Mit ‘Orakel’ getaggte Artikel

„All together now“ frei nach den Beatles … geschrieben von Lucia

Samstag, 21. Februar 2015

Vor ca. 8 Jahren überwältigte mich das Bedürfnis, ein Orakel auf meiner Website zu haben.
Ein ganz besonderes sollte es sein, selbstgebastelt, Bilder, Texte, die berühren, die Antworten geben, die eventuell – jaja, ich weiß, hochangesetztes Ziel – einen direkten Schubs geben, um etwas im Leben der Fragenden zu bewirken.

Und ja, genau das ist es geworden

Hatte ich noch gedacht, ich würde einige Wochen brauchen, um genug Bilder fertig zu haben, damit ich damit online gehen kann, dauerte es grad mal zwei Tage.
Die vergingen wie im Rausch. Bei jedem Bild, das fertig vor mir am Monitor war, staunte ich und stellte mir die Frage „Wer hat das bitte gemacht?“.
Nun, da ich schamanisch tätig bin, ist die Antwort klar – die Geister! ;-)

Schon kurz, nachdem das Orakel auf meiner Seite online war, kamen die ersten Anfragen, ob es das nicht auch als Kartenset gäbe. Nun, das war damals ein Problem, weil die Bilder fürs Internet konzipiert waren, und deshalb keine Druckqualität hatten.
Die Jahre vergingen, die Unterseite mit dem Orakel wurde eine der meistbesuchten auf meiner ganzen Homepage. Und immer wieder die Frage „Gibts das nicht als Kartenset?“.

Tja, und mittlerweile ist halt auch im Laufe der Zeit viel an guten Bildbearbeitungsprogrammen rausgekommen. Tatsächlich war es mir jetzt möglich, die Bilder auf Druckqualität zu vergrößern. Das es funktioniert hat, weiß ich durch eine amerikanische Seite (The Gamecrafter), über die man selber Spiele und eben auch Kartendecks herstellen lassen kann. On Demand.
Ein Bekannter, der in USA lebt, hat sich deswegen eins der Decks machen lassen und da er im Grafikdesign tätig ist, ist sein Lob über die Bildqualität für mich natürlich aussagekräftig.
Allerdings sind die Lieferkosten nach Europa leider derartig hoch, dass sich niemand das Deck dort bestellen wird.

Vor zwei Jahren habe ich dann versucht, hier in Deutschland eine Möglichkeit zu finden, das Orakel als Kartenset herstellen zu lassen.
Das war eine ziemlich deprimierende Erfahrung. Kostenvoranschläge, die mir die Tränen in die Augen getrieben haben. Ich gab auf. Zuerst einmal …
Natürlich läßt einen ein solches Projekt aber nicht in Ruhe. Eine Freundin, stachelte mich auch immer wieder an und deshalb ging sie gemeinsam mit mir auf die Suche nach einer Druckerei. Schließlich wollten ja auch einige andere mein Deck liebend gern in Händen halten. Schlussendlich haben wir – eigentlich sie – eine gefunden, die tatsächlich moderate und vertretbare Preise hat, kein Problem mit dem quadratischen Format und auch nur eine Mindestauflage von 100 Decks hat. DAS wäre bezahlbar …, wenn ich 2000 Euro mal eben so aus dem Ärmel schütteln könnte. Zu meinem Leidwesen, kann ich das aber nicht!
Und da kommt Crowdfunding ins Spiel – eine super Sache, mit der man Projekte finanzieren kann.

Ja, und das habe ich jetzt gestartet

Eine Crowdfundingkampagne für das wunderbarste und innovativste Orakel, das es in Kartenformat dann geben würde.
Durch das Kartenformat – 54 Bildkarten, 54 Textkarten – ist natürlich noch ein bisschen mehr möglich als bei der Onlinenutzung. Online erscheint immer Bild und Text als Antwort.

Das ist aber nur eine Möglichkeit beim Kartenset – eine Bildkarte und dazu eine Textkarte ziehen.
Wobei ich auch das bisher – ich bin ein Orakelfreak – nur bei den OH-Karten gefunden habe, dass es zwei Komponenten sind, die dann kombiniert die Antwort ergeben.


Unabhängig ist es bei meinen Karten jedoch auch durchaus sinnvoll, sich ausschließlich einen Tagesspruch zu ziehen, der damit eine Aussage über die Tagesqualität macht. Genauso kann man einfach nur eine Bildkarte ziehen, wenn man beispielsweise wissen möchte, wo man im Augenblick  steht – sich dabei meditativ ins Bild vertiefen und sehen, welche Möglichkeiten einem da offen stehen.
Und, und, und … also viel mehr Einsatzmöglichkeiten, als es das Onlineorakel erlaubt. Abgesehen davon, dass es ja auch vorkommen soll, einmal weder Strom noch Internet zur Hand zu haben. Die Orakelkarten kann ich jederzeit und überall benutzen …

Um das zu verwirklichen, dass dieses Orakel jetzt auch in Eure Hände kommt, könnt ihr mithelfen … wenn viele ein bisschen machen, dann gibts ein großes Ganzes. Frei nach den Beatles „all together now …“
Das Projekt könnt ihr hier —> http://igg.me/at/orakel/x/9885819 <— unterstützen.
Und vielleicht dann bald schon selber mit einem wundervollen, magischen Orakeldeck in Händen Eure Fragen angehen und neue Antworten erhalten!

Runenorakel – Teil IV, geschrieben von Eibensang

Samstag, 01. November 2014

Die Ausschlussprüfung

Es gibt einen guten Check, die Interpretation einer einzelnen Rune in einem solchen Wurf bezüglich ihrer Bedeutung im Zusammenhang (Bezug aufs erfragte Thema) zu überprüfen: Wäre das, was ich vermute, durch eine andere Rune besser ausdrückbar gewesen? Wenn das der Fall ist, stimmt meine Interpretation nicht – und ich muss sie entsprechend korrigieren. Wenn meine Detail-Interpretation durch keine andere Rune besser ausdrückbar ist als die vorliegende, darf ich davon ausgehen, dass ich richtig deute. Das ist bei 24 möglichen Zeichen nicht der bequemste Weg, aber der im Zweifelsfall sicherste. Zumal ja – nach dem Werfen aller 24 Runen gleichzeitig – nicht mehr die Möglichkeit besteht, auf eine Rune, deren Deutung im Zusammenhang fraglich, widersprüchlich oder nebulös bleibt, noch eine weitere zu ziehen: um Antwort auf dieses Detail zu erhalten.

Lesegewohnheiten

Der Wurf aller 24 Runen auf ein begrenztes Feld (Runen, die abseits davon zu liegen kommen, sind ganz wurscht in dem Fall) ist nicht umsonst ein „freier“. Ganz von Fragestellung und Thema hängt ab, wie ich räumliche Häufungen von Runen oder ihre Distanz zueinander deute – und inwieweit ich daraus auf mögliche zeitliche Abläufe oder Entwicklungstendenzen im Gesamtbild schließe. Tendenzell ordne ich weiter „unten“ liegende Runen einer „Ausgangslage“ oder „jüngeren Vergangenheit“ zu, während ich Runen weiter „oben“ im Bild (immer aus Wurfrichtung gesehen) als mögliche „Ergebnisse“ oder „Ziele“ lese. Kernpunkte der befragten Angelegenheit finden sich gern mitten im jeweiligen „Gewühl“ aufeinander oder nah beieinander liegender Zeichen; aus der Entfernung links oder rechts davon liegender Runen lese ich – je nachdem, wie prägnant sie mir erscheinen – beeinflussende bis tragende Aspekte. Aber das ist nur eine grobe Lesetendenz, die sich im Zweifelsfall nicht verallgemeinern lässt. Ich verlasse mich da ganz auf meine Intuition – und den Gesprächsaustausch mit der fragenden Person, um deren Angelegenheit es geht. (Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass ich über die jeweiligen Inhalte absolutes Stillschweigen bewahre! Wenn ich je ein besonders anschauliches Beispiel irgendwo und -wann zum Thema mache, um irgendetwas damit zu erklären, dann vollständig anonymisiert. Nichtmal der Fragesatz muss wörtlich zitiert werden, um eine bestimmte Konstellation von Runen und ihre mögliche Deutung bei anderer Gelegenheit zu erörtern. Personen, Zeit oder Umfelder aber zu offenbaren oder auch nur erratbar zu machen für wen auch immer, sind absolute Tabus.)

Da die meisten Menschen, die sich Orakel von mir deuten lassen, eher nicht runenkundig sind, erkläre ich ihnen nach getätigtem Wurf zunächst die lesbaren Zeichen einzeln, um im gemeinsamen Gespräch schritt- bzw. scheibchenweise ;-) den möglichen Zusammenhang und seine Conclusio zu erfassen. In den besten Fällen bin es gar nicht ich, der den letztlichen Rat ausspricht – die beratene Person formuliert ihn (oft unvermittelt bzw. plötzlich) selbst: aus den erkennbar werdenden Zusammenhängen des Gesamtbildes und Gesprächs heraus.

Spirituelle Aspekte

…kommen umstandshalber auch zum Tragen, wenn die fragende Person selbst mit Ásatrú soviel zu tun hat wie ich mit Investmentfonds (oder wie so Zeug heißt). Nehmen wir zum Beispiel das Thema Liebe: Unabhängig von persönlichen Auffassungen oder Sehnsüchten – sowohl meinen als der der fragenden Person – kann ich Runen nur in Kenntnis und Erfahrung der dahinter und durch sie wirkenden Kräfte lesen und deuten. Von Freyja, der Liebesgöttin (nicht nur, aber auch!), weiß ich, dass sie alles tut, um liebende Menschen – einschließlich derer, die „nur scharf“ sind aufeinander (aber dieses „nur“ ist bereits eine moralische Wertung, die der Großen Sau so schnuppe ist wie euch der Federhall meines ollen Gitarrenverstärkers) – unter allen Umständen zusammenzubringen. Das tut bzw. unterstützt bzw. provoziert sie unter Aufbietung sämtlicher verfügbarer Kräfte: Gerade Liebende wachsen ja gern mal über sich und alle ihnen zugedachten Erwartungen hinaus, wenn es gilt, das Ziel der Begierde zu erreichen – und sei es in 180-Grad-Wenden bisheriger Lebensläufe, Gewohnheiten, Moralvorstellungen oder sämtlicher dagegen gerichteten Umstände. (Anders hätte vermutlich die Menschheit, engstirnig und verstockt wie sie wohl seit je war, ihre ersten Generationen nicht wirksam überlebt… ;-) ) Wer hat nicht schonmal die ganze Welt untergehen lassen – oder hätte dies getan – um einer ersehnten Begegnung oder gar Vereinigung willen! Das ist – in meiner Sichtweise – Freyjas Art und Methode. Wozu gehört, dass sie nach „erfolgter Zusammenführung“ die ProbandInnen allein lässt mit ihrem Glück, Pech oder Geschick! Für den „Rest“ sind andere Große zuständig – Freyja kümmert sich sozusagen nur um die „Möglichmachung“ der wie auch immer titulierbaren Liebesbegegnung. Dies gilt selbstverständlich völlig unabhängig von jeweils herrschenden Sitten, Gebräuchen, Gesetzen, Gewohnheiten: Die beeinflussen, wie das alles in der Praxis verläuft und was daraus erfolgen mag. Aber nicht die Sache selbst: ihren Ursprung und dessen Tendenz.

Nur ein Beispiel von vielen, wo mir das Wirken von Göttern, so wie ich es erfuhr, die Ausdeutung auch und gerade von Orakelbildern diktiert: in Kenntnis einer Systematik, die auf persönlichen Zuordnungen beruht, die wiederum ausschließlich persönlicher Erfahrung entsprechen. Und die ich gelernt habe, auch auf Menschen und Situationen zu übertragen, die sich in ganz anderen spirituellen Sphären und Weltbildern bewegen: ab da, wo ich deren Situationen in Runen ausgedrückt sehe. Es ist bestimmt nicht die einzig mögliche Lesart – nur die einzige, die ich für meinen Teil verantworten kann, weil ich von ihr genug verstehe.

Entsprechend unerwartet oder krass mögen Aspekte meiner Deutungen ausfallen: Sie richten sich nach dem, wie ich meine Großen erlebe seit vielen Jahren. Wie sie wirken, auf was sie Wert legen – und was von ihnen erwartbar ist (soweit sich das empirisch schlussfolgern lässt für mich). Wer sich Rat mithilfe von Runen einholt, begibt sich in dieses Wirkungsfeld – und das hat weniger mit lieblichen Allgemeinplätzen auf farblich übersättigten (und eher sterilen) Blümchenbildern zu tun als vielmehr mit den gewaltigen Kräften einer überbordend verschwenderisch agierenden und durch und durch unmoralischen Natur, die stets dynamische Gleichgewichte anstrebt – und es dabei, wenn’s drauf ankommt, auch gehörig krachen lässt… Dass ich ihre Aspekte in Form göttlicher Wesenheiten deute und übersetze, noch dazu germanischer, ist meine Art, damit klarzukommen. Gelänge mir das nicht, hätte ich mir längst etwas anderes gesucht zur Welterklärung. (Dass ich mir mein System weniger gesucht habe als es mir vielmehr „zustieß“, ist eine andere Geschichte… die hier aber keine Rolle spielt. ;-) ).

Im Klartext: Wenn ihr ausschließlich nette Sachen hören wollt, die eure lauesten Sehnsüchte bestätigen – seien die nun realistisch, wenigstens traum- oder visionsgetrieben oder gänzlich neben jeder Kappe –, dann geht zu irgendeinem Beschwichtigungs-Weissagungstantchen oder -onkelchen, das euch genau den Schmarren von den Lippen abliest und so nach- oder vorgackert, wie ihr ihn hören wollt. Ist ja euer Geld! Und euer Leben. Von und mit Leuten wie mir aber gibt’s nur Tacheles: Klartext, der kein Blatt vor den Mund nimmt, sondern zeigt, was es mit eurer speziellen Situation – die ihr zudem selber aufdröseln müsst, um überhaupt zu einem sinnvoll deutbaren Wurf zu kommen – auf sich hat. Seelische Hilfestellung in einer ganz bestimmten Lebenslage – oder Klarstellung einer solchen. Nicht mehr und nicht weniger. Ich brauche dafür – neben eurem persönlichen Vertrauen und der jeweiligen Offenheit – nur 24 Zeichen, die des Älteren Futharks. Mir erklären sie – dies ganz unabhängig von Orakeln – die ganze Welt. Seit über 20 Jahren, die mich persönlich glücklicher machten als die über 30 davor. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich gern an anderer Stelle erzähle.

Vom selben Autor kürzlich erschienen: „Runen-Jause – für die kleine Erleuchtung zwischendurch“ – die täglichen Runenportraits aus den ersten zwei Jahren „Orakeldienst Eibensang“ auf Facebook (siehe auch dort), erhältlich als E-Book in den Formaten MOBI/AZW für Kindle sowie als EPUB oder PDF (300 Seiten) für alle anderen Lesegeräte.

Duke Meyer gibt im gesamten deutschsprachigen Raum Workshops unter dem Titel „Eibensangs Magische Runen-Reise“: buchbar überall ab 6 teilnehmenden Personen.

Zusätzlich bietet das „persönliche Online-Seminar“ individuelle Runenkunde-Kurse via Skype.

Neben einem ständig wechselnden Angebot selbstgefertigter Runensets aus diversen Holzarten sind auch persönliche Amulette / Talismane u.ä. bestellbar.

Weitere Bücher und Schriften Duke Meyers hier.

Runenorakel – Teil II, geschrieben von Eibensang

Samstag, 03. Mai 2014

Achtung, Gift!

Apropos neuzeitlich: Das heutzutage dank absolut unkritischer Eso-Schreiberlinge immer noch sehr weit verbreitete sog. „18er Runensystem“ ist überhaupt keins. Dieses auch „Armanen-Futhork“ genannte Zeichensystem aus 18 „Runen“, die Runen insofern täuschend ähnlich sehen, als sie willkürlich aus dem Jüngeren Futhark gefleddert wurden, hat sich eingangs des 20. Jh. der Ideologe Guido „von“ List ausgedacht – der den späteren Nazis und vergleichbaren Rassisten damit den okkulten Überbau für ihre höchst ungermanischen Ansichten und Umtriebe lieferte. Das „18er System“ ist so germanisch wie ein Smartphone, nur viel gefährlicher: Es existiert nur aus dem einen Grund, Menschen in „wertige“ und „unwerte“ „Rassen“ aufzuteilen. Es ist Bestandteil der Ariosophie, einer okkult konstruierten Lehre, die ebenfalls besagter Guido „von“ List verantwortet (und die das noch giftigere Kind der ebenfalls ziemlich menschenfeindlichen „Theosophie“ einer gewissen Helena P. Blavatsky ist – gleichwohl deren Unsinn zumindest in Versatzstücken bis heute durch alle möglichen esoterisch vernebelten Gehirne spukt und äußerst fragwürdige Urständ‘ feiert: dies gern auch ohne bewusstes Wissen der NachbeterInnen, deren Wahrheitsdurst in Wahrheit aus kontinuierlichem Wegschauen und anhaltender Denkverweigerung besteht). Letztlich rechtfertigt diese Lehre Kolonialismus – und die Ableitung zum „Herren- und Untermenschentum“ der Nationalsozialisten ist kein Unfall gewesen, sondern in dieser Denkart folgerichtig. Das „18er Runensystem“ oder „List-Futhork“ unterstützt diese Denke – und keine andere – magisch.

Nein, man stirbt nicht sofort bei Benutzung. Genausowenig wie von Genfood, Glutamat, dem Fleisch industriell gequälter Tiere oder dem Gebrauch von Atomstrom, der BILD- oder Kronen-„Zeitung“ und vergleichbaren Angstverstärker-Journaillen oder Heroin oder Crack oder permanentem Fernsehkonsum unter Ausschluss von Alternativen. Nicht alles, wovon abzuraten ist, hat sofort spürbare Direktfolgen für uns. Aber alles macht was. Verstehst‘! Von wegen „Bewusstsein“ und „ganzheitlicher“ Lebensführung und so!

Ebenfalls gewarnt sei vor dem als meditativ oder gar als kenntnisfördernd apostrophierten Nachstellen von Runenformen mit dem eigenen Körper, so genanntem „Runen-Yoga“ (zuweilen auch mit altnordisch klingenden Begriffen wie „Stadha / Stödhur“ belegt, was den Scheiß aber weder historischer noch irgendwie germanischer macht). All dieses Geturne und Genöhle, ohne das bis heute so gut wie kein esoterisches Runenbuch auskommt (freilich, ohne die Quelle zu nennen!), geht auf einen einzigen Menschen zurück: Friedrich Bernhard Marby. Seine 1934 erschienene Broschüre hieß – lasst euch den Titel auf der Zunge zergehen, bevor ihr ausspuckt und gründlich spült – „Rassische Gymnastik als Aufraffungsweg“. Und hat nur diese Bedeutung – samt magischem Flashback.

Es gibt m.E. keinen auch nur halbwegs vernünftigen Grund – zumindest nicht für magisch kundige oder interessierte Menschen, die doch sonst so gern auf „Zusammenhänge“ verweisen und wissen, dass alles „miteinander verbunden“ ist –, solchen Quellen durch Nachmachen oder Nachturnereien auch nur die geringste Energie zuzuführen.

Grundlagen des Orakelns

Aber nun endlich zum Thema: dem Orakeln mit eckigen germanischen Zeichen. Erklärungen, was die einzelnen Runen bedeuten (und was noch, und was unter bestimmten Umständen außerdem… von ihren Zusammenhängen ganz zu schwelgen), sprengten hier den Rahmen. Persönlichen Bezug zum verwendeten System (für die deutende Person. Die fragende braucht ja nicht unbedingt einen!), Kenntnis der Zeichen und ihrer Grundbedeutungen, idealerweise empirisch erprobte Ableitungen oder Varianten davon etc. – kurz: ein bisschen „praktische Orakelerfahrung“ – setze ich hier einfach mal voraus.

Was die meisten Orakelnden wissen dürften oder sollten, sei für alle anderen kurz zusammengefasst: keine suggestiven Fragen („wann werde ich reich / verliebe ich mich“ o.ä.), keine Ja-Nein-Fragen, keine Fragen nach definitiven Zeitpunkten oder sonstigen Zahlen-Ergebnissen, und am besten jeder fragenden Person nicht mehr als ein Orakel an ein- und demselben Tag deuten – ein jedes Orakelbild will erstmal „überschlafen“ werden, gerade auch, wenn das Ergebnis zu weiteren Fragen einlädt. Die Entscheidung, Menschen in erkennbar labilem Seelenzustand oder extrem aufgewühlter Gemütsverfassung einen – ja sonstwie ausfallen könnenden – Orakelwurf für den betreffenden Tag und Zustand eher zu verweigern, aus Gründen der Verantwortung, setze ich ebenfalls voraus.

Ein jedes Orakel ist (immer nur) so gut wie seine Deutung. Sie ist der Knackpunkt der Sache. Mir ist daher, bevor ich mein Runensäckchen auch nur anfasse, wichtig, worum es der Person, die ein Orakel möchte, geht. Viele Fragende müssen sich da erstmal ein wenig sortieren innerlich – was unabdingbar ist: Wie sollte hex ein Orakelbild lesen, dem anstatt einer klaren Frage ein ganzer Wirrwarr von Themen, womöglich ein verschlungenes Knäuel unterschiedlicher Problematiken zugrundeliegt? Was zu einer weiteren Grundregel führt: Die ausgesprochene Frage sollte so einfach wie nur irgend möglich formuliert sein – und es gehört zur Verantwortung der deutenden Person, der fragenden diese Formulierung nicht etwa vorab in den Mund zu legen, auch wenn das bis dahin gediehene Vorbereitungsgespräch vielleicht längst dazu einlädt. Gerade die Runen antworten immer und nur auf das Anliegen, das der fragenden Person wirklich und zutiefst am Herzen liegt – befindet sich die deutende in Unkenntnis darüber, kann die Erklärung, die Deutung des Bildes, nur in Blödsinn münden (der im besten Fall harmlos sein mag, genausogut aber schädlich ausfallen kann).

Hier sind sowohl Menschenkenntnis als auch Fingerspitzengefühl gefragt – und gegebenenfalls ein gerüttelt Maß Geduld: gerade Menschen gegenüber, die solch ein Prozedere – ihr persönliches Anliegen in einem griffigen, klaren Satz, möglichst ohne Nebensätze – zusammenzufassen, nicht gewohnt sind und sich damit zunächst etwas schwer tun. Das Finden bzw. Herausarbeiten des Fragesatzes ist die halbe Miete! Und nochmal: Es ist zwingend erforderlich, dass die betreffende Person ihren Satz ausschließlich selbst formuliert. Die gute Nachricht dabei: Oft helfen die dazu erforderlichen Gedanken und Überlegungen bereits, das Anliegen so zu konturieren, dass die spätere Deutung des Orakelwurfes eine wird, mit dem die Fragerin auch etwas anfangen kann. ;-) Selbstverständlich sollte hex bei der Findung der Fragestellung behutsam helfen – aber eben nicht durch eigenmächtige Vorformulierungen, auch wenn die Zunge juckt.

Wichtig: keine Negativformulierungen zulassen! Will sagen: immer auf klarer Positivformulierung bestehen! ;-) Das Unterbewusste kennt keine Verneinung. „Was muss ich tun, damit meine Beziehung nicht misslingt“ kann nur zu einem Bild führen, das, folgt die Person dem Rat, diese Beziehung sicher gegen die Wand fährt. Lieber nachfragen, was sich die Fragende unter einer gelungenen bzw. gelingenden Beziehung vorstellt – und anregen, dies knapp und prägnant auszudrücken. Je konkreter, klarer und einfacher die Formulierung ausfällt, desto deutlicher werden Orakelbild und daraus ableitbarer Rat.

Das zyklische Zeitverständnis

Hier kommen wir zu einer runenspezifischen Besonderheit. Vergesst die gewohnte Zeitachse „Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“! In germanischer Denke existiert die so nicht, daher können Runen, nach einer „Zukunft“ befragt, nur ziemlichen Müll absondern. Ich habe an dieser Stelle bereits vor Jahren versucht (in meinem Essay „No future – warum das Germanische keine Zukunft hat“), das (von mir so genannte) „Nornenmodell“ zu erläutern: Die Schicksalsmächte, weiblich personifiziert als (allen Gottheiten weit übergeordnete Nornen namens) Urda, Verdandi und Skuld, verkörpern ein zyklisches Zeitbild. In Kurzform: Urda ist alles, was vergangen, bereits passiert ist. Das ist unveränderlich – und kann als Boden angesehen werden, auf dem wir stehen. Dabei ist es unerheblich, ob ein Ereignis länger zurückliegt oder erst soeben geschah: Passiert ist passiert. Zugriff haben wir ausschließlich auf die Gegenwart. Die verkörpert sich in Verdandi, der „Werdenden“: was eine Art Zukunft miteinschließt – allerdings nur die unmittelbare. Jener kurze Zeitraum, der noch direkt mit der Gegenwart verbunden und von ihr nicht wirklich trennbar ist. Im Grunde das, was gerade geschieht – und uns die einzig mögliche Eingriffsmöglichkeit aufs Schicksal gestattet: dafür eine überaus umfassende. Skuld verkörpert dann nicht etwa „Schuld“ im sittenchristlichen Sinne eines irgendwie „abbüßbaren“ Vergehens oder gar einer „Strafe“. Von solch moralischer Bewertung ist das Nornenmodell – oder germanisches Denken überhaupt – so weit entfernt wie der Papst vom Menstruieren als heiliger Handlung. Die Herleitung des Nornennamens Skuld aus „(etwas) schulden“ bezieht sich vielmehr und ausschließlich auf die – in sich völlig wertfreie – „Konsequenz der Tat“. Denn die Gegenwart – das, was du darin tust, was dort passiert – verändert dann doch die Vergangenheit: dahingehend, dass ihr durch die Gegenwart etwas hinzugefügt wird, das im nächsten Moment nicht mehr verändert werden kann, weil es im Augenblick seiner Manifestation Urd bereichert – wodurch sich der Nornenkreis schließt. Urd selbst ist nicht mehr beeinflussbar, Verdandi – die Gegenwart – ermöglicht uns jede Tat, jede Eingriffsmöglichkeit: immer nur jetzt – und aus der resultiert, ausgedrückt durch Skuld, diese und jene Veränderung.

Fürs Orakeln heißt das (wie auch, genau genommen, fürs „richtige Leben“): Eine Zukunft findet nicht statt – außer in der unmittelbaren Gegenwart, in Form unserer Wünsche und Ängste oder sonstwelcher Vorstellungen, die wir darüber entwickeln. Da die Eingriffsmöglichkeit immer nur im Jetzt besteht, ist es sinnvoll, auch die Orakelfrage möglichst im Präsens zu halten. Natürlich lassen sich Entwicklungstendenzen erfragen – aber sie gehen immer vom Jetzt aus. Und so weit sie auch in eine (erhoffte oder befürchtete, immer aber nur: gedachte, nie festzumachende) „Zukunft“ zielen mögen: Das Orakelbild zeigt lediglich auf, worauf es hinauslaufen könnte, wenn die fragende Person NICHTS weiter unternimmt, sondern in ihrem bisherigen Zustand verharrt bzw. bei ihrer momentanen Haltung, Strategie oder Taktik bleibt. Insofern ist das Orakelbild vergleichbar mit einer Tankanzeige: noch soundsoviel Kilometer unter diesen Umständen so weiter, dann geht dir voraussichtlich auf halber Strecke das Benzin aus – oder der Tank ist voll genug, das Ziel zu erreichen, ohne dass du dich weiter drum kümmern musst. Niemand betrachtet eine warnende Tankanzeige als Schicksalsschlag – auch Orakel sind ggf. als Hinweise zu lesen, bestimmte Dinge zu ändern: gerade dann, wenn sie auf Gefahren verweisen.

Runenorakel – Teil I geschrieben von Eibensang

Samstag, 01. März 2014

Von allen denkbaren Orakelformen (Tarot, Kaffeesatz- oder Rauchdeuten, Pferdewiehern, Gummibärchen usw. usf.) ist das Werfen oder Ziehen von Runen nicht die idealste. Ganz einfach deshalb, weil es dem Versuch entspricht, einen Nagel in die Wand zu klopfen mit Hilfe eines Schuhabsatzes. Was nicht unmöglich ist – nur etwas unpraktisch. Was natürlich erst einleuchtet, wenn man/frau Runen eher zur Welterkenntnis und Lebensgestaltung verwendet – und sich damit weißdiegöttin andere Möglichkeiten erschließt, was aber die meisten nicht tun. Im Folgenden daher ein paar Tipps zur Sache, die helfen mögen, ein paar typische Fehler und Irrtümer zu vermeiden, und mit den Ergebnissen von Runenorakeln leichter klarzukommen.

Die Einleitung klingt kryptisch? Für mich sind Runen Ausdruck bzw. Bestandteil einer größeren Sache, die ich Ásatrú nenne – und deren Werte sich von gängigeren Weltauffassungen (zumindest meine Lebensart betreffend) unterscheiden. Zuweilen nur marginal – aber auch das führt unter Umständen zu unerwarteten Ergebnissen. So ähnlich, wie auf einer Tastatur das Drücken ein- und derselben Taste ganz unterschiedliche Folgen haben kann: je nach gerade aktiver Software, die diese Tasten mit ureigenen Funktionen belegt. Und egal, an was du glaubst oder wie du spirituell orientiert bist: Mit den Runen rufst du germanische Gottheiten an – und begibst dich damit in deren „System“. Ob dich das interessiert oder nicht. Da ich von Letzterem ausgehe ;-), sei dieser wichtige Hintergrund hier nur ansatzweise angeleuchtet – ganz ignorieren kann ich ihn bei diesem Thema nicht! Denn nur so lassen sich einige typische Effekte erklären.

In sich geschlossene magische Systeme funktionieren als solche natürlich immer. Simpelstes Beispiel ist das Werfen einer Münze – Kopf oder Zahl – auf eine Entscheidungsfrage. Dazu bedarf es keinerlei spiritueller Bindung – es sei denn, wir betrachten die Bereitschaft, sich nach dem Ergebnis solch launigen oder auch spielerischen Münzwurfs zu richten, bereits als spirituellen Akt. Was in den wenigsten Fällen so intendiert sein dürfte. „Aberglaube“ würde ich das aber auch nicht nennen – solange die genannte Bereitschaft eine freiwillige ist und nichts Zwanghaftes hat. Womit ich nur sagen will: Selbstverständlich lassen sich Runen werfen, ziehen und deuten, ohne dass die betreffende Person dafür im Bunde mit germanischen Gottheiten sein muss. Die werden ggf. auch ungefragt aktiv.

Historischer Hintergrund

Etwa 6.500 historische Runeninschriften sind bis heute bekannt; die allermeisten davon lassen sich dem so genannten „Jüngeren Futhark“ zuordnen: jenem auf 16 Zeichen reduzierten Runensystem, das die Wikinger (als Angehörige einer letzten altgermanischen, also noch als vorwiegend heidnisch titulierbaren Kultur) zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert über die damals bekannte Welt verbreiteten; die meisten dieser Inschriften finden sich auf Gedenksteinen. Dort wurden im Wesentlichen einzelne Ereignisse festgehalten – Schiffsunglücke oder Jagdglück und dergleichen, in aller Regel ohne Hinweise auf weitere Zusammenhänge, was eine wertende Einordnung erschwert.

Das älteste Runensystem, das aus 24 Zeichen besteht und das auch ich verwende, das so genannte Ältere Futhark, ist historisch ab dem 2. bis 3. Jh. nachweisbar und kam bereits Ende des 7. Jh. außer Mode. Etwa 350 Funde sind bis heute vorhanden, davon zeigt nur eine Handvoll das komplette System (dies in zwei unterschiedlichen Versionen). Die so genannten gemein-germanischen Namen der Runen wurden – samt ihrer wahrscheinlichen Grundbedeutungen – aus späteren (letztlich bereits mittelalterlichen) Gesängen bzw. deren Aufzeichnungen so weit als wissenschaftlich möglich recherchiert. Runen sind germanische Ritzglyphen, also Ritzzeichen mit möglicher Mehrfachbedeutung und Symbolik. Außer Älterem und Jüngerem Futhark entstanden (in der Spätzeit: vor 1000 n.Chr.) noch weitere historische Systeme wie das Angelsächsische Futhark aus ca. 33 Zeichen, das Friesische und andere. Die Bezeichnung Futhark beruht – nur hier analog zum ABC – auf den ersten Zeichen des Systems: Fehu, Uruz, Thurisaz, Ansuz, Raidho, Kenaz. (Die Betonung germanischer Begriffe liegt übrigens immer auf der Stammsilbe, dem Anlaut!)

Germanische Kulturen dürfen dennoch als schriftlos gelten; das Ritzen von Runen war Eingeweihten, so genannten Erilar (Runenkundigen) vorbehalten. Magische Absichten sind – besonders in der Frühzeit des Älteren Futhark – historisch wahrscheinlich, wenn auch nicht beweisbar. Runen sind nicht verwandt mit dem keltischen Ogham (einem Ritzzeichensystem, das die Druiden, Angehörige der bei keltischen Stämmen üblichen Priesterkaste, verwendeten: für die es in germanischen Kulturen keine Entsprechung gab – dies nur am Rande erwähnt). Die Herkunft bzw. Ableitung der ersten Runen aus ertruskischen, italischen sowie auch phönizischen Alphabeten ist sehr wahrscheinlich, auch wenn sich nicht genau sagen lässt, wie die geheimnisvolle Kunde des Schreibenkönnens nach Skandinavien gelangte, wo das Runenritzen vor rund oder knapp 2000 Jahren zuerst praktiziert wurde. Die anfangs ausschließliche Verwendung von geraden und schrägen (nicht aber waagrechten) Strichen mag als Hinweis herhalten, dass Runen zunächst in Holz geritzt wurden (gegen die Maserung, um die Zeichen davon abzuheben), was wiederum die – ledigliche (wissenschaftlich nicht belegbare) – Vermutung zulässt, dass das Ältere Futhark ein oder zwei Jahrhunderte früher entstanden sein mag, als die ältesten Funde nachweisen können: Holz und vergleichbare Materialien verrotten eben mit der Zeit.

Für divinatorischen Gebrauch von Runen in historischer Zeit gibt es keinerlei Hinweise, geschweige denn Belege. Andere germanische Orakelformen – wie das Deuten von Pferdewiehern oder das Verbluten von Opfern über Steinen – sind überliefert; doch selbst der Römer Tacitus (der selbst nie in germanischem Gebiet war) erwähnt in seiner „Germania“ nur das Ziehen und Werfen von Holzstäbchen, die einem „fruchttragenden Baum“ entstammten – kein Wort darüber, ob in diese Stäbe irgendwelche Zeichen eingeritzt waren oder gar defintiv Runen. Demnach dürfen wir das Runenorakel als einen neuzeitlichen Brauch betrachten.

Teil I

Vergesst den 21. Dezember 2012 – Teil I von MartinM

Samstag, 19. Februar 2011

Am 21. Dezember 2012 ist angeblich Weltuntergang!

Erst vor wenigen Jahren, am 31.Dezember.1999, ging die Welt, jedenfalls die Welt, die wir bisher kannten, bekanntlich unter. Die meisten von uns haben davon allerdings nicht viel bemerkt. Nun ist bald wieder soweit: am 21.Dezember.2012 endet die „Lange Zählung“ des Maya-Kalenders – was, wie führende Paranoiker (für sie) überzeugend darlegen, nur bedeuten kann: Der Welt, jedenfalls der Welt, wir wir sie kennen, droht schon wieder das Ende!

Seien wir ganz beruhigt: Die Maya haben dieses Datum nicht wirklich mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht. Der 21. Dezember 2012 ist etwa so bedeutsam wie der 31. Dezember 1999. Kein Termin für einen ernstzunehmenden Weltuntergang, und wohl auch kein Tag allgemeiner Katastrophen, wahrscheinlich noch nicht einmal der erste Tag eines neuen Zeitalters der Menschheit.

Aber es gibt noch andere, weitaus ernster zu nehmende Prophezeiungen. Sie stammen aus einer Quelle, die sich, trotz einiger kleinerer Abweichungen zum wirklich eingetretenen Geschehen immer wieder als erstaunlich zuverlässig im Erkennen von Langzeittrends erwiesen hat. Diese Quelle wird das „Orakel des Schattens“ genannt, im modischen Jargon der damit befasste Esoteriker ist es auch als „Shadowhelix“ bekannt. Seitdem es sich im Jahre 1989 zum ersten Mal offenbarte,nähert sich unsere Welt dem düsteren Zukunftsszenario des Orakels für eine nun nicht mehr ferne Zukunft immer mehr an:

Im Szenario des Orakels haben sich Konzerne zu weltumspannenden Strukturen ausgebaut, die nur noch wenigen Gesetzen unterliegen. Die größten multinationalen Konzerne, die Megakonzerne, besitzen eine Form der Exterritorialität, was ihnen erlaubt, unbehelligt von staatlichen Gesetzen auf ihrem eigenem Grund zu agieren. Polizeiliche Aufgaben werden privatisiert und ebenfalls von einzelnen Konzernen übernommen. Weite Teile der Erde sind durch rücksichtslose Ausbeutung und Katastrophen zerstört. Die Katastrophen haben zusammen mit mehreren Pandemien eines stark mutagenen Virus – dem ein Drittel der Weltbevölkerung zum Opfer fällt – die urbane Gesellschaft stark polarisiert: eine vergleichsweise wohlhabende Schicht von Konzernangestellten, die in geschützten Enklaven ihres jeweiligen Konzerns leben und eine große Schicht von Armen, die weitgehend rechtlos außerhalb der Konzerne leben. Außerhalb der zu Megaplexen zusammengewachsenen Städte verwildern viele Gebiete oder werden zu autonomen Kleinstaaten.

Das laufende Jahr, 2011, ist nach dem „Orakel des Schattens“ das „Jahr des Chaos“. Ein hartes Jahr, ein Jahr der Aufstände und ungeahnter Naturkatastrophen. Es markiert aber auch den Beginn des „Erwachens“, einem dramatischen Einschnitt in der Geschichte der Menschheit. Die Ereignisse von 2011 brechen mit einem der stärksten Entwicklungstrends der letzten 200 bis 300 Jahre, als beginnend mit dem „Zeitalter der Aufklärung“ die wissenschaftliche und technische Entwicklung und zunehmende Säkularisierung das Übernatürliche aus vielen Bereichen menschlicher Existenz verdrängte. Andere Erklärungen wurden für diejenigen Phänomene gefunden, die Menschen früherer Zeiten auf das Wirken von Göttern und Magie zurückführten. Viele gingen davon aus, dass für die Vorstellung von einer magischen Welt letztendlich kein Raum mehr bleiben würde. Das „Jahr des Chaos“ beweist auf dramatische Weise das Gegenteil: die „Rückkehr der Magie“. Das „Erwachen“ führt allerdings nicht zu einem Bruch menschlicher zivilisatorischer Entwicklung, zu einer Welt voller Harmonie, Frieden und Einklang mit der Natur, wie es sich einst die Hippies und „New Ager“ vom „Wassermannzeitalter“ erhofften. Weder in der Wissenschaft, noch in der Technik und leider auch nicht in Politik und Wirtschaft kehren sich die Trends um. Die Welt bleibt dreckig, katastrophengeschüttelt und von wachsenden Ungerechtigkeiten zerrissen. Dennoch verändern sich viele Bereiche der Welt fundamental.

Am 21. Dezember 2011 brechen in Südengland und in anderen Zentren der Megalithkultur Steinkreise und Monolithen plötzlich aus der Erde hervor, während die Ley-Linien im ganzen Land aktiv werden.

Aus dem „Orakel des Schattens“ geht ganz klar hervor, dass in einigen Menschen bisher ungeahnte magische Fähigkeiten erwachen werden, ähnlich denen, wie sie alte Sagen und Legenden mächtigen Zauberern und Hexen zuschrieben. Es liegt auf der Hand, dass viele von ihnen schon vor dem Erwachen vergleichsweise bescheidene magische oder schamanische Fähigkeiten an sich entdeckt haben werden. Ebenso klar ist, das wir, die Neuen Hexen, Neoschamanen, Naturmystiker und Neuheiden, weitaus besser auf das „Erwachen“ vorbereitet sind, als fast alle unserer Mitmenschen in den Industrienationen.

Die Zeit der Erwachens, die auf das Jahr des Chaos folgt, birgt ungeahnte Gefahren. Aber auch ungeahnte Chancen – gerade für Menschen wie uns!

Im zweiten Teil dieses Artikels werde ich das „Orakel des Schattens“ genauer beschreiben, seine Stärken, aber auch Schwächen darlegen, und auf die vorhandenen Quellen zu diesem Orakel kritisch eingehen.

Ende Teil I