Du bist ein Teil von mir! – Teil III

Du ist mein Seelenzwilling!

Jetzt komme ich zu einem Phänomen, das gerade in „Esokreisen“ – zumindest wellenweise – sehr beliebt ist: der Seelenpartner/-zwilling. Gemeinst ist damit meistens, dass jemand einem selber so ähnlich/so nahe/so innig verbunden ist, dass es näher garnicht geht, quasi wie eineiige Zwillinge. Kaum hat der eine etwas noch nichtmal fertiggedacht, weiß der andere schon, worum es geht. Kaum hat der eine Lust auf irgendwas, ist der andere schon unterwegs um das erledigen. Sprache hat mehr oder minder ausgedient, weil das Verstehen ja auf der Herzebene und völlig ohne Worte sowieso viel authentischer ist …
Erklärt wird das meistens entweder mit den wohlbekannten „karmischen Verbindungen“, Marke „wir waren ja schon in umzig früheren Leben Bruder/Schwester, ein Liebespaar (natürlich in gemischter Besetzung, damit das ja auch schön ausgeglichen ist, mensch kann ja ned immer ein Weib oder ein Mannsbild gewesen sein), Eltern/Kind, Schüler/Meister“ oder dass „wir“ sogar nur eine Person gewesen wären (was weniger modern zu sein scheint, das gab es vor 30 Jahren wesentlich öfter).

Für mich ist dieses Seelenzwillingsding allerdings nicht viel etwas anderes als eine Art der unbewussten Bindung.

Unbewusste Bindungen entstehen meiner Erfahrung nach aus vielen Gründen. Ab dem Zeitpunkt an dem ich mit jemandem ein wirkliches Problem habe z. B. Also wenn mir jemand von hinten ins Auto knallt, dann noch aussteigt und mich wüst beschimpft. Wenn ich mich eventuell sogar bedroht fühle und dann noch ein paar Tage „Nacharbeiten“ dieses Vorfalles zu erledigen habe – dann stehen die Chancen gut, dass ich mich an diesen Unfallgegner schon unbewusst gebunden habe. Und der Clou daran ist, dass ich zukünftig auf jeden Menschen, der mit diesem Unfallgegener optische, stimmliche, „energetische“ oder auch nur irgendjemand in ähnlicher Situation (!) mit der Brille der vergangenen Situation sehen werde. Diese Menschen werden mir dann voraussichtlich ad hoc unsympatischer sein als der „Durchschnittsmensch“. Wie an meinem Beispiel gut sichtbar, sind Bindungen damit nicht immer nur positiv!!
Je intensiver der Eindruck ist, auf dem eine Brille basiert, desto heftiger wird auch der Effekt sein. Verbrechensopfer können davon Horrorstories erzählen und zu dem Thema wurden viele Krimis geschrieben. Genauso aber können „Liebesfixierte“, deren Partner beispielsweise verstorben ist, darüber Romane schreiben … viele sind nach einer glücklichen Beziehung dieser Art auf das „Ebenbild“ ihres vorherigen Partners fixiert. Erst mit der Zeit lässt die Stärke der Bindung nach (durch die Trauerarbeit, die geleistet werden muss um das eigene Leben weiterführen zu können)

Also Outcome dieser kurzen Betrachtung der unbewussten Bindungen könnte gelten:
Je bewusster ich mit meinem Erleben umgehe, je bewusster ich mir selber bin, was ich warum wie denke desto weniger unbewusste Bindungen habe ich und desto eher kann ich mit der schon erwähnten Nähe auf meine Umwelt zugehen oder diese auf mich zugehen lassen. Je klarer meine Brille ist und je weniger „gefärbt“, desto klarer sehe ich die Welt um mich herum. Manchmal hilft es aber auch schon ganz viel weiter, die Farbe, in der meine Brille eingefärbt ist, zu kennen und dann den Intellekt als zeitweilige Krücke zu verwenden, diese Farbe „wegzurechnen“.

Zurück zur magischen Ecke

Mit diesem riesigen Rucksack aus Erfahrungen, Verletzungen und Erwartungen steht also jeder von uns im Leben und ich gehe davon aus, dass alles, was ich mache, von genau diesem Rucksack und dessen Inhalt profund beeinflusst wird.

Ein Liebeszauber gefällig? Unter diesen Voraussetzungen wäre es wohl angebracht noch ein bisserl drüber nachzudenken … Aber ist ja nicht für mich und das ist der/dem so eine Herzensangelegenheit? Kann gut sein, nur sollte klar sein, dass das dann im Normalfall bindungsmässig auch für den Wirker der Zaubers Auswirkungen hat. Auf der Suche nach einem „Meister“ von dem mensch alles was es magisch so braucht lernen kann? Alles ist da ein sehr wahres Wort, auch wenn viele sich das so nicht vorgestellt haben, dass dieses Alles gemeint hätte sein können …

Damit kommt dann noch ein nicht so neuer Faktor ins Spiel, der mir im heute üblichen Sprachgebrauch meistens leichten Würgereiz verursacht – Wir sind alle verbunden!!. Wir sind tatsächlich mit allem verbunden und mit dem Alles auch, zumindestens in meiner Weltsicht und in einem magischen Weltbild! Allerdings schaut diese Verbindung eher nach einer „Ursache- und Wirkungsmechanik“ aus als nach rosarotem „Wir-haben-uns-alle-lieb-und-Mutter-Natur-liebt-uns-auch“.
Natürlich sind wir Teil der Natur, auch wenn wir im technologischen Machbarkeitswahn diesen Punkt öfter schon mal zu vergessen scheinen. Mit romantischer Liebe, wie sich das vielleicht der eine oder andere vorstellt, hat das aber herzlich wenig zu tun. Natürlich sorgt Mutter Natur für uns! Sie gibt uns die Möglichkeit hier auf ihrem Boden zu leben, unsere Nahrung anzubauen oder zu züchten, die Luft zum Atmen und das Wasser, ohne das wir schon garnicht überleben könnten. Aber das ist ein Geben und Nehmen. Sie bewegt sich und atmet auch selbst – damit erleiden wir Erdbeben. Ihre Eismassen reagieren auf die (diesmal von uns) veränderte Atmosphäre und von Menschen bewohnte Inseln gehen, durch den steigenden Meeresspiegel, unter. Mutter Natur ist nicht liebevoll im Sinne von „ich tue alles für meine Kinder“ sie ist liebevoll in dem Sinne, dass sie uns Ressourcen zur Verfügung stellt, die wir verwenden dürfen. Was wir damit wie machen, das liegt an uns und die Folgen dürfen wir dann auch selber tragen.

Ende Teil III

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