Begegnungen, geschrieben von Veleda Alantia

Tee trinken

“Hör mir zu, das passt mir grade nicht. Ich war nur duschen! Da kann ich jetzt nicht. Der Tag war lang und eigentlich hab ich keine Lust jetzt mit dir zu reden!” empöre ich mich, in mein flauschiges Mikrofaserhauskleid gekuschelt.

Doch Sie lächelt nur. Nachsichtig wie eine Mutter und hinterhältig wie ein Fuchs. Ihre Augen ruhen auf mir. “Bist du fertig?” fragt sie mich und setzt sich einfach. Auch sie trägt einen Bademantel, doch sieht der fast schon robenhaft aus. Und ein Duft wie vom besten Männerparfum umweht sie.

“Wie soll das denn zusammen passen? Spiegelst du jetzt meine Vorlieben mit Männerdüften?” Ich stell eine zweite Tasse einer Kräutermischung hin. Nix mit Anrufung und Kerzenlicht. Warmes LED tuts wohl auch. Sie kichert. ”Ich bin wie du. Und ich bin nicht nur die pure Weiblichkeit. Du kennst doch meinen Sohn..Er ist auch ein bisschen ver-rückt. Denkt nie, daß wir so sind wie ihr erwartet. Wir sind immer bei euch. Sind Naturgewalten der Verwandlung. Nicht jeder Tag und jeder Mond ist gleich.”

Aufgrund dieses philosophischen Ansatzes kapituliere ich und nehme die Situation also hin.

“Was möchtest du?” Sie schaut mich an als hätte ich eine kindliche Frage gestellt. “Nichts. Du gibst mir doch schon alles. Ich weiß, daß du`s nicht leicht hast. Doch dafür gibst du immer das Wichtigste. Dein Vertrauen und deine Liebe.” Auch wenn sie von Liebe spricht so ist sie mehr. Eigentlich alles. Und alles von ihr ist in allem. Also auch uns.

“Schön, du lernst schnell. Ich habe sehr viel Freude an dir. Mach weiter. Denn du kannst. Und du wirst. Vertrau weiterhin. Und achte die Rhythmen”

Der Tee ist leer. Ich setzte neuen auf. Doch sie ist weg. Scheinbar….


Im Café

Lang war die Woche. Hart und anstrengend. Unter all der Arbeit hatte sie sich fast selbst vergessen. Deswegen nahm sie sich jetzt Zeit und die Muse hier nur zu sitzen, einen guten Kaffee zu trinken und zu beobachten.

Sie merkte nicht wie sich ein von Alter schwer einschätzender Mann zu ihr gesellte. Ein Duft von Lorbeer und Fichte begleitete ihn unaufdringlich.

“Immer in Gedanken.Wenn man nur denkt überhört man das Lied der Erde und die Harmonie der Welten.” Er lächelte sie an und erschrocken sah sie zu ihm.” Sie..kennen mich doch nicht so etwas zu behaupten.” //Spinner!//dachte sie sich. Aus dem Lächeln wurde ein Kichern.

“Überrascht es dich mich hier zu treffen?“ fragte der Mann. Kurz fühlte die Frau sich in einen tiefen Wald versetzt. Voller uralter Eichen, Efeu und tiefen Mooren. Ein Reif aus Efeu lag auf den gewellten Haaren des Mannes, in seiner Hand ein kurzer Stab mit Runen bedeckt. Dann verschwand der Eindruck.

“Ihr denkt wir liegen im Krieg miteinander. Dabei sind wir wie eine Familie. Zwar haben wir unsere Unterschiede doch verbindet uns mehr. Es ist gleich ob ihr euch von uns auf dem Olymp, dem Norden, der Wüste Ägyptens oder den Neuen öffnet. Das einzig Beständige ist die Wandlung. Nie bleibt alles gleich. Doch werden wir euch immer zur Seite stehen. Denn ihr gehört zu uns. Mit all euren Zweifeln, Fehlern und Gaben. Lebt sie …mit allen Facetten.”

Sie wollte ihn grade auf einen Kaffee einladen da war der seltsame Mann, der eine Maske eines Gottes war…verschwunden.

Bilder und Text von Veleda Alantia

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