NATuQuTAN – Teil IX, geschrieben von Magister Botanicus

14. Oktober 2017

Parapsychologie und Paranormales

Paranormale Phänomene, die auch heute noch unter dem anderen Begriff para­psychologische Phänomene beschrieben werden, sind heute ein fester Bestandteil des allgemeinen Weltbildes – und dies nicht nur durch reißerisch aufgemachte Pro­duktionen der Film- und Videoindustrie.

Mittlerweile haben statistische und phänomenologische Untersuchungen an ver­schiedenen Universitäten auf der ganzen Welt stattgefunden. Ihre Ergebnisse sind ebenso faszinierend wie desillusionierend; denn dass paranormale Phänomene auf­treten, wird nicht mehr abgestritten. Jedoch das Maß, in dem diese Ereignisse statt­finden, ist verschwindend gering, ebenso wie die offensichtliche Trainierbarkeit be­stimmter Fähigkeiten.

Das Fazit aller Recherchen erscheint recht eindeutig: Entweder ein Mensch hat be­stimmte paranormale Fähigkeiten oder eben nicht, sie zu erlernen ist nur in Einzel­fällen eindeutig nachzuweisen. Auch die Stärke des Phänomens erscheint ebenso begrenzt wie launenhaft, und scheint von verschiedensten Faktoren abhängig zu sein – vor allem aber der psychischen Gestimmtheit – was den untersuchten Menschen aber auch die untersuchenden Personen betrifft.

 

Präkognition (Vorauswissen) und Hellsehen (Vorausschau)

Die akademische Unterscheidung teilt zwischen dem Hellsehen, der Vorausschau von Ereignissen und der Präkognition, dem Vorauswissen in bestimmten Situatio­nen. Es handelt sich dabei um die Erfahrbarkeit von Informationen über Gescheh­nisse oder Sachverhalte, die zeitlich noch in der Zukunft liegen. Es liegen Studien vor, die belegen, dass sowohl die präkognitiv/hellseherisch erlangten Kurzzeit- als auch Langzeitinformationen in einem relativ engen Rahmen mit tatsächlichen, zeitlich später stattfindenden Ereignissen übereinstimmten.

Leider funktioniert das System so gut wie gar nicht bei Lotterien oder Lottozahlen, aber es werden Katastrophen und Unfälle oder das Sterbedatum eines Menschen oft richtig vorausgesehen. Es scheint eine Tendenz zu geben, dass emotional negativ be­setzte Gefühle wie Angst, Trauer und Schmerz beim Hellsehen und der Prä­kognition besser zum Tragen kommen und Gegenstand eines Erfahrungsphänomens sind.

 

Empathie („Gefühlslesen“) und Telepathie („Gedankenlesen“)

Auch diese paranormalen Fähigkeiten, die psychische Gestimmtheit eines anderen Menschen oder gedankliche Informationsinhalte einer anderen Person – trotz räum­licher Trennung und ohne Sichtkontakt – zu erfassen, hat eine eindeutige Bestäti­gung erfahren. Hier scheint jedoch eine funktionale Tendenz zu bestehen, die nicht paradoxer erscheinen kann: Entweder kennen sich die Personen sehr gut und haben eine enge emotionale Verbindung oder die Menschen haben sich zuvor noch nie ge­sehen – gerade in Bezug auf ein Experiment in dieser Richtung. Auch was die Informationsinhalte angeht gibt es besondere Tendenzen, denn oft wird nicht der tatsächliche gedankliche Informationsinhalt erfahren, sondern Assoziationen dieses Gedankens. Beispielsweise ist die zu erfahrende Information das Bild einer brennenden Kerze, so assoziiert bei stattfindender Telepathie der (christliche) Per­zipient oftmals einen Weihnachtsbaum bzw. alles, was mit Weihnachten zu tun hat oder einfach nur Feuer in irgend einer Form.

Psychokinese (Psychische Beeinflussung von Gegenständen)

Diese, in früheren Zeiten auch als Telekinese bezeichnete Fähigkeit, ist wohl in der Szene der etablierten Naturwissenschaften die umstrittenste. Nichtsdestotrotz wurde das Vorhandensein dieses Phänomens durch harte statistische Fakten belegt – aller­dings ging es bei den dafür durchgeführten Versuchen nur um die Beeinflussung der statistischen Zufallswahrscheinlichkeit von bestimmten Experimentalsystemen.

Die in den 70´ger Jahren auftretenden „Löffelbieger“ á la Uri Geller sind mittler­weile zum großen Teil als Trickster entlarvt worden, jedoch: Die in England und der Schweiz durchgeführten Untersuchungen zur Makro-Psychokinese haben ein­drucksvoll gezeigt, dass es tatsächlich vereinzelt Menschen gibt, die Materie be­rührungsfrei mittels ihrer Psyche auf unterschiedliche Art beeinflussen können. Als Tendenz zeigte sich bei diesen Experimenten, dass es scheinbar eine Abstufung der beeinflussenden Fähigkeit gibt. Metallische Gegenstände und Materialien mit be­stimmter, kristalliner Struktur (z.B. Piezokristalle) lassen sich danach offenbar relativ leicht beeinflussen, Kunststoffe weit weniger und Flüssigkeiten, Gase sowie Glas in keinem Fall. Auch hier spielt die psychische Gestimmtheit für das Auftreten eine große Rolle und hier gibt es eine Tendenz, die darauf hindeutet, dass nicht die Vor­stellung des Vorgangs der Beeinflussung auslösendes Moment ist sondern vielmehr die Vorstellung der bereits stattgefundenen Beeinflussung.

Erklärungsnotstand und Erklärungsmodelle

Das Problem bei aller Statistik und der positiven Beurteilung all dieser Phänomene, egal ob Telepathie oder Psychokinese, ist die wissenschaftliche Erklärung des Weges, auf welchem die beobachtbaren Ereignisse ausgelöst werden. Hier helfen weder esoterische Pseudo-Ansätze wie „feinstoffliche“ und „grobstoffliche“ Schwingungen oder ähnlicher Unfug, noch haltlose Vermutungen über eine un­bekannte „PSI-Energie“. In letzter Konsequenz handelt es sich bei allen Phänomenen um die Übertragung von Informationen und die Beeinflussung von (Zustands)-Wahrscheinlichkeiten und genau dort sollten auch die Ansätze für Erklärungen ge­sucht werden.

Ende Teil IX

Editorial

07. Oktober 2017

Well met, alle zusammen!

Grade im – mehr oder minder – Altweibersommer gibt es superschöne Erntebilder zu finden. Dieses hier bei uns stammt von Sati … Ernte kann viele Gesichter haben!

Im Update findet Ihr diese Woche den Teil IV von Satis Mehrteiler zum Thema „Heilung und Heilkunst„. Dafür möchte ich mich wieder einmal ganz herzlich bei Sati bedanken – gut recherchierte Artikel aus der Sicht der eigenen Praxis geschrieben – das ist, was meine Idee von wurzelwerken war und ist! Vielen lieben Dank für Deine Mitarbeit!
Den zweiten Artikel haben wir einmal mehr Uwe zu verdanken, der mir diesmal seine Gedanken zur Wehleidigkeit, „Aua !! Mimimi… Von Jammerlappen und Weicheiern“ für den DrachenSabber gespendet hat. Auch Dir, Uwe, vielen Dank für die vielen ArtikelSpenden, die Du uns überlässt.

Wie immer wünsche ich Euch viel Lesevergnügen und uns Eure Kommentare (die sich leider in letzter Zeit an der Nullgrenze befinden …)

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Aua!! Mimimi… Von Jammerlappen und Weicheiern, geschrieben von Uwe

07. Oktober 2017

In dem kurzen Sutra „Der Pfeil des Schmerzes“ legt der Buddha sehr überzeugend dar, wie Gedanken dazu beitragen, dass man im leidvollen Erleben versacken kann.
Die Erläuterung dazu ist aufgrund der Wortwahl, die der Buddha hier vornimmt, schon mal ausgesprochen amüsant zu lesen.

„Schüler, erfährt ein unerfahrener Weltmensch ein schmerzhaftes Gefühl, verfällt er in Kummer und Sorge und klagt darüber; er weint, schlägt sich an die Brust und ist verstört. Er erfährt somit zwei Gefühle – ein körperliches und ein geistiges. Wie ein Mann, der von einem Pfeil verletzt und gleich darauf von einem Zweiten, so dass der Mann ein Gefühl erfährt, das von zwei Pfeilen verursacht wurde“.

Der „unerfahrene Weltmensch“, so beschreibt der Buddha einen Menschen wie dich und mich, einen Durchschnittsdeutschen, Durchschnittsweltbürger. Ein jammerndes, saturiertes Weichei also.
Überprüfe man doch diese schöne Beschreibung da oben einmal bei sich selbst.
Trifft sie nicht mehr oder weniger exakt zu?
Wie ist das, wenn ich, wenn du ein „schmerzhaftes Gefühl“ empfinde/st?
Vielleicht kann man ja bei kleineren Vorkommnissen noch lapidar darüber hinweggehen. Wie über einen zarten Kopfschmerz, den man registriert, sich davon aber nicht zu sehr ablenken lässt.
Oder ein klein wenig Zahnschmerz, einen Mückenstich oder sonst einem kleinen Wehwehchen.
Doch schon dabei gibt es genügend Menschen, die diesen Kopf- Zahn- Mückenstich- oder sonstigen Schmerz zum Anlass nehmen, sich Gedanken zu machen, woher dieser kommt, was er anrichtet.
Vielleicht hat man einen Gehirntumor? Ohne Gehirn zwar schwer möglich, aber warum nicht.
Bei einem Gebiss, ebenfalls schwer möglich, aber warum nicht.
Und ein Mückenstich ist tatsächlich das schlimmste überhaupt, besonders wenn es eine todgefährliche Tigermücke war.
Doch vor allem stellt man dann die Frage, wie man diesen bösartigen Schmerz wieder wegbekommen kann.
Der Buddha hat dieses „schmerzhafte Gefühl“, das er beschreibt, nun nicht nur auf die „groben“ Erfahrungen wie körperliche Schmerzen bezogen.
Schon ein einfaches Gefühl von Hunger oder Durst, das Gefühl von Langeweile, Unmut oder Unruhe sind nach dieser Definition ebenfalls „schmerzhaft“.
Und welche Folgen diese schmerzhaften Gefühle, seien sie nun grob oder fein, beim „Weltmenschen“ haben, also genau bei uns Anfängern und völlig im weltlichen Geschehen gefangene Menschen, das erläutert der Buddha im Folgenden recht schön und prägnant:

„Während er (also du und ich) ein schmerzhaftes Gefühl erfährt, hegt er dagegen Abneigung.
Dem liegt die Tendenz von Abneigung gegenüber schmerzhaften Gefühlen zugrunde.
Und während er ein schmerzhaftes Gefühl erlebt sucht er Freude in der sinnlichen Zerstreuung.
Und warum? Weil er keinen anderen Ausweg in Bezug auf schmerzhafte Gefühle kennt wie die Ablenkung durch Zerstreuung“.

Sehr gut beschrieben, nicht?
Eine glasklare Erkenntnis und Darlegung, wie unser „normaler“ abgelenkter Geist eben funktioniert.
Wir flüchten uns in die ganz normalen, bekannten Ablenkungen.
Weil wir keinen Ausweg in Bezug auf schmerzhaften Gefühlen kennen, vor allem nicht als den zwangsläufigen, schmerzhaften Gewohnheitsmustern Geburt, Krankheit, Alter und Tod, die wir ja für völlig real halten und die uns in ein dauerndes „Wiedergeborenwerden und Leiden ertragen“ werfen, müssen wir uns ablenken.
Leben für Leben, Jahr für Jahr, Monat für Monat, Tag für Tag, Stunde für Stunde, Minute für Minute.
Weil all unser Erleben, betrachten wir es genauer, nur mal vom Hintergrund der Vergänglichkeit, Unbeständigkeit betrachtet, schmerzhaft ist.
Und diese Unbeständigkeit ist genau das, was uns Angst macht.
Und was ist Angst anderes als schmerzhaft? Leidbesetzt?
Und wer erkennt schon die Leerheit in all dieser Unbeständigkeit?
Niemand.
Nicht ich.
Nicht du.
Deshalb gibt es also wirklich Grund genug, sich Sorgen zu machen. Ja, tatsächlich.
Denn unsere einzige Sicherheit, das einzige, auf das wir uns verlassen können, in das wir wirklich vertrauen können ist…
…die Unbeständigkeit.
Von wegen entspannt bleiben.
Wir können gar nicht entspannt sein. Nein.
Unmöglich.
Dafür müssten wir erleuchtet sein.
Bin ich nicht. Bist du es?
Lol… erzähl´ es nicht mir. Erzähl´ es dem lieben Gott.
Es wird höchste Zeit, den doppelten Pfeil zu überwinden.
Also, raus aus diesem Scheiß.
Und wenn wir drin stecken bleiben…
…dann sollten wir nicht jammern.
Wir sind allein selbst schuld.
Niemand anderes.
Vielleicht nützlich
Wenn nicht, ist mir das auch herzlich egal

copyright Uwe

Heilung und Heilkunst – Teil 4

07. Oktober 2017

Fallgruben im Umgang mit Klienten

Auch im Umgang mit Klienten oder bei der Kommunikation zwischen Heiler und Klienten fallen mir häufig unterschiedliche Muster auf, die ich für sehr ungesund halte. Ein häufiges, das vermutlich jedem Heiler gerade in der Anfangsphase passiert, ist Projektion. Zum Einen projizieren Heiler auf ihre Klienten gern ihre eigenen Probleme, die sie vielleicht erfolgreich durchlebt haben, zum Anderen aber auch gern jene Dinge, in denen sie sich heilerisch besonders kompetent fühlen.

Capillary wave/Ripple effect von espejo, Wikimedia Commons

Ich weiss zB. dass ich als Osteopathin auf dem Gebiet Clusterkopfschmerz, Migräne und verschiedener Kopfschmerzarten sehr gut bin und erfolgreich arbeite. Kollegen schicken sogar Patienten dafür eigens zu mir, wenn sie selbst nicht mehr weiterkommen. Dass ich selbst seit Jahren darunter leide und mich zwangsläufig mit dem aktuellen Stand der Forschung und sämtlichen dafür geeigneten Verfahren und Techniken auskenne, ist einfach ein Nebeneffekt meiner eigenen Geschichte, sowohl durch Selbsthilfe als auch durch Konsultation von Kollegen. Wann immer ich die Gelegenheit hatte internationalen Koryphäen zu begegnen, habe ich diese natürlich auch zu diesem Thema befragt.

Dennoch muss ich aber immer aufpassen, dass ich Diagnosen sauber unterscheide. Nicht jeder wird aus den gleichen Gründen Kopfschmerzen haben wie ich und nicht jede Methode, die mir geholfen hat, ist auch für jeden anderen Patienten geeignet. Ich kann also mein Wissen und meine Erfahrung nutzen, habe aber dennoch einen eigenständigen Menschen vor mir, dessen Geschichte eine ganz andere ist als meine.

Umgang mit Patienten und Klienten, Foto: Sati

Andererseits habe ich aber zB. selbst noch nie eine Schwangerschaft und Geburt durchlebt, behandele aber häufig auch Schwangere und junge Mütter und das mit Erfolg. Hier kam das Können einfach mit der Erfahrung am Patienten, deren Schwangerschaften ich oft von Anfang bis Ende begleitet habe und die darauf bestanden von niemand anders als von mir behandelt zu werden. Diese Flexibilität und Fähigkeit sich auch in therapeutischem Neuland schnell zurechtzufinden, macht einen guten Heiler aus. Den Klienten nützt es nichts, wenn ich einen Nebenschauplatz zum Hauptproblem erhebe, nur weil ich mich darin besser auskenne und sicherer fühle; so verlockend es sein mag in seinem Lieblingsgebiet brillieren zu können. Auch hier kommt einem ein solides Fundament aus gelernten Techniken sehr zugute, denn im Zweifelsfall kann ich mich immer auf diese Grundverfahren stützen und dabei idealerweise neue und wertvolle Erfahrungen sammeln. Als Heiler lernt man mit jedem Klienten/Patienten selbst dazu.

Fähigkeiten und Kompetenzgrenzen

Als Heiler sollte man nicht nur in der Lage sein,  andere Menschen und deren Geschichte zu erkennen, sondern auch sich selbst, seine Fähigkeiten und Grenzen. Ich hab manchmal den Eindruck, als bestünde in der Neuheidenszene der Glaube, dass sobald jemand sich dem Heilen widmet, er grundsätzlich alles und jeden heilen kann. Heilen mag in gewisser Weise auch Gabe oder göttliches Geschenk sein, es braucht zweifelsohne eine Berufung und ein Talent dazu, aber das bedeutet nicht, dass man damit vollkommen von menschlichen Schwächen entbunden ist. Jeder hat seine persönlichen Schwächen, die ganz unterschiedliche Gründe haben und die zeigen sich auch, wenn man in einem Bereich arbeitet in dem man ein gewisses naturgegebenes Talent mitbringt. Sich das einzugestehen ist umso wichtiger, wenn andere Menschen und deren Wohlergehen davon unmittelbar abhängig ist. In der Osteopathie spricht man zB. von den sog. „red flags“ das sind besondere Warnzeichen, die uns sagen, dass ein Notfall bestehen könnte der ärztlicher Abklärung bedarf oder/und eine Kontraindikation für Osteopathie darstellt. Solche „red flags“ sollte jeder Heiler für sich kennen und definieren unabhängig davon mit welcher Methode er arbeitet. Lieber schickt man einen Klienten oder Patienten einmal zu viel zu jemandem, den man für kompetenter hält, als einmal zu wenig.

The lonely walk, Foto: Vinoth Chandar, Wikimedia Commons

Das setzt natürlich voraus, dass ich ein entsprechendes Netzwerk habe, wo ich mir entweder Informationen beschaffen kann oder jemanden in vertrauensvolle Hände weiterleiten kann. Nicht jeder muss bzw. kann alles können und anstatt sich als Einzelkämpfer auf weiter Flur zu verstehen, ist es sowohl für Heiler als auch Klient/Patient nur von Vorteil das was man selbst nicht bieten kann durch vertraute Kollegen und deren Wissen und Kompetenz zu ergänzen. Mir fällt in der spirituellen Heilerszene verstärkt auf, dass der Wille zur Kooperation wesentlich geringer ist als der Wunsch sich als einzigeartiges Individuum mit außergewöhnlichen Fähigkeiten zu profilieren. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es die eigene Kompetenz in keiner Weise untergräbt seine Grenzen zu kennen und sogar gegenüber einem Klienten/Patienten klar zu kommunizieren. Ganz im Gegenteil, es erhöht sogar noch das Vertrauen. Wenn ich dann noch einen wirklich guten Kollegen empfehlen kann, fühlt sich ein Mensch, der mir vertraut, auch dort gut aufgehoben.

Was ist Heilung?

Heilung, so erscheint es mir, wird oft als wundersames Ereignis betrachtet, dass durch ebenso wundersame Intervention hervorgerufen wird. Tatsächlich ist aber Heilung genauso wie Krankheit ein fortwährender Prozess. Das gilt auf der körperlichen, wie auch auf der seelischen Ebene. Unser Körper macht die ganze Zeit nichts anderes, als sich fortwährend zu erneuern, Schäden zu reparieren, neue Zellen zu bilden, nicht benötigtes auszuscheiden und notwendiges aufzunehmen und zu verarbeiten. Das gleiche macht auch unsere Seele. Die Art wie wir mit uns selbst oder anderen Menschen umgehen, wie wir für uns sorgen, womit wir unsere Seele nähren sind ebenfalls Dinge die am Prozess der Heilung unaufhörlich beteiligt sind. Die eine Heilung als in sich abgeschlossener einmaliger Prozess ist eine Illusion. Tatsächlich existieren Krankheit und Heilung in einer fortwährenden Dynamik nebeneinander und manchmal gewinnt die Krankheit die Oberhand und manchmal die Gesundheit. Manchmal können wir großen Einfluss darauf nehmen und manchmal auch nicht. Und als Heiler können wir uns zeitweise an der Heilung eines anderen Menschen beteiligen, ihn ein Stück seines Weges begleiten und ihn dann wieder sich selbst überlassen. Wir können Kraft unserer Kompetenz als Heiler einem Menschen helfen besser für sich zu sorgen, ihm aus ausweglosen Situationen einen möglichen Weg aufzeigen und ihn auch mal an der Hand nehmen und herausführen.

Heilung, Foto: Sati

Ich persönlich habe mich immer als Partner auf Augenhöhe in Fragen der Gesundheit verstanden und habe über die Zeit genau die Patienten angezogen, die diese Haltung an mir schätzen. Die Mündigkeit meiner Patienten hat für mich einen hohen Stellenwert. Ich empfinde es als meine Pflicht, mein Wissen ständig zu erweitern und mich nicht auf geernteten Lorbeeren auszuruhen. Gerade in der Heilkunde ist jeder Stillstand ein Rückschritt und ich bin überzeugt davon, dass dies auch für jede spirituelle Heilweise gleichermaßen gilt. Ein Heiler entwickelt sich mit jedem Klienten/Patienten gleichermaßen weiter und für diese Entwicklung offen zu sein ist für mich ein zentraler Teil des Heiler-Seins.

Editorial

30. September 2017

Well met, alle zusammen!

Warm scheint noch die Sonne (wenn es auch schon eindeutig früher finster wird und die Nächte schon empfindlich kalt sind) – Herbst von seiner schönsten Seite (danke fürs Bild, XVII!)

Das neue Märchen von Veleda Alantia „Samhain“ bietet schon einen Vorgeschmack aufs letzte Erntefest in diesem Jahr.
In den Aussichten und Einsichten bringen wir Euch den Teil III von Satis Reihe zum Thema „Heilung und Heilkunst„.

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen und uns Eure Kommentare oder die eine oder andere ArtikelSpende!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team