Archiv für Juli 2018

Editorial

Samstag, 28. Juli 2018

Well met, alle zusammen!

Blutig war der Mond und hoch waren die Erwartungen … nur war für viele real recht wenig zu beobachten. Das mag jetzt durchaus mit anderen Situationen ebenso sein. Ein Thema, das vielleicht der genaueren Betrachtung wert wäre. Vorstellung contra Realität?

Vorstellung copyright XVII

In unserem heutigen Update findet Ihr den Teil II von Tunrithas „Schamanin sein oder nicht sein„. Für mich passt das wunderbar ins Thema „Vorstellung versus Realität“ …

Wie schon angekündigt bleibt es auch heute wieder bei einem Artikel, weil unsere Speicher leider genauso leer wie die Eingangsbox unserer RedaktionsAddy sind. Sofern jemand Lust und Ideen hat, die er mit Euch übers WurzelWerk teilen möchte, bringe ich Euch natürlich sofort die frohe Botschaft in Form eines zweiten UpdateArtikels.
Somit viel Lesevergnügen und hoffen wir gemeinsam auf neue (oder auch alte) Autoren ;)

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Schamanin sein oder nicht sein – Ein paar Gedanken – Teil II, geschrieben von Tunritha

Samstag, 28. Juli 2018

Das Konzept zur Schamanin wie ich es im ersten Teil meines „Gedankenstromes“ vorgestellt habe, ist selbstverständlich nur eines von vielen möglichen Bildern zum Thema „Schamanin“ und wie diese so zu sein hat und welche Aufgabe diese hat.

Das von mir geschilderte Konzept der Schamanin, die Verantwortung trägt für Wohl und Wehe der Gruppe, ist Eines das ich mit meiner eigenen Familie zu spüren bekommen habe und das war nicht besonders lustig. Ich erfuhr je heiler und ganzer ich bin um so heiler und ganzer ist nämlich auch meine Familie. Im Umkehrschluss bedeutet dies leider auch das je verletzter und geschwächter ich bin, umso geschwächter sind auch sie.
Dieser Art der Verstrickung und Verknüpfung mit den eigenen Lieben sollten „Schamaninnen“ sich durchaus bewusst sein.

Jedoch bin ich ein Fan von Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Selbstermächtigung.
Meiner Ansicht nach sollte jeder zuerst einmal Verantwortung für sich selbst übernehmen. Weder will ich die Verantwortung für alles was meinen Lieben geschieht, noch steht es mir zu sie ihnen einfach zu nehmen. Jeder trägt sein Päckchen, das ist unser aller Pflicht und Privileg. Auch all meine Lieben sind zuerst einmal vor allem für sich selbst verantwortlich und das in jeder Hinsicht.
Aber natürlich liegt es in meiner Verantwortung das ihnen aus meiner Richtung und Tätigkeit, Kraft zuwächst und nicht etwa Schaden.

Heute

Das eigentliche Ziel schamanischen Wirkens HEUTE muss sein, jedenfalls meiner Überzeugung nach, die Menschen (wieder) selbst zu ermächtigen und sie zu schulen ihre eigenen Erkenntnisse zu gewinnen, selbst schamanisch tätig zu werden, selbst den Kontakt zu den Spirits und der Kraft herzustellen und ihren Erkenntnissen und ihrer Kraft auch zu vertrauen.

Die (vor allem dauerhafte) Abhängigkeit von einzelnen Gurus und Schamanenpersönlichkeiten ist das Gegenteil von Selbstermächtigung und kann keine echte Erkenntnis und damit Ganzheit und Heilung bringen.
Wenn Menschen zu mir in die schamanische Sitzung kommen übernehme ich für eine kurze Weile die Rolle als „Schamanin“ für sie, aber sicher nicht für immer und nicht für alles das ihnen widerfährt, das wäre Zuviel und die meisten erwarten dies heute glücklicherweise auch nicht mehr von mir.
Schamanen haben ganz klar ihren Sinn und ihre Aufgabe, auch oder sogar ganz besonders in der heutigen Zeit. Es ist gut wenn es in in der Not Schamaninnen und Schamanen gibt an die man sich wenden kann, die eine Zeitlang die Kraft halten und die helfen die spirituelle Straße wieder frei zu räumen. Denn manchmal sieht man selber einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht, ist „Betriebsblind“ oder auch selber zu geschwächt um sich noch selbst helfen zu können.
Dann ist es wunderbar wenn einem jemand die Straße wieder klärt, einem Hilfe zur Selbsthilfe gewährt.

Für mich ist es wichtiger meine Klienten und Schüler, meine Besucher, meine Hilfe- und Kraft-Suchenden in IHRE eigene und ganz persönliche Kraft zu bringen. Sie zu den verantwortlichen „Schamanen“ ihres eigenen Lebens zu machen, denn ich kann und will nicht diese Rolle für andere auf Dauer übernehmen.
Ich bin der festen Überzeugung jeder kann für sich selbst Schamane/Schamanin sein. Dies scheint mir auch die Aufgabe eines jeden Menschen zu sein, die volle materielle und spirituelle Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und hin und wieder mal Hilfestellung den Anderen zu geben, geben zu können.

Der Schritt der fernen Vergangenheit, verantwortliche Schamanen zu berufen und so die spirituelle Verantwortung für sich selbst abzugeben, ja regelrecht auszugliedern aus Alltag und Leben, ist eine der schlechtesten Ideen der Menschheit überhaupt gewesen. Eine verlockende sicher, denn Spezialisierung kann das Niveau der Arbeit, der Kunst ja ungemein heben. Aber es ist meine feste Überzeugung: wir brauchen keine Gurus, keine Schamanen, keine Heiligen die für uns die Kraft halten. Wir dürfen und müssen diese Aufgabe endlich alle wieder weitestmöglich selbst übernehmen und sie uns auch zutrauen.

In meinen Augen sollten die heutigen und modernen Schamanen ganz unbedingt weniger an ihrem eigenen Mythos stricken und die Menschen statt dessen (wieder?) dahin bringen selber den Mythos zu leben.

Schamane/Schamanin ist wer von den Geistern, den Menschen und sich selbst berufen ist und dieser Berufung auch folgt.
In dem Moment, in dem die Geister Dich (be)rufen, Du Dich selbst berufst und Du dann die spirituelle Verantwortung für DICH auch tatsächlich in aller Konsequenz übernimmst, bist Du Schamane/Schamanin.
Für Dich selbst in erster Linie und an erster Stelle. Du trägst die volle Verantwortung für Dich und für Dein Sein, nicht irgendwelche Kräfte im Außen. Nicht der Nachbar, Deine Mutter, Dein Partner oder Arbeitskollege.
Erst wenn Du Kraft, Glück und Heilung in Deinem Leben materialisieren kannst, solltest Du dies überhaupt bei Anderen probieren.
Und wenn Deine Kraft ausreicht und andere sich, zumindest zeitweise, unter Deinen Schirm der Kraft stellen wollen, Du diese dann auch noch annimmst DANN bist Du vielleicht auch deren Schamanin, zumindest für einige Zeit.
Wahre Heilung kann letztlich nur in der Selbstbestimmung und eigenen Erkenntnis liegen. Alles andere können nur Zwischenlösungen sein.
Schamanische Praxis führt idealerweise über die Selbsterkenntnis zur Selbstermächtigung.
Die grundlegende schamanische Arbeit für uns SELBST, die Fähigkeit SELBER in die Anderswelt zu reisen um von dort Kraft und Heilung für uns selbst zu holen ist etwas das uns die „spirituelle“ Macht über unser Leben und unsere eigene Spiritualität zurückgibt. Wir sind nicht (mehr?) Ohnmächtig. Jede Frage die ein schamanisch Praktizierender hat, kann er mit auf die schamanische Reise nehmen und dort seinen geistigen Verbündeten und Lehrern stellen. KEIN schamanisch Praktizierender ist angewiesen auf einen Priester, Guru, Iman, Schamanen oder anderen Mittler zur geistigen Welt.
Schamanismus ist wohl die älteste und ursprünglichste Lehre der Menschheit, um ganzheitlich, im Zusammenwirken mit dem Universum und seinen Kräften, Heilung und Unterweisung in allen nur denkbaren Lebensbereichen zu erhalten. Dafür braucht es nicht immer einen „Experten“ sondern ein jeder und eine jede die dies möchten, können diese Kraft, Heilung und Unterweisung für sich selbst erlangen. Sei DEINE eigene verantwortliche Schamanin. Sei DEIN eigener verantwortlicher Schamane.

copyright Tunritha

Editorial

Samstag, 21. Juli 2018

Well met, alle zusammen!

Ferien sind schon etwas Schönes – für die meisten Kinder zumindest. Für die Eltern ist das oftmals eine zwiespältige Sache … Sonnenschein ist auch etwas Schönes – für die Urlauber zumindest. Für die Bauern, die das notreife Getreide jetzt schon einfahren müssen, ganz sicher nicht.
Eine polare Welt, in der wir hier leben und in solchen Momenten wird mir das immer ganz besonders deutlich. Deshalb find ich auch das SpendenBild von XVII wunderschön passend zur bunten Welt vor meiner Türe …

Monochrom verwurzelt copyright XVII

Unser heutiger Artikel ist ebenfalls eine Spende, die es endlich in (für mich kompatiblem Format) in unser Update geschafft hat. Herzlichen Dank, Michael für Deinen Beitrag!

Da vergesse ich jetzt natürlich auch nicht, meinen bleibenden Aufruf wieder hinzuzufügen: unsere ArtikelSpeicher sind fast vollständig geleert und falls Ihr weiter von uns lesen wollt, dann brauchen wir dringend Spender, die uns ihre Gedanken zukommen lassen – einfach an redaktion (klammeraffe) wurzelwerk . at eine Mail schicken (unter der Ihr dann auch erreichbar seid, das ermöglicht eventuelle Nachfragen!).

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen und uns Eure
Kommentare oder Eure großzügigen ArtikelSpenden!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

 

Geismar – Teil I, geschrieben von Michael

Samstag, 21. Juli 2018

Sonnwend, Anno Domini 723, in einem Wald an der Eder die durch das Land des Stammes der Chatten fließt.

In nomine patri et filii et Donari et Wodani, Amen.“

Das akurat an die Wand genagelte Kreuz besteht lediglich aus zwei Buchenholzästen, wie man sie nach jedem Sturm im Wald auflesen kann. Darauf eingeritzt und rötlich gefärbt, sind undeutlich die Runen Isa, Ehwaz, Sowilo, Uruz und nochmals Sowilo zu erkennen: IESUS. Der von fadenscheinigem Sackleinen umhüllte Mann mit dem räudigen Bart versucht eine ungelenke Verneigung davor und stopft sich danach ein Stück hartes Brot in den zahnarmen Mund. Dann erhebt er sich und legt ein Zweiglein Mugwurz auf die verhalten vor sich hinglimmende Opferschale aus rohem Ton.

Staubflocken gondeln durch die grobe Bretterbude am Waldrand, die nur ein winziges Guckloch an der Tür, doch keinerlei Fenster besitzt. Durch Ritzen dringt das Licht des jungen Junitages herein, lässt das ungeordnete Innere erahnen: Ein paar zerlumpte Leinenfetzen auf dem festgestampften Boden, Beyfußwedel hängen von den Deckenträgern, ein klobiger Tisch aus wurmzerrütteter Fichte markiert die Mitte der Klause. Und ein ähnlicher Baumstrunk duckt sich als Hocker an ihn heran. Darüber die dünne Stimme des Eremiten: „Pater noster qui es in Asgard sanctificetur nomen tuum….“

Plötzlich reißt das Schlagen von Hufen, Schaben von Eisen und Rasseln von Ketten in die summende Stille des morgendlichen Waldes. Harsche Befehle werden gegeben, unverständliche Rufe laut. Dann fliegt die Tür der Klause auf, sodass die Räucherschale zu Boden fällt. Quiekend stürzt sich eine Maus ins nächstbeste Loch und das Ast – Runifix Kippt von der Wand. Eine Wolke aus Schwebeteilchen erhebt sich und gibt erst nach und nach den Blick auf Bewaffnete Männer frei, die etwas unschlüssig im Eingang stehengeblieben sind.

Bist du der…äh… gefährliche Frevler Adalmar?“ Dem bellenden schwarzbärtigen Mann scheinen selbst Zweifel zu kommen, als er die dürre Gestalt erblickt, die , etwas blöde vor sich hinlächelnd nun aus dem Staubnebel tritt . Er räuspert sich, dann nimmt er den Ton zurück: „Also zumindest gotteslästerlich..?“ Der Asket antwortet nicht und blickt durch den Besucher hindurch. Alles wartet kurz. Dann taucht hinter den Gerüsteten ein weiterer Mann auf. Er trägt keine Waffen, dafür einen beigewollenen Missionarshabit, sowie ein hölzernes Kreuz in der Rechten. Er drängt die Bewaffneten beiseite, und seine Augen leuchten in Triumph, indes er vortritt und die Hand nach dem Alten ausstreckt:

Natürlich ist er es! Ich kenne ihn lang genug! Adalmar, der letzte der Eremiten von eigenen Gnaden. Einer derjenigen die die heilige Schrift mit den alten Götzengeschichten vermischt. Der sich Bekehrer nennt und dabei Christus unsern Herrn neben Balder und Frigg stellt, als ob der Erlöser nur ein weiterer dieser aus grauer Vorzeit übriggebliebenen Dämonen wäre! Adalmar, der allerletzte der gottverfluchten chattischen Quatschprediger , die der Teufel geschickt hat, damit sie ihre selbstgeschnitzten Karikaturen der Bibel verbreiten! Oh, Wehe der heiligen Mission, solange solche Zerrbilder ihren Namen missbrauchen! Es sind dies schmarotzende Mitfahrer der Christianisierung, deren Irrlehre von den, ohnehin im Morast versunkenen heidnischen Landen, wie ein Schwamm aufgesaugt wird.“

Die Bewaffneten klappen den Mund auf und wieder zu. Offensichtlich verstehen sie kein Wort, wissen aber auch nicht, ob, oder wie überhaupt sie eingreifen sollten.

Der Mann im Habit ist aber nicht zu bremsen: „Seht euch diese elende Dreckshütte an! Wer denkt er, dass er ist? Der Eremit Antonius? Benedikt von Nursia? Ist dies das Tal zu Subiaco??!“ Sein Blick schweift lauernd umher, dann springt er vor, reißt das Holzkreuz mit den Runen hoch: „Hier! Was sag ich?! Zauberzeichen auf dem heiligen Symbol unseres Erlösers und Herrn Jesus Christus!“

Beides kann nebeneinander bestehen…es sind nur verschiedene Seiten der Wahrheit…“ Der Alte spricht nun, im Gegensatz zu seiner Murmelei von vorhin, mit unerwartet klarem Ton. Er stellt es beiläufig in den Raum, wie ein Wachslicht. Doch leise genug, dass jeder es versteht. Einzig der Kuttenträger geht darüber hinweg und beginnt gestikulierend auf und ab zu laufen: „Seine Heiligkeit selbst hat gewarnt vor Subjekten wie ihn, die zugelassen haben, dass die Heiden Gott, den Vater, einfach in ihre Götzen eingliedern und weitermachen wie bisher. Dank solcher Subjekte ist die Taufe in den Missionsgebieten das Wasser nicht wert, das sie kostet. Kaum drehen wir uns um, werden sie rückfällig und finden lustvoll Bestätigung in seinen Irrlehren.“ Dann bleibt er stehen und spricht den Klapprigen direkt an: „Wir wissen, dass du Absolutionen im Namen Wotans erteilt hast. Du vergibst Heiden, die vorher schon bei uns zur Taufe waren, doch nicht um sich zu bekehren, sondern lediglich um, wie es leider Brauch des Bischofs ist, ein neues Hemd geschenkt zu bekommen. Dafür sogar öfter. Drei Taufen, drei Hemden! Und dann ab zu dir, damit ihnen die alten Götter nicht böse sind. Nur unserer Güte sowie der Abwesenheit des Bischofs war es zu verdanken, dass du hier noch geduldet wurdest. Bis jetzt.“ Dann, viel lauter, wie um die Waffenträger zu beeindrucken: „Doch die Zeit deiner Fehlpredigten ist vorüber. Denn ich habe schlechte Neuigkeiten für dich, Alter: Der Bischof ist wieder da.“ Der Eremit hebt den Kopf ein

Stück: „So? Ich dachte, er bliebe endlich in Rom, bei seinem Herrchen…“ Der Kuttenträger namens Witta zögert kurz, dann richtet er sich zu voller Größe auf: „Pech für dich, Adalmar. Die Zeit der lahmen Duldung deiner Sorte ist endgültig vorbei. Er, dessen Namen du schmähst, verfügt nun über neue Vollmachten, höhere Würden und viel mehr Männern als je bisher. Und er hat großes vor. Denn, höre, du Relikt:

BONIFATIUS IST ZURÜCK!“

Ende Teil I

Editorial

Samstag, 14. Juli 2018

Well met, alle zusammen!

Die Zeit vergeht – für die einen viel zu schnell (wenn ich mich so an die Schulferien früher erinnere) und für die anderen viel zu langsam (für diejenigen, die jetzt in den Jobs vor sich hin schwitzen oder ob der Klimaanlagen frieren). Der Zeit ist das egal … alles bleibt anders.

Brighids Bach copyright Brighid

Wie angekündigt gibt es heute leider nur einen Artikel, den aber dafür gespendet von Anette (herzlichen Dank dafür!!) und zu einem Thema, das wohl viele interessieren dürfte. „Schamanin sein oder nicht sein – Ein paar Gedanken

Wie immer wünsche ich Euch viel Lesevergnügen und starte, wie so oft, auch den Aufruf: Wenn Ihr Artikel schreibt oder geschrieben habt, die Ihr mit unseren Lesern teilen wollt, dann schickt die einfach an redaktion (klammeraffe) wurzelwerk. at und ich meld mich dann bei Euch per Mail.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team