Mit ‘Nilflut’ getaggte Artikel

Warum „Jahreskreisfeste“ im Alten Ägypten keine Rolle spielten

Samstag, 10. Dezember 2016

Immer wieder wird im Neuheidentum versucht die Jahreskreisfeste auch der altägyptischen Kultur zuzuordnen. Dass dies wenig sinnvoll ist hat einen sehr einfachen Grund: Ägypten liegt viel näher am Äquator und die Unterschiede in den Tageslängen in Abhängigkeit der Jahreszeit sind in Ägypten kaum spürbar.

Eine „Wiedergeburt des Lichts“ gibt es daher ebenso wenig wie „die dunkle Zeit“ o.ä. Naturphänomene der nördlichen Regionen. Daher haben die Sonnenwenden, die für den heidnischen Festtagskalender so wichtig sind kaum Bedeutung für den altägyptischen Festkalender.

Sonnenbewegungen in Äquatornähe

In den folgenden Grafiken ist deutlich zu sehen, dass der Unterschied der Tageszeitlänge über das Jahr z.B. in Berlin bis zu 9 Stunden beträgt. In Kairo dagegen sind es 3,5 Stunden. Das bedeutet, dass die Sonne im Sommer weniger als 2 Stunden früher oder später untergeht als im Winter, während dies in nördlichen Regionen mindestens doppelt so lange dauert. In Skandinavien ist diese Spanne natürlich noch größer.

Tageslänge Kairo

 

Tageslänge Berlin

(Quelle: https://www.laenderdaten.info)

Im Alten Ägypten bestand der Tag aus 12. Tagesstunden welchen jeweils bestimmte Gottheiten zugeordnet waren und die Nacht gleichsam aus 12. Nachtstunden über die ebenfalls Götter regierten. Auch hier lässt sich also keinerlei Unterscheidung zwischen „Sommer“ und „Winter“ nachweisen.

Der nächtliche Sonnenlauf, Abbildung aus der Grabkammer Ramses III., nach Champollion, Wikimedia Commons

Der nächtliche Sonnenlauf, Abbildung aus der Grabkammer Ramses III., nach Champollion, Wikimedia Commons

Die Bedeutung des Nils für die Jahresrechnung

Ein wesentlich prägnanteres Naturereignis war hingegen die alljährlich wiederkehrende Nilflut. Diese wurde von den Monsunregenfällen im äthiopischen Hochland verursacht, die etwa Juni/Juli herrscht und damit eine kalendarische Nähe zur Sommersonnenwende der nördlichen Regionen aufweist. Die Wassermassen gelangten über das äthiopische Ursprungsgebiet des Nils in den ägyptischen Nil, verursachten weitläufige Überschwemmungen, die fruchtbaren Schlamm brachten und damit das Ende der Trockenperiode bestimmten. Demzufolge orientierte sich auch der altägyptische Kalender an den drei natürlichen Jahresphasen der Überschwemmung, der Zeit der Aussat und der Trockenheit und benannte die drei Jahreszeiten danach: Achet, Peret und Schemu. Die meisten Festtage drehten sich auch um den Jahresbeginn, der mit dem Eintreffen der Nilflut zeitlich gleichgesetzt wurde.

AchetPeretSchemu

Die folgende Grafik zeigt die Verteilung der jährlichen Niederschlagsmenge in Äthiopien die nahezu identisch mit den Jahreszeiten des altägyptischen Kalenders ist. Der dunkelblaue Teil entspricht der Flutzeit, der gestrichelte der Zeit der Aussat und der gelbe Teil der Trockenperiode. Je nach Nilgebiet traf die Flutwelle früher oder später ein und damit verschob sich jeweils auch der Kalender.

 

Jahresdiagramm Niederschlagsmenge Äthiopien

Jahresdiagramm Niederschlagsmenge Äthiopien

Etwas später orientierte man sich am Aufgang des Sirius, der ungefähr zeitgleich mit der Nilflut eintrat. Ein weiterer Unterschied zu nördlich gelegenen Ländern, denn dort geht der Sirius gar nicht mehr unter und folglich auch nicht auf. Sternzyklen der sog. Baktiu-Sterne bildeten schließlich auch die Grundlage für die Sternuhren, die noch vor dem Anfang des Mittleren Reiches belegt sind. Die Baktiu-Sterne markierten jeweils die Dekane, also die 10-tägigen Wochen der altägyptischen Zeitrechnung. Das Jahr enthielt daher 36 Dekane – jede davon mit einem eigenen Dekan-Stern – und die 5 verbleibenden Tage zum Sonnenjahr galten als Heriu-renpet Tage, also als Tage „zwischen den Jahren“, die wiederrum im Juni/Juli zum Jahreswechsel datiert waren.

Diagonalsternuhr in Särgen des Mittleren Reiches im Alten Ägypten, Foto: NebMaatRa, Wikimedia Commons

Diagonalsternuhr in Särgen des Mittleren Reiches im Alten Ägypten, Foto: NebMaatRa, Wikimedia Commons

Feste wie die Tages-und Nachtgleiche oder die Sonnenwenden finden also keinerlei thematische Entsprechnung im altägyptischen Kalender. Es gibt jedoch derart viele Festtage im altägyptischen Kalender, dass man mit etwas Kreativität einen persönlichen Kalender für die eigene hiesige Praxis festlegen kann, der mit dem üblichen heidnischen einigermaßen übereinstimmt. So steht auch gemeinsamen Festen mit anderen Heiden nichts mehr im Wege. Jedoch muss einem dabei klar, sein, dass es sich hierbei um eine rein neuzeitliche Adaption handelt und keineswegs um authentische Tradition.

 

Das kemetische Jahr – Teil II

Samstag, 16. Juni 2012

Feste Feiern

„Zum Feiern gehört die Verschwendung, die ‚unproduktive Verausgabung‘.“
(Jan Assmann, Ma’at – Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten)

Für die Kemeten sind Feste weit mehr als Anlässe zu Zerstreuung und Vergnügen. Sie sind ein hohes gemeinschaftliches Gut, dass zu einer starken sozialen Identifikation beiträgt und damit eine wichtige Ausdrucksform der Ma’at. Die Tatsache, dass die Feste die göttliche Sphäre mit einbeziehen hat auch zur Folge, dass die Allgegenwart der Götter in der menschlichen Sphäre durch das Fest stets auf’s Neue erinnert wird. Da die Ma’at als soziales Prinzip nicht getrennt von der Ma’at als Schöpfungsprinzip ist, sind die Feste damit für uns nicht zuletzt ein wichtiger Faktor zur Erhaltung der Schöpfung selbst.

Kemetische Feiertage

„Feiertag“ ist in dem Zusammenhang nicht ganz das richtige Wort, da die meisten dieser Tage in erster Linie für den Tempelkult eine Rolle spielen und außerhalb der Tempelmauern etwas weniger Beachtung finden. Ein besserer Begriff dafür wäre daher Kulttag oder Festtag. Heute wie damals sind „Otto-Normal- und Lieschen-Müller-Kemeten“ zumeist weitaus weniger religiös als man gemeinhin annehmen mag. Religiosität und Kult ist größtenteils Aufgabe und Anliegen der Priesterschaft, die darin speziell ausgebildet ist. Natürlich steht es den „bürgerlichen“ Kemeten dennoch frei die unterschiedlichen Festtage nach eigener Façon zu begehen. Der strenge kultische Ablauf der Feste ist lediglich für die Priesterschaft verbindlich.

Wie bereits erwähnt sind die meisten Festtage in unserem Kalender auf bestimmte Daten fixiert und wandern somit nicht mehr den Mondphasen entsprechend durchs Jahr.

Fixe Feiertage

Vom 1. – 5. Tag des Monats Thot (16. – 20. Juni) feiern wir das Neujahrsfest das wir „heb mesiu renpet“- „Fest der Geburt des Jahres“ nennen.

Direkt am nächsten Tag, also am 6. Tag des Thot (21. Juni) begehen wir den Festtag zur Sommersonnenwende. Entgegen zu der hohen Kultbedeutung dieser solaren Festtage im nordischen Raum spielen die vier Sonnenfeste aufgrund geographischen Lage Kemets und der daraus resultierenden geringeren Schwankungen der Tageslänge bei uns eher eine untergeordnete Rolle.

Am 18. Tag des Thot (03. Juli) feiern wir das Totenfest des Osiris bei dem der Ermordung des Osiris gedacht wird und an den beiden darauffolgenden Tagen (04. – 05. Juli) das Fest der Hathor.

Vom 1. – 3. Tag des Monats Paophi (16. – 18. Juli) feiern wir das Fest des Ptah das die schöpferische Kraft des Handwerks zum Inhalt hat.

Am 17. Paophi (01. August) begehen wir den Geburtstag des Sonnengottes Re-Harachte.

Der 3. Tag des Monats Athyr (18. August) ist der Festtag des Sieges des Horus über Seth. An diesem Tag gedenken wir der Wiederherstellung der göttlichen Erbfolge, die durch den Brudermord des Seth zeitweilig unterbrochen war.

Vom 27. Tag des Athyr bis zum 12. des Choiak (11. – 27. September) begehen wir das große Opetfest. In diese Festzeit fällt die erste (laut gregorianischem Kalender die zweite) Tag- und Nachtgleiche am 7. Choiak (22. September) und die heilige Hochzeit von Amun und Mut am 8. Choiak, also am 23. September.

Vom 24. – 29. Choiak (09. – 14. Oktober) feiern wir das Sokarfest, eines der Totenfeste, das am letzten Tag im Errichten des Djed-Pfeilers als Symbol der Dauer und Beständigkeit seinen Höhepunkt hat.

Am 30. Choiak (15. Oktober) feiern wir die Wiedergeburt des Osiris und Tags drauf am 01. Tag des Tybi, also am 16. Oktober, die Geburt des Horus.

Am 17. Tag des Tybi (01. November) begehen wir das Totenfest des Sonnenauges.

Am ersten Tag des Monats Phamenat (16. Dezember) feiern wir das Fest des großen Königs Amenhotep (I.), des Schutzherren unserer Grabstätten.

Am 6. Phamenat, also am 21. Dezember, begehen wir den Festtag der Wintersonnenwende.

Der erste Tag des Monats Pharmuti (16. Januar) ist der Festtag des Month. Dieses Fest hat den Schutz vor Feinden durch den Kriegsgott Month zum Thema.

Vom 29. – 31. Pharmuti (13. – 15. Februar) feiern wir das große Fest der Göttin Mut in ihrer Funktion als Muttergöttin. Tags drauf, am 1. Tag des Monats Pachons (16. Februar), begehen wir das kultisch eng mit dem Mutfest in Zusammenhang stehende Geburtsfest des Chons (des Sohnes von Amun und Mut)

Vom 10. – 12. Pachons (25. – 27. Februar) wird das Fruchtbarkeitsfest des Gottes Min gefeiert. Dieses Fest bezieht sich auf die männliche Zeugungskraft.

Nun kommt die Besonderheit. Der 14. Tag des Pachons (29. Februar) gilt als Schalttag und wird nur alle vier Jahre zu Ehren des Zeitgottes Heh gefeiert. Im Normaljahr gibt es diesen Festtag nicht und der Kalender springt direkt vom 13. auf den 15. Tag des Monats weiter!

Vom 29. Pachons bis zum vierten Tag des Monats Payni (15. – 19. März) feiern wir das Hochfest des Amun, zu Ehren des höchsten Gottes Amun.

Am Tag danach, also dem 05. Payni (20. März) feiern wir die zweite (laut gregorianischem Kalender die erste) Tag- und Nachtgleiche.

Die zwei darauffolgenden Tage, also der 06. und 07. Tag des Payni (21. und 22. März) sind die Festtage der Renenutet. Dieses Fest könnte man mit einem Erntedankfest vergleichen.

Das Ipipfest zu Ehren von Hathor, Horus Behedeti, Horsemtaui (Harsomthus) und Ihi begehen wir in der Zeit vom 25. Tag des Payni bis zum 08. Tag des Epiphi (09. – 23. April)

Der Hauptfesttag des Ipipfestes ist der erste Tag des Monats Epiphi, (16. April) an diesem Tag feiern wir die Hochzeit von Hathor und Horus Behedeti.

Vom 09. – 15. Epiphi (24. – 30. April) zelebrieren wir das schöne Fest vom Wüstental zu Ehren unserer Verstorbenen.

Die Tage vom 01. – 03. Tag des Mesore (16. – 18. Mai) sind die Festtage der Sachmet.

Am 25. Mesore (09. Juni) begehen wir das Weisheitsfest des Gottes Thot.

Mit dem Fest der Trunkenheit am 26. Tag des Mesore (10. Juni) werden die Feierlichkeiten zum Jahresende eingeleitet.

Vom 27. – 31. Mesore (11. – 15. Juni) begehen wir die Lampen- oder Lichterfeste in Entsprechung der altägyptischen Epagomenen-Tage. Die Tage sind der Reihe nach den Göttern Osiris, Horus. Seth, Isis und Nephthys geweiht und markieren die Geburtstage dieser Urgötter. Somit bilden sie die letzten Tage des Jahres und sind kultisch von sehr hoher Bedeutung.

 

Bewegliche Feiertage

Es gibt einige Feste, die sich nach den Mondphasen richten und demzufolge als bewegliche Feste begangen werden.

Zum einen gibt es die Vollmondriten zu Ehren des Osiris, die an jedem Vollmond als Teil der Osiris-Mysterien begangen werden. In den Tempeln werden nach den Reinigungsriten an Vollmond die Regenerationsriten zu Ehren des Osiris begangen.

Weiterhin gibt es die oben erwähnten Reinigungsriten, die zum Fest der Vereinigung der beiden Stiere gehören, das ebenfalls jeweils zu Vollmond begangen wird und die Vereinigung der beiden Mondkräfte des Chons und des Thot zum Thema hat. Während dieses Festes werden die Kultbilder und die Schreine gereinigt.

Das Fest der eintreffenden Nilschwemme wird am ersten Vollmond nach dem Fest der Trunkenheit – zwischen 27. Mesore und 24. Thot (zwischen 11. Juni und 09. Juli ) gefeiert. Es handelt sich dabei um ein Fruchtbarkeitsfest zu Ehren des Flussgottes Hapi. Es steht kultisch in enger Beziehung zum zweiten Neujahrsfest.

Das zweite Neujahrsfest ist das Hervorkommen der Sopdet das am zweiten Neumond nach der Sommersonnenwende – zwischen 05. Paophi und 03. Athyr (zwischen 20. Juli und 18. August) gefeiert wird. Bei diesem Fest geht es um den schon an anderer Stelle erwähnten heliakischen Aufgang des Sirius am Himmel und ist ein Festtag zu Ehren der Fruchtbarkeits- und Jahresgöttin Sopdet.

Das Fest der Vereinigung der beiden Länder am ersten Vollmond nach der Geburt des Re-Harachte – zwischen 18. Paophi und 15. Athyr (zwischen 02. und 30. August) ist ein auf König Serqet zurückgehendes Fest. Zum Vollmond nach der Geburt des Sonnengottes gelang ihm der Überlieferung nach erstmalig die Vereinigung Ober- und Unterägyptens unter einer Krone. Das Fest wird begangen zu Ehren des Horus als Königsgott und zu Ehren des Königs Serqet.

Das Lichterfest der Isis wird am Choiak Neumond gefeiert. Es gehört mit dem Fest der Wiedergeburt des Osiris am 30. Choiak zusammen.

Das Schöne Fest des Gottes Neheb-kau ist ein Fest zu Ehren des Totengottes Neheb-kau und des Horus als Königsgott und wird am ersten Vollmond nach der Geburt des Horus – zwischen 02. und 30. Tybi (zwischen 17. Oktober und 14. November) begangen. Das schöne Fest des Neheb-kau kann in einigen Fällen mit dem Horusgeleit auf einen Tag fallen.

Das Horusgeleit wird am ersten Vollmond nach dem Totenfest des Sonnenauges – zwischen 15. Tybi und 15. Mechir (zwischen 02. und 30. November) gefeiert. Bei diesem Fest beschenkt der königliche Hofstaat oder in Vertretung für diesen die Priesterschaft als Begleiter des Horus die Bevölkerung mit Duftölen, Blumen oder anderen Geschenken. Auch die Bevölkerung begeht dieses Fest ausgiebig und nimmt es zum Anlass den Angehörigen Geschenke zu machen. Auch das „Ehrengold“ als besondere Auszeichnung wird an diesem Tag verliehen.

Als letztes der beweglichen Feste muss noch das Fest der Himmelskuh am Neumond nach der Wintersonnenwende – zwischen 07. Phamenat und 04. Pharmuti (zwischen 22. Dezember und 19. Januar) bei dem die Rückkehr des Auges des Re gefeiert wird.

Auf ein Neues…

Zum Beginn unseres neuen Jahreskreises wünschen wir, die Kemeten, Euch ein glückliches neues Jahr. Mögen Euch die Götter reich mit Gesundheit, Glück und Freude beschenken und auf Euch und Eure Lieben stets ein wachsames Auge haben!

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Quellen:
Aufzeichnung zum kemetischen Kalender von Merienptah
Jan Assmann, Ma’at – Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten
Hans Bonnet, Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte
Foto Merienptah

Das kemetische Jahr – Teil I

Samstag, 26. Mai 2012

Der Kalender

Um den aktuellen Kalender Kemets zu erklären, kommt man um einen kleinen Ausflug zu den antiken ägyptischen Kalendern nicht herum, denn schließlich orientiert sich der jetzt gebräuchliche tatsächlich an den alten pharaonischen Kalendern.

Wir unterteilen unser Jahr, wie in allen kemetischen Kalendern üblich, in die drei Jahreszeiten Achet, Peret und Schemu. Die drei Jahreszeiten lassen sich leicht erklären, wenn man einmal die Jahresniederschlagsmenge im äthiopischen Hochland betrachtet. Die dortigen Monsunregenfälle sind für den Wasserpegel des Nils verantwortlich. Damit gruppieren sich die Jahreszeiten um das zentrale Naturereignis Kemets, nämlich die alljährlich wiederkehrende Nilflut. Das zeigt sich auch an der Bedeutung der Jahreszeitlichen Bezeichnungen. Achet bedeutet „Überschwemmung“, Peret „Sprießen, Wachstum“ also die Zeit des Hervorkommens der Saat und Schemu „Wärme, Hitze“ und bezeichnet damit die Trockenperiode.

Die drei Jahreszeiten, sind jeweils in vier Monate aufgeteilt. Im Unterschied zu den alten Kalendern sind die Monate des modernen kemetischen Kalenders aber nicht mehr jeweils 30 Tage lang sondern an die modernen Monate des gregorianischen Kalenders angepasst und unterscheiden sich somit in ihrer Länge zwischen 28 bis 31 Tagen. Auch sind unsere heutigen Wochen an den modernen Kalender gekoppelt und haben somit nicht mehr 10 Tage wie in alter Zeit sondern, genau wie der gregorianische Kalender, 7 Tage. Ein offizielles „Wochenende“ gibt es bei uns allerdings nicht. Auch haben die Wochentage keine Namen, sondern werden einfach kontinuierlich durchgezählt.

Eine weitere Besonderheit im kemetischen Kalender ist, dass es eine offizielle fortlaufende Jahreszählung nicht gibt. Dies soll die fortwährende und kontinuierliche Wiederholung des göttlichen Schöpfungsprozesses verdeutlichen. Allerdings hat man in den Archiven der Tempel, um bestimmte Zeiträume einfacher benennen zu können, eine inoffizielle Jahreszählung eingeführt , die sich an der Reichseinigung Kemets im Jahre 3150 v.Chr. orientiert. Das bedeutet dass am 16.Juni des Jahres 2012 das kemetische Archivjahr 5162 beginnt. Die standardmäßige Jahreszählung richtet sich allerdings nach den Amtsjahren des ranghöchsten kemetischen Priesters und beginnt nach einem Wechsel des Amtsträgers beim nächsten Inhaber der höchsten Priesterwürde erneut bei Jahr 1.

Kalendervielfalt im Alten Ägypten

Die ägyptischen Kalender und insbesondere die Bestimmung der Festtage waren schon immer ein komplexes Thema. In pharaonischer Zeit waren tatsächlich bis zu drei Kalender gleichzeitig in Gebrauch. Im antiken Kemet kamen zwei Mondkalender und ein Verwaltungskalender zur Anwendung.

Beim bürgerlichen Mondkalender handelt es sich um ein an das Wandeljahr gebundenes synodisches Mondjahr, das zusammen mit dem ägyptischen Kalender durch die natürlichen Jahreszeiten wanderte. Frühester Beginn war der 1. Achet oder einem Folgetag. Spätestens ab der griechisch-römischen Zeit erfolgte die Einführung eines schematischen Datenzyklus, der nicht mehr mit der direkten Beobachtung des Mondes in Zusammenhang stand.

Für den stellaren Mondkalender (Sothis bzw. Sirius-Kalender) galten ähnliche Bestimmungen wie für den bürgerlichen Mondkalender. Das Mondjahr war an den heliakischen Aufgang des Sirius geknüpft. Die Koppelung an Sirius bewirkte eine relative Konstanz der Jahreszeiten, da Sirius vom Ende des 5. bis Anfang des 3. Jahrtausends v. Chr. nur langsam vom 3. Juni auf den 15. Juni wanderte und nur eine Bandbreite vom 3. – 15. Juni gegeben war. (Mittlerweile liegt der tatsächliche Sothisaufgang Ende Juli / Anfang August.)

Sternbild des Sirius

Das bürgerliche Jahr des Verwaltungskalenders war in 12 Monate à 30 Tage eingeteilt. Die Monate wiederum gliederten sich in drei „große Wochen“ mit je zehn Tagen oder in sechs „kleine Wochen“ mit je fünf Tagen. Die Epagomenen folgten als Jahresverlängerung nach den zwölf Hauptmonaten. Die Gesamtzahl der Tage im ägyptischen Verwaltungskalender betrug damit 365 Tage und bildete ein sogenanntes Gemeinjahr.

Der moderne Kultkalender

Was nun unseren aktuellen Kultkalender angeht nachdem wir uns richten, ist der eine Anpassung der alten ägyptischen Kalender an den modernen gregorianischen Kalender. Dieser Kalender wurde von der kemetischen Priesterschaft vor knapp hundert Jahren eingeführt um den immer wieder auftauchenden und zu Missverständnissen führenden Umrechnungsfehlern entgegenzuwirken. Auch wurde somit das ägyptische Jahr mit 365 Tagen auf ein Sonnenjahr mit 365 ¼ Tagen verlängert und um das zu verdeutlichen wird genau wie im gregorianischen Kalender alle vier Jahre ein Schalttag eingefügt. Aber dazu später mehr.

Unser Jahr beginnt also am ersten Tag des ersten Achetmonats (Thot), der auf den 16. Juni des gregorianischen Kalenders fällt. Dieser Kalender ist wie schon oben erwähnt eine Annäherung der alten ägyptischen an den modernen gregorianischen Kalender, die es ermöglicht bestimmte Daten einfach und fehlerfrei aus der einen in die andere Zeitrechnung umzurechnen.

Beispiele:
der 16. Juni im gregorianischen Kalender entspricht somit dem 1. Thot, also dem ersten Tag des ersten Monats der Jahreszeit Achet des kemetischen Kalenders. Oder die Wintersonnenwende am 21. Dezember des gregorianischen Kalenders fällt im Kemetischen auf den 6. Phamenat, also den sechsten Tag des dritten Peretmonats.

Um diesen Kalender weiterhin dem Modernen anzupassen ergibt sich die Schwierigkeit des Schalttages alles vier Jahre. Der Schalttag am 29. Februar entspricht laut unserer Rechnung dem 14. Tag des ersten Schemu-Monats Pachons. Dieser Tag gilt um Verschiebungen mit dem modernen Kalender zu vermeiden auch bei uns als Schalttag und er erscheint im Kalender nur alle vier Jahre und ist dem Gott der Zeit Heh geweiht. Im Normaljahr springt der Kalender vom 13. direkt auf den 15. Tag des Monats Pachons weiter. Um es zu vereinfachen merkt man sich folglich nur, dass unsere Monate jeweils am 16. Tag eines gregorianischen Monats beginnen und am 15. des darauffolgenden Monats enden Somit ergibt sich für jeden Tag des gregorianischen Kalenders eine Entsprechung im Kalender Kemets.

Ebenso handhaben wir das mit den Feiertagen. In unserem Kalender sind die Festtage zu Ehren der Götter größtenteils auf bestimmte Daten fixiert und wandern somit nicht mehr den Mondphasen entsprechend durchs Jahr. Einige Festtage richten sich allerdings weiterhin am Mond und werden somit als bewegliche Festtage jedes Jahr auf neue errechnet.

Die oben erwähnten „Epagomenen“, (die auf ägyptisch „heriu renpet“ – „zwischen den Jahren“ – genauer: „die, die über dem Jahr sind“ heißen) also die 5 Zusatztage, die das ägyptische Jahr von 360 auf 365 Tage auffüllten haben diese Bedeutung im heutigen kemetischen Kalender verständlicherweise verloren. Sie sind somit nicht mehr die Tage „zwischen den Jahren“ sondern die letzten 5 Tage des letzten (also des 3.) Monats der Schemu – Jahreszeit, also die letzen Tage des Jahres. Allerdings ändert das nichts an der hohen kultischen Bedeutung dieser Tage.

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Quellen:
Aufzeichnung zum kemetischen Kalender von Merienptah
Jan Assmann, Ma’at – Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten
Hans Bonnet, Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte
Klimadiagramm Addis Abeba, Wikimedia Commons, Hedwig in Washington
Sternbild Sirius, Wikimedia Commons

Ma’at als soziales Prinzip

Samstag, 10. März 2012

 

Ma’at ist ein schwer fassbarer Begriff. Jeder Versuch sie kurz und knapp zu Beschreiben muss notwendig zu kurz greifen. Das Problem liegt zum einen in der prinzipiellen Unübersetzbarkeit des Begriffes „Ma’at“, was ungefähr übersetzt „Wahrheit, Gerechtigkeit, Weltordnung, Richtigkeit“ bedeutet, wobei die vier Übersetzungsvorschläge in vielen Punkten nicht klar getrennt werden können und nahtlos ineinander übergehen. Zum anderen durchzieht das Prinzip der Ma’at praktisch jeden Bereich des Lebens, sowohl in der Welt der Götter, in jener der Menschen, als auch im Reich der Toten (hier sind die Übergänge ebenfalls fließend) – das Prinzip der Ma’at ist ein ganzheitliches Prinzip. 

Sat-Maat hat in ihrem Artikel „Ma’at als Schöpfungsprinzip“ bereits skizziert, dass die Schöpfung nichts ist, was einmal vom Urgott Atum getan wurde und seit dem einfach vor sich hin existiert, sondern der Schöpfungsakt Atums war „das Erste Mal“, d.h. die Schöpfung muss stetig wiederholt werden. Und tatsächlich: Jedes mal, wenn ein Samen keimt, ein Lebewesen geboren wird, oder ein Stern entsteht, widerholt sich dieser Akt der Schöpfung. Ma’at ist etwas, dass immer wieder getan werden muss! Sowohl von den Göttern in der Natur (zb. Nilflut, Sonnenlauf, Jahreskreis, Werden und Vergehen von Lebewesen jeder Art), aber auch von ihren Kindern, den Menschen – und zwar vom zwischenmenschlichen Bereich und Gesellschaft bis hin zur abstraktesten Form menschlichen Zusammenlebens: Dem Staat. Es geht um die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens. Zivilisation und Kultur ist nichts, was einmal für alle Zeiten errungen wurde, sondern ein stetiger Prozess, der von den Menschen aktiv immer und immer wieder erhalten werden muss. 

Eine Besonderheit des Prinzips der Ma’at, ist ihr Bezugspunkt in der Endlichkeit des menschlichen Lebens. Man kann sich diesen Bezugspunkt, um einen Begriff aus der perspektivischen bildenden Kunst zu gebrauchen, auch als eine Art „Fluchtpunkt des Handelns“ vorstellen, der sich in die Ewigkeit, nach dem eigenen Tod, fortsetzt. Alles, was wir tun, oder unterlassen, hat Folgen über unser eigenes Leben hinaus. So wurden soziale Verhaltensweisen, „richtiges“ Handeln, selbst der Kultbetrieb in den Tempeln bis hin zum Schalten und Walten der Staatsbeamten und des Pharaos, mit Blick auf den Tod über diesen hinaus gedacht. Das eigene Handeln sollte so gestaltet werden, dass man nach seinem Tod in „guter Erinnerung“ bleibt. 

„Das Denkmal eines Mannes ist seine Tugend, der mit schlechtem Charakter aber wird vergessen.“ (aus der biograf. Inschrift d. Mentuhotep) 

Da das eigene Handeln, im Guten wie im Schlechten und weit über unseren Tod hinaus reichend, keine isolierte Aktion ist, und im Kontext von vorangegangenen Handlungen steht, ist die Eigenverantwortung ein wesentlicher Aspekt kemetischen Handelns! Denn beim Totengericht vor Osiris und Anubis, wo das Herz (Ib) gegen die Feder der Ma’at gewogen wird, gibt es keine Vergebung. Führte man kein ma’atgerechtes Leben, wenn man also Isfet (etwa: „Lüge, Ungerechtigkeit, Chaos“) anstelle der Ma’at setzte, wird man unweigerlich von der Seelenfresserin Ammit gefressen und stirbt einen zweiten, endgültigen Tod. 

Wie nun aber eine ma’atgerechte Lebensführung, die den eigenen Namen, das eigene Ansehen (in Kemet als „Ach“ bezeichnet, einer von neun eigenständigen Seelenaspekten) über den Tod hinaus am Leben, in „guter Erinnerung“, erhält, aussieht, lässt sich vereinfacht an drei zentralen Aspekten des ganzheitlichen Prinzips der Ma’at skizzieren. Die Aspekte der Ma’at dienen als Orientierungshilfen, Verhaltensregeln und Lebensweisheiten für ein harmonisches und friedvolles Leben als Teil der Gemeinschaft, die die Aufgabe hat sich selbst und damit den Einzelnen zu schützen, denn – dass wussten bereits die alten Ägypter – der Einzelne braucht die Anderen, braucht die Gesellschaft, um wirklich lebendig zu sein. 

Die Ma’at sagen“ 

Unerlässlich für jede Art gesellschaftlichen Zusammenlebens ist die Kommunikation – das galt vor 5000 Jahren genau so wie heute – da ohne sie eine Gesellschaft nicht gelingt. Nach kemetischer Auffassung ist der bedeutsamste Teil der Kommunikation das aufmerksame Zuhören! In den Lehren des Ptahhotep steht um 2200 v.Chr. dazu: 

Du sollst keine Verleumdung weitergeben und sollst sie (auch) nicht anhören, (denn) sie entspringt dem „Hitzigen“. Gib nur weiter, was du gesehen, nicht was du gehört hast. Wenn es unbeachtet blieb, rede auch nicht darüber – nur was dir vor Augen liegt, ist wissenswert.“ 

Hüte dich, mit Worten Schlimmes auszurichten (…). Halte dich an die Wahrheit, (aber) übertreibe sie nicht; man berichtet Herzensergüsse nicht weiter. Rede keinen Klatsch über irgend jemand, hoch oder gering – das ist dem Ka ein Gräuel!“ 

Verleumdung, Klatsch und, wie wir heute sagen, üble Nachrede sind Gift für jede Gesellschaft, da sie auf Dauer die Zugewandtheit und gesellschaftliche Harmonie untergräbt und Misstrauen und Abgrenzung an ihre Stelle treten. Aber ebenso ist schlechte Rede auch gefährlich für den, der die schlimmen Worte spricht! Wer lügt und ständig auf vermeintliche Fehler pocht und andere Menschen schlecht redet, wird irgendwann isoliert von der Gesellschaft sein und in der Einsamkeit versinken, weil niemand ihn in seiner Nähe ertragen möchte. Einsamkeit, gesellschaftlich isoliert zu sein, ist für den Kemeten wie lebendig tot zu sein. Deshalb ist schlechte Kommunikation „dem Ka ein Gräuel“ (das Ka ist ein weiterer Seelenaspekt, der ungefähr „Lebenskraft“ bedeutet); sie führt zu Unfrieden und ist sowohl für die Gesellschaft, als auch für den Einzelnen, destruktiv. Im Zweifelsfall ist es besser zu schweigen, als schlecht zu reden. 

Wenn du ein Beamter in leitender Stellung bist, dann höre geduldig auf die Worte des Bittstellers. Weise ihn nicht ab, (…), bis er (alles) gesagt hat, was er vorbringen wollte. Wer Kummer hat, möchte lieber sein Herz erleichtern, als mit seinen Bitten Erfolg haben. Wer einen Bittsteller entmutigt, von dem sagt man: „Weshalb will er ihm schaden?“ Nicht alles, worum er bittet, kann gewährt werden, aber (schon) gut Zuhören tut dem Herzen wohl.“ 

Was für Beamte gilt, gilt natürlich auch für den „Normalkemeten“, für Freunde und Familienmitglieder, Kollegen, usw. Einfach „nur“ Zuhören kann das Herz eines Menschen oft schon so weit erleichtern, dass jene Herz beschwerenden Umstände sich als weit weniger drückend erweisen. Ein Mensch mit erleichtertem Herzen wirkt aber wiederrum positiv auf die Gesellschaft. Wenn wir uns gut und erleichtert fühlen, fällt es uns auch wesentlich leichter gute Handlungen und Taten zu tun. 

Die Ma’at tun“ 

Kommunikation und aktive Handlungen gehen nahtlos ineinander über. So schreibt Ptahhotep: 

Sei nicht eingebildet auf dein Wissen, (sondern) unterhalte dich mit dem Unwissenden wie mit dem Wissenden. Nie erreicht man die Grenze der Kunst, und es gibt keinen Künstler, dem Vollkommenheit eignet. Die Redekunst ist verborgener als ein kostbarer Stein, (aber) man kann sie bei den Dienerinnen über dem Mahlstein finden.“ 

Kein Mensch ist besser, oder schlechter, weil er von einer Sache mehr versteht oder einen höheren Grad an Bildung besitzt! In Kemet konnte jeder ungeachtet seiner sozialen Herkunft Schreiber und Beamter werden und damit sozial aufsteigen. Sozialer Aufstieg geschieht aber nicht um seiner selbst willen, sondern unterliegt einer großen Verantwortung! Sämtliche Regeln und Gebote der Ma’at dienen letztlich auch einem ganz wichtigen Punkt: Dem Schutz der Schwachen vor den Starken! Das bedeutet, wenn man an etwas Überfluss hat, sei es Wissen, Reichtum oder Fähigkeiten, dann darf man diesen Überfluss nicht für egoistische Motive verwenden, sondern steht in der gesellschaftlichen Verantwortung diesen Überfluss zum Wohle anderer zu verwenden. 

Die Ma’at geben“ 

Vielleicht kann man sich diesen Aspekt als einen Fluss vorstellen, der von den sozial höchsten Punkten hinab zu den geringsten fließt. Wie der Nil, die Lebensader Ägyptens, durchfließt die Ma’at die gesamte menschliche Kultur. Wie der Nil tritt auch die Ma’at, der Fluss des Lebens, über die Ufer und es entstehen Feste, Feiern und all die Freuden, die über das Notwendige hinaus das Leben lebenswert machen. Doch wie jeder Fluss kann auch der Fluss der Ma’at gestaut werden. Geschieht dies nicht, um brachliegende Felder zu bewässern, also Menschen, die aus irgendeinem Grund nicht an der Gesellschaft teilnehmen können wieder mit einzubeziehen, sondern aus rein egoistischen Motiven, versiegt der Fluss: Kein fruchtbarer Schlamm erreicht mehr die Felder, kein Leben fließt durch die Gesellschaft. Vor diesem Bild wird deutlich, warum die größte Sünde gegen die Ma’at die Habgier ist. 

Wenn du willst, dass deine Führung vollkommen sei, dann halte dich fern von allem Bösen und sei gewappnet gegen die Habgier…“ (Lehre des Ptahhotep) 

Die Ma'at mit ihrem Attribut, die Feder, im Tempel von Edfu

Assmann, Jan: „Ma’at – Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten“; 2. TB-Auflage, München 2006

 Assmann, Jan: „Ma’at“, in: Assmann, Schmidt-Glintzer, Krippendorf (Hsg): „Ma’at, Konfuzius, Goethe“; Frankfurt a.M. & Leipzig 2006.

 Hornung, Erik (Hsg): „Der weise Ptahhotep“ in: „Altägyptische Dichtung“; Reclam Stuttgart 2006.

 Abbildung: Ma’at mit ihrem Attribut, der Feder, im Tempel von Edfu; Fotograf: Rémih, Wikimedia Commons.