Das Märchen von der Fuchsspur (Märchen aus Britannia I), geschrieben von Veleda Alantia

Diese Geschichte vertraute mir mein Begleiter bei einer unserer gemeinsamen Reisen an. Nicht immer ist alles Schlechte wirklich schlecht. Und um manche Wünsche muss man kämpfen. Der Wind in den Eichen war ein Zuhörer der mir jetzt beim Erzählen hilft…

Es war zu einer Zeit, die immer sein wird und doch schon vergangen ist, daß eine junge Frau zum Markt ging. Viel Geld besaß sie nicht und oft kreisten ihre Gedanken darum.

Der Markt war für sie ein Ort der Magie. Dort gabs Händler die Gewürze in Form von duftenden bunten Pyramiden auftürmten. Edle Geschmeide und viel Fleisch das duftend an Spiessen briet. Ein Bäcker buck Brot und Naschwerk.

Ihr Magen machte sich bemerkbar so schlich sie um die Stände herum. Manchmal schien der Moment gut zu sein…da aber liess sie es doch bleiben.

Als sie etwas vom Stand des Bäckers stehlen wollte ergriff eine Hand die ihre.

“Stehlen ist nichts für Kinder.” Der Mann hatte rote Augen wie Granaten und trug Leder in der gleichen Farbe während an seinem Kragen ein Fuchsfell hing.

“Ich wollte nichts stehlen!” verteidigte sie sich. Irgendwie fühlte sie sich von ihm bloßgestellt.

Der Mann lächelte geheimnissvoll. ”Komm mit mir mit und du kannst dir etwas verdienen.“ Sie wurde von ihm mitgezogen. Erst weg vom Markt, dann raus aus der Stadt, hin zu einem Wald.

Dort zeigte er ihr eine Grube. Auf eine der dicken Wurzeln eines Baumes kletterte er und hockte sich hin. Deutete nach unten.

“Dort ist dein Lohn. Los, los…zeig mir kleine Diebin wie gut du bist.” Doch blieb sie wie erstarrt stehen…bis der seltsame Mann sie hinunter stiess und lachte.

Sie fiel und landete in Dunkelheit und Dreck. Einfach rauskommen konnte sie nicht!

Tatsächlich sah sie vor sich einem Gang und dem folgte sie, Flüche murmelnd.

Am Ende des Tunnels fand sie einen sanften Lichtschimmer. Da war ein Ausgang!

Doch war sie plötzlich in der mächtigen Krone eines riesigen Kirschbaumes.

Ein Kelch aus Silber schwebte über einem Teich. Das Wasser roch seltsam. War das der Lohn?

Als sie den Kelch ergreifen wollte verschwand er von einer Ranke fortgetragen.

Von unten hörte sie Männergeschrei. Soldaten! Und sie griffen den Baum an!

Ihre Oma, eine weise Frau hatte ihr erzählt, daß der Wald denen zu Hilfe kam der darum bat. Es ging nicht nur um ihr Leben…alles hier schien von einer seltsamen Lebendigkeit.

“Ich bitte euch, Geister des Waldes, helft mir!” Der Baum wehrte sich auf ihrem Ruf hin. Blätter gaben ihr Wasser auf um das Feuer zu löschen.

Ein Ast gab ihr eine kleine Glasphiole aus dunkelblauem Glas das ein Zeichen aufwies. Sonne und Mond zusammen, umgeben von Sternen.

“Danke…”

wisperte sie und sah, daß der Baum eine Öffnung hinab führte.

Sie ging den Weg zurück und fand sich am Eingang der Grube. Der Mann war zu einem roten Fuchs geworden.

“Dies ist ein Lohn der jemandem gehört der Neues wagt. Diebe erhalten einen anderen Lohn.”

Der Fuchs musste ein Trickser sein. Statt ihn zu verjagen dankte sie ihm mit einem Schluck aus der wundersamen Phiole.

Das Fläschchen brachte ihr Glück, sie fand arbeit und fand die Magie und Reichtum im Alltag, selbst wenn ihr Einkommen nur für das Nötigste reichte.

Ende

 

Autorin: Veleda Alantia

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