Haaaaatschi – Teil II

Letztes Mal, bei Teil I, hatte ich, wie so oft, einen kleinen Aufruf gestartet, dass ihr doch ein paar eurer Hausrezepte in den Kommentaren postet möget. Tatsächlich hat mich Rota in der Wüste rufen gehört und deshalb gibt es diesen Teil II.

Rotas Hausmittel

Ich kenne noch das Hausmittel, klein geschnittene Zwiebel mit Honig zu vermengen und über Nacht im Kühlschrank stehen zu lassen. Wirksam gegen Husten. Allerdings muss man sich dazu auch mal überwinden.
Außerdem trinke ich immer Eibischtee, der effektiv schleimlösend wirkt. Vorm Schlafengehen hilft auch noch Inhalieren mit einer Salz-Kräutermischung. Ca. 15 Minuten helfen gegen eine Schnupfennase und befreien die Atemwege. Das ist jedoch sehr ermüdend und für den Kreislauf anstrengend. Beim Schlafen selbsterständlich der Thermophor.

Außerdem kenn ich den Spruch: „3 Tage kommt es, 3 Tage bleibt es, 3 Tage geht es“. Gegen Ende, wenn der Kreislauf wieder halbwegs stabil ist, tun kurze Spaziergänge (warm angezogen!) gut, damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt.

All das sind wirksame Hilfsmittel der großen Mütter aus meiner Familie, die mir schon oft geholfen haben.

P.S.:
Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Verkühlungen auch psychisch hervorgerufen werden können, sodass man auch reflektieren kann, ob man in der letzten Zeit zu viel Stress oder ähnliches hatte. Das ist aber wahrscheinlich sehr subjektiv.

Mein Kommentar

Als Grundlage freue ich mich immer sehr, wenn unsere Leser mit dem WurzelWerk ihre eigenen Erfahrungen auch wirklich real teilen! Daher nochmals vielen lieben Dank, Rota!
Aus der eigenen Hexenküche hätt ich da noch ein paar Anmerkungen auf Lager.

Die Hustenmischung mit Zwiebel und Honig mach ich z. B. im Stofftaschentuch. Ein Stofftaschentuch einlagig in ein kleines Schüsserl legen. Den klein geschnittenen Zwiebel in die Mitte des Tuches dazu geben. Den Honig darüber (auf eine kleine Zwiebel einen vollen Esslöffel Honig) und einfach über Nacht stehen lassen.  In der Früh den Inhalt des Tuches ins Schüsserl „auswinden“ und dann Esslöffelweise verwenden. Nach genau dem Rezept (nur ohne Taschentuch) funktioniert auch der Rettichsaft.
Schwarzen Rettich aushöhlen, den Ex-Inhalt klein hacken, in den Boden des Rettichs drei Löcher machen (Stricknadel hilft!). Den Rettich dann über ein Glas stellen, den gehackten Inhalt wieder einfüllen und den Honig drüber laufen lassen. Am nächsten Morgen ist der Hustensaft im Glas gesammelt.

Zum Inhalieren verwende ich unterschiedliche Kräuter und natürlich, wie Rota schon erwähnte, Salz.
Für Inhalier-Anfänger: 1 Liter Wasser mit 3 Esslöffeln Salz. Im letzten Artikel für unsere Kinder/ElternRubrik („Husten, Schnupfen und sonstige Katastrophen“) habe ich schon ein paar Tipps zum Besten gegeben, die das Inhalieren ein wenig gemütlicher machen. Was ich persönlich allerdings bevorzuge ist ein elektrischer Inhalierer. Vorsicht: Damit meine ich nicht die Ultraschallvernebler (ich bin der Ansicht, dass die Temperatur des „Dampfes“ durchaus wichtig ist) sondern Inhalationsgeräte, die das Wasser erhitzen und es wirklich zum Verdampfen bringen. Wenn ich ein solches verwende, dann mach ich aus den Kräutern einen ganz normalen Tee und gebe in diesen einen Teelöffel Salz.
Ansonsten kann ich die Kräuter direkt in den Topf geben und dort ziehen lassen bevor ich mit der Inhalation anfange. Die Flüssigkeit im Topf sollte nur leicht simmern und nicht sprudelnd kochen! Ätherische Öle würde ich für die direkte Inhalation so nicht verwenden – die bevorzuge ich in der Duftlampe oder in der Wasserschüssel auf der Heizung.
Welche Kräuter ich verwende … mein Liebling bei Verkühlung ist Thymian. Wenn der Schnupfen grad die Nase sehr verstopft, dann leistet die Pfefferminze gute Dienste. Kamille hilft bei Entzündungen weiter, trocknet aber auch aus und Huflattich beruhigt den Husten. Das ist nur eine kleine Auswahl – generell kann ich mit allen Kräutern inhalieren, die ich auch als Tee gefahrlos trinken  kann.

Besonders erwähnenswert finde ich noch Rotas letzten Absatz.
Je gestresster ich bin, je schlechter ich schlafe (dazu zählt auch „zu wenig“), je schlechter ich mich ernähre und je mehr ich mich verausgabe, desto leichter werde ich krank. Das Immunsystem arbeitet in einem ausgeglichen Menschen eben besser als in einem gestressten.

Zusätzlich möchte ich noch eine Lanze fürs Händewaschen und gegen Desinfektionstücher oder ähnliche chemische Maßnahmen brechen. In Grippezeiten hilft häufiges Händewaschen wirklich. Dabei geht´s nicht so sehr darum, dass die kleinen Viechers getötet werden, sondern weggeschwemmt. So schnell würden die nicht sterben – aber wegspülen funktioniert durchaus. Für schon Erkrankte wäre es ein Tipp sich beim Husten oder Niesen nicht die Hand vor den Mund oder die Nase zu halten, sondern einen Ärmel. Dann fliegen wesentlich weniger Tröpfchen durch die Gegend und es haben eben nicht alles was davon.

Zum Schluss möchte ich auf den Unterschied zwischen grippalem Infekt und der echten Grippe hinweisen. Mit zweiterer ist nicht zu spaßen!! Echt Grippe macht sich meist zuerst durch Halsschmerzen bemerkbar und wird von einem wirklich ernsten Krankheitsgefühl begleitet. Abgeschlagenheit, Ganzkörpergliederschmerzen und Fieber über 39 Grad sind ebenfalls ein Warnzeichen. Da ist viel Trinken (möglichst zumindest körperwarmes Leitungswasser oder passender Kräutertee) angeraten und Schonung, Schonung, Schonung. Am sinnvollsten ist es jegliche körperliche Anstrengung zu vermeiden. Falls der Appetit fehlt, ist Fasten (für unter einer Woche und für die meisten von uns) kein Problem, im Gegenteil es hilft sogar, da der Körper nicht zusätzlich belastet wird.
Symptomatisch darf natürlich auch bei der echten Grippe geholfen werden. Also bei starkem Halsweh hilft Gurgeln mit Salbeitee und Emser-Salz. Bei Fieber an die 40° darf und soll das ein wenig gesenkt werden. Wadenwickel helfen da, und im Teil I finden sich ja auch schon so einige Tipps dafür.

Dann wünsche ich im Aktufall gute Besserung und falls euch noch etwas einfällt, dann steht euch die Kommentarfunktion wie immer offen!

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