Archiv für den 11. November 2017

Editorial

Samstag, 11. November 2017

Well met, alle zusammen!

Grad häufen sich Diskussionen um Moral und Ethik … sehr interessant für diese Zeit des Jahres auch bestens geeignet, wie ich denke. Für die einen schaut das so aus

und sie fühlen sich in ihren Persönlichkeitsrechten eingeschränkt, aus- oder eingeschlossen, auf jeden Fall von AUSSEN bestimmt. Andere sehen das eher als


Begrenzung, die man selber aufstellt und zwar dort, wo sie einem sinnvoll und nötig erscheint. Selbstbestimmt und quasi aus dem Inneren heraus. Persönliche Ethik im Unterschied zu aufoktruierter Moral?

In unserem heutigen Update findet ihr den Teil IV vom „Treffen mit Dayonis„, der auch hervorragend zu meinen obigen Gedanken passt.
Der zweite Artikel ist der Teil II von „Geistestraining – Dharma“ für den ich mich nochmal ganz herzlich bei Ngak’chang Rangdrol Dorje bedanken möchte.

Bei Sati bedanke ich ich mal wieder für die beiden, mehr als passenden Bilder und Euch wünsche ich viel Lesevergnügen.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

„Ein Treffen mit Dayonis – Teil IV , geschrieben von Morgana, übersetzt von Anufa, bearbeitet von Chris“

Samstag, 11. November 2017

Die Erwähnung der vier Richtungen und Dinge einfach zu halten, erinnerte mich an einen Kommentar, den sie ein Jahr früher über die Kerzen für die Richtungen gemacht hatte. Ich fragte mich, welche anderen Werkzeuge verwendet wurden?

„Es gab das Athamen, ein Schwert, einen Stab, ein Werkzeug um das Salzwasser zu versprengen, ein Teller für Kuchen und Wein, Kerzen, ein Messer mit weißem Griff und eine wunderschöne Statue einer Göttinnenfigur, die Freddies erste Frau gemacht hatte.“

Wir begannen mehr über die Praxis und über Magie und Ritual zu reden. Dayonis sagte,

„Craftrituale sind etwas, das mit der Intention etwas zu erschaffen gemacht wird. Das heißt einen Keis zu erschaffen, diesen und die, die sich darin befinden zu reinigen, und dann „die Arbeit tun“, wie wir es für gewöhnlich nannten.
Meiner bescheidenen Meinung nach bedarf es die Wiederholung der gleichen Worte, der gleichen Aktionen etc., da der magische Geist es einfacher findet, die Arbeit des Erschaffens zu tun und dann mit der Arbeit fortzufahren.“

Sie fügte noch hinzu,

„Ja, ich war eine effektive Hohepriesterin und wir haben einige gute Magie gemacht. N. hat meine Regenmagie auf seiner Farm sehr gut gefallen.“

Kraft aufzubauen und das zu verwenden, was wir Sympathiemagie nennen, ist etwas an dem Dayonis noch immer viel liegt. Ihr Umweltbewusstsein ist immer noch offensichtlich dadurch, dass sie organische Nahrungsmittel essen und umweltfreundliche Reinigungsmittel etc. verwenden. Obwohl sie Wicca 1959 verlassen hat, glaube ich nicht, dass sie aufgehört hat, eine Hexe zu sein. In den darauf folgenden Jahren reisten sie und ihr Ehemann nicht nur nach Kanada sondern auch in die Karibik. Sie erzählte mir, dass sie siebzehn Mal umgezogen waren, bevor sie sich endgültig in Utah niederließen. Umgeben von Bergen lieben sie es, wo sie jetzt sind.

Ich fragte mich, wie sie das Leben im Herzen und Zentrum des Mormonentum empfunden hatten. Ich fragte, „Würdest Du Salt Lake City beispielsweise als tolerante Stadt beschreiben?“ Dayonis antwortete, dass sie nie irgendwelchen wirklichen Problemen begegnet sei, aber sie habe nie offen über ihre Verbindung zu Wicca gesprochen.

Tatsächlich hatte sich ihre spirituelle Ausrichtung in Richtung transzendentaler Meditation verschoben und später befassten sie sich mit den Lehren von Sai Baba.

Viele Jahre lang unterhielten sie einen Treffpunkt für Sai-Baba-Anhänger. Sie besuchten auch bei mehreren Gelegenheiten den Ashram in der Nähe von Bangalore, Indien. Und natürlich waren es die Mormonen, die 2015 das Parlament der Weltreligionen in Salt Lake City ausrichteten. Also war es dort nicht allzu schwierig eine alternative Form der Spiritualität zu praktizieren.
Meditation war immer wichtig … und ist es noch

Dayonis erinnerte sich an eine Erfahrung während einer Meditation:

„Ich hatte eine sehr bewegende Erfahrung, während ich im Haus meiner Tochter meditierte. Das war zu einer Zeit in meinem Leben als ich noch transzendentale Meditation praktizierte. Meine Tochter und ihr damaliger Ehemann hatten gerade ein Haus gekauft. Ihr und mein Mann waren draußen Skifahren und meine Tochter und ich waren zuhause und strichen die Wände. Ich ging in den Keller um die Farbrollen auszuwaschen und ich hörte wie die Stimme meines verstorbenen Bruders mich rief. Er hatte eine unverkennbare Stimme. Ich konnte fühlen, wie sich die Haare auf meinem Kopf aufstellten! Er rief mich erneut und ich schaute, dass ich so schnell wie möglich aus dem Keller kam. Am nächsten Morgen beschloss ich, mich während meiner Meditation darum zu kümmern. Ich ging auf eine Meditationsreise und fand meinen Bruder in einem „Rattenloch“ – es gibt eine Geschichte zu einem wohlbekannten Platz. Er war auf der falschen Seite gefangen und versuchte heraus zu kommen, aber anstatt dessen grub er sich tiefer ein. Ich konnte ihn erreichen und sagte, „Okay, folge mir!“ Ich brachte ihn hoch in die mittlere Welt und da bemerkte ich, dass das nicht länger er war und ich in meinen erhobenen Armen einen Körper aus Licht hielt. Und so schubste ich ihn in die obere Welt hinauf und sagte ihm, „Geh jetzt und finde eine andere Mama.“

Dann tauchte ich aus der Meditation auf. Ich merkte, dass ich geweint hatte, obwohl es mir nicht aufgefallen war, als es passiert war. Mein Bruder war in mancher Hinsicht keine besonders nette Person. Er war frauenfeindlich, nicht verheiratet, hatte sich keine Freunde gemacht und lebte allein in einem Haus, das unsere Eltern gekauft hatten als sie geheiratet hatten. Er war eine sehr schwierige Persönlichkeit und für mich war es eine wirkliche Erleichterung fähig zu sein, ihn an einen besseren Ort zu schicken. Und ich glaube nicht, dass ich dazu fähig gewesen wäre wenn ich nicht mit der Craft angefangen hätte und dann zu anderen spirituellen Dingen weiter gegangen wäre.“

Rückblickend sieht Dayonis ihre Erfahrungen und Zeit im Bricket Wood als Katalysator. Obwohl sie als orthodoxe Jüdin aufgewachsen war, sagte sie dass „das mir nie wirklich sinnvoll vorgekommen ist…“.

Sie fühlte sich mehr angezogen vom alten Ägypten, beispielsweise. Einer ihrer Lieblingsautoren zu dieser Zeit war Joan Grant, die über ihre „vergangenen Leben“ schrieb. Ja! Ich musste zustimmen, Bücher wie „The Winged Pharaoh“ aber auch auch so facettenreiche wie „Scarlet Feather“. Sie ist immer noch eine begeisterte Leserin.

Ende Teil IV

Geistestraining – Dharma – Teil II, geschrieben von Enrico

Samstag, 11. November 2017

In den Pfad bringen

Alle quälenden Geisteszustände, alle Ängste und Probleme entstehen aus unseren falschen Auffassungen, fehlerhaften Konzepten, sowie den falschen Wahrnehmungen und deshalb liegt es bei uns, unseren Geist durch die Anwendung der befreienden Information des Dharmas zu zähmen.
Die Wurzelursache für die Lebensqualen ist das Greifen nach einer Identität, da man der falschen Auffassung unterliegt, das Dasein hätte eine inhärente Existenz. Man erkennt nicht die wechselseitige Bedingtheit und somit die Untrennbarkeit von zwischen dem eigenen Geist und den Wahrnehmungs- und Handlungsobjekten, sowie dem eigenen Tun. Diese sind untrennbar. Aber durch ein falsches Selbstverständnis versteht man diese als getrennt. Wenn man jedoch diese Untrennbarkeit erkennt, dann erlangt man eine Freiheit von der Qual, da man in die Handlungskompetenz kommt und versteht, dass man selbst Schöpfer bzw. Schöpferin ist, die niemals verschieden vom Geschaffenen ist.
Nebenbei bemerkt, das ist kein Zurückfallen in einen präspirituellen Zustand, kein Eintauchen in einen Ozean des Daseins (oder des Geistes), was ja manche postulieren. Wäre dem nämlich so, dann hätte die Befreiung und Erleuchtung eines einzigen Wesens genügt, weil diese Erleuchtung dann auf alle anderen automatisch übergesprungen wäre. Untrennbarkeit – Non-Dualität – meint eben genau diese Nichtverschiedenheit von Subjekt, Objekt und Aktion. Dies nennt man im Dharma auch „frei von den drei Kreisen“. Um eben diese falschen Ansichten, die die Wurzel für das Greifen nach inhärenter Existenz sind, zu beseitigen, muss man die wahre Natur der Phänomene und des Geistes verstehen lernen. Andernfalls wird es nicht möglich sein, Freiheit vom beständigen Auf- und Abwogen des Lebens zu erlangen.
Aufgeben – Annehmen
Um zunächst einmal überhaupt günstige Bedingungen zu schaffen, versucht man die Zusammenhänge zwischen Handlungen und ihren Auswirkungen zu verstehen, da jede Erfahrung aufgrund von Ursachen und Bedingungen zustande kommt. Qualvolle, leidbringende Umstände resultieren aus negativen Motivationen und Handlungen und erfreuliche Erfahrungen ergeben sich durch positive Motivationen und Taten. Es ist ratsam, negative Motivationen und Handlungen aufzugeben, da negative Erfahrungen bloß noch ein weiteres Greifen nach inhärenter Existenz nach sich ziehen. Auf diese Weise gelingt kein Entkommen aus diesem Teufelskreis. Doch auch durch das bloße Erleben von erfreulichen Zuständen ergibt sich auch keine Befreiung.

Bedingt und abhängig

Wenn man allerdings auf diese Weise das wechselseitig bedingte Erscheinen versteht, dann fasst man gewiss mehr Vertrauen in die Lehren Buddhas. Der Buddha hat den Dharma gemäß der Verständnisfähigkeiten der fühlenden Wesen gelehrt. Dadurch sieht man, dass die Lehren selbst auf einer wechselseitigen Bedingtheit basieren.
Die Entwicklung des kostbaren Erleuchtungsgeistes ist unabdinglich. Ohne dass man diesen großen, alle Wesen umfassenden Erleuchtungsgeist entwickelt und kultiviert, verbleibt man gerade im einem ruhigen Geisteszustand, der aber noch immer durch ein subtiles Selbstkonzept die Natur des Geistes verhüllt. Man ist bestenfalls frei von störenden Emotionen, habt aber noch immer kognitive Schleier – eben Konzepte.
Zunächst erkennt man, dass alle fühlenden Wesen in den zahllosen Existenzen unsere Mütter und Väter gewesen sind. Dadurch beginnt man das Festhalten an einer inhärenten Identitätsauffassung und das Greifen danach abzulösen. Wir zähmen auf diese Weise den selbstbezogenen Geist.
Solange wir weiterhin selbstbezogen körperlicher Bequemlichkeit nachjagen, schaffen wir nur noch mehr Unsicherheiten und Verlustängste. Entsagen wir dieser Selbstbezogenheit, lassen von ihr los, schaffen wir auf einmal mehr Raum und wir werden zufriedener. Genau da setzt das Geistestraining an.
Wenn man wirklich den Dharma praktizieren will, bleibt einem nichts anderes übrig, als den Stufenpfad und das Geistestraining zu erlernen.
Stufenpfad
Die Trainingsaspekte des Stufenpfades umfassen äußere und innere Bereiche. Auf äußerlicher Ebene reflektiert man zunächst einmal, welche Freiheiten und Bedingungen einem gegenwärtig zur Verfügung stehen. Weiters setzt man sich mit der Flüchtigkeit und Vergänglichkeit aller Erfahrungen und Erscheinungen auseinander. Man versucht die Unzulänglichkeit aller weltlichen Erfahrungen zu verstehen und schließlich lernt man auch die Zusammenhänge zwischen Motivation, Handlung, Bedingungen und Erfahrungen zu verstehen. Ohne diese Aspekte zu verstehen, bringt der Dharma überhaupt keinen Nutzen, da die Täuschungen, Begehrlichkeiten und Abneigungen weiterhin bestehen bleiben.
Wenn man diese erwähnten Aspekte durchdrungen und verstanden hat, versucht man eine sichere Ausrichtung zu finden. Diese findet man in Buddha, Dharma und Sangha – der höchsten Gemeinschaft. In ihrer Essenz sind diese Drei Juwelen nichts anderes als drei Aspekte unserer Buddha-Natur. Aber das wird erst am Ende des Pfades realisiert. Vorerst kann man es bloß als Theorie aufnehmen.
Das eigentliche Training und die Zähmung des Geistes beginnt jedoch erst beim Entwickeln des wünschenden und tätigen Erleuchtungsgeistes und dem Verstehen des relativen und absoluten Bodhicitta. Dies bietet ein Gegenmittel, die eigenen Täuschungen zu unterwerfen und den Geistesstrom zu wandeln.
Für Details zum Geistestraining mag ich Euch hier nun einfach auf Lojong – Schulung von Herz und Geist verweisen und Euch bitten, lest das zunächst einmal durch und versucht dann, beispielsweise die 37 Bodhisattva-Übungen in den Alltag umzusetzen. Als kleine Hilfestellung findet Ihr bei den 37 Bodhisattva-Übungen am Ende des Posts diese auch zum Ausdrucken und eine kleine Praxisanleitung.
Ende Teil II