Archiv für die Kategorie ‘BücherTruhe’

Dreams and Nightmares – Oracle of the Night, geschrieben von Lila Moonshadow und übersetzt von Linda Dannenberg

Samstag, 11. Februar 2017

Foto Lila Moonshadow

Das Orakeldeck wird in einer Box geliefert, welche beim Öffnen die Karten enthüllt, die sich an das Styropor schmiegen wie an ein Kissen. Es ist wirklich stabil, sie kamen wohlbehalten an! Die Karten selbst sind sehr, sehr anders als alles, was ich je zuvor gesehen habe.

Die Karten sind 9 cm groß. Sie sind nicht wirklich dick, aber das müssen sie auch nicht sein. Meine erste Intuition war, dass sie gezogen werden wollen, nicht gemischt, aber ich wage zu sagen, dass man sie problemlos mischen könnte.
Die Karten in dem obigen Bild: Auf der ersten Karte steht: “ Ständige Erneuerung der Werte garantiert ihre Zukunft.“. Die Bildkarte zeigt eine Eule und eine weiße Feder mit einer weißen Kerze.

Auf der Rückseite der Box heißt es:
Dieses exklusive Orakelset beinhaltet 54 Bildkarten sowie 54 Textkarten. Wenn du nach Antworten auf deine Fragen suchst, werden diese 108 Karten dich alles wissen lassen, was du dazu benötigst. Wähle einfach 2 Karten aus, eine die ein Bild zeigt und eine weitere, welche den Text enthält.
Lucia, eine österreichische Schamanin, ist die Schöpferin dieses Orakels, das von ihren eigenen schamanischen Reisen und persönlichen Visionen inspiriert wurde.

Lucias Seite
Ihre Website ist in Deutsch. Wenn ihr Chrome benutzt, könnt ihr sie mit einem Rechtsklick übersetzen lassen.

Zur Bestellung des Decks (englische Version) und natürlich auch auf Deutsch (lucia@geistertrommel de)

Auf den beiden Textkarten im obigen Bild steht: “ Die Welt ist kein Discounter. Was du billig bekommst , bezahlst du dann teuer.“ und “ Durch Gedanken und Zweifel wurde noch kein Haus gebaut.“.

Nebenbei bemerkt: Ich habe diese Karten nicht gezogen, ich habe nur den Stapel Textkarten und den Stapel Bildkarten in jeweils zwei Hälften geteilt und ein Foto gemacht. Seltsamerweise kann ich beide Texte entweder mit mir selbst in Verbindung bringen oder mit etwas, das jemanden betrifft, den ich kenne. Die Bildkarte (oben) zeigt einen weißen Schmetterling, eine weiße Rose und einen Blitz. Die untere Bildkarte zeigt einen grellen blutroten Stuhl, der inmitten von etwas steht, das auf den ersten Blick eine Stadt schien, dann wie Schutt, dann habe ich gesehen, dass es ein Friedhof war. Du siehst also, wie das Orakel funktioniert. Es kommuniziert durch die Bilder wirklich mit deinem Unterbewusstsein.

Die Bilder sind sehr träumerisch – sie lassen dich die Reise „fühlen“. Ich glaube, sie werden sich wirklich gut dazu eignen, mit ihnen zu meditieren oder eine Reise zu beginnen.
Die Texte sind kurze Sätze, die eine ganze Reihe von Dingen bedeuten könnten, es geht darum, über sie nachzudenken und sie mit dem Bild in Verbindung zu setzen, das du ziehst.

Es ist wirklich eine einzigartige Idee und ich weiß ehrlich gesagt von keinem anderen Deck, das diesem irgendwie gleichen würde. Ich rate dir deines zu schnappen, solange du kannst!

„Nefertari’s Tarot“ – ein altägyptisches Deck

Samstag, 21. Januar 2017

Divination im Alten Ägypten

Vorweg sollte vielleicht erwähnt werden, dass das Tarot als Divinationsmethode seine Ursprünge im europäischen Mittelalter hat. Zwar gibt es eine Legende nach welcher das Tarot im Alten Ägypten entstanden sein soll, jedoch finden sich dafür keinerlei historische Belege.

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Divination allgemein fand im Alten Ägypten jedoch durchaus Anwendung, teilweise sogar um rechtlich relevante Entscheidungen zu treffen. Es gab verschiedene Orakel sowie im privaten wie auch im offiziellen Staatskult. Ein Beispiel für die Anwendung eines Orakels im Rahmen des Staatskultes ist z.B. das berühmte Amun Orakel der Siwa-Oase, das schließlich Alexander dem Großen zur Regentschaft verhalf. Traumdeutung war ebenfalls von großer Bedeutung, galt doch die Traumsphäre als Grenzbereich zwischen Diesseits und Jenseits. Götter, so glaubte man, erschienen einem bevorzugt im Traum um wichtige Hinweise und Botschaften zu überbringen. Belegt ist auch die Ölwahrsagung, also die Deutung von Öl das auf Wasser geträufelt wird oder die Lampenschau besonders aus der Zeit der Ramessiden.

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Das Nefertari Deck

Die Namenspatronin dieses Tarots ist die königliche Gemahlin Ramses II. aus der 19. Dynastie deren Portrait auch die Verpackung ziert. Berühmt wurde Königin Nefertari aufgrund ihres außerordentlich gut erhaltenen Grabes, das mit beeindruckend schönen Wandmalereien dekoriert ist. Man erkennt auch sofort, dass diese Malereien die Inspiration für die Bilder des Tarotdecks geliefert haben.

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Auch wenn Zukunftsschau im Alten Ägypten auf andere Weise betrieben wurde, ist das Nefertari Tarot durchaus als Divinationsmethode für Ägyptenbegeisterte und Tarot-Fans nutzbar! Die altägyptische Symbolik ist durchdacht und nicht nur Dekoration. Wer also mit dieser Bildsprache ein wenig vertraut ist, wird in diesem Tarot sicherlich weit mehr Deutungstiefe vorfinden als in einem traditionellen Tarot. Doch selbst wer darüber keine Kenntnis besitzt wird sich zumindest an der aufwendigen und schönen Gestaltung des Tarots freuen. Die Karten sind mit hochwertigem Golddruck versehen, der entgegen aller Vermutungen ausgesprochen gut hält – pflegliche Behandlung vorausgesetzt! Die Bilder haben einen leichten Used-Look vermutlich um ihnen ein antikeres Aussehen zu verleihen. Optisch sind die Karten wirklich ein Kunstwerk das Freude macht. Allein sie auf dem Tisch auszubreiten und im Licht schimmern zu sehen sorgt bereits für eine mystische, magische Stimmung.

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Deutung des Decks

Ein nicht unerheblicher Nachteil des Tarots ist, dass es dazu leider keinerlei Literatur zur Deutung gibt. Das Tarotset kommt mit einem kleinen Heftchen, dass nur wenig zu einer tiefergehenden Deutung beiträgt. Es bleibt zu hoffen, dass sich jemand dieser Aufgabe annimmt und ein entsprechendes Deutungswerk verfasst. Bis es soweit ist, kommt man nicht umhin sich mit den Standardwerken anderer Decks zu behelfen oder man geht rein intuitiv vor. Hier ist natürlich die Kenntnis altägyptischer Symbolik von großem Vorteil wie auch eine entsprechende Vorerfahrung mit Tarot allgemein. Ein anfängerfreundliches Deck ist das Nefertari sicher nicht.

Mit 78 Karten – 22 Trümpfe und 56 Karten der kleinen Arkana – ist das Nefertari Taort ähnlich wie das klassische Rider-Waite aufgebaut und mit der Deutungsliteratur dieses Decks lässt sich durchaus gut arbeiten. Die Karten liegen gut in der Hand und haben mit ca. 6x12cm eine angenehme Größe. Für die Hosentasche ist dieses Deck natürlich nichts, was den Karten selbst vermutlich auch nicht gut tun würde, doch für feierliche Legungen bei Kerzenschein sind sie bestens geeignet!

Das wichtigste nochmal in Kürze:

Name: Nefertari’s Tarot
Gestaltung: Silvana Alasia
Herausgegeben von Lo Scarabeo 2000
Zahl der Karten: 78
Große Arkana: 22
Kleine Arkana: 56

Kartengröße 6.60cm x 12.00cm
Sprache der Beschriftung: Englisch, Französisch, Deutsch, Italiensch, Spanisch

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Literatur:

  • Annette Imhausen,Tanja Pommerening, Writings of Early Scholars in the Ancient Near East, Egypt, Rome, and Greece
  • Fischer-Elfert, H.-W, Altägyptische Zaubersprüche
  • Sandra Sandri, Har-Pa-Chered (Harpokrates): Die Genese Eines Ägyptischen Götterkindes

Fotos: Sati

Eine Runenreise voller Inspiration, geschrieben von Curtis Nike

Samstag, 03. Dezember 2016

Glühpunsch, Kerzen und "Daas Lied der Eibe"

Glühpunsch, Kerzen und „Das Lied der Eibe“

Gerade jetzt, in der dunklen Jahreszeit, kommt bei mir wieder die Lust mich einzumummeln und zu lesen. Am besten gemütlich daheim, auf dem Sofa oder im Sessel, mit einem guten Glühpunsch. Und dazu dann auch noch etwas gute Musik im Hintergrund. Wenn ich es mir derart gemütlich mache, dann neige ich in der Regel dazu kurzweilige Bücher zu lesen. Am liebsten lese ich Kurzgeschichten, Krimis, Science Fiction und mythologische Märchengeschichten. Wenn ich besonders träge bin, dann lasse ich mir diese Geschichten auch gerne als Hörbuch oder Hörspiel vortragen.

Hexenkater Iggy genießt die Herbstabende gemütlich auf dem Sofa.

Hexenkater Iggy genießt die Herbstabende gemütlich auf dem Sofa.

Ich sitze in meinem Lieblingssessel. Kerzen brennen, die Leselampe ist entzündet und die Beine habe ich hoch gelegt, schön eingewickelt in meine Lieblingsdecke. Draußen ist es kalt. Der Kater liegt auf seinem Decken- und Kissenthron auf dem Sofa. Und ich lese. Und lese… und lese… und lese… nein, ich lese nicht nur, ich bin inzwischen unterwegs. Unterwegs auf einer inspirierenden, motivierenden und wirklich erfreulichen Runenreise!
Ja, ich lese ein Runenbuch. Eines, das aus der Unmenge an esoterischer und zuweilen auch wunderlicher Literatur zu diesem Thema weit herausragt. Und ich muss an dieser Stelle zugeben, dass in meiner Privatbibliothek wirklich zahlreiche Publikationen zum weitreichenden Gebiet der Runen habe: Esoterisches, historisches, echt erschreckend dumpfes, aber auch schönes und ansprechendes. Dennoch lese ich zur Zeit in einem Buch, das ich Euch aus verschiedenen Gründen ans Herz legen möchte, da es sich erfrischend und unterhaltsam von allem absetzt, was ich sonst so an Literatur zum Thema studiert habe.

Das Buch, welches ich lese, ist „Das Lied der Eibe“ von Duke Meyer. Und schon der Titel zeigt die Richtung an, in die es hier geht: Musik, Poesie, Mythologie und das Wispern des Laubs. Offen gestanden: Ich habe noch nie ein Runenbuch gelesen, dass mich in meinem Herzen so berührt und bewegt hat! Duke schafft es durch seinen schönen, flüssigen und sehr menschennahen Schreibstil den Bogen zu schlagen zwischen persönlichen Erfahrungen und Impressionen und tiefen Einblicken in die Welt der Runen. Er präsentiert ein Buch, welches Neulingen in der Runenkunde ein fundiertes und nachvollziehbares Wissen an die Hand gibt. Alten Hasen zeigt er auf, was doch so oft immer wieder vergessen wird: Die Runen zu studieren ist eine Lebensaufgabe! Sie werden es – so man neugierigen Herzens bleibt – immer wieder vermögen einen zu überraschen und neue Aspekte zu offenbaren. Und genau so werden sie auch vorgestellt, jene Ritzzeichen, die heutzutage in der Magie so populär sind: Als Freunde. Oder eben als Fremde, die Freunde werden können, wenn man sie näher kennen lernt. So ist „Das Lied der Eibe“ eine Reise zu den Runen des älteren Futharks. Und diese Reise ist abenteuerlich, überraschend, traumhaft schön oder auch einmal rasant. Vor allem aber ist sie eins: Extrem inspirierend!

Duke Meyers Runenbuch ist eine Aufforderung. Es ist eine Aufforderung sich einzulassen, sich sinken zu lassen und sich den Runen zu öffnen. Ich fasse es als eine Einladung auf eine Reise anzutreten (oder fortzusetzen) deren Ziel sich jeden Tag von Neuem verändern kann. Insofern ist „Das Lied der Eibe“ auch ein klarer Aufruf dazu sich ein eigenes Bild zu machen, eigene Erfahrungen mit den Runen zuzulassen und selbst zu erleben, welche transformierende Energie sie eröffnen können. Dabei schafft der Autor es die germanische Mythologie und unser heutiges Leben im „Hier und Jetzt“ auf lockere und nachvollziehbare Weise miteinander in Beziehung zu setzen.

Wenn Du ein Buch suchst, dass Dir Anleitungen gibt wie in Deinem Leben „alles gut wird“, ohne Dein Zutun; wie Du esoterisch „erleuchtet“ wirst und wie die Runen ganz einfach alles für Dich richten, ohne, dass etwas verändert werden müsste, dann lass die Finger von diesem Buch!

Bist Du aber bereit und neugierig genug, um eigenverantwortlich durch Dein Leben zu gehen; bist Du offen Dich selbst einzulassen und bist Du bereit Dich selbst immer wieder zu hinterfragen und auch zu transformieren, dann wirst Du mit „Das Lied der Eibe“ einen literarischen Begleiter finden, der Dir immer wieder neue Impulse geben kann. Auch wenn ich selbst das Buch erst im ersten Durchgang lese, so weiß ich jetzt schon: Ich habe einen neuen, literarischen Freund gefunden, der mich lange begleiten – und sicher auch des öfteren überraschen – wird.

Duke Meyers „Das Lied der Eibe“ ist in der Edition Roter Drache erschienen und die knapp 400 kosten 18,00 €. Mit der ISBN 978-3-9946425-05-2 könnt Ihr das Buch in der Buchhandlung Eures Vertrauens bestellen, oder ihr ordert direkt beim Verlag.

Mein Tipp: Bestellt das Buch jetzt und gönnt Euch doch in diesem Jahr mal einen Runenadventskalender: Jeden Tag könnt ihr in dem Buch stöbern und Euch mit einer der 24 Runen auseinander setzen, bis Mitras Geburtstag hat. Ich garantiere Euch neben einer angenehmen und entspannende Lesezeit eine Menge Inspiration!

Das Runen-Futhark, in der Mitte die Maske des Runensteins von Aarhus, welche Freundschaft symbolisiert.

Das Runen-Futhark, in der Mitte die Maske des Runensteins von Aarhus, welche Freundschaft symbolisiert.

Werner Gertz: Schamanische Reisen in andere Welten

Samstag, 08. Oktober 2016

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Schamanische Reisen in andere Welten –
Unterwegs in der Nicht-Alltäglichen Wirklichkeit
Dezember 2015 / tao.de – Kamphausen Verlag / ISBN: 978-3958028388 / 14,99 € / 206 Seiten

Verlagsinfo: Die Ausprägungen und Methoden des schamanischen Arbeitens sind vielfältig und es gibt viele Missverständnisse. Neben einer Einführung in eine aktive moderne schamanische Praxis, enthält das Buch rund 50 thematisch beispielhafte Fallstudien, anhand derer die Verläufe und Wirkungen der Arbeit modellhaft aufgezeigt werden. Es stellt eine Verbindung her zwischen dem Weltbild des Schamanen und einer modernen Naturwissenschaft. Der Zugang zu geistigen Dimensionen wird für all diejenigen erleichtert, die sie sonst höchstens philosophisch, aber nicht im alltäglichen Leben vermuten.
Aufbauend auf dem traditionellen Schamanismus, der meist als eine eher exotische Form spirituellen Wirkens gesehen wird, gibt es heute eine aktive moderne schamanische Praxis, in der das traditionelle tiefere Wissen und Vermögen immer wieder neu entdeckt, erforscht und moderneren Gestaltungsformen zugeführt wird. Er gerät zunehmend ins Blickfeld einer an spirituellen Themen interessierten Öffentlichkeit, insbesondere auch als eine alternative Heilkunst.
Eine der wirkungsvollsten Methoden, die geistige Welt um Informationen und Heilung zu bitten, ist die „Schamanische Reise“. Im Buch wird sie in ihren einzelnen Aspekten beschrieben. „Neulinge“ im Bereich Schamanismus erhalten so eine praktisch orientierte Einführung in dessen Philosophie, Methoden und Verfahren. Leser mit schamanischer Erfahrung können das Buch nutzen, um ihr Wissen aufzufrischen, etwa durch die beschriebenen Methoden zu den Fallstudien.

Über den Autor

Ursprünglich studierte Werner Gertz Elektrische Nachrichtentechnik und arbeitete als Management-Berater über viele Jahre hinweg in verschiedenen Unternehmen. Als er vor einigen Jahren mit seiner Frau nach Namibia zog, lernte er eine deutsche Schamanin kennen und kam durch sie in Kontakt mit dem Schamanismus. Er und seine Frau wurden schamanisch ausgebildet und führen heute Behandlungen in Deutschland, der Schweiz und Namibia durch.

Über das Buch

Wenn ein Mensch erkrankt, muss das nicht immer an irgendeinem körperlichen Gebrechen liegen. Es kann auch mit der Psyche zusammenhängen mit irgendeinem Geschehen in der Vergangenheit. Schamanen gehen in ihrer Suche nach den Ursachen noch weiter: Sie suchen eventuell nach abgespaltenen Seelenteilchen, hören dabei auf den Rat ihrer Führer, die ihnen meistens in tierischer Form erscheinen.
Wie das funktioniert, hat Werner Gertz mit 50 Fallbeispielen verdeutlicht. In seinem Buch finden sich verschiedene Krankheitsbilder. Menschen, die in ihrer Kindheit traumatische Erfahrungen gemacht haben oder in ihrem Leben immer wieder Situationen erleben, aus denen es scheinbar keinen Ausweg gibt. Werner Gertz und andere Schamanen, mit denen er Heilungen durchführt, haben ihre Erfahrungen für dieses Buch niedergeschrieben.

Teil zwei des Buches sind Fallstudien. Hier geht es nicht nur um Probleme, die von den Klienten an Werner Gertz und sein Team herangetragen wurden. So ist gleich das erste Beispiel eine Reise zu den Hausgeistern, die das Grundstück von Feema betreuen. Oder es sind Reisen zu Gefühlen, wie zum Beispiel der Gier oder der Liebe. Eindrucksvoll schildert Werner Gertz, wie bei verschiedenen Klienten durch eine Konfliktlösung in einem früheren Leben ein Problem in der Gegenwart behoben werden konnte. Auch Fremdenergien, wie Verwünschungen, Flüche oder Dämonen konnten mithilfe der Krafttiere beseitigt werden.

Anfangs geht es um die Ursprünge des Schamanismus, um Michael Harner und seine Foundation for Shamanic Studies, die er im Jahr 1979 gründete. Es geht um die schamanische Weltsicht, um Leben, Tod und Wiedergeburt. Und es geht natürlich um schamanische Reisen, um die drei Welten (obere, untere und mittlere Welt) und den Kontakt zu den Krafttieren.
„Ein Schamane wird auf der Reise von Krafttieren begleitet, die ihn beschützen und auch leiten. Man spricht von ihnen auch als Schutzgeister, die – ähnlich wie Schutzengel – bestimmte Funktionen haben. Sie beraten den Schamanen und sind auch dessen Führer. Sie haben eine zentrale Bedeutung für die schamanische Reise“. (S. 42/43)
Wie eine schamanische Reise durchgeführt wird, welche Fragen der Klient stellt, die Besprechung im Vorfeld, die Reise selbst und die Nachbesprechung finden sich auch im ersten Abschnitt. Und Werner Gertz warnt vor dem „Do-it-yourself-Schamanismus“, also den Büchern mit beigefügter Audio-CD, die den Schamanen-Anfänger in Kürze zum Meister machen sollen. Er betont aber, dass Schamanismus erlernbar ist, jedoch bedarf es dazu der Anleitung von erfahrenen schamanisch Tätigen, zum Beispiel in einem Seminar.

Fazit

Dieses Buch zu lesen, macht einfach Spaß. Es macht Spaß, weil Werner Gertz den Schamanismus mit seinen vielen vielen Beispielen verständlich rüber bringt, zeigt, was alles mithilfe der Krafttiere möglich ist.
Trotzdem stellen sich bei der Rezensentin im Nachhinein einige Fragen: Viele seiner Fallstudien beruhen auf Erlebnissen in der Vergangenheit. Dinge, die seinen Klienten nicht nur in diesem Leben, sondern auch in früheren Reinkarnationen passiert sind und direkten Einfluss auf aktuelle Ereignisse haben. Und es macht mitunter den Eindruck, als würden die Ursprünge physischer und psychischer Probleme ausschließlich in früheren Leben zu suchen sein. Ist das so?
Eine weitere Frage ist die in Bezug auf Dämonen. Laut dem Autor bleibt ein Dämon so lange bei an einem Menschen haften, „solange der Mensch sich selbst negativen, angstvollen oder hasserfüllten Gedanken hingibt. Es besteht immer eine Resonanz zwischen der dunklen Energie und dem Menschen, der sie in sich trägt. Eliminiert der Mensch seine destruktiven Energien, findet das dunkle Wesen keinen Halt mehr und verlässt seinen ‚Wirt‘“. (S.104)
Wenn eine dunkle Wesenheit allein durch eine Veränderung der Gedanken und in Folge des Charakters in die Flucht geschlagen werden kann, warum nehmen dann die Exorzismen in der katholischen Kirche zu? Warum wird dies nicht schon längst bei Betroffenen geraten, die eindeutig von einer Fremdenergie besessen sind?
Letztendlich ist jedoch schwer, Erfahrungen auf den Prüfstand zu stellen, die Werner Gertz und sein Team erlebt haben und für die „Schamanischen Reisen“ niedergeschrieben haben. Allein die Tatsache, dass sie und ihre Krafttiere so vielen Klienten geholfen haben, sollte Beweis genug sein, dass der Autor nicht irgendein Scharlatan ist, sondern hier wirklich fundiertes Wissen und Praxis dahinter steckt.
Dieses Buch ist nicht nur spannend und unterhaltsam geschrieben, sondern auch eine echte Inspiration für jeden, der sich für Schamanismus interessiert oder sein Wissen vertiefen möchte.

 

Fantasy und Neuheidentum – Teil XI, geschrieben von Mara

Samstag, 23. Juli 2016

Duell der Magier-Trilogie von Jo Clayton: Unter den magischen Monden (1982), Die Bahn der magischen Monde (1983)

Vorab: Wenn sich jemand wundert, warum ich bei einer Trilogie nur zwei Bände angegeben habe: Das liegt daran, dass der dritte Band Changers Moon (1985) nach der Einstellung der Taschenbuch-Reihe Knaur Science Fiction und Fantasy in den 80er Jahren niemals ins Deutsche übersetzt wurde.

Die Biographie der US-amerikanischen Schriftstellerin Jo Clayton (1939-1998) weist einige Ähnlichkeiten mit der Marion Zimmer Bradleys auf. Geboren in Modesto, Kalifornien wuchs sie im ländlichen Raum auf und studierte Englische Literatur an den Universitäten von Kalifornien in Berkeley und von Südkalifornien in Los Angeles. Ab 1963 arbeitete sie als Lehrerin. 1969 konvertierte sie zum Katholizismus und plante sogar, in ein Kloster einzutreten, gab aber diesen Plan wieder auf. In den 80er Jahren konzentrierte sie sich ganz auf das Schreiben. Von 1983 bis zu ihrem Tod 1998 lebte sie in Portland (Oregon).

Die hier vorgestellten Romane Unter den magischen Monden (1982, dt. 1984) und Die Bahn der magischen Monde (1983, dt. 1985) gehören zu denjenigen, die mir am besten gefallen. Das liegt nicht nur an der Handlung und den Konzepten, sondern auch an den glaubhaften, sympathischen Charakteren und dem Schreibstil.

Hier kombiniert Jo Clayton die Idee einer Amazonen-Organisation, vergleichbar mit der Gilde der Entsagenden Darkovers mit der Vorstellung eines Kampfes zwischen der Göttin-Religion und einer an das Christentum oder den Islam angelehnten neuen patriarchalen Religion der Anhänger der Flamme, die Soäreh, den Herrn des Lichts, anbeten.

Die Romane sind reine Fantasy und spielen in einer imaginären Welt mit einem hauptsächlich mediterranen Klima, das sich gar nicht so sehr von ihrem heimatlichen Kalifornien unterscheiden mag. Das Matriarchat ist schon lange durch das Patriarchat abgelöst worden und findet sich nur noch bei randständigen Völkern.

Allerdings dominierte bisher noch in ganzen Kontinent Mijloc die alte Göttin-Religion, wobei insbesondere die erste Gestalt der Großen Göttin, die Jungfrau (im matriarchalen Sinne), verehrt wird. In jedem Ort gibt es einen Schrein der Göttin, dem eine Schule angegliedert ist, in der Kinder beiderlei Geschlechts unterrichtet werden.

Und dann gibt es noch Biserica, das Tal der Frauen. Es liegt Herzen von Mijloc und ist zentrale Ausbildungsstätte der Schreinwächterinnen, Heilerinnen und der Meien (Amazonen). Wir lassen am besten Jo Clayton selbst Biserica beschreiben: „Überall Mädchen, eine Flut von Mädchen, in der die älteren Frauen untergingen, lachende und schweigsame, beherrschte und ungeduldige, fröhliche und finstere, träge und vor Energie übersprudelnde Mädchen. Häuslermädchen und Taromtöchter, Stadtmädchen von Selmacarth und Oras, Mädchen von fernen Gegenden und fernen Völkern, deren Namen und Lagen Tuli nicht kannte. Eine Auslese von Mädchen, die aufrührerischen und ruhelosen, die vergnügungssüchtigen und frommen, einige, die dem Druck der Anhänger [der Flamme] entfliehen wollten und andere auf der Suche nach etwas, das Biserica ihnen zu versprechen schien.“ (Clayton 1985, S. 392)

Die Meien werden als „Leibwächterinnen, Wachen der Frauenunterkünfte, Geleitschutz bei Frauenreisen auf Karawanen und Schiffen, als Handelsgehilfinnen und für andere vielfältige Aufgaben eingesetzt, die Integrität, Intelligenz, Wendigkeit und Geschicklichkeit beim Umgang mit den verschiedensten Waffen erfordern.“ (Clayton 1985, S. 12) Sowohl sie selbst als auch Biserica erhalten für ihre Dienste Vergütungen.

Die Rahmenhandlung der Trilogie besteht darin, dass Ser Norris, der mächtigste Magier aller Zeiten, Reiki Janja, eine Verkörperung der Großen Göttin und der Natur selbst zu einem Spiel um die Herrschaft über die Welt herausfordert. Jeder der Kontrahenten kontrolliert bestimmte „Spielfiguren“. Ser Norris z.B. Serroi als Kind, die Anhänger der Flamme, Reiki Janja dagegen Serroi als Erwachsene, Hern Heslin, den Herrscher von Oras etc.

In der Serie werden die Abenteuer von Serroi beschrieben, die als Kind von Ser Norris gefangen gehalten wurde, sich schließlich befreien konnte und in Biserica zur Meie ausgebildet wurde. Sie stolpert bereits auf ihrer ersten Mission zufällig in eine Verschwörung, in der der Hern Heslin, der Herrscher von Oras durch einen Dämon mit gleichem Aussehen ersetzt werden soll, der die Befehle des Ser Norris und der Anhänger der Flamme befolgt. Das kann sie zwar verhindern, aber sein Sturz ist nicht mehr abwendbar. Zudem wird ihre Kampfgefährtin und Liebhaberin Tayyan getötet. Serroi muss also mit Hern und dem Mädchen Dinafar, das sie unterwegs aufgelesen hatte, nach Biserica fliehen.

Nach dem Sturz von Hern Heslin übernehmen die Anhänger der Flamme die Macht. Die Jungfrauenschreine werden zerstört, die Menschen durch religiöse Tyrannei eingeschüchtert. Schließlich wird Biserica belagert und steht kurz vor dem Fall. Serroi wird ausgerechnet mit Hern Heslin, dem gestürzten Herrscher von Oras, auf eine verzweifelte Mission geschickt, um das Tal der Frauen doch noch zu retten. Ob das gelingt, wird im dritten Band dargestellt.

Am Beispiel der Farmers-Zwillinge Tuli (Mädchen) und Teras (Junge) werden die Auswirkungen des Putsches der Anhänger demonstriert. Tuli ist ein Wildfang. Aber ihr wurde wie Romily von ihrem Vater streng verboten, mit ihrem Bruder draußen herumzutoben. Wenn sie es doch tut, drohen Prügel.

Nach der Machtübernahme der Anhänger verschlimmerte sich ihre Situation noch erheblich. Der Jungfrauenschrein, in dem Tuli immer Ruhe und Frieden gefunden hatte, wird zerstört, ihre Familie als „Unruhestifter“ enteignet und die Frauen (Mutter mit Töchtern) in das lokale Haus der Buße eingewiesen. Dort soll ihnen durch eine Gehirnwäsche beigebracht werden, was der „wirkliche“ Platz der Frau im Leben ist. Nach ihrer Befreiung schickt sie ihr Vater selbst mit einer wandernden Meie nach Biserica, weil er sie beim folgenden Guerillakrieg gegen die Anhänger als Mädchen nicht dabei haben will, obwohl sie mindestens so gut wie ihr Zwillingsbruder Teras mit der Schleuder umgehen kann.

Möglicherweise hat Jo Clayton in der Figur der Tuli selbst Teile ihrer Kindheitserfahrungen verarbeitet. Sie lebte ja auf dem Land in einer Farm, genau wie Tuli.

Angesichts der Figurenkonstellation könnte man annehmen, Jo Clayton würde viele Männer als Monstren darstellen. Sie vermeidet allerdings eine solche Schwarz-Weiß-Zeichnung und versucht auch die Motive der Antagonisten verständlich zu machen.

Wie schon Marion Zimmer Bradleys Amazonen hat auch Biserica eine starke utopische Komponente, ja sie ist hier sogar noch stärker. In Jo Claytons Welt kommen zwar auch patriarchale Verhaltensweisen vor, aber die Meien, die hier ein ganzes Tal okkupieren, sind in Mijlock als integraler Bestandteil der traditionellen Religion des Landes erheblich stärker akzeptiert, auch von vielen Männern. Sie müssen sich nicht – wie die freien Amazonen von Darkover – ständig für ihr Anderssein rechtfertigen.

Umso schmerzlicher wird die Zerstörung dieser Religion empfunden, die vermutlich irreversibel ist. Auch dafür gibt es historische Vorbilder: Jo Clayton beschreibt in der Duell-der-Magier-Trilogie eine Situation, die so ähnlich am Ende der Antike, als Kaiser Theodosius 392 u.Z. das Christentum zur Staatsreligion erklärte, tatsächlich eingetreten ist. Alle heidnischen Tempel wurden geschlossen oder zerstört, die Statuen von Göttern und Göttinnen zerschlagen. Auch wurden die olympischen Spiele verboten und die berühmte Akademie in Athen geschlossen, in der bereits Sokrates, Platon und Aristoteles lehrten. Die größten Bibliotheken wurden ebenfalls geschlossen und ihre Bücher massenhaft verbrannt. Die heidnische Philosophin Hypatia wurde in Alexandria von Christen bestialisch ermordet.

Jo Clayton weist in ihren Romanen aber durchaus darauf hin, dass die Anhänger der Flamme aufgrund von gesellschaftlichen Widersprüchen insbesondere bei den ärmeren Schichten der Bevölkerung populär geworden sind. Auch dies entspricht ja der Entwicklung im Christentum, das gerade aufgrund der massiven sozialen Widersprüche der Gesellschaft im Römischen Reich so stark wachsen konnte.

Besprochene Romane

Jo Clayton: Unter den magischen Monden, München 1984 (Erstveröffentlichung 1982 unter dem Titel Moongather)

Jo Clayton: Die Bahn der magischen Monde, München 1985 (Erstveröffentlichung 1983 unter dem Titel Moonscatter)

Im nächsten Teil geht es um den Roman Madru von Frederik Hetmann.