Von den drei Kräutern (Märchen aus Avalon 9), geschrieben von Veleda Alantia

Diese Geschichte erzählte mir der Wind,
als ich über die Felder meiner Heimat ging.

Raunend, zischend, geheimnisvoll … vertraute er sie mir an. Hatte er sie doch lange über die Städte der Menschen getragen.

Doch … er erlaubte sie mir euch zu erzählen und das tue ich.

Vorher noch danke ich dem Wind für die Worte und Gerüchte aus den anderen Zeiten.

Also …

In einer Zeit die war und noch ist, lebten drei junge Frauen in einem Dorf.

Sie wuchsen so auf, als seien sie Schwestern und das waren sie auch. Schwestern im Geiste.

Sie lernten und spielten viel, miteinander und voneinander.

Doch…eines Tages kam der Tod in das Dorf. In dunklen Mantel gekleidet klopfte er an jede Tür. Die Dorfbewohner verbargen sich in ihren Häusern. Der Tod machte ihnen Angst. Sie öffneten ihm nicht die Türe.

Das verärgerte den Tod sehr und er stiess seine Sense klirrend auf den Steinboden des Dorfplatzes. Er sprach “Wenn bis zum Fest der dritten Ernte  nicht die drei Kräuter Salbei, Frauenmantel und Brennessel gefunden sind, dann gehe ich von Haus zu Haus und nehme euch alle mit!” mit dem Dröhnen seiner Sichel bekräftigte er dies.

Da verzweifelten die Menschen in ihren Häusern. Eine unnatürliche Hitze hatte selbst die Unkräuter verdörren lassen.

Die drei Frauen berieten sich. Sie wollten es wagen und die Aufgabe des Todes versuchen.

Die erste Frau, Elvenlicht, ging tief in den Wald. Ein Milan weiste ihr den Weg zum Eichenkundigen, einen grossen Heil- und Kräuterkundigen. Dieser riet ihr dem Milan zu folgen. Und tatsächlich durch weisen Rat fand sie die Brennessel und brachte siegessicher das Kraut ins Dorf.

Der Tod grinste nur und seine violetten Augen glühten unter dem Mantel.

Ein Kraut war nicht drei.

Als die Zeit näher rückte ging die zweite Frau mit den Namen Flussmaid los. Sie schritt zum Fluss, wo eine Wasserfrau sie erwartete. Die Göttin nahm Anteil am Leid des Dorfes und riet der Frau wo sie den Frauenmantel finden konnte. Eine Eule begleitete sie und zeigte ihr, daß das Kraut verborgen in einem Brunnen die Dürre überlebt hatte. Sie dankte ihren Gefährten und kam hoffnungsvoll ins Dorf zurück. Den Frauenmantel in der Hand.

Doch auch jetzt noch war der Tod siegessicher. Zwei Kräuter waren nicht drei. Er konnte noch gewinnen.

Die dritte Frau machte sich auf den Weg, fast zum Ablauf des Ultimatums. Ihr Leitstern hatte ihr dies anvertraut. Sternenschöne hieß sie und ihr Weg führte sie in die Stadt zu einem Sterndeuter. Der zeigte ihr den Platz. Ein Schwan begleitete sie und gerade noch rechtzeitig kam sie nach Hause zurück. In der Hand den Salbei.

Der Tod hatte gegen den Mut, die Weisheit und die Zuversicht der drei Frauen keine Chance. Sie bereiteten eine Zaubersuppe mit den Kräutern zu und das Lied des Dorfes würzte sie.

Er verließ das Dorf nachdem er von der Suppe gekostet hatte.

Doch kam er immer wieder ins Dorf. Als Freund und nicht als Fremder.

Dies trug der Wind mir zu und ein jeder mag diese Geschichte mit seinem Herzen verstehen oder auch nicht….

Ende
Bilder: Veleda Alantia

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