Husten, Schnupfen und sonstige Katastrophen

Wie so oft im Winter laufen die Nasen, krächzen die Stimmen (sofern sie überhaupt noch einen Ton rausbringen) und lassen sich die Viren per Hustenexpress durch die Gegend schippern. Gerade bei Kindern ist das besonders schlimm. Zusehen zu müssen wie sie verzweifelt versuchen durch verstopfte Nasen Luft zu kriegen oder mit Fieber apathisch im Bett liegen ist kein Spaß. Mit Medikamenten zuschütten ist aber auch nicht die beste Lösung – vielfach geht es auch mit ganz einfachen Hausmitteln. Dabei ist allerdings Obacht geboten und Hausverstand von Nöten. Ein paar kleine Tipps helfen da vielleicht ein wenig weiter.

Mein Nachwuchs ist verkühlt und der Schnupfen ist bös

Was in diesem Fall immer sinnvoll ist, ausreichend zu trinken. Am besten sind da natürliche Tees.

Besonders empfehlenswert sind Hollerblüten, die nicht nur gegen die Erkältung als solche angehen sondern auch den Kreislauf unterstützen und vor allem den Stoffwechsel. Wichtig ist, dass Hollerblütentee immer frisch zubereitet werden muss, da sich seine ätherischen Anteile recht leicht verflüchtigen. 1 Teelöffel pro kleinem Häferl mit kochendem Wasser aufgießen, zudecken, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen und auf Trinktemperatur – zugedeckt oder im Flascherl – abkühlen lassen. Dann mit einem kleinen Löfferl Honig (falls es sich um Kleinkinder über 12 Monaten handelt!!!) aber am besten ungesüßt zu trinken geben. Wen ungesüßt so garnicht geht, dann ein Teelöffel Agavendicksaft dazu mischen.
Zwei bis drei solche Portionen pro Tag sind ausreichend. Reines Wasser geht natürlich auch, das aber bitte ohne Kohlensäure und ebenfalls warm.

Suppen sind eine gute Möglichkeit um Flüssigkeit anzubieten.
Wurzelgemüsesuppe (manche mögen sie lieber klar, andere mit dem gemixten Gemüse drinnen) machen Sinn, die wohlbekannte Hühnersuppe und wenn ein wenig Gerste oder Reis mitgekocht wird, schadet das gar nicht. Wichtig ist nur nicht zuviel zu essen – wobei die Gefahr eher gering sein dürfte, weil es meistens sowieso „nicht schmeckt“. Deshalb macht es auch nichts, wenn für zwei, drei Tage keine feste Nahrung angenommen wird – Hauptsache, die Flüssigkeitszufuhr stimmt.

Länger als zwei oder drei Tage sollte das Schlimmste aber auch nicht dauern, sonst auf jeden Fall den Arzt konsultieren.

Die gute alte Rotlichtlampe hilft ebenfalls weiter. Am besten funktioniert das, wenn der Krankensessel auf den Schoß genommen wird und dann gemeinsam mit jemandem, der noch Spaß macht auch, vor der Lampe sitzen kann. Wenn dann eine Geschichte erzählt oder gemeinsam ein Bilderbuch angeschaut wird, fällt das auch viel leichter für die 10 Minuten halbwegs still zu sitzen. Der Abstand ist dann richtig, wenn es auf dem Handrücken (vor die Schnupfennase gehalten) gerade angenehm warm aber nicht heiß ist.

Luftfeuchtigkeit ist bei Schnupfen der nächste Punkt. Es gilt – je feuchter das Raumluft desto besser für das kranke Kind und genauso für die Mitbewohner. Wenn die Luft trocken ist, dann steckt man sich viel schneller an, als bei feuchtem Raumklima.
Aromalampen sind da gleich das passende Thema. Zwei drei Tropfen Thymianöl, eine Fingerspitze Salz ins Wasser und für eine Stunde so aufstellen, dass sie für neugierige Kinderfinger nicht erreichbar ist. Für Babies reicht es völlig eine Wasserschale mit den zwei oder drei Tropfen ätherischem Öl auf die Heizung zu stellen, so verdunstet es langsamer.
Inhalationen gefallen wohl den wenigsten Kindern, deshalb gibt es eine Reihe an Tricks. Sollte das Kind nicht fiebern, kann anstatt dessen einfach ein Dampfbad gemacht werden. Badezimmer dicht machen, Heißwasser solang laufen lassen, bis z. B. die Spiegel beschlagen sind, dann erst das Badewasser mit temperiertem Wasser, einer Handvoll Salz und zwei Litern Thymiantee einlassen. Darauf achten, dass das Wasser nicht zu kalt wird und spätestens nach einer Viertelstunde raus aus der Wanne, rein is Bett (vorher noch Nase putzen).

Bei Fieber geht das natürlich nicht, also Plan B. Niemand sitzt gerne am Küchentisch, mit dem Kopf unter einem Badetuch über einer Wasserschüssel, 15 Minuten lang. Eine Alternative ist, mit dem Kind zu inhalieren (schadet ja auch einem Gesunden nicht!). Den Topf mit Wasser auf eine der vorderen Kochstellen am Herd zu stellen, nach dem Aufkochen Salz und einen gehäuften Esslöffel Thymian dazu geben und auf kleiner Flamme zugedeckt fünf Minuten ziehen lassen. Der Topf sollte größer als das Kochfeld sein! In der Zeit einen Sessel neben den Herd stellen, eine Decke – so weit hinter dem Topf ,mittels eines schweren Gegenstandes, „festmachen“, dass sie nicht mit dem heißen Kochfeld in Berührung kommt – und nachdem man auf dem Sessel Platz genommen hat, über den Topf und den eigenen Kopf ziehen. Dadurch einsteht ein Zelt in dem der Dampf aus dem Topf eingefangen wird und bereits etwas abgekühlt, nach unten fällt. So kann das kranke Kind gemütlich am Schoß sitzen und dann ist das Inhalieren sogar gemütlich.
Natürlich kann so ein Zelt auch unter dem Tisch gebaut werden, indem die Decke einfach über den Tisch gehängt wird. Allerdings ist der Dampf dann weniger dicht, weil der Nachschub langsam versiegt (außer man hat eine zusätzliche Kochplatte, die man da unten verwenden kann). Dann wieder die Nase putzen und hinlegen (falls die Müdigkeit zuschlägt, was ich jetzt einmal annehme).

Womit wir schon beim Schlafen mit Schnupfen wären – eine oft böse Geschichte für die ganze Familie.

Wie kommen wir zu ein bisschen Schlaf?!

Verstopfte Kindernasen sind wahrlich kein Vergnügen, für niemanden. Deshalb vor dem Schlafen bei den ganz Kleinen nochmals die Nase absaugen. Bei den Größeren kann durchaus solang ein Meersalznasenspray angewendet und wieder ausgeschneuzt/weggeputzt werden, bis sie halbwegs durchgängig geworden ist. Über die Luftfeuchtigkeit haben wir schon gesprochen und falls das alles noch nicht genügt, dann hilft Zwiebel.
Einfach eine größere halbierte Zwiebel neben das Bett legen und das hilft die Nase halbwegs frei zu halten. Soll die Wirkung verstärkt werden (bei älteren Kindern!) dann einfach die Zwiebel klein würfeln, in ein Stück Stoff einwickeln und neben das Bett legen. Diesen Zwiebel dann bitte morgens wegwerfen!

Nächstes Mal beschäftige ich mich mit dem Umgang mit hustenden Kindern.

Ende Teil I

Hinterlasse eine Antwort