Geismar – Teil III, geschrieben von Michael

01. September 2018

Diese Zurückgebliebenen mit ihrem magischen Weltbild, die einfach zu dumm waren, um über die Schrift der Herrlichkeit des einzige wahren Gottes einsichtig werden zu können, glaubten an Zauberei und an die Stärke ihrer Götter. Er konnte sie nur packen, indem er ihnen zeigte, dass er sehr wohl auch „Wunder“ tun konnte und dass sein Gott, der einzig wahre, eben schlussendlich stärker war, als all ihr erstunkenes Gegötzere zusammen. Wichtig würde in der Folge natürlich auch sein, dass die, des Abends an den Feuerstellen der alten Sippen erzählten Geschichten, über die großen Taten der Götter und die verschiedenen beseelten Welten von spitzfindigen christlichen Schreibern in neue Formen gegossen wurden. Solche, in denen die alten Götter nicht gut wegkamen. Ihre Heldentaten sollten zu feigem Betrug, sie selbst zu hinterhältigen, lasterbehafteten Dummköpfen umgemünzt werden. Doch klug an Maß und Verteilung, denn wäre es zuviel auf einmal, würde es den Effekt ins Gegenteil verkehren.

Den Fehler hatte Willibrord von Echterach gemacht, als er auf die Frage des Friesenkönigs Radbod, wo denn seine ungetauften Vorfahren wären, mit : „in der Hölle,“ geantwortet hatte. Radbod hat den Fuß aus dem Taufbecken gezogen und sich für die Familiäre Gemeinschaft in der Hölle, statt das einsame Dasein im Himmel entschieden.

Doch das war nun über zwanzig Jahre her, und die Mission hatte dazugelernt. Überhaupt fand Bonifatius nicht zu viel Freude an manchen Methoden Willibrords. Er selbst würde effizienter vorgehen. Bonifatius wusste, dass man den zu Bekehrenden ihre Jahreskreisfeste wie ihre heiligen Plätze lassen, doch umbenennen musste. Und nach und nach , und hier musste man in Generationenschritten denken, würden die neuen Bedeutungen ins Volk sickern und die alten vergessen werden. Und entsprechende Geschichten mussten die unausrottbaren Bräuche unter christliche Deutung zwingen. Der Zweck heiligte hier die Mittel. So wie die irischen Stämme das Zeichen des Kreuzes annahmen, weil sie es davor schon kannten, so würden auch die hiesigen Stämme ihre Ochsen zu Ehren Christi schlachten und nicht mehr zu Ehren Baldurs. Und so wie das Fest Johannes des Täufers an die Stelle ihrer Sonnwendfeiern treten würde, genauso würden an allen alten Wotansheiligtümern bald Kapellen des Erzengel Michael wachsen.

Nur in einem Punkt gab es nichts zu drehen: Ihre verquere Pflanzenverehrung mit Kräuterbuschen und Wurzelzauber, Blütenorakeln und Baumkulten musste ersatzlos ausradiert werden. Sonst würde eines Tages beispielsweise der Hollunder, das verfluchte Altweibergehölz, noch zu einem Symbol der Gottesmutter umgedeutet werden, indem irgendwer erzählte, Maria habe die Windeln des Heilands auf seinen Ästen getrocknet.

Ein Mann in fränkischer Kriegerrüstung betritt den Raum ehrfürchtig und ohne aufzublicken. Danach ein weiterer, in naturwollenem, einfachen Mönchshabit: „Ihr habt gerufen, ehrwürdiger Bischof?“ Bonifaz schreckt aus seinem Gedankenlabyrinth, dreht sich langsam um und rollt den Papstbrief wieder zusammen: „Ja, das habe ich, mein guter Witta.“ Er setzt das gütigste Lächeln nördlich der Alpen in sein Gesicht und breitet die Arme aus: „ Ich bin sehr zufrieden, wie wunderbar schnell und flächendeckend ihr die Neuigkeit verbreiten habt lassen.“ Dann, amüsiert: „Sogar ich habe es schon von mehreren Seiten erzählt bekommen.“ Die Männer lachen und nicken. Bonifaz fährt in etwas geschäftlicherem Ton fort: „ Wir brauchen jedes Publikum, das wir kriegen können für unser Vorhaben. Denn der Effekt soll Wellenkämmen gleich das Land überrollen. Und danach wird unsere Überzeugungsarbeit ungleich einfacher sein.“ Er winkt die beiden näher an seinen Tisch und weist auf die Sitzbank: „Doch nun wollen wir noch den genauen Hergang dieses, unseres Vorhabens erörtern. Denn es wird unsere Namen in das Antlitz der Geschichte meisseln, und ich will nicht, dass dann irgendwer wieder patzt. Und du, mein treuer Witta, wirst dafür sorgen, dass es für die Nachwelt in der rechten Form erhalten bleibt.“

Ebendann, vor Hrodgars Haus, just nachdem Oda die beiden Jungs zur Ordnung gerufen hat

Im Flüsterton: „Kannst du nicht! Wetten?“ Der blonde Schlaksige im grauen Hemd mit den drei Pickeln am Kinn, zieht die Augen zu provakativen Schlitzen zusammen. Sein brünettes Gegenüber, klein und breit, grinst und hebt die Stimme ein wenig : „Komm, Gerwulf, du weißt, dass ich ́s kann. Ich habe geübt. Ich pack es bis auf Höhe der dritten Astreihe.“ „Du bist ein Blödmann, Brun. Glaubst, nur weil du der Sohn deines Vaters bist, schaffst du es höher als ich. Aber ich sage dir, weil ich ́s mit dem viel leichteren Besen meiner Mutter probiert hab: Schon bis zur ersten Reihe ist zu hoch.“ Darauf Brun, zähneknirschend und deutlich kräftiger: „Bei Donar, ich werde es dir zeigen.“ Kurze Stille. Die beiden Halbstarken fixieren einander. Gerwulf nickt langsam: „Dann morgen. Aber am heiligen Platz. Wenn du dich überhaupt traust, du Großsprecher.“ Brun kontert: „Glaub was du willst, du Brettloch! Morgen, am Sonnwendtag, wirst du sehen, wer der Stärkere ist!!“ Nun wird Gerwulf lauter: „Wer ist hier ein Brettloch?“ Brun, mit Drohgebärde, noch lauter: „Na du, du Ei ohne Muskeln!“ Gerwulf röhrt stimmbrüchig: „Sag das nochmal, du Krautkopf!!“ Der andere beginnt vor seinem Freund wie ein balzender Auerhahn herumzuhüpfen und johlt: „Ei ohne Muskel, Ei ohne Muskel!“ Dann trifft ein eisigkalter Wasserschwall die beiden und setzt dem Spiel ein jähes Ende. Oda steht mit einem Eimer im Fenster und schnaubt verächtlich: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Sie schmeckt kurz ihre eigenen Worte nach, dann, nach einer Pause, strafft sie ihren Leib und wendet sich dem Innenraum zu: „ Hey Hrodgar, ich glaub ich hab da grad ein Sprichwort erfunden.“

Ende Teil III

Editorial

25. August 2018

Well met, alle zusammen!

Heute möchte ich mit Euch ein richtig schön sprechendes Bild teilen. Mich hat es sehr an die momentane Situation der Welt erinnert …


Unser heutiger Update-Artikel ist eine Spende von Roadman, „Die Elfen und die A2…. ein Test oder was?„, der auch in eine ähnliche Kerbe schlägt, wie unser Bild.

Bis Ende September belästige ich Euch noch mit unserem momentanen Hauptthema: das WurzelWerk als solches.
Wer weiter von uns Updates lesen möchte, der möge uns das bitte Kund tun. In Anbetracht der ganzen neuen Internetregelungen haben wir keine Statistiken mehr laufen und stehen somit im Dunkeln. Kommentare und Artikel trudeln auch mehr als sparsam in der Redaktion ein. Die Heidenlandschaft hat sich seit den 2000ern massiv verändert und damit ist es für mich nicht mehr klar, ob wir ausreichend Leser erreichen um die Arbeit an neuen Updates zu rechtfertigen!

Wenn Plattformen, auf denen Material aus den unterschiedlichsten Richtungen zu finden ist, kaum mehr frequentiert werden, was anhand der obigen Punkte fast anzunehmen ist, weil sie durch Whatsapp, facebook, persönliche Blogs und Co ersetzt wurden, dann ist das eine Zeiterscheinung, der Rechnung zu tragen ist. Die momentanen fünf Meldungen, die ich erhalten habe, lassen nichts Gutes vermuten!

Solltet Ihr also weiter neue Artikel im WurzelWerk lesen wollen, dann lasst uns das wissen (per Mail oder per Kommentar im Blog oder vielleicht sogar durch Zusendung eines Artikels). Ende September werde ich Euch dann das Ergebnis gerne mitteilen.

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

 

Die Elfen und die A2…. ein Test oder was? geschrieben von Roadman

25. August 2018

Vor einiger Zeit geisterte (!) ein Bericht durch mehrere Zeitungen und soziale Netzwerke. In diesem hieß es, dass eine „Elfenbeauftragte“ und ihre Kollegin eine Unfallserie an der A2 in der Nähe von Hannover zu stoppen versuchte, indem sie mit dem dortigen Feenvolk Verbindung aufnahm. Das betreffende Amt liess die beiden Frauen tatsächlich zu kritischen Stellen fahren und sie begutachten, allerdings kostenlos. Das geschah schon im Juni, und als es publik wurde, hagelte es in den jeweiligen Kommentarfunktionen überwiegend hämische und spöttische Kommentare. Ich konnte nicht anders als mitmischen und auf die Kommentare mit den mir möglichen Mitteln zu antworten. Irgendwo leider immer vergeblich, da die meisten natürlich nur das glauben, was sie mit physischen Augen sehen. Mich machte das traurig und stinkend wütend. Dabei regt sich ein Zorn in mir, der uralt ist und nach Regeln, die heute nicht mehr sozial anerkannt wären, vorgehen würde. Aber – man kann nicht einfach jeden Ignoranten köpfen und pfählen.

Ich denke, ich lasse mal ein wenig die Hosen herunter: Ich sehe es gar nicht so sehr aus der menschlichen Perspektive, sondern als einer des Verborgenen Volkes. Mir fiel auf, dass ich über die Jahre massive Schwierigkeiten, mit potentiellen Klienten, Seminarteilnehmern oder anderen an meinem Weg Interessierten darüber zu kommunizieren, hatte, und der Grund ist der, dass ich vieles „von der Innenseite des Hügels“ aus wahrnehme und bewerte.

Gehen wir mal die ganzen Argumente von vorne durch: „Geister gibt es nicht!“. Nun, das mag aus Sicht der Naturwissenschaften stimmen, aber: hätte man schon zu Albert Einsteins Zeiten oder früher so gedacht, dann wären Schwarze Löcher oder Antimaterie vielleicht nie entdeckt worden. Ich verweise auf die Historie: https://www.spektrum.de/magazin/albert-einstein-und-die-schwarzen-loecher/823187

Mein Eindruck heute ist, dass die Wissenschaft sich selbstgefällig in ihren Bunker zurückgezogen hat und alles lächerlich macht, was ihr nicht in den Kram passt. Was eigentlich gar nicht zu ihrem eigentlichen Geist passt, der auf Erforschen und Grenzen ausloten besteht. Sie sieht zur Zeit einen bestimmten Ausschnitt der Welt, und wenn sie sich das eingestehen würde, dann täte vieles entspannter ablaufen.

Oft verweise ich Skeptiker darauf, es bitte selber mit der schamanischen Reise oder Remote Viewing* zu versuchen. Wenn man diese Techniken gut beherrscht, ergeben sich verblüffende Aha-Effekte. Besonders Remote Viewing ist in der Hinsicht sehr eindrucksvoll. Da klebt man schon mal unwissentlich an einem Proton oder redet mit seinen Verbündeten, ohne es zu merken. Erstaunlicherweise klemmen bei so einem Angebot die meisten den Schwanz ein und keifen noch ein wenig, wie unwissenschaftlich das sei und überhaupt – dabei hat keiner von denen sich ernsthaft mit dem RV-Protokoll oder der schamanischen Reise beschäftigt. Auch hier: Kleben an einer einzigen Weltperspektive, Nachhecheln, was einem gesagt wird und Angst vor einem neuen Weltbild.

Nächstes Argument: „Für Geister, Elfen, Aberglaube und Schamanismus ist in unserer heutigen Kultur kein Platz mehr. Wir sind aufgeklärte Menschen!“. Dazu muss man sich geschichtlich etwas bilden. Vor der Aufklärung war der Mensch tatsächlich unmündig und im Griff von Religion und Adel. Von daher war die Rettung des Menschen aus seiner „ihm selbst verschuldeten Unmündigkeit“ ein wichtiger und notwendiger Schritt. Allerdings machten die Aufklärung und die Naturwissenschaften genau denselben Fehler wie die Religionsführer und stellten ihre Meinung als die absolute hin – siehe einige Absätze vorher.

Interessant ist, dass kaum jemand eine Synthese aus den beiden Ansichten im Betracht zieht oder gar lebt. Und die ist möglich. Sehr gut sogar. Beispielsweise ist es für mich kein Widerspruch, eine wissenschaftlich orientierte Fachsendung über die Entstehung von Sternen im Weltall zu verfolgen und GLEICHZEITIG darüber nachzusinnieren, ob die Sonnen, die Elemente in sich entstehen lassen, den Engeln, die die Welten erschufen, gleichzusetzen sind (faszinierenderweise gibt es in der henochischen Magie** in etwa so viele Geister oder Engel wie im Periodensystem bekannte Elemente). Die Synthese ist aus der Philosophie und gut geführten Diskussionen bekannt. Da gibt es eine These, jemand anderes stellt eine Antithese auf, man streitet sich und findet am Schluss eine Synthese oder einen Kompromiss aus beiden Ansichten.

Der Wissenschaftler kann somit sagen: „Wir können die Existenz von Elfen mit unseren Mitteln nicht beweisen, aber wir sind auch in einem Bereich, der anders arbeitet als z.B. die Geisteswissenschaften“, und umgekehrt kann die Esoterik (im „alten“ Sinne verstanden, das, was heute so rumkraucht, ist eigentlich keine Esoterik) akzeptieren, dass sie (noch) nicht in die Bereiche der Naturwissenschaft kommt.

Und jetzt kommt der äußerst subjektive Teil, der nicht aus Sicht des „menschlichen“ Matthias geschrieben ist: Diese Tendenzen, die ich „Ent-Seelung“ nenne, und die eigentlich schon mit dem „macht euch die Erde untertan“ begannen, haben meines Erachtens mit zu der ökologischen Krise, in der der Mensch sich heute befindet, geführt. Wenn etwas ein „Ding“ und z.B. keine Erdgöttin mehr ist, dann fällt es leichter, dieses Unbelebte auszubeuten, zu roden oder Schadstoffe reinzupumpen. Den Gegensatz sieht man ganz massiv bei den südamerikanischen Indianerstämmen, denn von denen haben einige noch ein sehr großes Wissen von den Naturzusammenhängen (was ich „Gesetz der Natur nenne“), und sie behaupten, dass ihnen die Geister des Waldes das beigebracht haben. Übrigens trifft dieses ökologische Denken nicht für alle „Naturvölker“ zu. Die Maya haben z.B. ebenfalls den Dschungel gnadenlos abgeholzt, und die Azteken frönten am Schluss einem Blutkult. Aber aus meiner Sicht führt diese Ent-Seelung und das Nicht-Wissen oder Mißachten des Gesetzes der Natur zum Untergang. Und zwar des Menschen.

Der Mensch ist eine intelligente Spezies. Früher war er offensichtlich lernfähiger. Wenn man die Stränge des Schicksals auf der „anderen Seite“ betrachtet, braucht er wieder ein offenes Denken, dass die Gegensätze von Naturwissenschaft und Geisterarbeit vereint und ihn weise macht. Wir sind in dieser Hinsicht schon weit über 5 nach 12 hinaus. In diesem Sinne glaube ich, das die Geschichte mit der A2 ein Test war. Das Ergebnis – nun ja, es ist leider offensichtlich. 6. Setzen.

 

*Remote Viewing ist eine „protokollierte“ Technik der Fernwahrnehmung. Siehe dazu die Bücher von Manfred Jelinski

**Henochische Magie beschäftigt sich mit den Engeln. Siehe hierzu John Dee und http://www.kondor.de

Editorial

18. August 2018

Well met, alle zusammen!

Das Sommerwetter bleibt uns erhalten, die Blätter färben sich schon … allerdings ist es zu trocken und deshalb fallen sie schon ab, nicht dass es schon „herbsteln“ täte …
Das heutige Titelbild entstammt, als Gruß der virtuellen Realität, aus dem Computer von Georgie – herzlichen Dank dafür!

Greenman copyright https://www.facebook.com/illustratorg/

 

Heute findet Ihr in unserem Update ein kleines SpendenMärchen von Veleda, „Das Märchen vom Kreis der Träume„.
Wie letzte Woche bitte ich Euch um Eure Mitarbeit!

„Solltet Ihr weiter neue Artikel im WurzelWerk lesen wollen, dann lasst uns das wissen (per Mail oder per Kommentar im Blog oder vielleicht sogar durch Zusendung eines Artikels).“

Bis Ende September bleibt die Frage offen, ob weitere Updates Sinn machen und/oder möglich sind. Sinnvoll, weil wir eine Menge an Lesern haben und möglich, weil wir genügend Artikel für diese Leser zur Verfügung stellen können.
Während der letzten Woche haben uns schon ganze vier Kommentare erreicht, die uns bestätigt haben, dass das WurzelWerk für Euch Sinn macht. Ein Anfang …
Leider gibt es (wie schon oft erwähnt!) kaum freiwillige ArtikelSpenden und wir wollen ganz bestimmt keinen „persönlichen Blog“ aus dem WurzelWerk machen, sondern die Vielfalt weiter ausbauen.
Also harre ich der Antworten, die da bei uns in der Redaktion eintrudeln und halte Euch auf dem Laufenden.

Für heute wünsche ich dann viel Kurzweil beim Märchenlesen und uns Euer zahlreiches Feedback!

Bright blessings
Anufa, fürs WurzelWerk Team

Das Märchen vom Kreis der Träume (Märchen aus Avalon VI), geschrieben von Veleda Alantia

18. August 2018

Diese Geschichte erfuhr ich von einer alten Priesterinnenmutter auf der Insel der Nebel im heiligen See.
Es war Frühsommer und das Fest der Hoch-Zeit und der Feuer rückte sehr nah…

Es war zu einer Zeit als noch reger Austausch zwischen den Welten und ihren Bewohnern stattfand. Es gab wenig Worte die trennten und mehr das verband.

Eine junge Schülerin der alten Priesterin Morraghan lauschte den Geschichten die ihr ihr Lieblingsbaum erzählte.

Sie war sich sehr unsicher über sich und ihren Weg. Alle anderen schienen sich so sicher und gefestigt. Nur sie wars nicht und das bereitete ihr Angst und setzte sie unter enormen Druck.

Der Baum konnte ihr auch keinen Rat geben und so verstrichen die Tage und Nächte ohne daß sie sich traute Hilfe zu suchen. Alpträume befielen sie bis die Angst Teil ihres Lebens war.

Die Priesterinnen und Priester berieten sich an Neumond über jeden Einzeln und sie berieten sich was sie gegen die namenlose Angst der jungen Novizin machen konnten.

Eines Morgens wurde sie zum Steinkreis auf dem Hügel der Insel geführt.

Sie sollte sich an einen der uralten Steine setzen und warten.

Eine der Waldpriesterinnen kam zu ihr. Einen Korb voller Garn, Holzstäben und kleinen Stücken Kräutern und Steinen und Federn trug sie in ihren Armen. Es war grosse Medizin des Waldes und der Naturwesen.

“Tochter, wir sahen deine Angst und haben uns lange beraten wie wir dir helfen können. Doch hat uns die Göttin gesagt, daß du dir nur selbst helfen kannst.” sagte sie sanft und stellte ihr den Korb hin. “Mach aus den Stäben einen Kreis und aus dem Garn flechte ein Netz. Dies ist eine heilige Aufgabe und dieser Kreis der Kraft wird dir neuen Mut geben.” Mit diesen Worten ging die Priesterin und liess die junge Frau allein.

Sie machte sich an die Aufgabe und merkte bald daß es nicht so einfach war. Es brauchte Geduld und die hatte sie nicht. Die Angst ungenügend zu sein griff an ihr Herz.

“Mutter, hilf mir!” rief sie unter Tränen, die in das Gras fielen und in die Erde einzogen.

Ein sanfter Ton weckte sie aus ihrem Frust und ihrer Ohnmacht. Ein Kreis aus vielen Gestalten stand um sie.

Eine Häsin mit dem Sternensymbol Arianrhods der Weberin auf der Stirn,

zwei Wildschweine der grossen Göttin und Hexe Cerridwen,

ihre eigenen Verbündeten Eule und Häsin, sowie ein weißer Hirsch und Raben.

Alle sprachen ihr Mut zu. So begann sie zitternd ein drittes Mal und wob den Kreis der Träume.

Müde und erschöpft fand sie die Priesterin des Waldes. Sie war stolz auf die Novizin. Sie hatte ihren Weg gefunden, ihre eigene Kraft.

Der Kreis geriet bald in Vergessenheit sowie die heilige Insel der Göttin und ihre Töchter.

Doch nun kehrt die Zeit wieder und die Kinder der alten Götter weben von neuem einen Kreis der Kraft.

Ende.

Autorin: Veleda Alantia