Mein Murmelgleichnis  zum Thema Seelenverlust – oder warum es wichtig ist, seine Murmeln beisammen zu haben, geschrieben von Beate Helene Reither

11. März 2017

Es mag vielleicht etwas humorvoll anmuten, wie ich meine Sichtweise des Themas „Seelenverlust“ schildere, aber dieser Vergleich beschreibt meine Sicht der Dinge ziemlich treffend.
Da ich mich in letzter Zeit immer wieder mit unterschiedlichen Definitionen dieses, in schamanischem Kontext oft verwendeten Begriffes, konfrontiert sah – von denen mich einige ziemlich schockierten – möchte ich nun diesen bildhaften Vergleich meiner persönlichen Meinung zum Besten geben.

Nehmen wir einmal die Seele als Menschen an. Ein Mensch ist im Prinzip normalerweise und von Natur aus unzerteilbar. So betrachte ich auch die Seele, als unzerteilbare Einheit.

Dieser Mensch trägt immer ein Beutelchen mit Murmeln bei sich, nehmen wir an, das sind seine Seelenanteile. Sie gehören ihm, haben eine einzigartige Farbe, ein bestimmtes Gewicht, eine bestimmte Größe. Niemand sonst hat genau die gleichen Murmeln wie er.

Begegnet dieser Mensch einem anderen Menschen, so kann es sein, dass die beiden miteinander spielen wollen. Sie packen ihre Murmeln aus, bewundern oder kritisieren sie, lassen sie zusammen prallen und und und… manchmal ist es ein gutes, faires Spiel und man spielt gerne öfters miteinander, manchmal kann man sich nicht einigen, manchmal betrügt man einander, manchmal beginnt man zu streiten – wie das beim Spielen eben so vorkommt.

Manchmal mag es passieren, dass der Mensch eine Murmel verliert, weil er auf dem Weg stolpert, sein Beutelchen aufplatzt oder eine Murmel durch die Erschütterung heraus springt. Im besten Falle merkt er dies relativ bald, nachdem er wieder aufgestanden ist, entweder weil er die Anzahl gleich überprüft, er die Murmel wegspringen sah, oder weil das Gewicht des Beutelchens nicht mehr stimmt.
Dann wird dieser Mensch seine nächste Umgebung genau absuchen, unter jedes Grasbüschel schauen, bis er seine fehlende Murmel wieder gefunden hat. Ist er bereits weiter gegangen, bemerkt er möglicherweise erst beim nächsten Murmelspiel mit einem anderen die fehlende Murmel, weil er seinem Mitspieler gegenüber plötzlich im Nachteil ist. Dann gilt es sich zu erinnern, wo er diese Murmel verloren haben könnte, sich zu erinnern an Zeit und Ort, und wieder dahin zurückzukehren und seine Murmel einzusammeln.

Manchmal passiert es, dass ein Mitspieler einfach eine Murmel mitnimmt, weil sie ihm besser gefällt als die eigene.
Manchmal passiert es auch, dass man Murmeln bewusst oder unbewusst vertauscht, vor allem, wenn es ein chaotisches Spiel ist, in dem beide Spieler ihre Murmeln schlecht voneinander unterscheiden können, weil sie sie schon länger nicht genau betrachtet haben.
In diesem Fall vergeht oft mehr Zeit, bis der Mensch aufmerksam wird, dass da in seinem Murmelbeutelchen etwas nicht stimmt. Irgendwie mag sich das Gewicht nicht richtig anfühlen, vielleicht ist das Beutelchen plötzlich schwerer oder leichter, als er es kennt. Schwierig ist es auch, wenn er nur flüchtig zählt, aber die Anzahl der Murmeln korrekt ist. Da heißt es dann, sich jede einzelne Murmel genau anzusehen und nachzuschauen, welche nicht dazu passt. Wodurch auch immer sie sich von den eigenen Murmeln unterscheidet – Gewicht ? Farbe? Größe? – Nimmt der Mensch jede Murmel in seine Hand, erkennt er den Unterschied durch genaue Beobachtung und durch das Erfühlen des Gewichtes oder der Größe. Das braucht natürlich etwas Zeit, aber weil der Mensch wieder gute Chancen beim Spielen haben möchte, ist es ihm wert, darauf Zeit zu verwenden.

Früher oder später findet er die fremde Murmel und dann heißt es sich zu erinnern, wer solche Murmeln hatte. Manchmal besucht der Mensch dann seine letzten Spielgefährten und bittet sie, ihm ihre Murmeln noch einmal zu zeigen. Meist ist der andere Mensch, der die Murmel genommen hat auch sehr erleichtert, dass er sie wieder gegen seine eigene Murmel tauschen kann, da – auch wenn die fremde Murmel vielleicht ästhetischer ist – sie trotzdem sein Spiel stört, weil er damit immer anders spielen muss, als mit seinen gewohnten Murmeln. Im Endeffekt hat er dadurch auch schlechtere Chancen. Manchmal braucht es erst klärende Worte und längere Verhandlungen. Sie sprechen miteinander so lange, bis ein Mensch versteht, was der andere sagt. Meist geschieht der Rücktausch in dieser Erkenntnis und Versöhnung. Beide Menschen verstehen dann, dass sie mit ihren eigenen Murmeln am erfolgreichsten spielen können und testen dies ein paar Mal, ob es wirklich stimmt. Wenn sie wieder Spaß und Erfolg dadurch beim Spielen haben, können auch die Wehmut und der Neid vergehen, die vorher vielleicht bestanden haben.

Im Laufe des Lebens und der vielen Spiele, die man spielt, kann es passieren, einmal die eine oder andere Murmel zu verlieren. Nicht die strikte Vermeidung des Verlustes ist anzustreben, denn es kann trotz gebotener Achtsamkeit passieren. Man will ja auch nicht sein ganzes Leben mit Murmelsuchen verbringen.
Wichtig ist nach der Erkenntnis, dass mir etwas fehlt, auf die Suche danach zu gehen und die Murmel wieder zurück zu holen. Mit Gewalt ist dies nicht möglich, denn da verliert man möglicherweise sogar noch mehr Murmeln, wenn das Beutelchen zerreißt. Wohl aber liegt es in der Natur der Seele, sich zu vertragen und miteinander zu kommunizieren. Wenn man einander respektvoll begegnet. Wenn man sich Zeit nimmt für die Geschichte, die damit verbunden ist. Wenn man hört, was gemeint ist und nicht, was man verstehen will.
Wenn man in Beziehung geht, ist das Zurückholen kein Problem mehr, jedoch kann es meiner Meinung nach immer nur von dem Menschen – von der Seele selbst vollzogen werden, damit es wahrhaftig und selbst erfahren ist.

Meine Inspiration zum Murmelgleichnis: Die Geschichte von Peter Pan lehrt schon in ihrer einfachen und liebenswerten Art und Weise, dass es wichtig ist, seine Murmeln beinander zu haben. Ihr erinnert euch vielleicht an den alten Onkel Tootles in der Verfilmung mit Robin Williams, der seine Murmeln nicht mehr beisammen hatte und sich dadurch nicht mehr erinnern konnte, wie das Fliegen geht.

So wünsche ich uns allen ein spannendes Weiterspielen,
Eure Beate Helene

 

Editorial

04. März 2017

Well met, alle zusammen!

Am Kalender steht „März“ und für  morgen sind bis zu 20° angesagt … Karan hat die Schneeglöckerl wirklich gut eingefangen, herzlichen Dank dafür!

 

Glöckerl ohne Schnee copyright Karan

Ganz andere Glöckerl haben bei mir diese Wochen geklingelt, nämlich die Alarmglocken. Nacheinander sind Artikel eingetrudelt, die sich mit „Zaubern gegen Trump“ beschäftigten. Ich möchte das Thema aus meiner Sicht beleuchtet wissen, „Hirn is Trump-fffffffffff oder Wenn schon verfluchen, dann aber richtig!!„.
Als zweiten Artikel hat uns Sati wieder einmal einen Einblick ins alte Ägypten verschafft, „Altägyptische Symbole und ihre Bedeutungen„.

Wie immer wünsche ich Euch viel Leservergnügen und uns Eure Kommentare!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Altägyptische Symbole und ihre Bedeutungen

04. März 2017

Die altägyptische Kunst ist voller Symbole mit tiefer magischer und mythischer Bedeutungen. Allein die Gardiner Liste, das Hieroglyphenverzeichnis des Alan Gardiner, umfasst 26 Gruppen mit 763 Zeichen. Viele altägyptische Symbole sind auch in der modernen New-Age- und Esoterikwelt adaptiert worden, teilweise mit abenteuerlichen Interpretationen. Hier sollen die wichtigsten Symbole die im altägyptischen Kult und Alltag Anwendung fanden vorgestellt und erklärt und ihr Bedeutungsspektrum beleuchtet werden. Natürlich ist diese Auflistung beliebig fortzusetzen.

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Auge

In der altägyptischen Symbolik werden zwei Augen unterschieden:

  • das Horusauge auch Mondauge oder Udjatauge genannt
  • das Auge des Re oder auch Sonnenauge genannt

Das Udjatauge ist das von Thoth geheilte Auge des Horus nach seinem Kampf um den Thron mit seinem Onkel Seth. Daher werden diesem Symbol auch heilerische Aspekte zugesprochen. Es wird in Form eines linken Auges dargestellt. Im Zyklus des Mondes sahen die alten Ägypter diesen Mythos ebenfalls verwirklicht, der zunehmende Mond stellte für sie den Heilungsprozess des Auges dar. Da gelegentlich Sonne und Mond gleichzeitig am Himmel zu sehen waren, wurden sowohl Sonne und Mond als Himmelsaugen interpretiert. Der Mond stellt also keinen Gegenpol zur Sonne dar, sondern ist vielmehr eine kleine Sonne. Die einzelnen Bestandteile des Mondauges stellen außerdem altägyptische Volumenmaßeinheiten dar.

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Das Sonnenauge ist ein rechtes Auge. In den Pyramidentexten wird es als “Auge des Re, das in der Nacht empfangen und täglich neu geboren wird”. Dieser Satz nimmt Bezug auf den Sonnenzyklus, die nächtliche Verjüngungsfahrt des Re, der im Westen seine Reise durch die Unterwelt antritt um am nächsten Morgen verjüngt im Osten wieder hervorzukommen. Ein sehr wichtiger Zyklus, dessen Wiederkehr gleichbedeutend mit dem Erhalt der Schöpfung ist. In einem weiteren Mythos erzählt von dem Sonnenauge, dass vor Zorn gegen den Sonnengott von diesem fern bleibt, so dass Thoth zu Hilfe eilt um den Zorn des Sonnenauges zu besänftigen. Das Sonnenauge wird hier mit der löwengestaltigen Tefnut assoziiert. Dieser Mythos hat große Ähnlichkeit mit dem Rachefeldzug der Sachmet, einer weiteren Löwengöttin, die auszieht um die Menschheit vor Zorn zu vernichten, die sich vom Sonnengott abwendet. Tatsächlich werden viele weibliche Gottheiten, die als Töchter des Re bezeichnet werden auch “Auge des Re” Gottheiten genannt und stellen Vollstreckergottheiten des Sonnengottes dar.

Ankh

Um das Ankh ranken sich viele Mythen, nicht alle davon entsprechen wirklich der authentischen Bedeutung dieses vielverwendeten Symbols. In vielen Götterdarstellungen sieht man das Ankh in der Hand der Götter, als Hieroglyphen steht das Ankh schlichtweg für “Leben”.

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Über die Herkunft dieses Symbols gibt es ebenfalls verschiedene Theorien, Alan Gardinder vermutete, dass es sich um Sandalenriemen handelt, da das anlegen der Sandalen und Aufrichten der Mumien nach vollzogenem Totenkult einen zentralen Akt der Wiederauferstehung der Toten darstellt.

Die aktuell wahrscheinlichste Theorien besagt, dass es sich um einen Rückenwirbel eines Stiers handelt. Stiere wurden anlässlich von Totenriten geopfert und man hoffte deren Lebenskraft unmittelbar auf den Verstorbenen übertragen zu können, indem man einen Rinderschenkel abtrennte und die Mumie damit berührte. Später wurden symbolische Ritualwerkzeug dafür verwendet. Die Wirbelsäule galt ebenfalls als tragender Körperteil der Lebendigkeit. Betrachtet man einen Stierwirbel von oben, so erhält man tatsächlich die Form eines Anks. Die Theorie, dass es sich um die symbolhafte Vereinigung von Mann und Frau handeln könnte, ist inzwischen überholt. Eine weitere Vermutung besagt, dass es sich um eine Gürtelschnalle der Isis handeln könnte. Das Ankh ist ein starkes Schutzsymbol aber auch Heilamulett.

Ka

Beim Ka-Symbol handelt es sich um zwei erhobene oder ausgebreitete Arme. Es stellt sowohl eine Umarmung, als auch die sog. Henu-Geste, eine rituelle Geste der Ehrung, dar. Eine Umarmung ist ein Akt des Schützens und ein Ausdruck von Zuneigung, doch für die alten Ägypter war sie noch viel mehr. Eine Umarmung stellte eine Übertragung von Lebenskraft dar. In einigen Mythen wird das Ka von den Göttern durch eine Umarmung verliehen. Dahinter steht ein Bewusstsein, dass die Verbundenheit der Menschen untereinander eine wichtige Lebensgrundlage für den einzelnen ist. Durch eine Umarmung wird also göttliche Kraft verliehen. Eines der schlimmsten Flüche war jemandem zu wünschen, dass sich sein Ka von ihm entferne. Üble Nachrede, übertriebender Liebeskummer, Lüge oder Egoismus galten als überaus schädlich für das Ka.

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Isisknoten

Das Tit-Amulett wird auch Isisknoten oder Isisblut genannt. Aus den Totenbüchern ist folgender Spruch überliefert:

Dein Blut gehört dir, Isis,
deine Zaubermacht gehört dir, Isis,
deine Zauberkraft gehört dir, Isis.

Das Amulett ist der Schutz des Großen und behütet (ihn vor) dem,
der Verbrechen an ihm begeht.

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Es sieht aus wie ein Ankh mit nach unten hängenden Seitenschlaufen. Es handelt sich dabei um ein Knotenamulett, wurde aber auch häufig aus Karneol, roter Fayence oder Glas gefertigt um besonders Frauen, Schwangere und Gebärende zu schützen. Doch auch als Grabbeigabe fand man es. Da Isis mit der Heilkunde assoziiert wurde, gilt es auch ein starkes Heilsymbol. Es steht jedoch auch in engem Zusammenhang mit der Göttin Hathor, die ausgeprägte mütterliche Aspekte besitzt. Manchmal wurde das Amulett auch mit einem Porträt der beiden Göttinnen versehen.

Djet

Der Djet-Pfeiler wird auch als Wirbelsäule des Osiris bezeichnet. Osiris ist das göttliche Idol, der für die Wiederauferstehung in das ewige Leben nach dem Tod steht und jeder Mensch strebte danach es ihm gleichzutun. Die alten Ägypter glaubten daran in der Kraft der Seele des Osiris die gleiche Wiederbelebung wie er erlangen zu können. Das Errichten von Djetpfeilern, also tatsächlichen physischen Pfeilern in Form eines Djets, war ein rituelles Symbol der Wiederauferstehung, ähnlich dem Aufrichten der Mumien nach vollzogenem Totenkult. So ist der Djet ein Symbol der Ewigkeit und des ewigen Lebens. Da der Zustand des Osiris auch als Vollendung betrachtet wurde, besitzt der Djet-Pfeiler im Gegensatz zum Ankh, das ebenfalls für das Leben steht, noch den Aspekt der Vollkommenheit.

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Sa-Schleife

Ähnlich wie das Ankh findet man auch die Sa-Schleife häufig in der Hand von Göttern, besonders Tawaret und Bes. Als Hieroglyphe bedeutet das Sa “Schutz” und dies ist auch die Bedeutung dieses Symbols. Man vermuetet, dass es sich bei der Darstellung um eine zusammengerollte und gefaltete Schilfmatte handelt, die den Menschen in der Wüste nachst Schutz bot. Da Tawaret und Bes vor allem Schützer vor Dämonen waren, ist auch das Sa-Symbol ein besonderes Schutzsymbol vor den Geschöpfen der Dunkelheit, die bevorzugt nachts ihr Unwesen trieben.

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Straußenfeder

Die Straßenfeder ist ein typisches Symbol für die Göttin Ma’at. Ma’at ist die Göttin der gleichnamigen kosmischen Ordnung, die Begriffe wie konnektive Gerechtigkeit, Balance, Weltenordnung und soziale Verbundenheit umfasst und ein Garant für den Erhalt der gesamten Schöpfung ist. Denn ohne die Ma’at zerfällt alles in ihr Gegenprinzip Isfet, das zerstörerische Chaos, die Anti-Existenz schlechthin. Beim Totengericht wurde das Herz des Verstorbenen gegen die Feder der Ma’at aufgewogen, da es alle Taten des Menschen zu Lebzeiten speicherte. Verstieß dieser gegen die Ma’at, war sein Herz schwerer als die Feder und seine Seele wurde der Seelenfresserin Ammit zur ewigen Vernichtung vorgeworfen.

Schlange

Aufgrund ihrer Fähigkeit sich zu häuten wird sie als Sinnbild der Verjüngung und Wiedergeburt verehrt. Doch steht sie aufgrund ihrer Unberechenbarkeit und Gefährlichkeit auch für Tod und Gefahr. Als Stirnschlange steht sie für die Weisheit der Götter und Pharaonen und steht dabei in enger Verbindung mit dem Sonnengott und dessen heimgekehrten Auge, das er aussandte um seine verlorene Tochter zu finden. Jedoch wird auch das antigonistische Prinzip der Ma’at, nämlich Isfet, in Form der dämonischen, allesverschlingenden Schlange A/pophis symbolisiert. Der “Feueratem” ist vermutlich auf die verbrennungsartigen Verletzungen zurückzuführen, die ihr Gift verursachen kann, das macht sie aber gleichsam zu einer starken Schützerin. Feuer erhellt die Nacht, so wurden Bettpfosten mit Schlangen versehen um dunkle Gestalten wie ruhelose Totengeister oder Dämonen fernzuhalten, die Menschen vor allem in ihren Träumen heimsuchten.

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Skarabäus

Aufgrund der Eigenart des Mistkäfers seine Eier in kleinen Dungkugeln abzulegen, aus denen dann neue Mistkäfer schlüpften, wurde dieser zu einem ultimativen Symbol der Wiedergeburt. Aus totem Material (Dung, Mist, etc.) wurde wieder neues Leben. Außerdem stellte man sich vor, dass der Skarabäus die Sonne über den Himmel schob, wie er seine Mistkugeln rollte. Die Sonne stellt die reine Schöpfungskraft dar, was auch den Skarabäus zu einem solaren Wesen machte. Der Gott der mit dem Scarabäus assoziiert wurde heisst Chephre und trägt skurilerweise einen ganzen Mistkäfer als Kopf. Er gilt als eine der drei Gestalten des Re, neben Harachte, der Mittagssonne und Atum der Abendsonne.

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Was

Eines der ältesten Symbole der altägyptischen Mythologie. Das Was-Zepter ist ein Machtsymbol und besteht aus einem Schaft, der manchmal auch spiralförmig ist, einem stilisierten Tierkopf, der vielleicht einmal einen realen Vorläufer gehabt haben mag, sowie einem gegabelten Ende. Letzterer erinnert an einen Hirtenstab und wurde vermutlich benutzt um Schlangen zu fangen und damit die Viehherden zu schützen. Möglich ist auch ein schamanischer Ursprung aus der Prädynastik. Als Hieroglyphe heisst das Was-Zepter “Glück”, das Bezwingen von Schlangen symbolisiert die Macht zu schützen oder negative magische Kräfte zu bezwingen.

Mögliche Verbindungen gibt es auch zum sog. Schlangenhalspanther aus der Frühdynastik. Dabei handelt es sich um ein altägyptisches Fabelwesen, das jedoch auch im alten Mesopotamien Verbreitung fand. Die Bedeutung des Schlangenhalspanthers ist nicht mehr ganz eindeutig, aber man vermutet, dass es sich hier um Verkörperungen von Urgewalten der Natur handelt und um Unterweltswächter bzw. Schützer des Sonnengottes. Das würde auch der Bedeutung des Was-Zepters als “Himmelsstütze” entsprechen, eine sehr wichtiger Aspekt, denn das Herabstürzen des Himmels entsprach einem Weltuntergang.

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Lotos

Ähnlich wie der Skarabäus ist auch der Lotus, bei dem es sich um die himmelblaue Wasserlilie (Nymphaea caerulea) handelt ein Wiederauferstehungs- und Verjüngungssymbol. Dies ist auf die Eigenart der Blüte zurückzuführen sich bei Sonnenaufgang nach der Sonne auszurichten. Manche Darstellungen zeigen auch den Sonnengott als Kind auf einer Lotosblüte sitzend aus deren Inneren er geboren wurde. Dem Gott Nefertem, einem Schutzgott der Salben, Salböle und Düfte ist sie als Attribut zugeordnet, er ist dem Mythos nach aus den Urwassern auf einer Lotosblüte aufgetaucht. Seine zeitweilige Löwengestalt weist auf seine körperliche Kraft hin. Hinzukommt, dass die himmelblaue Wasserlilie berauschende Substanzen enthielt ähnlich dem Schlafmohn oder der Alraune, die vermutlich schon von den Alten Ägyptern genutzt wurden.

dsc_0220Literatur

  • Hans Bonnet, Lexikon der Ägyptischen Religionsgeschichte
  • R.T. Rundle-Clark, Myth and Symbol in Ancient Egypt
  • Robert Kriech Ritner, The Mechanics of Ancient Egyptian Magical Practice

Fotos: Sati

Hirn is Trump-fffffffffff oder Wenn schon verfluchen, dann aber richtig!!

04. März 2017

Zusammen auf ein Ziel hinarbeiten ist durchaus etwas Schönes, gemeinsam ein Ziel zu haben gibt auch ein gutes Gefühl … aber „Trump verfluchen“ ist dafür ein denkbar schlecht geeignetes, wenn mich jemand fragt – wie es auch passiert ist, deshalb gibt es diesen Artikel.

Den Titel dieses Artikels habe ich aus einem Blogbeitrag von Chris Frey  geklaut. Er hat schon etliches gesagt, das ich ähnlich sehe und deshalb nicht nochmals erwähnen werde. Worauf ich mich jetzt und hier beziehen möchte ist, die Zauberei als solche, die für mich das Handwerk hinter einem Fluch darstellt – eben: wenn schon verfluchen, dann aber richtig!

Ich selber bin Hexe und zwar aus der gardnerischen Ecke, was mensch so weitläufig als „traditionell“ ansieht. Zauberei gehört für mich zu meiner Spiritualität dazu und Flüche sind ein (für mich eher unwichtiger, aber nichts dest Trotz!) Teil der Zauberei. Allerdings sage ich gleich dazu, dass meine Weltsicht MEINE Weltsicht und keinesfalls DIE Weltsich einer traditionellen Hexe generell darstellt!

Zauberei ist ein Handwerk

Wie jedes Handwerk sollte auch Zauberei ge-/erlernt sein – Naturbegabungen gibt es natürlich, aber ich schaue mir gerne an, wie eine Naturbegabung ein ganzes Haus von Grund auf sinnvoll, sicher und funktional elektrisch verkabelt, ein 5-Gänge Menü der Haut Cuisine zu Stande bringt oder eine befahrbare Autobahnbrücke konzipiert. Mozart war auch ein Naturtalent aber sein Vater auch Musiker (und zwar ebenfalls ein guter, wenn auch nicht so genial wie sein Sohn) und wieviel Zeit der Wolferl mit Üben verbracht hat, das will heute garntiert kaum mehr jemand auf sich nehmen.

Also lange Rede, kurzer Sinn: Magie ist etwas, das mensch lernen muss, das kommt nicht von allein, einfach so, aus dem Bauch per Inspiration oder „starkem Willen“ oder gar „gerechtem Zorn“. Da kommt durchaus etwas, aber seltenst das, was mensch sich so vorgestellt hätte (falls überhaupt der Intellekt involviert wurde!).
Exkurz: Klar kann jeder „beten“ oder „Fürbitten“, das macht uns ja in unseren Breiten die katholische Erziehung, die z. B. ich in meiner Kindheit genossen habe, schön deutlich. Aber das hat mit Zaubern nur sehr am Rande was zu tun.
Beim Zauber geht es darum dass ich selber für die Dinge, die ich in Gang setze verantwortlich bin, dafür den Preis zahle und die Konsequenzen trage. Chris hat die „Operation Cone of Power“ ja schon genannt. Wenn mensch den Erzählungen glauben darf, dann hat dieser Zauber Menschenleben gefordert und das wäre für mich schlüssig im Sinne von „große Veränderungen – hoher Preis“. Dem folgend wäre es wieder sinnlos, einfach irgendjemand das Leben zu nehmen oder ihn dazu zu bringen es von sich aus zu geben, um einen bestimmten Effekt zu erzielen, das wäre um Ecken zu kurz gegriffen. Jeder muss sich im Klaren sein, was er da tut und dazu bereit sein die Konsequenzen zu tragen – jeder. Den Preis legt das Leben fest, nennt es Karma, Schicksal, Ursache-Wirkungs-Prinzip, Gott, Götter, Wahrer-Wille, etc ppp. Natürlich kann mensch sich jetzt streiten, was der bestimmende Faktor genau wäre, aber das ändert für mich nichst am Prinzip.

Mein Destillat für den Zauberlehrling wäre

  1. Gezaubert wird dann, wenn arbeiten nix geholfen hat (nicht wenn mensch zu faul, zu feig, zu ungeübt etc ist oder es zu langwierig, anstrengend etc aussieht, es „manuell“ zu erarbeiten).
  2. Je unwahrscheinlicher oder „größer“ das Ergebnis desto teurer.
  3. Je größer das Ziel, desto einfacher ist das Lenken der Energie
  4. Je umfassender und unsprünglicher die Motivation desto besser funktioniert der Zauber
  5. Je besser vertraut ich mit der Technik der Magie bin desto passgenauer das Ergebnis je weniger, desto schlimmere Quer- und Fehlschläger

Gleich ein für mich essentieller Einwurf: Die Liste für einen funktionierenden Zauber ist eine wirklich lange und diese fünf Punkte sind nur diejenigen, die am einfachsten zu greifen sind und an denen es am meisten scheitert. Es kommt selten auf einen einzigen Punkt an, es ist meistens die Gesamtheit dessen, was da sein sollte und oft nicht ist.

Ad 1.

Dieser Punkt lässt sich recht einfach verifizieren … Wenn ich die Möglichkeit hätte, das was ich hier zaubern möchte, auf materiellem Weg zu erreichen, würde ich es machen und öffentlich dafür gerade stehen? Das ist quasi das Prinzip, das ich auch bei anderen Entscheidungen, die dann jemand anders durchführen müsste (!) empfehle, Motto „Das sag ich meinem großen Bruder!!“. Rigorose Massnahmen lassen sich leicht anordnen, wenn mensch sie nicht selber auszuführen hat …
Zaubern als Ausweg sich die Hände nicht schmutzig machen zu müssen – ist für mich ein absolutes No-Go. Zaubern, weil mensch selber zu faul ist, weil mensch zu wenige technische Fähigkeiten besitzt und sich die nicht erarbeiten will – kurz wer sich eine Abkürzung herausschinden will – der wird wahrscheinlich keine Freude mit ebendieser haben.

Zaubere ich also beispielsweise dafür, dass dem Vergewaltiger dasselbe passiert wie seinem Opfer … dann wird sich einer finden müssen, der das erledigt. Womit kann ich gut leben – real, nicht in der Vorstellung?

Ad 2.

Wieder ein schön deutliches Beispiel gefällig? Wenn ich ein kleines Rinnsal umleiten will, dann reicht ein Spaten. Wenn ich ein Bacherl umleiten will, dann werd ich schon Steine im neuen Bett aufschichten müssen, um den Bach dort auch zu halten und bei einem Fluss werd ich mir die Baumaschinen kommen lassen müssen und haufenweise Beton.
Wenn ich den Abwasch nach dem Essen mach, dann kostet mich das eine halbe Stunde. Wenn ich mir schon zum dritten Mal neues Geschirr dazu kaufe, weil alles dreckig rumsteht, dann werden wohl (egal wie gut ich koch) kaum mehr Leuts bei mir essen wollen, der Aufwand, den ich hab die Küche wieder sauber zu kriegen (oder wo immer die Teller und Töpfe auch stehen) wird auch heftig sein und meine restliche Wohnsituation wird dadurch auch nicht unangetastet bleiben – also weit abseits der halben Stunde (und Geld hat´s auch noch gekostet).
Natürlich kann ich für einen Lottosechser zaubern – nur der Aufwand, den ich betreiben werde müssen, dass der Zauber auch gelingt, wird ebenfalls nicht ohne sein.

Wenn ich also dafür zaubere, dass niemand mehr das Verlangen hat jemanden zu vergewaltigen, dann wird das wesentlich höheren Aufwand bedeuten als wenn ich dafür zaubere, dass diesen einen Vergwaltiger die Polizei schnappt.

Ad 3.

Wieder am konkreten Beispiel: wenn ich nach Italien will, dann genügt es, egal wo, die Grenze zu überschreiten um in Italien zu sein. Wenn ich aber nach San Michele will, dann erfordert das schon um einges mehr an Planung, Wissen und Aufwand.

Wenn ich dafür zaubere, dass ich interessante Leute kennen lerne, dann ist das wesentlich einfacher, als den Lebenspartner, der auf allen Ebenen zu mir passt. Zweiteres macht um Massen mehr Aufwand und erfordert viel mehr Wissen, Können und Energie, sofern ich überhaupt weiss, wie und was ich wirklich bin, damit ich „passend“ überhaupt ansteuern kann.

Ad 4.

Wenn ich ein Stück Schokokuchen essen will, dann kann es durchaus sein, dass ich lieber keinen Kuchen kriege, weil der Schokokuchen aus ist und ein anderer gerade nicht meinem Gusto entspricht. Wenn ich aber am Verhungern bin, dann werd ich jeden Kuchen essen!

Wenn ich in Not bin und zaubere, dann werde ich „ganz von alleine“ wesentlich mehr Energie dafür bereit stellen und wesentlich erfolgreicher sein, als wenn ich etwas bloß „möchte“. Wie die Mutter, die fähig ist ein Auto anzuheben, weil ihr Kind drunter liegt … für einen Reifenwechsel wäre das sicher nicht der Fall.

Ad 5.

Wenn ich mir ein gesundes und vollwertiges Essen kochen will, dann brauche ich dazu vollwertige Zutaten, die Fähigkeit zu kochen, die Möglichkeit zu kochen und das Wissen was für mich gesund ist.
Warum sollte das in der Magie anders sein?

Natürlich ist das Thema bei weitem auch nicht halbwegs besprochen – aber ich lasse es hiermit einmal bewenden (und wer Interesse an Fortsetzungen oder Vertiefungen hat, der hat ja die Möglichkeit mir das im Blog per Kommentar oder auf fb mitzuteilen!)

Editorial

25. Februar 2017

Well met, alle zusammen!

Das Wetter (und die Weltgeschichte) geben uns mal wieder Kalt-Warm … da bedarf es schon eines guten Standes und guter Gesundheit um das ohne gröbere Kopfschmerzen zu überstehen.

 

Aufgetaut copyright XVII

In unserem heutigen Update findet Ihr den Teil VII von Rays „Ich bin Hobbychirurg und Hobbypolizist„.
Als zweiten Artikel gibt es den Teil II meiner Übersetzung „Wehwehchen, blaue Flecken und Autschis

Wie immer wünschen wir Euch viel Lesevergnügen und uns Eure Kommentare oder vielleicht doch wieder einmal den einen oder anderen GastAutor *zwinker*

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team