Mit ‘Bindungen’ getaggte Artikel

Du bist ein Teil von mir! – Teil III

Samstag, 19. September 2015

Du ist mein Seelenzwilling!

Jetzt komme ich zu einem Phänomen, das gerade in „Esokreisen“ – zumindest wellenweise – sehr beliebt ist: der Seelenpartner/-zwilling. Gemeinst ist damit meistens, dass jemand einem selber so ähnlich/so nahe/so innig verbunden ist, dass es näher garnicht geht, quasi wie eineiige Zwillinge. Kaum hat der eine etwas noch nichtmal fertiggedacht, weiß der andere schon, worum es geht. Kaum hat der eine Lust auf irgendwas, ist der andere schon unterwegs um das erledigen. Sprache hat mehr oder minder ausgedient, weil das Verstehen ja auf der Herzebene und völlig ohne Worte sowieso viel authentischer ist …
Erklärt wird das meistens entweder mit den wohlbekannten „karmischen Verbindungen“, Marke „wir waren ja schon in umzig früheren Leben Bruder/Schwester, ein Liebespaar (natürlich in gemischter Besetzung, damit das ja auch schön ausgeglichen ist, mensch kann ja ned immer ein Weib oder ein Mannsbild gewesen sein), Eltern/Kind, Schüler/Meister“ oder dass „wir“ sogar nur eine Person gewesen wären (was weniger modern zu sein scheint, das gab es vor 30 Jahren wesentlich öfter).

Für mich ist dieses Seelenzwillingsding allerdings nicht viel etwas anderes als eine Art der unbewussten Bindung.

Unbewusste Bindungen entstehen meiner Erfahrung nach aus vielen Gründen. Ab dem Zeitpunkt an dem ich mit jemandem ein wirkliches Problem habe z. B. Also wenn mir jemand von hinten ins Auto knallt, dann noch aussteigt und mich wüst beschimpft. Wenn ich mich eventuell sogar bedroht fühle und dann noch ein paar Tage „Nacharbeiten“ dieses Vorfalles zu erledigen habe – dann stehen die Chancen gut, dass ich mich an diesen Unfallgegner schon unbewusst gebunden habe. Und der Clou daran ist, dass ich zukünftig auf jeden Menschen, der mit diesem Unfallgegener optische, stimmliche, „energetische“ oder auch nur irgendjemand in ähnlicher Situation (!) mit der Brille der vergangenen Situation sehen werde. Diese Menschen werden mir dann voraussichtlich ad hoc unsympatischer sein als der „Durchschnittsmensch“. Wie an meinem Beispiel gut sichtbar, sind Bindungen damit nicht immer nur positiv!!
Je intensiver der Eindruck ist, auf dem eine Brille basiert, desto heftiger wird auch der Effekt sein. Verbrechensopfer können davon Horrorstories erzählen und zu dem Thema wurden viele Krimis geschrieben. Genauso aber können „Liebesfixierte“, deren Partner beispielsweise verstorben ist, darüber Romane schreiben … viele sind nach einer glücklichen Beziehung dieser Art auf das „Ebenbild“ ihres vorherigen Partners fixiert. Erst mit der Zeit lässt die Stärke der Bindung nach (durch die Trauerarbeit, die geleistet werden muss um das eigene Leben weiterführen zu können)

Also Outcome dieser kurzen Betrachtung der unbewussten Bindungen könnte gelten:
Je bewusster ich mit meinem Erleben umgehe, je bewusster ich mir selber bin, was ich warum wie denke desto weniger unbewusste Bindungen habe ich und desto eher kann ich mit der schon erwähnten Nähe auf meine Umwelt zugehen oder diese auf mich zugehen lassen. Je klarer meine Brille ist und je weniger „gefärbt“, desto klarer sehe ich die Welt um mich herum. Manchmal hilft es aber auch schon ganz viel weiter, die Farbe, in der meine Brille eingefärbt ist, zu kennen und dann den Intellekt als zeitweilige Krücke zu verwenden, diese Farbe „wegzurechnen“.

Zurück zur magischen Ecke

Mit diesem riesigen Rucksack aus Erfahrungen, Verletzungen und Erwartungen steht also jeder von uns im Leben und ich gehe davon aus, dass alles, was ich mache, von genau diesem Rucksack und dessen Inhalt profund beeinflusst wird.

Ein Liebeszauber gefällig? Unter diesen Voraussetzungen wäre es wohl angebracht noch ein bisserl drüber nachzudenken … Aber ist ja nicht für mich und das ist der/dem so eine Herzensangelegenheit? Kann gut sein, nur sollte klar sein, dass das dann im Normalfall bindungsmässig auch für den Wirker der Zaubers Auswirkungen hat. Auf der Suche nach einem „Meister“ von dem mensch alles was es magisch so braucht lernen kann? Alles ist da ein sehr wahres Wort, auch wenn viele sich das so nicht vorgestellt haben, dass dieses Alles gemeint hätte sein können …

Damit kommt dann noch ein nicht so neuer Faktor ins Spiel, der mir im heute üblichen Sprachgebrauch meistens leichten Würgereiz verursacht – Wir sind alle verbunden!!. Wir sind tatsächlich mit allem verbunden und mit dem Alles auch, zumindestens in meiner Weltsicht und in einem magischen Weltbild! Allerdings schaut diese Verbindung eher nach einer „Ursache- und Wirkungsmechanik“ aus als nach rosarotem „Wir-haben-uns-alle-lieb-und-Mutter-Natur-liebt-uns-auch“.
Natürlich sind wir Teil der Natur, auch wenn wir im technologischen Machbarkeitswahn diesen Punkt öfter schon mal zu vergessen scheinen. Mit romantischer Liebe, wie sich das vielleicht der eine oder andere vorstellt, hat das aber herzlich wenig zu tun. Natürlich sorgt Mutter Natur für uns! Sie gibt uns die Möglichkeit hier auf ihrem Boden zu leben, unsere Nahrung anzubauen oder zu züchten, die Luft zum Atmen und das Wasser, ohne das wir schon garnicht überleben könnten. Aber das ist ein Geben und Nehmen. Sie bewegt sich und atmet auch selbst – damit erleiden wir Erdbeben. Ihre Eismassen reagieren auf die (diesmal von uns) veränderte Atmosphäre und von Menschen bewohnte Inseln gehen, durch den steigenden Meeresspiegel, unter. Mutter Natur ist nicht liebevoll im Sinne von „ich tue alles für meine Kinder“ sie ist liebevoll in dem Sinne, dass sie uns Ressourcen zur Verfügung stellt, die wir verwenden dürfen. Was wir damit wie machen, das liegt an uns und die Folgen dürfen wir dann auch selber tragen.

Ende Teil III

Du bist ein Teil von mir! – Teil II

Samstag, 13. Juni 2015

Bei den augenscheinlich massiven Nachteilen von Bindungen, ist für viele eine, auf den ersten Blick, schlüssige Lösung dann eben Bindungen zu vermeiden. Hier in unserer Anfängerrubrik wird das zwar eher erst nach den ersten massiven Enttäuschungen (meist nach missglückten Licht- und Liebeprojekten) der Fall sein, deshalb handle ich diesen Fall gleich am Anfang und etwas rascher ab.

Auf dem Weg zum selbstgewählten Einsiedler sehe ich so einige Stolpersteine. Generell ist Mensch als solcher als Gruppenwesen ausgelegt. Einer allein ist war schlichtweg nicht überlebensfähig, und wo wäre denn der eine allein auch hergekommen? Sollte also jemand beschließen möglichst allein durchs Leben gehen zu wollen, dann wäre er tatsächlich im Einsiedlerbereich gut aufgehoben. Ich meine das völlig ernst! Es gibt diese Möglichkeit in vielen Kulturen. Vom Christentum bis zum Buddhismus hat es zu allen Zeiten und in allen Regionen der Welt Einsiedler gegeben und gibt es sie noch. Allerdings nehme ich jetzt nicht an, dass Menschen, die sich für Neuheidentum interessieren dafür begeistern können. Nichts desto Trotz ist es mir wichtig zu erwähnen, dass es diese Möglichkeit gibt, weil es einfach ist davon zu schwärmen (meist von den vermeintlichen Vorteilen eines solchen Lebens) aber in meinen Augen schon eine sehr heftige Aufgabe, sich damit auch real auseinander zu setzen.

Was wesentlich öfter vorkommen wird, ist „Solitary“ zu sein, ein vergleichsweise gangbarer Weg. Das bedeutet meistens nicht mehr als sich als Neuheide zu betrachten und nirgends Gruppenmitglied zu sein oder zumindest nirgends festere Bindungen zu haben.
Prinzipiell möchte ich noch etwas, für mich sehr Grundlegendes, vorausschicken. Das mit Vor- und Nachteilen ist so eine Sache … Wenn ich durch etwas Vorteile habe, dann brauche ich das nicht zu lernen, was ich (wenn ich diese Vorteile nicht hätte) hätte lernen müssen/können. Jeder nicht erhaltene Vorteil ist also für mich die Gelegenheit genau das zu lernen, was ich benötige um das zu erreichen, was mir der Vorteil gebracht hätte. Ein Nachteil kann auch dazu gut sein, dass ich etwas lerne, was ich „freiwillig“ nie und nimmer lernen hätte wollen … Aber wie vieles ist das eine Frage des Weltbildes und ich erzähle euch hier Sachen aus meinem Blickwinkel heraus.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: keiner kann einem was vorschreiben, Rücksichtnahme ist nicht nötig, das eigene Wollen steht im Mittelpunkt, die eigene Welt wird nicht durch andere gestört und so weiter und so fort. Natürlich lerne ich durch das Leben und Arbeiten allein tatsächlich viele sehr brauchbare Dinge: eigenständiges Denken und Handeln, Eigenmotivation und -organisation, Tragen der Konsequenzen des eigenen Handelns und vieles mehr.
Trotzdem sind auch die Nachteile nicht von der Hand zu weisen: egoistisches Verhalten wird gefördert, eigene Vorstellungen werden nicht auf Realität abgeklopft, Denk- und Performancefehler fallen nicht auf, schädliche Gewohnheiten werden zementiert und weiten sich aus, Hirngespinsten ist Tür und Tor geöffnet, meistens verengt sich der Horizont zunehmend und noch etliches andere.
Allerdings sind wir jetzt noch in der materiellen Welt zu Gange gewesen! Wenn es darum geht ein „spirituelles Leben“ zu führen, dann ist „allein“ ganz schnell nicht mehr „allein“. Sobald ich mit einem feinstofflichen Wesen Kontakt habe, gelten für mich dieselben Betrachtungen als bedenkenswert, wie beim Kontakt mit Personen (oder manchmal sogar Tieren und Pflanzen). Wenn ich also nun als Solitary unterwegs bin, dann wäre es sinnig, mir klar zu sein, das jeglicher Kontakt zu Elementarwesen, Ahnen, Göttern, Geisttieren, was auch immer, genauso Kontakt ist, und … wie war die Sache mit dem Raumanzug nochmal??

So rum wird kein Schuh draus

Für mich – das wird mittlerweile schon klar geworden sein – liegt der Weg in der Mitte. Aus meiner Erfahrung heraus sage ich, dass es am sinnvollsten ist, wenn die Fähigkeit zum auf sich allein gestellten Leben/Arbeiten genauso entwickelt wird, wie diejenige, sich in einer Gruppe zu integrieren (oder zumindest in einer solchen „schadlos und halbwegs sinnvoll überleben“ zu können) und vielleicht noch eine Gruppe selbst sinnvoll führen zu können.

Also doch gemeinsam

Wie komme ich also dazu, mir einen „Raumanzug“ zuzulegen? Eigentlich hat jeder von Natur aus diese zweite Haut schon mitbekommen, und genauso sollte sie auch gepflegt werden. Diese zweite Haut wird oft Aura (oder etwas altertümlicher Astralleib )genannt. Manchmal muss mensch sich waschen, genauso sollte der Astralleib gesäubert werden. Das geschieht beispielsweise durch Meditation, Visualisation, Atem- oder Energieübungen. Die genaue Gebrauchsanleitung kann ich durchaus in einem eigenen Artikel (auf Nachfrage) nachreichen, will mich hier aber nicht weiter damit beschäftigen.

Wenn ich mit anderen zusammentreffe, dann entsteht durch diesen Kontakt eine Belastung für meinen persönlichen Schutzschild. Von innen (weil ich ja mit den anderen in Kontakt treten will oder das vermeiden möchte) und genauso von außen. Selbst, wenn ich nur gemeinsam im selben Raum z. B. bete (wie in einer Kirche), dann öffne ich schon einen Kanal, in dem Fall halt nach „oben“ und durch diesen Kanal kann Information, Energie (oder wie immer mensch es nennen will) eindringen. Mache ich das, in Gesellschaft der selben Menschen, öfter, dann werde ich zu diesen Menschen unbewusste Bindungen aufbauen. Genauso wie ich diese Bindungen zur Energie eines Gebäudes, eines Gegenstandes aufbaue … einfach nur durch Kontakt. Wenn ich mir dessen bewusst bin, dann kann ich steuernd eingreifen. Bin ich mir dessen nicht bewusst, dann verselbständigen sich diese Vorgänge und beißen mich irgendwann in den Hintern.
Wenn ich in einer Gruppe spirituell tätig bin, dann wäre es also sinnvoll sich dieser Tatsachen bewusst zu sein. Wie sehr will ich mich öffnen (wie sehr ist es notwendig!), wie sehr kann/will ich mich mit den anderen verbinden? Das sind die Fragen, die ich mir zu aller erst stellen muss um zu entscheiden, wie ich mich verhalte.