Ressourcen und deren Verschwendung – Teil I geschrieben von Merienptah

Das was ich heute sagen möchte wird ein etwas längerer Beitrag aber nehmt euch einfach mal ein bisschen Zeit und hört mir zu was ich zu sagen habe. Ich möchte einmal ein paar Gedanken zum Thema „Verschwendung von natürlichen Ressourcen“ loswerden um darauf aufmerksam zu machen, dass der heutige Umgang mit diesen Dingen als unrichtig zu bewerten ist und zukünftig schwerwiegende Probleme mit sich bringen wird wenn sich nichts am Verhalten der Menschen ändert.

Gedanken anstoßen aus kemetischer Sicht

Dies soll nicht so verstanden werden, dass ich vorhabe über diese Punkte mit euch zu diskutieren, ich möchte lediglich einen Gedankenanstoß geben und dazu anregen sich einmal ganz in Ruhe und für sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Ich bin mir darüber im Klaren, dass ich nicht der Erste bin, der dieses Thema anschneidet und auch sicher werde ich nicht der letzte sein. Aber dennoch bin ich der Meinung dass man es nicht oft genug wiederholen kann um diese Gedanken in den Köpfen der Menschen zu verankern, da man ja gern einmal derart unangenehme Thermen ignoriert und verdrängt.

Ich werde einige Beispiele nennen müssen um zu verdeutlichen worauf ich hinaus will. Es wird dabei auch zu Wiederholungen und Überschneidungen kommen, aber das lässt sich nicht vermeiden da die Themen ineinander übergreifen.

Kemet ist sicherlich vordergründig und im Gegensatz zu den meisten Religionen des „alten Weges“, die sich ja selbst oft als „Naturreligionen“ bezeichnen, eine Kulturreligion. Dennoch möchte ich deutlich machen, dass wir trotz aller kultureller Errungenschaften mitnichten so weit von der Natur entfernt sind wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Deshalb möchte ich meine und unsere Sichtweise zu diesen Themen einmal hier deutlich machen und zum Nachdenken anregen.

Die Natur und die nachhaltige und respektvolle Nutzung ihrer Ressourcen ist uns ein Anliegen, da uns alle ihre Bestandteile, die wir als Teile des immerwährenden Schöpfungsprozesses ansehen, als heilig gelten. Der Mensch ist in unserer Weltanschauung ein Teil dieser Schöpfung und nicht über sie erhaben. Die Menschen haben unserer Ansicht nach nicht das Recht die Natur bis zum Letzten auszubeuten nur um ihre Bedürfnisse (nicht zu verwechseln mit „ihren Bedarf“) zu befriedigen.

Die vorhandenen Ressourcen an Rohstoffen und Verbrauchsgütern sind nicht unbegrenzt verfügbar. Das kann man nicht oft genug wiederholen, da es ja scheinbar in den Köpfen modernen Menschen partout nicht ankommen will. Immerhin sind sie nicht bereit auf den gewohnten luxuriösen Lebensstandard zu verzichten oder sich zumindest einzuschränken. Es ist einfach verwerflich derart verschwenderisch mit diesen begrenzten Gütern umzugehen wie es unsere westliche Gesellschaft tut!

Ich muss dieses Thema einmal ansprechen da mir bereits häufig aufgefallen ist, dass auch diejenigen, die vorgeblich dem „alten Weg“ oder einer sogenannten „Naturreligion“ folgen nicht bereit sind auf dieses moderne Luxusleben mit all seiner Verschwendung zu verzichten. Selbst in Kemet ist das immer wieder ein Thema.

Ich bin mir der Tatsache bewusst dass es ein zweischneidiges Schwert ist sich damit zu beschäftigen, da man um „Verzicht auf gewohnten Luxus“ nicht herumkommt wenn man sich auf den Wert und die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen besinnt. Das ist natürlich nicht leicht, aber ich glaube fest daran dass die Menschen in der Lage sind dies zu bewältigen.

Um zu verdeutlichen was ich mit der Verschwendungssucht meine, muss ich wie bereits angekündigt, einige Beispiele nennen.

Kosten, Kosten, Kosten

In letzter Zeit ist es ja nicht zu übersehen dass die Kosten für Energie und Rohstoffe exorbitant ansteigen. Das liegt nicht ausschließlich an den verwerflichen Praktiken der Weltwirtschaft (auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte), die durch ihre rücksichtslose Preispolitik immerfort die größtmöglichen Gewinne anstrebt und somit die Preisschraube mittlerweile in ungeahnte Höhen treibt. Ein weiterer Grund für die erhöhten Kosten ist sicherlich auch die mittlerweile nicht mehr zu ignorierende Knappheit einiger Ressourcen. Zum Beispiel muss ich dabei einmal auf das Erdöl zu sprechen kommen. Sicherlich „noch“ ist genug Öl vorhanden um die aktuelle Nachfrage zu decken (positive Prognosen sprechen von Vorräten die beim heutigen Verbrauch noch gut 50 Jahre reichen sollen), doch darf man nicht vergessen dass der Ölverbrauch vor allem in den Schwellenländern und da vor allem in den Outreach-Staaten (O-5) China, Indien, Südafrika [von EU und UN bereits zu den Industrienationen gezählt], Brasilien und Mexico zukünftig erheblich ansteigen wird da diese Länder den selben Lebensstandard anstreben wie die westliche Welt. Somit verkürzt sich, durch den durch diese Länder erhöhten Verbrauch, auch die Nutzungszeit der noch vorhandenen Ölvorkommen.

Um das in ein paar Zahlen auszudrücken komme ich einmal nur auf die benzinverbrauchenden Automobile zu sprechen. In Deutschland zum Beispiel kommen auf 1000 Einwohner ca. 600(!) Autos. Damit sind wir auf Platz neun der Weltrangliste. Spitzenreiter ist Andorra mit 930 Autos! Das sieht in den Schwellenländern „noch“ ganz anders aus. Das aufstrebende China zum Beispiel liegt bisher auf Platz 138 mit 12 Autos auf 1000 Einwohner und Indien auf Platz 145 hat sage und schreibe gerademal 9 Fahrzeuge auf dieselbe Anzahl an Einwohnern vorzuweisen. Allerdings wird sich das in den nächsten Jahren gravierend ändern, da diese beiden Beispiel-Länder, und nicht nur sie, gerade einen gewaltigen Sprung „nach vorn“ machen und natürlich dadurch auch ihre Mobilität steigern wollen und werden. Die damit einhergehende erhöhte Nachfrage nach Erdöl zur Produktion von Treibstoffen wird zusätzlich den Preis weiter in die Höhe treiben und auch die immer schwieriger werdenden Förderbedingungen verteuern das Endprodukt noch zusätzlich. Daraus entsteht auch sicherlich Konfliktpotenzial zwischen denen die Öl haben und denen, die Öl wollen – ein möglicher Kampf um Ressourcen…

Und ob die positiven Prognosen, die von 50 oder mehr Jahren reichenden Restvorkommen sprechen, oder die Negativen, die vorhersagen dass schon im Jahr 2020 der Verbrauch an Erdöl höher sein wird als die weltweite Fördermenge (die bereits jetzt jährlich absinkt), rechtbehalten ist ehrlich gesagt irrelevant. Das Erdölzeitalter geht unweigerlich bald zu Ende! Denn ob das Öl noch 50-60 Jahre reicht oder nur noch 8-10 ändert nichts an den Fakten dass es unabänderlich in naher Zukunft versiegen wird und wir ohne Erdöl auskommen müssen.

Was bedeutet das nun für uns? Dazu muss man sich einmal vor Augen führen wozu wir Menschen Erdöl verwenden. Immerhin nutzen wir es mitnichten einzig dazu unsere Fahrzeuge anzutreiben. Nicht nur die großen Mineralölkonzerne verwenden Erdöl um Treibstoffe wie Benzin, Kerosin und Diesel oder auch Heizöle herzustellen sondern Erdöl ist auch der wichtigste Rohstoff für die Chemieindustrie, da 90% der dort verwendeten Chemikalien aus Erdöl gewonnen werden. Diese Stoffe werden dann zum Beispiel zu Wasch- und Reinigungsmitteln verarbeitet, die wir täglich in Massen gebrauchen. Auch werden beinahe sämtliche Kunststoffe durch Polymerisation aus Erdöl hergestellt. Öl- und Gaskraftwerke produzieren elektrische Energie und Heizwärme. Auch die Pharmaindustrie verwendet Erdölprodukte um Medikamente daraus herzustellen (zum Beispiel das allseits beliebte Ibuprofen [eigentlich Isobutylphenylpropionsäure C13H18O2] wird aus Erdöl gewonnen). Das Bauwesen zum Beispiel verwendet natürlichen Asphalt (auch Erdpech oder Bergteer genannt – eine Mischung aus Erdöl und Ölsanden) zum Bau von Straßen. Nahezu alles was uns umgibt besteht zu gewissen Teilen aus Erdöl. Selbst der Laptop an dem ich diesen Text verfasste besteht zu großen Teilen aus Kunststoffen die aus Erdöl gefertigt wurden und auch die Kunststoff-Furnierung des Schreibtisches auf dem der Laptop steht.

Ohne Öl können wir diese Produkte nicht mehr wie gewohnt herstellen und werden zukünftig teilweise oder ganz darauf verzichten müssen. Das wird sich nicht vermeiden lassen. Aber damit wir nicht am Ende des Öls mit einem großen Knall in die Vorzeit zurückstolpern sollten wir unser Hauptaugenmerk nun darauf richten alternativen zum Erdöl ausfindig zu machen. Das kostet aber Zeit, die wir vielleicht gar nicht mehr haben. Was können wir tun?

Ende Teil I

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4 Antworten zu “Ressourcen und deren Verschwendung – Teil I geschrieben von Merienptah”

  1. Sat-Ma at sagt:

    Ich freu mich, dass der Artikel hier so ein würdiges Plätzchen gefunden hat. :-)

  2. Sat-Ma'at sagt:

    Ich hab neulich eine interessante Doku gesehen über zweifelhafte Förderverfahren (“Fracking”) für schwer erreichbares Erdöl in USA. Da werden Toxine in den Boden gepumpt um das Öl heraus zu lösen. Bis vor kurzem galten diese Verfahren noch als zu kostspielig und werden natürlich jetzt immer interessanter.

    Das Groteske ist, dass man das gleiche Argument auch bei so zukunftsweisenden und umweltfreundlichen Techniken wie der Brennstoffzelle sagte, nur hat man sich offenbar derart auf die Verwendung von Erdöl fixiert, dass man lieber Geld in Förderverfahren und Gift in den Boden pumpt, als auf Gebieten weiter zu arbeiten die vor 10-20 Jahren aus Rentabilitätsgründen zum Erliegen gekommen sind. Da ist vermutlich auch die Erdöl-Lobby so stark, dass Alternativen einfach ungehört und ungesehen verpuffen.

    Fracking wird in Zukunft auch in Deutschland interessant werden, wenn das Erdöl knapp wird, es gibt jetzt schon vereinzelt Versuchsprojekte. Das wird vor allem die Trinkwasser-Reservoires bedrohen.

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