The Pit, geschrieben von Merlin

Unser erstes geomantisches Gutachten

Lang, lang ist es her, als wir unser erstes, offizielles geomantisches Gutachten durchführen durften. Es muss so um 1990 herum gewesen sein, als wir von einer Dame einen Anruf erhielten, indem sie uns bat, ein geomantisches Gutachten für das Grundstück ihres Sohnes zu erstellen. Es sollte eine Geburtstagsüberraschung werden. Es handelte sich um ein Grundstück in Breitenbrunn, in der Nähe des Neusiedlersees im Burgenland in Österreich. Bei dem „Geburtstagskind“ handelte sich um Peter Noever, dem Direktor des Museums für angewandte Kunst in Wien, der von seinem „Glück“ keine Ahnung hatte.

Wir willigten, nach einem ausführlichen Gespräch über Sinn und Zweck eines solchen Gutachtens, ein und begaben uns bereits ein paar Tage später, gemeinsam mit der Dame, zu einer ersten Besichtigung.

Es stellte sich heraus, dass es sich hier um ein ehemaliges Presshaus handelte, mit einem ca. 4 ha großem Grundstück, in dem sich ein aufgelassener Steinbruch befand. Diese Gegend ist auch als Weingegend sehr bekannt.

Bei dieser ersten Begehung, es war eher eine Führung, konnten wir nur spärliche Eindrücke erlangen. Die Dame hatte nicht so viel Zeit und dachte wohl, in ein, zwei Stunden wäre alles erledigt. Auffallend war aber, dass die, damals vorhandenen, Gebäude eine sehr geradlinige Struktur aufwiesen, und es stellte sich im Gespräch heraus, dass der Besitzer, alles „Runde“ verabscheute.

So beschlossen wir, noch einmal alleine herzukommen, um uns intensiver auf diesen Ort einlassen zu können.

Das alte Presshaus, im Hintergrund die beiden Flügel (Zugang zum Steinbruch)

Meine damalige „Methode“ mit der ich an Gutachten heranging, beinhaltete noch einige „Hilfsmittel“, die ich im Laufe der Jahre aber als solche erkannte und heute nicht mehr benötige. Diese Hilfsmittel waren, wie ich bald erkannte, eher für die Klienten wichtig als für mich. Es waren die Wünschelrute – Pendel und besonders ein Bio Feedback Gerät, das durch seine Lämpchen und Geräusche, die es von sich gab, beeindruckend Ergebnisse untermauerte. Es ist immer wieder überraschend, wie wenig Menschen ihren Wahrnehmungen, Empfindungen und Gefühlen vertrauen. Sobald aber wo ein Lämpchen aufleuchtet, sich ein Zeiger bewegt, wird das unterschwellig wahrgenommen zur „Wahrheit“.

Dieses Gerät hatte aber auch den Vorteil einer hohen Empfindlichkeit, und man konnte den Ton abschalten, um eine direkte Beeinflussung zu verhindern. Im Prinzip misst es nur den Hautwiderstand und zeigt dadurch, ob es während einer Begehung zu Entspannung oder zu Stress kommt. Da es recht klein ist, kann man es auch, während man sich im Gelände bewegt, gut verwenden.

Weiters verwendeten meine Frau und ich auch eine selbst entwickelte „Pendelscheibe“, die im Prinzip wie eine Bovis Skala aufgebaut ist, aber noch zusätzlich Symbolik aufweist, auf die wir konditioniert waren. Mit konditioniert meine ich, dass wir zu dieser Symbolik eine Affinität hatten und so nach dem Resonanzprinzip Kontakt zu gleichwertigen Qualitäten aufnehmen konnten.


Die Zahlen auf der Scheibe entsprechen den damals geläufigen Bovis Einheiten, Yin Yang brauche ich wohl nicht näher erklären. Auf der Rückseite befinden sich Planetensymbole und die 4 Elemente. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man sich vorher intensiv mit dieser Symbolik beschäftigt hat. Sie ist aber austauschbar und jeder kann seine „Lieblingssymbole“ verwenden.

Als wir nun einige Tage später, so ausgerüstet, unsere Untersuchungen begannen, erlebten wir einige ordentliche Überraschungen.

Wenn man durch das alte Presshaus, das keine besonderen geomantischen Auffälligkeiten aufweist, in das Gelände tritt, befindet man sich in einem kleinen, wie ein Amphitheater angeordnetem, Rondeau.

Dieses Rondeau wirkt geschlossen und harmonisch. Von ihm gehen 6 Stufen zu einem ca. 40m langen Gang, der links und rechts von ca. 3m hohen! Mauern abgegrenzt ist. Schon dieser Gang erfüllt keinen logischen Zweck und wirkt eher einengend. Doch wie wir bald erfahren mussten, war dies bewusst so gebaut. Auch die beiden „Flügel“ am Ende des Ganges die die freie Sicht auf das Gelände „behinderten“, waren bewusst so angelegt.

Hier durchzugehen, kostete fast ein wenig Überwindung, ein warum, wozu, zu welchem Zweck, schoss mir durch den Kopf. Betonmauern in der Natur, so hoch, so lang. Zögernd näherten wir uns dem Ende des Ganges, was würde uns erwarten? Geradlinigkeit, das wussten wir, war des Bauherrn Faible, aber so extrem?

UND DANN….

Wie angewurzelt blieben wir stehen, ja prallten fast zurück, vor diesem Anblick. Die Tiefe und Weite dieses aufgelassenen, von der Natur zurückeroberten Steinbruches, raubte uns die Sprache. Ergriffen setzten wir uns die Stufen und ließen diesen Ausblick auf uns wirken.


War dies ein gewollter Effekt? Was bezweckte der Bauherr damit? Oder ist es vielleicht so, dass Künstler ihre eigene Natur nur eben künstlerisch ausdrücken können? Der „geradlinige“, pragmatische Herr Direktor durchbricht die Grenzen zwischen Struktur und Chaos? Er dringt mit seinem phallischen Gang in die ungeordnete Mutter Natur ein? Ein Schöpfungsakt? Ein, sich über die Natur erheben?

Oder sind das nur eigene Interpretationen?

Wie auch immer, für mich war und ist es DAS „Stonehenge“ von Österreich.

Nach geraumer „Erholungszeit“ stiegen wir die Stufen hinab um unsere Untersuchungen fortzusetzen.

Es dauerte nicht lange, bis wir auf die nächste Überraschung erlebten. Inmitten des Steinbruches befindet sich ein Hügel, der mit acht quadratischen, betonierten Gruben ausgestattet ist.


Wir rätselten eine Weile herum, welchen Zweck sie wohl hätten, aber kamen nicht darauf. Wie wir später erfuhren wurde er „Hügel der sprechenden Köpfe“ genannt und es wurden hier Picknicks veranstaltet. Wenn man nämlich hier drinnen saß, konnte man aus der Ferne nur die Köpfe sehen!

Blick von der Nordseite Richtung Stiegenabgang.

Als Nächstes ließ ich meinen „Geist“, nein nicht über den Wassern, sondern über dem Grundstück „schweben“, und so entstand dieses Bild.

Bei unseren weiteren Untersuchungen fanden wir das Gegenstück des südlichen Rondeaus und zwar am Nordende des Grundstückes. Dort befand sich eine kleine Höhle. Dort empfanden wir große Geborgenheit, aber auch einen recht niedrigen „weiblichen Energiepegel“.


Des weiteren ließen wir uns auf die weiblich/männlichen Strömungsrichtungen ein, die wir so empfanden.


Der YANG Wirbel auf der rechten Seite des Bildes ist interessanterweise eine „römische“ Toilette, auf der 2 Personen nebeneinander ihr „Geschäft“ verrichten können.

Zu guter Letzt ordneten wir die verschiedenen Plätze noch den Planeten und Elementen zu.


Als wir das Gutachten überbrachten, war die Dame äußerst überrascht, welch genaues „Psychogramm“ wir über ihren Sohn erstellen konnten, welches ich hier natürlich nicht erörtern werde. Möge sich jeder selbst sein Bild machen.

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2 Antworten zu “The Pit, geschrieben von Merlin”

  1. MartinM sagt:

    Danke für den informativen und erfreulich sachlichen Artikel!

    Übrigens bestätigt Dein Bericht aus der geomantischen Praxis meine These, dass Wünschelruten usw. an und für sich nichts machen, sondern, dass das Können und Wissen der Geomanten ausschlaggebend ist.
    Weshalb dann auch Tests, etwa von Parapsychologen, aber auch und gerade von „Skeptikern“, die Wünschelruten wie technische Messgeräte behandeln, regelmäßig „beweisen“, dass „Mutungen“ nicht funktionieren, bzw. nicht besser als blindes Raten sind. Ein Test, in dem Rutengänger herausfinden sollen, ob z. B. versteckte Röhren mit Wasser gefüllt sind, entspricht nun einmal nicht den Verhältnissen in „freier Wildbahn“, wo es subtile Hinweise auf die geologischen und hydrologischen Gegebenheiten gibt. (Du schilderst ja, wie ein Geomant eine Landschaft „liest“.)

    Übrigens erreichte Bernd Textor, Rutengänger und Brunnenbauer, im Versuch der GWUP, also unter konstruierten und stark reduzierten Laborbedingungen, 36 von 50 möglichen Treffern (25 Treffer wären die Zufallserwartung). Zwar liegt dieses Ergebnis unter der Grenze von 40 Treffern, bei denen der Test bestanden ist, aber dass Textor überhaupt bei diesen „Spielregeln“ einen Teilerfolg erzielen konnte, ist bemerkenswert.
    Es überrascht mich allerdings nicht: Der Mann ist ein Profi im Wasserfinden. Als Brunnenbauer hätte er längst aufgeben müssen, wenn er nicht mindestens ebenso erfolgreich wie seine „konventionell“ arbeitenden Kollegen sein würde.

    Offenbar ist er so gut beim Aufspüren von Wasser, dass ihm das sogar unter extrem ungünstigen Bedingungen gelingt. Er, und nicht seine Rute.

    Martin

  2. Merlin sagt:

    Tja, Martin, die Wissenschaft. die Wissen schafft, aber auch sie kommt ohne Fantasie, Kreativität nicht aus. Nur mit empirischer Wissenschaft ist kein Nobelpreis zu holen! ;-) Bei dem von dir beschriebenen „Experiment“ wurden nämlich einige „Parameter“ vergessen. Die Erwartungshaltung aller Teilnehmer, die Tagesverfassung (physisch, psychisch etc.) usw. usw. Die anerkannte wissenschaftliche Erklärung für das Phänomen Radiästhesie lautet ja: „Über das vegetative Nervensystem wird eine Information (z.B. Wasser) aufgenommen und dadurch kommt es zu Muskelkontraktionen im Unterarm und in den Händen, so dass sich die Wünschelrute bewegt! Also die Rute ist der Zeiger des „Messgerätes“ Mensch. Jeder Mensch besitzt diese Eigenschaft, nur wir können ja auch alle Klavier spielen :-D Also Übung und die richtige Wahl des „Werkzeuges“ ist wichtig. Hier noch ein Buchtipp, meiner Meinung nach das Standardwerk von Prof. Jörg Purner http://www.baugeschichte.eu/fileadmin/user_upload/website/06_materialien/radiaesthesie_ein_weg_zum_licht.pdf Auf meiner Homepage gibt es ja noch ne Menge dazu zum stöbern.

    Merlin

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