Archiv für den 30. Juni 2018

Editorial

Samstag, 30. Juni 2018

Well met, alle zusammen!

Nach dem Vollmond sind wir wieder im Sommer angekommen – zwar noch mit gemütlicheren Temperaturen als letztens (also nicht ganz so heiß) trotzdem aber Sommer. Auch andere „heiße Baustellen“ haben sich etwas beruhigt, aber wie beim Wetter, bin ich mir fast sicher, dass die Sachen sich wieder aufheizen werden und das ganz gehörig. Deshalb ist unserer fb Page immer noch offline und wenn Ihr mit uns in Kontakt treten wollt, dann geht das nur hier im Blog (in den Kommentaren) oder per Mail an redaktion (klammeraffe) wurzelwerk.at.

Sommer in der Vase copyright Ina

Unser Titelbild heute stammt wieder aus der Kamera von Ina – herzlichen Dank dafür!
An Artikeln könnt Ihr ein weiteres Märchen von Veleda genießen, „Das Märchen vom Kelch aus Silber„. Der zweite Artikel stammt aus meiner Feder, „Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß …“ habe ich ja schon vor Jahren zum besten gegeben, heute allerdings ist das der Teil II.

Wie immer wünschen wir Euch viel Vergnügen beim Lesen und uns Eure Kommentare.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Das Märchen vom Kelch aus Silber, geschrieben von Veleda Alantia

Samstag, 30. Juni 2018

Dieses Märchen sprach die Herrin des Sternenlichtes in ihrem Tal im Wald.
Sie sprach zu mir im Vertrauen an einem Morgen wo noch die Kühle der Dämmerung sich mit der Wärme des Tages zu vereinen suchte…

Eine junge Frau lebte mit ihrer Familie in einer Stadt, die an einem Wald mit tiefen Schluchten grenzte.

Der Wald galt als verwunschen. Geschichten von Feen, Elfen und anderen Wesen kursierten seid Jahrhunderten.

Das Elfenvolk wurde nur ‘die Strahlenden’ genannt, aus Furcht und Respekt vor den Kräften über die sie wachten.

Die junge Frau hatte einen natürlichen Zugang zu den anderen Welten doch hatte sie sich entschieden ihr Herz vor den Eingebungen zu verschliessen.

Es brachte ihr, scheinbar, nichts, und so entschied sie.

Doch wurde sie weiterhin beobachtet von den anderen Welten.

Eines Tages lief sie durch den Wald. Ihr Handy, welches ihr Navigationsgerät war fiel zur Gänze aus und der Wald war ihr nicht so vertraut wie sie es gerne hätte.

Frustiert und wütend begann sie zu schreien und zu fluchen. Stundenlang ging es so. Bis eine Frau in reinem weiß, langem goldenen Haar und Sternenlicht um Hals und Finger und Stirn, zu ihr trat.

“Warum störst du den tiefen Frieden des Waldes mit deinem Geschrei?” fragte die fremde Frau mit einer für eine Frau ungewöhnlichen tiefen Stimme und Melodie.

Die junge Frau sah die Fremde an. Trotz in ihren Augen. ”Frieden? Ich kann die Autobahnen hören und die Forstarbeiter. Mein Handy ist ausgefallen. Können sie mir den Weg zeigen?” Daß sie ohne ein Navi aufgeschmissen war sagte sie nicht.

“Das werde ich, junge Schwester und Erdenkind.” Mit einer anmutigen Geste wies sie sie an mitzukommen.

Murrend und maulend folgte sie der Frau zu einem See der im Nebel lag. “Hier ist nicht das wo ich hin will.” Die hohe Frau lächelte voll von tiefer weiblicher Weisheit.

“Ich zeige dir den Weg. Gehen musst du ihn selbst. Ein bisschen Vertrauen in dich und deine Welt wäre nicht schlecht.” Das kam mit einem leichten Tadel was sie noch mehr verdross. ”Ich hab mich entschieden die Welt so zu sehen. Ob du echt bist oder nicht ändert es nicht.”

Die Herrin des Sternenlichts teilte den Nebel und plötzlich waren sie an einem hohe gelegenen Brunnen. Die hohe Frau schimmerte wie Mondstein und kühles Silber als sie etwas Wasser entnahm und in eine erhöhte Schale samt Podest goss.

Die junge Frau trat neugierig ran. Sie erkannte verschnörkselte Buchstaben, Runen und Ogham als Verzierung.

“Sieh hinein. Erkenne deinen Kelch. Deinen Kessel und Gral.”

Entnervt von diesen Worten, denn sie wollte nichts tun oder sein ,sah sie in das Wasser. In dunklem Silber sah sie die Blätterkrone über sich. “Ich seh nichts.Da bin nur ich.”

Ein Kichern erklang von der Frau. “Mach weiter. Egal was es dir bringt. Vertrau.”

Ein tiefer Seufzer und sie sah erneut rein. Das dunkle Wasser wurde golden und tief. Die Schale schien in einen Schacht zu führen angefüllt mit Gold und Silber.

“Nun da du siehst, finde deins und deinen Weg.”

Die junge Frau ,voller Zweifel an sich und Allem griff hinein. Tropfend barg sie einen schmiedeeisernen Kessel. Er wurde zum Teil von ihr und verschwand in ihrem Unterleib.

Noch einmal griff sie hinein und ein schlichter silberner Kelch, indem sich das Licht der Mondin spiegelte, wurde zu ihrem.

“Kessel und Gral. Deinen Weg hast du gefunden. Gehe und sei. Das was du in dir trägst wird dich führen und leiten. Koppel keine Erwartungen an dich, denn du bist der Sämling des Baumes von Sonne und Mond im Reich hinter den Welten und Wellen.”

Plötzlich schlug sie die Augen auf. Über ihr das Dach des Waldes im tiefen Grün des frühen Abends. Der Abendstern schimmerte durch die Blätter.

Statt Selbstzweifel war in ihr nun Hoffnung und Vertrauen. Was sie da erlebt hatte, ob Traum oder Realität, oder etwas was die Grenzen aufweichte, war ihr gleich.

In ihr war nun ihr eigener Gral. Ihr Kessel der Verwandlung.

Was es war…es war.

Mit neuer Kraft trat sie aus dem Wald in die Stadt.

Ende

 

Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß … – Teil II

Samstag, 30. Juni 2018

Vor so etlichen Jahren (genaugenommen 2011!) habe ich mit euch schon so einige Gedanken zu Sommer, Hitze, Sonnenschein geteilt, hier im HeidenSterz. Im „Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß …“ finden sich die generellen Überlegungen, was einem an Nahrung bei Hitze Kühlung verschaffen kann und was eher zu vermeiden ist. Heute möchte ich euch ein paar Rezepte ans Herz und den Magen legen.

Zucchinigriller
Pro Person
1 mittlere Zucchini
kleine Cocktailtomaten
1/2 Packung Feta
Olivenöl
Kräuter
Salz

Würzpaste: 2 Sardellenfilets in Olivenöl in der Pfanne „schmelzen“

Zucchini waschen, halbieren und die Kerne mit dem Melonenausstecher oder einem Löffel herausnehmen. Auf das feste Fleisch der Zucchini die Würzpaste dünn verstreichen. Halbierte Cocktailtomaten abwechselnd mit dem Feta in die Zucchini schlichten, mit Salz und Kräutern würzen und mit ein wenig Olivenöl beträufelt bei 150-170 Grad im Rohr rund eine halbe Stunde garen.
Wer etwas zum Grillen braucht – einfach die beiden Hälften wieder zusammenklappen, mit Alufolie einpacken und so auf den Grill legen (eher am Rand und öfters mal wenden). Dauert auch ungefähr eine halbe Stunde.
Mit Reis oder Polenta wird auch eine vollständige Mahlzeit daraus.

Zucchini kühlen sanfter als Gurken und mit Schaf- und Ziegenkäse ist mensch auch im Sommer besser unterwegs als mit Kuhprodukten (im Herbst gibt´s dann auch weniger Schnupfen, als Belohnung).

Grillerdäpfel 
Weil wir schon beim Grillen sind. Alle essen Würstel und Fleisch vom Grill – was macht mensch da? Richtig, Erdäpfel gehen immer und das Grillgemüse kann von zu Hause mitgebracht werden oder auch der Dip dazu.

Gut gewaschene Heurige in Spalten schneiden, mit Rosmarinnadeln, Salz und Olivenöl auf Alufolie geben, gut durchmischen, einpacken und auf den Grill bis sie schön durch sind.
Das Grillgemüse bereite ich zu Hause vor. In eine Schmorpfanne bodendeckend etwas dicker geschnittene Tomatenscheiben auflegen und salzen, dünne Melanzanischeiben darauf. Mit Kräutern würzen. Bunte Paprika entkernt und geviertelt drauf verteilen (Außenseite nach oben). Alles mit Olivenöl beträufeln und im Rohr backen, bis die Tomaten geschmolzen sind und der Paprika weich ist.
Wenn die Grillerei am Abend stattfindet, dann gebe ich noch in die unterste Schicht Zwiebelringe (weil die wärmen) und eventuell auch Knoblauchzehen.
Abschmecken mit Salz, Kräutern (falls noch nötig) und in einem verschließbaren Gefäß über Nacht ziehen lassen. Schmeckt zu den gegrillten Erdäpfeln hervorragend.

Als Dip eignet sich Hummus recht gut oder z. B. ein Fischaufstrich.

Für den Hummus die gewaschenen Kichererbsen mit Tahin und heißem Wasser per Mixstab mixen, ein fetter Esslöffel Miso dazugeben und mit Wasser auf cremige Konsistenz bringen. Abschmecken mit Pfeffer und eventuell ein wenig Zitrone.

Mit dem Fischaufstrich mache ich es mir fast noch einfacher. Eine Dose Sardinen mit der Gabel zerdrücken, ein guter Teelöffel Olivenpaste dazugeben, frische Petersilie, abschmecken mit Zitrone und eventuell noch ein wenig Salz (falls die Olivenpaste nicht ausreicht). Mit dem Öl auf die gewünschte Konsistenz bringen.

Salat, es muss Salat sein!

Natürlich hat mensch öfter mal Salathunger, besonders, wenn es heiß ist. Am einfachsten ist es, Gemüse wie Fisolen, Brokkoli, Karfiol etc zu dünsten und nach dem Abkühlen wie jeden anderen Salat zu verwenden. Bohnen, Mais und Linsen sind ebenfalls gegart und so super salattauglich.
Tomaten (wie schon oben erwähnt) können immer angebraten werden um sie besser bekömmlich zu machen und sie kühlen dann genauso gut!

Schneller Kichererbsensalat für zwei
25 dag gekochte Kichererbsen (auch aus der Biodose möglich!)
8 Cocktailtomaten
2 Handvoll Rucola (oder Blattsalat nach Wunsch)
1/2 Packung Feta (kann durch Räucherfisch oder Ziegenkäse ersetzt werden)
1 Handvoll Kürbiskerne (können durch Nüsse oder andere Samen ersetzt werden)
Kräuter (ich mag besonders Basilikum)
Olivenöl
Apfelessig/Zitrone
Salz

Kichererbsen gut abspülen (sofern aus der Dose) und abgetropft in eine Schüssel geben. Die Tomaten waschen und halbieren. Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten, bis sie „aufblähen“ und zu den Kichererbsen geben. Ein wenig Olivenöl in die Pfanne, diese leicht ansalzen und die halbierten Tomaten (auf der Schnittfläche) ein paar Minuten anbraten, bis sie leicht karamellisiert sind, leicht abgekühlt in die anderen Zutaten mischen. Feta in die Schüssel bröckeln, Basilikum hineinzupfen und die Marinade darüber gießen.
Durch das Anbraten sind die Tomaten etwas entschärft (sie kühlen sonst zu sehr und das Verdauungsfeuer leidet), durch die Kichererbsen (da sie ja gekocht sind) wird der rohe Rucola ein wenig ausgeglichen und damit wird der ganze Salat sehr bekömmlich und hilft trotzdem bei Hitze einen kühlen Kopf zu behalten.
Mit einer guten Schnitte in der Pfanne gebratener Polenta wird daraus locker auch ein Mittag- oder Abendessen!

Was eher keinen Sinn macht!

Zum Schluss noch einmal ein paar Tipps für „what not to do“.
Eiskalte Getränke sind ein absolutes No-Go! Wesentlich besser ist lauwarmer Kräutertee (Zitronenmelisse, Pfefferminze) und natürlich Wasser, Wasser, Wasser (aber bitte auch temperiert).
Scharfe Gewürze bringen einen noch mehr in Wallung und Fleisch erhitzt zusätzlich (besonders, wenn es gegrillt, gebraten oder frittiert ist!). Alkohol, besonders Hochprozentiges, erhitzt den Körper genauso wie Kaffee. Für diejenigen, die sich in der kalten/kühlen Zeit angewöhnt haben, viel Ingwer zu verwenden – sollten das jetzt reduzieren, oder ganz bleiben lassen (ausprobieren!).

Zum Abschluss noch … Speiseeis!
Leider, aus jeder Ecke die Maximalbelastung. Milcheis (meist aus Kuhmilch), Mengen an Zucker UND thermisch eiskalt. Also kein Eis?
Auf jeden Fall ist tägliches Eisessen nicht wirklich anzuraten. Aber es kann vieles verbessert werden. Zum Beispiel nach dem Eisessen Ingwertee trinken, das hilft dem Verdauungsfeuer. Eher auf Sorten ohne Kuhmilch ausweichen und in Bioeisgeschäften kaufen, die keine Zusatzstoffe verwenden.

Nix is perfekt und sich absolut immer und ausschließlich „vernünftig“ zu ernähren, das mindert garantiert die Lebensfreude … Abgesehen davon, dass es dann schwierig ist, zu beobachten was welches Essen mit einem macht. Wann und warum tut mir was genau gut und wann nicht?