Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß … – Teil II

Vor so etlichen Jahren (genaugenommen 2011!) habe ich mit euch schon so einige Gedanken zu Sommer, Hitze, Sonnenschein geteilt, hier im HeidenSterz. Im „Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß …“ finden sich die generellen Überlegungen, was einem an Nahrung bei Hitze Kühlung verschaffen kann und was eher zu vermeiden ist. Heute möchte ich euch ein paar Rezepte ans Herz und den Magen legen.

Zucchinigriller
Pro Person
1 mittlere Zucchini
kleine Cocktailtomaten
1/2 Packung Feta
Olivenöl
Kräuter
Salz

Würzpaste: 2 Sardellenfilets in Olivenöl in der Pfanne „schmelzen“

Zucchini waschen, halbieren und die Kerne mit dem Melonenausstecher oder einem Löffel herausnehmen. Auf das feste Fleisch der Zucchini die Würzpaste dünn verstreichen. Halbierte Cocktailtomaten abwechselnd mit dem Feta in die Zucchini schlichten, mit Salz und Kräutern würzen und mit ein wenig Olivenöl beträufelt bei 150-170 Grad im Rohr rund eine halbe Stunde garen.
Wer etwas zum Grillen braucht – einfach die beiden Hälften wieder zusammenklappen, mit Alufolie einpacken und so auf den Grill legen (eher am Rand und öfters mal wenden). Dauert auch ungefähr eine halbe Stunde.
Mit Reis oder Polenta wird auch eine vollständige Mahlzeit daraus.

Zucchini kühlen sanfter als Gurken und mit Schaf- und Ziegenkäse ist mensch auch im Sommer besser unterwegs als mit Kuhprodukten (im Herbst gibt´s dann auch weniger Schnupfen, als Belohnung).

Grillerdäpfel 
Weil wir schon beim Grillen sind. Alle essen Würstel und Fleisch vom Grill – was macht mensch da? Richtig, Erdäpfel gehen immer und das Grillgemüse kann von zu Hause mitgebracht werden oder auch der Dip dazu.

Gut gewaschene Heurige in Spalten schneiden, mit Rosmarinnadeln, Salz und Olivenöl auf Alufolie geben, gut durchmischen, einpacken und auf den Grill bis sie schön durch sind.
Das Grillgemüse bereite ich zu Hause vor. In eine Schmorpfanne bodendeckend etwas dicker geschnittene Tomatenscheiben auflegen und salzen, dünne Melanzanischeiben darauf. Mit Kräutern würzen. Bunte Paprika entkernt und geviertelt drauf verteilen (Außenseite nach oben). Alles mit Olivenöl beträufeln und im Rohr backen, bis die Tomaten geschmolzen sind und der Paprika weich ist.
Wenn die Grillerei am Abend stattfindet, dann gebe ich noch in die unterste Schicht Zwiebelringe (weil die wärmen) und eventuell auch Knoblauchzehen.
Abschmecken mit Salz, Kräutern (falls noch nötig) und in einem verschließbaren Gefäß über Nacht ziehen lassen. Schmeckt zu den gegrillten Erdäpfeln hervorragend.

Als Dip eignet sich Hummus recht gut oder z. B. ein Fischaufstrich.

Für den Hummus die gewaschenen Kichererbsen mit Tahin und heißem Wasser per Mixstab mixen, ein fetter Esslöffel Miso dazugeben und mit Wasser auf cremige Konsistenz bringen. Abschmecken mit Pfeffer und eventuell ein wenig Zitrone.

Mit dem Fischaufstrich mache ich es mir fast noch einfacher. Eine Dose Sardinen mit der Gabel zerdrücken, ein guter Teelöffel Olivenpaste dazugeben, frische Petersilie, abschmecken mit Zitrone und eventuell noch ein wenig Salz (falls die Olivenpaste nicht ausreicht). Mit dem Öl auf die gewünschte Konsistenz bringen.

Salat, es muss Salat sein!

Natürlich hat mensch öfter mal Salathunger, besonders, wenn es heiß ist. Am einfachsten ist es, Gemüse wie Fisolen, Brokkoli, Karfiol etc zu dünsten und nach dem Abkühlen wie jeden anderen Salat zu verwenden. Bohnen, Mais und Linsen sind ebenfalls gegart und so super salattauglich.
Tomaten (wie schon oben erwähnt) können immer angebraten werden um sie besser bekömmlich zu machen und sie kühlen dann genauso gut!

Schneller Kichererbsensalat für zwei
25 dag gekochte Kichererbsen (auch aus der Biodose möglich!)
8 Cocktailtomaten
2 Handvoll Rucola (oder Blattsalat nach Wunsch)
1/2 Packung Feta (kann durch Räucherfisch oder Ziegenkäse ersetzt werden)
1 Handvoll Kürbiskerne (können durch Nüsse oder andere Samen ersetzt werden)
Kräuter (ich mag besonders Basilikum)
Olivenöl
Apfelessig/Zitrone
Salz

Kichererbsen gut abspülen (sofern aus der Dose) und abgetropft in eine Schüssel geben. Die Tomaten waschen und halbieren. Kürbiskerne in einer Pfanne anrösten, bis sie „aufblähen“ und zu den Kichererbsen geben. Ein wenig Olivenöl in die Pfanne, diese leicht ansalzen und die halbierten Tomaten (auf der Schnittfläche) ein paar Minuten anbraten, bis sie leicht karamellisiert sind, leicht abgekühlt in die anderen Zutaten mischen. Feta in die Schüssel bröckeln, Basilikum hineinzupfen und die Marinade darüber gießen.
Durch das Anbraten sind die Tomaten etwas entschärft (sie kühlen sonst zu sehr und das Verdauungsfeuer leidet), durch die Kichererbsen (da sie ja gekocht sind) wird der rohe Rucola ein wenig ausgeglichen und damit wird der ganze Salat sehr bekömmlich und hilft trotzdem bei Hitze einen kühlen Kopf zu behalten.
Mit einer guten Schnitte in der Pfanne gebratener Polenta wird daraus locker auch ein Mittag- oder Abendessen!

Was eher keinen Sinn macht!

Zum Schluss noch einmal ein paar Tipps für „what not to do“.
Eiskalte Getränke sind ein absolutes No-Go! Wesentlich besser ist lauwarmer Kräutertee (Zitronenmelisse, Pfefferminze) und natürlich Wasser, Wasser, Wasser (aber bitte auch temperiert).
Scharfe Gewürze bringen einen noch mehr in Wallung und Fleisch erhitzt zusätzlich (besonders, wenn es gegrillt, gebraten oder frittiert ist!). Alkohol, besonders Hochprozentiges, erhitzt den Körper genauso wie Kaffee. Für diejenigen, die sich in der kalten/kühlen Zeit angewöhnt haben, viel Ingwer zu verwenden – sollten das jetzt reduzieren, oder ganz bleiben lassen (ausprobieren!).

Zum Abschluss noch … Speiseeis!
Leider, aus jeder Ecke die Maximalbelastung. Milcheis (meist aus Kuhmilch), Mengen an Zucker UND thermisch eiskalt. Also kein Eis?
Auf jeden Fall ist tägliches Eisessen nicht wirklich anzuraten. Aber es kann vieles verbessert werden. Zum Beispiel nach dem Eisessen Ingwertee trinken, das hilft dem Verdauungsfeuer. Eher auf Sorten ohne Kuhmilch ausweichen und in Bioeisgeschäften kaufen, die keine Zusatzstoffe verwenden.

Nix is perfekt und sich absolut immer und ausschließlich „vernünftig“ zu ernähren, das mindert garantiert die Lebensfreude … Abgesehen davon, dass es dann schwierig ist, zu beobachten was welches Essen mit einem macht. Wann und warum tut mir was genau gut und wann nicht?

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