Mit ‘heilung’ getaggte Artikel

Metall des Lichts – 2000 Jahre Heilung durch Gold

Samstag, 23. Mai 2015

„Aurum metallicum“ pflegte man es zu nennen – „Metall des Lichtes“. Abgesehen von den endlos vielen Möglichkeiten, die es der Schmuckindustrie bietet, war Gold bereits schon vor 2000 Jahren ein heiß begehrtes Medikament. In der Tat ist es eines der ältesten bekannten Heilmittel überhaupt und bis heute wird es in den unterschiedlichsten Bereichen der Medizin eingesetzt. Beispielsweise kann man Zahnfüllungen oder so genannte Inlays aus Gold herstellen lassen. Eine besondere Bedeutung kommt dem Gold aber in der Homöopathie zu. Dort wird es bei Depressionen, Angstzuständen, allgemeiner Erschöpfung sowie Rheumaerkrankungen eingesetzt.

Und tatsächlich wurde die Wirkung belegt

Zwei Universitäten in den USA und Schweden (Duke University, Durham, USA & Karolinska-Institut, Stockholm, Schweden) nahmen dies zum Anlass, eine ausführliche Studie durchzuführen, um die Heilwirkung des Goldes und vor allen Dingen die Ursache jeder Wirkung, zu erforschen und belegen zu können. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Organische Goldverbindungen können den Austritt entzündungsfördernder Stoffe aus den Zellen des menschlichen Körpers verhindern. Aufgrund dieser Wirkung werden Medikamente mit goldhaltigen Verbindungen bei Rheuma eingesetzt.

Die Aufbereitung der heutigen, modern hergestellten Arzneien aus anorganischen Goldsalzen wie Goldchlorid, kann allerdings zu starken Nebenwirkungen wie Hautreaktionen und Leberschäden führen. Dies ist vor allem bei Injektion solcher Verbindungen möglich, während eine heilende Wirkung eventuell erst nach Monaten einsetzt. Doch auch wenn die Verabreichung daher auf anderem Wege passieren sollte, sind doch die Ergebnisse für die Forscher von erheblicher Bedeutung, da auf dieser Basis ein gezielterer Einsatz der Stoffe möglich werden könnte.

Alchemistisch aufbereiteten Gold-Essenzen wurde im Vergleich dazu seit je her eine außergewöhnliche Heilkraft zugesprochen. Es wird vermutet, dass es damals gelang, Arzneien aus heute unbekannten organischen Goldverbindungen herstellen die entweder frei von den oben angeführten Nebenwirkungen moderner Goldsalze waren oder diese zumindest nur sehr abgeschwächt auftraten. Leider ist das Wissen um die Herstellung dieser ursprünglichen Heilmittel verloren gegangen, womit alle Behauptungen in diesem Zusammenhang definitiv im Bereich der reinen Spekulation anzusiedeln sind.

Kolloidales Gold

Die Bezeichnung „kolloidal“ kommt aus dem Griechischen und wird von „kolla“ (Leim) und „eidos“ (Aussehen, Form) abgeleitet. Kolloidales Gold ist flüssig oder als Gel erhältlich. Es handelt sich um Dispersionen, in denen winzige Goldpartikel schweben, welche in Homöopathie und Alternativmedizin eingesetzt werden. Es hilft angeblich bei Krankheiten ganz allgemein, in dem es Energieblockaden lösen soll. Demnach unterstützen Goldpartikel den Körper dabei, die Energien wieder zum Fließen zu bringen, was sich natürlich positiv auf jeden Heilungsprozess auswirkt. Man sagt kolloidalem Gold auch eine Gewebe verjüngende Wirkung nach. Auch soll es eine positive und ausgleichende Wirkung auf unser Drüsensystem und den Elektronenfluss haben, den Stoffwechsel ankurbeln und die Aufnahme von Nährstoffen verbessern. Sogar bei sexuellen Funktionsstörungen soll es regulativ anwendbar sein und im Allgemeinen die Nerven beruhigen. Ob die Nervenberuhigung jetzt durch das Schlucken von Goldkolloid-Wasser oder das Kaufen eines wertvollen Goldringes als Wertanlage passiert, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, hier eröffnet uns das Gold mit Sicherheit viele Möglichkeiten.

Armer Gollum – ob er es schon wusste?

Und wenn wir schon von Ringen reden: Wir alle kennen ihn wohl, den kleinen fiesen Gollum, einst ein harmloser Hobbit, der nur noch gierig seinem „Schatz“ durch alle Widrigkeiten hinterher hetzt. Ob er nun um die Heilwirkung seines Ringes wusste oder nicht, leider hat der Kleine nun mal Pech gehabt und seine Gier hat ihn ins Verderben gestürzt. Doch wer schon jemals nach einem passenden Ehering gesucht hat, kann vielleicht die „winzige“ Obsession, die so ein kleines Stück Gold auf einen ausüben kann, verstehen. Gefühlte Millionen verschiedener Modelle und Meinungen später, hat man hoffentlich sein lebenslanges Schmuckstück gefunden und was kann einem das – sofern man sich für Gold entschieden hat – nun abgesehen vom Bund fürs Leben alles bringen? Auch auf der Haut getragen, entfaltet Gold eine durchaus positive Wirkung. So ergaben Forschungen zudem, dass es den Zustand der roten Blutkörperchen verbessert und dazu führt, dass der Körper Umweltgifte schneller und besser ausscheiden kann. Auf der Haut getragen wirkt sich das Gold vor allem auch regulierend auf unsere Chakren-Energie aus. Dies führt zu einer allgemeinen Ausbalancierung und Verbesserung unseres physisch-emotionalen Gleichgewichts. Irgendwie kann man sagen, dass Gold in jeder Hinsicht ein äußerst attraktives Wundermittel zu sein scheint. Ich würde sagen, es ist auf jeden Fall eine Versuchung wert.

Quellen: http://www.welt.de/wissenschaft/article1316229/Uraltes-Heilmittel-Gold-wird-jetzt-erklaert.html;
http://www.weingraber.info/Kolloidales_Gold.pdf;
http://www.horusmedia.de/2012-aurum/aurum.php;

Bildquellen: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/welt/China-Hirte-im-Glueck-findet-Acht-Kilo-Goldklumpen;art29,288725;
http://thevpo.org/tag/gollum/

Verweis auf Studie:
„Pivotal Advance: Inhibition of HMGB1 nuclear translocation as a mechanism for the anti-rheumatic effects of gold sodium thiomalate“, 2007 (im Journal 2008);
Departments of Woman and Child Health, Pediatric Rheumatology Research Unit, and Medicine, Rheumatology Unit, Karolinska Institutet/Karolinska University Hospital, Stockholm, Sweden;
Division of Rheumatology and Immunology, Department of Medicine, Duke University, Durham, North Carolina, USA; and Surgery and Bioengineering, DAMP Laboratory, University of Pittsburgh, Pittsburgh, Pennsylvania, USA
Autoren: Cecilia K. Zetterström, Weiwen Jiang, Heidi Wähämaa, Therese Östberg, Ann-Charlotte Aveberger, Hanna Schierbeck, Michael T. Lotze§, Ulf Andersson, David S. Pisetsky and Helena Erlandsson Harris;
Quelle: http://www.jleukbio.org/content/83/1/31.full?sid=b8f7e357-6c8d-42da-ab87-a3fc7254de70
im: Journal of Leukocyte Biology

Quellen: http://www.welt.de/wissenschaft/article1316229/Uraltes-Heilmittel-Gold-wird-jetzt-erklaert.html#
http://www.weingraber.info/Kolloidales_Gold.pdf
http://www.horusmedia.de/2012-aurum/aurum.php

Verweis auf Studie:

„Pivotal Advance: Inhibition of HMGB1 nuclear translocation as a mechanism for the anti-rheumatic effects of gold sodium thiomalate“, 2007 (im Journal 2008)

Departments of Woman and Child Health, Pediatric Rheumatology Research Unit, and Medicine, Rheumatology Unit, Karolinska Institutet/Karolinska University Hospital, Stockholm, Sweden;

Division of Rheumatology and Immunology, Department of Medicine, Duke University, Durham, North Carolina, USA; and

Surgery and Bioengineering, DAMP Laboratory, University of Pittsburgh, Pittsburgh, Pennsylvania, USA

Autoren: Cecilia K. Zetterström, Weiwen Jiang, Heidi Wähämaa, Therese Östberg, Ann-Charlotte Aveberger, Hanna Schierbeck, Michael T. Lotze§, Ulf Andersson, David S. Pisetsky and Helena Erlandsson Harris

Quelle: http://www.jleukbio.org/content/83/1/31.full?sid=b8f7e357-6c8d-42da-ab87-a3fc7254de70

im: Journal of Leukocyte Biology

Vom großen „Danach“ geschrieben – Teil I von Väinäsisu

Samstag, 08. Februar 2014

Obwohl es wohl das Thema ist, über das jeder und jede früher oder später ins Grübeln kommt, hat es sich in 15 Jahren aus irgendeinem Grund nie ergeben, mich darüber mit anderen Praktizierenden auszutauschen. Das Folgende ist demgemäß höchst subjektiv – wobei ich allerdings davon ausgehe dass es einige Gemeinsamkeiten mit den Erfahrungswerten anderer gibt.


Das „Land der Toten“

Wie ich es für mich nenne – oder im Sinne germanisch-heidnischen Denkens das Totenreich „Hel“, dessen Schilderungen in der Edda man wohl vor dem Hintergrund der Glorifizierung des Schlachtentods in der Wikingerzeit und auch einfließenden christlichen Vorstellungen betrachten muss, hat in meiner praktischen Erfahrung nichts, aber auch gar nichts mit den Schilderungen in den schriftlichen Quellen zu tun.

Zunächst mal ist dieses eine Totenreich (nebst anderen) meinen Eindrücken nach nur Teil der verschiedenen Regionen und Ebenen der Unteren Welt…wozu erwähnt sei, dass an dieser Stelle eigentlich etwas Grundsätzliches über Topographie und Bewohner der Anderswelt geplant war – aber da komm ich derzeit nicht recht voran; Zum Anderen ist mir persönlich nur eine Möglichkeit, bzw. ein Grund begegnet, warum man es überhaupt betreten sollte:

Wenn man…in diesem Falle ich…mal damit konfrontiert wurde, Verstorbene – oder Seelenteile Verstorbener (auf die Thematik „Seelenverluste“ bzw. „-rückführung“ gehe ich zu anderer Zeit nochmal ein) ins Totenreich zu begleiten, dann ging diese Reise ansich immer nur bis an eine klar definierte Grenze, nämlich die zum Totenreich selbst.

Entsprechend ist der einzige mir bekannte nennenswerte Grund diese Region überhaupt zu betreten, der – Seelenteile noch Lebender zurückzuholen, etwa weil sie mit dem Tod eines geliebten Menschen „versehentlich“ auf die andere Seite mit hinüber gewechselt sind. Ich belass es an dieser Stelle mal bei diesem zugegeben unvollständigen Beispiel; Alles darüber Hinausgehende würde jetzt zu weit in den Bereich der Möglichkeiten für Verluste von Seelenteilen hineinreichen.

Wie erwähnt ist das Totenreich meinen Eindrücken nach „nur“ ein eindeutig abgegrenzter Teil der Unteren Welt; Übersehen oder versehentlich überschreiten kann man diese Grenze nicht; und auch wenn ich grundsätzlich eine kultivierte Neugier befürworte, was das Reisen in die Anderswelt angeht, nehme ich den Bereich hinter dieser Grenze aus dem einfachsten aller Gründe aus: Die Lebenden haben dort per se nichts zu suchen !

Um genau zu sein, wurde ich seinerzeit von meinen Spirits auf ihre Initiative hin auf den ersten Eintritt in diesen Bereich in einer sehr spezifischen Weise vorbereitet – und auch das hat (für mich jedenfalls) offenbar seine Gründe. Ob ich darauf noch mal genauer eingehe, überlege ich mir noch.

Was ist also auf der anderen Seite – oder näher an der eigentlichen Frage:


Was passiert nach dem physischen Tod?

Sofern ich Verstorbene an die Grenze zum Totenreich führte, hatte ich oft das Erleben, dass sie von ihnen bekannten Personen in Empfang genommen wurden; Hinter dieser „Wand“ allerdings gestalteten sich meine Erfahrungswerte etwas anders:

Bei den Gelegenheiten, in denen ich dieses „Reich“ tatsächlich betreten habe, waren die für mich berührendsten Momente, dass ich – soweit ich mich entsinne – immer das Lachen spielender Kinder hörte; Als Vater weiß ich, wie das klingt.

Auch habe ich bei diversen Gelegenheiten Menschen gesehen, die hingebungsvoll verschiedenen Alltagstätigkeiten nachgingen – etwa das Hegen eines Schrebergarten Beets.

In der Summe haben mir diese Erlebnisse den Eindruck vermittelt, dass zumindest manche Menschen an diesem Ort in den Erinnerungen weiterleben dürfen, was ihnen zu Lebzeiten am Herzen lag.

Es gab auch andere Situationen, die ich gesehen habe – aber alles in allem lief es immer darauf hinaus, dass dieser Aufenthaltsort grundsätzlich ein Ort der Heilung ist !

Auch die Wesenheit…die Totengöttin – als germanisch orientierter Heide nenne ich sie „Hel“ – war in meinen Augen eine in dunkelblau gekleidete mütterlich-fürsorgliche Person.

Daraus ergibt sich für mich persönlich die Frage: Sollte der Tod das Ende von allem sein – wozu bräuchte es dann einen solchen Ort der Heilung ?!

Auf der anderen Seite bin ich trotz etwaiger Erfahrungen, die in eine solche Richtung deuten doch immer noch sehr ambivalent, was das Thema „Wiedergeburt“ angeht. Die modellhaften Erklärungen, die mir diesbezüglich im Lauf der Jahre untergekommen sind, haben im besten Falle an irgendeiner Stelle gehinkt – im schlimmsten Falle haben sich mir innerlich die Zehennägel aufgerollt. Und auch mit dem Begriff „Karma“ im Sinne einer Lebensspanne übergreifenden Aufgabenstellung kann ich persönlich nichts anfangen – aber das muss ich ja auch nur für mich entscheiden, wie jede_r Andere auch.

Auch die Überzeugung, dass Ahnen zuweilen ihre noch lebenden Angehörigen aufsuchen können, scheint vor der relativen Endgültigkeit dieses Aufenthaltsortes eher paradox…aber man muss auch nicht alles rational erklären können, denk ich – auch das hat seine Grenzen.

Spätestens wenn man nun eine gewisse Erfahrung mit dem Reisen hat, macht man irgendwann die Feststellung, dass sich manche Erlebnisse im Sinne einer Überzeugung festsetzen. So geht es mir unter anderem mit ebendiesem Ort. Dass ihm eine friedvolle Atmosphäre anhaftet – und dass er, so denke ich – eine glaubensübergreifende Existenz hat. Dass ich ihn halt „Hel“ nenne, ist nur Sache meines persönlichen Geschmacks.


Ende Teil I

Steinheilkunde – Einführung Teil I

Samstag, 26. Februar 2011


Am Anfang war das Magma

Ursprünglich bestand die Erde aus einer riesigen Gaswolke, die sich immer weiter verdichtete. So entstand aus dem Gas einen Nebel aus Staub, der sich wiederum durch weiteres Zusammenziehen zu einem gewaltigen Feuerball aus heißer Schmelze und Glut (Magma) verwandelte. Heute wird dieser zähflüssige heiße Feuerball von einer festen Kruste umgeben, die durch Abkühlung an der Oberfläche entstand.

Die Erdkruste verändert sich bis zum heutigen Tage auf diese Weise laufend. Magma tritt aus dem Erdinneren an die Oberfläche, kühlt entweder ab oder nimmt Teile der Erdoberfläche wieder mit zurück in das Erdinnere. So bleibt die Erde äußerlich wie innerlich in ständiger Bewegung und Veränderung. Wie die Erde bis in ihren tiefsten Mittelpunkt in ständiger Bewegung ist, so ist es auch der Mensch.

Querschnitt durch die Erdkugel

Alle in unserer Erde enthaltenen Stoffe finden sich  im Magma in flüssigem Zustand wieder. Kommt Magma in die Nähe der Erdoberfläche bzw. tritt aus dem Erdboden aus, verfestigen sich die Stoffe durch Abkühlung. Kühlt das Magma ab bilden sich zuerst kleinste Keime, die sich dann zu großen Kristallen weiter entwickeln. Dieser Vorgang setzt sich fort, bis sich alle flüssigen Stoffe verfestigt haben. Besteht das Ergebnis einheitlich aus einem Stoff, erhält  man ein Mineral, besteht es aus einem Gemisch an mehreren Stoffen (also aus mehreren Mineralien) nennt man dieses ein Gestein.

Magmatite (Primär-Mineralien)
Gesteine und Mineralien, die direkt aus dem Magma durch Kristallisation entstanden sind, nennt man Magmatite oder Primär-Mineralien. Sie wurden durch den bereits erwähnten Abkühlungsprozess gebildet. Dabei unterscheidet man vulkanisches Gestein (Vulkanite) sowie Tiefengestein (Plutonite).

Vulkanite entstehen an der Erdoberfläche, wenn beispielsweise bei einem Vulkanausbruch Lava austritt. Da diese dann sehr rasch abkühlt, bilden sich hier vorwiegend kleinere Kristalle. Vulkanite sind feinkörnige Gesteine. Ihre Mineralien bestehen meist aus winzigen Kristallen. Beispiele hierzu wären „Lava-Steine“, der feste Basalt, Porphyrit oder der Augen-Jaspis.

Plutonite, ebenso als Tiefengesteine bezeichnet, sind Gesteine die im Erdinneren durch Kristallisation des Magmas bei langsamer Abkühlung entstehen. Das Interessante dabei ist, dass nicht alle Mineralien zur selben Zeit entstehen. Dadurch können bereits gebildete Mineralien im noch flüssigen Magma absinken oder aufsteigen, wodurch sich Ansammlungen bestimmter Mineralien in einer bestimmten Tiefe bilden können. Beispiele für Plutonite wären der Rosenquarz, Aventurin, Topas, Mondstein oder der Amethyst.


Was kann so ein Magmatit denn nun?

Mineralien und Gesteine sind in diesem Sinne keine Medizin. Man hat nicht 39 Grad Fieber und kann sich sicher sein, dass nach „Einnahme“ eines Gesteins das Fieber über Nacht auf jeden Fall sinken wird. Steine haben eine andere Gabe, sie dienen als Unterstützung dabei, unser bereits vorhandenes Potential zu nutzen und zu entwickeln. Jedem Stein/jedem Mineral werden bestimmte Werte zugeordnet. Die Ausbildung dieser Werte in uns selbst kann durch das Mineral bekräftigt werden. Man sagt Steinen dahingehend eine heilende Wirkung nach, doch all diese heilenden Kräfte tragen wir auch in uns selbst. Sie können unseren seelischen Zustand unterstützen, körperliche Heilung vorantreiben und Verhaltensmuster beeinflussen. Dies funktioniert aber nur dann wenn die Voraussetzungen für Neuerung und Wachstum in uns selbst bereits gegeben sind. Das Prinzip dahinter ist sehr einfach: Steine haben entweder einen sauren oder basischen Charakter. Dies liegt an ihrer Entstehung. Da sich bei der Bildung von Mineralien zuerst einmal eine Lösung bildet, die sauer oder basisch ist. Daraus entsteht das Mineral, wobei ein Säure oder Base-„Rest“ übrig bleibt und sich in das Kristallgitter des Minerals integriert. Auf diesem Prinzip basierend kann der Stein das Zusammenspiel der Körperflüssigkeiten im menschlichen Körper beeinflussen, welches mit Krankheiten oder seelischen Belastungen – mehr oder weniger direkt – immer in Zusammenhang steht. Steine können so physisch und psychisch anregen. Sie beeinflussen Ausscheidungs- oder Aufnahmeprozesse im körperlichen und auch emotionalen Sinn.

Auswahl des richtigen Steins
Die Auswahl des richtigen Steins ist keine komplizierte Wissenschaft, es gibt einige Kriterien zu beachten. So sollte der Stein bestimmte Qualitätsmerkmale aufweisen. Das Mineral mit den für den Stein typischen Eigenschaften sollte deutlich sichtbar und stark ausgeprägt sein. Je weniger ausgeprägt diese Eigenschaften sind, desto schwächer ist die Kraft des Steins. Auch die Größe spielt eine Rolle. Größere Steine haben eine größere Wirkung als kleinere Steine, weil deren Ausstrahlung durch die größere Fläche deutlich höher ist. Bei der Form kann man ebenso unterschiedliche Wirkungsweisen feststellen. Kantige Steine haben eine kräftigere Ausstrahlung als runde Steine, wohingegen runde Steine eine sanftere und harmonischere Wirkung haben.

Eine Sache darf man aber bei der zahlreich vorhandenen Lektüre zu diesem Themengebiet nicht vergessen: Man sollte sich hier keinen dogmatischen Regelungen hingeben, da die persönliche Intuition und das Vertrauen auf die innere Kraft zur eigenen Heilung dabei leicht übergangen werden können. Genau hier liegt aber die Voraussetzung für einen guten wertvollen Umgang mit dem Stein und den eigenen Bedürfnissen. Heilsteine wollen uns Unterstützung geben, sie sind keine Zaubermittel. Sie stammen direkt aus unserer Erde, sind wie der Mensch Teil eines großen Ganzen. An ihnen können wir sehen wie stetig und exakt die Natur arbeitet.

„Wie oben, so unten – wie innen, so außen.“

(Quelle: “Die Steinheilkunde“, Michael Gienger)

(Bildquellen:
http://www.planet
-wissen.de/natur_technik/energie/erdwaerme/portraet_erdaufbau.jsp;
http://wawi-wiki.de/doku.php?id=03_bodenkunde:gesteine
)

Michael Harner – Der Weg des Schamanen

Samstag, 16. Oktober 2010

harner-weg1

Michael Harner
Der Weg des Schamanen – Das praktische Grundlagenwerk zum Schamanismus
1994 / Heinrich Hugendubel Verlag / ISBN: 3-7205-2091-9 / 244 Seiten

Englische Erstauflage: „The way of the shaman“ / 1980 / Harper & Row / ISBN: 0062503824

Über den Autor

Michael Harner wurde am 27. April 1929 in Washington D.C. in den USA geboren. Der Anthropologe hat sich einen Namen sich bereits in den 70er und 80er Jahren einen Namen als Schamanismusforscher gemacht, besonders durch die Gründung der „Foundation for Shamanic Studies“ (FSS) mit Sitz im kalifornischen Mill Valley, deren Präsident er auch ist. Er ist darüber hinaus auch der Gründer des Core-Schamanismus, eine Mischung aus altem Wissen und seinen eigenen Techniken. Harner ist für die Renaissance des heutigen Schamanismus mit verantwortlich.

Sein Buch „Der Weg des Schamanen“ (Originaltitel: The way of the shaman“) erschien 1980 in den USA und wurde 1990 ins Deutsche übersetzt.

Über das Buch

Als ich in die Dunkelheit hinauf sah, erschienen schwache Lichtstrahlen. Sie wurden deutlicher und verzweigter und zeigten strahlende Farben. Ein Geräusch kam aus der Ferne, wie ein Wasserfall, der immer stärker wurde, bis er meine Ohren ausfüllte.“ (S. 30)

Packend und detailliert schildert Michael Harner seine ersten Erfahrungen mit dem Schamanismus, besser noch, seine ersten Erfahrungen mit ayahuasca, der „Liane des Todes“. Seine Freunde, die Conibo und Jívaro, Indianerstämme im Amazonas-Gebiet, nehmen diesen Trank zu sich, um in die NAW, die nicht alltägliche Wirklichkeit, sehen zu können. Auch Harner erhält seine schamanische Einweihung unter dem Einfluss von ayahuasa, betont aber, dass es nicht notwendig ist, unter Drogeneinfluss zu schamanisieren.

Seine persönlichen, ganz privaten Erlebnisse hat er – so scheint es – absichtlich an den Anfang des Buches gesetzt. Er gibt damit dem Leser einen Einblick in eine Welt, die dieser bisher vielleicht noch nicht gekannt hat. Eine Welt der Bären, Drachen, Widder, Berggämsen, Gazellen und anderen Tieren.

Warum er dieses Buch 1980 überhaupt veröffentlicht hat, wird aus Harners Vorwort zur Wiederauflage deutlich:

„Seit dem ersten Erscheinen dieses Buches sind fast zwanzig Jahre vergangenen, und diese Jahre waren für das Wiedererstehen des Schamanismus höchst bedeutsam. Zuvor war der Schamanismus überall unaufhaltsam auf dem Rückzug gewesen, denn Missionare, Kolonialherren, Regierungen und kommerzielle Interessen hatten die indigenen Völker und Stämme zurückgedrängt und viele alte Kulturen ausgelöscht. Mit überraschender Kraft ist jedoch in die letzte Dekade der Schamanismus ins menschliche Bewusstsein zurückgekehrt, auch in solchen Hochburgen wie New York, Wien oder München.“ (S.13)

Aus diesen Worten wird schnell ersichtlich, um welche Art Buch es sich handelt: Ein Lehrbuch. Denn Harner will seinen Schamanismus, den  „Core Schamanism“ (Basis-Schamanismus) an den westlichen Mann, die westliche Frau bringen. Dieser Schamanismus habe nichts mit „Indianerspielen“ zu tun. Der moderne Mensch verwende dabei dieselben schamanischen Techniken wie seine Vorfahren und komme zu den selben spirituellen Quellen wie die Schamanen der alten Kulturen.

„Die, die diese Techniken anwenden, behaupten nicht, Schamanen zu sein – wichtig ist, daß sie schamanisch arbeiten und konkrete Ergebnisse haben.“ (S.17)

Die nächsten Kapitel verwendet er dazu, zu erklären, was das eigentlich ist, der Schamanismus, wie er betrieben wird, und was sich ein Mitteleuropäer unter einer schamanischen Weltsicht überhaupt vorstellen kann.

„Ein Schamane ist ein Mann oder eine Frau, der/die – willentlich – in einen anderen Bewußtseinszustand eintritt, um mit einer normalerweise verborgenen Wirklichkeit in Berührung zu kommen und sie auszuwerten, um Wissen, Kraft und Hilfe für andere zu erhalten. Der Schamane hat wenigstens einen und meistens mehrere ‚Geister’ zu seiner persönlichen Verfügung.“ (S.53)

Damit ist klar: wer schamanisch arbeiten möchte, braucht mindestens ein Krafttier. Doch bevor es so weit ist, muss erst einmal eine erste Reise in die Unterwelt unternommen werden. Wie er für die meisten Schamanen aussieht – als Öffnung oder als Tunnel – ist essenziell für den Menschen, der versucht, die schamanischen Techniken anzuwenden. Harner führt hier einige Beispiele an.

Und dann ist es Zeit: „Stellen Sie sich nun eine Öffnung in der Erde vor, an die Sie sich aus irgendeiner Zeit in Ihrem Leben erinnern. Es kann eine Öffnung sein, an die Sie sich aus Ihrer Kindheit erinnern, oder eine solche, die Sie gerade in der vergangenen Woche sahen, oder auch heute. Jede Art von Eingang in die Erde genügt – es kann ein Loch sein, das von einem Kriechtier gemacht wurde, eine Höhle, ein hohler Baumstumpf, eine Quelle oder sogar ein Moor. Verbringen Sie einige Minuten im Anblick des Loches, ohne hineinzugehen. Merken Sie sich deutlich seine Besonderheiten.

Nun geben Sie Ihrem Begleiter Anweisung, mit dem Trommeln in einem harten, eintönigen, gleichmäßigen Schlag zu beginnen. […] Wenn das Trommeln beginnt, stellen Sie sich die Ihnen vertraute Öffnung in die Erde vor, gehen Sie dann hinein und beginnen Ihre Reise. Gehen Sie hinunter durch die Öffnung und betreten den Sie den Tunnel. […] Beim Durchqueren des Tunnels könnten Sie auch auf eine natürliche Steinmauer oder einen anderen Widerstand treffen. Wenn das eintritt, gehen Sie einfach außen herum oder eine darin befindliche Spalte hindurch. […] Nehmen Sie nichts von dort mit. Dies ist nur eine Informationsreise.“ (S.68)

Es folgen Erfahrungsberichte von Seminarteilnehmern Harners, die er in diesem Buch fest gehalten hat und jemand, der diese Reise zum ersten Mal unternimmt, eine Art Leitfaden in die Hand geben soll.

Bevor sich nun der abenteuerlustige Leser tatsächlich auf die Suche nach seinem Krafttier machen kann, geht es um den schamanischen Bewusstseinzustand. Der Schamanismusforscher erzählt, dass ein Schamane ein „Mittler zwischen alltäglicher und nicht alltäglicher Wirklichkeit ist.“ (S.83) Er muss in der Lage sein, bei seinen Heilungsaufgaben zwischen den Wirklichkeiten hin- und herzureisen.

Diese Aufgaben sind: Jemand zu helfen, der sein Krafttier oder einen Teil seiner Seele verloren hat und sie ihm wieder zu bringen. Oder einen Patienten zu heilen, der an einer Krankheit leidet.

Außerdem versucht ein Schamane „seine ihm offenbarten Erfahrungen so zu deuten, als ob sie Teile eines großen kosmischen Puzzles seien.“ (S.85)

Und: „Ein wahrer Meisterschamane stellt die Gültigkeit der Erfahrungen anderer nicht in Frage, wenn das auch weniger tüchtige und weniger demütige Schamanen tun. Der Meisterschamane sagt niemals zu Ihnen, daß etwas, das Sie erfahren haben, nur Phantasie sei.“ (ebda.)

Welche Rolle spielt das Trommeln bei den Reisen? Wie es auf das Gehirn wirkt, sei wissenschaftlich nachgewiesen, schreibt Harner. „Durch Laboruntersuchungen hat Neher nachgewiesen, daß das Trommeln Veränderungen im zentralen Nervensystem hervorruft. Die rhythmische Erregung beeinflußt die elektrische Aktivität in ‚vielen Sinnes- und motorischen Zonen des Gehirns, die normalerweise nicht berührt werden, durch deren Vernetzungen mit der erregten Sinneszone’.“ (S.94)

Ab der Seite 103 kommt Michael Harner endlich zur Begegnung mit dem persönlichen Krafttier. Bär, Löwe, Adler oder Kojote? Schamanen kennen und besitzen unterschiedliche Tiere, die ihnen bei ihren Aufgaben helfen. „Die Verbundenheit zwischen den Menschen und der Tierwelt ist eine Grundlage des Schamanismus, wobei der Schamane sein Wissen und seine Methoden dazu benutzt, um an der Krafft jener Welt teilzuhaben. Durch seinen Schutzgeist oder sein Krafttier wird der Schamane mit der Kraft der Tierwelt verbunden: der Welt der Säugetiere, Vögel, Fische und anderer Lebewesen. Der Schamane muß einen bestimmten Hüter haben, um seine Aufgabe zu vollbringen, und dieser Hüter hilft ihm auch dabei auf eine ganz bestimmte, spezielle Art.“ (S. 104)

Diese Krafttiere sind Tiere, haben mitunter auch Eigenschaften der Tiere, verhalten sich aber nicht immer wie ihre Artgenossen. „Die Fähigkeit der Schutztiergeister, zu einem Menschen zu sprechen oder sich manchmal in menschlicher Gestalt zu manifestieren, wird als ein Zeichen ihrer Kraft angesehen. Ein anderes Zeichen ihrer Kraft besteht darin, daß sie sich selbst sichtbar machen, indem sie sich in einem Element bewegen, das nicht ihre arteigene Umwelt ist, Bekannte Beispiele sind ein Landsäugetier oder eine Schlange, die durch die Luft fliegen, mit oder ohne Benutzung von Flügeln. All diese Eigenschaften zeigen, daß das Tier tatsächlich nicht alltäglich ist, sonder ein Kraftträger, der in der Lage ist, die Natur eines normalen Tieres und seine normale Existenz zu übersteigen. Wenn er sich in eine menschliche Gestalt transformiert, ist das ein magischer Kraftakt. Wenn das Krafttier in den Besitz eines Schamanen kommt, handelt es als ein ‚alter ego, wodurch dem Schamanen die Kraft der Transformation übertragen wird, insbesondere die Kraft der Transformation vom Menschen in das Krafttier und umgekehrt.“ (S. 105/106)

Das heißt, eine Schamane ist in der Lage, die Kraft seines Krafttieres zu verwenden – mehr noch, sich in das Krafttier zu verwandeln. Harner betont an dieser Stelle noch einmal, dass es nicht notwendig ist, für diese Verwandlung halluzinogene Drogen zu nehmen. Auch durch den Tanz begleitet von Trommeln, kann dieser schamanische Bewusstseinszustand erreicht werden.

Durch ein Ritual, den „Eröffnungstanz“ sollen das Krafttier eingeladen werden, sich zu zeigen. Um sicher zu gehen, dass das Tier tatsächlich das Krafttier des Rufenden ist, muss es sich vier Mal zeigen. Hat der Schamanisierende nun sein Krafttier gefunden, soll er es tanzen, um es zu begrüßen. Doch dem nicht genug: „Wenn man die schamanische Praxis beibehalten will, muß man sich regelmäßig in sein Tier verwandeln, um es zufriedenzustellen, damit es auch bleibt.“ (S.117)

Und doch ist der Tanz, die Verwandlung nicht die einzige Methode: „Eine andere Methode besteht darin, es in reiner Wildnis oder abgelegenen Teilen öffentlicher Parks zu üben. Ich erinnere mich an einen jungen, im Schamanismus unerfahrenen Mann aus dem Westen, der während der Woche in einem Buchladen arbeitete und sonntags mit seinem Puma in den Regionalpark ging, um mit ihm über die Berge zu laufen. Niemand hat ihn davon abgehalten, und er selbst fand dies befriedigender, als in die Kirche zu gehen“ (ebda.)

Hat eine Person ihr Krafttier verloren, wird sie krank – ernsthaft krank, schreibt der Anthropologe. Sie kann dann Eindringlingen nicht länger widerstehen und ist anfälliger für Viren oder Bakterien. Es ist die Aufgabe des Schamanen, dieses Tier zurück zu holen. Eine Methode ist das so genannte Geist-Boot, das Harner bei den Coast-Salish, ein Indianerstamm im westlichen Staat Washingtons, gesehen und gelernt hat. Hier formen Schamanen entweder im Geist ein Boot, um das Krafttier zurückzuholen, oder sie treffen sich, um dieses Boot zu bilden.

Er selbst habe die Anwendung des Bootes im Jahr 1961 erlernt, als er eine Zeit lang bei den Conibo lebte, die es für die Behandlung von Krankheiten einsetzen (S. 121).

Eine andere Methode ist, dass ein einzelner Schamane in die Unterwelt reist, um für seinen Klienten sein Krafttier zu holen und es ihm danach körperlich einzuhauchen. Auch zu dieser Methode gibt Harner genaue Anweisungen und führt Beispiele an, wie das gelingen kann. Auch betont er an dieser Stelle erneut, dass sich dieses Tier vier Mal zeigen wird und sich somit als Krafttier zu erkennen gibt.

Ein Krafttier um Rat fragen, durch das Krafttier eine Vorhersage der Zukunft zu erhalten – das alles ist möglich, machbar darf natürlich in einem Buch über die Einführung in den Schamanismus nicht fehlen. Spannend sind diese Kapitel durch die unzähligen Erfahrungsberichte aus der eigenen Praxis, aber auch durch die Schilderungen von seiner schamanischen Freunde oder von Menschen, die bei Harner Kurse besucht haben und deren Erlebnisse er an dieser Stelle nieder geschrieben hat.

Das letzte Kapitel handelt von der Extraktion: Um dies durchführen zu können, braucht der Schamane so genannte Pflanzenhelfer, die in ihrer „tierischen“ Gestalt Spinnen, Wespen oder auch Steine sein können. Meistens, schreibt Harner, sind es Insekten. Natürlich lässt er seinen Leser nicht dumm sterben, sondern erklärt, wie diese Helfer gefunden werden können. Dann fügt er die Extraktion an, also die Entfernung von Eindringlingen. Auch hierzu dürfen Beispiele nicht fehlen, so dass der Schamanisierende ein genaues Bild davon bekommt, wie sich ein Eindringling zu erkennen geben könnte und wie er extrahiert wird.

Fazit: Ja, Michael Harner hat es geschafft! Er wollte in den 80er Jahren dieses alte Wissen um den Schamanismus an die Öffentlichkeit bringen. Das ist ihm gelungen. Viele Menschen interessieren sich heute für den Schamanismus, arbeiten mit ihren Krafttieren – im Verborgenen oder in der Öffentlichkeit. Er hat damit eine Lawine los getreten, die sich im Laufe der Jahrzehnte ausgeweitet hat – ein Ende ist nicht in Sicht! Doch genau hier liegt auch Knackpunkt: Noch nie gab es so viele Möchtegern-Schamanen wie heute. Noch nie gab es so viele Menschen, die meinen, Schamanen zu sein. Und eine Teil-Schuld an dieser Entwicklung trifft meiner Ansicht nach Michael Harner. Denn obwohl er betont, dass Menschen, die schamanisch arbeiten, keine Schamanen sind, propagiert er die Methode der Selbst-Einweihung, also die Reise zum eigenen Tod. Das mag zwar funktionieren, macht aber eine Person noch lange nicht zum Schamanen. Denn ein wahrer Schamane wird dazu berufen, von seinen Krafttieren auserwählt. Sich selbst in den Schamanismus zu initiieren, ist schlicht und ergreifend nicht möglich!

Das ist ein Kritikpunkt an diesem Buch. Ein weiterer: Harner schreibt, dass jedes Krafttier nur ein paar Jahre bei seinem Besitzer bleibt. Natürlich gibt es Krafttiere, die nur einige Jahre bleiben, weil die Person etwas Bestimmtes zu lernen hat und sie alleine für diese Aufgabe gekommen sind. Andere aber bleiben, so lange ihr Schützling am Leben ist – und vielleicht noch darüber hinaus. Auch versucht Harner, physische und psychische Krankheiten auf den Verlust des Krafttieres zu reduzieren. Es mag sich als hilfreich erweisen, wenn eine erkrankte Person ihre Krankheit durch die Rückholung ihres Krafttieres besiegen kann, dennoch resultieren meiner Ansicht nach Krankheiten nicht ausschließlich auf dem Fehlen eines Krafttieres.

Ein weiteres Manko des Buches betrifft das Herbeirufen des Krafttieres: Laut Harner geht das ganz einfach – ein abgedunkelter Raum, eine Trommel – vielleicht eine x-beliebige Person, die dazu trommelt, den Suchenden unterstützt – und dann kommt das Krafttier. So einfach. Oder auch nicht! Denn auf der Suche nach dem eigenen Krafttier kann man ganz schnell auf den Holzweg geraten – nicht immer präsentieren sich die Wirklichkeiten in der nicht-alltäglichen Wirklichkeit als das, was sie scheinen. Deshalb ist die Suche nach dem eigenen Krafttier nur durch die Unterstützung eines erfahrenen Menschen sinn- und wirkungsvoll. Denn der Grat zwischen Einbildung und „Realität“ ist sehr schmal – und die Gefahr, sich im eigenen Netz der Phantasien zu verstricken, groß!

Doch am „Weg des Schamanen“ ist nicht alles negativ – auch wenn das auf Grund meiner Kritik auf den ersten Blick so erscheinen mag: Nein, es ist ein sehr breit gefächertes Buch, das viel Raum zum Nachdenken, viel Platz für die eigene Phantasie zulässt. Harner hat dem Suchenden hier einen echten Leitfaden in die Hand gegeben, er öffnet die Augen für eine Welt, die wundervoll, bunt und vielfältig ist. Sein selbst auferlegter Auftrag, den Leser über den Tellerrand hinaus schauen zu lassen, ist ihm voll und ganz geglückt. Das macht das Buch lesenswert! Und die darin beschriebenen Übungen sind größtenteils zum Nachahmen durchaus geeignet.

Schamanenkraft

Samstag, 25. September 2010

Seit Anbeginn der menschlichen Besiedlung unseres Planeten war eine der Hauptanliegen seiner Existenz, die Auseinandersetzung mit der Natur. Bevor Religionen mit ihrer Betonung auf spirituelle Befreiung ins Leben der Menschen traten, lebte er in einer Welt der Magie und magischer Praktiken. Die Wurzeln dieser Praktiken liegen im Schamanismus und Animismus, deren Ursprünge bis ins Paläolithikum oder sogar bis in die Frühzeit der Menschheit zurückreichen. In ihr sind die Naturphänomene (Berge, Wolken, Blitz, Wasser u.a.) durch eine innewohnende Macht oder mit einer treibenden Kraft beseelt, die es zu befrieden und zu kontrollieren galt.
Innerhalb der menschlichen Gemeinschaften übernahm diese wichtige Aufgabe der Schamane. Ein Schamane ist ein Magier oder auch „Priester“, der mittels seiner Energien imstande ist, die von Geistern bewohnte Umwelt zu manipulieren und seine Kräfte zum Wohle seiner Mitmenschen einzusetzen. Er kann auf diese Weise Krankheiten heilen, die Elemente beeinflussen, die Zukunft vorhersagen, eine Seelenbegleitung durchführen, ist Mittler zwischen den Sphären der Götter und Menschen. In seinen Visionen überschreitet der Schamane die Grenzen zwischen seinem inneren Wesen und der äusseren Umwelt – sie sind ganzheitlich und vorrational.

(c) Lucia

(c) Lucia

Schamanisches Universum

Das schamanische Universum wird häufig in drei Bereiche geteilt. Der Himmel als Wohnort der Götter, die Erde als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen sowie die Unterwelt mit den Erdgeistern, den Nagas und anderen Naturwesenheiten. Im Tantrayana gibt es zwar fünf bis sechs Bereiche, doch ist auch hier eine Dreiteilung zu bemerken. Die Menschen und Tiere bewohnen die Mittelwelt. Götter und Titanen sind in der oberen Welt zu Hause, und die Hungergeister – Pretas genannt – und die Höllenwesen wohnen in der Unterwelt.
Es werden dann noch verschiedene weitere Gliederungen vorgenommen. Da gibt es in der Unterwelt die 18 Höllen, von denen acht heiß sind und wiederum acht kalt. Dann gibt es noch die Eintagsleben-Höllen. Bei den Hungergeistern gibt es auch Unterteilungen. Einerseits findet man Yidag (Preta, Bhuta), die gemeinschaftlich leben und an äußeren, inneren und spezifischen Trübungen leiden. Andererseits gibt es dann noch die Tsen, Gyalpo, Shindre, Jungpo, Mamo, Sadag, Lha und Theurang, alles Wesen, die ein Leben in Schrecken und Halluzination verbringen. Das Tierreich gliedert sich in Tiere, die in der Tiefe leben und in Tiere, die verstreut an verschiedenen Orten leben. Im Reich der Tiere sind nicht nur die uns bekannten Tiere, auch Fabelwesen und schlangenartige Wassergeister, die Nagas, werden dazu gezählt. In der Oberwelt wohnen die Titanen, die ständig mit dem Kampf beschäftigt sind. Der Bereich der Götter wird in eine formhafte und formlose Ebene untergliedert. Die obere Welt ist der Sitz der Götter und wird meistens Himmel, Paradies oder Reines Land genannt. Die untere Welt ist der Sitz der Dämonen und wird daher oft auch als Dunkles Reich, Hölle o.ä. bezeichnet. Das Reich des Sichtbaren ist den Steinen, Pflanzen, Tieren und Menschen vorbehalten. In diesen Bereich können Wesen der oberen und unteren Welt eindringen, und das menschliche Leben durcheinander bringen.
Die Schamanen und Hexen können auf der Weltenachse (Lebensbaum, Geisterseil etc.) durch die drei Sphären reisen. Lamas und Chödpas berühren in ihrer Sadhana die verschiedenen Bereiche des Universums mit ihren Ritualgegenständen und nehmen auf diese Weise Kontakt mit den Wesen auf.

Rassel von Lucia


Vitalkraft & Bewusstheit

Ein Eckpfeiler in der schamanischen Weltbetrachtung ist das Wissen um die Lebenskraft. Diese Kraft wird je nach Kultur unterschiedlich benannt, doch deren Bedeutung und das Aussehen werden überall auf der Welt ziemlich übereinstimmend beschrieben. Die individualisierte Lebenskraft wird häufig als Seele, Bewusstsein, Rauch, Wind, Phantom, Geist oder Doppelkörper beschrieben. Die Seele gilt als das Lebensprinzip. Ohne diese Kraft kann kein Körper existieren, wobei sie hingegen sehr wohl ohne Materie auskommen kann. Sie bildet auch die Grundlage unseres Alltagsbewusstseins – unserer ersten Aufmerksamkeitsebene. Verlässt die Seele den Körper, so ist er bewusstlos oder stirbt. Schamanen erklären, dass ein Mensch krank ist, wenn er einen Teil seiner Seele verloren hat oder eine seiner Seelen. Wird dann jener Teil der Lebenskraft eines Menschen dem Körper nicht wieder zugeführt, so wird der Betreffende chronisch krank und muss gar sterben. Er kann aber auch noch über eine kürzere Zeitspanne rein mechanisch weiteragieren, jedoch fehlt ihm die Wachheit seiner früheren Handlungen. Aus gleichem Grund wird die Seele als das „Fühlen einer Person“ beschrieben. Denn, “Wenn das Fühlen bei einer Person verschwindet, ist sie tot.” Die Seele ist verantwortlich für Gesundheit, Wärme und Lebenskraft, eben für alles, was ein bewusstes Leben ermöglicht. Man kann die Seele daher auch als das individuelle, bewusste Sein (Bewusstsein) bezeichnen.
Die Seele ist ein Sammelbegriff von geistig-energetischer Lebendigkeit. Als Ruach oder Ruh – bei uns im Wort Rauch noch bekannt – wurde sie von den Völkern des Vorderen und Mittleren Orients beschrieben. Andere Bezeichnungen sind Wind (tib., lung) oder Lufthauch (griech., pneuma). In archaischen Kulturen wurde die Seele als „das was fühlt“ beschrieben.
Dem Aspekt Seele wurde in spirituellen Traditionen immer besondere Aufmerksamkeit gewidmet, da sie die zentrale Prägestation für geistig-energetische Eindrücke im Bewusstsein war/ist. Schamanen, Lamas, Priester etc. widmeten sich in ihren Tätigkeiten der Entfaltung und Befreiung der individuellen Seelenaspekte. Durch ihre professionelle Tätigkeit in der Gemeinschaft waren sie in der Lage, mit ihren Fähigkeiten auch anderen Menschen bei einem etwaigen Verlust der Seelenanteile zu helfen.
In den Kulturen wurden verschiedene Konzepte der Lebendigkeit entwickelt. Mit jeder Landkarte des inneren Raumes nahm man Bezug auf die Lebensumstände des Einzelnen und der Gemeinschaft. Dabei haben sich Systeme mit einer Anordnung in drei, vier, fünf und sieben Vitalbereiche entwickelt.
Die Geist-Seele ist für die Identität verantwortlich, die Vitalessenz steuert über die schweren Elemente – Erde und Wasser – die Aufbauprozesse, wobei die Dynamik von den leichten Elementen – Feuer und Luft – beigesteuert wird. Der materielle Körper ist eine Wohnung für den „Wahren Körper“. Weiters sind auch Seelenanteile in den sieben Hauptenergiezentren (Chakras). Ein Verlust von einem oder mehreren dieser Teile kann wieder zu speziellen, dem jeweiligen Chakra entsprechenden Symptomen führen.

(c) Lucia

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Seelenführung & rituelles Heilen

Schamanisches Beraten & Heilen ist eine Unterstützung des Menschen auf dem individuellen Lebensweg. Die Schamanen sind die ersten Seelenführer in den Gemeinschaften. Aufgrund ihres umfangreichen Wissens über Schöpfung, Natur, Identität und Wandlung des Geschaffenen werden sie in allen Lebenslagen von der Geburt bis zum Tod konsultiert. In verschiedenen Zeremonien werden Übergangsriten gestaltet, so dass das Individuum die einzelnen Lebensphasen bewusst erleben und abschließen können. Als Zeremonienmeister werden sie in den Gemeinschaften dann mit priesterlichen Funktionen betraut.
Schamanen führen die Seele durch die diesseitigen und jenseitigen Lebensbereiche. Doch nicht alle Schamanen verfügen über die gleichen Fähigkeiten. Je nach ihrer Begabung konnten sie Spezialisten für bestimmte rituelle Aufgaben sein. Nur wenige verfügen über ein umfassendes Wissen der Welten UND die Kraft, Wesen zu führen, zu befrieden, zu bannen, zu kontrollieren etc. Erst nachdem Schamanen einen Stufenweg in ihrer Ausbildung durchlaufen, sind sie in der Lage heilsam zu wirken.

Autor: Enrico Kosmus