Archiv für Mai 2018

Michael Howard – Candle Burning – its occult Significance

Samstag, 19. Mai 2018

 

Michael Howard – Candle Burning – its occult Significance

The most simple magical Art

 

Erstauflage: 1975/Aquarian Press; Zweitauflage 1980/Aquarian Press/ISBN UK: 085030 168 8/ISBN USA: 0877284905/95 Seiten/47,95 Pfund

 

Über den Autor

Michael Howard war seit 1976 Herausgeber des Hexen-Magazins „The Cauldron“. Er schrieb über 20 Bücher über Runen, Folklore und Magick. 1969 wurde Howard in Gardnerian Wicca initiiert und war in den 60er Jahren Mitglied des „Luciferian Order of the Morning Star“, später war Eingeweihter der englischen traditionellen Witchcraft-Gruppe „Cultus Sabbati“. Howard verstarb im September 2015.

Eine kleine Auswahl seiner veröffentlichten Bücher: Angels & Goddesses: Celtic Christianity And Paganism In Ancient Britain / Mysteries Of The Runes / The Sacred Ring: The Pagan Origins Of British Folk Festivals And Customs / Way Of The Magus / The Pickingill Papers / The Pillars Of Tubal Cain / The Sacred Earth Guide / The Roebuck In The Thicket / The Robert Cochrane Letters / The Book Of Fallen Angels / Faery Beasts And Animals Of Legends/ Modern Wicca – A History From Gerald Gardner To The Present

 

Über das Buch

Michael Howard behandelt in diesem Buch zwei Themen: Einerseits die Bedeutung von Magie mit Kerzenritualen, andererseits das Finden des persönlichen Begleiters in Form des Erzengels.

Als die einfachste Form der Magie bezeichnet er die Kerzenmagie. Warum sie so einfach ist? Weil der Lernende dafür nicht die 365 Namen Gottes auswendig lernen muss oder mühsam bei Vollmond Alraunen aus dem Boden buddeln muss. Viele hätten sie sogar schon praktiziert, die Kerzenmagie, schreibt Howard und nennt das Ausblasen der Geburtstagskerzen in Verbindung mit einem bestimmten Wunsch. Außerdem kann Kerzenmagie von jedem durchgeführt werden, ganz egal, welcher Religion er angehört. Howard erklärt die Farben für das jeweilige Ritual  (zum Beispiel Rot für die Gesundheit und sexuelle Potenz, Grün für Fruchtbarkeit und Glück, Blau für Weisheit und Schutz oder Weiß für Reinheit und Spiritualität) und nennt die entsprechenden Wochentage, an denen Rituale am besten durchgeführt werden (zum Beispiel Freitag für die Liebe oder Donnerstag für Geldangelegenheiten). Natürlich dürfen an dieser Stelle einfache Rituale nicht fehlen.

Komplizierter wird es dann ab der Buchmitte, wenn er Rituale aufzählt, für die die Hilfe von Engeln benötigt wird. Zum Beispiel bei der „Mystical Novena“, ein Ritual, das der Erfüllung eines speziellen Wunsches dient und über einen bestimmten Zeitraum hinweg durchgeführt werden muss. Oder bei Ritualen für die Astralreise oder einem Ritual zur Zukunftsschau, für die ebenfalls die Erzengel herangezogen werden. Der persönliche Erzengel kann anhand einer Tabelle im Buchanhang gefunden werden, ebenso wie der Planet fürs persönliche Sternzeichen, der auch für einige Rituale von Bedeutung ist.

 

Fazit: Insgesamt ein interessantes Buch über die Herkunft und den Gebrauch der Kerzenmagie. Die meisten Rituale sind einfach durchführbar. Dennoch ist mir persönlich dieses Buch zu Engel-lastig. Wer ein bisschen Erfahrung mit Kerzenmagie hat weiß, dass man dafür nicht einen Erzengel Raphael, Uriel oder Gabriel zu Hilfe holen muss, sondern die einfache, aber prägnante Formulierung des Wunsches, unter Umständen ein entsprechendes Öl als Verstärker (das von Howard auch erwähnt wird), aber vor allem die Konzentration reicht, um einen Wunsch Realität werden zu lassen.

Außerdem bedenklich: Howard erwähnt bei seinen Regeln zur Kerzenmagie im Anhang, dass kein Mensch gegen seinen Willen beeinflusst werden soll, hat aber offensichtlich kein Problem damit, ein Liebesritual  niederzuschreiben, mit dem genau das bewirkt werden soll. Obwohl er auf Seite 29 noch einmal explizit auf den freien Willen einer Person hinweist und vor solchen Ritualen warnt, steht auf Seite 21 unter der Überschrift „Example of Typical Spell“,  wie Person A die Liebe von Person B gewinnen kann.

Alles in allem ist dieses Buch eine nette Ergänzung zu anderen Büchern über Kerzenrituale, wie sie zum Beispiel von Raymond Buckland, Ruby Ray, Anna Riva oder Blaine Ryker publiziert wurden.

Editorial

Samstag, 12. Mai 2018

Well met, alle zusammen!

Was der Frühling auch oft bringt ist Veränderung … wie das Wetter sich auch ändert. Wir sind gerade dann, in Zeiten der Veränderung, natürlich auch auf Einflüsse von außen angewiesen (wenn es nicht regnet, dann kann ich pflanzen was ich will). Wenn wir lernen, den Fluß des Lebens zu erkennen und einzuschätzen, dann laufen die Dinge schon mal einfacher – obwohl jeder seine Grenzen hat, kommt es vielfach nur darauf an, damit umgehen zu lernen.

Regen rinnt copyright XVII

Eine Stimme aus dem „Elder and Oak Coven„, Arion, beschäftigt sich mit „Wicca – Hexerei, ja klar, aber was bedeutet eigentlich Priesterschaft?
Irgendwie als sehr passend empfinde ich dazu einen Cartoon von Roadman, den er uns gespendet hat! Ein „Krafttierischer Arschtritt“ … der halt manchmal wirklich von Nöten ist.

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen und uns wünschen wir Eure tätige Mitarbeit, damit wir auch in Zukunft unsere Updates an alle Leser verteilen können.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

 

Wicca – Hexerei, ja klar, aber was bedeutet eigentlich Priesterschaft? geschrieben von Arion

Samstag, 12. Mai 2018

Viele Menschen interessieren sich zwar für Wicca, aber nur wenige schaffen es tatsächlich, ihren ganzen Mut aufzubringen und mit traditionellen Wicca Kontakt aufzunehmen, um über eine mögliche Initiation und Aufnahme in deren Coven zu sprechen. Bei den Gesprächen, die wir vorab mit diesen Interessenten führen, kristallisiert sich oftmals sehr schnell heraus, dass sie eine doch eher romantisierte Vorstellung von Wicca haben, die in der Regel wenig damit zu tun hat, wie oder was Wicca eigentlich ist.
Viele Leute, sowohl Wicca, als auch Nicht-Wicca, sind der Meinung, dass es DAS Wicca doch eigentlich gar nicht gibt. Und ich muss gestehen, dass ich diese Aussage, seitdem ich sie das erste Mal gehört habe, mittlerweile doch sehr pauschalisierend empfinde.

Was ist Wicca?

Es gibt schon Kriterien, an denen man ausmachen kann, ob eine spirituelle Praxis Wicca ist oder eben nicht. Es gibt ein Grundgerüst, ein Skelett sozusagen. Dieses Skelett alleine ist natürlich nicht lebensfähig, daher wird es von jedem individuellen Coven mit Fleisch, Blut und Seele bekleidet, so dass sie Wicca wirklich lebendig und individuell gestalten. Aber der Kern ist in allen Wicca-Coven gleich, daher nennen wir es Tradition. Wenn der Kern/das Skelett fehlt oder bestimmte Elemente entfernt wurden oder von Anfang an nicht vorhanden waren, dann ist es nicht (mehr) Wicca.

Wenn ich Interessenten frage, warum sie der Meinung sind, dass Wicca ihr spiritueller Weg sein könnte, dann antworten sie oft, dass sie sich gerne in der Natur aufhalten, dass sie Bäume lieben und keinem Tier Schaden zufügen können. Viele haben Interesse an Kräuterkunde oder Tarot, Runen und anderen Divinationsmethoden. Einige wenige verfügen tatsächlich über so etwas wie eine fundierte magische Ausbildung oder zumindest autodidaktische Erfahrungen im magischen Bereich. Manchmal sprechen sie über die Götter, die meisten haben schon mal etwas von dem Konzept der acht Jahreskreisfeste im Wicca gehört und fühlen sich dazu hingezogen. Es gibt natürlich auch diejenigen, die tote Menschen sehen können, immer wiederkehrende Träume haben, die irgendwann Wirklichkeit werden und deren Mütter/Großmütter schon Hexen waren (weswegen sie ja in ihrer Selbstwahrnehmung eigentlich geborene Hexen sind).
Die wenigsten Menschen, die sich für Wicca interessieren, scheinen sich darüber bewusst zu sein, dass Wicca ja nicht nur aus Sozialkomponenten und magischer Arbeit besteht, sondern eben auch und vor Allem Priesterschaft beinhaltet und dass sich jede/r Wicca diese Priesterschaft individuell und vor allen Dingen selbst erarbeiten muss.

Hierfür gibt es keine Schablonen, keine allgemeine Anleitung und kein DIY YouTube Video. Die eigentliche Frage, die sich jeder Wicca-Interessierte also stellen sollte, müsste IMHO lauten:

„Bin ich dazu bereit, meine Verbindung zum Göttlichen (egal, welches Gesicht und welchen Namen es trägt) selbst herzustellen und meine individuelle Priesterschaft im Sinne dieser Gottheit zu erfüllen“.

Die Antwort auf diese Frage finde ich persönlich viel spannender, als die Kenntnis über deren Liebe zur Natur, vegetarische Ernährungsgewohnheiten und dass sich jemand schon so und so lange mit Tarot und Kräuterkunde beschäftigt oder ob er vielleicht über ein magisches Familienerbe verfügt.

Was genau aber ist mit Priesterschaft gemeint?

Die meisten kennen den Begriff Priester ja schließlich nur aus dem christlichen Kontext und verbinden damit wenige positive und überwiegend negative Eigenschaften, wie z.B. den alleinigen Interpretationsanspruch des Göttlichen und seiner Botschaften an uns oder das sakrale Handlungen ausschließlich durch Priester durchgeführt werden können und die Gemeinde eher stumme Beobachter und weniger aktive Teilnehmer sind. An dieser Stelle eine gute Nachricht – im Wicca ist jede/r Initiierte gleichzeitig Hexe UND Priester/in.
In erster Linie bedeutet Priesterschaft, dass man den Göttern dient. Allerdings wodurch man den Göttern dient, muss jeder Wicca für sich selbst herausfinden. Das ist es, was unsere Wege innerhalb der Gemeinschaft so einzigartig macht. Alle diese individuellen Wege der Priesterschaft haben jedoch gemeinsam, dass wir den Göttern als Gefäß dienen, um ihre Botschaften zu übermitteln, um im Ritual für die Teilnehmer anfassbar/erfassbar zu sein und natürlich um die Energien dem Anlass entsprechend zu kanalisieren.

Im Erstgrad ist das Annehmen der Selbstverantwortung besonders wichtig. Selbstverantwortung bedeutet allerdings nicht, dass man ohne Absprache mit seinen Hohepriestern und seinem Coven alles macht, wonach einem so der Sinn steht und entweder alleine oder mit Covenfremden anfängt, wild in der Gegend herumzuhexen und „Rituale zu feiern“ (was auch immer das heißen mag), sondern dass man für sein spirituelles Wachstum und seine innere Entwicklung selbst verantwortlich bist.
Um den Göttern als Gefäß dienen zu können, müssen wir daran arbeiten, dieses Gefäß (uns selbst) zu veredeln und zu läutern und das beste „wir selbst“ zu werden, das wir auch nur sein können, um unser Leben in den Dienst der Götter zu stellen. Diese Arbeit an einem selbst durch Selbstreflektion, Erkenntnissuche und Integration der ungeliebten Persönlichkeitsanteile hört niemals auf. Die daraus resultierenden Lernprozesse können durchaus schmerzhaft sein, denn man wird nicht nur mit angenehmen Dingen konfrontiert, sondern vielmehr mit den Dingen, die außerhalb der eigenen Komfortzone liegen. An dieser Stelle kann man sich zwei Fragen stellen: „Bin ich bereit, zu leiden, um zu lernen“ und „Bis zu welchem Grad bin ich dazu bereit, Lernen/die Lernprozesse überhaupt zu erdulden“.

Im Zweitgrad dehnt sich diese Verantwortung aus, indem wir den Coven/die Gemeinschaft dabei unterstützen, den Göttern zu dienen. Wir tun dies, indem wir höhere Verantwortung im Kreis übernehmen, Zeremonien durchführen, weitergeben, was wir gelernt haben, indem wir offene Augen und Ohren haben, indem wir für den Coven/die Gemeinschaft eine Verkörperung der Götter sind und z.B. weissagen oder Segen spenden.
Die Initiation in den Erstgrad öffnet das Tor in die Gemeinschaft, aber die Initiation in den Zweitgrad bedeutet eine ewige Bindung an die Götter und an den Dienst für sie – die ewige Priesterschaft von Leben zu Leben.
Der Drittgrad ist sehr persönlich und beinhaltet die höchste Erfüllung und Vereinigung im Dienst an den Göttern.

Jeder Suchende oder Wicca-Interessierte sollte sich darüber im Klaren sein, dass wir nicht für sein Lernen oder seine spirituelle Entwicklung verantwortlich sind – das ist nur er allein. Wenn er jedoch initiiert werden und zum Coven gehören möchte, allerdings nur darauf wartet, dass ihm etwas beigebracht wird, dann ist wahrscheinlich Wicca doch nicht der für ihn geeignete Weg, denn seine Schattenarbeit können wir ihm nicht abnehmen.

Krafttierischer Arschtritt, gezeichnet von Roadman

Samstag, 12. Mai 2018

Manchmal ist er eben wirklich nötig – sonst bewegt sich nichts oder es läuft in die falsche Richtung … Der ewige Kampf zwischen idealisierter Vorstellung und gelebter Realität (wie immer gezeichnet von Roadman).

Krafttierischer Arschtritt copyright Roadman

 

Editorial

Samstag, 05. Mai 2018

Well met, alle zusammen!

Sehr spannend ist die Geruchskulisse gerade bei mir zu Hause … auf der einen Seite blüht der Bärlach (und deshalb riechts mehr als intensiv nach Knoblauch) und auf der anderen der Flieder (der für mich um etliches besser duftet). Wechselbäder für die Nase …

… wenn der weiße Flieder wieder blüht …

Das Update teilt sich diesmal wieder in Pole … einmal bringen wir Euch den letzten Teil von Sacribas „Yin und Yang“ mit der Betrachtung von BDSM.
Teil II von Uwes persönlicher Betrachtung zur Entstehung in Abhängigkeit, bildet den zweiten Pol.

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen und uns Eure Kommentare oder den Input (in Artikelform) den IHR unseren Lesern gerne mitgeben möchtet …

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team