Archiv für den 07. April 2018

Editorial

Samstag, 07. April 2018

Well met, alle zusammen!

Ein wunderschönes Frühlingswochenende steht uns in Haus – die Natur explodiert förmlich in Knospen, Blüten und Grün. Da schlagen dann auch die Herzen ein bissl schneller und höher … nicht nur wegen der Frühlingsgefühle.

Herzen der Natur

Unser heutiges Update bietet Euch eine neue Geschichte aus der Feder von Veleda „Begegnungen“ – thematisch passend zum Frühling, in dem das Draußen wieder mehr lockt.
Der zweite Artikel stammt aus der Tastatur von Chris, der sich mit einem Thema auseinander setzt, das auch immer wieder auf dem Programm steht. Ich will zu einer aktiven Gruppe Hexen, in diesem Fall „traditioneller“ Prägung, dazugehören und wie stell ich das denn an? „Ich habe Interesse …„.

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen und wieder einmal mein Aufruf: Falls Ihr sowieso Blogbeiträge schreibt, längere Beiträge zu spirituellen Themen verfasst habt oder vielleicht sogar Lust habt extra einen Artikel zu schreiben, dann stellt den doch einer größeren Leserschaft zur Verfügung und teilt Eure Gedanken mit uns! Unsere Speicher sind schon wieder sehr reduziert und ich kämpfe um jedes Update.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Ich habe Interesse… – Teil I, geschrieben von Chris

Samstag, 07. April 2018

Du hast die Gruppe oder Person gefunden, bei der du gern um Aufnahme für ein Wicca-Training bitten möchtest. Was nun?

Im Netz gibt es eine Menge Artikel darüber, wie man die für sich richtige Tradition oder Gruppe findet und dabei die „faule Eier“ von vornherein aussortiert. Ein Neuling erfährt jedoch nur sehr wenig darüber, wie man sich seinem potentiellen Lehrer am Besten vorstellt und was man dabei besser vermeiden sollte, um ernst genommen zu werden. Seit ich einen Wicca-Fernkurs als Tutor betreue, habe ich eine Menge Gesuche von Menschen bekommen, die in der Kunst ausgebildet werden möchten, und möchte daher meine Erfahrungen mit euch teilen – vor Allem, um zukünftigen Interessenten wichtige Hilfestellungen zu geben.

Lass uns beginnen…

Gut. Du hast die Gruppe oder Person gefunden, bei der du gern um Aufnahme für ein Training bitten möchtest. Was nun? Zunächst einmal möchte ich dir eine wichtige Sache zu bedenken geben: Wicca ist eine Tradition, die nicht aktiv nach Mitgliedern sucht. Ganz im Gegenteil – nur bestimmte Menschen, die gewisse Voraussetzungen erfüllen, kommen für uns in Frage. Es heißt nicht umsonst, dass Wicca nicht für jeden gemacht ist. Das heißt jedoch nicht, dass wir uns als Elite empfinden und auf andere hinabsehen. Ein potentieller Kandidat kann falsch für diese bestimmte Hexentradition sein, aber eine echte Bereicherung für eine andere – oder eine hervorragende Solohexe! Wir würden ihm also keinen Gefallen damit tun, ihn in eine Richtung zu zwingen, die sich nicht mit seiner Grundpersönlichkeit verträgt. Ich bin stets bemüht, einem Anwärter genau das mitzuteilen, wenn ich diesen Eindruck habe.

 

Wo finde ich einen Lehrer?

Der Komplettheit halber möchte ich kurz darauf eingehen, wie man mit verschiedenen Gruppen in Kontakt kommt.

Wiccas mögen nicht aktiv nach Mitgliedern suchen, aber viele Gruppen und Lehrer haben sich bereit erklärt für Suchende offen zu sein. Zu diesem Zweck haben sie Webseiten erstellt oder ihre Kontaktdaten sind auf offen zugänglichen Listen oder in Foren zu finden. Im Fall von Silver Circle Deutschland ist es einfach. Man kann uns über unsere Webseite anschreiben. Auch andere Netzwerke, wie Wicca Berlin sind einfach zu kontaktieren. Ein weiterer Weg, in Deutschland traditionelle Wicca zu finden, bietet das Forum Hexenzirkel.info. Außerdem gibt es auf Facebook Gruppen wie Gardnerian Wicca Seekers and Initiates, wo man eine Liste von Covens und Lehrern findet, die gern Neulinge annehmen.

 

Wie verfasse ich mein Gesuch?

Zunächst einmal: all diese Gruppen erwarten, dass Leute auf sie zukommen – also keine falsche Zurückhaltung! Es ist okay, etwas von ihnen zu wollen, aber gib dir ein wenig Mühe beim Verfassen deiner ersten Nachricht. Das sollte eigentlich selbstredend sein, ist es aber im Zeitalter von WhatsApp und Snapchat wohl nicht mehr. Ich habe in der Vergangenheit E-Mails bekommen, in denen wortwörtlich „Ich habe Interesse…“ stand. Kein Hallo, kein Betreff, kein Gruß.

Also hier meine Tipps, was du tun kannst, um nicht gleich an den kleinen Dingen zu scheitern:

Sei formell. Ein wenig Form hat noch niemandem geschadet. Anrede, Betreff und ein Gruß am Ende sollten selbstverständlich sein. Ebenso sollte eine E-Mail in ganzen Sätzen und möglichst fehlerfrei formuliert sein. Ein Korrekturprogramm über einen Text laufen zu lassen, ist heute eine Sache von Sekunden. Du findest das überzogen? Vielleicht. Aber es macht definitiv einen besseren Eindruck und kostet kaum Zeit.

Sei höflich. Du möchtest etwas von der Person, die du anschreibst, nicht umgekehrt, also sei nett. Ich verstehe nicht, warum so viele Menschen sich selbst jegliche Chance auf eine Annahme verderben, indem sie auf gut Deutsch gesagt kackendreist daher kommen, und eine Ausbildung regelrecht verlangen. Vielleicht denkst du, ich habe nur auf dich gewartet? Glaub mir, das habe ich nicht, denn ich kenne dich höchstwahrscheinlich nicht einmal. Und abgesehen vom potentiellen Lehrer selbst hat auch die Tradition einen gewissen Respekt verdient, findest du nicht auch? Es stimmt, dass Höflichkeit eine schwindende Kunst ist, aber das ist die Hexerei auch.

Sei eindeutig. Sag was du willst, wofür du dich interessierst, was du erwartest. Das hilft dem Lehrer zu erkennen, wie er dir helfen kann.

Sei informiert. Mach deine Hausaufgaben. Es kommt immer gut, über die Tradition des Lehrers informiert zu sein und am besten darüber hinaus auch schon eine Menge über Wicca im Allgemeinen zu wissen. Ein Anwärter, der Gardnerian Wicca nicht von Reclaiming oder O.T.O. unterscheiden kann, wird von mir erst einmal wieder auf die Wiese gesetzt (so bezeichne ich den Ort, wo er erst einmal das nötige Vorwissen in sich aufnehmen und in aller Ruhe wiederkäuen kann, bis ein gewisses Verständnis vorhanden ist).

Sei authentisch. Schreibe etwas über dich selbst, um dem Lehrer ein Gefühl für deine Persönlichkeit zu geben. Es ist übrigens ein Trugschluss, dass man dafür gut schreiben können muss. Ich achte weitaus mehr darauf, ob ein Gesuch authentisch, sympathisch und persönlich wirkt, als darauf, dass jede Formulierung ausgefeilt ist.

Und zuallerletzt, nachdem du dein Gesuch abgeschickt hast: Sei geduldig! Die Person, der du schreibst, hat vermutlich noch ein Leben außerhalb von Wicca, und da kann es schon mal dauern, bis du eine Antwort erhältst. Ganz wichtig: in der Zwischenzeit mit den Hufen zu scharren ist nicht schlimm. Aber lass den Lehrer deine Ungeduld nicht spüren. Wicca ist ein Weg, auf dem man sich ohnehin viel in Geduld üben muss, und wenn du es nicht schon zu Anfang aushältst, vierzehn Tage auf eine Antwort zu warten, ist dieser Weg vielleicht grundsätzlich nichts für dich.

Ende Teil I

Begegnungen, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 07. April 2018

Tee trinken

“Hör mir zu, das passt mir grade nicht. Ich war nur duschen! Da kann ich jetzt nicht. Der Tag war lang und eigentlich hab ich keine Lust jetzt mit dir zu reden!” empöre ich mich, in mein flauschiges Mikrofaserhauskleid gekuschelt.

Doch Sie lächelt nur. Nachsichtig wie eine Mutter und hinterhältig wie ein Fuchs. Ihre Augen ruhen auf mir. “Bist du fertig?” fragt sie mich und setzt sich einfach. Auch sie trägt einen Bademantel, doch sieht der fast schon robenhaft aus. Und ein Duft wie vom besten Männerparfum umweht sie.

“Wie soll das denn zusammen passen? Spiegelst du jetzt meine Vorlieben mit Männerdüften?” Ich stell eine zweite Tasse einer Kräutermischung hin. Nix mit Anrufung und Kerzenlicht. Warmes LED tuts wohl auch. Sie kichert. ”Ich bin wie du. Und ich bin nicht nur die pure Weiblichkeit. Du kennst doch meinen Sohn..Er ist auch ein bisschen ver-rückt. Denkt nie, daß wir so sind wie ihr erwartet. Wir sind immer bei euch. Sind Naturgewalten der Verwandlung. Nicht jeder Tag und jeder Mond ist gleich.”

Aufgrund dieses philosophischen Ansatzes kapituliere ich und nehme die Situation also hin.

“Was möchtest du?” Sie schaut mich an als hätte ich eine kindliche Frage gestellt. “Nichts. Du gibst mir doch schon alles. Ich weiß, daß du`s nicht leicht hast. Doch dafür gibst du immer das Wichtigste. Dein Vertrauen und deine Liebe.” Auch wenn sie von Liebe spricht so ist sie mehr. Eigentlich alles. Und alles von ihr ist in allem. Also auch uns.

“Schön, du lernst schnell. Ich habe sehr viel Freude an dir. Mach weiter. Denn du kannst. Und du wirst. Vertrau weiterhin. Und achte die Rhythmen”

Der Tee ist leer. Ich setzte neuen auf. Doch sie ist weg. Scheinbar….


Im Café

Lang war die Woche. Hart und anstrengend. Unter all der Arbeit hatte sie sich fast selbst vergessen. Deswegen nahm sie sich jetzt Zeit und die Muse hier nur zu sitzen, einen guten Kaffee zu trinken und zu beobachten.

Sie merkte nicht wie sich ein von Alter schwer einschätzender Mann zu ihr gesellte. Ein Duft von Lorbeer und Fichte begleitete ihn unaufdringlich.

“Immer in Gedanken.Wenn man nur denkt überhört man das Lied der Erde und die Harmonie der Welten.” Er lächelte sie an und erschrocken sah sie zu ihm.” Sie..kennen mich doch nicht so etwas zu behaupten.” //Spinner!//dachte sie sich. Aus dem Lächeln wurde ein Kichern.

“Überrascht es dich mich hier zu treffen?“ fragte der Mann. Kurz fühlte die Frau sich in einen tiefen Wald versetzt. Voller uralter Eichen, Efeu und tiefen Mooren. Ein Reif aus Efeu lag auf den gewellten Haaren des Mannes, in seiner Hand ein kurzer Stab mit Runen bedeckt. Dann verschwand der Eindruck.

“Ihr denkt wir liegen im Krieg miteinander. Dabei sind wir wie eine Familie. Zwar haben wir unsere Unterschiede doch verbindet uns mehr. Es ist gleich ob ihr euch von uns auf dem Olymp, dem Norden, der Wüste Ägyptens oder den Neuen öffnet. Das einzig Beständige ist die Wandlung. Nie bleibt alles gleich. Doch werden wir euch immer zur Seite stehen. Denn ihr gehört zu uns. Mit all euren Zweifeln, Fehlern und Gaben. Lebt sie …mit allen Facetten.”

Sie wollte ihn grade auf einen Kaffee einladen da war der seltsame Mann, der eine Maske eines Gottes war…verschwunden.

Bilder und Text von Veleda Alantia