„Ein Treffen mit Dayonis – Teil III , geschrieben von Morgana, übersetzt von Anufa, bearbeitet von Chris“

Wie so oft ist britisches praktisches Denken und Pragmatismus am Werk. Das ist für mich einer der Aspekte des Gardnerischen Wicca, den viele Leute schwer zu begreifen finden. Wir sorgen dafür dass „es funktioniert“ und erfinden Dinge aus dem Stehgreif. Wir veräppeln gern Leute aber wir haben auch eine gewisse Überheblichkeit, die sich oft in unserem Sprachgebrauch zeigt. Jeder, der schon einmal die Online-Listen „Was Briten sagen … und was sie meinen“ gesehen hat, wird genau wissen, wovon ich hier spreche. 

Also, nein, wir haben keine standardisierte „spezielle rote Kerze“ – wir können aber eine rote Kerze haben, die speziell ist …

Aber ich schweife ab, noch eine typisch britische Gewohnheit.

Dayonis und ich verstanden uns so gut, dass sie mich einlud, sie länger zu besuchen – was ich im Oktober 2016 tat. Was für eine wunderbare Woche wir hatten! Vierzig Jahre Neuigkeiten aufzuholen war eine Herausforderung, aber wir konnten eine ganze Menge teilen. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich vorher noch kein so außerordentliches Paar getroffen habe! Seit 60 Jahren verheiratet und sich immer noch so zugetan. Sie interessieren sich immer noch beide für die Welt und lesen jeden Tag die Zeitungen. Ich war während der Endphase der Präsidentenwahl im November dort und wie sprachen über die unterschiedlichen Kandidaten, die Skandale und die Schlammschlachten, aber auch über den Effekt des Brexit und den erstarkenden Rechtspopulismus in Europa.

Obwohl Dayonis jetzt Amerikanerin ist, ist sie in ihren Anschauungen immer noch sehr britisch. Wir ähneln uns in dieser Hinsicht sehr – wir haben beide das Vereinigte Königreich in unseren Zwanzigern verlassen – und haben beide in unserer Wahlheimat eine neue Nationalität angenommen. Wir sprachen auch eine Menge über unsere englische Erziehung, obwohl wir beide in Wales geboren waren. Und auch über unsere ununterbrochene Liebe für BBC Dramas, beispielsweise.

Dayonis wurde am 20. März 1931 in Cardiff geboren. Nach Fred Lamond, den Dyonis zu Imbolc 1957 einweihte, hat Gerald Gardner Reportern einmal erzählt, dass Dayonis „aus einer Hexenfamilie stammte. Sie sah mit ihrem Elfengesicht auch so aus, als ob sie geradewegs aus einem Arthur Rackham Bild käme.“
Zufällig war es auch Fred, der Dayonis ihrem späterem Ehemann vorstellte. Sie trafen sich alle bei „Mensa“ (in England 1946 gegründet), als Dayonis dort bei der Gesellschaft einen Vortrage hielt. Er und Fred waren zwei Gründungsmitglieder der Mensa Gesellschaft. Dieses Treffen war 1959. Sie heirateten im September 1959, eine Woche, bevor sie nach Kanada auswanderten.

Als Dayonis in die Craft kam, war sie jedenfalls die Freundin von Jack Bracelin und er wurde später ihr Hohepriester. Sie wurden beide 1955 eingeweiht. Jack wurde von Barbara Wickers initiiert und Dayonis von Gerald Gardner. Sie war 24 Jahre alt. Sie wurden Teil von dem was später der „Bricket Wood Coven“ genannt werden würde.

Sie erinnert sich:

Wir waren nur eine Gruppe an Leuten, die etwas gefunden hatte, das zu ihnen passte und wir folgten „ihm“ dorthin, wohin „es“ uns führen sollte. Das war so eine Menge an Zufällen, die alle auf einmal passierten. Wir schienen alle nach etwas zu suchen und die Craft wurde genau das, was wir gesucht hatten. Das war das Gefühl der Gemeinschaft und des sich sehr, sehr Mögens, im Großen und Ganzen eine gute Zeit zusammen zu haben. Die Craft war damals sehr intim, weil wir nur sehr wenige waren, die sie ausübten.

Bricket Wood fing wirklich mit Jack an. Er war derjenige, der Geralds Buch „Witchcraft Today“ (herausgegeben 1954) gefunden hat. 
Jack sprach mit Gerald und das war der Anfang des Bricket Wood Coven. Er und ich waren zu dieser Zeit zusammen und wir hatten beide Geralds Buch gelesen. Wir fühlten, dass die Craft zu finden, ein „nach Hause Kommen“ war. Als Jack mich Gerald vorstellte, fiel alles an seinen Platz. Wir gingen nach Bricket Wood hinauf, sahen das Hexenhaus und Gerald sagte uns, wie wir uns organisieren könnten um die Leitung des Five Acres Club zu bewerkstelligen.
Tatsächlich war es Jack, der die Basisarbeit leistete. Er war der Arbeiter und er arbeitete unglaublich hart. Im Hexenhaus legte er den Fussboden; er malte die Begrenzung des Kreises, den wir benutzten, auf den Boden und markierte die Himmelsrichtungen. Er war eigentlich der Leiter.“

Über Jack sagte sie: „Er war nett, ein bisschen anders als die meisten Leute. Er trank sehr viel Tee und war wirklich sehr angenehm. Jack war freundlich und freigiebig, wirklich eine nette Person. Er suchte, er suchte wirklich, nach etwas Spirituellem. Er war sehr unterstützend. Wenn man etwas brauchte, etwas erledigt werden sollte oder man etwas wissen wollte, dann fragte man Jack.“

Wenn sie von Jack redete, dann erinnerte sich Dayonis auch wie er dabei half, das berühmte Hexenhaus, „Witch´s Cottage“ herzurichten. – „ Es war sehr schlicht. Es war ein einziger Raum. Jack legte einen neuen Fußboden, strich diesen dann schwarz und malte dann in weiß einen Kreis mit 9 Fuß Durchmesser auf, mit Markierungen, wo die Himmelsrichtungen waren. Die Außenbegrenzung war zwei Inches breit und gab mir die Begrenzung an, wenn ich herumging um den Kreis zu erschaffen. Es gab eine Truhe, die wir als Altar nutzten, und in der wir die Dinge aufhoben, die für den Altar benutzt wurden. Das war´s. Wir hielten es einfach.“

 

Ende Teil III

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