Wehwehchen, blaue Flecken und Autschis – Teil I, geschrieben von Lora, übersetzt von Anufa

„Du wirst das lieben!“, rief Thistle. „Das macht so großen Spaß!“
„Wart mal!“, hechelte Pooka. „Einige von uns haben keine Flügel, weisst Du?!“
Der Schnee ging ihm fast bis zu seinem kleine schwarzen Bauch und die Katze pflügte durch ihn hindurch, mit großer Anstrengung, nicht abgehängt zu werden. Die Fee lachte nur. „Mach dir keine Sorgen. Wir sind schon da . Schau dir das an!“, und sie lief grazil über das Eis, das den Teich von Bauer Gellis bedeckte.

Als Pooka aufgeholt hatte, berührten seine Pfoten den glatten und rutschigen Untergrund und er schlitterte schnell in Richtung Zentrum.
„Whhhhheeeeeee“, rief er glücklich. „Du hattest Recht! Das IST lustig!!“

Pooka am Eis

Plötzlich gab es ein Krachen, ein Platschen und dann war auf einmal Stille. Thistle flitzte zu dem schwarzen Loch im Eis, wo Pooka vorher gewesen war.
„Pooka?“ rief sie ängstlich. „Pooka!!“
Der Kopf der Katze tauchte auf. Er hustete und japste. Das Wasser war eiskalt! Er versuchte Halt am Eis zu finden um sich selber aus dem Wasser zu ziehen, aber die Ränder waren dünn und zerbrachen immer wieder unter seinen Krallen. Thistle schnappte ihren Freund am Nacken und mit heftig schlagenden Flügeln, versuchte sie seinen Kopf oben zu halten. Aber, auf sich selber gestellt, war die kleine Fee nicht stark genug!
„Edgar!! Hilfe!!“, rief Thistle.
Die Krähe krächzte und machte einen Sturzflug herunter vom Baum, auf dem sie gesessen hatte. Er fasste Pooka mit seinem Schnabel ebenfall im Nacken und zog – aber die tropfnasse Katze war immer noch zu schwer.

Er krächzte noch einmal … dann kam ein scharfer, wiederholter Ruf, den Krähen benutzen um Hilfe herbei zu rufen. In wenigen Augenblicken wimmelte es in der Luft über ihnen nur so vor lauter Krähen. Sie kamen alle herunter geflogen und schnappten sich die unterschiedlichsten Körperteile von Pooka … seine Ohren, seinen Nacken … sogar seine armen Barthaare! Sie zerrten und zogen und schafften es dann endlich, ihn aus dem Teich zu ziehen.

„Nächstes Mal solltest du etwas vorsichtiger sein,“ schimpfte Thistle ihn erleichtert aus. Pooka zitterte zu sehr um zu antworten. Die Fee legte ihren Kopf schief und sah ihn mit kritischem Blick an. „Wir bringen dich jetzt besser schnell nach Hause“, war ihre Expertenmeinung.
Pookas Beine taten von dem kalten Wasser so schrecklich weh, dass er keinen Schritt gehen konnte. Abgesehen davon, tat auch seine Brust weh. Eigentlich, tat ihm alles weh!! Und erschöpft war er auch. Jetzt, da er endlich aus dem Wasser draußen war, wollte er einfach nur schlafen. Weil weder die Krähen noch die Fee ihn dazu bringen konnten, sich zu bewegen traf Thistle wieder eine wichtige Entscheidung.

„Wir müssen Elsie holen“, sagte sie.

Glücklicher Weise können Krähen und Feen ziemlich schnell fliegen und Hexen, deren Familiare in Schwierigkeiten stecken, können sich noch schneller bewegen! Elsie war bei Pooka, wickelte ihn in ihren Umhang und hatte ihn in Null Komma nichts nach Hause gebracht. Sie rieb ihm mit einem heißen Handtuch kräftig ab, wickelte ihn auf ihrem Schoß in eine Decke und gab ihm viel warme Milch zu trinken. Langsam fühlte Pooka sich besser.

„Das war aber knapp“, murmelte er schläfrig als er sich an seine Hexe kuschelte.

„Viel zu knapp!“ sagte Elsie. „Was ist das mit dir und all diesen Unfällen in letzter Zeit? Vor ein paar Tagen bist du aus dem Apfelbaum gefallen. Und ein paar Tage davor ist ein Funken aus dem Kamin geflogen und hat fast deinen Schwanz angezündet. Davor bist du auf einen spitzen Stein, der unter dem Schnee lang, getreten und hast dir die Pfote verletzt.“
„Einfach Pech, schätze ich“, murmelte Pooka und begann gleich darauf zu schnarchen.

Elsie sah auf die kleine schwarze Katze auf ihrem Schoß und runzelte die Stirn. Sie steckte die Decke sorfältig unter der kleine Katze fest und ließ den kleinen Pooka neben dem warmen Herd schlafen.
Dann ging sie zu ihrem Tisch. Sie zog ein Stück Pergament aus einer der Laden und einige Bücher vom nahen Bücherregal. Da wachte Pooka wieder auf. Elsie hatte einen siegessicheren Ausdruck auf ihrem Gesicht.
„Ich hab das Problem entdeckt“, sagte sie.
„Was auch immer es sein mag, ich war das nicht!“ gähnte Pooka ganz automatisch.
„Nein, ich meinte den Grund, warum du dich in der letzten Zeit so viel verletzt.“

Sie wedelte mit dem Pergament mit seinem Horoskop in der Luft. „Mars und Uranus, sie stehen grad beide im Quadrat zu deinem Aszendenten.“
Die Katze kratzte sich das Kinn mit der Hinterpfote und versuchte sich an seine Astrologiestunden zu erinnern. Mars könnte Gewalt bedeuten. Uranus brachte Dinge, die man nicht erwartete. Ein Quadrat waren Herausforderungen und der Aszendent beeinflusste seinen physischen Körper. Wenn man das zusammen zählte, dann konnte das heißen …
„Unfälle können dich verletzen?“, riet Pooka.
„Genau richtig“, nickte Elsie. „Wir sollten einen Schutzzauber machen!“. „Da bin ich sehr dafür!“ stimmte der kleine Kater zu.

Ende Teil I

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