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Die dreifache Göttin – Teil II, geschrieben von Yvonne, übersetzt von Anufa

Samstag, 15. April 2017

Alternative Dreifache Göttinnen

Eine sehr kraftvolle dreifache Göttin ist Brighid, die drei Rollen erfüllt, die der Heilerin, der Schmiedin und die der Poetin. Auf den ersten Blick scheinen diese Rollen miteinander nichts zu tun zu haben aber der Schmied arbeitet Metall um und transformiert es, der Heiler transformiert Körper und Geist und der Dichter transformiert Worte. Alle drei sind Aspekte eines kreativen Impulses.

Mary Jones schreibt:

Die berühmteste der dreifachen Göttinnen ist Brighid, die Tochter des Dagda, die auch oft „die Dichterin“ genannt wird. Ihre Verehrung war weit verbrietet, eventuell auch durch die Teil-überlegenheit des Briganter-Stammes, der ein großes Gebiet von Irland bis Gallien abdeckte. Cormac´s Glossary folgend, gab es drei Brigits, alle Schwestern – Brigit, die Dichterin, Brigit, die Schmiedin und Brigit, die Ärztin – Schirmherrinnen der jeweiligen Kunst. Jedoch wird nicht erwähnt, dass sie Maiden-mother-crone wären; sie sind alle im selben Alter. Stattdessen legt ihre Vielzahl nahe, dass sie Meisterin vieler Künste war und wie die Matronen, Schirmherrin ihres Stammes.

Eine andere wirklich wichtige keltische Dreiheit waren die Matronen, die oftmals als romano-britische Figurine dargestellt wurden. Erst letztens habe ich ein Beispiel dafür im Corinium Museum in Cirencester (UK) gesehen. Das sind drei Frauen, manchmal dargestellt als verheiratet, manchmal als unverheiratet, mit Blumensträußen, Obst oder Weizen. Sie sind im selben Alter. Manchmal haben sie die Namen lokaler Gottheiten erhalten. Die Darstellung in Cirencester war den Suleviae gewidmet, was möglicherweise ihr lokaler Name war.

Three goddesses, small Roman relief, Corinium Museum. Photo by Tony Grist (Public domain)

Gwenhwyfar (Guinevere) die Frau von König Arthur, könnte ebenfalls eine dreifache Göttin gewesen sein, da sie in den „Welsh Triads“ als drei Königinnen beschrieben wird. „Gwenhwyfar, Tochter von Cywryd Gwent und Gwenhwyfar, Tocher von Gwythyr, Sohn von Greidiawl und Gwenhwyfar, Tocher von Gogfran, dem Riesen. Noch eine Form der dreifachen Göttin findet sich in den Göttinnen des Landes. Hier wieder Mary Jones:

Die Dreiergruppen in diesen Fällen haben nicht denselben Namen, sondern es sind drei Schwestern wie Eriu, Banba und Fotla, Töchter von Ernmas, die drei Namen für Irland. Sie waren mit den drei Königen von Irland verheiratet, den Brüdern Mac Cuill, Mac Cecht und Mac Grienne, alle Enkel des Dagda und eine männliche Dreiergruppe. Dann gibt es Erius, Banbas und Fotlas Schwestern, die Kriegsgöttinnen, Morrigan (manchmal Anand oder Anu genannt), Badb und Macha, die wiederum die Hoheitsgewalt Irlands (de facto ist diese Verwandtschaft sehr komplex und benötigt einen zweiten Zugang). Sie sind nicht in drei unterschiedlichen Altern oder Stadien sondern im selben Alter. Und sie spiegeln sich zu einem gewissen Grad in den drei Schwestern Arthurs, Morgan le Fay, Morgause und Elaine.

Also sind die meisten Beispiele für dreifache Göttinnen aus der tatsächlichen Mythologie entweder Schwestern oder Einzelfrauen, in drei unterschiedlichen Rollen. Wie Mary Jones aufzeigt, gibt es auch männliche Dreiergruppen (Lugh, Lamhfhada, the Samildánach; Brian, lucar und lucharba, die Söhne Turenn; Cian, Cu und Cethe, die Söhne von Cainte; und Bleiddwn, Hydwn und Sychdwn, der Große, die Söhne von Gilfaethwy und Gwydion, in The Mabinogion).

Andere Mythologien haben ebenfalls dreifach Göttinnen, die nicht Maiden, Mother und Crone-Archetypen waren. Hecate, eine sehr komplexe und alte griechische Göttin, wurde öfters als dreigestaltig dargestellt, aber sie hatte mehrere Beinamen und Rollen. Die frühesten Darstellungen waren nicht dreigestaltig. Das dreigestaltige Bild (Trimorphe, dreigestaltig; Triodia/Trioditis, diejenige, die die Kreuzwege beschreitet; und Trivia, eine römische Form) kam erst später. Pausanias schrieb, dass Hecate das erste mal als dreigestaltig von dem Bildhauer Alkamenes (in der klassischen griechischen Periode, spätes 5. Jahrhundert vor Christus) dargestellt worden wäre.
Noch mehr Dreiergruppen finden sich in den Figuren der Drei Fates und er Drei Grazien, die in der grieschischen, römischne und slavischen Mythologie erscheinen und den drei Nornen aus der nordischen Mythologie. Bei all diesen ist ebenfalls kein Maiden-mother-crone Muster zu erkennen.

In der griechische Mythologie werden die drei Fates Moirai genannt (die Vollmachtgeber). Sie ähneln den Sudice aus der slavischen Mythologie. Die Moirai werden Clotho (die Spinnerin), Lachesis (die Zuteilerin) und Atropos (die Standhafte) genannt. Sogar die Götter konnten nicht verändern was die Fates auferlegt hatten.
In der römischen Mythologie wurden die Drei Fates die Parcae genannt. Sie sponnen den Lebensfaden, teilten den Menschen und den Göttern das Schicksal zu und durchschnitten am Ende das Lebens den Faden. Ihre Namen waren Nona, die den Faden des Lebens von ihrem Spinnrocken auf die Spindel spannte; Decima, die den Lebensfaden mit ihrem Stab abmaß und Morta, die den Faden abschnitt und die Todesart der Menschen bestimmte.
Die Nornen, der nordischen Mythen, waren kein direktes Äquivalent der Fates, aber sie erfüllten eine ähnliche Rolle, indem sie das Schickal der Menschen kontrollierten. Der Ursprung ihrer Namen ist interessant. Nach Wikipedia:

Der Ursprung des Namens „Nornen“ ist unsicher. Er mag von einem Wort abstammen, das „winden, verflechten“ bedeutet und was auf ihr Verzwirnen der Schicksalsfäden hindeuten könnte. Bek-Pedersen schlägt vor, das das Wort „Norn“ Verwandtschaft mit dem schwedischen Dialektwort „norna (nyrna)“ hätte, ein Wort das „geheimes in Verbindung setzen“ bedeutet. Das weist auf die Wahrnehmung der Nornen als düstere Hintergrundfiguren, die ihre schicksalhaften Geheimnisse den Menschen erst durch den Schicksalslauf selber kundtun, hin.

Der Name Urd (Altenglisches „Wyrd“ Weird) bedeutet „Schicksal“. Es ist erwähnenswert, dass wyrd und urðr etymologisch gleicher Abstammung sind. Das garantiert aber nicht, dass wyrd und urðr durch die Zeiten die selben semantischen Qualitäten von „Schicksal“ geteilt haben. Beide urðr und Verðandi stammen vom Altnordischen Verb verða „werden“. Während Urðr von der Vergangenheitsform abstammt (was „geschehen ist“) stammt Verðandi von der Gegenwartsform ab („was gerade ist“). Skuld stammt vom Altnordischen Verb „skulla“, was sein wird, nötig ist, dass wird; was bedeutet, „was werden soll“ oder „was erscheinen soll.

Noch eine Dreigestalt aus der griechischen und römischen Mythologie ist die der Grazien oder Charites:

In der griechischen Mythologie, eine Charis keɪrɪs Χάρις , oder Grazie, eine von drei oder mehr kleineren Gottheiten der Anmut, der Schönheit, der menschlichen Natur, der Kreativität und der Fruchtbarkeit – alle zusammen bekannt als die Chariten ˈkærᵻtiːz/ (Χάριτες [kʰáritɛːs] oder Grazien. Die übliche Reihung von der Jüngsten bis zur Ältesten ist Aglaea (Glanz), Euphrosyne (Frohsinn) und Thalia (Hochstimmung). In der römischen Mythlogie waren sie als Grazien bekannt, die Gratiae. In einigen Varianten ist Charis eine der Grazien und nicht die Einzahlform ihres Namens.

Somit waren sie Göttinnen, die Glück, Schönheit und Harmonie erschufen und damit durchaus der Verehrung würdig waren.

Bilder von vierfaltigen oder fünffaltigen Göttinnen

Das Bild der dreifachen Göttin, Maiden-mother-crone wird oft mit den Wandlungsphasen des Mondes in Verbindung gebracht (Neumond, zunehmender und abnehmender Mond). Das lässt aber die Göttin des Schwarzmondes aussen vor, manchmal Hag genannt, die mit Menstruation, ungezähmter Sexualität, Widerstand gegen das Patriarchat, Lilith, Hexentum und Kinderlosigkeit verknüpft wird.

Dieser Archetyp ist enorm wichtig um Frauen von Beschränkungen der patriarchalen Bildern zu befreien, die ihnen aufgezwungen wurden. Erich Neumann identifizierte eine vierfache Göttinnenfigur. John Halstead schreibt:

Die Aspekte von Neumanns Göttin waren die Muttergöttin (betraut mit Vegetation und Geburt, repräsentiert von Demeter, Isis und Maria), die Jungfrau-Muse (betraut mit Inspiration, Vision und repräsentiert von Maria und Sophia), die Schreckliche-Mutter-Hexe (betraut mit Tod und Verschlingen, repräsentiert von Kali und Hecate) und die Junge Hexe (betraut mit Rausch, Irrsinn und repräsentiert von Astarte, Lilith und Circe).

Es ist auch der Erwähnung wert, dass die Aspekte der fünffaltigen Göttin Geburt, Einweihung, Vollendung, Rast und Tod sind. Diese werden auch im “The White Goddess” von Robert Graves genannt.

Viele Göttinnen

Es gibt viele unterschiedliche Göttinnen. Viele gibt es in einer Form und manche sind dreifach. Die dreifache Göttin des Altertums kam vornehmlich in der Form von drei Schwestern, drei Müttern, drei Königinnen und als Göttinnen des Landes, die mit Getreide, Blumen und Früchten in Verbindung standen, vor. Einige waren Einzelgöttinnen in drei unterschiedlichen Rollen, wie Hecate und Brighid. Einige waren für das Weben des Schicksals zuständig, wie die Nornen, die Sulevice, die Parcae und die Moirai; andere waren veranwortlich dafür Freude zu erschaffen, die die Drei Grazien.

Weiterführende Literatur:

Lupa Greenwolf: Maiden, Mother, Crone / Youth, Warrior, Sage and strict gender roles

Mary Jones, Triple Goddesses

John Halstead: 13 things you don’t need to know about the Triple Goddess but are kind of interesting

John Halstead: The secret history of the Triple Goddess, part 1: triads, triplicities, and trinities

John Halstead: The secret history of the Triple Goddess, part 2: the search for the Triple Goddess of antiquity

John Halstead: Beyond female role models: the Triple Goddess as Nature

Die dreifache Göttin – Teil I, geschrieben von Yvonne, übersetzt von Anufa

Samstag, 11. März 2017

Janet Stewart (Witches Way)

Die meisten Leute werden wohl, wenn die „Dreifache Göttin“ erwähnt wird, an „Maiden, Mother und Crone“, die Archetypen „Mädchen, Mutter und alte Frau“ denken. Diese Archetypen können jedoch sehr beschränkend sein und es gibt viele andere dreifache Göttinnen, die es sich lohnt zu erforschen: Göttinnen des Landes und der Landesherrschaft, Göttinnen mit vielfältigen Fähigkeiten und Rollenmodellen, Göttinnen, als eigenständige Frauen, nicht Rollenmodelle im Bezug zu einem Mann.

Warum der „Maiden, Mother, Crone“ Archetyp nicht hilfreich ist

Ich empfinde diesen Archetypen aus mehreren Gründen als nicht hilfreich. Einer davon ist, dass er essentialitisch ist. Im grundlegendsten Sinn bezieht es sich auf die Jungfrau, eine Frau, die geboren hat und die Frau nach der Menopause. Ja, biologisch betrachtet ist das wichtig, weil es das ist, wie wir uns verkörpern aber Kultur, Persönlichkeit, Kreativität und Temperament sind ebenfalls wichtig.
Dieses biologisch essentielle Modell schließt Trans-Frauen aus, Frauen die niemals Kinder geboren haben und Frauen, die sich nicht als den mütterliche Typ bezeichnen würden. Es kann für Frauen grundlegend verstörend sein, wenn sie keine Kinder bekommen können oder für diejenigen, die abgetrieben haben. Ich habe einmal eine Veranstaltung besucht, in der zwei ziemlich bekannte Heidinnen auf der (umgemein irrigen) Vorstellung herum ritten, dass „man keine richtige Frau wäre, wenn man keine Kinder geboren hätte“. Das hat zwei Frauen wirklich beleidigt und mich verärgert. Ja, viele Frauen werden Mutter und das ist eine wunderschöne Sache aber das ist nicht der einzige Archetyp, der für erwachsene Frauen zur Verfügung steht.
Auch sind die Leute vom Archetyp der Jungfrau verwirrt. Manche sehen die Interpretation des Mädchens oder der Jungfrau als sexuell unabhängige Frau (nicht die einer Frau, deren Hymen noch intakt ist) an. Für Feministinnen ist die Idee einer sexuell unabhängigen Frau eine wesentlich stärkendere  Idee als die einer Frau, mit intaktem Hymen. Die Idee, dass eine Frau ihrem Vater „gehört“ und von ihm ihrem Ehemann „übergeben“ wird, ist zutiefst patriarchal und unterdrückerisch und hat im Heidentum keinen Platz – es tut mir leid (es tut mir nicht leid), dass ich hier dogmatisch bin, aber das glaube ich wirklich. Die Vorstellung, dass eine Jungfrau eine Frau ist, in die noch kein Penis eingedrungen ist, ist hoffnungslos patriarchal und überbetont Penetrationssex.

Die Vorstellung, dass eine sexuell aktive Frau auch gleichzeitig Mutter sein muss, erscheint mir ebenfalls patriarchal. Das legt nahe, dass die letztendliche Rolle der erwachsenen Frau die Mutterschaft wäre und dass jegliche sexuelle Aktivität zur Mutterschaft führt. Einige Leute haben konstatiert, dass „Maiden, Mother, Crone“ matriarchal wäre, aber ich will genauso wenig in einem Matriarchat leben, wie in einem Patriarchat. Die Idee eines Matriarchats ist gender-essentialistisch und für diejenigen potentiell unterdrückerisch, die in das binäre Geschlechtermodell nicht hinein passen.
Die alte Frau ist vielleicht ein wenig stärkender weil es die Beschäftigung mit dem Tod beinhaltet und auch die Weisheit des Alters begrüßt. Warum aber muss die Linie zwischen Mutter und alter Frau die Menopause sein? Das schließt wieder Trans-Frauen aus, auch genderqueere Frauen und so weiter – und wieder ist das biologisch essentialistisch. Nur um sicher zu gehen: Die Menopause kann für viele Frauen eine tiefgreifende und kraftvolle Erfahrung sein und das ist wunderbar; wir sind aber mehr als nur Biologie.

Die Idee von Jungfrau, Mutter, alter Frau lässt einfach viele andere Archetypen aus – wie die Priesterin, die Hexe (Schwarzmond), die Kriegerin, die Dichterin, die Architektin, die Schreiberin und viele, viele andere.

Wie Mary Jones aufzeigt, sind die Attribute, die „Maiden, Mother, Crone“ zugeschrieben werden selber schon limitierend. Warum wird nur die Alte als die Verkörperung von Weisheit angesehen? Warum wird nur die Jungfrau als Muse angesehen? Warum kann sie nicht selbst Lyrik und Kunst aus sich heraus erschaffen anstatt herum zu hängen und darauf zu warten, einen Mann mit ihrer Schönheit zu inspirieren? Können Frauen in ihrer Jugend nicht auch weise, inspiriert und kreativ sein?
Sogar Robert Graves, der mehr oder weniger den Archetypus „Maiden/Mother/Crone“ erfunden hat, beschrieb die dreifache Göttin anders. Als Mutter/Braut/Leichenfrau und Mädchen/Nymphe/Hexe. Graves scheint diese Rollen noch immer in Bezug auf einen Mann gesehen zu haben, aber zumindest sind es andere Archetypen.
John Halstead entdeckte, dass Sigmund Freud über eine dreifache Göttin der Geburt, der Liebe und des Todes geschrieben hatte und diese mit den Schicksalsgöttinnen, den Jahreszeiten, der dreifachen Artemis-Hecate und Mutter Erde, die die Toten aufnimmt, vergesellschaftet.

Ende Teil I

Lilith – Ein Mythos – Tei lI

Samstag, 10. September 2016

Das McBurney Relief

Aus der altbabylonischen Zeit stammt das inzwischen sehr bekannte McBurney Relief (ca. 1800 bis 1750 v.Chr.), dass derzeit im British Museum in London zu bewundern ist. Da es zu diesem Relief keine Beschriftung gibt, konnte nie klar festgestellt werden um welche Gottheit es sich bei dieser Darstellung handelt. Häufig wird behauptet, es sei Lilith. Am wahrscheinlichsten ist es jedoch, dass es sich hierbei um Inanna/Ishtar handelt und nicht um Lilith. Letztere kommt allein deswegen schwerlich in Frage, da Lilith ja erst tausende Jahre später als solche auftaucht und in der sumerisch-babylonischer Zeit von mehreren weiblichen „Lilith“-Dämonen auszugehen ist. Die Darstellung des Reliefs hat große Ähnlichkeit mit der „Ishtar Vase“ aus dem 2. Jahrtausend v.Chr. welches sich im Louvre in Paris befindet. Auch die weiteren Attribute wie etwa der Löwe, die Ringe oder die halbausgebreiteten Flügeln werden mit Ishtar assoziiert.

McBurney Relief, British Museum, Wikimedia Commons

Die eigentliche Lilith

Im jüdischen Mittelalter soll nun Lilith im Midrasch auftauchen, tatsächlich findet sie aber nur ein einziges Mal im Talmud Erwähnung als weibliches Wesen, das Männer plagt und damit vermutlich auf das Leitmotiv der besagten mesopotamischen Dämonen zurückgreift.

Im 13. Jahrhundert erheben die Schriften des Rabbi Isaac ben Jacob ha-Cohen Lilith zur ersten Frau Adams, die ihn verlässt nachdem sie sich weigert ihm zu gehorchen. Sie verlässt daraufhin das Paradies und verführt den Erzengel Samael. Daraufhin soll Lilith von der fügsamen Eva ersetzt worden sein. Lilith wird in der Folge unterstellt Neugeborene zu entwenden, also ganz nach dem sumerischen Vorbild der Lamaštu.

Neuinterpretation im jüdischen Feminismus

Diese Geschichte diente nun in den frühen 70ern im Rahmen der modernen jüdisch-feministischen Theologie als Sinnbild für die spirituell emanzipierte Frau, die sich dem Göttlichen selbstständig zuwendet und dazu keinen Mann benötigt. Zwar stand der Frau der religiöse Bildungsweg im Judentum grundsätzlich offen, doch war der soziale Druck meist so groß, dass jüdische Frauen sich trotzdem in einer benachteiligten Position in Sachen theologischer Bildung sahen. Die Flucht der Lilith aus dem Paradies wird nun mit der Flucht der Frau vor dem unterdrückerischen patriarchalen System des Judentums interpretiert und die satirische Lilith-Figur wird nun zu einer Ikone weiblicher spiritueller Emanzipation. Eva wird entsprechend zum gehorsamen Weibchen gemacht. Hier ist vor allem die Autorin Judith Plaskows und ihr bekanntes feministisches Midrasch „Das Kommen Liliths“ hervorzuheben. Lilith ist also weder eine mesopotamische Göttin, noch eine dämonisierte Frauenfigur der Bibel, wie so gerne behauptet wird. In der Bibel findet sie überhaupt nur einmal Erwähnung auch hier wieder lediglich als Vokabel für einen weiblichen Dämon.

Jesaja 34,14: „Es werden Wildkatzen auf Schakale treffen, ein ziegenbehaarter Dämon wird seine Gefährten rufen und dort wird auch die Lilit verweilen und ihre Behausung finden.“

Lilith – ein moderner Mythos

Heute ist Lilith Namenspatronin für Frauenberatungsstellen, gern verwendeter Nickname in Esoterik- und Hexenkreisen, vielfach verehrte „Göttin“ und Symbol der „dunklen“ Anteile der Frau, nämlich der Wunsch nach einer freien und selbstbestimmten Sexualität, nach Bildung, nach Gleichberechtigung, nach wilder, ungebremster Emotionalität. Die Kunstfigur Lilith ist zu einem Behältnis aller modernen Ideale weiblicher Emanzipation und Identität geworden. Gerade diese Aspekte sind auch wichtiger Bestandteil weiblicher Spiritualität in alternativ-religiösen Gesellschaften wie dem Heiden- und Hexentum oder der Esoterikwelt. Möglicherweise hat dies zu einer Adaption der jüdisch-feministischen Lilith geführt.

Verwunderlich ist, dass die polytheistischen Traditionen zahlreiche weibliche Göttinnen aufweisen, die ebenfalls äußerst emanzipiert zu Werke gehen, jedoch hat es keine von ihnen zu einem derartigen Erfolg gebracht. Es ist zu vermuten, dass hier das große Bedürfnis alternativ-spiritueller Frauen nach Abgrenzung von einem patriarchalen bzw. patriarchal-religiösen System wie dem Christentum dazu geführt hat, dass gerade die Figur der Lilith in der modernen Auffassung so populär und letztlich sogar vergöttlicht wurde.

Lady Lilith von Dante Gabriel Rosetti, Wikimedia Commons

Lilith – Verehrung heute

In einigen modernen magischen Traditionen ist die Lilith-Verehrung ein zentraler Bestandteil der Praxis geworden, wie z.B. im Wicca, in der Ritualmagie oder auch in der Chaosmagie. Aleister Crowley benannte sogar seine Tochter Jezebel Lilith Crowley nach der göttlichen Feministin. Es stellt sich also die Frage, ob eine Lilith-Verehrung generell als falsch zu werten ist oder ob Mythos auch in einer modernen Welt ein organisch wachsendes Konstrukt spiritueller Gruppendynamiken sein darf und als solches seine Berechtigung erhalten sollte.

Sich auf „uralte Mythen“ zu berufen ist hier sicherlich nicht korrekt, doch ist die Verbreitung der modernen Lilith-Figur inzwischen so gediehen, dass man schwerlich von einer undeutenden literarischen Idee sprechen kann. Das Bedürfnis nach einer Göttin der weiblichen Emanzipation und des spirituellen Feminismus ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen.

 

Mit großem Dank an Sedjfaiemitui, Expertin für Altorientalistik,
(Binghamton University in New York State) für ihre Unterstützung!

Zum Blog „Shadows of the Sun“ bitte klicken!

Literatur
Raphael Patai, Encyclopedia of Jewish Folklore and Traditions
Lori Hope Lefkovitz, In Scripture: The First Stories of Jewish Sexual Identities
Gabbay, Uri. “A Collection of Pazuzu Objects in Jerusalem,” Revue d’Assyriologie et d’Archaéologie Orientale. 2/2001 (Vol. 94), p. 149 – 54.
Gabbay, Uri / Wayne Horowitz / Filip Vukosavovic. “A Woman of Valor : Jerusalem Ancient Near Eastern Studies

Lilith – Ein Mythos – Teil I

Samstag, 27. August 2016

Lilith, die göttliche Ikone der emanzipierten, wilden, selbstbestimmten Frau. Egal ob man in die Esoterikszene, die Astrologie oder die Heiden- und Hexenszene schaut Lilith ist das Sinnbild der dunklen Anteile der Weiblichkeit, der Frau, die ihre Sexualität frei lebt und sich vom Mann keine Vorschriften machen lässt.

Lilith, eine Göttin der heiligen Emanzipation aus grauer Vorzeit also? Da gibt es nur ein kleines Problem: Es gibt keine solche Göttin. Bei Lilith handelt es sich um einen modernen Mythos, der in den 1970er Jahren in einer feministischen Strömung des modernen Judentums kreiert wurde. Und vielleicht noch um einen Himmelskörper.

Lilith von John Collier, 1892, Wikimedia Commons

Eine tatsächliche singuläre Lilith taucht erstmals im frühen Mittelalter auf und zwar in einem satirischen Text aus der jüdischen Folklore dem Alphabetum Siracidis, das ungefähr zwischen 700 und 1000 nach Christus verfasst wurde. Hier soll Lilith die erste Frau des Adam gewesen sein und durch ihr aufmüpfiges Verhalten aufgefallen sein. Was nun folgt ist eine Reihe von etymologischen Herleitungen und Assoziationen, die sich als falsch oder unklar herausgestellt haben, so dass man zwar sagen kann, dass mesopotamischen Mythen die Inspiration für die weibliche Figur aus dem jüdischen Text geliefert haben mögen, es jedoch keinerlei „Göttin“ im mesopotamischen Raum gibt, die der modernen Figur der Lilith entspricht.

Eine sumerisch-babylonische Göttin?

Aber beginnen wir ganz vorn vorne. Lilith soll angeblich im alten Mesopotamien beheimatet sein. Und tatsächlich findet eine „Lilith“ im Gilgamesh-Epos Erwähnung. Im Mythos der Inanna und dem Ḫuluppu-Baum tritt ein löwen-, schlangen- oder drachenartigen Mischwesen (Anzu) namens ki-sikil-lil-la-ke auf, das den Huluppu Baum im Garten Inanas besetzt. Dieses Wesen wurde sehr viel später mit Lilith assoziiert nämlich in dem eingangs erwähnten satirischen Text. Nach neueren Vermutungen handelt es sich sogar nicht nur um eine singuläre Lilith, sondern mehrere Liliths, die sich in den Zweigen des Baumes der Inanna befinden. Heute sind sich aber viel Historiker einig, dass diese Gleichsetzung von ki-sikil-lil-la-ke und der mittelalterlichen Lilith nicht korrekt ist. Zwar gibt es im sumerischen die sog. līlītu, jedoch handelt es sich dabei um sehr bösartige weibliche Dämonen, die möglicherweise für die spätere Lilith die Inspiration geliefert haben. Die Ähnlichkeit des biblischen Baums der Erkenntnis mit Inannas Huluppu-Baum mag dazu geführt habe, dass beide Mythen miteinander vermischt wurden.

Lilith statt Inanna

Interessanterweise ist es aber gerade Inanna welche viele der Eigenschaften aufweist, die dem populären Bild der Lilith entsprechen. Inanna ist die Göttin der geschlechtlichen Liebe, sie konnte männlich wie weiblich auftreten, ist kriegerisch und eine emanzipierte Herrscherin. Inanna hatte den Huluppu-Baum gepflanzt um daraus ihren Thron zu zimmern. Allein dieses mythologische Motiv weist sie als Königin aus, die sich selbst legitimiert und kein männliches Pendant dazu benötigt. Als sie ihn nach 10 Jahren Wachstum fällen will, ist dieser von Lilith(s) besetzt, die sich als Äste des Baumes darstellen. Der Dämon bzw. die Dämonen werden schließlich von Gilgamesch verjagt und der Baum gefällt.

Kindsmörderin aus Mesopotamien

Eine weitere unklare Gleichsetzung erfährt auch die mesopotamische Halbgöttin Lamaštu mit der jüdischen Lilith. Lamaštu besitzt – obwohl göttlich bzw. semigöttlich – wenig wohlwollende Eigenschaften, sondern zählt zu den sogenannten sieben Dämonen, die der Fortpflanzung des menschlichen Geschlechts Einhalt gebieten will. Sie ist ähnlich wie die sogenannten Lilin ein Mischwesen aus Löwe, Vogel oder Esel, hält Schlangen in ihren Händen und reitet auf einem Schwein oder Hund. Sie gilt als jener Dämon, der die bedrohlichen Aspekte der Frauengesundheit verkörpert, nämlich Kindstod, Kindbettfieber oder Fehlgeburt. Zahlreiche Amulette um Lamaštu zu bannen zeigen deutlich, wie sehr dieser weibliche Dämon in der mesopotamischen Kultur gefürchtet wurde. Es hieß sie würde Säuglinge der Mutterbrust entreißen und sie töten. Als Schützer der Schwangeren und Gebärenden tritt der ebenfalls dämonische Gott Pazuzu auf, der einzige der Lamaštu zu bezwingen vermag.

Götter sind keine Engel

Hier muss berücksichtigt werden, dass Gottheiten in Mesopotamien durchaus nicht immer als wohlwollend und rechtschaffen zu betrachten sind. Göttlich bedeutet nicht zwangsläufig gut oder wohlgesinnt. Das ethische Gleichgewicht wird in polytheistischen Traditionen durch das Zusammenwirken mehrerer Gottheiten hergestellt. Da es sich um naturreligiöse oder zumindest naturnahe Traditionen handelt und der Mensch im Gegensatz zu heute den Mächten der Natur hilflos ausgeliefert war, wurden auch die Gottheiten als durchaus bedrohliche Übermacht verstanden, die es zu bezähmen oder sogar zu bezwingen galt.

Auch darf nicht vernachlässigt werden, dass die Begrifflichkeiten von „Gut“ und „Böse“ im Laufe der Zeit einen grundlegenden Bedeutungswandel erfahren haben. Während die Begriffe im Zusammenhang mit modernen Religionen oft stark moralisiert sind und sich auf soziale Dynamiken beziehen, drehen sich ihre Bedeutungsinhalte in den naturnäheren Religionen des alten Orients und der Levante um das Prinzip der Schöpfung als Lebensgrundlage. Demzufolge ist „böse“ was sich dem Prinzip der Schöpfung als Gesamtes entgegenstellt und nicht selten konnte diese destruktive, antischöpferische Kraft auch von göttlichen oder zumindest gottähnlichen Wesen ausgehen. Dieser Definition von „Böse“ entspricht z.B. Lamaštu, denn ihr Wirken ist gegen die Menschheit als solches gerichtet.

Ende Teil I

 

Auf den Schwingen des Gesangs – die vielen Gesichter der Rhiannon – Teil II, geschrieben von Kris, übersetzt von Anufa

Samstag, 02. Juli 2016

Nach Will Parker, dem Mabinogi-Wissenschaftler, ist das Erscheinen der Vögel eine Manifestation des Durchganges zwischen den Welten der Lebenden und der Toten. Die Vögel der Rhiannon sind mit dem Mysterium von thedwfn, den tiefsten Tiefen des Meeres, einer Qualität die symbolisch für das höchste Mysterium, die Einheit und den Ursprung gleichgesetzt. Sie heiratet das Meer in Form von Manawyan und sie ist innig mit Teyrnon verbunden, der wieder selbst mit den wellenähnlichen, ozeanischen Qualitäten behaftet ist. Der Name „Terynon Twryf Liant“ kann mit „Großer König/Monarch der tosenden See“ übersetzt werden. Ein sehr passender Name als Gegenpart zu Rhiannons Namen „Große Königin“. Er wird mit Pferden und der Schwellenzeit, Calan Mai (Beltane) assoziiert.
Nun, besehen wo er lebt, Gwent ys Coed, im Severn-Tal, auch besehen, dass „thwrf“ von „twryf/twrf“ ein altes Wort für Flutwelle, wie in „Severn Bore“ stammt. Die Flutwellen und Wellen des Meeres werden oftmals als Pferde bezeichnet.

Wissenschaftler verwerfen sofort, ohne Diskussion, die Bedeutung von Liant als Lliant, was Meeresströmung gedeutet, einfach deshalb weil es nicht mit der Funktion im ersten Zweig übereinstimmt. In Ordnung, es ist nicht alleinig ihre Schuld, weil sie ja wie kleine Schafe ihren Vorgängern folgen. Aber wir haben noch eine weiter Waffe im Arsenal der Götterbelästigung … die visionäre.

Im dritten Zweig, nach ihrer völligen Vermenschlichung, heiratet Rhiannon das Meer (Manawydan). Sie kehrt zu dem ungreifbaren Unbewussten zurück aus dem sie kam – Annwfn. Der erste Zweig verbindet ihren Namen aber doch durch seine Bedeutung und Natur mit der omnipräsenten Magie und dem Geheimnis des Meeres – in diesem Fall, wenn sich das Meer tatsächlich mit dem Süßwasser vermischt – Teyrnon.

Während Rhiannon im zweiten Zweig körperlich nicht auftaucht, ist ihre Qualität als Seelenführer doch ziemlich offensichtlich.

Wenn wir das im Gedächtnis behalten, dann können wir herausfiltern, dass der gesamte Ablauf des Geschehens im Ende des zweiten Teiles, Zeichen für eine Einkehr, einen Rückzug und Assimilation ist, der körperliche Rückzug nach einer schamanischen Wunde, wenn man so will.
Dieser Prozess der Katharsis ist unbedingt nötig für uns um das Verständnis des im vierten Zweig liegenden Mysteriums zu erhalten. Dort werden die gesamten Zweige magisch eingebunden in tatsächliche Erfahrungen. Auf jeden Fall befinden sich die sieben Überlebenden in einem Zwischenstadium zwischen Leben und Tod, das erfordert, die Attribute der Rhiannon anzuwenden. Zu dieser Zeit ist der Vorgang der Assimilation eine Notwendigkeit um die weitere Transformation zu sichern. Der Adept ist eine verblüffende, reinigende und oftmals traumatische Straße bereist.

Allerdings muss ich hier eine Pause einlegen und zu einem Wort zurück kommen, das in diesen Diskurs geworden wurde und keinen oder nur wenig Aufmerksamkeit erregt haben mag – Überlebender. In dieser Abhandlung bezieht sich das auf die Sieben, die aus Irland zurückkehren. Die Kraft der Worte ist gewöhnlich trügerisch, denn im Originaltext finden wir das walisische Wort für „Überlebender“ nicht, „goroeswyr“. Stattdessen finden wir das alt-walisische Wort „dihengis“ umgewandelt in walisisches „di hangdod“. Beide bedeuten „Ymgais new duedd I ffoi o ran y meddwl a’r dychymyg oddiwrth ddiflastod ac undonedd bywyd fel y mae“ das sich als „Die Anstrengung oder der Versuch durch Benutzung des Geistes und der Vorstellungskraft aus der Langeweile und der Monotonie des Lebens zu entfliehen“. Faktisch ziehen sich die Sieben an einen Platz zwischen den Welten zurück, sie sind nicht einfach nur Überlebende, sondern freiwillige Teilnehmer an einer Andersweltreise. Wir können aus diesem Blickwinkel, auf die Versammlung des wundersamen Hauptes auf der Insel Gwales, einigen Einsichten gewinnen. Zwischen den Welten, getrennt von Zeit, Raum und allen Sorgen, bis die Türe geöffnet wird in die Welt, die wir bewohnen.

Wenn wir das Vorhergehende mit einbeziehen, dann wird offensichtlich, dass die Abfolge von Einkehr, Assimilation, Verstehen der Mysterien der Schwellenzustände, von Tod und der Rückkehr fundamental für die in den vier Zweigen liegenden Mysterien ist.
Einer der ersten Archetypen, dem wir begegnen und der uns dabei hilft dieses Dilemma aufzunehmen, ist Rhiannon. Arawn, Pwyll und Hafgan machen uns mit der Realität von dwfn bekannt, aber es sind die Verbindung und die Erfahrung der Rhiannon, die uns dazu bringen die Verwirklichung einer tieferen Verständnisebene zu erreichen.
Rhiannon ist vielschichtig und einer der ersten Seelenführer, den wir kennen lernen. Sie ist viel mehr als eine sexuell selbstsichere Frau. Alle Religionen und spirituellen Traditionen dienen dazu eines der erstaunlichsten menschlichen Paradigmen verständlich zu machen – was passiert mit uns, wenn wir sterben.

Für mich macht das sehr viel Sinn, dass einer der ersten Archetypen, dem wir begegnen, dazu dient uns mit den Antworten auf die großen Fragen zu versorgen. Damit wird es uns ermöglicht weiter zu gehen, die Zweige zu erfahren, ohne die Verstümmelung durch unsere Existenzängste.

In ihrer Gestalt als Königin, als Rigantona, ist sie das Potential in uns allen, und bekannt als die Seele des Landes, bringt sie Wünsche und Verlangen mit sich. Sie rüttelt das Herz auf, zu lieben. Als verleumdete Ehefrau ist sie die Verletzlichkeit und ein Ausdruck tiefer menschlicher Gefühle und der Macht des Verlusts, der Aufgabe und Annahme.
Als Pferd ist sie das Symbol des animistischen Geistes, der im Land verborgen ist – unsere Verbindung zur Einheit mit dem Land. Als Vogel ist sie die Türe, der Durchgang zwischen den Welten und die Rückkehr in die Tiefe.
Wir sind nicht darauf beschränkt mit dem einen oder anderen Aspekt zu arbeiten, sondern wir können uns mit ihr in all ihrer bunten, vielfältigen Pracht zu verbinden, sie anzusprechen und mir ihr zu arbeiten. Wir können uns dazu bewegen lassen die Mysterien zu verstehen, nicht als intellektuelle Übung sondern so, dass unser Herz davon bewegt wird, unser Geist und unsere Seele.