Mit ‘Magie’ getaggte Artikel

Michael Howard – Candle Burning – its occult Significance

Samstag, 19. Mai 2018

 

Michael Howard – Candle Burning – its occult Significance

The most simple magical Art

 

Erstauflage: 1975/Aquarian Press; Zweitauflage 1980/Aquarian Press/ISBN UK: 085030 168 8/ISBN USA: 0877284905/95 Seiten/47,95 Pfund

 

Über den Autor

Michael Howard war seit 1976 Herausgeber des Hexen-Magazins „The Cauldron“. Er schrieb über 20 Bücher über Runen, Folklore und Magick. 1969 wurde Howard in Gardnerian Wicca initiiert und war in den 60er Jahren Mitglied des „Luciferian Order of the Morning Star“, später war Eingeweihter der englischen traditionellen Witchcraft-Gruppe „Cultus Sabbati“. Howard verstarb im September 2015.

Eine kleine Auswahl seiner veröffentlichten Bücher: Angels & Goddesses: Celtic Christianity And Paganism In Ancient Britain / Mysteries Of The Runes / The Sacred Ring: The Pagan Origins Of British Folk Festivals And Customs / Way Of The Magus / The Pickingill Papers / The Pillars Of Tubal Cain / The Sacred Earth Guide / The Roebuck In The Thicket / The Robert Cochrane Letters / The Book Of Fallen Angels / Faery Beasts And Animals Of Legends/ Modern Wicca – A History From Gerald Gardner To The Present

 

Über das Buch

Michael Howard behandelt in diesem Buch zwei Themen: Einerseits die Bedeutung von Magie mit Kerzenritualen, andererseits das Finden des persönlichen Begleiters in Form des Erzengels.

Als die einfachste Form der Magie bezeichnet er die Kerzenmagie. Warum sie so einfach ist? Weil der Lernende dafür nicht die 365 Namen Gottes auswendig lernen muss oder mühsam bei Vollmond Alraunen aus dem Boden buddeln muss. Viele hätten sie sogar schon praktiziert, die Kerzenmagie, schreibt Howard und nennt das Ausblasen der Geburtstagskerzen in Verbindung mit einem bestimmten Wunsch. Außerdem kann Kerzenmagie von jedem durchgeführt werden, ganz egal, welcher Religion er angehört. Howard erklärt die Farben für das jeweilige Ritual  (zum Beispiel Rot für die Gesundheit und sexuelle Potenz, Grün für Fruchtbarkeit und Glück, Blau für Weisheit und Schutz oder Weiß für Reinheit und Spiritualität) und nennt die entsprechenden Wochentage, an denen Rituale am besten durchgeführt werden (zum Beispiel Freitag für die Liebe oder Donnerstag für Geldangelegenheiten). Natürlich dürfen an dieser Stelle einfache Rituale nicht fehlen.

Komplizierter wird es dann ab der Buchmitte, wenn er Rituale aufzählt, für die die Hilfe von Engeln benötigt wird. Zum Beispiel bei der „Mystical Novena“, ein Ritual, das der Erfüllung eines speziellen Wunsches dient und über einen bestimmten Zeitraum hinweg durchgeführt werden muss. Oder bei Ritualen für die Astralreise oder einem Ritual zur Zukunftsschau, für die ebenfalls die Erzengel herangezogen werden. Der persönliche Erzengel kann anhand einer Tabelle im Buchanhang gefunden werden, ebenso wie der Planet fürs persönliche Sternzeichen, der auch für einige Rituale von Bedeutung ist.

 

Fazit: Insgesamt ein interessantes Buch über die Herkunft und den Gebrauch der Kerzenmagie. Die meisten Rituale sind einfach durchführbar. Dennoch ist mir persönlich dieses Buch zu Engel-lastig. Wer ein bisschen Erfahrung mit Kerzenmagie hat weiß, dass man dafür nicht einen Erzengel Raphael, Uriel oder Gabriel zu Hilfe holen muss, sondern die einfache, aber prägnante Formulierung des Wunsches, unter Umständen ein entsprechendes Öl als Verstärker (das von Howard auch erwähnt wird), aber vor allem die Konzentration reicht, um einen Wunsch Realität werden zu lassen.

Außerdem bedenklich: Howard erwähnt bei seinen Regeln zur Kerzenmagie im Anhang, dass kein Mensch gegen seinen Willen beeinflusst werden soll, hat aber offensichtlich kein Problem damit, ein Liebesritual  niederzuschreiben, mit dem genau das bewirkt werden soll. Obwohl er auf Seite 29 noch einmal explizit auf den freien Willen einer Person hinweist und vor solchen Ritualen warnt, steht auf Seite 21 unter der Überschrift „Example of Typical Spell“,  wie Person A die Liebe von Person B gewinnen kann.

Alles in allem ist dieses Buch eine nette Ergänzung zu anderen Büchern über Kerzenrituale, wie sie zum Beispiel von Raymond Buckland, Ruby Ray, Anna Riva oder Blaine Ryker publiziert wurden.

Hekate: A Devotional

Samstag, 29. Juli 2017

 

Vivienne Moss
Hekate: A Devotional

2015/Pagan Portals/ISBN-10: 1785351613/ISBN-13: 978-1785351617/
97 Seiten/Paperback: 8,12 Euro

Über die Autorin

Vivienne Moss ist eine geborene Hexe und Priesterin der Hekate. Sie lebt mit ihrem Freund und ihren beiden Töchtern in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Indiana.

Andere Bücher der Autorin: By Blood, Bone, and Blade: A Tribute to the Morrigan (2014)

 

Über das Buch

Der Göttin Hekate und ihrer tiefen, innigen Verbindung zu ihr hat die Autorin ein Buch gewidmet. Wer hinter dem Buchtitel mehr vermutet als eine Ehrerbietung an Hekate, wird enttäuscht. Vivienne Moss reißt ein wenig die Geschichte der Göttin an, doch ist dieses Buch keine Fachliteratur. Viel mehr beschreibt die Autorin mit gewaltigen, tief unter die Haut gehenden Worten die Hingabe, die Liebe, die sie Hekate tagtäglich entgegenbringt. Und wie ihr die Göttin andererseits hilft, ihren Alltag zu meistern. Das Buch ist eine Mischung aus spirituellem Tagebuch, ein Buch über die Magie und Gedichtband. Ideal für Leser, die ihre persönlichen Erfahrungen vergleichen oder eine neue Perspektiven erhalten möchten, wie sie ihre Beziehung zu Hekate vertiefen können.

Fazit: Eine echte Bereicherung für all jene, die die „private“ Seite der Göttin Hekate kennenlernen möchten.

Doreen Valiente – Witch

Samstag, 06. Mai 2017

 

Philip Heselton
Doreen Valiente – Witch
2016 / Centre For Pagan Studies Ltd / ISBN Paperback: 978-0-9928430-6-9, Hardcover: 978-0-9928430-7-6 / 357 Seiten / Gebundene Ausgabe: 35,34 Euro, Taschenbuch: 16,99 Euro

 

Über den Autor

Philip Heselton, geboren 1946, hatte schon seit seiner Jugend eine starke Beziehung zur Natur und zum Paganismus. Angeregt durch eine gut bestückte Bibliothek, interessierte er sich zunächst für Ufologie und traf auf Tony Wedd, seinen ersten Lehrer, der ihm Alfred Watkins große Entdeckung und Forschungsgebiet, die „Ley Lines“, näherbrachte. Philip gründete zusammen mit Jimmy Goddard 1965 den „Ley Hunters Club“ sowie „The Ley Hunter“ Magazine. Die Geheimnisse der Erde beschäftigten ihn so sehr, dass er darüber mehrere Bücher veröffentlichte, darunter „The Elements of Earth Mysteries“ und „Leylines – A Beginner’s Guide“. Sein Interesse an Landschaften führte ihn zu einem abgeschlossenen Studium der Geographie und er begann eine Karriere als Stadt- und Landschaftsplaner, und er wurde Naturschutzbeauftragter, bevor er 1997 in Rente ging. Er war sich immer darüber bewusst, dass es noch andere Existenzebenen als die physische gab und so interessierte er sich für psychische Phänomene und Techniken, einschließlich der Astrologie. 1960 las er zum ersten Mal Gerald Gardners „Witchcraft Today“, das ihn ansprach. In die „Craft“ wurde er jedoch erst wesentlich später initiiert. Für ihn ist Paganismus das Erfahren der tieferen, mystischen Seite der Landschaften um uns herum und dies versuchte er in verschiedenen Büchern, die beim Capall Bann Verlag erschienen, auszudrücken. Darunter „Secret Place of the Goddess“, „Mirrors of Magic“ und „Magical Guardians – Exploring the Spirit and Nature of Trees“. Seit einiger Zeit versucht er zurück zu seinen Wurzeln zu gehen und untersucht die Quellen von Gerald Gardners Schriften. Das Ergebnis sind seine beiden Bücher „Wiccan Roots“ und „Gerald Gardner and the Cauldron of Inspiration“.

 

Über das Buch

“Das ist das Buch, das ich hätte schreiben sollen”. So beginnt John Belham-Payne, der 2016 verstorbene Leiter der Doreen Valiente-Stiftung, sein Vorwort. Doreen Valiente hatte ihm nach ihrem Tod am 1. September 1999 ihre magische Sammlung vermacht, darunter auch Dinge von Gerald Gardner. 2011 gründete er die Doreen Valiente Foundation. Liebevoll bezeichnet Belham-Payne Doreen als „the most remarkable person I have ever met“.

Doch das Schreiben der Biografie überließ Belham-Payne Philip Heselton, dem Experten, wie er schreibt. Weil er erkannte, dass ihm die Arbeit über den Kopf wachsen würde.

Autor Philip Heselton hingegen sah der Aufgabe mit gemischten Gefühlen entgegen: Einerseits freute er sich darauf, war es doch eine für ihn würdevolle Fortsetzung der Gardner Biografie. Andererseits sei er auch ein wenig besorgt gewesen, weil er umgeben von Leuten war, die Doreen noch persönlich gekannt hatten. Im Gegensatz zu ihm.

Schon jetzt ist er sich sicher, dass diese Biografie nicht die letzte von Doreen Valiente bleiben wird, da er einiges aus ihrem Leben nur kurz gestreift und auch nicht alles aus ihrer umfangreichen Materialsammlung durchgesehen hatte. Er hat, schreibt Heselton in seinem Vorwort, nur die Oberfläche dieser gewaltigen Sammlung angekratzt, in der sicher noch viele Geheimnisse verborgen liegen.

Für seinen Streifzug durch Doreens Leben geht Heselton weit zurück. Er beginnt bei ihren Vorfahren, die aus Cerne Abas in der südwestenglischen Grafschaft Dorset stammen. Der Leser erfährt, dass Doreen eigentlich noch einen Bruder gehabt hätte, der aber nicht einmal ein Jahr alt wurde und an den Folgen eines Magengeschwürs im Jahr 1916 verstarb.

Am 4. Januar 1922 in einer Familie geboren, die nicht sehr viel von übernatürlichen Dingen hielt, merkte Doreen bald, dass sie besonders empfänglich war. Heselton schreibt über ein Erlebnis kurz vor Weihnachten, als Doreen mit ihren Eltern London besuchte und ihrer Mutter von einer wunderschön gekleideten Dame vorschwärmte, die aber nur sie sehen konnte.

Im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie für den britischen Geheimdienst, lernte kurz vor Ende des Krieges auch ihren Mann Casimiro Valiente kennen, den sie am 29. Mai 1944 heiratete.

Erst als sie ihre Arbeit beim Geheimdienst beendet hatte, hatte Doreen mit 22 Jahren Zeit darüber nachzudenken, wie sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte. Und fand die Magie. Sie durchforstete die Bibliothek in Bournemouth, wo sie zur damaligen Zeit lebte und fand nicht nur Magie, sondern vor allem die Schriften Aleister Crowleys.

Durch einen Artikel über Hexerei, der am 27. September 1952 in einem Wochenmagazin erschien, bekam Doreen Kontakt zu Cecil Williamson und traf durch ihn im selben Jahr auf Gerald B. Gardner.

In ihren Aufzeichnungen schreibt sie: „We seemed to take an immediate liking in each other. I realized that this man was no time-wasting pretender to occult knowledge. He was something different from the kind of people I had met in esoteric gatherings before.”

„Wir waren uns scheinbar auf den ersten Blick sympathisch. Ich erkannte, dass dieser Mann niemand war, der einfach nur vorgab, sich im Okkultismus auszukennen. Er unterschied sich deutlich von den Menschen, die ich bislang auf esoterischen Treffen kennengelernt hatte.“ (S. 71)

Schnell kam Doreen jedoch drauf, dass die von Gardner angepriesene „alte Religion” gar nicht so alt war. Sie entdeckte in seinem Book of Shadows Material von Aleister Crowley. Darauf angesprochen stritt er es zuerst ab. Später erklärte er ihr, er habe von Crowley die Erlaubnis erhalten, eine Loge zu leiten. Also dürfe er auch sein Material verwenden.

Schließlich war es Doreen, die Gardners „Book of Shadows“ umschrieb und letztendlich auch die „Charge of the Goddess“ neu verfasste.

Nach einigen Streitereien mit Gardner kehrte Doreen dem Coven den Rücken und gründete ihren eigenen Coven. Als Gerald Gardner ein paar Jahre später, im Jahr 1964 stirbt, ist die Betroffenheit in der Wiccan Community zuerst groß. Dann versucht jeder, der in dieser Zeit etwas zu sagen hatte, Geralds Platz einzunehmen.

Nur Doreen nicht: Heselton beschreibt sie als Person, die es nicht mochte, im Rampenlicht der Aufmerksamkeit zu stehen. Als Person, die die Geschehnisse lieber aus der Ferne betrachtete und sich nicht einmischte. Sie liebte die Einsamkeit, die stille Kommunikation mit den Göttern. Hier fühlte sie sich wohl, hier war sie zuhause. Wo es menschelte, da blieb sie lieber fern.

Was Doreen Valiente nach ihrem Tod am 1. September 1999 ihrer Nachwelt vermachte, waren ihre fünf Bücher.

Fazit: Mit Hilfe von John Belham-Payne (gestorben am 15. Februar 2016) und des Centre for Pagan Studies hat Philipp Heselton eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Buch des Jahres 2016 verfasst. Doreen Valiente ist und bleibt eine der interessanten und einflussreichsten Personen in Wicca. Meiner Meinung nach war es höchste Zeit, dass dieses Buch geschrieben wurde. „Doreen Valiente – Witch“ ist packend erzählt. Heselton reiht hier nicht nur stur die Stationen ihres Lebens aneinander, sondern schafft es auch, durch die eine oder andere Anekdote aus ihren Aufzeichnungen Witz und Charme rüberzubringen. Zum Beispiel an der Stelle, wo sie Gerald Gardner einen „cunning old devil“, einen „ausgefuchsten, alten Teufel nennt“, als er sie vor einem Winter Solstice-Ritual durch einen Trick dazu nötigt, ein Ritual auszuarbeiten.

Schnell wird dem Leser klar, dass Gerald B. Gardner, der „Father of Witchcraft“ selbst alles nur erfunden hat, die alte Religion in Wirklichkeit gar nicht alt, sondern nur zusammengeklaut ist. Dass die Wicca-Rituale trotzdem funktionieren, wie die „Charge of the Goddess“ im Laufe der Jahre ein Eigenleben entwickelt haben – das ist vor allem Doreen zu verdanken, der bedeutendsten von Gardners Hohepriesterinnen.

Kurzum: Philipp Heselton hat eine rundum gelungene Biografie über eine faszinierende Frau verfasst! Wenn man sich für die Wicca-Geschichte interessiert, gehört „Doreen Valiente – Witch“ unbedingt in den Bücherschrank!

Janet & Stewart Farrar – Spells and how they work

Samstag, 02. April 2016

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Erstauflage: 1990/St. Edmundsbury Press Limited/Phoenix Publishing/ISBN: 0919345638/191 Seiten

2. Auflage: 1991/3. Auflage: 1992/BCA

Über die Autoren

Stewart Farrar kam am 28. Februar 1916 in Essex in Großbritannien zur Welt. Seine Eltern waren Christian Scientists, also wurde er auch so erzogen. Doch bereits im Alter von 20 Jahren fühlte er sich zum Hexentum hingezogen. Seine Ausbildung als Journalist absolvierte er am “University College“ in London, schloss diese 1937 mit Diplom ab. In seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er im Londoner Reuters Büro (1953 und 1954), war Drehbuchautor für die englischen Filmgesellschaften “Associated British-Pathe“ und “Associated British Corporation“ sowie freier Mitarbeiter der BBC. Seinen ersten Roman „The Snake on 99“ veröffentlichte Farrar im Jahr 1958. Im Jahr 1969 – Farrar arbeitete für die Wochenzeitung “Reveille“ – wurde er zu einer Pressevorführung des Films “Legend of the Witches“ geschickt. An der Vorführung nahmen auch Alex Sanders und seine Frau Maxine teil, die bei diesem Film als Ratgeber mitwirkten. Die Herausgeber der Zeitung beauftragen Stewart Farrar ein Interview mit Alex Sanders zu führen. So kam er mit Wicca in Kontakt, nahm in der Folge auch an einem Initiationsritual teil. Das beeindruckte ihn so sehr, dass er mit der Arbeit zu seinem ersten Science Fiction-Roman “What Witches Do“ begann. Er ließ sich durch die Sanders ausbilden und wurde am 21. Februar 1970 in die Alexandrian Tradition initiiert. Im Coven lernte er dann auch seine spätere Frau, Janet Owen, kennen. Am 17. Oktober 1970 wurden beide von Alex Sanders in den zweiten Grad initiiert und erhielten ihren dritten Grad am 24. April 1971. Im selben Jahr wurde auch “What Witches Do“ veröffentlicht und die Farrars gründeten ihren eigenen Coven (noch bevor sie den dritten Grad erhielten). 1972 feierten sie Handfasting, legal heirateten sie 1975. Vor seiner Ehe mit Janet Owen war Stewart Farrar bereits fünf Mal verheiratet, hatte aus drei dieser früheren Ehen auch zwei Töchter und zwei Söhne. 1974 kündigte er bei “Reveille“ und war seitdem nur noch freier Mitarbeiter. 1976 zogen die Farrars nach Irland. Sie lebten in den Grafschaften Mayo und Wicklow, bis sie sich endgültig in Kells bei der Grafschaft Meath niederließen. Stewart Farrar starb am 7. Februar 2000 nach kurzer Krankheit.

Janet Farrar wurde am 24. Juni 1950 als Janet Owen geboren. Ihre Familie – die irischer, englischer und walisischer Abstammung ist – gehörten der Church of England an. Nach der Highschool arbeitete sie als Rezeptzionistin und als Model. 1970 lernte sie Alex Sanders durch eine Freundin kennen. Sie begleitete diese Freundin zu einem Treffen, weil sie diese davon abhalten wollte, dem Coven beizutreten. Statt ihrer Freundin trat letztendlich aber sie selbst bei. 

Über das Buch

Vor 26 Jahren haben die Farrars dieses Buch geschrieben. Zu einer Zeit, in der es noch kein Internet, kein Social Media gab und der Magie-Interessierte seine Frage nicht einfach in eine Suchmaschine eingeben konnte, um in Sekundenschnelle die passenden Antworten zu erhalten.

Wo heute einschlägige magische Sprüche zur schnellen Hilfe bei etwaigen irdischen Problemen auf irgendwelchen Foren oder Ratgeberseiten gefunden werden können, standen Janet und Stewart Farrar damals vor einem anderen Problem. Welches, wird im Vorwort klar. Da ersuchen sie ihre Leser, ihnen keine Briefe mit Anfragen für Zauber mehr zu schicken.

„Trying to solve the problems of dozens of strangers whom we have never met would drain us, or anyone else, in a week. It would also be irresponsible, because, however honest the writer tries to be, one cannot have the whole picture; after all, what doctor would diagnose and prescribe by post. And if you read this book carefully, we hope you will find we have pointed a way towards solving such problems for yourself.”

Auf den ersten Seiten machen die beiden Autoren also klar, warum sie dieses Buch auf den Markt gebracht haben. Es soll tausenden verzweifelten Menschen da draußen eine Anleitung geben. Ein Wegweiser in Richtung Magie. Um Zweifel zu zerstreuen, fragen sie auch im ersten Kapitel „Do Spells Work?“. Geben darauf aber keine direkte Antwort, sondern erklären, warum sich in den letzten Jahrzehnten sogar die Wissenschaft für die Magie und psychische Kräfte interessiert.

Konkreter werden die Autoren dann bei „Why and How“. Hier gehen sie auf die verschiedenen Realitätsebenen ein. Besonders die Astralebene ist die, die für Zaubersprüche sehr wichtig ist. Soll ein Zauber aber richtig wirken, muss die richtige Kommunikation zwischen allen Ebenen gefunden werden. So reagiert die Mentalebene auf Wörter, die Astral- und die physische Ebene verstehen die Sprache des Unterbewusstseins, während für die Astralebene Symbole und Bilder verwendet werden.

Das ethische Motto „An ye harm none, do what thou wilt“ erklären die Farrars damit, dass jedem Zauber ein legitimes Ziel zugrunde gelegt werden muss. Konkret: Nicht einfach dem eigenen egoistischen Willen folgen, sondern Regeln beachten. Diese sind, dass man niemals einen Zauber durchführen sollte, um jemandem zu schaden. Dass man niemanden gegen seinen eigenen Willen manipulieren sollte. Außerdem soll der, der den Zauber durchführt, niemals annehmen, dass er alle Umstände einer Situation kennt. Wichtig sei auch, niemals Magie für seinen eigenen Profit zu betreiben, wodurch jemand anderer auf der Strecke bleiben könnte. Bei der Durchführung sollte man auch genau auf die Wortwahl achten, den Spruch präzise formulieren und keinen Raum für Schlupflöcher lassen, bei denen wiederum jemand zu Schaden kommen könnte.

Um unbedarfte Menschen zu warnen, was beim Brechen einer dieser Regeln auf sie zukommen könnte, haben die Farrars das Kapitel über den „Boomerang Effect“ eingefügt. Bumerang bedeutet, dass jede physische Attacke, die gegen jemand mit einer starken physischen Abwehr gerichtet ist, dreifach auf den Ausführenden zurücktrifft.

„‘A stronger defence‘ can mean three things. First, of course, conscious and deliberate defence when you are aware of the attack. Second, the habit of keeping yourself permanently in a state of defence. And third, a naturally tough psychic skin – which many people, even without any occult knowledge or even a belief in psychism, do possess. “ (S.22)

An dieser Stelle fügen die Autoren einen Zauberspruch mit an, mit dem eine psychische Attacke an den Verursacher zurückgeschickt werden kann.

Der psychischen Selbstverteidigung ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Drei Arten von Angst gibt es, klären die Farrars auf – „Paranoia, Panik und Paralyse“, die drei P. Wie man eine gesunde psychische Selbstverteidigung aufbaut, sich gegen Angriffe schützen kann, erklären sie in diesem Kapitel. Nicht fehlen darf hier die Verteidigung gegen die sogenannten Energievampire, also Menschen, die unbewusst von anderen Energie abziehen.

Konzentration, Wille, Visualisierung und natürlich Übung sind die wichtigsten Zutaten für einen erfolgreichen Spruch. Und das Schlüsselelement fürs Gelingen: Die Energie, die man hochgezogen hat, loslassen.

„We have witnessed cases in which this has been overlooked – and the result has been not only frustration of the intent but, on the physical level, a severe headache for the practitioner.“ (S.33)

Um das passende Umfeld, also Räucherung, Öle, und die Hilfsmittel für die Visualisierung – zum Beispiel mit einer Puppe – geht es unter anderem in „Setting about it”. In diesem Kapitel finden sich auch die Farben – die zum Beispiel für Kerzenmagie gebraucht werden – mit den entsprechenden Zuordnungen und den kabbalistischen Sphären. Überdies listen die Farrars auch eine nummerologische Zuordnung der Zahlen eins bis 13 auf.

Janet und Stewart scheuen sich auch nicht davor, das heute wie auch damals heiß diskutierte Thema der Sexualmagie aufzugreifen: „Any strong emotion produces an incandescent fireball on the astral plane. […] Erotic feeling and activity engender is just about the brightest astral fireball (with its explosion at the climax of orgasm) that can legitimately be harnessed to a magical operation.” (S.48)

Sie betonen aber auch, dass Sexualmagie nur von einem Paar durchgeführt werden sollte, für die die Sexualität Teil ihrer Beziehung ist – also von Ehepartnern oder einem Pärchen. Denn: „Sex magic without love is black magic“ (S.48)

Durchgeführt werden sollte Sexualmagie dann, wenn viel Energie gebraucht wird. Hier beschreiben die Farrars ein Ritual, das für ein Kind gemacht wurde, das andernfalls gestorben wäre. Die Ärzte nannten dessen Genesung ein Wunder.

Auch fürs magische Arbeiten nach der Kabbala ist ein Kapitel reserviert. Die Farrars betonen „The Cabala is not generally regarded as a part of mainstream Wiccan tradition; some witches find it helpful, while others make a point of avoiding it. […] We are among those who find Cabalistic concepts a fruitful expansion of ‘pure’ witchcraft (if there is such a thing).“ (S.55)

Darauf, wie der Einzelne mit der Kabbalah effektiv magisch arbeiten kann, gehen die Farrars aber nicht weiter ein. Sie belassen es bei der Aufzählung der Eigenschaften der einzelnen Sephiroth und haben eine Zeichnung des Lebensbaums beigefügt.

Hier endet der eigentlich wirklich interessante Teil des Buches. Die anderen Kapitel drehen sich um um Talismane, Wetter-Zaubersprüche, Bindesprüche oder Liebeszauber, die aber meistens aus der Folklore- und Sympathiemagie stammen. Im Anhang finden sich unter anderem eine Auflistung der Planetenstunden sowie magische Alphabete.

Fazit: Der Buchtitel „Spells and how they work“ hält nicht ganz, was er verspricht. Interessant ist der Einblick in den magischen Alltag der Farrars und ihres damaligen Covens. Sie bringen auch haufenweise Beispiele von Zaubersprüchen, die durchgeführt wurden und auch zum Erfolg geführt haben. Allerdings lassen sie eines vermissen: Den konkreten Aufbau eines Rituals. Stattdessen findet der Leser „Zaubersprüche aus alten Zeiten“, darunter auch den „Ojala“-Spruch (S.77), bei dem die Autoren behaupten, das Wort wäre ein Ausdruck für „Allah“. Tatsächlich bedeutet „Ojala“ – „hoffentlich“. Auch lassen sie offen, wofür oder wogegen der Spruch wirken soll.

Aus der folkloristischen und Sympathiemagie besteht der größte Teil der Kapitel über die magischen Zaubersprüche. Natürlich könnte man dem entgegenhalten, dass die heutige Magie aus der Folklore entstanden ist. Nur hat das mantraartige Wiederholen eines bestimmten Spruchs eher etwas mit den „Wünschen ans Universum“ zu tun: Es kann etwas bewirken, es kann aber auch nichts bewirken.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die magischen Sprüche zur Heilung, die die Farrars auf drei Seiten abhandeln. Unter den hier vorgestellten Sprüchen findet sich einer zur Heilung von Knochenbrüchen, einer bei chronischen Herzproblemen, ein weiterer, um Kopfschmerzen zu heilen und ein älterer aus Ägypten gegen Schlangenbisse.

Um Herzprobleme zu heilen, soll es demnach einfach reichen, in eine Puppe, die die Person repräsentiert, einen Rosenquarz ins Herzchakra einzunähen. An diesem Beispiel wird das Problem verdeutlicht, das sich nach Ansicht der Rezensentin wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Es ist eine nette Ergänzung zu anderen Büchern, die genauer auf das Thema Zaubersprüche und Rituale eingehen. Andererseits bleiben zu viele Fragen offen, der unbedarfte Leser, der sich hier eine echte Hilfestellung in puncto „Magie und Heilung“ erhofft, wird von den beiden Autoren zu oft im Dunklen gelassen. Deshalb nur bedingt empfehlenswert!

Ann-Marie Gallagher – The Spells Bible

Samstag, 03. Oktober 2015

Ann-Marie Gallagher – The Spells Bible

2003/Walking Stick Press/ ISBN: 1582972443/S. 400/EUR 18,13

Über die Autorin

Ann-Marie Gallagher ist Historikerin, Feministin, Dozentin an der Universität Lancashire in Großbritannien und bekennende Hexe. Seit Jahren hält sie Vorträge über Hexerei, heidnische und Göttinnen-Spiritualität, Magie, frauenspezifische Themen, Genderforschung und Folklore. Über diese Inhalten sprach Gallagher auch schon in einigen Radioshows. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in Lancashire.

Andere Bücher: Thorsons Way of the Goddess (2000), Re-presenting the Past: Women and History (2001), Spellcraft: Practical Spells for Modern Life (2001), Magical Spells for Your Home: How to Bring Magic Into Every Area of Your Life (2002), The Wicca Bible: The Definitive Guide to Magic (2005), Inner Magic: A Guide to Witchcraft (2007)

Über das Buch

Bibel – schon der Name signalisiert, dass dieses Buch etwas Wichtiges, ja sogar vielleicht etwas Heiliges sein muss. Mittlerweile scheint es in Mode gekommen, ein Buch mit „Bibel“ zu betiteln. Da überschwemmen „The Chakra Bible“, „The Tarot Bible“, „The Wicca Bible“, “The Angel Bible”, “Astrology Bible” oder “The Chrystal Bible” den Büchermarkt. Nicht zu vergessen Janet & Stewart Farrar mit ihrer “Witches Bible”, sicherlich eine der ersten Autoren, die einem Buch diesen Titel gaben. Nun also „The Spells Bible“, die Bibel der Zaubersprüche.

Der Untertitel „The definitive guide to charms and enchantments“ vermittelt dem unbedarften Käufer, dass dieses Buch ein „Muss“ ist, wenn man sich mit Magie sein Leben erleichtern und bereichern möchte. Die Autorin Ann-Marie Gallagher folgt mit diesem Buch einem Trend. Dem Trend der heutigen Konsumgesellschaft, Lesern alles so mundgerecht wie möglich zu servieren. Dass sie damit den Nerv ihrer Zielgruppe – junge Mädchen und Frauen in den mittleren Jahren – getroffen hat, zeigen die Rezensionen auf Amazon.com: „Seit Jahren habe ich nach so einem Buch gesucht“, schreibt eine. „Das beste Buch für Zaubersprüche, das es gibt“, eine andere. „Großartige Bilder und viele nützliche Sprüche“, eine Dritte. Kritik erhält die Autorin lediglich von Leserinnen, die sich daran stören, dass das Buch keine besseren Abbildungen enthält oder fast jeder Zauber mit Räucherkohle durchgeführt werden muss. Die sind aber deshalb nicht minder begeistert von der „Spells Bible“.

Auf den ersten Blick vermittelt das Buch genau den Eindruck, den es vermitteln soll: Den eines Nachschlagewerks. Unterschiedliche kleine Bildchen auf dem Einband, ohne viel Schnickschnack kommt es im handlichen Taschenbuchformat daher.

Einleitend erklärt Gallagher kurz die Grundlagen der Magie, wie man mit ihr arbeitet, sich seinen eigenen Raum zwischen den Welten schafft. Der Raum, in dem ein Zauber wirken kann und soll.

Die innere Einstellung, mit der man an eine magische Arbeit herangeht ist der Schlüssel zum Erfolg, erklärt sie einleitend (S. 13). Und all diejenigen, die am liebsten gleich ans Eingemachte gehen wollen, warnt sie: „In case you are tempted to pass over this section, let me add that failure to do the basic work described here will result in wasted effort as far as spell casting goes“ (ebda). Und noch ein zweites Mal warnt sie ihre Leser: Bevor ihr einen Zauber einsetzt, um euer Ziel zu erreichen, überlegt euch gut, ob ihr den wirklich braucht. Denn „Magic should never be used as an alternative to a material action – this just wastes everybody’s time, enables people to avoid facing reality, and feeds whatever delusions they may be harboring that their problems can be solved with no effort on their part.“ (S. 14).

Nach den einleitenden Erklärungen, zu denen auch ein kurzer Abriss über die Jahreskreisfeste gehört, geht’s dann zum eigentlichen Thema des Buches: Zu den Zaubersprüchen. Diese sind nach einzelnen Themenfeldern unterteilt: Liebe und Leidenschaft, Karriere und Arbeit, Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden, Familie, Freunde und häusliches Umfeld, Jahreszeiten, Glück, Schutz und Segnung, Prophezeiung sowie bannende und bindende Sprüche. Insgesamt 150, also eine beträchtliche Sammlung.

Jeden Zauber hat Ann-Marie Gallagher mit einem Namen versehen, die Begründung und eine genaue Erklärung, wofür er eingesetzt wird, stehen darunter. Es folgen die Zutaten, die für den Zauber benötigt werden, dann die genaue Durchführung.

Die Bestandteile der Zauber sind zum Großteil in jedem guten Esoterik-Shop, online oder auch in der Natur erhältlich. Nur einige lassen sich nicht so einfach beschaffen, beispielsweise die Feder einer Eule, rote Tinte oder Schlangenhaut. Andere Zutaten gibt es nur saisonal, wie die Ringelblume, die für den „Bottle Spell“ benötigt wird.

Die Zauber selbst sind einfach durchzuführen. Einige sind im Bereich der Sympathiemagie angesiedelt, andere ähneln jenen, die auch in jedem anderen Magiebuch gefunden werden können. Von einigen Zaubern würde die Rezensentin jedoch jedem Magieneuling abraten. Dazu gehören die Runenzauber, wie beispielsweise das Tyr-Amulett, mit dem der Durchführende eine neue Stelle erhalten soll. Runen sind lebende Wesenheiten, nicht einfach nur Schriftzeichen, die jeden Missbrauch übel nehmen, sogar bestrafen.

Fazit: Magie schnell einfach und unkompliziert durchführen, ohne viel Brimborium. Das wünschen sich viele: Egal, ob sie sich die Magie in ihr Leben zurückholen möchten oder einfach nur die Lösung für ein Problem suchen. Die „Spells Bible“ ist sicher interessant, um sich Ideen und Anreize für Rituale zu holen, das eine oder andere umzuschreiben und über die Durchführung zu lernen. Allerdings sollte man auch bei einem Buch, das schnelle, magische Lösungen verspricht, den gesunden Menschenverstand nicht ausschalten, gegebenenfalls die Rituale hinterfragen, vielleicht sogar umschreiben und erweitern, wenn man sich in der Magie auskennt.

Und sich vor allem – wie auch die Autorin in ihrer Einleitung schreibt – eingangs fragen, ob das Problem nicht auch auf anderem Weg als mit Magie zu bewältigen ist.

Die „Bibel der Zaubersprüche“ ist auf jeden Fall eine nette Ergänzung in der Magie-Sektion der privaten Büchersammlung.

Ann-Marie Gallagher – The Spells Bible

2003/Walking Stick Press/ ISBN: 1582972443/S. 400/EUR 18,13

Über die Autorin

Ann-Marie Gallagher ist Historikerin, Feministin, Dozentin an der Universität Lancashire in Großbritannien und bekennende Hexe. Seit Jahren hält sie Vorträge über Hexerei, heidnische und Göttinnen-Spiritualität, Magie, frauenspezifische Themen, Genderforschung und Folklore. Über diese Inhalten sprach Gallagher auch schon in einigen Radioshows. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in Lancashire.

Andere Bücher: Thorsons Way of the Goddess (2000), Re-presenting the Past: Women and History (2001), Spellcraft: Practical Spells for Modern Life (2001), Magical Spells for Your Home: How to Bring Magic Into Every Area of Your Life (2002), The Wicca Bible: The Definitive Guide to Magic (2005), Inner Magic: A Guide to Witchcraft (2007)

Über das Buch

Bibel – schon der Name signalisiert, dass dieses Buch etwas Wichtiges, ja sogar vielleicht etwas Heiliges sein muss. Mittlerweile scheint es in Mode gekommen, ein Buch mit „Bibel“ zu betiteln. Da überschwemmen „The Chakra Bible“, „The Tarot Bible“, „The Wicca Bible“, “The Angel Bible”, “Astrology Bible” oder “The Chrystal Bible” den Büchermarkt. Nicht zu vergessen Janet & Stewart Farrar mit ihrer “Witches Bible”, sicherlich eine der ersten Autoren, die einem Buch diesen Titel gaben. Nun also „The Spells Bible“, die Bibel der Zaubersprüche.

Der Untertitel „The definitive guide to charms and enchantments“ vermittelt dem unbedarften Käufer, dass dieses Buch ein „Muss“ ist, wenn man sich mit Magie sein Leben erleichtern und bereichern möchte. Die Autorin Ann-Marie Gallagher folgt mit diesem Buch einem Trend. Dem Trend der heutigen Konsumgesellschaft, Lesern alles so mundgerecht wie möglich zu servieren. Dass sie damit den Nerv ihrer Zielgruppe – junge Mädchen und Frauen in den mittleren Jahren – getroffen hat, zeigen die Rezensionen auf Amazon.com: „Seit Jahren habe ich nach so einem Buch gesucht“, schreibt eine. „Das beste Buch für Zaubersprüche, das es gibt“, eine andere. „Großartige Bilder und viele nützliche Sprüche“, eine Dritte. Kritik erhält die Autorin lediglich von Leserinnen, die sich daran stören, dass das Buch keine besseren Abbildungen enthält oder fast jeder Zauber mit Räucherkohle durchgeführt werden muss. Die sind aber deshalb nicht minder begeistert von der „Spells Bible“.

Auf den ersten Blick vermittelt das Buch genau den Eindruck, den es vermitteln soll: Den eines Nachschlagewerks. Unterschiedliche kleine Bildchen auf dem Einband, ohne viel Schnickschnack kommt es im handlichen Taschenbuchformat daher.

Einleitend erklärt Gallagher kurz die Grundlagen der Magie, wie man mit ihr arbeitet, sich seinen eigenen Raum zwischen den Welten schafft. Der Raum, in dem ein Zauber wirken kann und soll.

Die innere Einstellung, mit der man an eine magische Arbeit herangeht ist der Schlüssel zum Erfolg, erklärt sie einleitend (S. 13). Und all diejenigen, die am liebsten gleich ans Eingemachte gehen wollen, warnt sie: „In case you are tempted to pass over this section, let me add that failure to do the basic work described here will result in wasted effort as far as spell casting goes“ (ebda). Und noch ein zweites Mal warnt sie ihre Leser: Bevor ihr einen Zauber einsetzt, um euer Ziel zu erreichen, überlegt euch gut, ob ihr den wirklich braucht. Denn „Magic should never be used as an alternative to a material action – this just wastes everybody’s time, enables people to avoid facing reality, and feeds whatever delusions they may be harboring that their problems can be solved with no effort on their part.“ (S. 14).

Nach den einleitenden Erklärungen, zu denen auch ein kurzer Abriss über die Jahreskreisfeste gehört, geht’s dann zum eigentlichen Thema des Buches: Zu den Zaubersprüchen. Diese sind nach einzelnen Themenfeldern unterteilt: Liebe und Leidenschaft, Karriere und Arbeit, Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden, Familie, Freunde und häusliches Umfeld, Jahreszeiten, Glück, Schutz und Segnung, Prophezeiung sowie bannende und bindende Sprüche. Insgesamt 150, also eine beträchtliche Sammlung.

Jeden Zauber hat Ann-Marie Gallagher mit einem Namen versehen, die Begründung und eine genaue Erklärung, wofür er eingesetzt wird, stehen darunter. Es folgen die Zutaten, die für den Zauber benötigt werden, dann die genaue Durchführung.

Die Bestandteile der Zauber sind zum Großteil in jedem guten Esoterik-Shop, online oder auch in der Natur erhältlich. Nur einige lassen sich nicht so einfach beschaffen, beispielsweise die Feder einer Eule, rote Tinte oder Schlangenhaut. Andere Zutaten gibt es nur saisonal, wie die Ringelblume, die für den „Bottle Spell“ benötigt wird.

Die Zauber selbst sind einfach durchzuführen. Einige sind im Bereich der Sympathiemagie angesiedelt, andere ähneln jenen, die auch in jedem anderen Magiebuch gefunden werden können. Von einigen Zaubern würde die Rezensentin jedoch jedem Magieneuling abraten. Dazu gehören die Runenzauber, wie beispielsweise das Tyr-Amulett, mit dem der Durchführende eine neue Stelle erhalten soll. Runen sind lebende Wesenheiten, nicht einfach nur Schriftzeichen, die jeden Missbrauch übel nehmen, sogar bestrafen.

Fazit: Magie schnell einfach und unkompliziert durchführen, ohne viel Brimborium. Das wünschen sich viele: Egal, ob sie sich die Magie in ihr Leben zurückholen möchten oder einfach nur die Lösung für ein Problem suchen. Die „Spells Bible“ ist sicher interessant, um sich Ideen und Anreize für Rituale zu holen, das eine oder andere umzuschreiben und über die Durchführung zu lernen. Allerdings sollte man auch bei einem Buch, das schnelle, magische Lösungen verspricht, den gesunden Menschenverstand nicht ausschalten, gegebenenfalls die Rituale hinterfragen, vielleicht sogar umschreiben und erweitern, wenn man sich in der Magie auskennt.

Und sich vor allem – wie auch die Autorin in ihrer Einleitung schreibt – eingangs fragen, ob das Problem nicht auch auf anderem Weg als mit Magie zu bewältigen ist.

Die „Bibel der Zaubersprüche“ ist auf jeden Fall eine nette Ergänzung in der Magie-Sektion der privaten Büchersammlung.