Archiv für die Kategorie ‘SteinWeise’

Rosenkranz, Gebetsschnur, Mala und Co …

Samstag, 16. Juli 2016

RosenkranzIn unserer Kultur sind viele von uns mit Rosenkränzen schon in der Kindheit konfrontiert worden. Lange Perlenketten, aus den unterschiedlichsten Materialien, meist mit einem Kreuz und/oder einer Heiligengemme als „Anhänger“.
Althergebracht wurde er als Zähl- und Gebetskette verwendet, um eine regelmässige Abfolge von Gebeten  z. B. Vater unser/Ave Maria/Ehre sei dem Vater kontrolliert abzuarbeiten. Erstmalige Erwähnungen gibt es im 15. Jahrhundert und er hat sich bis heute in der Praxis gehalten.

Der Aufbau des Rosenkranzes richtet sich nach der Tradition in der gebetet wird.

Gebetsweise des katholischen Rosenkranzes

(1) Kreuzzeichen,
Glaubensbekenntnis

(2) Vater Unser

(3) drei Ave Maria

(4) Ehre sei dem Vater

(5) fünf Gesätze mit je einem Vaterunser, zehn Ave Maria und einem Ehre sei dem Vater

Als „marianische Leben-Jesu-Meditation“ verbindet der Rosenkranz die Verehrung von Jesus Christus mit der Anbetung von Maria, die die Leiden ihres Sohnes als Mensch betrachtet.  Hier kommt schon recht deutlich zum Ausdruck, dass es sich bei der Verwendung des Rosenkranzes nicht um „stures Beten“ handeln muss, sondern es auch um eine Meditation und Kontemplation tiefer Glaubensinhalte gehen kann. In diesem Kontext werden sie als (Rosenkranz)Geheimnisse bezeichnet.

Gebetsschnüre

Sowohl in der russischen als auch in der griechischen orthodoxen Kirche, wird ebenfalls mit Gebetsschnüren gebetet. Diese bestehen allerdings tatsächlich aus Schnur, in die Knoten gemacht werden – die altorthodoxe Form wird sogar aus Leder gemacht.

Gebetsketten

MalaIm Buddhismus und Hinduismus wird die Gebetskette „Mala“ genannt und besteht meistens aus 108 Perlen (meistens aus Naturmaterialien, denen ganz bestimmte Bedeutungen zuerkannt werden). Die Zahl 108 weist im Buddhismus auf die gesammelten Bände der Lehren Buddhas hin und im Hinduismus auf die Anzahl oder die der Attribute der einzelnen Gottheiten.
Die islamische Gebetskette nennt sich Misbaha oder Subha. Diese Form wird vornehmlich als Zählmechanismus verwendet aber auch als Talisman und Schmuck um den Hals getragen oder als religiöses Symbol an die Wand gehängt. Sie besteht aus 99 Perlen (3 Teile zu jeweils 33 Perlen). Die Sektionen sind jeweils durch eine verlängerte oder vergrößerte und andersfarbige Perle gekennzeichnet oder die Schlussperle ist anders gestaltet. Häufig besitzen Masabih kurz vor der Schlussperle eine kleine Nebenkette mit bis zu zehn Perlen, die auf einer dickeren Schnur sitzen. Diese Perlen verrutschen nicht von selbst, mit ihnen wird die Zahl der Gebetsrunden festgehalten. Nach jedem Durchgang wird eine Perle verschoben, die dann an ihrem Platz bleibt. Die Haupt- und Nebenketten können an den Enden durch Stoffquasten oder Schmuckstücke verziert sein. An Materialien findet sich von Kunststoff bis Edelstein so gut wie jedes Material.

Misbaha

Theorie dahinter

Was hat das nun alles mit Heidentum zu tun? Ganz einfach, die Theorie dahinter ist es, die mich schon sehr lange interessiert hat. Der einfache Gedankengang, dass es wohl etwas auf sich haben muss, wenn mehrere Traditionen und/oder Religionen es für wichtig ansehen, einen Zählmechanismus oder einen „materiellen Anker“ zu haben, während die kontemplativ oder betend zu Gange sind.
Deshalb hat sich wohl auch seit etlichen Jahren die Gebetskette auch in den heidnischen Bereich eingeschlichen. Es geht also ums ritualisierte Gebet oder um einen fixen Komplex an Meditationsthemen im Auge zu behalten! Für mich als Priesterin der Craft schaut das beispielsweise so aus (in der Nummerierung ähnlich dem Rosenkranz):

(1) ein Symbol für „meine“ Göttin und „meinen Gott“
dann folgen vier „Stationen“ für die vier Elemente
(4) ein Symbol für das „All-Eine“
dann folgen 8 „Unterteilungsperlen“ (vier kleine – Yule, Ostara, Litha und Herbst-Tag und Nachtgleiche; und vier große – Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh) zwischen denen jeweils drei Perlen für die Göttinnen dieses Zeitabschnitts und zwei für die Götter gefädelt sind

oder:

(1) ein Mondsymbol
je eine „Elementenperle“
(4) ein persönliches Symbol
dann folgen 29 Perlen für die einzelnen Tage (wovon eine für den Vollmond stehen sollte) oder zwei unterschiedliche Arten von Perlen, die abwechselnd für die 13 Voll- und Schwarzmonde eines Jahres aufgezogen werden.

Es gibt aber im heidnischen Bereich auch die Gebetsschnur, die nicht als Kranz gefertigt ist (nach dem Vorbild der Hexenleiter). Sie wird gerne verwendet um zu Zaubern oder Ritualabläufe zu verinnerlichen oder zu kontemplieren. Als Beispiel dient mir hier eine Elementengebetsschnur.
Elementengebetskette
Was all diesen Hilfsmitteln gemeinsam ist, ist die Notwendigkeit mit jeder einzelnen Station der Kette etwas ganz Bestimmtes zu verbinden und das auch zu verinnerlichen. Je besser diese Kombination durch Übung und Wiederholung gefestigt ist, desto prägnanter ist die Wirkung.
Wenn ich beispielsweise einen bestimmten Ritualablauf habe …
Reinigung des Raumes, Ziehen eines Kreises, Anrufen der Elemente, Reinigung der Person im Kreis, Formulierung des Ritualinhalts, Rufen von Wesenheiten, Begrüßen und Instruieren der Wesenheiten, Sammeln der Energien, Manifestieren, Danken und Verabschieden der Wesenheiten, verabschieden der Elemente, Auflösen des Kreises und Versiegeln des ganzen Vorgangs; dann könnte ich 13 (für mich wirklich eindeutige!) Symbole für die unterschiedlichen Stationen auf eine Schnur ziehen und dann diesen Ablauf jederzeit – allein durch Kontemplation – „durchgehen“. Dadurch werden sowohl Kette als auch das Ritual selbst mit Energie geladen, die dann zur Steigerung der Effektivität des Rituals beiträgt. Die Kette selber wird dann zum Hilfsmittel für Zauber (um wieder die Hexenleiter zu erwähnen) und Ritual.

Ein wunderschönes Beispiel dafür hat dieser Blog zu bieten. Hier ist die Personalisierung wunderschön nachzuvollziehen. Dabei wird noch ein mir wichtiges Faktum deutlich – die Materialwahl ist ebenfalls (sofern sie keiner Tradition untergeordnet wird) völlig vom persönlichen Blickwinkel abhängig.

adf-ritual-beads

Wer natürliche Materialien bevorzugt wird Kerne, Samen und Perlen aus Holz oder Mineralien wählen und wer handwerklich geschickt (oder auch nur inspiriert) ist, der wird sich vielleicht die einzelnen Symbole/Perlen/Artefakte selber herstellen – wie eben im Beispiel aus Salzteig oder selbsthärtender Knetmasse. Alles geht … solange der Praktizierende die passenden Verbindungen herstellen kann. Je klarer die Bedeutung für einen selber ist, desto leichter fällt dann die Konzentration, desto flüssiger ist anschließend die Praxis und desto geladener die Kette.

Metall des Lichts – 2000 Jahre Heilung durch Gold

Samstag, 23. Mai 2015

„Aurum metallicum“ pflegte man es zu nennen – „Metall des Lichtes“. Abgesehen von den endlos vielen Möglichkeiten, die es der Schmuckindustrie bietet, war Gold bereits schon vor 2000 Jahren ein heiß begehrtes Medikament. In der Tat ist es eines der ältesten bekannten Heilmittel überhaupt und bis heute wird es in den unterschiedlichsten Bereichen der Medizin eingesetzt. Beispielsweise kann man Zahnfüllungen oder so genannte Inlays aus Gold herstellen lassen. Eine besondere Bedeutung kommt dem Gold aber in der Homöopathie zu. Dort wird es bei Depressionen, Angstzuständen, allgemeiner Erschöpfung sowie Rheumaerkrankungen eingesetzt.

Und tatsächlich wurde die Wirkung belegt

Zwei Universitäten in den USA und Schweden (Duke University, Durham, USA & Karolinska-Institut, Stockholm, Schweden) nahmen dies zum Anlass, eine ausführliche Studie durchzuführen, um die Heilwirkung des Goldes und vor allen Dingen die Ursache jeder Wirkung, zu erforschen und belegen zu können. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Organische Goldverbindungen können den Austritt entzündungsfördernder Stoffe aus den Zellen des menschlichen Körpers verhindern. Aufgrund dieser Wirkung werden Medikamente mit goldhaltigen Verbindungen bei Rheuma eingesetzt.

Die Aufbereitung der heutigen, modern hergestellten Arzneien aus anorganischen Goldsalzen wie Goldchlorid, kann allerdings zu starken Nebenwirkungen wie Hautreaktionen und Leberschäden führen. Dies ist vor allem bei Injektion solcher Verbindungen möglich, während eine heilende Wirkung eventuell erst nach Monaten einsetzt. Doch auch wenn die Verabreichung daher auf anderem Wege passieren sollte, sind doch die Ergebnisse für die Forscher von erheblicher Bedeutung, da auf dieser Basis ein gezielterer Einsatz der Stoffe möglich werden könnte.

Alchemistisch aufbereiteten Gold-Essenzen wurde im Vergleich dazu seit je her eine außergewöhnliche Heilkraft zugesprochen. Es wird vermutet, dass es damals gelang, Arzneien aus heute unbekannten organischen Goldverbindungen herstellen die entweder frei von den oben angeführten Nebenwirkungen moderner Goldsalze waren oder diese zumindest nur sehr abgeschwächt auftraten. Leider ist das Wissen um die Herstellung dieser ursprünglichen Heilmittel verloren gegangen, womit alle Behauptungen in diesem Zusammenhang definitiv im Bereich der reinen Spekulation anzusiedeln sind.

Kolloidales Gold

Die Bezeichnung „kolloidal“ kommt aus dem Griechischen und wird von „kolla“ (Leim) und „eidos“ (Aussehen, Form) abgeleitet. Kolloidales Gold ist flüssig oder als Gel erhältlich. Es handelt sich um Dispersionen, in denen winzige Goldpartikel schweben, welche in Homöopathie und Alternativmedizin eingesetzt werden. Es hilft angeblich bei Krankheiten ganz allgemein, in dem es Energieblockaden lösen soll. Demnach unterstützen Goldpartikel den Körper dabei, die Energien wieder zum Fließen zu bringen, was sich natürlich positiv auf jeden Heilungsprozess auswirkt. Man sagt kolloidalem Gold auch eine Gewebe verjüngende Wirkung nach. Auch soll es eine positive und ausgleichende Wirkung auf unser Drüsensystem und den Elektronenfluss haben, den Stoffwechsel ankurbeln und die Aufnahme von Nährstoffen verbessern. Sogar bei sexuellen Funktionsstörungen soll es regulativ anwendbar sein und im Allgemeinen die Nerven beruhigen. Ob die Nervenberuhigung jetzt durch das Schlucken von Goldkolloid-Wasser oder das Kaufen eines wertvollen Goldringes als Wertanlage passiert, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, hier eröffnet uns das Gold mit Sicherheit viele Möglichkeiten.

Armer Gollum – ob er es schon wusste?

Und wenn wir schon von Ringen reden: Wir alle kennen ihn wohl, den kleinen fiesen Gollum, einst ein harmloser Hobbit, der nur noch gierig seinem „Schatz“ durch alle Widrigkeiten hinterher hetzt. Ob er nun um die Heilwirkung seines Ringes wusste oder nicht, leider hat der Kleine nun mal Pech gehabt und seine Gier hat ihn ins Verderben gestürzt. Doch wer schon jemals nach einem passenden Ehering gesucht hat, kann vielleicht die „winzige“ Obsession, die so ein kleines Stück Gold auf einen ausüben kann, verstehen. Gefühlte Millionen verschiedener Modelle und Meinungen später, hat man hoffentlich sein lebenslanges Schmuckstück gefunden und was kann einem das – sofern man sich für Gold entschieden hat – nun abgesehen vom Bund fürs Leben alles bringen? Auch auf der Haut getragen, entfaltet Gold eine durchaus positive Wirkung. So ergaben Forschungen zudem, dass es den Zustand der roten Blutkörperchen verbessert und dazu führt, dass der Körper Umweltgifte schneller und besser ausscheiden kann. Auf der Haut getragen wirkt sich das Gold vor allem auch regulierend auf unsere Chakren-Energie aus. Dies führt zu einer allgemeinen Ausbalancierung und Verbesserung unseres physisch-emotionalen Gleichgewichts. Irgendwie kann man sagen, dass Gold in jeder Hinsicht ein äußerst attraktives Wundermittel zu sein scheint. Ich würde sagen, es ist auf jeden Fall eine Versuchung wert.

Quellen: http://www.welt.de/wissenschaft/article1316229/Uraltes-Heilmittel-Gold-wird-jetzt-erklaert.html;
http://www.weingraber.info/Kolloidales_Gold.pdf;
http://www.horusmedia.de/2012-aurum/aurum.php;

Bildquellen: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/welt/China-Hirte-im-Glueck-findet-Acht-Kilo-Goldklumpen;art29,288725;
http://thevpo.org/tag/gollum/

Verweis auf Studie:
„Pivotal Advance: Inhibition of HMGB1 nuclear translocation as a mechanism for the anti-rheumatic effects of gold sodium thiomalate“, 2007 (im Journal 2008);
Departments of Woman and Child Health, Pediatric Rheumatology Research Unit, and Medicine, Rheumatology Unit, Karolinska Institutet/Karolinska University Hospital, Stockholm, Sweden;
Division of Rheumatology and Immunology, Department of Medicine, Duke University, Durham, North Carolina, USA; and Surgery and Bioengineering, DAMP Laboratory, University of Pittsburgh, Pittsburgh, Pennsylvania, USA
Autoren: Cecilia K. Zetterström, Weiwen Jiang, Heidi Wähämaa, Therese Östberg, Ann-Charlotte Aveberger, Hanna Schierbeck, Michael T. Lotze§, Ulf Andersson, David S. Pisetsky and Helena Erlandsson Harris;
Quelle: http://www.jleukbio.org/content/83/1/31.full?sid=b8f7e357-6c8d-42da-ab87-a3fc7254de70
im: Journal of Leukocyte Biology

Quellen: http://www.welt.de/wissenschaft/article1316229/Uraltes-Heilmittel-Gold-wird-jetzt-erklaert.html#
http://www.weingraber.info/Kolloidales_Gold.pdf
http://www.horusmedia.de/2012-aurum/aurum.php

Verweis auf Studie:

„Pivotal Advance: Inhibition of HMGB1 nuclear translocation as a mechanism for the anti-rheumatic effects of gold sodium thiomalate“, 2007 (im Journal 2008)

Departments of Woman and Child Health, Pediatric Rheumatology Research Unit, and Medicine, Rheumatology Unit, Karolinska Institutet/Karolinska University Hospital, Stockholm, Sweden;

Division of Rheumatology and Immunology, Department of Medicine, Duke University, Durham, North Carolina, USA; and

Surgery and Bioengineering, DAMP Laboratory, University of Pittsburgh, Pittsburgh, Pennsylvania, USA

Autoren: Cecilia K. Zetterström, Weiwen Jiang, Heidi Wähämaa, Therese Östberg, Ann-Charlotte Aveberger, Hanna Schierbeck, Michael T. Lotze§, Ulf Andersson, David S. Pisetsky and Helena Erlandsson Harris

Quelle: http://www.jleukbio.org/content/83/1/31.full?sid=b8f7e357-6c8d-42da-ab87-a3fc7254de70

im: Journal of Leukocyte Biology

Versteinertes Holz – Oder wenn man sich mal wieder erden muss

Samstag, 07. Februar 2015

Versteinertes Holz gehört zur Mineralklasse der Oxide. Es entsteht meist, indem Kieselsäure in abgestorbenes Holz eindringt. Wenn Kieselsäure dehydriert bleibt Siliziumoxid zurück, das wir in seiner kristallinen Form als Quarz kennen. In diesem Prozess – Silifizierung oder häufiger Verkieselung genannt – lagert sich also relativ instabiles amorphes Siliziumoxid im Holz ab und wandelt mit der Zeit über Opal zu Quarz um. Auch mit anderen Mineralien, wie zum Beispiel Pyrit, Hämatit oder Calcit sind ähnliche Vorgänge der Versteinerung möglich. Am häufigsten haben wir es allerdings bei versteinertem Holz mit silifiziertem zu tun.
Voraussetzung für die Entstehung von versteinertem Holz ist, dass das Holz von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten wird und keine Mikroorganismen eindringen können, es darf also nicht verwesen. Günstige Bedingungen finden sich in Sedimenten von Flüssen und Seen oder in vulkanischen Ablagerungen. Wie lange es dauert, bis so ein versteinertes Holz „hergestellt“ ist, hängt natürlich von den äußeren Einflüssen wie zum Beispiel der Temperatur und dem Druck ab. Auch die Färbung des Holzes legt sich bei der Entstehung fest. Je nach Zusatz verschiedener Elemente kann die Färbung ganz unterschiedlich ausfallen. Während Siliziumoxid farblos ist, kann das Vorhandensein von Eisen beispielweise das versteinerte Holz rot, braun oder gelblich einfärben. Durch Kobalt und Chrom wird das Holz blau oder grün.

Versteinertes Holz

Der versteinerte Wald

Versteinerte Wälder sind rund um den Globus zu finden. Sobald mehrere fossile Holzstücke an einem Platz entdeckt wurden, bezeichnete man den Fundort als einen „versteinerten Wald“. Man findet diese Wälder in Südamerika (Argentinien und Ecuador), den USA, auf der Insel Lesbos (Griechenland), in Namibia, Wales, oder auch Neuseeland sowie Thailand. Ebenso gibt es auch in Österreich und Deutschland zwei versteinerte Wälder. Oft ging der Versteinerung ein Vulkanausbruch voraus, der zwischen 290 und 15 Millionen Jahre zurückliegt. Teilweise befinden sich die versteinerten Wälder noch an ihrem Ursprungsplatz und wurden zu Nationalparks ernannt. Einige wurden aber auch davon gespült und konnten erst an anderer Stelle als ihrem Entstehungsort entdeckt werden. Diverse versteinerte Einzelstücke finden sich in Museen wieder. An dieser Stelle sei der Fund von Chemnitz erwähnt, der aufgrund der vollständigen Erhaltung der Bäume besonders einzigartig ist. Teilweise sind noch stehende Bäume erhalten, sogar deren Wurzeln sowie Teile der Kronen sind in versteinertem Zustand nach wie vor vorhanden.

Warum Wissenschaftler Luftsprünge machen – Bedeutung für die Wissenschaft

Versteinerte Wälder zu finden, ist immer wieder eine Sensation. Vor allem das Alter dieser Fossile und der meist tadellose Zustand erfüllt das Herz der Wissenschaftler mit Freude. In Chemnitz stieß man bereits 1751 auf verkieselte Hölzer, so wurde ein vier Meter hoher stehender Kieselholzstamm mit Wurzelansätzen geborgen, der vorerst ausgestellt, aber leider im Jahre 1849 bei einem Brand vollkommen zerstört wurde. Ganz in der Nähe dieses ersten Fundstücks wurden 2008 weitere Grabungen angesetzt. Immer mehr sensationelle Funde konnten freigelegt werden. Da bei der Versteinerung die Zellstruktur der fossilen Pflanzen oft erhalten und gut erkennbar bleibt, lassen sich ein Vielzahl neuer Erkenntnisse über die Flora der jeweiligen Entstehungszeit gewinnen. Auch in Bezug auf die Klimaverhältnisse der Urzeit ergeben sich so neue Daten. Die Entdeckungen in diesem Fall etwa ließen darauf schließen, dass die Cheminitzer Gegend sich statt in einem tropischen Klima eher in einer Feuchtsavanne befand.

Versteinerter Wald Australien


Wenn man es mal etwas ruhiger braucht

Laut Gienger dient versteinertes Holz vor allen Dingen dazu, auf den Boden der Realitäten zurückzukommen und einen Bezug zu Mutter Erde zu finden bzw. wiederzuerlangen, sollte dieser verloren gegangen sein. Versteinertes Holz wurde bereits in etruskischen Tempeln eingesetzt (vor rund 4.300 Jahren). Es heißt es wurde als Knochen bzw. Werkzeug der Götter angesehen und hatte daher besonderen Kultstatus. Da ihm scheinbar eine besondere Kraft innewohnt, hilft es angeblich dabei, sich an frühere Leben zu erinnern. Alles was mit dem inneren Selbst zu tun hat, scheint es zu begünstigen. So hilft es, sich auf innere Bilder und die Erholung unserer Seelenwelt zu konzentrieren. Es reduziert das innere Verlangen nach Luxus auf ein Minimum und steht für ein einfaches und bescheidenes Leben. Es sorgt für eine harmonische Atmosphäre im Haus und steigert die heimatlichen Gefühle. Körperlich soll es den Stoffwechsel anregen, die Nerven beruhigen und Menschen helfen, die durch mangelnde Erdung an Nervosität und Unruhe leiden. Es ist dem Herz Chakra zugeordnet. Am besten ist es, man besorgt sich eine Scheibe versteinerten Holzes und benutzt es als Sitzunterlage für Meditationen. Zur Reinigung sollte versteinertes Holz einmal in der Woche unter fließendem Wasser gewaschen werden. Bei der Entladung hilft Hämatitstein, zum Aufladen kann man das Versteinerte Holz einfach ins Licht legen.

Quellen:
„Die Steinheilkunde“, Michael Gienger
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/holzversteinerungen-unter-dem-pflaster-der-wald-1678528.html
http://www.simplyscience.ch/erde-klima/articles/versteinerte-waelder-wie-entstehen-die-baeume-aus-stein.html
http://www.versteinertes-holz.de/petrified-wood-entstehung.html

Bildquelle:
http://www.simplyscience.ch/erde-klima/articles/versteinerte-waelder-wie-entstehen-die-baeume-aus-stein.html
http://www.jally.de/pages/wallpaper/bilder/landschaften/versteinerter-wald-petrified-forest-australien-wallpaper.JPG

Runenorakel – Teil IV, geschrieben von Eibensang

Samstag, 01. November 2014

Die Ausschlussprüfung

Es gibt einen guten Check, die Interpretation einer einzelnen Rune in einem solchen Wurf bezüglich ihrer Bedeutung im Zusammenhang (Bezug aufs erfragte Thema) zu überprüfen: Wäre das, was ich vermute, durch eine andere Rune besser ausdrückbar gewesen? Wenn das der Fall ist, stimmt meine Interpretation nicht – und ich muss sie entsprechend korrigieren. Wenn meine Detail-Interpretation durch keine andere Rune besser ausdrückbar ist als die vorliegende, darf ich davon ausgehen, dass ich richtig deute. Das ist bei 24 möglichen Zeichen nicht der bequemste Weg, aber der im Zweifelsfall sicherste. Zumal ja – nach dem Werfen aller 24 Runen gleichzeitig – nicht mehr die Möglichkeit besteht, auf eine Rune, deren Deutung im Zusammenhang fraglich, widersprüchlich oder nebulös bleibt, noch eine weitere zu ziehen: um Antwort auf dieses Detail zu erhalten.

Lesegewohnheiten

Der Wurf aller 24 Runen auf ein begrenztes Feld (Runen, die abseits davon zu liegen kommen, sind ganz wurscht in dem Fall) ist nicht umsonst ein „freier“. Ganz von Fragestellung und Thema hängt ab, wie ich räumliche Häufungen von Runen oder ihre Distanz zueinander deute – und inwieweit ich daraus auf mögliche zeitliche Abläufe oder Entwicklungstendenzen im Gesamtbild schließe. Tendenzell ordne ich weiter „unten“ liegende Runen einer „Ausgangslage“ oder „jüngeren Vergangenheit“ zu, während ich Runen weiter „oben“ im Bild (immer aus Wurfrichtung gesehen) als mögliche „Ergebnisse“ oder „Ziele“ lese. Kernpunkte der befragten Angelegenheit finden sich gern mitten im jeweiligen „Gewühl“ aufeinander oder nah beieinander liegender Zeichen; aus der Entfernung links oder rechts davon liegender Runen lese ich – je nachdem, wie prägnant sie mir erscheinen – beeinflussende bis tragende Aspekte. Aber das ist nur eine grobe Lesetendenz, die sich im Zweifelsfall nicht verallgemeinern lässt. Ich verlasse mich da ganz auf meine Intuition – und den Gesprächsaustausch mit der fragenden Person, um deren Angelegenheit es geht. (Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass ich über die jeweiligen Inhalte absolutes Stillschweigen bewahre! Wenn ich je ein besonders anschauliches Beispiel irgendwo und -wann zum Thema mache, um irgendetwas damit zu erklären, dann vollständig anonymisiert. Nichtmal der Fragesatz muss wörtlich zitiert werden, um eine bestimmte Konstellation von Runen und ihre mögliche Deutung bei anderer Gelegenheit zu erörtern. Personen, Zeit oder Umfelder aber zu offenbaren oder auch nur erratbar zu machen für wen auch immer, sind absolute Tabus.)

Da die meisten Menschen, die sich Orakel von mir deuten lassen, eher nicht runenkundig sind, erkläre ich ihnen nach getätigtem Wurf zunächst die lesbaren Zeichen einzeln, um im gemeinsamen Gespräch schritt- bzw. scheibchenweise ;-) den möglichen Zusammenhang und seine Conclusio zu erfassen. In den besten Fällen bin es gar nicht ich, der den letztlichen Rat ausspricht – die beratene Person formuliert ihn (oft unvermittelt bzw. plötzlich) selbst: aus den erkennbar werdenden Zusammenhängen des Gesamtbildes und Gesprächs heraus.

Spirituelle Aspekte

…kommen umstandshalber auch zum Tragen, wenn die fragende Person selbst mit Ásatrú soviel zu tun hat wie ich mit Investmentfonds (oder wie so Zeug heißt). Nehmen wir zum Beispiel das Thema Liebe: Unabhängig von persönlichen Auffassungen oder Sehnsüchten – sowohl meinen als der der fragenden Person – kann ich Runen nur in Kenntnis und Erfahrung der dahinter und durch sie wirkenden Kräfte lesen und deuten. Von Freyja, der Liebesgöttin (nicht nur, aber auch!), weiß ich, dass sie alles tut, um liebende Menschen – einschließlich derer, die „nur scharf“ sind aufeinander (aber dieses „nur“ ist bereits eine moralische Wertung, die der Großen Sau so schnuppe ist wie euch der Federhall meines ollen Gitarrenverstärkers) – unter allen Umständen zusammenzubringen. Das tut bzw. unterstützt bzw. provoziert sie unter Aufbietung sämtlicher verfügbarer Kräfte: Gerade Liebende wachsen ja gern mal über sich und alle ihnen zugedachten Erwartungen hinaus, wenn es gilt, das Ziel der Begierde zu erreichen – und sei es in 180-Grad-Wenden bisheriger Lebensläufe, Gewohnheiten, Moralvorstellungen oder sämtlicher dagegen gerichteten Umstände. (Anders hätte vermutlich die Menschheit, engstirnig und verstockt wie sie wohl seit je war, ihre ersten Generationen nicht wirksam überlebt… ;-) ) Wer hat nicht schonmal die ganze Welt untergehen lassen – oder hätte dies getan – um einer ersehnten Begegnung oder gar Vereinigung willen! Das ist – in meiner Sichtweise – Freyjas Art und Methode. Wozu gehört, dass sie nach „erfolgter Zusammenführung“ die ProbandInnen allein lässt mit ihrem Glück, Pech oder Geschick! Für den „Rest“ sind andere Große zuständig – Freyja kümmert sich sozusagen nur um die „Möglichmachung“ der wie auch immer titulierbaren Liebesbegegnung. Dies gilt selbstverständlich völlig unabhängig von jeweils herrschenden Sitten, Gebräuchen, Gesetzen, Gewohnheiten: Die beeinflussen, wie das alles in der Praxis verläuft und was daraus erfolgen mag. Aber nicht die Sache selbst: ihren Ursprung und dessen Tendenz.

Nur ein Beispiel von vielen, wo mir das Wirken von Göttern, so wie ich es erfuhr, die Ausdeutung auch und gerade von Orakelbildern diktiert: in Kenntnis einer Systematik, die auf persönlichen Zuordnungen beruht, die wiederum ausschließlich persönlicher Erfahrung entsprechen. Und die ich gelernt habe, auch auf Menschen und Situationen zu übertragen, die sich in ganz anderen spirituellen Sphären und Weltbildern bewegen: ab da, wo ich deren Situationen in Runen ausgedrückt sehe. Es ist bestimmt nicht die einzig mögliche Lesart – nur die einzige, die ich für meinen Teil verantworten kann, weil ich von ihr genug verstehe.

Entsprechend unerwartet oder krass mögen Aspekte meiner Deutungen ausfallen: Sie richten sich nach dem, wie ich meine Großen erlebe seit vielen Jahren. Wie sie wirken, auf was sie Wert legen – und was von ihnen erwartbar ist (soweit sich das empirisch schlussfolgern lässt für mich). Wer sich Rat mithilfe von Runen einholt, begibt sich in dieses Wirkungsfeld – und das hat weniger mit lieblichen Allgemeinplätzen auf farblich übersättigten (und eher sterilen) Blümchenbildern zu tun als vielmehr mit den gewaltigen Kräften einer überbordend verschwenderisch agierenden und durch und durch unmoralischen Natur, die stets dynamische Gleichgewichte anstrebt – und es dabei, wenn’s drauf ankommt, auch gehörig krachen lässt… Dass ich ihre Aspekte in Form göttlicher Wesenheiten deute und übersetze, noch dazu germanischer, ist meine Art, damit klarzukommen. Gelänge mir das nicht, hätte ich mir längst etwas anderes gesucht zur Welterklärung. (Dass ich mir mein System weniger gesucht habe als es mir vielmehr „zustieß“, ist eine andere Geschichte… die hier aber keine Rolle spielt. ;-) ).

Im Klartext: Wenn ihr ausschließlich nette Sachen hören wollt, die eure lauesten Sehnsüchte bestätigen – seien die nun realistisch, wenigstens traum- oder visionsgetrieben oder gänzlich neben jeder Kappe –, dann geht zu irgendeinem Beschwichtigungs-Weissagungstantchen oder -onkelchen, das euch genau den Schmarren von den Lippen abliest und so nach- oder vorgackert, wie ihr ihn hören wollt. Ist ja euer Geld! Und euer Leben. Von und mit Leuten wie mir aber gibt’s nur Tacheles: Klartext, der kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern zeigt, was es mit eurer speziellen Situation – die ihr zudem selber aufdröseln müsst, um überhaupt zu einem sinnvoll deutbaren Wurf zu kommen – auf sich hat. Seelische Hilfestellung in einer ganz bestimmten Lebenslage – oder Klarstellung einer solchen. Nicht mehr und nicht weniger. Ich brauche dafür – neben eurem persönlichen Vertrauen und der jeweiligen Offenheit – nur 24 Zeichen, die des Älteren Futharks. Mir erklären sie – dies ganz unabhängig von Orakeln – die ganze Welt. Seit über 20 Jahren, die mich persönlich glücklicher machten als die über 30 davor. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich gern an anderer Stelle erzähle.

Vom selben Autor kürzlich erschienen: „Runen-Jause – für die kleine Erleuchtung zwischendurch“ – die täglichen Runenportraits aus den ersten zwei Jahren „Orakeldienst Eibensang“ auf Facebook (siehe auch dort), erhältlich als E-Book in den Formaten MOBI/AZW für Kindle sowie als EPUB oder PDF (300 Seiten) für alle anderen Lesegeräte.

Duke Meyer gibt im gesamten deutschsprachigen Raum Workshops unter dem Titel „Eibensangs Magische Runen-Reise“: buchbar überall ab 6 teilnehmenden Personen.

Zusätzlich bietet das „persönliche Online-Seminar“ individuelle Runenkunde-Kurse via Skype.

Neben einem ständig wechselnden Angebot selbstgefertigter Runensets aus diversen Holzarten sind auch persönliche Amulette / Talismane u.ä. bestellbar.

Weitere Bücher und Schriften Duke Meyers hier.

Runenorakel – Teil III, geschrieben von Eibensang

Samstag, 09. August 2014

Sinn der Sache

Womit gesagt sein soll: Ein Orakelbild, egal was es zeigt, ist kein Schicksalsspruch im Sinne einer garantiert eintreffenden Ereignisfolge. Alles andere als das! Es ist eine Momentaufnahme, aus der sich mögliche Folgen ableiten lassen – die ein Orakelbild durchaus mit anspricht. Warum überhaupt orakeln? Um sich das gegenwärtige Verhalten mehr oder minder bestätigen zu lassen – oder es zu ändern: in Erkenntnis, dass es, lässt mensch die Dinge weiter so laufen, nicht dorthin führt, wohin mensch will! Gerade „schicksalsgläubigen“ Menschen ist dieser Aspekt – der Selbstverantwortlichkeit und der eigenen Souveränität – unbedingt und ausdrücklich zu betonen. Allzuoft – so erlebe ich es immer wieder – sind gerade orakel-unerfahrene Leute geneigt, die Ergebnisse ihres Wurfs als „Weissagung“ misszuverstehen – und geneigt, aus dem Häuschen zu geraten, wenn das Bild „Übles voraussagt“. Aber es sagt eben nichts „voraus“! Es warnt höchstens. Und das hat nur Sinn, wenn Veränderungen stattfinden bzw. getätigt werden können. Die liegen immer in der Macht der Fragenden – meistens muss hex sie jedoch genau darauf hinweisen: so gut und so genau, bis die entsprechende Rückmeldung klarmacht, dass dieses Prinzip verstanden wurde und wird.

Jeder Atheistin aber, die darob den Eindruck bekommen könnte, dass ich die Runen dieserart nur als Aufhänger nehme, mit der ratsuchenden Person deren spezielles Thema zu erörtern, darf ich ein freundliches „na und?“ entgegenlächeln. Dass hinter jedem Orakelwurf das Wirken mächtiger Gottheiten steht, das sich recht zuverlässig aus der jeweiligen Runenkonstellation lesen lässt, ist ebenso Auffassungssache wie die, dass es sich bei derselben Konstellation um wahlloses Durcheinander handele, das der Zufall generierte. Was aber so oder so herum nicht mehr „Zufall“ genannt werden darf, ist der aus dem Orakel abgeleitete Rat. Der liegt in der Verantwortung der Person, die ihn gibt.

Bei dieser Gelegenheit sei allen mit Runen Orakelnden ein zu- und grundsätzlicher gegeben: Selbstverständlich sollte jedes noch so wüst erscheinende Orakelbild in einen Rat münden, aus dem sich etwas Konstruktives und irgendwie Ermutigendes ziehen lässt: für die Person, die ihn erfragt und benötigt – und mit ihrer Offenheit ein Vertrauen investiert, das gewürdigt und ernstgenommen werden muss, ganz unabhängig vom Inhalt der Themen oder irgendwelchen persönlichen Eindrücken wie Sympathie oder deren Abwesenheit (beides soll vorkommen. Wer diese Neutralität nicht aufbringt, sollte davon absehen, andere Menschen mit Ratschlägen zu behelligen). Einerseits.

Andererseits gilt: Es nützt nichts, ein möglicherweise stark dissonant oder spannungsgeladen daherkommendes Bild und die daraus resultierende Deutung derart in Watte zu verpacken, dass die beratene Person daraus schlussfolgern kann, dann sei ja doch alles halb so wild und geriete schon irgendwie gut und knuffig. Nicht, wenn Gegenteiliges dräut! Natürlich hören alle Menschen lieber gute Nachrichten als unangenehme – und jeglichen „Prophezeihungen“ bzw. Prognosen gegenüber ist diese Neigung besonders ausgeprägt. Die Versuchung, dieser urmenschlichen Neigung zu entsprechen, mag kommerziell mehr kitzeln, als zahlender Kundschaft klarzumachen, dass sie dabei ist, sich in einen Riesen-Mist zu verrennen – besonders, wenn dieser Mist erkennbar heißrennenden Wünschen derselben Kundschaft entspricht (von der hex ja möchte, dass sie wiederkommt – oder eine/n zumindest weiterempfiehlt).

Meine Orakelpraxis ist Jahrzehnte alt, mein damit verbundenes kommerzielles Bestreben noch jung. Ich hoffe dennoch, auch künftig sagen zu können: Nur ehrliche Geschäfte sind gute Geschäfte. Und nur ein ehrlicher Rat ist ein letztlich brauchbarer. Noch der schwierigste lässt sich so formulieren, behaupte ich, dass die beratene Person ihn nehmen kann: als etwas, das in ihrer Macht und Möglichkeit liegt. Selbst wenn der Inhalt mit zunächst unangenehmen Tatsachen oder Aussichten konfrontiert. Der Ton macht die Musik! Aber ehrlich muss er sein. Gerade Runen – genauer: die göttlichen Mächte, die durch sie sprechen – äußern sich gern einen ganzen Tick ruppiger und schroffer als andere Divinationsformen! Abermals gilt: Ohne Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl geht hier gar nichts.

Der große Wurf

Vor über 20 Jahren, als ich alltägliche Runenerfahrungen noch – tatsächlich auch – über vorwiegendes Orakeln erwarb, leitete ich meine Methoden erstmal vom Tarot ab: übertrug dort populäre „Legebilder“ aufs Runensystem, indem ich sie zuerst übernahm, um sie dann zunehmend zu verändern. Zusätzlich ließ ich mich von dieser und jener esoterischen Runenliteratur zu weiteren Orakelformen inspirieren – auch wenn ich die Runeninfo in den Büchern selbst meist eher kärglich, blödsinnig oder sonstwie daneben fand. Ich versuchte gewissermaßen, mir die „Perlen herauszupicken“ – besser: selber welche daraus zu generieren. Die einfachen Formen einzelner Runen verführten mich zudem dazu, ganze Orakelmuster bzw. „Legespiele“ in Runenform zu erhirnen. Nach einer Weile hatte ich ein dickes handgeschriebenes Büchlein zusammen: Würfe mit gern blumigen Titeln wie „Sleipnirs Wiehern“, dem „Feuerwurf“, „Lokis Eibenast“ – oder gar dem höchst aufwendigen „Charakterwurf“ (den ich mir nur ein einziges Mal antat), bei dem ich ein komplettes Futhark aufzeichnete und darauf ein komplett blind gezogenes Futhark Zeichen für Zeichen legen ließ, um aus den Beziehungen der Runen untereinander ein dadurch 48fach facettiertes „Charakterbild“ zu schlussfolgern – wozu ich in jenem Fall eine halbe Woche brauchte, von der grafischen und verbalschriftlichen Doku dazu ganz zu schweigen… Hex tut sich ja sonst nix an, wa. ;-)

In der Praxis stellte ich fest, dass ich ohnedies eine Vorauswahl treffen musste für meine Klientel – die in den allermeisten Fällen mit der Fülle der Wurf- bzw. Legemöglichkeiten heillos überfordert war. In jenen ersten Jahren meines bekennenden Heidentums hätte ich mich „nordisch orientiert“, aber noch nicht Ásatrú genannt – tat also genau das, was ich später nicht mehr so gut verstand: mich nämlich mit Runen zu beschäftigen, ohne mich der Kultur nahe oder gar zugehörig zu fühlen, der sie entstammen. Nach meinem definitiven Bekenntnis zu Ásatrú, dem Bund mit germanischen Gottheiten (der eine noch gewichtigere kulturell-gesellschaftliche Komponente hat als die Frage nach einer bestimmten spirituellen Orientierung – aber die Erörterung dieses Komplexes führte hier deutlich zu weit), vereinfachten sich meine Methoden so grundlegend wie sie sich plötzlich ungleich stärkerer Wirkung erfreuten. Im Klartext: Ich legte das dicke, zerfledderte Handbuch mit den 1001 selbsterknobelten „Runenwürfen“ auf irgendein Weißtenoch-Regal – und offerierte nurmehr zwei Wurfformen. Da der eine überhaupt nie gewählt wurde von irgendjemandem – nämlich drei Runen aus dem Beutel zu ziehen und die dann zu deuten – biete ich seit langem nur noch eine einzige Orakelform an, den so genannten „freien Wurf“: das blinde Erfühlen, Befummeln und alsbaldige Werfen aller 24 Runen des Älteren Futharks auf ein Leintuch (oder, in jüngerer Zeit, gern auf das große Fell meiner alten Rahmentrommel).

Das ergibt ein meist sehr differenziertes Bild auf-, über-, unter- und nebeneinander liegender Runen – etwas mühsam zu dokumentieren in veranschaulichend erinnernder Grafik, aber umso ergiebiger in der Deutung. Auffällig oft zeigt sich bei diesem Wurf nur ein Viertel bis ein Drittel der 24 Runen lesbar – der meist überwiegende Rest fällt aufs Gesicht und kann ignoriert werden – aber es gibt Ausnahmen. (Anmerkung: Ich benutze Holzscheibchen mit darauf eingebrannten Runenzeichen. Jüngst habe ich auch mit Runensets in Stabform experimentiert – und einige davon verkauft –, aber die Herstellung ist schwieriger für mich und die handwerkliche Gestaltung gelingt mir da weniger als bei den altvertrauten, meist mehr oder minder ovalen Scheibchen, die sich gut aus halbwegs geraden Ästchen dieses oder jenes Holzes sägen lassen.)

Werfen lasse ich die Runen in Nordrichtung – wichtig für die Lesart des Orakelbildes. (Weniger, dass es Norden sein muss, als vielmehr, dass ich das Bild aus derselben Raum- bzw. Richtungsperspektive der Person lese, die den Wurf getätigt hat.)

Neben teils eindeutig aufrecht, teils gestürzt lesbaren Zeichen kommen dabei etliche Runen in Schrägstellungen zu liegen, die interessante Zwischentöne ergeben. Nahezu waagrecht liegende Zeichen deute ich dabei als „wichtig fürs Thema, aber in neutraler, gewissermaßen noch zu entwickelnder Richtung“. Ansonsten messe ich schräg liegende Runen danach, ob sie graduell eher zum Kopfstand oder zur aufrechten Lage neigen – der jeweilige Neigungsgrad zu diesem oder jenem Zustand sagt zusätzlich etwas aus.

Zuweilen decke ich auf dem Gesicht liegende Scheibchen, die ihre Zeichen nicht zeigen (und sich dadurch als unerheblich ausweisen für die Orakelfrage), dennoch auf: um zu erfahren, welcher Aspekt KEINE Rolle spielt – was der genauesten Ratsfindung dienlich sein mag. Oder sichtbare Runen überdecken einander halb oder ganz, weil ihre „Datenträger“ ;-) mehr oder minder aufeinander zu liegen kamen: Hier zeigen sich eng verbundene Aspekte, die es zu deuten gilt. Wieder andere Runen mögen weiter entfernt liegen – während sich manche regelrecht stauen: All das fließt ins Lesen mit ein. Live und in Farbe: in laufendem Gespräch mit der Person, die das Orakel warf.

Ende Teil III