Archiv für den 01. Juli 2017

Editorial

Samstag, 01. Juli 2017

Well met, alle zusammen!

Unwetter bei den Nachbarn in Deutschland, mit „Land unter“ und bei uns Ferienbeginn … also Stau an allen Ecken und Enden. Politisch ist das Wetter irgendwie ähnlich – für mich schaut´s eher nach Gewitter aus. Ein Sturmwind, der durchfegt und viel bewegt (außer Zeugs das echt festbetoniert ist). Wie sinnvoll was davon ist und wie die Konsequenzen dann wirklich aussehen, das wird ja dann eh die Zeit weisen. Wie so oft!

GewitterStimmung copyright XVII

In unserem heutigen Update findet Ihr den Teil II von Franks Über die Kraft echten Schamanentums“ – und natürlich seid Ihr (wie immer!!!) herzlich eingeladen Eure Kommentare zum Artikel da zu lassen.
Als zweiten Artikel hat uns Anette ihren Blick auf einen berühmten Steinkreis, „Der Steinkreis von Callanish/Calanais“ gespendet, über den wir uns besonders freuen.

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen uns uns Eure Kommentare.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Über die Kraft echten Schamanentums – Teil II, geschrieben von Frank

Samstag, 01. Juli 2017

Schamane werden durch Absolvierung einiger Wochenendkurse? Oder im Zuge einer einjährigen Ausbildung? Und das kann dann also »jeder«? Da ist schon etwas mehr nötig! Die Verbündeten – reale Geister! – müssen ihrem Schamanenmeister zur Seite stehen. Denn er braucht ihre Kraft und Unterstützung, um sich mit all den widrigen Kräften auseinanderzusetzen, die aus schamanischer Sicht Krankheit und Leid verursachen. Die Grundlage dafür ist die Fähigkeit, Bewusstseinszustände willentlich wechseln zu können. Und mit dem umgehen zu können, was in diesen Zuständen gesehen und erfahren werden kann. Schamanische Trancen, die zugehörigen Methoden sowie der Erwerb von hilfreichen und zuverlässigen Schutzgeistern: Sowas fällt niemandem einfach in den Schoß! Das Schamanenhandwerk muss im Gegenteil durch langwieriges Training erlernt werden. »Langwierig« meint viele, viele Jahre praktischer Erfahrung.
Neben all dem kommen im Einzelfall viele weitere Wissensgebiete dazu, die, je nach Typ, ebenfalls erarbeitet werden müssen. Ritualistik, Kräuterkunde, Astrologie oder umfangreiches Medizinwissen als Beispiele.

Ich kenne eine Reihe »echter«, also tatsächlicher Schamanen persönlich. Mit einigen pflege ich langjährige Freundschaften. Viele dieser wahrhaftigen Schamanen im ursprünglichen Sinn des Ausdrucks sind es inzwischen gründlichst leid, sich immer und immer wieder diverseste Interpretationen überstülpen lassen zu müssen. Diese esoterisch, psychologisch oder »wissenschaftlich« verzerrten Projektionen kommen von Menschen, die oft genug keinerlei eigene Erfahrung mit echtem Schamanismus haben. Nun, echte Schamanen werden es wohl von Haus aus besser wissen müssen, was sie da eigentlich tun? Aufgrund intensiver, über mindestens ein bis zwei Jahrzehnte gewachsener Erfahrungen, verfügen sie über ein empirisches Wissen und eine daraus resultierende Gewissheit und Befähigung, die weit über Glauben, Wunschvorstellungen oder angelesenes Wissen hinausgeht.

Ich kann natürlich nicht für andere Schamanen sprechen. Jedoch was mich betrifft: Wer von mir schamanischen Rat erbittet, wer bei mir behandelt werden will, der möge bitte meine Arbeit als das akzeptieren, was sie ist. Nämlich eine für ihn oder sie wenigstens mögliche REALITÄT. Im Rahmen dessen: Ich kann und werde nur das sagen und bearbeiten, was ich sehe. Das gilt in meiner naturheilkundlichen Arbeit als Heilpraktiker ebenso, wie der als »Schamane«. Was ich nicht sehe, werde ich nicht behaupten – auch wenn Klienten da vielleicht noch so gerne etwas hören wollen. Wer zu mir kommt, den treibt der Wunsch nach wirksamer schamanischer Beratung und Behandlung. Dass Dinge in Bewegung gebracht werden, die manchmal auch unangenehme Informationen und Handlungen mit sich bringen, gehört dazu. Es ist eben keine seichtesoterische Wunschveranstaltung, aus der man sich das raussuchen kann, was einem zusagt und das Lügen straft, was vielleicht auch mal unangenehm ist, weh tut oder aus irgendwelchen Gründen nicht mit der eigenen Erwartungshaltung übereinstimmt. Wer mich beauftragt, schamanisch zu arbeiten, kann schlecht erwarten, dass beschädigte Selbstbilder und leidmotivierende Störungen von mir bedient werden. Nein – im Zweifel wird das aufgedeckt, angesprochen, bearbeitet. Dafür werde ich beauftragt und bezahlt. Und ich erwarte von Klienten, dass sie das nicht nur akzeptieren, sondern obendrein, dass sie kräftig daran mitarbeiten.
Was tausende Internetdiskutanten mit dem Schwerpunkt »Esoterik« über das Schamanentum denken, was sie glauben, was Schamanismus denn nun tatsächlich sei, und dergleichen: Nun, ich finde das zwar interessant. Man kann auch gern mal auf dieser Ebene Gespräche führen. Ein X für ein U vormachen lasse ich mir aber nicht. Wer als Anfänger, etwa als esoterisch vorgebildete Person, die seit zwei Jahren den Schamanismus für sich entdeckt zu haben glaubt, mir oder anderen »alten Hasen« auf dem Gebiet erzählen will, was denn nun wirklich Sache sei mit dem Schamanismus – ist bei mir an der falschen Adresse. Sowas kann ich nicht ernst nehmen. Ich selbst kann zum Beispiel recht gut Auto fahren. Ich weiß auch, wie man ein Auto betankt, und kann einige wenige Reparaturhandgriffe sogar selbst erledigen. Ich würde mir trotzdem nicht im Traum erlauben, einem ausgebufften Autoschrauber, der seit Jahren nichts anderes tut, mit meinem »Wissen« entgegen zu treten! Oder ihn gar für unwissend erklären und seine Methoden und seine Kenntnisse im Umgang mit Autos als »falsch« bezeichnen. Zu Recht würde ich bestenfalls ausgelacht, sollte ich mich auf diese Art in einem KFZ-Forum im Internet darstellen wollen!

Schamanismus ist lebendige Erde und Wildnis, ist Arbeit mit Geistern und deren eigenem Wollen, deren Über- und Einblick und deren Wohlgesonnenheit. Schamanentum ist das absichtsgelenkte Spiel mit Bewusstseinszuständen, ist Kraft, jahrelang geschliffene Technik und Wissen im Umgang mit diesen Kräften. Das Schamanische sprengt im Zweifel alle Fesseln, die uns die Erziehung und Sozialisierung unserer sogenannten Bildungsgesellschaft in Hirn und Energiesystem gepflanzt hat. Ein Grundmaß an Respekt und Akzeptanz gegenüber einem Jahrtausende alten Phänomen scheint also dringend angeraten. Und ebenso gegenüber denen, die sich schon lange Zeit mit einem solchen Mysterium auseinandersetzen und es, aller Widerstände und Widrigkeiten zum Trotz, erfolgreich leben. Es ist wahr: Esoterik kann vom Schamanentum eine Menge lernen. Synonym ersetzen allerdings kann sie es nicht. Das Gleiche gilt für reduktionistische Naturwissenschaften oder westliches Psychologieverständnis.

Der Steinkreis von Callanish/Calanais, geschrieben von Anette

Samstag, 01. Juli 2017

In diesem Frühling durfte ich wiedereinmal für einige Wochen nach Schottland reisen. Um dort zu arbeiten, zu wirken, zu erleben, zu schreiben und zu forschen.
Eine unserer Stationen war dabei die Isle of Lewis und damit auch der beeindruckende Steinkreis von Callanish/Calanais oder eigentlich sogar die Steinkreise (Plural) von Callanish/Calanais.


Es gibt den großen, beeindruckenden Steinkreis Calanais I, der schon allein aufgrund seiner Form, die an ein keltisches Kreuz erinnert, wirklich eine Besonderheit darstellt und noch mindestens 12 von vermutlich insgesamt über 20 weiteren Steinsetzungen in der näheren Umgebung, teils in Sichtweite zueinander und zum „Haupt“Steinkreis Calanais.

Ein bisschen was über Calanais ganz allgemein

Der eigentliche Hauptsteinkreis ist kein wirklich typischer Steinkreis. Es ist ein wilder, komplexer und sehr kraftvoller Ort und bisher die größte bekannte Steinformation der Megalithkultur auf den britischen Inseln. Es waren wohl einmal etwa 54 Steine aus Gneis die hier gesetzt waren. Gneis gilt als eine der ältesten Steinformationen der Erde.
Die Steine sind nicht behauen und es ist nicht bei jedem der Steine ganz sicher wo er ursprünglich genau gestanden haben mag und ob die heutige Ausrichtung zu 100% korrekt ist.
Die Anlage erinnert von Oben betrachtet an ein keltisches Kreuz, wobei im Norden eine lange Doppelreihe aus Steinen, eine regelrechte „Allee“ auf den inneren Kreis zuläuft. Die Gegenüberliegende Linie aus dem Süden ist kürzer und einfach. Ebenso wie die Ost-West-Linie aus Steinen.
In der Mitte, auf die alle 4 Linien eben wie ein keltisches Kreuz zulaufen, ist ein Ring aus Steinen in dessen Zentrum ein ein großer Monolith, von etwa viereinhalb Meter Höhe, steht.
Der Kreis und der zentrale Monolith scheinen die ältesten Teile der Anlage zu sein.
Ebenfalls in der Mitte des Kreises befand sich ein kleines Kammergrab das jedoch erst einige Zeit nach der Errichtung der Anlage gebaut wurde.
Man vermutet das die Anlage vor etwa 5000 Jahren errichtet wurde und dann irgendwann, aus unbekannten Gründen etwa vor 3000 Jahren verlassen wurde.
Wir wissen heute nicht warum Calanais errichtet wurde oder welche Zeremonien man dort begangen und gefeiert hat. Wir wissen auch so gut wie nichts über die Menschen die diesen Ort erschaffen habe.
Natürlich gibt es die Vermutung das es sich hier um eine Art Tempel, ein Observatorium zur Beobachtung der Sterne oder ähnliches gehandelt haben mag. Auch eine Verbindung zu Bestattungen oder Totenkult kann nicht ausgeschlossen werden. Aber das sind nur Vermutungen.

Was wir wissen ist, das die Inseln, damals ein guter Ort zum Leben waren. Sie waren milder, fruchtbarer und weit weniger rau als heute.


Calanais heute

Tagsüber ist der Kreis natürlich eine vielbeachtete Attraktion auf Lewis und man ist eigentlich fast nie alleine. Wenn aber das naheliegende Visitor-Center ab etwa 17:00 Uhr schließt wird es stetig leerer.
Wir waren meist in den späten Abendstunden dort, wenn der Sonnenuntergang nicht mehr fern war, also so zwischen 20:00 und 23:00 Uhr. Jetzt konnten wir die Steine ganz für uns genießen und es war einfach in die Kraft und Wildheit dieses Ortes einzutauchen.

Mein kleines Wunder von Calanais

Die Isle of Lewis ist atemberaubend in ihrer schroffen und rauen Wildheit. Das Wetter wechselt jeden Augenblick und wo es eben noch in Strömen regnete scheint plötzlich die Sonne und scharfer Wind trocknet die Kleidung in Minuten und andersrum.
Es gibt kaum Bäume auf der Insel und aus dem Moor und dem Grün der Weiden ragen überall Felsen heraus, als ob Riesen hier gespielt hätten.
Es gibt Strände mit weißem Sand und türkisfarbenem Wasser wie in der Karibik, aber nahezu niemanden der in dem eiskalten Wasser baden will.
Der Geruch nach Torf, Schaf und Heide ist allgegenwärtig genau wie der Wind und das Meer.
Entweder liebt man diese Inseln oder man kann sie kaum ertragen. Ich muss sicher nicht erwähnen zu welcher Sorte ich gehöre.
Es war einer unserer letzten Abende auf Lewis und ich wollte gerne an den Steinen trommeln, mit meiner relativ neuen HarmonyDrum. Das Wetter ließ jedoch nichts Gutes hoffen, riesige dunkle Wolkenberge wurden in schockierender Geschwindigkeit vom Wind unerbittlich über den Himmel getrieben. Nur kurz unterbrochen von einzelnen Sonnenstrahlen, schön anzusehen, aber alles eher ungemütlich.

Trotzdem wir wollten nochmals an die Steine.
Am Kreis angekommen wartete ich noch ab bis sich die letzten Besucher verzogen und dann sammelte ich mich und spielte direkt im inneren Zentrum des Kreises…. und spielte … und spielte… Ich verlor den Sinn für die Zeit, stand zwischendurch auch auf, sang, vollführte ein kleines Ritual und dann spielte ich wieder.
Das Drama am Himmel nahm ich kaum noch wahr.
Als ich den Eindruck hatte jetzt wäre es genug, bedankte ich mich, verabschiedete mich und verließ den Kreis….
Ich wanderte langsam zurück zum Auto, verstaute meine 7 Sachen und setzte mich hinein. In dem Augenblick als ich die Tür hinter mir schloss, pladderte der Regen mit heftigen Tropfen los, als hätte er schon darauf gewartet.
Mein Mann Sven war zu diesem Zeitpunkt immer noch an den Steinen am Fotos machen, und war patschnass geworden.
Soweit so alltäglich …
Als Sven dann am Auto ankam verkündete er mir höchst erbost ;-) das ich beim nächsten Mal zu bleiben hätte bis er fertig wäre mit seinen Fotos.
Ich verstand nicht ganz was er meinte. Er erzählte mir daraufhin das er, während ich so schön versunken im Kreis hantierte, mehrfach dicke Regenwolken sehen konnte die direkt auf uns zu hielten und dann, ganz plötzlich einfach die Richtung wechselten. Er behauptet das er einen direkten Zusammenhang beobachten konnte zwischen meinem Spiel und dem Zug der Wolken am Himmel.

Ich konnte das erst gar nicht glauben aber mein Mann gehört eigentlich eher zur bodenständigen und vernünftigen Sorte, so als „gelernter“ Ingenieur. Und so erschien mir sein Bericht durchaus ernstzunehmen.
Da er nun mit eigenen Augen gesehen hatte was er eben gesehen hat, wurde ich den Rest unserer Zeit in Schottland immer wieder von ihm gebeten für ihn und seine abendlichen Fotoausflüge zu trommeln… damit er auch ja das richtige Licht für seine Leidenschaft, die Landschaftsfotografie, bekam.
Da ich mit der Zeit immer wieder Bilder von ihm aus unserer Zeit in Schottland hier einstelle, werdet Ihr Euch selber ein Bild machen können ob es ewas gebracht hat oder nicht ;-).