Mit ‘Göttin’ getaggte Artikel

Hekate: A Devotional

Samstag, 29. Juli 2017

 

Vivienne Moss
Hekate: A Devotional

2015/Pagan Portals/ISBN-10: 1785351613/ISBN-13: 978-1785351617/
97 Seiten/Paperback: 8,12 Euro

Über die Autorin

Vivienne Moss ist eine geborene Hexe und Priesterin der Hekate. Sie lebt mit ihrem Freund und ihren beiden Töchtern in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Indiana.

Andere Bücher der Autorin: By Blood, Bone, and Blade: A Tribute to the Morrigan (2014)

 

Über das Buch

Der Göttin Hekate und ihrer tiefen, innigen Verbindung zu ihr hat die Autorin ein Buch gewidmet. Wer hinter dem Buchtitel mehr vermutet als eine Ehrerbietung an Hekate, wird enttäuscht. Vivienne Moss reißt ein wenig die Geschichte der Göttin an, doch ist dieses Buch keine Fachliteratur. Viel mehr beschreibt die Autorin mit gewaltigen, tief unter die Haut gehenden Worten die Hingabe, die Liebe, die sie Hekate tagtäglich entgegenbringt. Und wie ihr die Göttin andererseits hilft, ihren Alltag zu meistern. Das Buch ist eine Mischung aus spirituellem Tagebuch, ein Buch über die Magie und Gedichtband. Ideal für Leser, die ihre persönlichen Erfahrungen vergleichen oder eine neue Perspektiven erhalten möchten, wie sie ihre Beziehung zu Hekate vertiefen können.

Fazit: Eine echte Bereicherung für all jene, die die „private“ Seite der Göttin Hekate kennenlernen möchten.

Doreen Valiente – Witch

Samstag, 06. Mai 2017

 

Philip Heselton
Doreen Valiente – Witch
2016 / Centre For Pagan Studies Ltd / ISBN Paperback: 978-0-9928430-6-9, Hardcover: 978-0-9928430-7-6 / 357 Seiten / Gebundene Ausgabe: 35,34 Euro, Taschenbuch: 16,99 Euro

 

Über den Autor

Philip Heselton, geboren 1946, hatte schon seit seiner Jugend eine starke Beziehung zur Natur und zum Paganismus. Angeregt durch eine gut bestückte Bibliothek, interessierte er sich zunächst für Ufologie und traf auf Tony Wedd, seinen ersten Lehrer, der ihm Alfred Watkins große Entdeckung und Forschungsgebiet, die „Ley Lines“, näherbrachte. Philip gründete zusammen mit Jimmy Goddard 1965 den „Ley Hunters Club“ sowie „The Ley Hunter“ Magazine. Die Geheimnisse der Erde beschäftigten ihn so sehr, dass er darüber mehrere Bücher veröffentlichte, darunter „The Elements of Earth Mysteries“ und „Leylines – A Beginner’s Guide“. Sein Interesse an Landschaften führte ihn zu einem abgeschlossenen Studium der Geographie und er begann eine Karriere als Stadt- und Landschaftsplaner, und er wurde Naturschutzbeauftragter, bevor er 1997 in Rente ging. Er war sich immer darüber bewusst, dass es noch andere Existenzebenen als die physische gab und so interessierte er sich für psychische Phänomene und Techniken, einschließlich der Astrologie. 1960 las er zum ersten Mal Gerald Gardners „Witchcraft Today“, das ihn ansprach. In die „Craft“ wurde er jedoch erst wesentlich später initiiert. Für ihn ist Paganismus das Erfahren der tieferen, mystischen Seite der Landschaften um uns herum und dies versuchte er in verschiedenen Büchern, die beim Capall Bann Verlag erschienen, auszudrücken. Darunter „Secret Place of the Goddess“, „Mirrors of Magic“ und „Magical Guardians – Exploring the Spirit and Nature of Trees“. Seit einiger Zeit versucht er zurück zu seinen Wurzeln zu gehen und untersucht die Quellen von Gerald Gardners Schriften. Das Ergebnis sind seine beiden Bücher „Wiccan Roots“ und „Gerald Gardner and the Cauldron of Inspiration“.

 

Über das Buch

“Das ist das Buch, das ich hätte schreiben sollen”. So beginnt John Belham-Payne, der 2016 verstorbene Leiter der Doreen Valiente-Stiftung, sein Vorwort. Doreen Valiente hatte ihm nach ihrem Tod am 1. September 1999 ihre magische Sammlung vermacht, darunter auch Dinge von Gerald Gardner. 2011 gründete er die Doreen Valiente Foundation. Liebevoll bezeichnet Belham-Payne Doreen als „the most remarkable person I have ever met“.

Doch das Schreiben der Biografie überließ Belham-Payne Philip Heselton, dem Experten, wie er schreibt. Weil er erkannte, dass ihm die Arbeit über den Kopf wachsen würde.

Autor Philip Heselton hingegen sah der Aufgabe mit gemischten Gefühlen entgegen: Einerseits freute er sich darauf, war es doch eine für ihn würdevolle Fortsetzung der Gardner Biografie. Andererseits sei er auch ein wenig besorgt gewesen, weil er umgeben von Leuten war, die Doreen noch persönlich gekannt hatten. Im Gegensatz zu ihm.

Schon jetzt ist er sich sicher, dass diese Biografie nicht die letzte von Doreen Valiente bleiben wird, da er einiges aus ihrem Leben nur kurz gestreift und auch nicht alles aus ihrer umfangreichen Materialsammlung durchgesehen hatte. Er hat, schreibt Heselton in seinem Vorwort, nur die Oberfläche dieser gewaltigen Sammlung angekratzt, in der sicher noch viele Geheimnisse verborgen liegen.

Für seinen Streifzug durch Doreens Leben geht Heselton weit zurück. Er beginnt bei ihren Vorfahren, die aus Cerne Abas in der südwestenglischen Grafschaft Dorset stammen. Der Leser erfährt, dass Doreen eigentlich noch einen Bruder gehabt hätte, der aber nicht einmal ein Jahr alt wurde und an den Folgen eines Magengeschwürs im Jahr 1916 verstarb.

Am 4. Januar 1922 in einer Familie geboren, die nicht sehr viel von übernatürlichen Dingen hielt, merkte Doreen bald, dass sie besonders empfänglich war. Heselton schreibt über ein Erlebnis kurz vor Weihnachten, als Doreen mit ihren Eltern London besuchte und ihrer Mutter von einer wunderschön gekleideten Dame vorschwärmte, die aber nur sie sehen konnte.

Im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie für den britischen Geheimdienst, lernte kurz vor Ende des Krieges auch ihren Mann Casimiro Valiente kennen, den sie am 29. Mai 1944 heiratete.

Erst als sie ihre Arbeit beim Geheimdienst beendet hatte, hatte Doreen mit 22 Jahren Zeit darüber nachzudenken, wie sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte. Und fand die Magie. Sie durchforstete die Bibliothek in Bournemouth, wo sie zur damaligen Zeit lebte und fand nicht nur Magie, sondern vor allem die Schriften Aleister Crowleys.

Durch einen Artikel über Hexerei, der am 27. September 1952 in einem Wochenmagazin erschien, bekam Doreen Kontakt zu Cecil Williamson und traf durch ihn im selben Jahr auf Gerald B. Gardner.

In ihren Aufzeichnungen schreibt sie: „We seemed to take an immediate liking in each other. I realized that this man was no time-wasting pretender to occult knowledge. He was something different from the kind of people I had met in esoteric gatherings before.”

„Wir waren uns scheinbar auf den ersten Blick sympathisch. Ich erkannte, dass dieser Mann niemand war, der einfach nur vorgab, sich im Okkultismus auszukennen. Er unterschied sich deutlich von den Menschen, die ich bislang auf esoterischen Treffen kennengelernt hatte.“ (S. 71)

Schnell kam Doreen jedoch drauf, dass die von Gardner angepriesene „alte Religion” gar nicht so alt war. Sie entdeckte in seinem Book of Shadows Material von Aleister Crowley. Darauf angesprochen stritt er es zuerst ab. Später erklärte er ihr, er habe von Crowley die Erlaubnis erhalten, eine Loge zu leiten. Also dürfe er auch sein Material verwenden.

Schließlich war es Doreen, die Gardners „Book of Shadows“ umschrieb und letztendlich auch die „Charge of the Goddess“ neu verfasste.

Nach einigen Streitereien mit Gardner kehrte Doreen dem Coven den Rücken und gründete ihren eigenen Coven. Als Gerald Gardner ein paar Jahre später, im Jahr 1964 stirbt, ist die Betroffenheit in der Wiccan Community zuerst groß. Dann versucht jeder, der in dieser Zeit etwas zu sagen hatte, Geralds Platz einzunehmen.

Nur Doreen nicht: Heselton beschreibt sie als Person, die es nicht mochte, im Rampenlicht der Aufmerksamkeit zu stehen. Als Person, die die Geschehnisse lieber aus der Ferne betrachtete und sich nicht einmischte. Sie liebte die Einsamkeit, die stille Kommunikation mit den Göttern. Hier fühlte sie sich wohl, hier war sie zuhause. Wo es menschelte, da blieb sie lieber fern.

Was Doreen Valiente nach ihrem Tod am 1. September 1999 ihrer Nachwelt vermachte, waren ihre fünf Bücher.

Fazit: Mit Hilfe von John Belham-Payne (gestorben am 15. Februar 2016) und des Centre for Pagan Studies hat Philipp Heselton eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Buch des Jahres 2016 verfasst. Doreen Valiente ist und bleibt eine der interessanten und einflussreichsten Personen in Wicca. Meiner Meinung nach war es höchste Zeit, dass dieses Buch geschrieben wurde. „Doreen Valiente – Witch“ ist packend erzählt. Heselton reiht hier nicht nur stur die Stationen ihres Lebens aneinander, sondern schafft es auch, durch die eine oder andere Anekdote aus ihren Aufzeichnungen Witz und Charme rüberzubringen. Zum Beispiel an der Stelle, wo sie Gerald Gardner einen „cunning old devil“, einen „ausgefuchsten, alten Teufel nennt“, als er sie vor einem Winter Solstice-Ritual durch einen Trick dazu nötigt, ein Ritual auszuarbeiten.

Schnell wird dem Leser klar, dass Gerald B. Gardner, der „Father of Witchcraft“ selbst alles nur erfunden hat, die alte Religion in Wirklichkeit gar nicht alt, sondern nur zusammengeklaut ist. Dass die Wicca-Rituale trotzdem funktionieren, wie die „Charge of the Goddess“ im Laufe der Jahre ein Eigenleben entwickelt haben – das ist vor allem Doreen zu verdanken, der bedeutendsten von Gardners Hohepriesterinnen.

Kurzum: Philipp Heselton hat eine rundum gelungene Biografie über eine faszinierende Frau verfasst! Wenn man sich für die Wicca-Geschichte interessiert, gehört „Doreen Valiente – Witch“ unbedingt in den Bücherschrank!

Janet & Stewart Farrar – Spells and how they work

Samstag, 02. April 2016

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Erstauflage: 1990/St. Edmundsbury Press Limited/Phoenix Publishing/ISBN: 0919345638/191 Seiten

2. Auflage: 1991/3. Auflage: 1992/BCA

Über die Autoren

Stewart Farrar kam am 28. Februar 1916 in Essex in Großbritannien zur Welt. Seine Eltern waren Christian Scientists, also wurde er auch so erzogen. Doch bereits im Alter von 20 Jahren fühlte er sich zum Hexentum hingezogen. Seine Ausbildung als Journalist absolvierte er am “University College“ in London, schloss diese 1937 mit Diplom ab. In seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er im Londoner Reuters Büro (1953 und 1954), war Drehbuchautor für die englischen Filmgesellschaften “Associated British-Pathe“ und “Associated British Corporation“ sowie freier Mitarbeiter der BBC. Seinen ersten Roman „The Snake on 99“ veröffentlichte Farrar im Jahr 1958. Im Jahr 1969 – Farrar arbeitete für die Wochenzeitung “Reveille“ – wurde er zu einer Pressevorführung des Films “Legend of the Witches“ geschickt. An der Vorführung nahmen auch Alex Sanders und seine Frau Maxine teil, die bei diesem Film als Ratgeber mitwirkten. Die Herausgeber der Zeitung beauftragen Stewart Farrar ein Interview mit Alex Sanders zu führen. So kam er mit Wicca in Kontakt, nahm in der Folge auch an einem Initiationsritual teil. Das beeindruckte ihn so sehr, dass er mit der Arbeit zu seinem ersten Science Fiction-Roman “What Witches Do“ begann. Er ließ sich durch die Sanders ausbilden und wurde am 21. Februar 1970 in die Alexandrian Tradition initiiert. Im Coven lernte er dann auch seine spätere Frau, Janet Owen, kennen. Am 17. Oktober 1970 wurden beide von Alex Sanders in den zweiten Grad initiiert und erhielten ihren dritten Grad am 24. April 1971. Im selben Jahr wurde auch “What Witches Do“ veröffentlicht und die Farrars gründeten ihren eigenen Coven (noch bevor sie den dritten Grad erhielten). 1972 feierten sie Handfasting, legal heirateten sie 1975. Vor seiner Ehe mit Janet Owen war Stewart Farrar bereits fünf Mal verheiratet, hatte aus drei dieser früheren Ehen auch zwei Töchter und zwei Söhne. 1974 kündigte er bei “Reveille“ und war seitdem nur noch freier Mitarbeiter. 1976 zogen die Farrars nach Irland. Sie lebten in den Grafschaften Mayo und Wicklow, bis sie sich endgültig in Kells bei der Grafschaft Meath niederließen. Stewart Farrar starb am 7. Februar 2000 nach kurzer Krankheit.

Janet Farrar wurde am 24. Juni 1950 als Janet Owen geboren. Ihre Familie – die irischer, englischer und walisischer Abstammung ist – gehörten der Church of England an. Nach der Highschool arbeitete sie als Rezeptzionistin und als Model. 1970 lernte sie Alex Sanders durch eine Freundin kennen. Sie begleitete diese Freundin zu einem Treffen, weil sie diese davon abhalten wollte, dem Coven beizutreten. Statt ihrer Freundin trat letztendlich aber sie selbst bei. 

Über das Buch

Vor 26 Jahren haben die Farrars dieses Buch geschrieben. Zu einer Zeit, in der es noch kein Internet, kein Social Media gab und der Magie-Interessierte seine Frage nicht einfach in eine Suchmaschine eingeben konnte, um in Sekundenschnelle die passenden Antworten zu erhalten.

Wo heute einschlägige magische Sprüche zur schnellen Hilfe bei etwaigen irdischen Problemen auf irgendwelchen Foren oder Ratgeberseiten gefunden werden können, standen Janet und Stewart Farrar damals vor einem anderen Problem. Welches, wird im Vorwort klar. Da ersuchen sie ihre Leser, ihnen keine Briefe mit Anfragen für Zauber mehr zu schicken.

„Trying to solve the problems of dozens of strangers whom we have never met would drain us, or anyone else, in a week. It would also be irresponsible, because, however honest the writer tries to be, one cannot have the whole picture; after all, what doctor would diagnose and prescribe by post. And if you read this book carefully, we hope you will find we have pointed a way towards solving such problems for yourself.”

Auf den ersten Seiten machen die beiden Autoren also klar, warum sie dieses Buch auf den Markt gebracht haben. Es soll tausenden verzweifelten Menschen da draußen eine Anleitung geben. Ein Wegweiser in Richtung Magie. Um Zweifel zu zerstreuen, fragen sie auch im ersten Kapitel „Do Spells Work?“. Geben darauf aber keine direkte Antwort, sondern erklären, warum sich in den letzten Jahrzehnten sogar die Wissenschaft für die Magie und psychische Kräfte interessiert.

Konkreter werden die Autoren dann bei „Why and How“. Hier gehen sie auf die verschiedenen Realitätsebenen ein. Besonders die Astralebene ist die, die für Zaubersprüche sehr wichtig ist. Soll ein Zauber aber richtig wirken, muss die richtige Kommunikation zwischen allen Ebenen gefunden werden. So reagiert die Mentalebene auf Wörter, die Astral- und die physische Ebene verstehen die Sprache des Unterbewusstseins, während für die Astralebene Symbole und Bilder verwendet werden.

Das ethische Motto „An ye harm none, do what thou wilt“ erklären die Farrars damit, dass jedem Zauber ein legitimes Ziel zugrunde gelegt werden muss. Konkret: Nicht einfach dem eigenen egoistischen Willen folgen, sondern Regeln beachten. Diese sind, dass man niemals einen Zauber durchführen sollte, um jemandem zu schaden. Dass man niemanden gegen seinen eigenen Willen manipulieren sollte. Außerdem soll der, der den Zauber durchführt, niemals annehmen, dass er alle Umstände einer Situation kennt. Wichtig sei auch, niemals Magie für seinen eigenen Profit zu betreiben, wodurch jemand anderer auf der Strecke bleiben könnte. Bei der Durchführung sollte man auch genau auf die Wortwahl achten, den Spruch präzise formulieren und keinen Raum für Schlupflöcher lassen, bei denen wiederum jemand zu Schaden kommen könnte.

Um unbedarfte Menschen zu warnen, was beim Brechen einer dieser Regeln auf sie zukommen könnte, haben die Farrars das Kapitel über den „Boomerang Effect“ eingefügt. Bumerang bedeutet, dass jede physische Attacke, die gegen jemand mit einer starken physischen Abwehr gerichtet ist, dreifach auf den Ausführenden zurücktrifft.

„‘A stronger defence‘ can mean three things. First, of course, conscious and deliberate defence when you are aware of the attack. Second, the habit of keeping yourself permanently in a state of defence. And third, a naturally tough psychic skin – which many people, even without any occult knowledge or even a belief in psychism, do possess. “ (S.22)

An dieser Stelle fügen die Autoren einen Zauberspruch mit an, mit dem eine psychische Attacke an den Verursacher zurückgeschickt werden kann.

Der psychischen Selbstverteidigung ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Drei Arten von Angst gibt es, klären die Farrars auf – „Paranoia, Panik und Paralyse“, die drei P. Wie man eine gesunde psychische Selbstverteidigung aufbaut, sich gegen Angriffe schützen kann, erklären sie in diesem Kapitel. Nicht fehlen darf hier die Verteidigung gegen die sogenannten Energievampire, also Menschen, die unbewusst von anderen Energie abziehen.

Konzentration, Wille, Visualisierung und natürlich Übung sind die wichtigsten Zutaten für einen erfolgreichen Spruch. Und das Schlüsselelement fürs Gelingen: Die Energie, die man hochgezogen hat, loslassen.

„We have witnessed cases in which this has been overlooked – and the result has been not only frustration of the intent but, on the physical level, a severe headache for the practitioner.“ (S.33)

Um das passende Umfeld, also Räucherung, Öle, und die Hilfsmittel für die Visualisierung – zum Beispiel mit einer Puppe – geht es unter anderem in „Setting about it”. In diesem Kapitel finden sich auch die Farben – die zum Beispiel für Kerzenmagie gebraucht werden – mit den entsprechenden Zuordnungen und den kabbalistischen Sphären. Überdies listen die Farrars auch eine nummerologische Zuordnung der Zahlen eins bis 13 auf.

Janet und Stewart scheuen sich auch nicht davor, das heute wie auch damals heiß diskutierte Thema der Sexualmagie aufzugreifen: „Any strong emotion produces an incandescent fireball on the astral plane. […] Erotic feeling and activity engender is just about the brightest astral fireball (with its explosion at the climax of orgasm) that can legitimately be harnessed to a magical operation.” (S.48)

Sie betonen aber auch, dass Sexualmagie nur von einem Paar durchgeführt werden sollte, für die die Sexualität Teil ihrer Beziehung ist – also von Ehepartnern oder einem Pärchen. Denn: „Sex magic without love is black magic“ (S.48)

Durchgeführt werden sollte Sexualmagie dann, wenn viel Energie gebraucht wird. Hier beschreiben die Farrars ein Ritual, das für ein Kind gemacht wurde, das andernfalls gestorben wäre. Die Ärzte nannten dessen Genesung ein Wunder.

Auch fürs magische Arbeiten nach der Kabbala ist ein Kapitel reserviert. Die Farrars betonen „The Cabala is not generally regarded as a part of mainstream Wiccan tradition; some witches find it helpful, while others make a point of avoiding it. […] We are among those who find Cabalistic concepts a fruitful expansion of ‘pure’ witchcraft (if there is such a thing).“ (S.55)

Darauf, wie der Einzelne mit der Kabbalah effektiv magisch arbeiten kann, gehen die Farrars aber nicht weiter ein. Sie belassen es bei der Aufzählung der Eigenschaften der einzelnen Sephiroth und haben eine Zeichnung des Lebensbaums beigefügt.

Hier endet der eigentlich wirklich interessante Teil des Buches. Die anderen Kapitel drehen sich um um Talismane, Wetter-Zaubersprüche, Bindesprüche oder Liebeszauber, die aber meistens aus der Folklore- und Sympathiemagie stammen. Im Anhang finden sich unter anderem eine Auflistung der Planetenstunden sowie magische Alphabete.

Fazit: Der Buchtitel „Spells and how they work“ hält nicht ganz, was er verspricht. Interessant ist der Einblick in den magischen Alltag der Farrars und ihres damaligen Covens. Sie bringen auch haufenweise Beispiele von Zaubersprüchen, die durchgeführt wurden und auch zum Erfolg geführt haben. Allerdings lassen sie eines vermissen: Den konkreten Aufbau eines Rituals. Stattdessen findet der Leser „Zaubersprüche aus alten Zeiten“, darunter auch den „Ojala“-Spruch (S.77), bei dem die Autoren behaupten, das Wort wäre ein Ausdruck für „Allah“. Tatsächlich bedeutet „Ojala“ – „hoffentlich“. Auch lassen sie offen, wofür oder wogegen der Spruch wirken soll.

Aus der folkloristischen und Sympathiemagie besteht der größte Teil der Kapitel über die magischen Zaubersprüche. Natürlich könnte man dem entgegenhalten, dass die heutige Magie aus der Folklore entstanden ist. Nur hat das mantraartige Wiederholen eines bestimmten Spruchs eher etwas mit den „Wünschen ans Universum“ zu tun: Es kann etwas bewirken, es kann aber auch nichts bewirken.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die magischen Sprüche zur Heilung, die die Farrars auf drei Seiten abhandeln. Unter den hier vorgestellten Sprüchen findet sich einer zur Heilung von Knochenbrüchen, einer bei chronischen Herzproblemen, ein weiterer, um Kopfschmerzen zu heilen und ein älterer aus Ägypten gegen Schlangenbisse.

Um Herzprobleme zu heilen, soll es demnach einfach reichen, in eine Puppe, die die Person repräsentiert, einen Rosenquarz ins Herzchakra einzunähen. An diesem Beispiel wird das Problem verdeutlicht, das sich nach Ansicht der Rezensentin wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Es ist eine nette Ergänzung zu anderen Büchern, die genauer auf das Thema Zaubersprüche und Rituale eingehen. Andererseits bleiben zu viele Fragen offen, der unbedarfte Leser, der sich hier eine echte Hilfestellung in puncto „Magie und Heilung“ erhofft, wird von den beiden Autoren zu oft im Dunklen gelassen. Deshalb nur bedingt empfehlenswert!

Aontacht-Interview mit Kristoffer Hughes – Teil II, übersetzt von Anufa

Samstag, 27. Juni 2015

Druidic Dawn: Der Orden hat ein ortsbezogenes, tiefgehendes Lehrprogramm entwickelt, das sich rund um persönliches Lehren auf Anglesey ausgebildet hat. Das umfasst auch Frontalunterricht während des Tages und ein Einlassen auf die keltische Landschaft an den Abenden. Kannst du uns ein wenig erklären, warum du diesen Zugang gewählt hast und ein wenig über den einzigartigen Eindruck, den das auf deine Studenten hat?

Kris: Ein Aspekt davon sind schlichtweg egoistische Motive. Dieses Druidentum bietet eine so lebendige und fabelhafte Gemeinschaft, an gleichgesinnten Individuen, und wenn wir zusammen kommen um zu feiern und Dinge miteinander zu teilen – ja, dann ist das einfach wundervoll. Ich liebe diesen Aspekt der Gemeinschaft, aber es hat sich immer so angefühlt, als ob etwas fehlen würde, damit wir mehr tun könnten um die Gemeinschaft zusammen zu schmieden und zu stärken. Sofern wir wissen, ware das alten Druidentum eine Tradition der mündlichen Überlieferung und was auch immer sie an Weisheit und Lehre hatten, wurde mündlich, Angesicht zu Angesicht weiter gegeben. Wir wollten daran anschließen.

Das bedeutet in der Praxis, dass für ein Minimum von vier Wochenenden, mehr sofern sie das möchten, unsere Studenten auf die Insel kommen und in die Lehren des Ordens, Angesicht zu Angesicht, eingeführt werden. Wir haben auch nur maximal 21 Studenten pro Jahr, womit es persönlich und speziell bleibt. Es gibt nichts Schöneres als zu beobachten wie ein Haufen lernbegieriger Studenten neue Freundschaften schließt und sich in die Insel verliebt.

In einer Welt, in der jede Information auf Knopfdruck erhältlich ist, wo es mehr Online-Kurse und Lernprogramme gibt als auf eine Kuhhaut gehen, da ist es manchmal schön zu den Grundlagen zurück zu gehen. Also tauchen unsere Studenten zwei Tage lang, von Freitag Nachmittag bis Donnerstag nachmittags, in eine magische Welt ein, gefangen ins Lernen und damit beschäftigt sich selbst durch Ritual und Zeremonie auszudrücken. In einer heiligen Landschaft zu sein und Erinnerungen zu erschaffen, die sie bis ans Grab begleiten werden, ein Teil einer kleinen Gemeinschaft auf einer kleinen Insel zu werden.

Die Lehren selber sind ziemlich intensiv aber das wird durch den sozialen Aspekt des Kurses gemildert und auch durch die Rituale, die an den Abenden stattfinden.

Druidic Dawn: Der Anglesey Druid Order aist als Mysterienschule bekannt, die Druidentum als magische heidnische Tradition zu fördern. Kannst du über die Rolle der Swyngyfaredd in dieser Tradition und auch über die Beziehung des Ordens zu Mon als Göttin und die pantheistischen Häuser von Don, Llyr und Beli Mawr erzählen?

Kris: Die Swyn waren die Praktizierenden der Volksmagie in Wales. Diese Praxis ist hervorragend dokumentiert und in Richard Suggetts Buch „A history of magic and witchcraft in Wales“ erforscht. Das ist die Magiepraxis ohne notwendigerweise einen religiöses Rahmen zu haben. Wie auch immer, einige der Jahrhunderte alten Praktiken und Elemente aus alten Manuskripten wie die Physicians of Myddfai sind großzügige Ressourcen für Magie und Inspiration. Das alles ist etwas, das wir als Elemente aus unserer Vergangenheit sehr schätzen und wir bauen diese Praktik der Swyn in unser Druidentum ein. Für den Anglesey Druid Order ist das Druidentum eine magische Tradition.

Der Orden ist hauptsächlich Mon geweihst, die wir als Göttin ansehen, deren Name selbst, unglaublich alt ist, vielleicht sogar vorkeltisch im Ursprung, wenn man einigen leitenden Wissenschaftlern der University of Wales, in Bangor, folgt. Es ist ein weibliches Wort und der Name selber wurde lange schon mit, Nahrungsmittel, Getreide, Lebensunterhalt, Nahrung in Verbindung gebracht. Daher der Spruch – „Mon Mam Cymru“, Mon, die Mutter von Wales. Während wir keinen Beweis haben, der nahe legt, dass Mon in der Vergangenheit, verehrt oder als Göttin angesehen wurde, ist sie nachträglich eine Göttin für unseren Orden geworden.
Die Rituale des Ordens sind rund um die Konzepte Land, Meer und Himmel angelegt und diesen ordnen wir die pantheistischen Häuser der keltishen Götter zu – das Haus ist Don und ihre Kinder sind dem Land zugeschrieben, Llyr und seine Kinder der Welt des Meeres und Beli Mawr dem Gebiet des Himmels. Ich habe dieses System erforscht und die Liturgie in meinem letzten Buch „The Book of Celtic Magic“ dargelegt.

Druidic Dawn: Kannst du uns etwas über die Wichtigkeit der Gottesdienste in deinem Druidentum erzählen, im Hinblick dem Awen zu dienen, aber auch über die Verantwortung die wir haben, unseren Mitreisenden zu dienen – unseren Druidenkollegen in der lokalen Gemeinschaft aber auch globaler?

Kris: Ich glaube, dass eines der fundamentalen Ziele im Druidentum ist, zu dienen – oder dienstbar zu sein, nicht nur der weiteren druidischen Gemeinschaft, sondern seiner eigenen lokalen Gemeinschaft. Als Orden haben wir das Privileg erhalten in der secularen Gemeinschaft hier auf der Insel integriert zu sein. Es gab eine Zeit in der wir als Randerscheinung, zu sehr draußen und fremdartig wahrgenommen wurden als dass die meisten Leute uns verstehen oder anerkennen hätten können. Aber 2010 hat sich etwas geändert und seit damals sind wir auf der Insel, in ihrer Gesamtheit viel aktiver.

Wir arbeiten eng mit dem Welsh national heritage body zusammen – Cadw und machen workshops und Lehrstunden in den lokalen Schulen, in denen wir über die Wichtigkeit und die Plätze der Insel in der Geschichte plaudern. Das ist wirklich wunderschön.

Innerhalb der druidischen Gemeinschaft ermöglichen wir des öfteren Pilgerfahrten und andere Veranstaltungen die auch denjenigen, die weiter weg sind, die Möglichkeit geben Zeit auf der Insel zu verbringen. All das drückt das Awen aus und unsere Verbundenheit. Wir sind vom Glück verfolgt und ich danke den Göttern, dass wir derartige Möglichkeiten erhalten haben.

Ende Teil II

Wolf-Dieter Storl Shiva – Der wilde, gütige Gott

Samstag, 30. Mai 2015

Wolf-Dieter Storl Shiva – Der wilde, gütige Gott

Erstauflage: 2002 / Koha- Verlag / EUR 19,80 / ISBN: 3-929512-90-4 / 250 Seiten

2012/KOHA-Verlag/EUR 14,99/ ISBN 3867281882/320 Seiten

Über den Autor

Dr. Wolf-Dieter Storl ist ein über Deutschland hinaus anerkannter Kulturanthropologe und Ethnobotaniker. Geboren am 1.10.1942 in Crimmitschau, Sachsen, wanderte er als 11-jähriger mit seinen Eltern 1954 nach Ohio, USA aus. Er begann zunächst ein Botanikstudium, wechselte dann aber zur Anthropologie (Völkerkunde).  Nach dessen Abschluss wurde er Vollzeitdozent und lehrte über 20 Jahre an verschiedenen Universitäten in Amerika und Europa. In Bern, Schweiz, promovierte er 1974 zum Doktor der Ethnologie. Auf seinen zahlreichen Reisen betrieb er Feldforschung und lernte von Bauern, Medizinmännern und Sadhus. Seit 1988 lebt er mit seiner Familie auf einem abgelegenen Bauernhof im Allgäu, schreibt Bücher und gibt zum Thema Heilkräuter Seminare und Vorträge. Bei der traditionellen europäischen Pflanzenheilkunde, wie die der Kelten, Germanen und Slawen, sowie des frühchristlichen Mittelalters, liegt zur Zeit sein Hauptinteresse. Nicht nur zu diesen Themen hat er zahlreiche Bücher geschrieben, sowie Hörbuch-CDs und eine DVD veröffentlicht.

Über das Buch

Dem Storl-Fan kommt der Titel dieses Buchs wahrscheinlich bekannt vor. Sollte er auch. Denn das vorliegende Buch ist eine neue, oder erweiterte Auflage des Buchs, das der Ethnobotaniker bereits 2002 unter demselben Titel herausgebracht hat. Was aber ist anders? Nicht viel, wenn man sich rein aufs Buch bezieht. Das ist nämlich eins zu eins identisch mit der früheren Auflage. Hinzugekommen ist hier eine DVD.

Natürlich gibt es dafür einen Anlass: Wolf-Dieter Storl hat im Jahr 2011 den Kailash, den Heiligen Berg der Hindus, umwandert. Auf dieser halbstündigen DVD erzählt er über die Erlebnisse seiner Wanderung. Erhaben wirkte der Heilige Berg auf ihn, unnahbar. Die Steine hätten vibriert, man konnte mit ihnen reden. Und er fühlte die Gegenwart der Götter. Es war so, als würde man auf der einen Seite in dieser, auf der anderen in der jenseitigen Welt wandeln, erzählt Storl.

Ergänzt wird die DVD durch Bilder der Wanderung und durch ein Interview zweier Pilger, die ebenfalls den Kailash umwandert haben und ihre Erfahrungen schildern.

Fazit: Eine interessante Ergänzung zum Buch!