Archiv für April 2018

Editorial

Samstag, 28. April 2018

Well met, alle zusammen!

Bei uns hier summt und brummt es nur so vor Hummeln und Wildbienen – den Göttern sei Dank! Allerdings haben wir auch genügend Löwenzahn, Schöllkraut und Flieder im und um den Garten … Einer meiner Lieblingsfrühlingsblüher ist aber die hier

In Baden finden sich ganz viele Magnolien und ich freu mich jedes Jahr drüber. Allerdings möchte ich trotzdem selber keine haben – zu kurz wäre mir die Freude und zu schmerzlich der tägliche Blick auf den Busch, der dann so lange nicht blüht …

In unserem heutigen Update findet Ihr zwei Märchen von Veleda, die seit einigen Wochen dafür sorgt, dass wir Euch weiter ein Update mit zwei Artikeln präsentieren dürfen. Herzlichen Dank für Deine Spenden, Veleda!
Ein Artikel fürs „Grüne Horn“ war schon sehr, sehr lange nicht mehr mit dabei. Dank Kale kann ich auch den Anfängern wieder ein wenig Lesestoff bieten. Auch Dir vielen lieben Dank, für Deine Spende, „Allgemeine Gedanken zum Tarot“!

Wie immer wünsche ich Euch viel Lesevergnügen und uns Eure ArtikelSpenden!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Allgemeine Gedanken zum Tarot, geschrieben von Kale

Samstag, 28. April 2018

In den meisten Büchern, die es heute über das Tarot im Buchhandel gibt, findet man Angaben und Interpretationen zu sämtlichen Kartendecks. Allerdings ist mir aufgefallen, dass eigentlich kaum darüber geschrieben wird, was eine erfolgreiche Legung an sich überhaupt ausmacht. Aus diesem Grund möchte ich diesem Thema einen kurzen Artikel widmen und von meinem Umgang mit den Karten berichten.
Um das Deuten und Interpretieren von Karten soll es hier allerdings nicht gehen, das ist ein anderes Thema. Vorausschicken möchte ich, dass meine Ausführungen keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit stellen, sondern meine Gedanken im Umgang mit dem Tarot wiederspiegeln.

Position 1: Wo stehe ich?

Wenn man in verschiedene Tarotbücher schaut, werden etliche Legungen zu Problemen und Fragestellungen angeboten. Was ich dabei festgestellt habe, ist, dass mir die Muster aus Büchern fast nie wirklich geholfen haben, ein Problem zu beleuchten.
Dafür gibt es unterschiedliche Gründe:
Zum einen ist es so, dass jedes Beispiel immer von einer Person mit einer bestimmten Intention kreiert wurde.

Arbeite ich mit einem Buch, kann ich mir nie sicher sein – trotz Erklärung -, ob die Legung wirklich alle Schritte und Aspekte umfasst, die mit meiner Problemstellung zu tun haben. Jeder Mensch hat individuelle Methoden, wie er Probleme strukturiert angeht und löst. Das hat dazu geführt, dass ich mit eigenen Legungen arbeite – was einen entscheidenden Vorteil hat.
Wenn ich einem Freund – und nichts anderes sind ja auch die Tarotkarten – eine Situation schildere, macht es ja auch möglichst Sinn, dies in der gemeinsamen Sprache zu tun, also in meinem Fall auf Deutsch, und nicht z.B. auf Chinesisch.
Erstelle ich selbst eine Legung, habe ich die Möglichkeit genau zu bestimmen, wie welche Positionen gemeint sind.
Viele Autoren sind sich da selbst bei gleichem Legemuster nicht einig. Ein gutes Beispiel dafür ist die bekannte „Das Keltische Kreuz-Legung“, für die es etliche Varianten gibt.

Habe ich mir also Gedanken darüber gemacht, wie ich grundsätzlich ein Problem beleuchte und diesen Gedankenprozess in einer Legung verarbeitet, habe ich schon mal eine Grundlage dafür geschaffen, dass ich bei einer Legung ein sehr wahrscheinlich besseres Ergebnis erziele, als mit einer fremden Legemethode.

Position 2: Was muss ich tun?

Es mag wahrscheinlich für den ein oder anderen ungewöhnlich klingen, aber ich gestalte Legungen tatsächlich wie ein kleines Ritual. Das heißt, ich suche mir vorher einen Tag im Kalender aus und stimme mich dann – wenn der Zeitpunkt gekommen ist – darauf ein.
Ich versuche an dem Tag für mich alleine zu sein, sowie Stress und alles was mein inneres Gleichgewicht vielleicht in Wanken bringen könnte, zu vermeiden.
Ich nehme oft ein Bad mit ätherischen Ölen und nutze eine Räuchermischung aus bestimmten Kräutern/Pflanzen, um mein „Drittes Auge“ zu schärfen.

Dazu gehört auch ein kleiner Schutzkreis, den ich vorher ziehe, um negativen/störenden Einflüssen zu entgehen, denn auch diese können eine Legung unter Umständen beeinflussen.

Position 3: Der Weg dahin

Stehe ich tatsächlich vor einem Problem, stellt sich die Frage, wie so eine Legung bestmöglich ablaufen könnte.
Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch, der das Tarot befragt, sich schon lange mit einem Thema plagt, denn sonst würde man ja kein Orakelsystem konsultieren wollen.

Zunächst sollte man sich Zeit dafür nehmen und überlegen, wie man eine möglichst sinntragende Frage stellen könnte.
Dies mag sich vielleicht etwas übertrieben anhören, aber ich erwähne es deshalb, weil das Tarot ein sehr komplexes System ist und – je nachdem wie eine Frage definiert ist – eine Antwort der Karten anders ausfallen kann.

Bin ich mir nun darüber im Klaren, schreibe ich die konkrete Frage auf ein Blatt Papier und mache sie damit (auch für die Karten) „klar“. Ich werde sicher nichts Neues erzählen, wenn ich darauf hinweise, dass „Ja/Nein-Fragen“ für das Tarot eher ungeeignet sind. Für solche Fragen gibt es geeignetere Methoden, wie z.B. das Pendel.
Das Tarot ist immer auf Tendenzen vor dem Hintergrund der gerade vorliegenden Situation ausgerichtet, die sich aber auch jederzeit wieder ändern können. Sprich, was heute Fakt ist, kann nächste Woche durch eine drastische Veränderung wieder ganz anders sein.

Entscheide ich mich dann dazu eine Legung zu verwenden, macht es Sinn diese auf dem PC auszudrucken oder anders in Schriftform zu bringen. Das hat den Zweck, dass ich so auch so wieder für die Karten „klar“ mache, welche Karte auf welcher Position erscheinen soll.

Beide Zettel sind dann bei einer Tarotlegung mit dabei.

Ich habe oft festgestellt, dass Leute unterschiedliche Methoden haben ihr Tarot vor einer Legung zu mischen. Manche mischen ihre Karten mit beiden Händen und manche breiten sie auf einem Tisch aus und mischen sie dort. Es soll sogar Personen geben, die eine „Kartenmisch-Maschine“ benutzen.
Ich selbst bevorzuge Zweiteres, also eine großflächige Mischung auf dem Tisch, weil ich dadurch gewährleiste, dass die Karten dadurch möglichst „weit“ gemischt werden.
Auch achte ich vor dem Mischen darauf, dass sich alle Karten in aufrechter Position befinden, da ich selbst auch umgekehrte Karten berücksichtige. Für diejenigen, die keine umgekehrten Karten deuten, ist dieser Punkt irrelevant.

Während dem Mischen konzentriere ich mich auf die zu Papier gebrachte Frage und sollte den Vorgang erst dann beenden, wenn ich mir sicher bin, dass es jetzt „reicht“. Dieses Gefühl ist bei jedem unterschiedlich.

Bevor ich mit dem Mischvorgang beginne, sollte ich allerdings definieren, wie ich die Karten anschließend auslege. Sprich, habe ich entweder einen Stapel, von dem ich die Karten dann systematisch ziehe (also z.B. in der Reihenfolge von 1 bis 10) oder ob ich einen Fächer habe, aus dem ich dann nach Gefühl die Karten einzeln ziehe.
Dies ist deshalb wichtig, damit die Tarotkarten bereits im Vorfeld „wissen“, welche Positionen sie besetzen sollen, weil sich diese Festlegung bereits auf den Mischvorgang selbst auswirkt.

Position 4: Das Ergebnis

Als ich noch kaum mit dem Tarot vertraut war, gab es viele Situationen, in denen mein Vorgehen eher unkonkret war, weil ich zwar wusste, dass es ein Problem gab, ich dieses aber nicht so verbalisiert habe, dass da irgendetwas Sinnvolles hätte rauskommen können.
Oben habe ich ja bereits geschrieben, dass die Tarotkarten wie der Ratschlag eines guten Freundes genommen werden können. Und das stimmt!
Aber wenn ich meinem Freund nicht genau mitteile worum es eigentlich geht und was ich möchte (und mir auch nicht die nötige Zeit nehme), wie kann ich dann von ihm eine Antwort erwarten, die mir hilft?

Ich hoffe, dass ich vielleicht dem ein oder anderen, der sich noch kaum mit dem Thema Tarot beschäftigt hat, einen kleinen Gedankenanstoß zu dem Thema geben konnte.

Zwei Märchen, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 28. April 2018

Das Märchen von der Rabin und der Eule (oder den zwei Schwestern)

Dieses Märchen vertraute mir an einem Morgen mein Kristallgefährte an.
Er nannte Namen die ich ihm versprach nicht zu wiederholen.
Folgendes sagte er mir in der Sprache und im Gesang der Stille…

Bild: Veleda Alantia

Es war einmal zu einer Zeit die war und noch ist, daß sich mitten in den grünen Hügeln eine heilige Stadt erhob.

Die grosse Halle und ihre Türen standen allen offen die gerufen waren und lernen wollten.

Das Volk welches dort lebte wurde ‘die Strahlenden ‘ genannt und ihre Weisheit aus den Hainen war weit über die Grenzen bekannt.

Dort lebte am Hof des hohen Königs eine Frau mit Sternenseele. Sie und ihr Gemahl und Bruder lebten als Dreiheit.

Doch wo Frieden und Weisheit herrscht, konnte die Schattenseite im Geheimen ihre Wurzeln schlagen.

Von der Insel der Nebel in einem heiligen See kam eine junge Tochter an den Hof des hohen Königs.
Ihr Stand war schwer, den Misstrauen hatte bereits gewuchert und einige der reinen Herzen vergiftet.

An einem Abend, als sie den Heilergott gelauscht hatte, traf sie die hohe Gemahlin und Schwester des Königs. Sie fühlten, daß sie aus anderen Zeiten verwandt waren und es immer sein würden.

Die vergifteten Strahlenden wollten durch diese beiden Schwestern das Königreich einreißen. Ein Kriegshorn des Verrats war erklungen.

Den beiden Schwestern wurde es unmöglich gemacht gemeinsam sich zu wehren so schlossen sie einen Treuepakt indem die Sterne der Weisen Zeuge waren.

Und die Sterne und ihre Herren gaben ihnen die Fähigkeit ihre Gestalt im Laufe der Zeiten zu verändern.

Viele Jahre gingen vorbei…vieles geschah was vergessen wurde in den Leben.

Die Tochter der Nebel und die hohe Sternenfrau trafen sich gemäß ihrer eigenen Wege und Prophezeiung wieder.

Sie wurden zur weißen Rabin und der Eule der Nacht und gaben alles um ihre Völker zu versöhnen und zu retten, den der Krieg und Verlust hatten sie entzweit.

So leben sie nun in dieser Zeit und wandeln und handeln.

Ende

Die Geschichte von der Mondperle

Bild: Veleda Alantia

Diese kleine Geschichte hab ich erfahren, als ich mit meiner Hündin durch den Wald nach einem Regen ging.
Der Geruch von nassem Holz und feuchter Erde, die Spiegelungen in einem Regentropfen, schickten meinen Geist auf Reise..zu einem Ort wo das Flüssige kostbarer und magischer ist als jedes Juwel…

In einer Zeit im Anderswo, irgendwo zwischen hier und dort lag ein kleiner Ort. Ein junger Mann, der von vielen gemieden wurde, lief viel durch die Wälder und Felder und auch in die Stadt. Er verstand nicht warum die Leute ihn mieden, mobbten. Er hatte eine Birke als Freundin und der klagte er daß er das nicht verstand. Die Menschen achteten weniger das was mit ihnen lebte, sie umgab. Aus der Birke trat eine schöne Frau. Ihr Kleid glich der Rinde der Birke. “Suche die Mondperle. Ihre Schönheit liegt im Verstehen der Menschen und der der Anderswelt.” Sie strich ihm übers Gesicht und zeigte ihm den Schimmer der Perle. Es musste eine Kostbarkeit sein. Entrissen dem Meer.. Also ging er voller Mut zum Meer. Seine Reise dauerte viele Tage und vielen Menschen erzählte er von dieser Perle um sie zu finden..Sie schickten ihn zu Juwelieren und Messen doch auch dort war sie nicht und dem Jungen dämmerte das man diese Einzigartigkeit nicht kaufen konnte. Ja, nur zu finden aber nicht zu erwerben und zu besitzen.

Als er am Meer ankam war er traurig. Das Meer war aufgewühlt, der Himmel bedeckt. Wie sollte er da die Perle finden?

Ein junger Mann entstieg dem Meer. Ihn umgab etwas daß ihn den Jungen als Gott erkennen liess. Er sprach ihn mit Namen und um Hilfe an. Der junge Gott lächelte wissend. “Ich helfe dir. Doch erwarte daß du es dann findest wenn du es nicht mehr erwartest.” Und der Gott der Wellen gab ihm eine Brille. Als er diese aufsetzte sah er Gras..Grün. War diese Perle doch ein Teil der Erde? Lag sie in einem Feld?

Er dankte mit einer kleinen Zeremonie den Mächten des Meeres, männlich wie weiblich, und als er ging fand er noch einen Lochstein..Dies sah er als Segen und ging nun Richtung Städte und Felder. Dort hin wo viele Menschen durch ihr Leben hetzten.

Als er schon am Verzweifeln war blieb er stehen und sah auf Regentropfen auf eine Pflanze.

Der Schein war so kostbar..da war sie! Die Mondperle..Mitten im grössten Gewirr. Ein Geschenk des Wassers, der Erde. Doch nicht zum in die Hand nehmen. Nur zum Bestaunen. Diese Botschaft trug er in seinem Herzen und gab dies in weisen Worten weiter. Der Junge wurde zum geachteten Mann. Und diese Botschaft

‘Das Kostbare ist nicht zu bezahlen, da es eine Begnung der anderen Reiche mit uns im Alltag ist’  trug mir der Regen auf seine Art zu.

Ende.


Text: Veleda Alantia

Bild: Veleda Alantia

Editorial

Samstag, 21. April 2018

Well met, alle zusammen!

So schnell kann es gehen, mit Sommer – zumindest bei uns hier, wenn mensch sich die Temperatur anschaut. 25 Gräder im Schatten – und das im April! Heiss tät ich meinen … und in Graz stand vorgestern ein Einkaufszentrum nach einem Hagelunwetter unter Wasser.
Sati hat uns aber den Frühling fotografiert, Ausruhen fürs Auge.

Frühling copyright Sati

Heute könnt Ihr eine weitere von Veledas Geschichten, diesmal „Das Märchen von der verwunschenen Burg“ lesen. Deshalb ist es Zeit mich noch einmal bei Veleda für ihre Mithilfe im WurzelWerk und bei XVII, für seine Editierarbeit zu bedanken!! Ohne Euch beiden hätten wir schon viele Male nur einen Artikel im Update gehabt, wenn wir überhaupt ein Update zustände gebraucht hätten.
Der Teil II von Chris „Ich habe Interesse…“ vervollständigt das WurzelWerk für diese Woche.

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen und hoffen auf Eure Kommentare (oder vielleicht doch den einen oder anderen Artikel!).

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Das Märchen von der verwunschenen Burg, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 21. April 2018

Märchen aus den Nebelreichen III

Bild: Veleda Alantia

 

Diese Geschichte vertrauten mir Birken und Tannen am letzten Tag des alten Jahres an. Nach einem abenteuerreichen Weg, der mit einem Räucherkegel für die Berg und Naturgeister,der Perchta und der wilden Jagd begangen wurde, durfte ich jenes Märchen nach und nach erfahren..

Eine junge Frau, den alten Wegen wohlvertraut, ging in einem Wald spazieren. Es war ein klarer Januartag und es roch nach der Kühle der kalten Nacht vorher. Sie ging ohne einen speziellen Grund. Sie liebte den Wald und all seine Geschöpfe, sichtbare wie unsichtbare. Auf dem Weg durch den Wald wanderte sie zwischen Licht und Schatten hin und her. Schoss da ein Foto oder verweilte um mit den Naturgeistern zu sprechen. Dabei ging die junge Frau stets mit Respekt und Achtung vor.

In dem Licht, das von den dunklem Hain auf den Boden gelassen wurde, zeigte sich ihr eine Ruine. Es war ein Schloss das früher hier gewesen war. Es standen nur noch die Grundmauern und Moose und Farne, ja die ganze Natur des Waldes holte sich langsam das alte Werk der Menschen zurück.

Als sie so ging, sah sie ein Denkmal aus Stein sich mit den Kronen der Bäume vermischen. Als sie ihre Kamera erhob, hörte sie einen seltsamen Klang der von dem Stein und dem Plateau auszugehen schien.

Sie blieb und lauschte. Auch um sicherzugehen das sie nicht verrückt geworden war. Ein Wind kam auf, schüttelte die Kronen, und Blätter fielen wie Federn zu Boden.

Dort am Obelisken stand ein großer, hager wirkender Mann. Sein Haar, zu einem Zopf gebunden, war von der Farbe des Efeus. Sein Gewand war lang und liess weiße weiche Lederstiefel erkennen. War er ein Gott? Ein Geist der Burgruine? Oder gar der Geist des Waldes? Dies konnte die junge Frau nur vom Anblick des Wesens nicht sagen.

Lange Zeit sagte keiner der beiden ein Wort. Man schaute sich nur an. Ergründete die Seele voneinander. Bis das Wesen die junge Frau anlächelte. “Du bist die, auf die viele, die du noch nicht sehen kannst, gewartet haben. Doch denke nicht, daß alles einfach sein wird.” Seine Worte klangen wie eine Melodie aus einer Zeit außerhalb der Zeit. Sehr gewählt. Die Augen lächelten milde. Das Wesen sprang mit einem starken Satz zu ihr hin. Ein Duft wie von Fichtennadeln entströmte dem feinen Stoff. “Ich? Ich bin ein Mensch, was soll ich schon können.” sagte die junge Frau hastig.

“Ja, Du junge Dame. Wer denn sonst? Siehst du noch jemanden?” fragte der Anderswelthüter mit wohlklingender, eleganter Stimme.

Ohne auf weiteres nichtsagendes Geplänkel einzugehem nahm er die Hand der jungen Frau und sprang mit ihr zur Spitze des Obelisken, der als ein Mahnmal im Wald der Burg stand und wachte.

Zu überrascht um zu schreien sah sie nun den Platz aus dem Blickwinkel des Wesens.

“Sieh genau hin…dies ist einer jener Orte deren Wände dünn sind. Doch wurde er, und alles was mit ihm verbunden ist, verflucht. Eine dunkle Energie durchströmt wie Tauwasser die Wurzeln der Bäume und die Steine der Burg. Sie und alle Bewohner sind gefangen und du, Mädchen, die sieht, kannst sie retten.” Das Mädchen schluckte. Das war doch viel zuviel für sie! Und sie war allein!

“Sicher, daß du nicht geirrt hast? Es gibt doch auch andere die hierher kommen. Frag doch die!” Der Wächter lachte. Er lachte über sie!“ Ihr mit euren Beschränkungen. Dies klappt nicht..da ist es zu schwer. Dabei werdet ihr immer von uns unterstützt.” Was sollte das denn? Sie blickte zum Wächter. Sie konnte vorwärtsgehen. Das zurück schien ihr verwehrt. Und so elegant und modern der Mann wirkte, so strahlte er doch eine Kraft aus die vom Feuer der Erde und dem Wind gespeist zu sein schien.

“So genug gejammert, ich bring dich jetzt dahin wo du hin musst.” sagte der grüne Wächter und schnippte mit den Fingern.

Plötzlich war um die junge Frau der Duft von stehendem Wasser und Moos, eine Spur Pilze. Der Himmel über ihr war Wänden aus feuchtem Stein gewichen. Sie war in einer Höhle. Sie konnte sich nicht vom Fleck rühren zu gross war ihre Angst.

Ganz vorsichtig begann sie sich vorzutasten. Irgendwo würde sie schon ankommen.

Je weiter sie ging, um so tiefer schien sie zu gehen. Plötzlich roch sie frische Luft und sah Sonnenlicht und sie kam auf einem hohen Hügel heraus. Sie bemerkte an den Bäumen Zeichen. Die junge Frau untersuchte sie und der runische Zauber wurde ihr klar.

Mit einem Stock malte sie aus dem inneren Wissen ein Zeichen und ein Vibrieren und Brennen war in der Luft. Wie Eis, das unter den Schuhen knackte, brach die erste Schicht.

Ein Tor war sichtbar geworden, umrankt von Brennesseln. Wieder ein Schutz wie die junge Frau erkannte.

“Geist der Brennessel, bitte hör mich. Ich bin hier um zu lösen was gebunden ist. Nimm deine Stacheln und richte sie auf den, die den Fluch um diesen Ort wirkten.” Zuerst schien gar nichts zu passieren. Dann zog sich der Brennesselgeist zurück.

Die zweite Schicht war fort. Sie schritt mutig durch das Tor und fühlte sich von ihren Verbündeten umgeben und gestärkt.

Vor ihr kam ein Brunnen, der unter einem Weißdorn stand. Was sollte sie tun?

Sie trat näher und sah hinein. Alle Gewalttaten die Menschen einander antun wurden ihr gezeigt. Sie wollte schreien und sich abwenden, fühlte sie den Schmerz der Erde, der Tiere und Menschen. Alles schrie.

“Ich bin anders! Ich hab mich der Heilung und Verwandlung geweiht!“ rief sie weinend.

Aus den dunklen Wassern blickte sie nun eine Frau an. Das Haar silbern. Die Augen wie die Tiefe des Meeres. Eine Hand streckte sich ihr entgegen. In der Hand drei kleine Steine.

“Lege sie nach deinem wahren Willen um die Burg. Die Geister und Wesen dadrin werden von dem Fluch befreit, denn dein Mitleiden war der Preis. Tue dies und geh mit meinem Segen.”

Dankend nahm sie die Steine und tat wie geheissen. Sie konnte fühlen wie der Hass und Angst aus den Steinen wich. Glücklich und mit Tränen in den Augen dankte sie dem Wächter den sie nur noch im Traum sah.

Ende

Autorin: Veleda Alantia
Bild: Veleda Alantia