Alte Wege neue Wege. Mein erstes Baba Jaga.
Das Wichtigste zu Beginn:
Was ist das Baba Jaga?
Das Baba Jaga Festival ist sozusagen der Nachfolger des Merry Meet Festivals. Als das WurzelWerk beschloss kein Merry Meet Festival mehr zu veranstalten, führte Lady Purple als eine der MerryMeet Crew Oberhäupterinnen die Linie durch Mithilfe ihres eigenen Vereins Hagazussa fort. Dieser Neubeginn wurde durch einen neuen Namen gekrönt, der Ort blieb jedoch der selbe – das wunderbare Schloss Limberg nahe Graz.
Als fleißige Besucherin des Merry Meet Festivals habe ich mir natürlich auch vorgenommen das Baba Jaga unter die Lupe zu nehmen. 2010 hat es endlich geklappt, Baba Jaga Nummer 2, ich komme. Noch eine ganz neue Erfahrung machte ich schon auf dem Weg dorthin, denn anders als die Jahre davor reiste ich im Rudel per Zug an. Eine ganz spannende Sache, da man schon auf dem Weg nach Limberg einzelne Menschen trifft, bei denen man ins grübeln kommt, ob sie denn nicht die selbe Destination haben. Und so war es schlussendlich auch. Ein gelungener Auftakt für ein spannendes Wochenende.

Schloss Limberg
Willkommen zurück
Ein schönes Gefühl nach langem einmal wieder den vertrauten Weg zum Schloss entlangzugehen und auf dem Weg viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Aber auch viele neue – ich war sehr überrascht viele neue Menschen kennen zu lernen und dies gleich zu Beginn. Es ging also entspannt ans socialising, bevor es ernst wurde und die Arbeit los ging. Der erste Task wartet auch schon auf alle starken Männer – eine Feuergrube musste ausgehoben werden, für das geplante Labyrinth und so machte man sich daran im inzwischen doch leichten Nieselwetter Erde abzutragen.
Uns es geht auch schon los
So versammelten wir uns zur Begrüßungsrunde in der Trollhöhle, um uns einmal alle einander vorzustellen. Alltag abstreifen und im Eulengang die frische, regennasse Wiese entlanggehen. Sebastian zeigte uns bei diesem Workshop die Lakota Technik aufmerksam zu gehen im „Fuchsgang“ bei dem man die Füße auf besondere Weise abrollt und so komplett leise aber stabil gehen kann. In jedem Moment soll es so möglich sein anzuhalten, ohne dass man die Balance verliert. Hinzu kommt noch der „Eulenblick“, eine Art zu sehen, die den Fokus verschwimmen lässt und es so auch der Umgebung möglich macht wahrgenommen zu werden. So kann man auch ohne „scharf zu stellen“ sehen, was sich wo bewegt und aufmerksam sein. Spannende Erkenntnisse, die wir also bis zum Abendessen fleißig übten.
Sangoma
Frisch gestärkt geht es weiter mit dem Aschekreis aus der Sangoma Tradition. Wer bisher noch nicht endgültig aus dem Alltagsbewusstsein ausgestiegen war, tat es spätestens jetzt. Nach ein paar einleitenden Erklärungen beginnt die Trommelrunde zu Trommeln und die Sangomas sowie Sangomas in Ausbildung ziehen einen Aschekreis. In spannender Erwartung warten wir rund um den Kreis, bis wir hinein gebeten werden. Im Kreis baut sich eine unglaubliche Kraft auf, und als es soweit ist beginnen nacheinander einige wenige in den Kreis zu treten. Der Aschekreis ist wie man uns erklärt hat, ein Heilritual unter dem Beisein der Ahnen. Was einen darin erwartet, wussten vorher nur wenige, aber natürlich ist es jedem freigestellt in den Kreis zu gehen oder nicht – wer sich allerdings hinein begeben wollte, sollte damit rechnen „berührt“ zu werden. Natürlich, auch im seelischen Sinne, vormerklich aber auch körperlich.
Man kann sich das so vorstellen, dass man in den Kreis geht, tanzt und singt, vielleicht auch in Trance geht. Früher oder später nähert sich einem ein Sangoma in der Absicht zu heilen und berührt – was viele von uns begeistert hat – genau die Stelle, an der etwas „ist“. Die Heilung passiert auf viele Arten, manches mal sanft massierend, manches Mal unter gemeinsamem Herausschreien des Schmerzes, schütteln oder aber auch ausräuchern und wegwischen. Nach einer intensiven Runde verließen wir dann gemeinsam den Kreis um uns alle auf den Boden zu legen und Kraft zu schöpfen, zu meditieren und alles wirken zu lassen. Ein wichtiger Schritt, um wieder „runter“ zu kommen. Nach diesem anstrengenden, kraftvollen Ritual waren viele von uns sehr müde, weshalb nur eine kleine Runde plaudernd am Feuer zurückblieb, um den ersten Abend am Baba Jaga zu feiern. Aber auch das muss sein. :)
Frisch in den neuen Morgen
Ganz energiegeladen ging es auch am nächsten Tag weiter. Nachdem wir uns mit Frühstück versorgt hatten und das sogar im strahlenden Sonnenschein vor dem Schloss, ging es weiter mit Kundalini Yoga. Nach der langen regnerischen zeit in den Wochen davor genossen viele auch den Vormittäglichen Sonnenschein mit einem ausgiebigen Sonnenbad beim Brunchen vor dem Schloss oder einem ausgiebigen Spaziergang durch die weiten grünen Wälder rundum.

In den Wald
Herzenswünsche..
Nach dem Mittagessen beschäftigten wir uns mit unseren Herzenswünschen, beim Workshop von Blink. Nachdem sie uns einiges erzählt hatte, machten wir uns auf in die Wälder und suchten dort nach Dingen und Symbolen, die unseren Herzenswunsch darstellen sollten. Diese Dinge nahmen wir dann mit auf eine etwas andere Reise ins Unterbewusstsein, wo wir entdeckten was das Symbol darstellte und wie man diesen Wunsch in Erfüllung bringen könne, aber auch Hindernisse auf dem Weg dorthin.
Runen
Eine Möglichkeit diesem Wunsch ein wenig nach zu helfen ist sicherlich die Arbeit mit Runden und passender-weise war dies auch gleich der Titel des nächsten Workshops mit Eibensang. Dort wurden Runen gezeichnet, erfahren und auch gesungen – Eibensang macht es leicht, dass sich jeder an die Bedeutung der einzelnen Runen erinnern könne, indem er Merksätze fomulierte, die dann alle gemeinsam wiederholten, sangen und schrien – dabei kam der Spaß natürlich auch nicht zu kurz.
Ahnentempel
Nach so viel neuem Wissen und Erfahrungen ist eine Pause gut, um dies wirken zu lassen, und deshalb machen wir doch einmal eine kleine Entdeckungstour um das Schloss herum, solange die Sonne noch so warm scheint. Auf einer Wiese aufgebaut steht der Ahnentempel, von außen recht unscheinbar – ein großes Zelt, darin gemütliche Sitzgelegenheiten viele Kerzen, Räucherdinge und – ein Gedenkplatz. An diesen Platz hatten viele der TeilnehmerInnen des Baba Jaga ihre Ahnen und Freunde eingeladen, in Form von Fotos, Besitztümern oder anderen Symbolen. Ein ganz ruhiger Ort an dem Platz für die Menschen war, die man liebt, und die diese Welt verlassen haben – auch ein sehr gefühlvoller Platz, nicht nur für jene die etwas mitgebracht hatten, sondern auch für alle anderen, die sich dort für eine kleine Meditation nieder ließen, auch wenn sie diese Menschen nie gekannt hatten.

Seminarraum
Geben und nehmen – plaudern und tauschen
Etwas anderes, das ich vom Merry Meet her noch nicht kannte, und eine sehr tolle Idee fand, war der Swap Shop. Neben der Bar, an welcher die Baba Jaga Crew alle durstigen und Naschkatzen rund um die Uhr mit Leckereien versorgt, und neben dem für alle handwerklich tätigen verfügbaren Verkaufsstand, gab es einen eigenen Platz für Tauschhändel aller Art. Wer etwas hergeben mochte, legte es einfach auf den Swap-Shop Tisch und wartete darauf, dass jemand anders es sich nahm und etwas anderes dafür gab. So ist im Endeffekt jeder glücklich zu machen und das geht ganz ohne Geld. Aber immerhin sind wir hier ja auch auf einem spirituellen Festival!
Tags: baba jaga, hexentreffen, pagan fest, pagan festival, seminar, vorträge, workshop

danke shina fürs teilen!