Hirn is Trump-fffffffffff oder Wenn schon verfluchen, dann aber richtig!! – Teil II

Da tatsächlich einer der gaaaanz seltenen Fälle eingetreten ist, dass tatsächlich jemand im Blog nach einer Fortsetzung gefragt hat. Also vielen Dank, fürs Kompliment Irene und speziell für dich ein zweiter Teil!

 

Herz is Trumpf

Ein mittlerweile zwanzig Jahre alter“ Film, „Der Hexenclub“, war lange Zeit (damals leistete ich noch Covenarbeit) einer meiner Lehrfilme, den ich mit den Newbies durchdiskutiert habe. In diesem wird zum Beispiel wunderschön ein Liebeszauber aufgearbeitet. In Kurzfassung: überlege gut, was Du Dir wünschst, es könnte eintreffen.
Sarah, eine der Hauptprotagonistinnen, webt einen Liebeszauber um Chris, einen Mitschüler, für sich zu gewinnen. Die Beziehung entgleist – Chris bedrängt sie massiv und sie wird ihn nicht mehr los. Nancy, ebenfalls eine der Hauptfiguren, bringt Chris schlussendlich um, indem sie ihn – mittels magischer Beeinflussung – aus dem Fenster springen lässt.

Die Grundsatzfrage, die mich, bezüglich derartiger Magie, immer wieder beschäftigt stelle ich dann ein wenig später – die Frage der Ethik.
Vorerst möchte ich mich ein wenig mit der Genese eines Zaubers beschäftigen, gleich anhand eines derartigen Liebeszaubers. Genauso wie es auch die ,im Film zu Rate gezogene, Hexe den Hexenclub-Teens erklärt.
Bei einem Zauber will ich ein bestimmtes Ergebnis erzielen (sonst wäre die Sache ja auch nie verifizierbar) und von diesem angestrebten Ergebnis hängt ab, wie der Zauber aussehen muss.
Klingt nach „no na ned“, ist aber vielfach schwieriger als es klingt. Eine glückliche Beziehung zu zaubern ist etwas völlig anderes als „diesen Typen will ich haben“ als Motto zu wählen. Wobei ich da noch weit von einer Frage der Ethik entfernt bin, sondern mich rein auf das Sachliche beziehe. Bei einer glücklichen Beziehung ziele ich nicht auf einen bestimmten Menschen sondern auf einen Seinszustand für mich! Ich werde dann jemanden kennen lernen, der es mir ermöglicht eine glückliche Beziehung zu führen.
Diese Formulierung habe ich bewusst gewählt, weil das noch lange nicht heißt, dass auch der andere mit dieser Beziehung glücklich sein muss! Es muss auch nicht sein, dass diese Beziehung Entwicklung für mich ermöglicht. Nichts ist inkludiert, außer dass ich glücklich bin – wie und warum auch immer!
Wenn Magie wirkt, dann wirkt sie auch. Damit sitze ich dann in dieser Beziehung fest … zumindest bis ich eindeutig mehr Kraft investiere um mich daraus wieder zu lösen also ich verwendet habe um sie zu bekommen. Und wenn die Energie, die ich für den Zauber verwendet habe erschöpft ist, wird sich die Verbindung von selber auflösen. Auch etwas das gerne vergessen wird. Ein gewirkter Zauber hat ein Ablaufdatum und so lang er dauert, dauert er auch.
Wenn ich genau diesen Menschen mit Magie für mich entflamme, dann muss mir klar sein (eben wie im Film), dass ich den/die dann auch bis zum Ablaufdatum nicht mehr los werde. Wenn ich die glückliche Beziehung inkludiere, werde ich um Ecken mehr Energie aufwenden müssen – und ob sich das machen lässt ist wieder ein anderes Thema, das ich noch vor der Ethikfrage in Angriff nehme.

Hat der Zauber funktioniert, dann erhebt sich nur noch die Frage nach dem Preis. Im besten Fall steht auf dem Rechnungszettel der Posten „Ich bin mir im Klaren, dass ich einen anderen Menschen durch Magie in die Lage gebracht habe mich zu lieben“. Selbst wenn alles zu 100% so läuft, wie ich mir das vorgestellt habe, bleibt immer noch der Zweifel, ob mein Partner nicht nur wegen meines magischen Wirkens mein Partner ist oder ob wirklich ich als Person gemeint bin … Wie kann ich mir da sicher sein? Wäre mir das egal?
Es muss also nicht so überzogen sein, wie im Film – aber alles hat seinen Preis.


Wo kommt die Energie denn überhaupt her?

Als kurzen Einschub möchte ich noch die Frage nach dem Treibstoff eines Zaubers einwerfen. Wo kommt die denn eigentlich her?
Einfache Antwort: im Normalfall aus oder durch einen selber!

Aus einem selber ist natürlich eher eine begrenzte Ressource – wie das Beispiel vom „Cone of Power“ schön zeigt. Natürlich kann ich auch Fremdenergie durch mich durch leiten. Dazu muss ich aber geübt sein, sowohl im „Anzapfen“ (weil ich ja wissen muss wo und wie) als auch im „Kanalisieren“. Opfer sind natürlich auch eine Möglichkeit an ein Energiereservoir zu kommen. Wie funktioniert denn das?
Generell geht es, meiner Ansicht nach, um Lebenskraft (Chi, Vitalkraft, Od, Prana oder wie auch immer mensch sie nennen will). Dabei möchte ich aber betonen, dass ich diese Lebenskraft nicht als spezifisch menschlich, sondern als universal ansehe (weshalb auch Opfer durchaus funktionieren können).

Ein Beispiel, gefällig?
Ob der Treibstoff aus Erdöl, Pflanzenöl, Wasserstoff oder Sonnenenergie hergestellt wird – je nach Motor wird unterschiedlicher Treibstoff benötigt und dann bringt mich mein Fahrzeug in die Richtung in die ich möchte. Ob ich das Ziel auch erreiche, das liegt an der zu fahrenden Strecke, der Reichweite meines Treibstoffs und meinem Fahrstil. Ich glaube, dass dieses Beispiel am besten verdeutlicht, wo die Problemquellen auch beim Zaubern liegen.


Und nun zur Ethik

Damit wären wir wieder zurück beim „Hexenclub“ … hier ein paar (durchaus berechtigte, wie ich finde) Kommentare aus Wikipedia

„Wenn er doch nur wirklich böse wäre. Bei allem Horror und bei der anständigen Unterhaltung stört – neben der Hauptdarstellerin –, dass Der Hexenclub brav und moralisch ist.“
Günter H. Jekubzik auf filmtabs.de
„Es zeigefingert ganz kräftig in diesem Film, und so wirkt Der Hexenclub trotz ausgeklügelten Produktionsdesigns, spektakulärer Genreeffekte und treffsicheren Soundtracks eher wie die professionell bebilderte Broschüre eines Landesbeauftragten für Sektenfragen.“
Martin Schwickert auf ultimo online
Ethik ist für mich nicht gleichbedeutend mit Moral. Der Zeigefinger ist also für mich ein Zeigefinger und kein „DuDu“-Finger, der mir meine Verfehlungen um die Ohren haut. Der Film wirkt in großen Passagen moralisierend , das würde ich durchaus unterschreiben. Obwohl wohl jede Parabel auf die eine oder andere Art moralisiert … und niemand hat behauptet, dass dieser Film etwas anderes wäre.

Mir persönlich geht es um Ursache und Wirkung – Karma wie ich es verstehe. Wenn ich zaubere und damit einen anderen seines freien Willens beraube, dann wird mir (wohlgemerkt mir persönlich) auf Dauer kein Glück bringen, weil ich (ich ganz persönlich) es nicht richtig finde, jemanden zu meinem Vorteil so zu steuern. Wenn jemand damit wirklich d´accord wäre, dann hätte er  auch kein Problem damit und auch kaum mit negativen Folgen seines Handelns zu tun. Deshalb ist auch der Schluss – eine Nancy die im Irrenhaus für ihre Untaten büßt – für mich eher der Moralecke zuzuordnen. Abgesehen davon, dass Sarah für den Rest ihres Lebens damit leben wird, zu wissen, welche Panik Rochelle und Bonnie ihr gegenüber empfinden – was natürlich im Skript nicht mehr vorkommt …

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