Archiv für den 17. Juni 2017

Editorial

Samstag, 17. Juni 2017

Well met, alle zusammen!

Anfühlen tut es sich bei uns hier schon wie Sommer – und Urlaubspläne fliegen auch schon durch die Gegend … In meiner sozialen Blase rollt grad eine (Selbst-)Reflexionswelle an, was ich persönlich sehr spannend und vor allem extrem sinnvoll finde. Aber auch politisch tut sich hie und da ein bissl was, wie z. B. die Aufarbeitung des Irakkrieges in der einen oder anderen Dokumentation. Die typischen Sommergedanken? Nein, sicher nicht, aber wenn es so ist, dann ist es eben so.
Das geschorene Schaf von Rothani passt zu meinen Gedanken diesmal hervorragend!

 

Unser heutiges Update bringt Euch den Teil II von Morganas „Treffen mit Dayonis„, das ich übersetzen durfte und das von Chris redigiert worden ist.

Unser zweiter Artikel ist eine weitere Folge, Teil IV, von „NATuQuTAN“ das uns Magister Botanicus zur Verfügung gestellt hat. Für alle, die den wissenschaftlich erklärbaren Hintergrund schätzen, eine wirklich gute Sache!

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen und uns Eure Kommentare oder vielleicht sogar Eure Mitarbeit beim ArtikelSchreiben!!
Unsere SpendenAktion läuft natürlich auch noch – und obwohl schon ein paar Euro zusammen gekommen sind (die Liste der edlen Spender hält sich aber leider noch in eher engen Grenzen) verlinke ich sie vorsichtshalber noch einmal.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

NATuQuTAN – Teil IV, geschrieben von Magister Botanicus

Samstag, 17. Juni 2017

Die Paarbildung („Wie schööön!“ – der Red-Elch)

Nun kommen wir zu einem Effekt im Bereich der Quantenphysik, der mich persön­lich immer am meisten fasziniert hat, der Paarbildung. Behalten wir während der Beschreibung des Vor­ganges im Kopf, dass es Prinzipien oder Naturgesetze gibt, die überall im Universum gleiche Gültigkeit zu haben scheinen.

Lassen Sie uns jetzt gedanklich in die Nähe eines Atomkernes reisen. Welches Element dieser Atomkern darstellt oder wie viel Protonen oder Neutronen er hat, ist nicht so wichtig. Wir halten an einem Punkt, an welchem sich das sogenannte „Coulomb-Feld“ des Atomkernes ausbreitet und wirksam ist. Es ist – vereinfacht ausgedrückt – eine Art elektrisches Feld, welches jedem Atomkern zugeordnet ist und durch intraatomare Prozesse aufgebaut wird.

Nehmen wir weiterhin an, wir würden dieses Atom jetzt mit einer sehr energie­reichen Gamma-Strahlung bestrahlen bzw. mit sehr energiereichen Fotonen durch­dringen wollen. Solange wir das Coulomb-Feld meiden, passiert gar nichts. Wenn aber der Gamma-Fotonen-Strahl in den Bereich dieses Feldes kommt und bestimmte energetische Voraussetzungen erfüllt sind – nämlich das die Energie der Fotonen mindestens ein Äquivalent von 1.022 MeV hat (Mega-Elektronen-Volt = Energie­einheit der Elektronenenergie) – dann geschieht es:

Es erscheinen plötzlich 2 Quanten mit Ruhemasse – einfach so, scheinbar aus dem Nichts – die sich mit genau gleicher Geschwindigkeit diametral voneinander ent­fernen. Und jedes diese beiden Quanten trägt eine Ladung von 0.511 MeV!

Antimaterie und Energieerhaltungssatz

Was ist passiert?

Zunächst mal sollte gesagt werden, dass die 2 Quanten, die hier entstanden, ein negativ gela­denes Elektron und ein positiv geladenes Elektron, ein sogenanntes Positron, sind. Sie haben beide die gleichen Eigenschaften wie alle Elektronen, nur das eine davon hat ein positive elek­trische Ladung, das macht es so besonders. Während das negative geladene Elektron davon ­schwirren kann und sich wie ein normales Elektron verhält, muss das positiv geladene Elektron höllisch aufpassen, das es keinem negativ geladenen Elektron über den Weg läuft.

Aus der Schule können wir uns noch dunkel erinnern, das sich die gleichnamigen Pole eines Magneten abstoßen, sich die ungleichnamigen Pole aber anziehen. Nun, das ist bei dem Elek­trischen Feld nicht anders wie bei dem Magnetischen – und ein positives Elektron zieht ein negativ geladenes Quant seiner Art (nicht magisch, sondern physikalisch) an!

Und wenn dass passiert, dann rummst es gewaltig! Beide Teilchen sind auf der Stelle ver­schwunden, aber dafür ist ein Gamma-Quant, ein Foton entstanden, welches genau die Energie von 1.022 MeV hat.

(„Jetzt sind alle Klarheiten restlos im Dunkel verschwunden!“ – der Red.-Elch)

Dann also wieder zurück zu Prinzip und Energie – als Erstes, das Prinzip eines jeden Quanten­zustandes ist überall im Universum dasselbe. Ist also der energetische Rahmen gegeben (hier die Bestrahlung mit Gamma-Quanten), wirkt eines dieser Prinzipien und es entsteht ein Paar ungleich geladener Quanten, die jetzt jedes für sich genau die Hälfte der Energie des Gamma-Quants tragen (= Energieerhaltungs­satz, Energie geht nicht verloren, sie kann nur trans­formiert werden).

Aber ein weiteres Prinzip greift hier ebenfalls ein, nämlich, dass immer nur gleich­zeitig ein positiv und ein negativ geladenes Teilchen entstehen kann, Materie und Antimaterie zu gleichen Teilen. Wieder sehen wir, dass die Energie des Fotons er­halten bleibt während das Foton selbst anscheinend vernichtet ist. Aber ein Prinzip ist kein materieller Zustand, es wird erst dann wieder wahrnehmbar, wenn Positron und Elektron zusammenstoßen und die Energie sich wieder einem ihm äquivalenten Prinzip, per Grundgesetz („?, äh, wie bitte?“ – der Red.-Elch), sorry, per Naturgesetz zugeordnet wird. Und prinzipiell geht die Materie – Antimaterie / Teilchen – Anti­teilchen – Erzeugung mit jedem Quant (Proton, Neutron etc.), aber der Energie­aufwand ist beachtlich.

Einstein und Energieäquivalenz von materiellen Strukturen

Damit ich Ihnen nun auch mal ein paar Formeln präsentieren kann, weil man mit denen so wunderbare Spielchen treiben kann, hier nun die ersten Zwei davon, die aber im Laufe des Textes noch an Wichtigkeit zunehmen werden:

1. E = m * c2

2. E = h * c

Die erste Formel beschreibt das Masseäquivalent der Energie, d.h. wie viel Energie z.B. bei der „Zerstörung“ eines Elektrons frei wird. Wobei wir ja vorher festgestellt haben, dass nur die materielle Messbarkeit des Elektrons verschwindet, sein Prinzip nicht – und dass sich die frei­werdende Energie ein geeignetes Trägerprinzip sucht.

Betrachten wird also mal was dabei heraus kommt, wenn wir das mit nur einem einzigen Elektron tun würden. Die spezifische Masse eines Elektrons beträgt unge­fähr 9.1 x 10-31 kg. Doch jetzt muss diese Masse mit dem Quadrat der Licht­geschwindigkeit multipliziert werden – und dieser Wert beträgt ca. 3 x 1036. Das be­deutet, das 100.000 kg.m2/s2 oder 100.000 Joule (Einheit für Arbeit) freigesetzt werden könnten. Eine Energiemenge, die reicht, wenn sie in Hebelkraft umgesetzt würde, einen Kleinwagen ca. 10 m über den Erdboden zu heben!!! – und dies in einem so winzigen Masseteilchen. Das heißt aber auch, dass bei der „Zerstörung“ eines Positrons und eines Elektrons – unser Beispiel aus der Paarbildung – 182.000 Jaule freigesetzt werden und der Kleinwagen bereits eine Höhe von 20 m erreichen würde.

Wenn wir uns dann überlegen, was passiert, wenn ein ganzes Molekül Antimaterie auf ein Molekül Normalmaterie trifft – kommt es – im wahrsten Sinne des Wortes – zu einer Explo­sion, die jede Menge -Quanten freisetzt. Diese energiereiche Strahlung oder Lichtquanten können – wie die bei der Explosion einer Plutonium­bombe freigesetzten -Strahlung – tödlich wirken.

Warum sie das sind, folgert aus der nächsten Formel, nämlich dem Energie­äquivalent einer Strahlung. Die Formel bedeutet, dass die Energie einer Strahlung gleich einer Kosmischen Konstante ist (dem sog. „Planck´schen Wirkungsquantum [h]), welche multipliziert wird mit der Lichtgeschwindigkeit die wiederum vorher durch die Frequenz (= Wellenlänge) der Strahlung zu teilen ist.

Hier ist gleich zu sehen, dass niedrig frequente Strahlung oder Lichtquanten mit einer großen Wellenlänge weniger Energie tragen können wie hochfrequente Fotonen. Denn je kleiner der Wert unter dem Bruchstrich wird, um so größer wird das Produkt aus h und c, eben der Energiemenge. Und jetzt stellen wir uns vor, wir setzen die aus unserem Beispiel mit dem Elektron und dem Positron bekommene Energie von ca. 200.000 Joule in diese Formel ein.

Dann erhalten wir eine Wellenlänge, die genau jenem Gamma-Quant entspricht, welches ent­standen ist. Das ist sog. „harte“ -Strahlung, die so energiereich ist, dass sie aus einem Molekül der Erb­masse eines Menschen Elektronen heraus schießen kann, wenn sie darauf trifft! Und was dass bedeutet, vor allem, wenn nicht nur ein solches Quant entsteht, sondern – wie bei der Explosion einer Plutoniumbombe – un­zählige, das wissen wir seit Hiroshima und Nagasaki leider nur zu genau!

Ende Teil IV

Ein Treffen mit Dayonis – Teil II , geschrieben von Morgana, übersetzt von Anufa, bearbeitet von Chris

Samstag, 17. Juni 2017

Eingeweiht von Gerald Gardner, Mitte der Fünziger, war Jack Bracelin mein Hohepriester. Wir waren zu selben Zeit eingeweiht worden, wir leiteten zusammen den Bricket Wood Coven bis ich ihn 1959 verließ um zu heiraten, denselben Kerl mit dem ich immer noch verheiratet bin, die Göttin möge ihn segnen. Mein Buch der Schatten ist schon lang durch Feuchtigkeit und Insekten vernichtet worden, als wir in der Karibik lebten. Es war nur zwanzig Seiten dick und ganz schön skizzenhaft aber es hat verflixt gut funktioniert. Zumindest taten wir das als Coven. Lois war meine Maiden und ein beachtliches Medium. Wir ihr vielleicht alle wisst, habe ich mich zumindest auf diesen Foren vor ein paar Jahren geoutet und habe Californien dank Anna besucht. Ich schätze, wenn man all das Obige mit einbezieht, dann könntet ihr mich Urgroßmutter (durch die Macht von zwei nur zwei?) nennen und das ist der Titel, den ich am meisten mögen würde, jetzt, da ich die wirkliche Großmutter einer wunderhübschen Enkelin bin.

Habe Lois Bournes Buch “Dancing with Witches” gelesen und sie trifft im ersten Teil des Buches mit ihren Kommentaren zu Gerald ins Schwarze. Ich wusste von Idries Shah, traf ihn einmal als Jack mich mitnahm um ihn zu sehen. Er sah gut aus und war auch eine faszinierende Persönlichkeit! Zu ihren Kommentaren zur Volkskunde – ich habe sie nie wirklich sorgfältig gelesen – damit werde ich sie auch nicht kommentieren.
Liebe und seid gesegnet … Dayonis”
(Mit Erlaubnis wiedergegeben)

Für mich war das interessanteste Faktum an Dayonis Vorstellung, dass mir ihre Herangehensweise so bekannt und mit meinen eigenen Erfahrungen des Arbeitens in einem Coven vergleichbar war. Wir standen nicht auf Zeremonien und machten einfach weiter.

Es folgten mehrere andere E-Mails von langgedienten amerikanischen und europäischen Gardnerischen, die etliche Themen abdeckten. Viele waren damit befasst, was “richtig” im Sinne der Gardnerische Praxis war. Tatsächlich wurde die Liste so geschäftig, dass ich sie schon aufgrund der reinen Menge verließ.

Nach den anfänglichen Vorstellungen und üblichen Diskussionen über das Buch der Schatten, wurde es weniger interessant, einfach deshalb, weil so vieles von dem sich nicht auf das anwenden ließ, was in den Niederlanden geschah.

Auch gab es Listen und Foren die bei uns neu auftauchten. Mit einer Vollzeitarbeit und Craft-Aktivitäten beschäftigt, hatte ich einfach nicht die Zeit an diesen “transatlantischen” Diskussionen teilzunehmen.

Also vorspulen ins Jahr 2014. Ich war beschäftigt damit Pläne zu machen die URI (United Religions Initiative) und die PFI beim nächsten “Parlament der Weltreligionen” 2015 in Salt Lake City zu vertreten. URI würde einen Gästebereich einrichten und ich hatte angeboten zu helfen. Es gab die üblichen Facebook-Gruppen in denen Leute aus den unterschiedlichsten Organisationen interagierten. Zu meinem Erstaunen und meiner Freude stellte ich fest, dass Dayonis ebenfalls teilnehmen würde. Ich beschloss ihr eine persönliche Nachricht zu schicken und sie wissen zu lassen, dass ich ebenfalls teilnehmen würde … aber sie antwortete nicht. Wie auch immer, ich hatte keine Ahnung, dass Anna und Don auch teilnehmen würden (Don in seiner Funktion als URI Repräsentant) und Dayonis bereits gefragt hatten, ob sie mich und Vivianne Crowley, die auch am Parlament teilnahm, treffen wolle.

(Dayonis und Morgana beim Parlament der Weltreligionen, Salt Lake City 2015)

Wir sprachen über Abstammungslinien und die regelrechte Besessenheit, die Amerikaner diesbezüglich haben. Natürlich verstehen wir, warum das so geschehen ist und warum das nötig ist, aber wie Dayonis später anmerkte, “wussten wir nicht immer, was Gerald vor hatte.” Und wir wissen tatsächlich, dass Gerald viele Verbindungen hatte und viele Leute traf.
Ich hatte diese Erfahrung auch gemacht, wenn ich mich an meine eigene Initiation erinnerte und an den Coven, in dem ich ausgebildet wurde. Es erinnerte mich daran, wie Vivianne und ich uns das erste Mal trafen. Obwohl wir beide von Eleanor Bone “abstammten” und damit schlussendlich von Dayonis, wussten wir nur wenig über den Hohepriester und die Hohepriesterinnen der anderen. Wir wussten, dass sie alle geringfügig unterschiedliche Versionen des Buches der Schatten zu haben schienen. War das das Resultat schlampigen Kopierens? Oder waren die Dinge geändert worden? (Wir wissen, dass Dinge manchmal von GBG geändert wurden, manchmal von dem betreffenden Hohepriester/der Hohepriesterin). Dayonis erzählte mir später, dass sie sich öfters Jacks Buch ausborgte …

Das Gespräch war gefüllt mit wunderbaren Anekdoten. An einem Punkt sprachen wir auch über die Kerzen in den vier Richtungen – wir fragten Dayonis ob sie damals eine bestimmte Reihenfolge oder bestimmte Farben verwendeten. “Oh nein”, antwortete sie. “Wir haben nur weiße Kerzen verwendet …” Ich fügte hinzu, dass wir in unserem Englischen Coven blaue Kerzen verwendeten und Anna erinnerte sich an Doreens Kommentar “Wir verwendeten rote Kerzen für die Himmelsrichtungen – weil es da im Supermarkt ein billiges Angebot gegeben hat”. Alle platzten vor Lachen!

Ende Teil II