Archiv für die Kategorie ‘RegenBogen’

Auf der Strasse und Heimat, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 02. Juni 2018

Auf der Strasse (Begegnungen III)

Der Wind pfiff durch die grauen, wie durch eine Schnur angelegte, Strassen des Gewerbegebietes. Ein paar Bäume und etwas Wiesengrün auf dem wildes, leicht fliederfarbenes Schaumkraut wuchs, das sich im Wind wiegte, bildete eine Abwechslung.

Es roch metallisch nach Regen und Gewitter. Kein gutes Zeichen um draußen rumzulaufen.

Doch brauchte die junge Frau Abstand. Zuviele drangen auf sie ein. Wollten ein Stück von ihr.

Durch das graue Wolkenmeer, fast schwarz, brach ein Sonnenstrahl. Dann hörte sie das leise Trommeln der schweren Regentropfen.

Unterschlupf fand sie unter einem Baum. Zurück gehen konnte sie eh nicht.

Während sie so da stand schien der Wind ihr was zuzuflüstern.

Ein seltsam zeitloser Mann stand neben ihr. Er trug einen dunkelgrauen Hoodie, die Kapuze so tief übers Gesicht gezogen, daß ein Auge verdeckt blieb. Er roch nach Moos und Metall. Warmen Holz und Leinen.

“Ihr meckert beständig über das Leid. Seht nur dies den ganzen Tag. Fühlt euch einsam wo ihr es nicht seid.” Zwei Raben flogen krächzend über ihre Köpfe hinweg. Der Mann lächelte.

“Wir sind alle Wanderer. Jeden Tag. Für manche Weisheit und Wissen muss man etwas hergeben. Bequemlichkeit, Sicherheit…oder auch das eigene Bild von sich.”

Es donnerte und mehrere Äste fielen auf das Gras, das die Wurzeln des schützenden Baumes bedeckte.

Raidho und Ansuz, erschrak die Frau innerlich.

“Es gibt viele Welten. Doch eint sie alle der Stamm und die Wurzel.” Er lächelte sie an und laut riefen wieder die Raben.

Der unheimliche Mann, der graue Wanderer, war verschwunden. Hatte er existiert?

Die Wolken klarten lang genug auf, daß sie sicher zurück fand.

Ende

 

Heimat.

Ein Wort und Ort der umtreibt.

Scheint für viele verborgen in einem Nebel.

Umherirren. Von einem zum anderen sinnen.

Ist der Ort greifbar?

Ja und Nein.

Er ist am Meer, im heimischen Hain, auf der Arbeit. Sogar im Bus.

Der Ort ist im Herzen. Hinter den Nebeln aus alltäglichen Sorgen und Schmerzen.

Meine Schwestern,

meine Brüder,

dort und an jedem Ort finde ich euch.

Gemeinsam weben und leben wir an etwas Zeit- und Ortlosem.

Es ist der Kraftort, uns allen unter anderem gemein.

Sie, die Göttin, Mutter, Herrin des Sees, wacht in der Nacht,

verteilt wissend schwere Aufgaben und ‘Macht’.

Er der Gott, der Vater, Sohn und Lehrer, König des grünen Waldes,

wacht über den Tag.

In Efeu und Eiche.

(Spirit II)
Autorin: Veleda Alantia

Das Märchen vom Glücksstein, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 26. Mai 2018

Dieses Märchen vertraute mir die Herrin der See an einem nebeligen Tag an ihrer Küste an. Das Geräusch von Wellen begleitete ihre Geschichte, die ich nun aufschreiben darf..

In einem Land zwischen Meer und Land, umgeben von Deichen und Dünen lebte eine junge Frau. Ihr Vater war gestorben und sie hatte nur noch Mutter und Bruder.

Sie ging am Strand an einem Sommertag spazieren. Am Tag davor war die See aufgewühlt und wer mit wissenden Augen ging, konnte kleine Schätze der Meeresgöttin entdecken.

Inmitten einer Welle fand sie einen Lochstein. Sie sah durch das Loch hindurch in die Anderswelt. Als Dank schenkte sie etwas Honig und Milch dem Meer und trug den Stein.

Bild: Veleda Alantia

Die Zeiten jedoch wurden düsterer für die junge Frau. Zweifel an sich und allem schlich sich in ihr Herz. Der Drache von der hohen Burg riet ihr in einem Traum sich an den Lochstein zu erinnern. Er sei ein Geschenk der Göttin und Ahnen und sei voller Magie. Ihrer eigenen Magie.

Mit dem Stein in der Hand ging sie an einem Markttag zu einer Verkäuferin, die mächtige Magie erkannte. Sie prüfte den Stein. An sich nichts Besonderes, so wie die Frau..So erzählte sie ihr eine Lüge um den Stein hinterher an eine schwarze Hexe zu verkaufen.

Die Hexe wollte der jungen Frau mit ihrem eigenen Stein schaden, schickte ihr Alpträume und Ängste. Doch die Göttin trat ans Dunkle und entriss ihr den Stein.

Als die junge Frau wieder am Meer war ging sie zutiefst betrübt und entmutigt daher. Ihr Leid war gross, ihr Vertrauen in sich, ihre Magie fast zerstört.

Die Göttin schickte drei Wellen aus der Tiefe die den Stein, ihren Stein, ihr an die Küste spülte.

Als die Frau ihn aufhob und an ihr Herz drückte, da sie ihn wiedererkannte, hörte sie die Göttin sprechen:

“Du bist mein Kind. Vergiss nie deine eigene Kraft und Magie. Du bist stark genug. Geh in deine Schatten, mache sie zu deinen Verbündeten.”

Die junge Frau sah durch das Loch des Steins, genau auf die Grenze von Meer und Land und spürte wie der Stein sie in eine andere Seite der Wirklichkeit zog.

Sie sah, daß sie in einer Höhle war und hörte die Wellen über sich. Sie musste am Meeresgrund sein! Schnell band sie sich ihren kleinen Verbündeten eng um den Hals dann ging sie weiter in die dunkle Höhle.

Vor ihr waren drei Ströme. Ein jeder schien unüberwindlich und sie konnte hören, daß sie hier unten nicht alleine war. Angst erfasste ihr Herz. Warum war die Göttin so grausam zu ihr? Hatte sie nicht schon genug Leid zu ertragen?

Aus dem ersten Fluss kroch eine unansehnliche Frau. Ihre Haut war voller Beschimpfungen. Die junge Frau sah das unter dem Hässlichen die Frau litt. So berührte sie kurz den Lochstein und ging auf die Frau zu.Umarmte sie. Die Worte in der Haut begannen zu schreien. Es sollte sie verletzten. Tränen liefen ihre Wange hinab, als sie die Frau tröstete.”Das bist du nicht. Es sind Worte ohne Kraft. Lass nicht zu, daß sie dich weiter verletzen.”

Die Worte auf der Haut verschwanden und die hässliche Frau bekam anstatt der Beleidigungen goldene Linien. Ihre Haut erinnerte jetzt an japanische Keramik die das Kaputte damit ehrt.

“Hab Dank…”flüsterte die andere goldene Frau und strich ihr über den Bauch.”Dies ist das Zeichen deiner Kraft. Das Leben mag noch hart und dunkel werden doch wirst du alle Kraft in dir allein finden.”

Dann wurde sie eins mit dem ersten Fluss und drei Steine erschienen als Weg zum zweiten und dritten Fluss.

Mit unsicheren Schritten erreichte sie das Ufer des zweiten Flusses. Eine gefesselte Frau entstieg dem Fluss.

Bänder aus Eisen bannten sie und nahmen ihr den Platz zum Atmen. Als die junge Frau näher trat sah sie daß auf den Eisenbändern Worte standen..Anforderungen wie sie zu sein habe. ‘Eine gute Frau tut dies, eine gute Frau hat so zu sein’. Sanft berührte sie die Bänder. Schluckte. ”Nein…so musst du nicht sein. Du kannst sein was du selber möchtest.” Die Bänder schnappten auf und die Frau konnte das erste Mal überhaupt atmen.

Die junge Frau streichelte tröstend die andere Frau. Sie sprach: “Hab dank Kriegerin des Herzens. Mein Segen begleite dich zu deiner dritten und letzten Prüfung.” Dann wurde sie eins mit den dunklen Wassern.

Bestärkt überschritt sie den steinigen Pfad.

Nun stand sie am Ufer des letzten Flusses. Sie hörte den Ruf von Raben und Eulen, sowie weit entfernt den Schrei der Möwen. Kam niemand? Sie ging zum Wasser und sah hinein. Ihr eigenes Gesicht, verzerrt und entstellt, sah ihr entgegen. “Das ist das wie andere mich sehen, die mich nicht kennen…”ihre Stimme brach unter Traurigkeit und ihre Tränen fielen in den Fluss. Wurden eins mit den Wassern und bildeten kleine Kreise.

Ihr Spiegelbild erhob sich aus den Wassern. “Du hast dich angenommen. Deinen Schmerz und deine Schatten. Geh mit dem Segen zurück in deine Welt.”

Plötzlich war sie wieder am Wasser, den Stein noch vorm Auge haltend. Sie hatte sich selbst erkannt. Ihre eigene Kraft, die in ihrer Vergangenheit ruhte. Mit diesem Wissen bestärkt konnte sie ihren Alltag meistern. Jedoch vergaß sie nie denen auf der anderen Seite zu danken die ihre Verbündeten waren.

Ende

Autorin: Veleda Alantia

Bild: Veleda Alantia

Zwei Märchen, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 28. April 2018

Das Märchen von der Rabin und der Eule (oder den zwei Schwestern)

Dieses Märchen vertraute mir an einem Morgen mein Kristallgefährte an.
Er nannte Namen die ich ihm versprach nicht zu wiederholen.
Folgendes sagte er mir in der Sprache und im Gesang der Stille…

Bild: Veleda Alantia

Es war einmal zu einer Zeit die war und noch ist, daß sich mitten in den grünen Hügeln eine heilige Stadt erhob.

Die grosse Halle und ihre Türen standen allen offen die gerufen waren und lernen wollten.

Das Volk welches dort lebte wurde ‘die Strahlenden ‘ genannt und ihre Weisheit aus den Hainen war weit über die Grenzen bekannt.

Dort lebte am Hof des hohen Königs eine Frau mit Sternenseele. Sie und ihr Gemahl und Bruder lebten als Dreiheit.

Doch wo Frieden und Weisheit herrscht, konnte die Schattenseite im Geheimen ihre Wurzeln schlagen.

Von der Insel der Nebel in einem heiligen See kam eine junge Tochter an den Hof des hohen Königs.
Ihr Stand war schwer, den Misstrauen hatte bereits gewuchert und einige der reinen Herzen vergiftet.

An einem Abend, als sie den Heilergott gelauscht hatte, traf sie die hohe Gemahlin und Schwester des Königs. Sie fühlten, daß sie aus anderen Zeiten verwandt waren und es immer sein würden.

Die vergifteten Strahlenden wollten durch diese beiden Schwestern das Königreich einreißen. Ein Kriegshorn des Verrats war erklungen.

Den beiden Schwestern wurde es unmöglich gemacht gemeinsam sich zu wehren so schlossen sie einen Treuepakt indem die Sterne der Weisen Zeuge waren.

Und die Sterne und ihre Herren gaben ihnen die Fähigkeit ihre Gestalt im Laufe der Zeiten zu verändern.

Viele Jahre gingen vorbei…vieles geschah was vergessen wurde in den Leben.

Die Tochter der Nebel und die hohe Sternenfrau trafen sich gemäß ihrer eigenen Wege und Prophezeiung wieder.

Sie wurden zur weißen Rabin und der Eule der Nacht und gaben alles um ihre Völker zu versöhnen und zu retten, den der Krieg und Verlust hatten sie entzweit.

So leben sie nun in dieser Zeit und wandeln und handeln.

Ende

Die Geschichte von der Mondperle

Bild: Veleda Alantia

Diese kleine Geschichte hab ich erfahren, als ich mit meiner Hündin durch den Wald nach einem Regen ging.
Der Geruch von nassem Holz und feuchter Erde, die Spiegelungen in einem Regentropfen, schickten meinen Geist auf Reise..zu einem Ort wo das Flüssige kostbarer und magischer ist als jedes Juwel…

In einer Zeit im Anderswo, irgendwo zwischen hier und dort lag ein kleiner Ort. Ein junger Mann, der von vielen gemieden wurde, lief viel durch die Wälder und Felder und auch in die Stadt. Er verstand nicht warum die Leute ihn mieden, mobbten. Er hatte eine Birke als Freundin und der klagte er daß er das nicht verstand. Die Menschen achteten weniger das was mit ihnen lebte, sie umgab. Aus der Birke trat eine schöne Frau. Ihr Kleid glich der Rinde der Birke. “Suche die Mondperle. Ihre Schönheit liegt im Verstehen der Menschen und der der Anderswelt.” Sie strich ihm übers Gesicht und zeigte ihm den Schimmer der Perle. Es musste eine Kostbarkeit sein. Entrissen dem Meer.. Also ging er voller Mut zum Meer. Seine Reise dauerte viele Tage und vielen Menschen erzählte er von dieser Perle um sie zu finden..Sie schickten ihn zu Juwelieren und Messen doch auch dort war sie nicht und dem Jungen dämmerte das man diese Einzigartigkeit nicht kaufen konnte. Ja, nur zu finden aber nicht zu erwerben und zu besitzen.

Als er am Meer ankam war er traurig. Das Meer war aufgewühlt, der Himmel bedeckt. Wie sollte er da die Perle finden?

Ein junger Mann entstieg dem Meer. Ihn umgab etwas daß ihn den Jungen als Gott erkennen liess. Er sprach ihn mit Namen und um Hilfe an. Der junge Gott lächelte wissend. “Ich helfe dir. Doch erwarte daß du es dann findest wenn du es nicht mehr erwartest.” Und der Gott der Wellen gab ihm eine Brille. Als er diese aufsetzte sah er Gras..Grün. War diese Perle doch ein Teil der Erde? Lag sie in einem Feld?

Er dankte mit einer kleinen Zeremonie den Mächten des Meeres, männlich wie weiblich, und als er ging fand er noch einen Lochstein..Dies sah er als Segen und ging nun Richtung Städte und Felder. Dort hin wo viele Menschen durch ihr Leben hetzten.

Als er schon am Verzweifeln war blieb er stehen und sah auf Regentropfen auf eine Pflanze.

Der Schein war so kostbar..da war sie! Die Mondperle..Mitten im grössten Gewirr. Ein Geschenk des Wassers, der Erde. Doch nicht zum in die Hand nehmen. Nur zum Bestaunen. Diese Botschaft trug er in seinem Herzen und gab dies in weisen Worten weiter. Der Junge wurde zum geachteten Mann. Und diese Botschaft

‘Das Kostbare ist nicht zu bezahlen, da es eine Begnung der anderen Reiche mit uns im Alltag ist’  trug mir der Regen auf seine Art zu.

Ende.


Text: Veleda Alantia

Bild: Veleda Alantia

Das Märchen von der verwunschenen Burg, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 21. April 2018

Märchen aus den Nebelreichen III

Bild: Veleda Alantia

 

Diese Geschichte vertrauten mir Birken und Tannen am letzten Tag des alten Jahres an. Nach einem abenteuerreichen Weg, der mit einem Räucherkegel für die Berg und Naturgeister,der Perchta und der wilden Jagd begangen wurde, durfte ich jenes Märchen nach und nach erfahren..

Eine junge Frau, den alten Wegen wohlvertraut, ging in einem Wald spazieren. Es war ein klarer Januartag und es roch nach der Kühle der kalten Nacht vorher. Sie ging ohne einen speziellen Grund. Sie liebte den Wald und all seine Geschöpfe, sichtbare wie unsichtbare. Auf dem Weg durch den Wald wanderte sie zwischen Licht und Schatten hin und her. Schoss da ein Foto oder verweilte um mit den Naturgeistern zu sprechen. Dabei ging die junge Frau stets mit Respekt und Achtung vor.

In dem Licht, das von den dunklem Hain auf den Boden gelassen wurde, zeigte sich ihr eine Ruine. Es war ein Schloss das früher hier gewesen war. Es standen nur noch die Grundmauern und Moose und Farne, ja die ganze Natur des Waldes holte sich langsam das alte Werk der Menschen zurück.

Als sie so ging, sah sie ein Denkmal aus Stein sich mit den Kronen der Bäume vermischen. Als sie ihre Kamera erhob, hörte sie einen seltsamen Klang der von dem Stein und dem Plateau auszugehen schien.

Sie blieb und lauschte. Auch um sicherzugehen das sie nicht verrückt geworden war. Ein Wind kam auf, schüttelte die Kronen, und Blätter fielen wie Federn zu Boden.

Dort am Obelisken stand ein großer, hager wirkender Mann. Sein Haar, zu einem Zopf gebunden, war von der Farbe des Efeus. Sein Gewand war lang und liess weiße weiche Lederstiefel erkennen. War er ein Gott? Ein Geist der Burgruine? Oder gar der Geist des Waldes? Dies konnte die junge Frau nur vom Anblick des Wesens nicht sagen.

Lange Zeit sagte keiner der beiden ein Wort. Man schaute sich nur an. Ergründete die Seele voneinander. Bis das Wesen die junge Frau anlächelte. “Du bist die, auf die viele, die du noch nicht sehen kannst, gewartet haben. Doch denke nicht, daß alles einfach sein wird.” Seine Worte klangen wie eine Melodie aus einer Zeit außerhalb der Zeit. Sehr gewählt. Die Augen lächelten milde. Das Wesen sprang mit einem starken Satz zu ihr hin. Ein Duft wie von Fichtennadeln entströmte dem feinen Stoff. “Ich? Ich bin ein Mensch, was soll ich schon können.” sagte die junge Frau hastig.

“Ja, Du junge Dame. Wer denn sonst? Siehst du noch jemanden?” fragte der Anderswelthüter mit wohlklingender, eleganter Stimme.

Ohne auf weiteres nichtsagendes Geplänkel einzugehem nahm er die Hand der jungen Frau und sprang mit ihr zur Spitze des Obelisken, der als ein Mahnmal im Wald der Burg stand und wachte.

Zu überrascht um zu schreien sah sie nun den Platz aus dem Blickwinkel des Wesens.

“Sieh genau hin…dies ist einer jener Orte deren Wände dünn sind. Doch wurde er, und alles was mit ihm verbunden ist, verflucht. Eine dunkle Energie durchströmt wie Tauwasser die Wurzeln der Bäume und die Steine der Burg. Sie und alle Bewohner sind gefangen und du, Mädchen, die sieht, kannst sie retten.” Das Mädchen schluckte. Das war doch viel zuviel für sie! Und sie war allein!

“Sicher, daß du nicht geirrt hast? Es gibt doch auch andere die hierher kommen. Frag doch die!” Der Wächter lachte. Er lachte über sie!“ Ihr mit euren Beschränkungen. Dies klappt nicht..da ist es zu schwer. Dabei werdet ihr immer von uns unterstützt.” Was sollte das denn? Sie blickte zum Wächter. Sie konnte vorwärtsgehen. Das zurück schien ihr verwehrt. Und so elegant und modern der Mann wirkte, so strahlte er doch eine Kraft aus die vom Feuer der Erde und dem Wind gespeist zu sein schien.

“So genug gejammert, ich bring dich jetzt dahin wo du hin musst.” sagte der grüne Wächter und schnippte mit den Fingern.

Plötzlich war um die junge Frau der Duft von stehendem Wasser und Moos, eine Spur Pilze. Der Himmel über ihr war Wänden aus feuchtem Stein gewichen. Sie war in einer Höhle. Sie konnte sich nicht vom Fleck rühren zu gross war ihre Angst.

Ganz vorsichtig begann sie sich vorzutasten. Irgendwo würde sie schon ankommen.

Je weiter sie ging, um so tiefer schien sie zu gehen. Plötzlich roch sie frische Luft und sah Sonnenlicht und sie kam auf einem hohen Hügel heraus. Sie bemerkte an den Bäumen Zeichen. Die junge Frau untersuchte sie und der runische Zauber wurde ihr klar.

Mit einem Stock malte sie aus dem inneren Wissen ein Zeichen und ein Vibrieren und Brennen war in der Luft. Wie Eis, das unter den Schuhen knackte, brach die erste Schicht.

Ein Tor war sichtbar geworden, umrankt von Brennesseln. Wieder ein Schutz wie die junge Frau erkannte.

“Geist der Brennessel, bitte hör mich. Ich bin hier um zu lösen was gebunden ist. Nimm deine Stacheln und richte sie auf den, die den Fluch um diesen Ort wirkten.” Zuerst schien gar nichts zu passieren. Dann zog sich der Brennesselgeist zurück.

Die zweite Schicht war fort. Sie schritt mutig durch das Tor und fühlte sich von ihren Verbündeten umgeben und gestärkt.

Vor ihr kam ein Brunnen, der unter einem Weißdorn stand. Was sollte sie tun?

Sie trat näher und sah hinein. Alle Gewalttaten die Menschen einander antun wurden ihr gezeigt. Sie wollte schreien und sich abwenden, fühlte sie den Schmerz der Erde, der Tiere und Menschen. Alles schrie.

“Ich bin anders! Ich hab mich der Heilung und Verwandlung geweiht!“ rief sie weinend.

Aus den dunklen Wassern blickte sie nun eine Frau an. Das Haar silbern. Die Augen wie die Tiefe des Meeres. Eine Hand streckte sich ihr entgegen. In der Hand drei kleine Steine.

“Lege sie nach deinem wahren Willen um die Burg. Die Geister und Wesen dadrin werden von dem Fluch befreit, denn dein Mitleiden war der Preis. Tue dies und geh mit meinem Segen.”

Dankend nahm sie die Steine und tat wie geheissen. Sie konnte fühlen wie der Hass und Angst aus den Steinen wich. Glücklich und mit Tränen in den Augen dankte sie dem Wächter den sie nur noch im Traum sah.

Ende

Autorin: Veleda Alantia
Bild: Veleda Alantia

Begegnungen, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 07. April 2018

Bild: Veleda Alantia

Tee trinken

“Hör mir zu, das passt mir grade nicht. Ich war nur duschen! Da kann ich jetzt nicht. Der Tag war lang und eigentlich hab ich keine Lust jetzt mit dir zu reden!” empöre ich mich, in mein flauschiges Mikrofaserhauskleid gekuschelt.

Doch Sie lächelt nur. Nachsichtig wie eine Mutter und hinterhältig wie ein Fuchs. Ihre Augen ruhen auf mir. “Bist du fertig?” fragt sie mich und setzt sich einfach. Auch sie trägt einen Bademantel, doch sieht der fast schon robenhaft aus. Und ein Duft wie vom besten Männerparfum umweht sie.

“Wie soll das denn zusammen passen? Spiegelst du jetzt meine Vorlieben mit Männerdüften?” Ich stell eine zweite Tasse einer Kräutermischung hin. Nix mit Anrufung und Kerzenlicht. Warmes LED tuts wohl auch. Sie kichert. ”Ich bin wie du. Und ich bin nicht nur die pure Weiblichkeit. Du kennst doch meinen Sohn..Er ist auch ein bisschen ver-rückt. Denkt nie, daß wir so sind wie ihr erwartet. Wir sind immer bei euch. Sind Naturgewalten der Verwandlung. Nicht jeder Tag und jeder Mond ist gleich.”

Aufgrund dieses philosophischen Ansatzes kapituliere ich und nehme die Situation also hin.

“Was möchtest du?” Sie schaut mich an als hätte ich eine kindliche Frage gestellt. “Nichts. Du gibst mir doch schon alles. Ich weiß, daß du`s nicht leicht hast. Doch dafür gibst du immer das Wichtigste. Dein Vertrauen und deine Liebe.” Auch wenn sie von Liebe spricht so ist sie mehr. Eigentlich alles. Und alles von ihr ist in allem. Also auch uns.

“Schön, du lernst schnell. Ich habe sehr viel Freude an dir. Mach weiter. Denn du kannst. Und du wirst. Vertrau weiterhin. Und achte die Rhythmen”

Der Tee ist leer. Ich setzte neuen auf. Doch sie ist weg. Scheinbar….


Im Café

Lang war die Woche. Hart und anstrengend. Unter all der Arbeit hatte sie sich fast selbst vergessen. Deswegen nahm sie sich jetzt Zeit und die Muse hier nur zu sitzen, einen guten Kaffee zu trinken und zu beobachten.

Sie merkte nicht wie sich ein von Alter schwer einschätzender Mann zu ihr gesellte. Ein Duft von Lorbeer und Fichte begleitete ihn unaufdringlich.

“Immer in Gedanken.Wenn man nur denkt überhört man das Lied der Erde und die Harmonie der Welten.” Er lächelte sie an und erschrocken sah sie zu ihm.” Sie..kennen mich doch nicht so etwas zu behaupten.” //Spinner!//dachte sie sich. Aus dem Lächeln wurde ein Kichern.

“Überrascht es dich mich hier zu treffen?“ fragte der Mann. Kurz fühlte die Frau sich in einen tiefen Wald versetzt. Voller uralter Eichen, Efeu und tiefen Mooren. Ein Reif aus Efeu lag auf den gewellten Haaren des Mannes, in seiner Hand ein kurzer Stab mit Runen bedeckt. Dann verschwand der Eindruck.

“Ihr denkt wir liegen im Krieg miteinander. Dabei sind wir wie eine Familie. Zwar haben wir unsere Unterschiede doch verbindet uns mehr. Es ist gleich ob ihr euch von uns auf dem Olymp, dem Norden, der Wüste Ägyptens oder den Neuen öffnet. Das einzig Beständige ist die Wandlung. Nie bleibt alles gleich. Doch werden wir euch immer zur Seite stehen. Denn ihr gehört zu uns. Mit all euren Zweifeln, Fehlern und Gaben. Lebt sie …mit allen Facetten.”

Sie wollte ihn grade auf einen Kaffee einladen da war der seltsame Mann, der eine Maske eines Gottes war…verschwunden.

Bild: Veleda Alantia

Bilder und Text von Veleda Alantia