schwer war, da ich mit magischen Parallelmodellen zu arbeiten gewöhnt bin.

Warum ich danach die parapsychischen Phänomene gesondert anspreche und von den magischen Grundlagen getrennt habe, hat etwas mit Akzeptanz zu tun. Namentlich damit, dass die – zu­mindest phänomenologische – Akzeptanz der Para­psychologie von Seiten der Meister magischer Disziplinen her ähnlich groß zu sein scheint, wie von der Seite mancher Gelehrten der Na­turwissenschaften. Wer einer Natur­religion angehört, weiß sowieso, dass diese Dinge existie­ren, insofern ist hier die Akzeptanz gegeben.

Und wenn etwas wie eben die parapsychischen oder paranormalen Phänomene – zwar mit Widerwillen, aber dennoch als möglich – akzeptiert werden, dann möchte ich diesen Zustand nutzen; z.B. wie energetische Phänomene und psychische Phä­nomene zu­sammenhängen oder aufeinander einwirken können.

Die magischen Grundlagen habe ich wiederum aus den gleichen Gründen auf­geführt, wie die physikalischen. Nur eben hier im umgekehrten Sinne, damit die magischen Spezialisten unter meinen Lesern sehen, dass ich mein 5. Arkanum; äh, das 7.?, oder war’s Aleister Crowley??? – na, was soll’s, jedenfalls damit klar ist, dass ich auch da meine Hausaufgaben gemacht habe.

Ach ja, natürlich braucht kein Leser eine abgeschlossene Ausbildung in einer magischen oder naturwissenschaftlichen Disziplin, noch muss er einer Naturreligion angehören. Um dem Text gedanklich zu folgen, lassen Sie sich einfach erst einmal auf die beschriebenen Überlegungen ein – und denken Sie daran – nichts ist so, wie wir glauben, dass es ist…

Ende Teil I

Julfest – Teil II, geschrieben von Sardonnyx

Samstag, 07. Januar 2017

Julfestbeginn, Längste Nacht des Jahres (20. Dezember)

Kurz nach dem Frühstück wird der gesamte Haushalt gereinigt und geputzt. Es darf aber keine Wäsche mehr gewaschen werden oder Wäsche auf der Leine hängen, bis die Sonne am übernächsten Tag den Mittag überschritten hat.

Am Abend, denn die Trolle haben an diesem speziellen Tag Zugang zu allen Plätzen, sollte alles sauber, auch die Betten sollten gemacht sein.

DraughrVor den Trollen braucht man aber in dieser Nacht weniger bange zu sein, gegen sie schützt die Anwesenheit der Ahnen. Wer da aber in der Nacht kommt und das Feuer und das Leben stehlen will, sind die Draughr. Das sind Untote, die ähnlich wie die später in den Geschichten beschriebenen Vampire, Menschen das Leben aussaugen, was als Absaugen des Inneren Feuers, verstanden wurde. Menschen, von einem Draughr angefallen, erden willenlos, träge und müde. Wird dieser Zustand nicht behandelt, werden jene Menschen krank und sterben den Un-Tod – sie werden selbst zu Draughr.

Um sich grundsätzlich gegen diese Wesen zu schützen – was aber nicht bedeutet, das sie einen Menschen nicht angreifen! – sollte folgendes Ritual durchgeführt werden:

Man stellt sich in eine große Schüssel, die mit Wasser gefüllt ist und die Knöchel vom Wasser umschlossen sind. Dann beugt man sich herunter und taucht die Hände bis zu den Handgelenken ein.

Als nächstes werden in dieses Wasser drei Stückchen glühende Holzkohle geworfen mit dem Spruch:

„Drei Stück lebendiges Feuer werfe ich ins Wasser auf das die Trolle und die Draughr weder die Kraft meiner Hände noch meiner Füße wegnehmen können.“

Damit ist gewährleistet, das man Holz nachlegen kann, wenn die Nachtwesen das Feuer stehlen wollen und das man Hilfe holen kann, wenn sie den Einzelnen überwältigen wollen.

Nachdem alle sich nun fertig gewaschen haben, das Waschwasser sicher ausgeschüttet und jeder frisch gewaschene Kleidung angezogen hat, vor Mondaufgang alle Haustüren einmal für eine Zeit lang offen stehen lassen, damit die Trolle ungehindert einkehren und wieder aus dem Haus und Hof heraus können. Dabei sollte neben der Eingangs-Türe eine blank gezogene Klinge stehen, damit der Troll durch diese Türe herein und durch die andere herausgeht (weil er sein Spiegelbild nicht ertragen kann!).

Danach wird ein ewiges Licht in das Fenster gestellt, das auf alle Fälle die ganze Nacht brennen muss.

Julritual

Einleitender Text:

Feu froma – Fehu als erstes

Ur anmoth – gefolgt von Uruz

Thurs thri staba – Thurisatz dem dritten Stabe

Os obana – Othala aufrecht oben

Rat rinnit – Raidho rennt

Can cluvit – Kenaz spaltet

Hagal hardo – Hagalaz härtet

Naut nagal – Nauthiz nagelt

Is – Isa

Ar – Algiz

Sol skinnit – Sowilo klärt hell

Tir – Tiwaz

Birka bivit – Berkana zittert

Lagu liotho – Laguz lichtes leuchten

Manna midi – Mannaz inmitten

Yr al – Yr, Iggdrasils Eibe hält sie Alle umfasst

(aus einem mnemnonischen Runengesang, datiert 8. Jahrh., gefunden in Schotten)

Ritualtext

Wintarmanoth – Winterzeit

sunna nathwig sigu – wird die Sonne siegreich sein im Kampf

finstari sigu – wird die Dunkelheit siegen

ungiwis – ungewiss

the thiotha giwanit – die Familie im Pakt

sigar – wird siegreich sein

skrimen the fiur – beschützend das Feuer

huotan the blickfiur – hütend den Blick geschärft

the thiotha inti the altahna giwaren – die Familie im Pakt mit den Ahnen und Urahnen

alliz ana bi barne in enti – wie es war, ist und immer sein wird

wigan – bewacht

skriman – beschützt

houtan – behütet

bisigan the finstari – besiegt die Finsternis

irliothen mittiu nath – erhellt die Nacht in ihrer Mitte

ant the fiuram herda – mit ihren Herdfeuer

vun the intmuota – und dem des Herzens

vun the fera – und dem der Seele

vun the anawalto – und dem des Willens

geban waram int waroun – geben Schutz und Wärme

erdha – dem Land

halla – dem Haus

hoba – dem Hof

liutla – den Menschen

Julfesttag, 21. Dezember, Sonnenaufgang

Bryannas Tag, Vollmond (26. Dezember), Abschied der Toten

Heute werden die Toten wieder verabschiedet, sie ziehen sich nun wieder ins Totenreich zurück. An diesem Tag gibt es in manchen Gegenden Nord-Europas den Brauch, das ein Kuh-Kopf ausgekocht wird und aus dem gewonnen Talg eine Kerze gemacht wird. Der Kopf selbst wird komplett entfleischt, gewaschen und gesäubert und die Kerze dann in eines der Augenlöcher des Kopfes gesteckt und angezündet. Diese Kerze brennt nur während der Zeit der Dämmerung bis der Mond aufgeht, danach wird sie ausgepustet – und mit dem Kopf so lange wieder benutzt, bis die Kerze heruntergebrannt ist.

Tag nach Vollmond, Beginn der Rauhnächte (27. Dezember)

Entgegen vielen Berichten aus christlicher Zeit beginnen die Rauhnächte in der Nacht nach diesem Vollmond und dauern bis zum nächsten Neumond an. Das bedeutet, das es eigentlich 15 Rauhnächte gibt – und zeigt, das die Erklärung der Bedeutung der Rauhnächte, nämlich das eine jede für einen Monat im Jahr steht und was in diesem Monat passieren würde, eine neuere Interpretation ist.

Verabschiedung von Hel, abnehmender Halb- Mond (02. Januar)

Neumond (10. Januar), Letzte der Rauhnächte