Archiv für den 24. Februar 2018

Editorial

Samstag, 24. Februar 2018

Well met, alle zusammen!

Ein wunderschön sonniger – aber kalter – Wintertag hat mich heute Morgen erwartet: blauer Himmel, strahlende Sonne und auf der Sonnenseite vom Haus zehn Grad plus (auf der anderen allerdings fünf Grad minus). Irgendwie finde ich das schon sehr sprechend …

Auch in unserem heutigen Update gibt es „kalt-warm“.
Martin hat uns seinen Artikel gespendet, den er anlässlich eines Projekts, das sich um die Swastika dreht, geschrieben hat. „Heiden-TV-Projekt „Swastika“: Einladung an Nazis und völkische Verharmloser„. Ein heikles Thema mit vielen Ecken und Kanten, die es zu betrachten gilt. Aufklärung macht Sinn – sofern sie sinnvoll und objektiv eingesetzt wird!
Mit Teil V von Morganas „Ein Treffen mit Dayonis“ schliesst diesen Serie.

Wie immer wünsche ich viel Lesevergnügen und uns Eure Kommentare oder auch Eure schreibende Mithilfe bei der Darstellung, wie das Heidentum aussehen kann.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Heiden-TV-Projekt „Swastika“: Einladung an Nazis und völkische Verharmloser, geschrieben von MartinM

Samstag, 24. Februar 2018

Thomas „Voenix“ Vömel ist ein begabter Zeichner und ist als Künstler in „Heidenkreisen“ sehr beliebt. Auch ich schätze viele seiner künstlerischen Arbeiten. Nicht alle, da viele seiner Karikaturen unübersehbar sexistisch sind. Und vieles, was es so schreibt und sagt, kommt mir ausgesprochen esobärmlich vor: Unreflektiert und mitunter naiv bis zur Weltfremdheit. Bei vielen von seinen vermutlich immer gut gemeinten und manchmal auch wirklich guten Aktionen fiel mir ein unschönes „Wir-gegen-die“-Denken auf. Völkische Esoteriker, rassistische Germanenschwärmer, sogar offensichtliche Nazis? „Egal, wir sind doch alle Heiden und müssen doch zusammenhalten!einself!!!! Wir müssen auch anderen Auffassungen gegenüber tolerant sein!!!!“
Dumm nur, dass Toleranz gegenüber Intoleranten eine schlechte Idee ist. Wenn es jemanden gib, auf den der alte Singvøgel-Song „Freundchen“ zutrifft, dann auf Voenix.
Als seinerzeit auf einer u. A. von Voenix organisierten Demonstration gegen das Bonifatius-Denkmal in Fritzlar der zumindest in Heidenkreisen als solcher bekannte „Nazi-Druide“ „„Burgos von Buchonia“ teilnahm, da kamen Zweifel daran auf, ob Voenix nur fahrlässig naiv ist. Oder ob er nicht doch Sympathien für völkische Esoterik und extrem rechte „Weltdeutungen“ hegt.

Nun hat er über sein Projekt „Heiden TV“ angekündigt, dass er die Swastika rehabilitieren will. Eine mehrteilige Video-Reihe zu diesem Thema ist geplant. (Facebook-Link.) Blickfang ist ein lachendes und winkendes gelbes Hakenkreuz.

Das Hakenkreuz ist allerdings zu Recht extrem negativ besetzt. Schließlich wurde unter diesem Symbol millionenfach gemordet. Es steht für eine offen menschenfeindliche Ideologie und eine historisch bespiellose brutale verbrecherische Praxis. Deshalb ist das Hakenkreuz in sämtlichen Formen in Deutschland und Österreich auch als verfassungsfeindliches Symbol verboten. Das fröhliche Hakenkreuzmännchen, das wie das NS-Hakenkreuz auf einer Spitze steht, ist eine Verhöhnung der Opfer des Naziregimes.

Ja, es stimmt, die Swastika hat im Buddhismus und im Hinduismus ganz andere, positive, Bedeutung. Ja, es stimmt auch, sie war vor den Nazis auch in Europa ein weit verbreitetes Symbol. Aber: Um die Swastika, das „Sonnenrad“ rehabilitieren zu können, muss zunächst das Hakenkreuz gebrochen werden! Mit anderen Worten: Der Kampf gegen Nazis und andere Menschenfeinde hat absolute Priorität. Erst wenn es auch die Strukturen, aus denen heraus alte wie neue Nazis agierten und agieren, nicht mehr gibt, kann auch nur daran gedacht werden, das Sonnenrad wieder öffentlich als Symbol zu verwenden. Also, wie es in Europa und Nordamerika gerade aussieht, auf Jahrhunderte hinaus nicht!

Dass seitens Heiden-TV auch eindeutig extrem rechte Kommentare nicht unterbunden wurden, spricht für sich. Angenommen, es ginge der Aktion wirklich darum, die Swastika zu rehabilitieren, vom „Nazidreck“ zu reinigen, dann müssten doch wenigstens die menschenverachtenden „Wir sind doch keine Nazis, aber …“-Sager konsequent ‚rausgeworfen werden.
Es ist schon angesichts der Facebook-Kommentare deutlich zu erkennen, wohin dieser Versuch, die Swastika zu „reinigen“ führt. Wohin wohl jeder Versuch, hier und jetzt dieses Symbol zu rehabilitieren, zwangsläufig führen wird, auch ohne den Kuschelkurs gegenüber Menschenfeinden, der leider für Voenix und seine Anhänger typisch ist. Nämlich zu einer widerwärtigen Relativierung und Verharmlosung der abscheulichsten Verbrechen der deutschen Geschichte. Schöne „Reinigung“, bei der so viel brauner Dreck hochgespült wird!

Es ist auch absehbar, welche Folgen solche Aktionen für uns haben: Es wird noch schwieriger werden, sich als Heide von der braunen Scheiße abzugrenzen. Vor allem in Zeiten wie diesen, in denen verdammt viele Parolen wieder sagbar werden, die jahrzehntelang zurecht tabu waren. In denen de-facto faschistische Parteien in die Parlamente gewählt werden.

Sie signalisieren nämlich, dass alle Abgrenzung einzelner Heiden oder heidnischer Gemeinschaften von extremen Rechten vielleicht nur Lippenbekenntnisse sein könnten. Wir werden, als Heiden, nicht „verfolgt“. Wir werden beargwöhnt. Und zwar in manchen Fällen leider gar nicht mal zu Unrecht.

Nutzen aus solchen Aktionen wie der versuchten „Hakenkreuzreinwaschung“ ziehen einzig und allein die Kackbraunen!

Ein Treffen mit Dayonis – Teil V , geschrieben von Morgana, übersetzt von Anufa, bearbeitet von Chris

Samstag, 24. Februar 2018

Über Seelenrückholung und Schamanismus

Einer der einflussreichsten Wege ihres Lebens war aber der Schamanismus. „Er hat mir einen Weg nach innen zu gehen aufgezeigt. Den Geist zu gebrauchen hat ist relevant für die Art und Weise, wie ich Wicca erlebt habe. Wie der Geist die Fähigkeit besitzt eine Lebenswelt zu erschaffen. In Wicca erschafft er einen Kreis als sicheren Ort, einen getrennten heiligen Raum. Und du kannst dort alles tun.
Ich bin fasziniert davon, wozu der Geist imstande ist. Der Kreis birgt die Kraft in diesem „Ort zwischen den Welten“. Schamanismus bietet diese Art des sicheren Raumes in deinem Geist ebenfalls.“

Obwohl Dayonis und ihr Ehemann Schamanismus zuerst durch Michael Harner entdeckten, war es Sandra Ingerman – die bei Harner gelernt hatte – die ihnen etwas beibrachte und sie inspirierte. „Es war Sandra, die mich am meisten inspirierte. Besonders ihre Herangehensweise an die Seelenrückholung erregte meine Aufmerksamkeit.“ 1991 schrieb Sandra „Soul Retrieval – Mending the Fragmented Soul”. (herausgegeben von Harper Collins San Francisco ISBN 0-06-250406-01)“

In der Einleitung beschreibt sie das „Konzept des Seelenverlusts – als – das Verlieren lebenswichtiger Teile von uns selbst, die uns mit Leben und Vitalität versorgen. Diese Teile gehen durch Traumata verloren und wer hat die meisten Traumata erlebt, wenn nicht die Kinder, die in uns leben? Hier biete ich einen Einblick in die Seelenrückholung, eine alte Technik des Schamanismus, die diesen Kinder helfen kann nach Hause zu kommen.“
Mit Sandra lernten sie nach unten, in die „unteren Welten“ zu gehen. Dayonis beschrieb es als „einen Wasserfall aus Feuer hinunter zu fliegen, wie im Zentrum eines Vulkans. Es war wunderbar frei, an all dieses wunderschönen Plätze gehen zu können.“ Durch die Technik der Seelenrückholung war es möglich diese Plätze zu bereisen. Sie erinnert sich an eine Erfahrung, als sie sich während einer Übung mit ihrem Übungspartner in diesem Workshop(,) an einem wunderschönen Strand wiederfand und dort einige Goldmünzen sah. Dann fand sie heraus, dass ihr Partner finanzielle Probleme hatte!
Natürlich war ich neugierig, wie Dayonis die Craft heute sieht. Wir sprachen ausführlich über unsere eigenen Erfahrungen der letzten 35 Jahre und Dayonis war begeistert zu hören, wie sich in Europa alles gewachsen war und sich entwickelt hatte. Sie hatte allerdings einige Ansichten über gegenwärtige Trends, besonders bezüglich dessen, was man als „Dogmatisierung“ des initiatiorischen Wicca sehen könnte.

Sie kommentierte dies und hatte auch einige Tipps:

„Die Craft hat sich so sehr verändert, dass ich denke, dass was ich auch vorschlagen würde, nicht wirklich von Wert wäre. Die einzige Sache, die ich vorschlagen würde, ist „Keep It Sweet and Simple, KISS.“

Ja, halte es einfach. Je komplizierter du die Dinge machst, desto weniger an Wert haben sie. Je mehr du hinzufügst, desto weniger bekommst du heraus. Was wir in Bricket Wood gemacht haben, das haben wir, wie ich es nenne, in aller Unschuld getan. Wir waren wie die Kinder und das alles war völlig neu. Die Craft war das Zuhause, zu dem wir alle fühlten, zurückgekehrt zu sein. Wir waren alle so glücklich in unserem „Spielzimmer“, dass wir nicht wirklich an etwas anderes dachten als an das, was wir im Moment machten. Das war alles sehr, sehr fokussiert.

Es war alles voller Staunen! Das Staunen ist von allen wirklich die wichtigste Sache, die wir in der Craft an die Leute weitergeben sollten. Verkompliziert das nicht! Haltet es einfach. Ich habe schon Bücher der Schatten gesehen, die viele Zentimeter dick und gefüllt mit was auch immer waren. Meines waren nur sechs Seiten lang, vielleicht maximal zehn.“ Sie lachte, als ich ihr sagte, das der „Kern“ von meinem Buch der Schatten ungefähr zwölf Seiten habe…

Auf das Buch der Schatten zurück kommend fügte Dayonis noch hinzu: „Natürlich spreche ich nur von meinen eigenen Erlebnissen, die ziemlich am Anfang waren. Nachher kamen dann noch andere Sachen dazu und nicht alles davon ist schlecht. Warum sollte es keine Entdeckungen geben, dass andere Dinge auch funktionieren? Gerald sagte immer zu uns, „wenn etwas funktioniert, dann ist das gut.“ Aber du solltest es als etwas kennzeichnen, das du hinzugefügt hast. Die Menge an intellektueller Arbeit, die vom Beginn an geleistet wurde, ist gewaltig. Wir dachten, dass wir eine ganze Menge wussten, aber wir hatten gerade mal an der Oberfläche gekratzt. Die Forschung, die da gemacht wurde, versetzt mich in Ehrfurcht. Das ist wirklich faszinierend.“
Natürlich ist Forschung und ein Verständnis, wo die Dinge herkommen, von Wert. Wir kamen beide überein, wie wichtig es ist, über die eigene kulturelle Geschichte Bescheid zu wissen. Zu wissen, woher wir kommen und das große Bild zu sehen, mit der Absicht zu verstehen, was heute in der Welt passiert. Man sollte aber auch kritisch sein!

Als ich Dayonis nach ihrer Verbindung mit den Göttern fragte und wo sie ihre Inspiration hernimmt, war sie sehr deutlich, was den Einluss der Natur angeht. „Sie sind die Gesamtheit des Lebens. Ich mag „Old Hornie“ weil das meine Lieblingsfacette von Ihm ist. Wann immer ich das Symbol zeichne, zeichne ich es immer mit Hörnern nach oben, weil ich nie herausgefunden habe, wie man es anders herum zeichnet. Die Göttin aber ist vielschichtiger. Sie ist die wundervolle Erdmutter, aber in ihrem Inneren gibt es auch ein gewisses Feuer. Ich habe keine wirklich konkrete Vorstellung von Ihr, aber ich kann Ihn sehr klar als eine waldige Version von Gerald sehen!“

Bei meinem Besuch fragte Dayonis mich, ob ich die Canyons in Südutah besuchen wollte. Ja, natürlich, wollte ich! Und was für ein wundervolles Wochenende wir beim Besuch vom Bryce Canyon und dem Zion National Park hatten. Ich kann wirklich behaupten, dass ich nie etwas so Atemberaubendes gesehen habe. Die Geschichte der Entstehung dieses gesamten Gebietes ist faszinierend und äußerst sehenswert. Hier einige Fotos:

Während wir nach Südutah reisten, sahen wir die sich verändernde Landschaft. Von trockener Savanne bis zu überwältigenden Bergen, der Heimat der Ute und Navajo. Wir sprachen über die Wichtigkeit des Naturschutzes und den Respekt für Mutter Erde. Während wir durch den Zion National Park fuhren, machte ich einige Bilder. Ich war plötzlich von einem bestimmten Schnappschuss gefesselt, auf dem es so aussah, als ob die Göttin über den Bergen wachen würde … fast im Schlaf … aber immer aufmerksam. Wir konnten sehen, wie diese Canyons mit ihren „Hoodoos“ die Indianer beeinflusst haben mussten. An diesem Wochenende war auch Vollmond. Wir nennen ihn „Blutmond“ – und das Panorama der Berge in rot, rosa und orange erinnerte mich an das „Feuer im Inneren“ und daran, wie Dayonis beschrieben hatte, wie sie die Göttin wahr nahm. Auch an das Eisen das unser Blut rot färbt und die Rosa- und Weißfärbung den weißen Kalksteins verursacht.

Der Indianische Name für den Bryce Canyon lässt sich sinngemäß als „Rote Felsen, die wie Männer in einer schüsselförmigen Vertiefung stehen“ übersetzen

Auf unserem Weg zurück nach Salt Lake City sprachen wir über die wunderbaren Dinge, die wir gesehen hatten, und wie belebend das gewesen war. Wie Dayonis gesagt hatte, „Wenn wir die Dinge einfach halten, können wir das Wundersame sehen!“
Was für eine wunderbare Art diese gemeinsame Woche abzurunden!

Beschreibung „A Goddess Arrives“

Gardners erster Roman entstand als Resultat eines Traumes oder besser einer Reihe von Träumen, in denen er für den Bau einer Verteidigungsmauer zuständig zu sein schien, um Eindringlinge abzuwehren. Er nahm an, dass es sich um die Erinnerung aus einem vorherigen Leben irgendwo im Mittelmeerraum oder dem Mittleren Osten gehandelt habe. Die Träume waren so lebensnah, dass Gardner dazu inspiriert wurde, „A Goddess Arrives“ zu schreiben.
Der Roman handelt zur Zeit der Ägyptischen Invasion Cyperns 1450 und erzählt wie sie schlussendlich zurückgeschlagen wurde. Die Heldin der Geschichte, Dayonis, wird als Hexe beschrieben, aber sie scheint in ihren Ritualen Tier- und in manchen Fällen – Menschenopfer zu benötigen. Er wurde Ende 1939 veröffentlicht, knapp nach der Einweihung Gardners in die Craft. Das zeigt, dass er schon vor dieser Zeit an Hexentum und Ritual interessiert war, obwohl er dazu gezwungen war, einige seiner Ideen zu ändern, beispielsweise über Menschen- und Tieropfer, nachdem er tatsächlich einige Hexen kennen gelernt hatte.
Anna Korn hat mir gesagt: „Es war Gerald, der ihr ihren Craftnamen gegeben hat und er schrieb den Namen auf eine Armspange, die er für sie gemacht hatte. (Sie wusste nicht, dass „Dayonis“ die Hauptfigur in „A Goddess Arrives“ war, bis ihr das von uns Ur-ur-ur etc Enkeln erzählt worden war)“. (privates Gespräch)