Ein Treffen mit Dayonis – Teil II , geschrieben von Morgana, übersetzt von Anufa, bearbeitet von Chris

Eingeweiht von Gerald Gardner, Mitte der Fünziger, war Jack Bracelin mein Hohepriester. Wir waren zu selben Zeit eingeweiht worden, wir leiteten zusammen den Bricket Wood Coven bis ich ihn 1959 verließ um zu heiraten, denselben Kerl mit dem ich immer noch verheiratet bin, die Göttin möge ihn segnen. Mein Buch der Schatten ist schon lang durch Feuchtigkeit und Insekten vernichtet worden, als wir in der Karibik lebten. Es war nur zwanzig Seiten dick und ganz schön skizzenhaft aber es hat verflixt gut funktioniert. Zumindest taten wir das als Coven. Lois war meine Maiden und ein beachtliches Medium. Wir ihr vielleicht alle wisst, habe ich mich zumindest auf diesen Foren vor ein paar Jahren geoutet und habe Californien dank Anna besucht. Ich schätze, wenn man all das Obige mit einbezieht, dann könntet ihr mich Urgroßmutter (durch die Macht von zwei nur zwei?) nennen und das ist der Titel, den ich am meisten mögen würde, jetzt, da ich die wirkliche Großmutter einer wunderhübschen Enkelin bin.

Habe Lois Bournes Buch “Dancing with Witches” gelesen und sie trifft im ersten Teil des Buches mit ihren Kommentaren zu Gerald ins Schwarze. Ich wusste von Idries Shah, traf ihn einmal als Jack mich mitnahm um ihn zu sehen. Er sah gut aus und war auch eine faszinierende Persönlichkeit! Zu ihren Kommentaren zur Volkskunde – ich habe sie nie wirklich sorgfältig gelesen – damit werde ich sie auch nicht kommentieren.
Liebe und seid gesegnet … Dayonis”
(Mit Erlaubnis wiedergegeben)

Für mich war das interessanteste Faktum an Dayonis Vorstellung, dass mir ihre Herangehensweise so bekannt und mit meinen eigenen Erfahrungen des Arbeitens in einem Coven vergleichbar war. Wir standen nicht auf Zeremonien und machten einfach weiter.

Es folgten mehrere andere E-Mails von langgedienten amerikanischen und europäischen Gardnerischen, die etliche Themen abdeckten. Viele waren damit befasst, was “richtig” im Sinne der Gardnerische Praxis war. Tatsächlich wurde die Liste so geschäftig, dass ich sie schon aufgrund der reinen Menge verließ.

Nach den anfänglichen Vorstellungen und üblichen Diskussionen über das Buch der Schatten, wurde es weniger interessant, einfach deshalb, weil so vieles von dem sich nicht auf das anwenden ließ, was in den Niederlanden geschah.

Auch gab es Listen und Foren die bei uns neu auftauchten. Mit einer Vollzeitarbeit und Craft-Aktivitäten beschäftigt, hatte ich einfach nicht die Zeit an diesen “transatlantischen” Diskussionen teilzunehmen.

Also vorspulen ins Jahr 2014. Ich war beschäftigt damit Pläne zu machen die URI (United Religions Initiative) und die PFI beim nächsten “Parlament der Weltreligionen” 2015 in Salt Lake City zu vertreten. URI würde einen Gästebereich einrichten und ich hatte angeboten zu helfen. Es gab die üblichen Facebook-Gruppen in denen Leute aus den unterschiedlichsten Organisationen interagierten. Zu meinem Erstaunen und meiner Freude stellte ich fest, dass Dayonis ebenfalls teilnehmen würde. Ich beschloss ihr eine persönliche Nachricht zu schicken und sie wissen zu lassen, dass ich ebenfalls teilnehmen würde … aber sie antwortete nicht. Wie auch immer, ich hatte keine Ahnung, dass Anna und Don auch teilnehmen würden (Don in seiner Funktion als URI Repräsentant) und Dayonis bereits gefragt hatten, ob sie mich und Vivianne Crowley, die auch am Parlament teilnahm, treffen wolle.

(Dayonis und Morgana beim Parlament der Weltreligionen, Salt Lake City 2015)

Wir sprachen über Abstammungslinien und die regelrechte Besessenheit, die Amerikaner diesbezüglich haben. Natürlich verstehen wir, warum das so geschehen ist und warum das nötig ist, aber wie Dayonis später anmerkte, “wussten wir nicht immer, was Gerald vor hatte.” Und wir wissen tatsächlich, dass Gerald viele Verbindungen hatte und viele Leute traf.
Ich hatte diese Erfahrung auch gemacht, wenn ich mich an meine eigene Initiation erinnerte und an den Coven, in dem ich ausgebildet wurde. Es erinnerte mich daran, wie Vivianne und ich uns das erste Mal trafen. Obwohl wir beide von Eleanor Bone “abstammten” und damit schlussendlich von Dayonis, wussten wir nur wenig über den Hohepriester und die Hohepriesterinnen der anderen. Wir wussten, dass sie alle geringfügig unterschiedliche Versionen des Buches der Schatten zu haben schienen. War das das Resultat schlampigen Kopierens? Oder waren die Dinge geändert worden? (Wir wissen, dass Dinge manchmal von GBG geändert wurden, manchmal von dem betreffenden Hohepriester/der Hohepriesterin). Dayonis erzählte mir später, dass sie sich öfters Jacks Buch ausborgte …

Das Gespräch war gefüllt mit wunderbaren Anekdoten. An einem Punkt sprachen wir auch über die Kerzen in den vier Richtungen – wir fragten Dayonis ob sie damals eine bestimmte Reihenfolge oder bestimmte Farben verwendeten. “Oh nein”, antwortete sie. “Wir haben nur weiße Kerzen verwendet …” Ich fügte hinzu, dass wir in unserem Englischen Coven blaue Kerzen verwendeten und Anna erinnerte sich an Doreens Kommentar “Wir verwendeten rote Kerzen für die Himmelsrichtungen – weil es da im Supermarkt ein billiges Angebot gegeben hat”. Alle platzten vor Lachen!

Ende Teil II

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