Mit ‘Magie’ getaggte Artikel

Hekate: A Devotional

Samstag, 29. Juli 2017

 

Vivienne Moss
Hekate: A Devotional

2015/Pagan Portals/ISBN-10: 1785351613/ISBN-13: 978-1785351617/
97 Seiten/Paperback: 8,12 Euro

Über die Autorin

Vivienne Moss ist eine geborene Hexe und Priesterin der Hekate. Sie lebt mit ihrem Freund und ihren beiden Töchtern in einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Indiana.

Andere Bücher der Autorin: By Blood, Bone, and Blade: A Tribute to the Morrigan (2014)

 

Über das Buch

Der Göttin Hekate und ihrer tiefen, innigen Verbindung zu ihr hat die Autorin ein Buch gewidmet. Wer hinter dem Buchtitel mehr vermutet als eine Ehrerbietung an Hekate, wird enttäuscht. Vivienne Moss reißt ein wenig die Geschichte der Göttin an, doch ist dieses Buch keine Fachliteratur. Viel mehr beschreibt die Autorin mit gewaltigen, tief unter die Haut gehenden Worten die Hingabe, die Liebe, die sie Hekate tagtäglich entgegenbringt. Und wie ihr die Göttin andererseits hilft, ihren Alltag zu meistern. Das Buch ist eine Mischung aus spirituellem Tagebuch, ein Buch über die Magie und Gedichtband. Ideal für Leser, die ihre persönlichen Erfahrungen vergleichen oder eine neue Perspektiven erhalten möchten, wie sie ihre Beziehung zu Hekate vertiefen können.

Fazit: Eine echte Bereicherung für all jene, die die „private“ Seite der Göttin Hekate kennenlernen möchten.

Doreen Valiente – Witch

Samstag, 06. Mai 2017

 

Philip Heselton
Doreen Valiente – Witch
2016 / Centre For Pagan Studies Ltd / ISBN Paperback: 978-0-9928430-6-9, Hardcover: 978-0-9928430-7-6 / 357 Seiten / Gebundene Ausgabe: 35,34 Euro, Taschenbuch: 16,99 Euro

 

Über den Autor

Philip Heselton, geboren 1946, hatte schon seit seiner Jugend eine starke Beziehung zur Natur und zum Paganismus. Angeregt durch eine gut bestückte Bibliothek, interessierte er sich zunächst für Ufologie und traf auf Tony Wedd, seinen ersten Lehrer, der ihm Alfred Watkins große Entdeckung und Forschungsgebiet, die „Ley Lines“, näherbrachte. Philip gründete zusammen mit Jimmy Goddard 1965 den „Ley Hunters Club“ sowie „The Ley Hunter“ Magazine. Die Geheimnisse der Erde beschäftigten ihn so sehr, dass er darüber mehrere Bücher veröffentlichte, darunter „The Elements of Earth Mysteries“ und „Leylines – A Beginner’s Guide“. Sein Interesse an Landschaften führte ihn zu einem abgeschlossenen Studium der Geographie und er begann eine Karriere als Stadt- und Landschaftsplaner, und er wurde Naturschutzbeauftragter, bevor er 1997 in Rente ging. Er war sich immer darüber bewusst, dass es noch andere Existenzebenen als die physische gab und so interessierte er sich für psychische Phänomene und Techniken, einschließlich der Astrologie. 1960 las er zum ersten Mal Gerald Gardners „Witchcraft Today“, das ihn ansprach. In die „Craft“ wurde er jedoch erst wesentlich später initiiert. Für ihn ist Paganismus das Erfahren der tieferen, mystischen Seite der Landschaften um uns herum und dies versuchte er in verschiedenen Büchern, die beim Capall Bann Verlag erschienen, auszudrücken. Darunter „Secret Place of the Goddess“, „Mirrors of Magic“ und „Magical Guardians – Exploring the Spirit and Nature of Trees“. Seit einiger Zeit versucht er zurück zu seinen Wurzeln zu gehen und untersucht die Quellen von Gerald Gardners Schriften. Das Ergebnis sind seine beiden Bücher „Wiccan Roots“ und „Gerald Gardner and the Cauldron of Inspiration“.

 

Über das Buch

“Das ist das Buch, das ich hätte schreiben sollen”. So beginnt John Belham-Payne, der 2016 verstorbene Leiter der Doreen Valiente-Stiftung, sein Vorwort. Doreen Valiente hatte ihm nach ihrem Tod am 1. September 1999 ihre magische Sammlung vermacht, darunter auch Dinge von Gerald Gardner. 2011 gründete er die Doreen Valiente Foundation. Liebevoll bezeichnet Belham-Payne Doreen als „the most remarkable person I have ever met“.

Doch das Schreiben der Biografie überließ Belham-Payne Philip Heselton, dem Experten, wie er schreibt. Weil er erkannte, dass ihm die Arbeit über den Kopf wachsen würde.

Autor Philip Heselton hingegen sah der Aufgabe mit gemischten Gefühlen entgegen: Einerseits freute er sich darauf, war es doch eine für ihn würdevolle Fortsetzung der Gardner Biografie. Andererseits sei er auch ein wenig besorgt gewesen, weil er umgeben von Leuten war, die Doreen noch persönlich gekannt hatten. Im Gegensatz zu ihm.

Schon jetzt ist er sich sicher, dass diese Biografie nicht die letzte von Doreen Valiente bleiben wird, da er einiges aus ihrem Leben nur kurz gestreift und auch nicht alles aus ihrer umfangreichen Materialsammlung durchgesehen hatte. Er hat, schreibt Heselton in seinem Vorwort, nur die Oberfläche dieser gewaltigen Sammlung angekratzt, in der sicher noch viele Geheimnisse verborgen liegen.

Für seinen Streifzug durch Doreens Leben geht Heselton weit zurück. Er beginnt bei ihren Vorfahren, die aus Cerne Abas in der südwestenglischen Grafschaft Dorset stammen. Der Leser erfährt, dass Doreen eigentlich noch einen Bruder gehabt hätte, der aber nicht einmal ein Jahr alt wurde und an den Folgen eines Magengeschwürs im Jahr 1916 verstarb.

Am 4. Januar 1922 in einer Familie geboren, die nicht sehr viel von übernatürlichen Dingen hielt, merkte Doreen bald, dass sie besonders empfänglich war. Heselton schreibt über ein Erlebnis kurz vor Weihnachten, als Doreen mit ihren Eltern London besuchte und ihrer Mutter von einer wunderschön gekleideten Dame vorschwärmte, die aber nur sie sehen konnte.

Im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie für den britischen Geheimdienst, lernte kurz vor Ende des Krieges auch ihren Mann Casimiro Valiente kennen, den sie am 29. Mai 1944 heiratete.

Erst als sie ihre Arbeit beim Geheimdienst beendet hatte, hatte Doreen mit 22 Jahren Zeit darüber nachzudenken, wie sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte. Und fand die Magie. Sie durchforstete die Bibliothek in Bournemouth, wo sie zur damaligen Zeit lebte und fand nicht nur Magie, sondern vor allem die Schriften Aleister Crowleys.

Durch einen Artikel über Hexerei, der am 27. September 1952 in einem Wochenmagazin erschien, bekam Doreen Kontakt zu Cecil Williamson und traf durch ihn im selben Jahr auf Gerald B. Gardner.

In ihren Aufzeichnungen schreibt sie: „We seemed to take an immediate liking in each other. I realized that this man was no time-wasting pretender to occult knowledge. He was something different from the kind of people I had met in esoteric gatherings before.”

„Wir waren uns scheinbar auf den ersten Blick sympathisch. Ich erkannte, dass dieser Mann niemand war, der einfach nur vorgab, sich im Okkultismus auszukennen. Er unterschied sich deutlich von den Menschen, die ich bislang auf esoterischen Treffen kennengelernt hatte.“ (S. 71)

Schnell kam Doreen jedoch drauf, dass die von Gardner angepriesene „alte Religion” gar nicht so alt war. Sie entdeckte in seinem Book of Shadows Material von Aleister Crowley. Darauf angesprochen stritt er es zuerst ab. Später erklärte er ihr, er habe von Crowley die Erlaubnis erhalten, eine Loge zu leiten. Also dürfe er auch sein Material verwenden.

Schließlich war es Doreen, die Gardners „Book of Shadows“ umschrieb und letztendlich auch die „Charge of the Goddess“ neu verfasste.

Nach einigen Streitereien mit Gardner kehrte Doreen dem Coven den Rücken und gründete ihren eigenen Coven. Als Gerald Gardner ein paar Jahre später, im Jahr 1964 stirbt, ist die Betroffenheit in der Wiccan Community zuerst groß. Dann versucht jeder, der in dieser Zeit etwas zu sagen hatte, Geralds Platz einzunehmen.

Nur Doreen nicht: Heselton beschreibt sie als Person, die es nicht mochte, im Rampenlicht der Aufmerksamkeit zu stehen. Als Person, die die Geschehnisse lieber aus der Ferne betrachtete und sich nicht einmischte. Sie liebte die Einsamkeit, die stille Kommunikation mit den Göttern. Hier fühlte sie sich wohl, hier war sie zuhause. Wo es menschelte, da blieb sie lieber fern.

Was Doreen Valiente nach ihrem Tod am 1. September 1999 ihrer Nachwelt vermachte, waren ihre fünf Bücher.

Fazit: Mit Hilfe von John Belham-Payne (gestorben am 15. Februar 2016) und des Centre for Pagan Studies hat Philipp Heselton eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Buch des Jahres 2016 verfasst. Doreen Valiente ist und bleibt eine der interessanten und einflussreichsten Personen in Wicca. Meiner Meinung nach war es höchste Zeit, dass dieses Buch geschrieben wurde. „Doreen Valiente – Witch“ ist packend erzählt. Heselton reiht hier nicht nur stur die Stationen ihres Lebens aneinander, sondern schafft es auch, durch die eine oder andere Anekdote aus ihren Aufzeichnungen Witz und Charme rüberzubringen. Zum Beispiel an der Stelle, wo sie Gerald Gardner einen „cunning old devil“, einen „ausgefuchsten, alten Teufel nennt“, als er sie vor einem Winter Solstice-Ritual durch einen Trick dazu nötigt, ein Ritual auszuarbeiten.

Schnell wird dem Leser klar, dass Gerald B. Gardner, der „Father of Witchcraft“ selbst alles nur erfunden hat, die alte Religion in Wirklichkeit gar nicht alt, sondern nur zusammengeklaut ist. Dass die Wicca-Rituale trotzdem funktionieren, wie die „Charge of the Goddess“ im Laufe der Jahre ein Eigenleben entwickelt haben – das ist vor allem Doreen zu verdanken, der bedeutendsten von Gardners Hohepriesterinnen.

Kurzum: Philipp Heselton hat eine rundum gelungene Biografie über eine faszinierende Frau verfasst! Wenn man sich für die Wicca-Geschichte interessiert, gehört „Doreen Valiente – Witch“ unbedingt in den Bücherschrank!

Janet & Stewart Farrar – Spells and how they work

Samstag, 02. April 2016

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Erstauflage: 1990/St. Edmundsbury Press Limited/Phoenix Publishing/ISBN: 0919345638/191 Seiten

2. Auflage: 1991/3. Auflage: 1992/BCA

Über die Autoren

Stewart Farrar kam am 28. Februar 1916 in Essex in Großbritannien zur Welt. Seine Eltern waren Christian Scientists, also wurde er auch so erzogen. Doch bereits im Alter von 20 Jahren fühlte er sich zum Hexentum hingezogen. Seine Ausbildung als Journalist absolvierte er am “University College“ in London, schloss diese 1937 mit Diplom ab. In seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er im Londoner Reuters Büro (1953 und 1954), war Drehbuchautor für die englischen Filmgesellschaften “Associated British-Pathe“ und “Associated British Corporation“ sowie freier Mitarbeiter der BBC. Seinen ersten Roman „The Snake on 99“ veröffentlichte Farrar im Jahr 1958. Im Jahr 1969 – Farrar arbeitete für die Wochenzeitung “Reveille“ – wurde er zu einer Pressevorführung des Films “Legend of the Witches“ geschickt. An der Vorführung nahmen auch Alex Sanders und seine Frau Maxine teil, die bei diesem Film als Ratgeber mitwirkten. Die Herausgeber der Zeitung beauftragen Stewart Farrar ein Interview mit Alex Sanders zu führen. So kam er mit Wicca in Kontakt, nahm in der Folge auch an einem Initiationsritual teil. Das beeindruckte ihn so sehr, dass er mit der Arbeit zu seinem ersten Science Fiction-Roman “What Witches Do“ begann. Er ließ sich durch die Sanders ausbilden und wurde am 21. Februar 1970 in die Alexandrian Tradition initiiert. Im Coven lernte er dann auch seine spätere Frau, Janet Owen, kennen. Am 17. Oktober 1970 wurden beide von Alex Sanders in den zweiten Grad initiiert und erhielten ihren dritten Grad am 24. April 1971. Im selben Jahr wurde auch “What Witches Do“ veröffentlicht und die Farrars gründeten ihren eigenen Coven (noch bevor sie den dritten Grad erhielten). 1972 feierten sie Handfasting, legal heirateten sie 1975. Vor seiner Ehe mit Janet Owen war Stewart Farrar bereits fünf Mal verheiratet, hatte aus drei dieser früheren Ehen auch zwei Töchter und zwei Söhne. 1974 kündigte er bei “Reveille“ und war seitdem nur noch freier Mitarbeiter. 1976 zogen die Farrars nach Irland. Sie lebten in den Grafschaften Mayo und Wicklow, bis sie sich endgültig in Kells bei der Grafschaft Meath niederließen. Stewart Farrar starb am 7. Februar 2000 nach kurzer Krankheit.

Janet Farrar wurde am 24. Juni 1950 als Janet Owen geboren. Ihre Familie – die irischer, englischer und walisischer Abstammung ist – gehörten der Church of England an. Nach der Highschool arbeitete sie als Rezeptzionistin und als Model. 1970 lernte sie Alex Sanders durch eine Freundin kennen. Sie begleitete diese Freundin zu einem Treffen, weil sie diese davon abhalten wollte, dem Coven beizutreten. Statt ihrer Freundin trat letztendlich aber sie selbst bei. 

Über das Buch

Vor 26 Jahren haben die Farrars dieses Buch geschrieben. Zu einer Zeit, in der es noch kein Internet, kein Social Media gab und der Magie-Interessierte seine Frage nicht einfach in eine Suchmaschine eingeben konnte, um in Sekundenschnelle die passenden Antworten zu erhalten.

Wo heute einschlägige magische Sprüche zur schnellen Hilfe bei etwaigen irdischen Problemen auf irgendwelchen Foren oder Ratgeberseiten gefunden werden können, standen Janet und Stewart Farrar damals vor einem anderen Problem. Welches, wird im Vorwort klar. Da ersuchen sie ihre Leser, ihnen keine Briefe mit Anfragen für Zauber mehr zu schicken.

„Trying to solve the problems of dozens of strangers whom we have never met would drain us, or anyone else, in a week. It would also be irresponsible, because, however honest the writer tries to be, one cannot have the whole picture; after all, what doctor would diagnose and prescribe by post. And if you read this book carefully, we hope you will find we have pointed a way towards solving such problems for yourself.”

Auf den ersten Seiten machen die beiden Autoren also klar, warum sie dieses Buch auf den Markt gebracht haben. Es soll tausenden verzweifelten Menschen da draußen eine Anleitung geben. Ein Wegweiser in Richtung Magie. Um Zweifel zu zerstreuen, fragen sie auch im ersten Kapitel „Do Spells Work?“. Geben darauf aber keine direkte Antwort, sondern erklären, warum sich in den letzten Jahrzehnten sogar die Wissenschaft für die Magie und psychische Kräfte interessiert.

Konkreter werden die Autoren dann bei „Why and How“. Hier gehen sie auf die verschiedenen Realitätsebenen ein. Besonders die Astralebene ist die, die für Zaubersprüche sehr wichtig ist. Soll ein Zauber aber richtig wirken, muss die richtige Kommunikation zwischen allen Ebenen gefunden werden. So reagiert die Mentalebene auf Wörter, die Astral- und die physische Ebene verstehen die Sprache des Unterbewusstseins, während für die Astralebene Symbole und Bilder verwendet werden.

Das ethische Motto „An ye harm none, do what thou wilt“ erklären die Farrars damit, dass jedem Zauber ein legitimes Ziel zugrunde gelegt werden muss. Konkret: Nicht einfach dem eigenen egoistischen Willen folgen, sondern Regeln beachten. Diese sind, dass man niemals einen Zauber durchführen sollte, um jemandem zu schaden. Dass man niemanden gegen seinen eigenen Willen manipulieren sollte. Außerdem soll der, der den Zauber durchführt, niemals annehmen, dass er alle Umstände einer Situation kennt. Wichtig sei auch, niemals Magie für seinen eigenen Profit zu betreiben, wodurch jemand anderer auf der Strecke bleiben könnte. Bei der Durchführung sollte man auch genau auf die Wortwahl achten, den Spruch präzise formulieren und keinen Raum für Schlupflöcher lassen, bei denen wiederum jemand zu Schaden kommen könnte.

Um unbedarfte Menschen zu warnen, was beim Brechen einer dieser Regeln auf sie zukommen könnte, haben die Farrars das Kapitel über den „Boomerang Effect“ eingefügt. Bumerang bedeutet, dass jede physische Attacke, die gegen jemand mit einer starken physischen Abwehr gerichtet ist, dreifach auf den Ausführenden zurücktrifft.

„‘A stronger defence‘ can mean three things. First, of course, conscious and deliberate defence when you are aware of the attack. Second, the habit of keeping yourself permanently in a state of defence. And third, a naturally tough psychic skin – which many people, even without any occult knowledge or even a belief in psychism, do possess. “ (S.22)

An dieser Stelle fügen die Autoren einen Zauberspruch mit an, mit dem eine psychische Attacke an den Verursacher zurückgeschickt werden kann.

Der psychischen Selbstverteidigung ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Drei Arten von Angst gibt es, klären die Farrars auf – „Paranoia, Panik und Paralyse“, die drei P. Wie man eine gesunde psychische Selbstverteidigung aufbaut, sich gegen Angriffe schützen kann, erklären sie in diesem Kapitel. Nicht fehlen darf hier die Verteidigung gegen die sogenannten Energievampire, also Menschen, die unbewusst von anderen Energie abziehen.

Konzentration, Wille, Visualisierung und natürlich Übung sind die wichtigsten Zutaten für einen erfolgreichen Spruch. Und das Schlüsselelement fürs Gelingen: Die Energie, die man hochgezogen hat, loslassen.

„We have witnessed cases in which this has been overlooked – and the result has been not only frustration of the intent but, on the physical level, a severe headache for the practitioner.“ (S.33)

Um das passende Umfeld, also Räucherung, Öle, und die Hilfsmittel für die Visualisierung – zum Beispiel mit einer Puppe – geht es unter anderem in „Setting about it”. In diesem Kapitel finden sich auch die Farben – die zum Beispiel für Kerzenmagie gebraucht werden – mit den entsprechenden Zuordnungen und den kabbalistischen Sphären. Überdies listen die Farrars auch eine nummerologische Zuordnung der Zahlen eins bis 13 auf.

Janet und Stewart scheuen sich auch nicht davor, das heute wie auch damals heiß diskutierte Thema der Sexualmagie aufzugreifen: „Any strong emotion produces an incandescent fireball on the astral plane. […] Erotic feeling and activity engender is just about the brightest astral fireball (with its explosion at the climax of orgasm) that can legitimately be harnessed to a magical operation.” (S.48)

Sie betonen aber auch, dass Sexualmagie nur von einem Paar durchgeführt werden sollte, für die die Sexualität Teil ihrer Beziehung ist – also von Ehepartnern oder einem Pärchen. Denn: „Sex magic without love is black magic“ (S.48)

Durchgeführt werden sollte Sexualmagie dann, wenn viel Energie gebraucht wird. Hier beschreiben die Farrars ein Ritual, das für ein Kind gemacht wurde, das andernfalls gestorben wäre. Die Ärzte nannten dessen Genesung ein Wunder.

Auch fürs magische Arbeiten nach der Kabbala ist ein Kapitel reserviert. Die Farrars betonen „The Cabala is not generally regarded as a part of mainstream Wiccan tradition; some witches find it helpful, while others make a point of avoiding it. […] We are among those who find Cabalistic concepts a fruitful expansion of ‘pure’ witchcraft (if there is such a thing).“ (S.55)

Darauf, wie der Einzelne mit der Kabbalah effektiv magisch arbeiten kann, gehen die Farrars aber nicht weiter ein. Sie belassen es bei der Aufzählung der Eigenschaften der einzelnen Sephiroth und haben eine Zeichnung des Lebensbaums beigefügt.

Hier endet der eigentlich wirklich interessante Teil des Buches. Die anderen Kapitel drehen sich um um Talismane, Wetter-Zaubersprüche, Bindesprüche oder Liebeszauber, die aber meistens aus der Folklore- und Sympathiemagie stammen. Im Anhang finden sich unter anderem eine Auflistung der Planetenstunden sowie magische Alphabete.

Fazit: Der Buchtitel „Spells and how they work“ hält nicht ganz, was er verspricht. Interessant ist der Einblick in den magischen Alltag der Farrars und ihres damaligen Covens. Sie bringen auch haufenweise Beispiele von Zaubersprüchen, die durchgeführt wurden und auch zum Erfolg geführt haben. Allerdings lassen sie eines vermissen: Den konkreten Aufbau eines Rituals. Stattdessen findet der Leser „Zaubersprüche aus alten Zeiten“, darunter auch den „Ojala“-Spruch (S.77), bei dem die Autoren behaupten, das Wort wäre ein Ausdruck für „Allah“. Tatsächlich bedeutet „Ojala“ – „hoffentlich“. Auch lassen sie offen, wofür oder wogegen der Spruch wirken soll.

Aus der folkloristischen und Sympathiemagie besteht der größte Teil der Kapitel über die magischen Zaubersprüche. Natürlich könnte man dem entgegenhalten, dass die heutige Magie aus der Folklore entstanden ist. Nur hat das mantraartige Wiederholen eines bestimmten Spruchs eher etwas mit den „Wünschen ans Universum“ zu tun: Es kann etwas bewirken, es kann aber auch nichts bewirken.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die magischen Sprüche zur Heilung, die die Farrars auf drei Seiten abhandeln. Unter den hier vorgestellten Sprüchen findet sich einer zur Heilung von Knochenbrüchen, einer bei chronischen Herzproblemen, ein weiterer, um Kopfschmerzen zu heilen und ein älterer aus Ägypten gegen Schlangenbisse.

Um Herzprobleme zu heilen, soll es demnach einfach reichen, in eine Puppe, die die Person repräsentiert, einen Rosenquarz ins Herzchakra einzunähen. An diesem Beispiel wird das Problem verdeutlicht, das sich nach Ansicht der Rezensentin wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Es ist eine nette Ergänzung zu anderen Büchern, die genauer auf das Thema Zaubersprüche und Rituale eingehen. Andererseits bleiben zu viele Fragen offen, der unbedarfte Leser, der sich hier eine echte Hilfestellung in puncto „Magie und Heilung“ erhofft, wird von den beiden Autoren zu oft im Dunklen gelassen. Deshalb nur bedingt empfehlenswert!

Ann-Marie Gallagher – The Spells Bible

Samstag, 03. Oktober 2015

Ann-Marie Gallagher – The Spells Bible

2003/Walking Stick Press/ ISBN: 1582972443/S. 400/EUR 18,13

Über die Autorin

Ann-Marie Gallagher ist Historikerin, Feministin, Dozentin an der Universität Lancashire in Großbritannien und bekennende Hexe. Seit Jahren hält sie Vorträge über Hexerei, heidnische und Göttinnen-Spiritualität, Magie, frauenspezifische Themen, Genderforschung und Folklore. Über diese Inhalten sprach Gallagher auch schon in einigen Radioshows. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in Lancashire.

Andere Bücher: Thorsons Way of the Goddess (2000), Re-presenting the Past: Women and History (2001), Spellcraft: Practical Spells for Modern Life (2001), Magical Spells for Your Home: How to Bring Magic Into Every Area of Your Life (2002), The Wicca Bible: The Definitive Guide to Magic (2005), Inner Magic: A Guide to Witchcraft (2007)

Über das Buch

Bibel – schon der Name signalisiert, dass dieses Buch etwas Wichtiges, ja sogar vielleicht etwas Heiliges sein muss. Mittlerweile scheint es in Mode gekommen, ein Buch mit „Bibel“ zu betiteln. Da überschwemmen „The Chakra Bible“, „The Tarot Bible“, „The Wicca Bible“, “The Angel Bible”, “Astrology Bible” oder “The Chrystal Bible” den Büchermarkt. Nicht zu vergessen Janet & Stewart Farrar mit ihrer “Witches Bible”, sicherlich eine der ersten Autoren, die einem Buch diesen Titel gaben. Nun also „The Spells Bible“, die Bibel der Zaubersprüche.

Der Untertitel „The definitive guide to charms and enchantments“ vermittelt dem unbedarften Käufer, dass dieses Buch ein „Muss“ ist, wenn man sich mit Magie sein Leben erleichtern und bereichern möchte. Die Autorin Ann-Marie Gallagher folgt mit diesem Buch einem Trend. Dem Trend der heutigen Konsumgesellschaft, Lesern alles so mundgerecht wie möglich zu servieren. Dass sie damit den Nerv ihrer Zielgruppe – junge Mädchen und Frauen in den mittleren Jahren – getroffen hat, zeigen die Rezensionen auf Amazon.com: „Seit Jahren habe ich nach so einem Buch gesucht“, schreibt eine. „Das beste Buch für Zaubersprüche, das es gibt“, eine andere. „Großartige Bilder und viele nützliche Sprüche“, eine Dritte. Kritik erhält die Autorin lediglich von Leserinnen, die sich daran stören, dass das Buch keine besseren Abbildungen enthält oder fast jeder Zauber mit Räucherkohle durchgeführt werden muss. Die sind aber deshalb nicht minder begeistert von der „Spells Bible“.

Auf den ersten Blick vermittelt das Buch genau den Eindruck, den es vermitteln soll: Den eines Nachschlagewerks. Unterschiedliche kleine Bildchen auf dem Einband, ohne viel Schnickschnack kommt es im handlichen Taschenbuchformat daher.

Einleitend erklärt Gallagher kurz die Grundlagen der Magie, wie man mit ihr arbeitet, sich seinen eigenen Raum zwischen den Welten schafft. Der Raum, in dem ein Zauber wirken kann und soll.

Die innere Einstellung, mit der man an eine magische Arbeit herangeht ist der Schlüssel zum Erfolg, erklärt sie einleitend (S. 13). Und all diejenigen, die am liebsten gleich ans Eingemachte gehen wollen, warnt sie: „In case you are tempted to pass over this section, let me add that failure to do the basic work described here will result in wasted effort as far as spell casting goes“ (ebda). Und noch ein zweites Mal warnt sie ihre Leser: Bevor ihr einen Zauber einsetzt, um euer Ziel zu erreichen, überlegt euch gut, ob ihr den wirklich braucht. Denn „Magic should never be used as an alternative to a material action – this just wastes everybody’s time, enables people to avoid facing reality, and feeds whatever delusions they may be harboring that their problems can be solved with no effort on their part.“ (S. 14).

Nach den einleitenden Erklärungen, zu denen auch ein kurzer Abriss über die Jahreskreisfeste gehört, geht’s dann zum eigentlichen Thema des Buches: Zu den Zaubersprüchen. Diese sind nach einzelnen Themenfeldern unterteilt: Liebe und Leidenschaft, Karriere und Arbeit, Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden, Familie, Freunde und häusliches Umfeld, Jahreszeiten, Glück, Schutz und Segnung, Prophezeiung sowie bannende und bindende Sprüche. Insgesamt 150, also eine beträchtliche Sammlung.

Jeden Zauber hat Ann-Marie Gallagher mit einem Namen versehen, die Begründung und eine genaue Erklärung, wofür er eingesetzt wird, stehen darunter. Es folgen die Zutaten, die für den Zauber benötigt werden, dann die genaue Durchführung.

Die Bestandteile der Zauber sind zum Großteil in jedem guten Esoterik-Shop, online oder auch in der Natur erhältlich. Nur einige lassen sich nicht so einfach beschaffen, beispielsweise die Feder einer Eule, rote Tinte oder Schlangenhaut. Andere Zutaten gibt es nur saisonal, wie die Ringelblume, die für den „Bottle Spell“ benötigt wird.

Die Zauber selbst sind einfach durchzuführen. Einige sind im Bereich der Sympathiemagie angesiedelt, andere ähneln jenen, die auch in jedem anderen Magiebuch gefunden werden können. Von einigen Zaubern würde die Rezensentin jedoch jedem Magieneuling abraten. Dazu gehören die Runenzauber, wie beispielsweise das Tyr-Amulett, mit dem der Durchführende eine neue Stelle erhalten soll. Runen sind lebende Wesenheiten, nicht einfach nur Schriftzeichen, die jeden Missbrauch übel nehmen, sogar bestrafen.

Fazit: Magie schnell einfach und unkompliziert durchführen, ohne viel Brimborium. Das wünschen sich viele: Egal, ob sie sich die Magie in ihr Leben zurückholen möchten oder einfach nur die Lösung für ein Problem suchen. Die „Spells Bible“ ist sicher interessant, um sich Ideen und Anreize für Rituale zu holen, das eine oder andere umzuschreiben und über die Durchführung zu lernen. Allerdings sollte man auch bei einem Buch, das schnelle, magische Lösungen verspricht, den gesunden Menschenverstand nicht ausschalten, gegebenenfalls die Rituale hinterfragen, vielleicht sogar umschreiben und erweitern, wenn man sich in der Magie auskennt.

Und sich vor allem – wie auch die Autorin in ihrer Einleitung schreibt – eingangs fragen, ob das Problem nicht auch auf anderem Weg als mit Magie zu bewältigen ist.

Die „Bibel der Zaubersprüche“ ist auf jeden Fall eine nette Ergänzung in der Magie-Sektion der privaten Büchersammlung.

Ann-Marie Gallagher – The Spells Bible

2003/Walking Stick Press/ ISBN: 1582972443/S. 400/EUR 18,13

Über die Autorin

Ann-Marie Gallagher ist Historikerin, Feministin, Dozentin an der Universität Lancashire in Großbritannien und bekennende Hexe. Seit Jahren hält sie Vorträge über Hexerei, heidnische und Göttinnen-Spiritualität, Magie, frauenspezifische Themen, Genderforschung und Folklore. Über diese Inhalten sprach Gallagher auch schon in einigen Radioshows. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in Lancashire.

Andere Bücher: Thorsons Way of the Goddess (2000), Re-presenting the Past: Women and History (2001), Spellcraft: Practical Spells for Modern Life (2001), Magical Spells for Your Home: How to Bring Magic Into Every Area of Your Life (2002), The Wicca Bible: The Definitive Guide to Magic (2005), Inner Magic: A Guide to Witchcraft (2007)

Über das Buch

Bibel – schon der Name signalisiert, dass dieses Buch etwas Wichtiges, ja sogar vielleicht etwas Heiliges sein muss. Mittlerweile scheint es in Mode gekommen, ein Buch mit „Bibel“ zu betiteln. Da überschwemmen „The Chakra Bible“, „The Tarot Bible“, „The Wicca Bible“, “The Angel Bible”, “Astrology Bible” oder “The Chrystal Bible” den Büchermarkt. Nicht zu vergessen Janet & Stewart Farrar mit ihrer “Witches Bible”, sicherlich eine der ersten Autoren, die einem Buch diesen Titel gaben. Nun also „The Spells Bible“, die Bibel der Zaubersprüche.

Der Untertitel „The definitive guide to charms and enchantments“ vermittelt dem unbedarften Käufer, dass dieses Buch ein „Muss“ ist, wenn man sich mit Magie sein Leben erleichtern und bereichern möchte. Die Autorin Ann-Marie Gallagher folgt mit diesem Buch einem Trend. Dem Trend der heutigen Konsumgesellschaft, Lesern alles so mundgerecht wie möglich zu servieren. Dass sie damit den Nerv ihrer Zielgruppe – junge Mädchen und Frauen in den mittleren Jahren – getroffen hat, zeigen die Rezensionen auf Amazon.com: „Seit Jahren habe ich nach so einem Buch gesucht“, schreibt eine. „Das beste Buch für Zaubersprüche, das es gibt“, eine andere. „Großartige Bilder und viele nützliche Sprüche“, eine Dritte. Kritik erhält die Autorin lediglich von Leserinnen, die sich daran stören, dass das Buch keine besseren Abbildungen enthält oder fast jeder Zauber mit Räucherkohle durchgeführt werden muss. Die sind aber deshalb nicht minder begeistert von der „Spells Bible“.

Auf den ersten Blick vermittelt das Buch genau den Eindruck, den es vermitteln soll: Den eines Nachschlagewerks. Unterschiedliche kleine Bildchen auf dem Einband, ohne viel Schnickschnack kommt es im handlichen Taschenbuchformat daher.

Einleitend erklärt Gallagher kurz die Grundlagen der Magie, wie man mit ihr arbeitet, sich seinen eigenen Raum zwischen den Welten schafft. Der Raum, in dem ein Zauber wirken kann und soll.

Die innere Einstellung, mit der man an eine magische Arbeit herangeht ist der Schlüssel zum Erfolg, erklärt sie einleitend (S. 13). Und all diejenigen, die am liebsten gleich ans Eingemachte gehen wollen, warnt sie: „In case you are tempted to pass over this section, let me add that failure to do the basic work described here will result in wasted effort as far as spell casting goes“ (ebda). Und noch ein zweites Mal warnt sie ihre Leser: Bevor ihr einen Zauber einsetzt, um euer Ziel zu erreichen, überlegt euch gut, ob ihr den wirklich braucht. Denn „Magic should never be used as an alternative to a material action – this just wastes everybody’s time, enables people to avoid facing reality, and feeds whatever delusions they may be harboring that their problems can be solved with no effort on their part.“ (S. 14).

Nach den einleitenden Erklärungen, zu denen auch ein kurzer Abriss über die Jahreskreisfeste gehört, geht’s dann zum eigentlichen Thema des Buches: Zu den Zaubersprüchen. Diese sind nach einzelnen Themenfeldern unterteilt: Liebe und Leidenschaft, Karriere und Arbeit, Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden, Familie, Freunde und häusliches Umfeld, Jahreszeiten, Glück, Schutz und Segnung, Prophezeiung sowie bannende und bindende Sprüche. Insgesamt 150, also eine beträchtliche Sammlung.

Jeden Zauber hat Ann-Marie Gallagher mit einem Namen versehen, die Begründung und eine genaue Erklärung, wofür er eingesetzt wird, stehen darunter. Es folgen die Zutaten, die für den Zauber benötigt werden, dann die genaue Durchführung.

Die Bestandteile der Zauber sind zum Großteil in jedem guten Esoterik-Shop, online oder auch in der Natur erhältlich. Nur einige lassen sich nicht so einfach beschaffen, beispielsweise die Feder einer Eule, rote Tinte oder Schlangenhaut. Andere Zutaten gibt es nur saisonal, wie die Ringelblume, die für den „Bottle Spell“ benötigt wird.

Die Zauber selbst sind einfach durchzuführen. Einige sind im Bereich der Sympathiemagie angesiedelt, andere ähneln jenen, die auch in jedem anderen Magiebuch gefunden werden können. Von einigen Zaubern würde die Rezensentin jedoch jedem Magieneuling abraten. Dazu gehören die Runenzauber, wie beispielsweise das Tyr-Amulett, mit dem der Durchführende eine neue Stelle erhalten soll. Runen sind lebende Wesenheiten, nicht einfach nur Schriftzeichen, die jeden Missbrauch übel nehmen, sogar bestrafen.

Fazit: Magie schnell einfach und unkompliziert durchführen, ohne viel Brimborium. Das wünschen sich viele: Egal, ob sie sich die Magie in ihr Leben zurückholen möchten oder einfach nur die Lösung für ein Problem suchen. Die „Spells Bible“ ist sicher interessant, um sich Ideen und Anreize für Rituale zu holen, das eine oder andere umzuschreiben und über die Durchführung zu lernen. Allerdings sollte man auch bei einem Buch, das schnelle, magische Lösungen verspricht, den gesunden Menschenverstand nicht ausschalten, gegebenenfalls die Rituale hinterfragen, vielleicht sogar umschreiben und erweitern, wenn man sich in der Magie auskennt.

Und sich vor allem – wie auch die Autorin in ihrer Einleitung schreibt – eingangs fragen, ob das Problem nicht auch auf anderem Weg als mit Magie zu bewältigen ist.

Die „Bibel der Zaubersprüche“ ist auf jeden Fall eine nette Ergänzung in der Magie-Sektion der privaten Büchersammlung.

Eines Frage des … Schutzes?! – Teil I

Samstag, 30. Mai 2015

Angelika Aliti hat wieder einmal ein sehr spannendes und auch wichtiges Thema aufgeworfen und mir erlaubt es mit den WurzelWerk-Lesern zu teilen.

Auf der Bühne copyright XVII

Sagen, schreiben, posten
Oder
Um Kopf und Kragen

Die meisten Menschen verstehen eine ganze Menge von ihrem Fachgebiet. Das finde ich erfreulich. Sie sind motiviert und oft auch routiniert. Das ist gut. Mittlerweile hat sich das Prinzip der immerwährenden Weiterbildung durchgesetzt. Noch besser.
Aber das reicht nicht.

Wovon solltest du auch noch etwas verstehen, um dich nicht um Kopf und Kragen zu – sagen wir reden, schreiben und posten?
Zuerst einmal: reden, schreiben und posten sich denn so viele Leute um Kopf und Kragen? Ist das nicht reichlich übertrieben, wenn nicht gar besserwisserisch? Die Antwort lautet: Ja, nein, ja. Ja, sie reden sich um Kopf und Kragen, nein, es ist nicht übertrieben, ja, es ist besserwisserisch.
Das Problem besteht darin, dass die neuen Medien fantastische Möglichkeiten der Kommunikation, Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit bieten, aber die Menschen, die diese fantastischen Möglichkeiten nutzen, keine Ahnung davon haben, was Öffentlichkeit mit ihnen, bzw. dem, was sie schreiben, macht.
Als ich vor ungefähr 20 Jahren davon erfuhr, dass mein Buch „Die wilde Frau“ auf dem Wege ein Bestseller zu sein, war, stand ich in verdreckten Fetzen/Klamotten halb in einer Betonmischmaschine und der Postler brachte die erste Einladung zu einer großen Fernseh-Talkshow per Telegramm. Damit begann mein Leben in der Öffentlichkeit. Es war schmerzvoll, sich daran zu gewöhnen. Niemand bereitet einen darauf vor, welchen Preis man dafür zahlt. Und niemand zeigt einem, wie man damit umzugehen lernt. Jetzt, so viele Jahre später habe ich es gelernt. Es kommt auf zwei Dinge an: darauf, dass du dich einerseits völlig unverstellt zeigst und andererseits genau dosierst, was und warum du etwas von dir preisgibst oder besser nicht der Öffentlichkeit aussetzt und zweitens, zu lernen, die Tragweite all dessen zu kennen, was du von dir gibst, denn du trägst die Verantwortung für jedes Wort, das du öffentlich sagst und jede Tat, die du öffentlich machst. Bis noch vor kurzer Zeit wären diese Erfahrungen nur für einen kleinen Teil von Menschen von Bedeutung, denn die meisten Menschen wären nie in die Lage gekommen, öffentlich zu sein. Aber nun haben wir die neuen Medien und jede/r ist öffentlich, sobald er sich ihrer bedient. Besonders facebook ist da nicht ganz ungefährlich. Die Leute meinen, sie hätten ihren Kommunikationskreis eingegrenzt, das wären alles nur private Kontakte. Was sie posten, sähe ja nur eine Handvoll andere Leute. Aber dann gefällt ihnen diese oder jene Seite und sie fragen um Freundschaft bei jemand an, der öffentlich ist oder jemand aus ihrer Freundesliste tut das. Und schwupps, lesen und sehen jede Menge Leute, die du nicht kennst, was du schreibst und postest. Andere, welche die Öffentlichkeit suchen, setzen unkontrolliert ins Netz, was das Zeug hält. Schriftstellerinnen, die sich selbst entzaubern; Therapeutinnen, die trivialsten Mist als weise Ratschläge verteilen; Suchende, die auf rechtes Gedankengut hereinfallen. Und jede Menge Menschen, die es gut meinen, sich aber benehmen, als wären sie acht Jahre alt und Mama hätte sie unbeaufsichtigt im Spielwarenfachgeschäft zurückgelassen, wo sie der Verkäuferin erzählen, was daheim so alles getan und geredet wird.
Öffentlich sein heißt, dass es nichts Privates mehr gibt. Etwas auf facebook oder anderen social media zu posten heißt, dass es nicht privat ist. Es bleibt nicht im kleinen Kreis. Und es ist auch nicht egal, was andere mit dem, was wir posten, anfangen. Es ist nicht deren Verantwortung, sondern deine. Wenn das jedoch nicht egal ist (was es ja auch im privaten Kreis nicht ist, aber da können wir uns das noch leichter einreden), dann musst du in deiner Selbstwahrnehmung einen Zahn zulegen. Womit ich sagen will, dass dann dein eigentliches Lernen beginnt. Was heißen soll: Lerne du, was deine Worte/Bilder/Taten für ein Ziel haben und sorge dafür, dass sie nicht „Sprengstoff“ enthalten, also Wirkungen haben, die zerstörerisch sind oder verstörend oder das Gegenteil von dem, was du wolltest. Es ist eine besondere Form der Bewusstheit, an der man arbeiten sollte, wenn man mit den social media mitwachsen und nicht zu ihrem Spielball werden will. Mehr denken und weniger assoziative Reflexe. Du kannst die Dinge, die du Klasse findest, nicht einfach so ins Netz stellen, wie du ja auch nicht einen Furz, der dich grad drückt, in die Weiten des Alls entlässt, wann immer dir danach ist. Lerne, dich vor dir selbst zu beschützen.

Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht …

Was Angelika da über den Umgang mit dem Internet oder den Medien beschrieben hat, das gilt in meinen Augen auch für den Umgang mit Magie, Göttern und Ritualen.

Magie kann etwas sehr „Privates“ sein – sogar meistens ist sie das. Sie findet ja selten im Großen oder öffentlich statt sondern eher im kleinen Kreis. Sobald mensch damit „arbeitet“ macht das trotzdem extrem verletzlich – weil sie die praktizierende Person für andere Ebenen deutlicher sichtbar und damit angreifbar macht (als ein Beispiel). Genauso wie mit Medien … wenn mich jemand im Fernsehen eine Stunde lang anschauen und anhören konnte, dann kann mich der auch auf der Straße jederzeit wiedererkennen. Wenn meine Telefonnummer im Netz kursiert, dann kann mich auch jeder anrufen. Genauso ist das mit Wesenheiten. Wer magisch arbeitet, wird zu einem Leuchtturm, der strahlt. Das sehen dann aber nicht nur die Boote, die dadurch Klippen umschiffen können sondern auch alle anderen. Manch einer kann sich vom Licht schon gestört fühlen oder auch besonders angezogen und das hat unterschiedlichste Folgen.
Als zweites Beipiel knüpft Magie Verbindungen zwischen Wesenheiten mit denen gearbeitet wird und den Praktizierenden und natürlich auch zwischen den Praktizierenden untereinander (ein Grund für magische Namen, die Erschaffung einer magischen Persönlichkeit, die natürlich von der weltlichen strikt getrennt sein muss, für Anonymität innerhalb der Magiegruppe, etc pp)

Damit wäre dann als logische Folge die Überlegung, sich entweder zu schützen, mit den meistens eher unangenehmen Folgen zu leben oder die Finger davon zu lassen – wie im richtigen Leben.

Ende Teil I