Das letzte Editorial

Well met, alle zusammen!

Wie Ihr dem Titel schon entnehmen könnt, ist das heute mein letztes Editorial. Es wird in Zukunft keine weiteren Updates mehr geben.
Nicht nur wird es keine Updates mehr geben, sondern es gibt auch keinen Verein WurzelWerk mehr!


Wie das kam?

Eine lange Geschichte … der Anfang vom Ende, aus dem Jahr 2008!, ist hier nachzulesen.

Letztes Jahr im Mai mussten wir einen Spendenaufruf starten, weil die Konto-und Servergebühren unsere letzten Ressourcen, die wir uns in unseren mitgliederstarken Jahren erwirtschaften konnten, verbraucht hatten.
Es haben sich auf mehrere Aufrufe drei Wackere gefunden, die das WurzelWerk mit insgesamt 40 Euro unterstützt haben (herzlichen Dank Leon, Anne-Marie und Sabine!).
Also haben Gwynnin und ich beschlossen, in Zukunft die Finanzen selber zu tragen, weil wir ja immer noch die Statistiken laufen hatten, die belegt haben, dass wir ziemlich weiträumig und viel gelesen werden. Der Griff in unsere Börseln wäre mit nächstem Jahr dann fällig geworden.

Davor hat uns eine Grazer Rechtsanwaltskanzlei „bewahrt“.
Angeblich wurden sie von einem Fotografen beauftragt uns wegen einer mangelhaften Wikimedia-Copyrightangabe zu verklagen, sofern wir nicht fünfhundert Euro „Schadenersatz“ zahlen würden.
Lange Rede kurzer Sinn: nach etlichen Mails, Anrufen, Abklärungen, anwaltlicher Unterstützung und und und (Nervenverschleiß und Zeitverscheiß nicht zu vernachlässigen) konnte ich die Summe „runterhandeln“ – was aber immer noch 300 Euro gewesen wären – und ja, es war so gestaltet, dass wir es auf einen Prozess hätten ankommen lassen können (Chancen ohne Kosten rauszukommen gleich Null, weil ein Anwalt erforderlich gewesen wäre).

Zeitgleich mit dem ersten Einschreiben von der Anwaltskanzlei habe ich eine kleine Umfrage in den Editorials gestartet.  Wie ich gefürchtet – aber ehrlich gesagt auch erwartet hatte – haben wir ganze 11 Kommentare geerntet, die Kund taten, dass das WurzelWerk für sie eine wichtige Ressource wäre. Eine sehr wichtige Entscheidungshilfe!

Die Artikelbeschaffung war schon 2001 nicht einfach – und sie ist mit den Jahren nicht einfacher (wie ich gehofft hatte!!) geworden, sondern immer schwieriger.
Anfangs war geplant, dass sich 16 RubrikVerantwortliche die Arbeit des Artikelbeschaffens und/oder -schreibens eigenständig teilen würden. Schlussendlich waren es noch drei Rubriken, die auf (mehr oder minder beharrlichen Zuruf *zwinker*) dem WurzelWerk ihre Beiträge zur Verfügung gestellt haben und eine letzte Beharrliche, die mit unserem Webmaster Gwynnin und mir konstante ihre Aufgabe selbstverantwortlich wahrgenommen hat.
ABER was auch mehr als wichtig ist zu erwähnen: das Ende wäre schon viel früher da gewesen, wenn wir nicht seit 2008 immer wieder auftauchende Einzelkämpfer bei uns im WurzelWerk gehabt hätten, die sich für kurze oder sogar längere Zeit in die Bresche geworfen haben und uns alle an ihren Gedanken teilhaben ließen!! Es waren sogar einige so aktiv, Gastautoren zu gewinnen, was ich besonders erwähnenswert finde.

Euch allen ein ganz großes und herzliches Dankeschön!! Ohne Euer aller Investition an Zeit, Energie und (als wir noch Mitgliedsbeiträge hatten! oder die Ihr gespendet habt) Geld wäre das WurzelWerk nicht fast volljährig geworden – also fast 18 Jahre alt, sondern dem verflixten 7. Jahr schon zum Opfer gefallen.


Das Ende der Geschichte ergibt sich wie folgt

Nach Sichtung aller Fakten war der einzig sinnvolle Schluss: den Verein abmelden, das Konto schließen, das Restgeld vom Konto an die Kanzlei in Graz überweisen.
Das ist dann auch passiert.

Das WurzelWerk, wie Ihr es kennt, wird auf jeden Fall noch bis Jänner 2019 lesbar sein (und damit könnt Ihr auch die für Euch interessanten Artikel runterladen!). Danach wird es dann irgendwann, sobald die Servergebühren nicht mehr bezahlt werden, offline gehen.
Danach lassen sich zwar (unter Umständen) etliche Inhalten noch in den diversen Internetcaches auffinden, aber das liegt natürlich nicht mehr in unserer Verantwortung …

Nochmal meinen ganz persönlichen Dank an ALLE, die in diesen langen Jahren, ihren Beitrag zur Vielfalt im WurzelWerk geleistet haben. Nur gemeinsam konnten wir das ins Leben bringen, was das WurzelWerk schlussendlich geworden ist und über lange Zeit hat sich das auch für alle ausgezahlt.

Ich persönlich verabschiede mich wohl von den meisten von Euch und werde erst einmal die gewonnene freie Zeit nutzen, mir Gedanken zu machen, wie ich das, was ich zu sagen habe, in Zukunft weiter unter die Leuts bringe *zwinker*

SonnenUntergang copyright Sati

Damit vielleicht bis bald an anderem Ort und
Bright blessings
Anufa, fürs nicht mehr existente WurzelWerk-Team

13 Antworten zu “Das letzte Editorial”

  1. Lucia sagt:

    ach kacke

  2. XVII sagt:

    War ne gute Zeit. Aber Zeiten ändern sich. Und es ist nur konsequent dem Folge zu leisten.
    Traurig, aber das ist auch Veränderung. Alles Gute allen Beteiligten!

    …und abschließend ist zu sagen…dieser Baum (des Wurzelwerks) hat auch Früchte getragen.
    Und hat dazu beigetragen daß Leute Informationen haben und die Möglichkeiten sich selbst weiter zu entwicklen.

    Ein geniales Projekt!
    Für mich persönlich war es eine vielfältige Bereicherung.
    Danke dafür.

    You did great work.

  3. Athunis sagt:

    Ach Schade.

    Leider gibt es weder online noch im echten Leben derzeit gute Kontaktmöglichkeiten. Dieser Trend dürfte vielerorts zu spüren sein. Hoffentlich treibt das gemeinsame Treffen wieder mehr aus.

    Alles Gute, Man sieht sich.
    Ago

  4. MartinM sagt:

    Ja, nun ist leider das passiert, mit dem ich schon seit Jahren gerechnet hatte. Immerhin bleibt der Trost, dass es nicht vergeblich war. Es bleibt ein riesiger Fundus an lesenwerten Artikeln, der in irgendeiner Form weiterexistieren sollte. (Wenn auch ohne urhebrechtlich anfechtbare Fotos. Was, da die meisten Bilder im WuWe selbstgeschossen sind, sowieso ein Randproblem ist.)

    Allerdings ist es bezeichnend, dass diese Urheberrechtsgeschichte (über die schon einige Blogger_innen gestopert sind, und zwar leider meistens gute), der „Sargnagel“ für WuWe war. Extrem ärgerlich.

    Und – vielen Dank für die gute Arbeit, lleber „Kampfdrache“!

  5. leo sagt:

    dann ladet man das einfach auf nem ausländischen, anonymen server wieder hoch. was kostet der traffic denn pro monat?

  6. Keela sagt:

    Echt schade 😞! Natürlich aber auch verständlich.
    Vielen, vielen Dank für die vielen tollen Artikel, die spannenden Diskussionen noch zu Forumzeiten und den unermüdlichen, beharrlichen Einsatz!

    BB Keela

  7. Lena sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    Wow. Ich bin echt geschockt und traurig, dass das Wurzelwerk schließt. Ich besuchen Euch seit fast 15 Jahren immer mal wieder und stöbere gerne in euren umfassenden Archiven.

    Ich weiß nicht, ob es für euch interessant ist:
    Ich betreibe selbst seit Jahren mehrere Internetseiten u.a. http://www.hexenpfad.de, http://www.göttinnengleich.de und http://www.netzwerk-der-goettin.de. Ich habe auf meinem Webspace noch viel Platz und eine Domain zusätzlich kostet nicht viel… also, falls es für euch überhaupt in Frage kommt können wir uns gerne zusammentun und so dazu beitragen eine so wertvolle Seite zu erhalten – auch wenn es vielleicht keine neuen Beiträge geben wird.

    So oder so danke ich allen Beteiligten für ihr Engagement und die schönen Stunden, die ich hier verbringen durfte.

    Herzliche Grüße
    Lena

  8. AnufaEllhorn sagt:

    Well met, leo ;)
    „Man“ kann das gerne tun – den Verein gibt´s ja nicht mehr und wer immer sich was wohin lädt, daran haben wir nix mehr zu melden, weil „man“ das auch eigenständig verantworten muss im Fall des Falles ;)
    Wir haben selber schon Dinge in diversen Internetcaches gefunden – was uns natürlich freut, dass jemand unsere Arbeit als wertvoll einstuft! Allerdings ist das nicht auf unserem Mist gewachsen ;)

  9. AnufaEllhorn sagt:

    Well met, Lena ;)

    Ich habe auf fb schon ein ähnliches Angebot so beantwortet:
    Vielen Dank, aber es geht nicht um den Server sondern es geht darum, dass 1. das Echo minimal gewesen ist (sowohl beim Spendenaufruf als auch in den Kommentaren jetzt),
    dass uns 2. jederzeit wieder so ein Vollpfostenanwalt ausweiden kann, weil wir bei keinem Foto diese Nummerncodes zusätzlich direkt am Foto draufstehen haben,
    3. der Verein als solcher schon Kohle genug kostet (weil ma dafür ein Konto haben muss in Österreich und ein Vereinskonto kostet!),
    dass 4. ohne einen Verein die Inhalte nicht so im Netz stehen bleiben können, weil Gwynn der Webmaster dann dafür vollverantwortlich wäre (oder halt derjenige, dem die URL gehört!)
    es 5. immer schon extrem mühsam war sinnvolle Artikel „aufzustellen“ aber in den letzten paar Jahren wurde es nicht besser sondern schlimmer,
    und ich – ganz ehrlich – 6. den Sinn nicht seh, als Übersetzungsagentur zu fungieren und andauernd „Fachartikel“ aus UK oder US übersetzen zu müssen.
    Nur so meine Hauptfakten, die mich zu der Entscheidung gebracht haben – abgesehen von denen, die eh schon im Editorial stehen.

    Dazu kommt noch, dass durch diese Datenschutzverordnung jederzeit ein Autor – oder einer, der sich dafür ausgibt! (oder eben ein Anwalt, der angibt, vom Autor beautragt worden zu sein …) – verlangen kann, dass seine Artikel gelöscht werden müssen. Oder es müsste von jedem Autor die schriftliche Erlaubnis eingeholt werden, dass wir das auch weiterhin dürfen.

  10. leo sagt:

    deshalb schreibe ich doch ausländischen Server – irgendwo ausserhalb der EU. da kann man dann irgendeinen Namen angeben. kann die Staatsanwaltschaft ja ermitteln, wenn sie will ^^
    diesen EU Wahnsinn kann man im worldwideweb recht leicht umgehen ..

  11. Mc Claudia sagt:

    Liebe Anu,

    vielen lieben Dank für Deine viele Arbeit!

    Dass das Ende ausgerechnet durch einen überbordenden Anwalt kommt, ist Scheiße und tut mir sehr leid für Euch.

    Danke auf jeden Fall für die frühe Info, sodass man sich wichtige Artikel noch runterladen kann.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute!

    Genieße das Leben – und v.a. die neue Freizeit! ;-))

    Alles Liebe

    Mc Claudia

  12. eald sagt:

    Fare well!

    (So trennen sich Spreu und Weizen, böse gesagt.)

    Mit spreuigen Grüßen: das eald

    (Tschüss und danke für den Fisch! ;o))

  13. eald sagt:

    Nein, im Ernst: Danke und allen alles Gute! – eald

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