Wehwehchen, blaue Flecken und Autschis – Teil II, geschrieben von Lora, übersetzt von Anufa

An diesem Abend verwendete Elsie roten Seidenfaden um auf ein weißes Stück Seide eine Algiz, die Schutzrune, zu sticken. Dann nähte sie aus der Seide ein kleines Beutelchen. Dann richtete sieh ihren Altar, vor dem Herd in der Stube, her. Pooka saß in der Mitte des Altars, während Edgar von seinem Ausblick am Rand die Sache beobachtete. Nachdem der Kreis gezogen war, schnitzte die Hexe den Namen der Katze in eine weiße Kerze. Darüber schnitt sie noch eine Algiz in das Wachs. Nachdem sie die Kerze mit Öl geweiht hatte, zündete sie diese gemeinsam mit einer speziell dafür von ihr hergestellten Räuchermischung an. Dann füllte sie das Beutelchen mit Pflanzen, die sie aus ihrem Kräuterzimmer geholt hatte. „Was is das für Zeug?“, fragte Pooka. „Schutzkräuter und ein Jadestein kommt auch noch hinein“, erklärte sie ihm. „Soll ich mir das aufschreiben?“, seufzte Pooka. „Diesmal nicht“, lächelte Elsie. Sie verwendete ihre Schere um ein wenig Fell von seiner Brust zu schneiden. „Heyyy!“, rief Pooka. „Dran bin ich gehangen!“ „Eben und feinstofflich tust du das noch immer“, sagte Elsie. „Das ist genau, was hlft den Zauber zielgerichtet zu machen.“ Sie hielt das weiße Beutelchen dann über ihren Kopf, atmete tief und richtete ihre eigene Energie gut aus.

„Ihr alten Wächter, erhebt euch aus dem Osten!
Erhebt euch aus dem Westen!
Erhebt euch aus dem Süden und erhebt Euch aus dem Norden!
Ihr ewigen Wächter, alt und weise,
aus der tiefsten Erde und den sternenvollen Himmeln,
auf den Winden und aus dem Meer;
ich rufe euch. Kommt zu mir!
Versammelt euch und erhört meine Bitte,
um Schutz für einen der klein und schwach ist.“

„Du meinst MICH?“ unterbrach sie Pooka verschnupft. Elsie warf ihm einen Blick zu und er war schnell wieder ruhig. Die Hexe setzte fort:

„Verleiht ihm Stärke und verleiht ihm Macht,
umgebt ihn mit eurem Licht.“

Sie befestigte den kleinen Beutel an Pookas Halsband und sagte, „Bei der Macht des Gottes, der Göttin und der meinen
bei den Mächten der Wächter der Erde, der Luft, des Feuers und des Meeres
das ist mein Wille und so soll es sein!“

Pooka schaunte nach unten, auf das Beutelchen an seinem Halsband. Er fühlte sich schon jetzt viel sicherer.

Am nächsten Tag war Markttag. Elsie packte ihren Korb und wanderte in Richtung Dorf.

Als sie auf die Kopfsteinpflasterstraße an den Geschäften vorbei gingen, blieb Pooka kurz stehen um mit seinem Freund Trilby, dem kleinen weißen Kätzchen das über der Bäckerei lebte, zu plaudern. Trilbys Frauchen, die auch auf dem Balkon war, kümmerte sich geschäftig um die Topfpflanzen am Geländer. Plötzlich stieß sie mit der Gießkanne gegen einen der Töpfe und der zuerschellte am Boden … ein paar Zentimeter neben Pooka!

Elsie eilte zu ihm. Trilby starrte über den Balkon und maunzte ängstlich, „Pooka, bist du in Ordnung??“
Der Kater schüttelte sich die Erde aus dem Fell. Es ging ihm gut!

Er und Elsie gingen weiter die Straße entlang. Als sie am Buchladen vorbei kamen lief Pooka zum Schaufenster, stellte sich auf die Hinterpfoten und drückte seine Vorderpfoten gegen die Scheibe. „Schau, Elsie! Ein Runenmalbuch!!“ Die Hexe folgte ihm um sich das anzusehen.

Gerade da verlor ein Lieferwagen auf einer Eisplatte den Grip. Er schleuderte außer Kontrolle die Straße herunter und die Passanten sprangen aus dem Weg. Der Lieferwagen blieb auf einem Schneeflecken stehen und dankenswerter Weise wurde niemand verletzt. Aber Pooka wusste, dass wenn er noch auf der Straße gewesen wäre, er vor Schreck steifgefroren stehen geblieben und überfahren worden wäre.

„Elsie“, sagte er. „Dieses Amulett hilft aber wirklich! Die Wächter beschützen mich tatsächlich!“

Sie nahm ihn hoch und drückte ihn ganz fest. „Natürlich tut es das. Und ich bin sooo froh darüber!“

Die nächsten Tage waren sogar noch kälter und Thistle befundete, dass das Eis am Teich nun dicker sein würde. Sie forderte Pooka auf, wieder mit ihr Schlittschuh zu laufen. Die kleine Katze schüttelte den Kopf. „Das ist einfach zu gefährlich“, sagt er der Fee.
„Aber es macht so viel Spaß und außerdem wird dich dein magisches Amulett beschützen“, bestand Thistle darauf. „Elsie ist eine sehr mächtige Hexe!“

Pooka dachte darüber nach und musste zustimmen. Als sie ankamen, zögerte er, fing dann zu rennen an und kam aufs Eis. Dieses Mal schlitterte er ganz sanft darüber!

„Das funktioniert! Das funktioniert ja wirklich!“ rief er triumphierend.

„Das stimmt“, nickte Thistle grinsend. Sie stupste ihm ihren Ellenbogen in die Rippen und sagte, „Ich wette, du könntest sogar von Elsies Dach springen ohne dir weh zu tun!“

„Ich wette, dass ich das kann!“ stimmte Pooka glücklich zu und zu ihrer Überraschung, drehte sich der Kater um und lief zurück zur Hütte. Thistle folgte ihm. Er würde doch nicht? Die Fee hatte ihn doch nur aufgezogen!

Zurück bei Elsies Haus, verwendete die kleine Katze ihre Krallen um den Apfelbaum zum Dach hoch zu klettern. Er starrte über die Kante … das war ein langer Weg nach unten.

Thistle war ein kleiner Fleck gegen auf dem Schnee unter ihm. „Vielleicht ist das eine schlechte Idee“, rief sie ihm in die Höhe.

Ein Teil in ihm dachte, dass sie vielleicht Recht haben könnte und dann fühlte er das Amulett auf deinem Fell liegen.

Pooka sprang.

Er schaffte es auf dem Weg nach unten einigen größeren Zweigen auszuweichen und eine extra tiefe Schneewächte rettete ihn davor, auf dem gerade erst geschaufelten Weg zu zerschellen. Der Aufprall schüttelte jeder seiner Knochen durch und drückt die Luft aus seinen Lungen. Er war mit dem Kinn auf einen kleiner Zweig geknallt und als er gelandet war, war ein scharfer Schmerz durch seine Pfote geschossen. Er lag in dem Schneehaufen ohne sich zu bewegen.

„Pooka! Bist Du in Ordnung??“ Die Fee flatterte über ihm. Sie hielt ihm einige Finger vors Gesicht und fragte: „Wieviele Leben hast Du noch über?“

„Nicht genug!“ stöhnte Pooka.
„Ich hole Elsie!“ sagte Thistle

Sofort war die Hexe da. Sie untersuchte ihn schnell und sagte, „Ich glaube, du hast dein Bein bös gezerrt. Du musst jetzt mindestens eine Woche drinnen und von allem weg bleiben. Ich reibe dir auch noch Beinwellsalbe aufs Kinn. Das wird die Blutung stoppen und helfen zu heilen. Abseits davon, glaube ich, dass Du in Ordnung bist. Es ist erstaunlich, dass du dich nicht ärger verletzt hast.“

„Aber Elsie“, warf Pooka ein. „Ich HABE mich doch verletzt! Mein magischer Beutel hat mich diesmal nicht beschützt. Ich denke, es ist irgendwie kaputt gegangen oder so etwas. Kannst du es wieder reparieren?“

Elsie stand auf und stemmt die Hände in ihre Hüften. „Du bist absichtlich vom Dach gesprungen, stimmt´s?“
„Jaaa“, gab Pooka zu.

Elsie hob ihre Katze aus dem Schnee auf. „Dein Beutelchen ist nicht kaputt. Es beschützt dich immer noch vor Unfällen.“ Dann seufzte sie und schüttelte ihren Kopf. „Aber Pooks, Ich kenne leider keine Magie, die dich vor „DUMM“ beschützt!“

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