Mit ‘Osiris’ getaggte Artikel

Totenfest auf Ägyptisch

Samstag, 31. Oktober 2015

Als altägyptische „Heidin“ in Deutschland hat man es manchmal nicht leicht mit den üblichen Festen der Heidenszene mitzuhalten. Dankenswerterweise hatten die alten Ägypter aber unglaublich viele Feste, so dass man nahezu jeden Tag etwas zu feiern findet. Die Hauptfeste konzentrieren sich meist rund um den altägyptischen Jahreswechsel im Juni/Juli zur Zeit der alljährlichen Nilflut und zum Aufgang des Sirius, doch einige fanden auch zu anderen Zeiten im Jahr statt. Wenn die dunkle Jahreszeit hier in Mittel- und Nordeuropa langsam Einzug hält, denken viele an die typischen Feste der Toten wie Samhain, Allerheiligen oder Halloween. Als ich mich auf die Suche nach einem äquivalenten ägyptischen Fest machte, das im Oktober/November unseres Kalenders stattfindet war ich unerwarteter Weise gleich erfolgreich. Ich fand das Fest des Totengottes Sokar. Nun muss man korrekterweise dazu sagen, dass das Sokarfest im Alten Reich zusammen mit dem Sed-Fest gefeiert wurde und damit ebenfalls zum Jahreswechsel im Sommer stattfand. Im Neuen Reich jedoch wurde es am 26. Achet IV begangen, was ungefähr Mitte Oktober bis Anfang November ist.

Sokar, der Gott

Sokar ist einer der ältesten ägyptischen Götter und wurde in Memphis verehrt. Er ist falkengestaltig, oft taucht er auch in Gestalt eines falkenköpfigen Menschen auf. Seine Kultstätte ist die Totenstadt. Bereits seit der 1. Dynastie ist Sokar der Namensgeber für die Nekropole Sakkara am westlichen Nilufer. Doch Sakkara ist nicht das einzige Heiligtum mit dem Sokar assoziiert wird.

Sokar wird auch manchmal „Sokar von Rasetjau“ genannt, doch Rasetjau ist kein weltlicher Ort. Es ist ein Ort in der Duat, der altägyptischen Unterwelt. Auf seiner Nachtfahrt muss der Sonnengott Re die Duat durchqueren, die laut des Unterweltsbuches Amduat in 12. Stunden eingeteilt ist. Zur 4. und 5. Nachtstunde erreicht die Reise des Re einen kritischen Punkt, seine Barke läuft auf Sand und er muss sie in der Folge mühsam durch die Wüste ziehen. Diese Wüste ist Rasetjau oder das „Land Sokars, der auf seinem Sand ist“ wie es ebenfalls genannt wird. Dieser wahrlich unwirtliche Abschnitt der Duat ist die Heimat zahlreicher Schlangen und Ort des Feuers und der Hitze. Sokar ist also in der Tat der Gott des Todes schlechtin. Re wird übrigens in der nächste Stunde von Seth gerettet, der die dämonische Schlange Apophis besiegt, die den von den Strapazen geschwächten Sonnengott zu verschlingen droht.

Sokar im Totenbuch als Mumie mit Falkenkopf,
Foto: Wikipedia

Das Sokarfest

So wird Sokar auch zum Paten eines wichtigen Totenfestes der Totenstadt Sakkara, das bereits aus der Frühdynastik belegt ist. Das Sokar-Fest. Tatsächlich war der Zweck dieses Festes nicht nur das feierliche Erinnern an Verstorbene, sie sollten sogar selbst an diesem Fest teilnehmen um sie gleichzeitig aufs Neue in die Obhut des Sokar zu überstellen. Im Alten Reich ist das Sokarfest mit dem sog. Sedfest verknüpft, dass außerdem in engem Zusammenhang mit dem Fest des Fruchtbarkeitsgottes Min steht. Das Sedfest ist ebenfalls aus der Frühdynastik belegt und war ein Fest zur rituellen Verjüngung des Königs. Manche Forscher nehmen sogar an, dass es einen Vorläuferkult gegeben hat, bei dem der alte König tatsächlich rituell getötet wurde damit ein neuer junger König die Nachfolge antreten konnte. Ein Ritus, der aus anderen Teilen des afrikanischen Kontinents durchaus bekannt ist. Diese Vermutung bekommt umso mehr Gestalt, wenn man bedenkt, dass dem Sokarfestes der Brauch des „Aufhackens der Erde“ vorausging, ein Ritus der vermutlich mit dem Anlegen von Grabbauten im Zusammenhang stand, möglicherweise aber auch mit dem Ackerbau und dazugehörigen Fruchtbarkeitsbemühungen. In der griechisch-römischen Zeit jedenfalls wurde das Fest des Aufhackens der Erde von den Choiak-Riten ersetzt, ein Fest zur Wiederauferstehung des Osiris. Mit Osiris wurde Sokar passenderweise später synkretisiert, wobei auch Ptah mit in diesen Synkretismus einfloß und Ptah-Sokar-Osiris die Attribute aller drei Götter verband.

Kornmumien

Für diesen dreifachen Gott ist ein äußerst interessanter Brauch belegt, der umso mehr Tiefe erhält, wenn man die kultische Vorgeschichte, wie oben beschrieben voranstellt. Es ist der Brauch der Kornmumien. Dabei werden aus Lehm, Saatkörnern und Leinenbinden Mumien geformt die anschließend rituell bestattet werden und zwar in Form eines Nachspiels des Osirismythos. Die daraufhin auskeimenden Saatkörner sollten auch das Leben in den Mumien – als Stellvertreter für Ptah-Sokar-Osiris – wieder erblühen lassen. Auch für die normale altägyptische Bevölkerung ist dieser Brauch -wenn auch in einer einfacheren Form – bekannt. Hier handelt es sich jedoch aller Wahrscheinlichkeit um einen Ahnenritus und weniger um einen Götterkult.

Ägyptische Kornmumie, ptolemäische Periode,
Foto: Bombaladan, Wikimedia Commons


Kornmumie aus der Spätzeit,
Rosicrucian Egyptian Museum in San Jose, Kalifornien,
Foto: BrokenSphere, Wikimedia Commons

Persönliche Sokar-Riten

Da auch mein Geburtstag etwa auf diese Zeit des Jahres fällt, ist mir das Sokarfest besonders wichtig geworden, wie auch Sokar als Gott selbst. Zu diesem Zweck habe ich eine Sokarstatue angefertig und zwar passenderweise aus einer sandhaltigen Modelliermasse in der sich auch einige Weizenkörner befinden. Die Sokarstatue ist ganzjährig verhüllt, wird aber zu Beginn meiner privaten Sokar-Riten aus ihrer Hülle befreit. Aus Tonerde, normaler Pflanzerde und Saatkörnern fertige ich dann kleine Mumien und weihe sie bei Bedarf auch mal Freunden; manchmal zusammen mit einem besonderen Anliegen für welches sie sich eine Wiederbelebung und neue Kraft wünschen. Diese Kornmumien werden dann während des Ritualzykluses aufgebahrt und erhalten gemeinsam mit Sokar täglich Speise- und Trankopfer, Gebete und Rauchopfer. Am Ende der Riten bringe ich die Kornmumien hinaus in die freie Natur und vergrabe sie an besonderen Orten, damit ihre Saat im Frühjahr aufsprießen kann und neue Lebenskraft dorthin fließen kann, wo sie erbeten wurde.


Schrein während der Sokar-Riten mit der enthüllten Statue

Kornmumien mit Hieroglyphen
Kornmumie mit Hieroglyphen

Sokar und ich

Meine persönliche Erfahrung mit Sokar ist, dass er ein sehr statischer Gott ist. Seine Präsenz ist unglaublich beeindruckend und beinahe überwältigend, doch er bewegt sich nicht und ist vollkommen passiv. Die Interaktion mit ihm fiel mir zunächst schwer, da ich mit Seth einen überaus aktiven und stürmischen Gott gewöhnt bin. Außerdem kommt man nicht umhin einen sehr gefährlichen und lebensfeindlichen Ort in der Duat aufzusuchen, wenn man ihm begegnen will. Zum Glück gibt es kaum einen besseren Begleiter in der Duat als Seth, so dass ich mir keine Sorgen machen musste. Ich war mir zunächst nicht sicher, ob ich überhaupt einen Kontakt mit Sokar herstellen konnte, bis mir plötzlich klar wurde, das bereits das Empfinden seiner Präsenz dieser Kontakt war und auch nicht mehr als das werden würde. Ich konnte jedoch sehr deutlich spüren, wie er mich wahrnahm. Trotz seiner Regungslosigkeit erschien er mir äußerst kraftvoll. Ein wenig wie ein Fels in der Brandung.

möge mein Leib rein sein,
möge ich ein göttliches Gewand empfangen
möge ich (Ptah-)Sokar schauen

(Theben, Grab des Neferhotep)

Dua Sokar!


Literatur:
Ritner, Robert Kriech. „The Mechanics of Ancient Egyptian Magical Practice.“

Assmann, Jan „Ägyptische Geheimnisse“, „Ägyptische Hymnen und Gebete“
Bonnet, Hans „Lexikon der Ägyptischen Religionsgeschichte

Vom Tod, der Welt danach und dem Totenkult Kemets – Teil II geschrieben von Merienptah

Samstag, 26. Juli 2014

Wenn nun also der physische Tod eintritt und der Körper stirbt, lösen sich die Wesensteile von ihm und lassen ihn allein zurück. Bleibt es über einen längeren Zeitraum (mehr als 70 Tage) bei diesem Zustand der Trennung bedeutet das die endgültige Auslöschung des Verstorbenen. Der Ka bleibt nach dem physischen Tod als „Schutzgeist“ in der Nähe des Leichnams, wo er von den Hinterbliebenen durch Totenopfer versorgt werden muss um nicht zu sterben und der Ba fliegt in Vogelgestalt davon. Der Schut begibt sich auf eine gefährliche Reise durch die Unterwelt Duat um in der bereits erwähnten Halle der Wahrheit vor das Gericht des Totengottes Osiris zu treten.

Hier ist wiederrum ein kleiner aber feiner Unterschied zu den Ansichten des alten Kemet vorzufinden. Die alten Totentexte berichten davon dass der Ba in die Unterwelt eingeht und die Reise durch die Duat antritt um sich vor dem Tribunal der 42 Götter zu rechtfertigen. In unserer Auffassung verlässt der freigewordene Ba den Körper und fliegt davon um an die „Orte der Sehnsucht“ zu gelangen, also die Orte an die der Verstorbene zu Lebzeiten gern gegangen wäre, die er aber nie erreichte und der Schatten Schut begibt sich auf die gefährliche Reise in die Unterwelt.

Diese Reise in die Duat wird bereits in den alten Unterweltsbüchern Kemets ausführlich beschrieben. Diese Unterwelt ist aber kein angenehmer Ort und die Reise zur Gerichtshalle des Osiris ist auch keine Spazierfahrt durch grüne Gefilde, sie führt durch die Regionen der 12 Nachtstunden in denen unzählige Dämonen leben, durch Wüsten und vorbei an den Feuerseen in denen die Seelen der Verdammten auf ewig schmoren. Diese Region dürfte dem christlichen Bild der Hölle Pate gestanden haben. Durch dieselbe Gegend führt die „Nachtfahrt“ des Sonnengottes, der nachts die Duat durchquert um am Ende der Reise verjüngt wiedergeboren zu werden.

Getrennt sind diese 12 Bereiche durch von messerbewehrten Dämonen gut bewachte Tore, die „Pforten der Duat“, die nur denjenigen durchlassen, der die Namen dieser Wächter kennt.

In der 7. Stunde der Duat, nach der Hälfte des Wegs, begegnet der Schut dann dem großen Widersacher des Sonnegottes Ra, Apep (Apophis), ebenso wie Ra muss er den „Vernichter“ erst überwinden um weiterreisen zu können. Die Barke des Ra wird während ihrer Nachtfahrt vom Gott Sutech (Seth) vor Apep geschützt, der Shut muss die geheimen Zauberformeln des Sutech kennen um an Apep vorbei zu kommen.

Hilfsmittel auf dieser Reise durch die Unterwelt sind die Totentexte, die dem Verstorbenen als eine Art Spickzettel mitgegeben werden und die Namen der Torwächter, genau wie die Zauberformeln zur Überwindung des Apep enthalten. Kein Kemet käme auf die Idee sich ohne diese Gedächtnisstütze bestatten zu lassen. In einem dieser Unterweltsführer, dem Amduat, dem „Buch von dem was in der Duat ist“, heißt es einleitend über den Inhalt des Buches:

Zu kennen die Wesen der Unterwelt; die geheimen Wesen; die Tore und Wege, auf denen der große Gott wandelt; zu kennen, was getan wird, was in den Stunden ist und ihre Götter; zu kennen den Lauf der Stunden und ihre Götter; zu kennen ihre Verklärungssprüche für Ra; zu kennen, was er ihnen zuruft; zu kennen die Gedeihenden und die Vernichteten“

Diese Schrift ist sozusagen ein Reiseführer durch die Unterwelt, damit der Schut am Ende der Reise auch tatsächlich unbeschadet die Gerichtshalle erreichen kann. Diese Schriften, die oft als „Totenbuch“ bezeichnet werden sind heutzutage die einzige unabdingbare Grabbeigabe. Dazu muss man aber sagen dass es „das Totenbuch“ überhaupt nicht gibt. Das was heute gemeinhin als das Totenbuch bezeichnet wird ist eine Sammlung von Beschwörungsformeln, liturgischen Anweisungen und Zaubersprüchen die im Kemetischen unter dem Titel „Sprüche, die vom Hinausgang der Seele berichten zum vollen Lichte des Tages“ oder kurz unter „Sprüche vom Heraustreten ins Tageslicht“ zusammengefasst werden. Auch die Nummerierung der Kapitel dieser Spruchsammlung ist eine moderne Erfindung, im Kemetischen trägt jedes dieser Kapitel einen eigenen Namen und keine Nummer, ebenso sind die Kapitel in ihrer Reihung variabel. Eine festgeschriebene Abfolge von Kapiteln gibt es nicht. Der berühmte Spruch 125, der das Totengericht beschreibt, heißt im Kemetischen einfach „verneinen der Sünden“ und ist heute auch als „negatives Sündenbekenntnis“ bekannt.

Wenn der Shut dann alle Pforten und Regionen der Duat durchquert und die Gerichtshalle, die „Halle der vollständigen Wahrheit“, erreicht hat, so sagen die Totentexte, wird er von Heru (Horus) an der letzten Pforte in Empfang genommen und vor ein Tribunal aus 42 Göttern geführt, diese 42 Götter gilt es ebenfalls wie die Torwachen der Pforten zu kennen und zu benennen. Vor jeder dieser Gottheiten muss eine bestimmte Sünde verneint werden, nach diesem „negativen Sündenbekenntnis“ übergibt der Shut sein Herz an Inpu (Anubis), der es unter Aufsicht des Totenrichters Usir-Wennenefer (Osiris) auf die Waagschale der Maat legt und gegen die Feder der Maat aufwiegt. Während dieses „Wägens des Herzens“ sind neben Inpu, Heru und Usir-Wennenefer noch der Gott Djehuti (Thot) anwesend, der das Ergebnis schriftlich festhält, als Zeugen des Totengerichtes die beiden Schwestern Aset und Nebethat (Isis und Nephthys) sowie für den Fall, dass das Herz diese Überprüfung nicht übersteht ist auch Ammit, die krokodilköpfige „Totenfresserin“ anwesend.

Sollte der Verstorbene das Totengericht nicht von seinem maatgerechten Lebenswandel überzeugen können, wird er zur endgültigen Vernichtung verurteilt, sein Herz wird von der Totenfresserin verschlungen und sein Shut der ewigen Verdammnis in den Feuerseen der Duat übergeben. Dadurch wird eine Wiedervereinigung mit seinem Ka und Ba unmöglich gemacht und er stirbt den endgültigen Tod. Das ist für einen Kemeten das Schlimmste was überhaupt passieren kann.

Unerlässlich ist auch dass der Verstorbene vor diesem Tribunal seinen eigenen Namen (Ren) nennen kann. Sollte ihm sein Name aufgrund eines besonders schweren Vergehens zu Lebzeiten schon von einem kemetischen Gerichtshof genommen werden (Kemet hat eigene interne Gerichte die über Vergehen gegen die Maat ein Urteil fällen und die durch Rituale dem Schuldigen ihren Namen nehmen können um ihm ein Weiterleben nach dem Tode zu versagen), ist es ihm unmöglich das Tribunal der Götter in der „Halle der vollständigen Wahrheit“ zu bestehen und er wird ebenfalls endgültig vernichtet. Aus diesem Grund achtet ein gläubiger Kemet auch schon während seines irdischen Lebens sehr darauf sich keiner Verstöße gegen die Maat schuldig zu machen, denn sollte er seinen Namen verlieren nutzen ihm auch alle vorgesehenen Hilfsmittel (dazu später mehr) auch nichts mehr.

Wenn der Verstorbene das Totengericht aber von seiner Rechtschaffenheit überzeugen konnte erhält er von Usir-Wennenefer (Osiris), dem Vorsitzenden des Totengerichtes und Herrscher der Unterwelt den Titel „Gerechtfertigter“ (maa-cheru), wörtlich übersetzt eigentlich „wahr an Stimme“, also „der der die Wahrheit spricht“. Danach wird er vom „Öffner der Wege“ Wepwaut (Upuaut) aus der Duat zurück zum Leichnam geführt um sich aufs Neue mit ihm, seinem Ka und seinem Ba vereinigen zu können um zu einem Ach zu werden.

Während der Shut seine gefährliche Reise durch die Unterwelt bestreitet und seine Rechtfertigung vor dem Tribunal der Totenrichter ablegt, bleibt der Ka immer in der Nähe des Leichnams um diesen zu bewachen und zu beschützen. Da er aber nun vom Körper getrennt ist und nicht mehr von ihm genährt wird, muss er in dieser 70-tägigen Zeit des Wartens auf die Rückkehr des gerechtfertigten Shut von den Angehörigen des Verstorbenen ernährt werden. In dieser Zeit muss der Ka täglich mit Speise- und Trankopfern versorgt werden damit er nicht stirbt. Stirbt der Ka weil er nicht mit Nahrung versorgt wird bedeutet dies das Ende des Verstorbenen, da eine Verbindung mit Shut und Ba zu einem Ach nicht mehr stattfinden kann.

Ebenso bedarf auch der Ba in dieser Zeit einer gewissen besonderen Fürsorge. Er löst sich nach dem Tode zwar vom Körper und entfliegt zu den „Orten der Sehnsucht“, dort ist er aber schutzlos und wird nach 70 Tagen sterben wenn er nicht zum Leichnam zurückgerufen wird. Ebenso ist der Ba wie bereits eingangs erwähnt, nicht unverletzlich; er kann gepackt und gefangengesetzt, ja sogar vernichtet werden. Die Vernichtung des Ba oder seine Gefangennahme, die ihn daran hindern würde zum Leichnam zurückzukehren bedeutet für den Verstorbenen genau das gleiche wie der Tod des Ka oder ein nichtbestehen des Totengerichtes. Mit täglichen Totenritualen, die den magischen Schutz gewährleisten, soll verhindert werden dass der Ba in dieser gefährlichen Zeit vor der Wiedergeburt als Ach irgendwelchen Schaden nimmt.

Das Weiterleben nach den Tode hängt also nicht nur davon ab, ob der Shut das Totengericht besteht und als „Gerechtfertigter“ zum Leichnam zurückkehrt, sondern in besonderem Maße auch davon, dass die Angehörigen oder Hinterbliebenen des Verstorbenen den Ka in dieser Zeit am Leben erhalten und dass sie durch magische Rituale dafür Sorge tragen dass dem Ba kein Leid geschieht.

Ist dieser Vorgang der Wiedergeburt als Ach dann abgeschlossen, wozu besondere Totenriten vonnöten sind, die genau 70 Tage nach dem Tod des Verstorbenen an seinem Grab abgehalten werden, kann der Ach dann sein Jenseitsleben beginnen wobei er zwei verschiedene Wahlmöglichkeiten hat. Erstens ist es dem Ach möglich nun in den Himmel aufzusteigen, um dort unter den Göttern zu leben und zu einem strahlenden Stern zu werden. In Gestalt dieses neuen Sterns reiht sich der Verstorbene nun in das Gefolge des Sonnengottes ein und begleitet ihn für alle Zeiten auf seiner Fahrt über den Himmel.

Die zweite Möglichkeit ist nach der „Wiedergeburt als Ach“ in die „Gefilde der Iaret“ (Sechet iaru), auch „Binsengefilde“ genannt, einzugehen und dort sein Leben für „Millionen von Jahren“ fortzusetzen.

Sechet iaru im Grab des Sennedjem

Diese Gefilde liegen im Lande „Ta-djeser“, der von Usir-Wennenefer (Osiris) beherrschten Unterwelt und sind ein paradiesisches Spiegelbild der irdischen Welt, allerdings ohne die negativen Dinge wie Alter, Krankheit oder Tod. Sie sind ein fruchtbarer Garten, umrahmt und durchzogen von Kanälen, in denen das Getreide 7 Ellen (knapp 3,5 Meter) hoch wächst, wo es weder Hunger noch Durst gibt, die Sonne nie durch Wolken verdeckt wird und wo Lüge, Neid und Betrug unbekannt sind. Dort führt der Verstorbene dann als ewig Jugendlicher ein dem irdischen Leben recht ähnliches, aber ein um ein Vielfaches angenehmeres und idyllischeres Dasein. Er pflanzt Getreide und allerlei Feldfrüchte an, fährt paradiesische Ernten ein (diese anstrengende Arbeit übernehmen aber die sogenannten Horusdiener für ihn), sitzt gemütlich im Schatten immer fruchttragender Obstbäume und Palmen oder unternimmt Bootsfahrten zur Muße oder um zu fischen auf den Kanälen von „Sechet iaru“.

Von der Schöpfung der Welt – Teil II geschrieben von Merienptah

Samstag, 26. Oktober 2013

Nut

Nachdem Schu und Tefnut erwachsen waren wurden sie die Eltern von Geb, der Erde, und dessen Schwester und Gemahlin Nut, dem Himmel. Damit waren die Götter der bedeutenden Naturaspekte definiert. Geb und Nut wurden von ihrem Vater Schu getrennt, der sich zwischen sie stellte und somit das real existierende kosmische Weltbild schuf; also die Erde über die sich der sternübersäte Himmel wölbt, beide voneinander getrennt durch die Luft. Geb und Nut bekamen fünf Kinder, Haroeris, also Horus den Älteren, Isis und Osiris, sowie Nephthys und Seth. Horus, der Archetyp der Könige Kemets war dann in der 5. Göttergeneration der Sohn von Isis und Osiris.

Die Zahl Neun in dieser Neunheit von Iunu könnte wiederum eine Anspielung auf den Zahlenkosmos der kemetischen Sprache sein, denn die Neun, ist das Produkt aus einer Multiplikation der Drei (Mehrzahl) mit sich selbst. Drei mal drei, also die Mehrzahl multipliziert mit der Mehrzahl, ergibt die Allheit des Ganzen. Man legt demzufolge in den Mythen auch mehr Wert auf die Zahl Neun als solche als auf die genaue Bestimmung der neun Götter, denn zu den Urgöttern der Neunheit gehören eigentlich elf: Atum, Schu, Tefnut, Geb, Nut, Haroeris, Isis, Osiris, Nephthys, Seth und Horus. In Manchen Fällen wird auch noch Ra als zwölfter Gott dazu gestellt oder er ersetzt Atum in der Aufzählung der Neunheit, wobei Haroeris, Horus oder auch Ra abwechselnd in einigen Darstellungen den im Osirismythos verfemten Seth ersetzen und sonst nicht aufgeführt werden. Auf jeden Fall werden immer nur neun Götter aufgezählt wenn von der Neunheit von Iunu gesprochen wird, obwohl einige Posten dabei wohl variabel zu besetzen sind, während andere nicht austauschbar sind.

Stammbaum

Wie dem auch sei, die sogenannte heliopolitanische Neunheit wurde im Laufe der Zeit zum Vorbild für die meisten anderen Zentren Kemets, deren Kosmogonien sich mehr oder weniger stark an der von Iunu orientierten und die für ihre Götterlehren ähnlich auf-gebaute familiäre Beziehungen ersannen. Im Laufe der Jahrtausende versuchte man immer wieder diese Kosmogonie an die aktuelle Situation und die Gegebenheiten der Zeit anzupassen, so dass mach fremder Götterkult in dieses bereits bestehende Weltbild integriert wurde.

Allerdings wurden diese Importkulte nie vollständig von der heliopolitanischen Kosmogonie assimiliert und ihre Widersprüche blieben bis heute nebeneinander bestehen ohne jedoch den Wahrheitsgehalt der Geschichte in Frage zu stellen. Ein Beispiel für diese nebeneinander stehenden Faktoren der heliopolitanischen Kosmogonie ist beispielsweise die Herkunft des Gottes Atum selbst. In einigen Darlegungen ist der „Selbsterschaffene“ lediglich der Sohn des zum Urgott erhöhten Urozeans Nun. Oder auch die Rolle des Gottes Ra innerhalb dieser Kosmogonie ist ein gutes Beispiel für verschiedene Sichtweisen auf das gleiche Thema. In den meisten Fällen wird Ra als „das junge Auge des Atum“ beschrieben, aber andere Versionen berichten davon dass, als der Urhügel aus den Fluten des Nun auftauchte auf diesem eine Lotosknospe sprieß, in der der junge Sonnengott Ra saß. Um diesen Widerspruch über den Schöpfer der solar ausgerichteten Lehre von Iunu auszuräumen verbanden sich Ra und Atum schon sehr früh zum solaren Allgott Ra-Atum, der in seiner Gesamtheit auch als Universal-Sonnengott Chepre-Ra-Atum auftreten kann, wobei er alle Aspekte des helipolitanischen Sonnenkultes in sich vereint; Chepre als junge, wiedergeborene Sonne; Ra, die kraftvolle Mittagssonne und Atum, die alte Sonne des Abends.

Nachdem nun die Neunheit die Schöpfung in Gang gesetzt hatte, begann das Goldene Zeitalter der vieltausendjährigen Götterherrschaft. Als erster Gott herrschte Atum (in anderen Versionen Ra) über die Erde, der später die Erde verließ und die Herrschaft an Geb übertrug, diesem folgte der ältere Horus nach. Nachdem auch Haroeris sich in den Himmel aufschwang übernahm Osiris die Herrschaft auf der Welt. In diese Zeit fällt der sogenannte Osirismythos. Nach der Ermordung des Osiris übernahm Seth zeitweise die Herrschaft bis er von Horus, dem Sohn der Isis vom Thron verdrängt wurde. Nach der Herrschaft des Horus übernahm der Mondgott Thot die Herrschaft, welche er dann an die Göttin Maat, die letzte Vertreterin der göttlichen Dynastie auf Erden, abtrat. Maat übergab dann nach ihrer Regierung den Thron an die Menschen weiter, die als legitime Nachfolger die Herrschaft gemäß den Gesetzen der Maat und in ihrem Namen ausüben sollten.

Jede dieser Gottheiten, die jeweils (bis auf Seth) für viele tausend Jahre über die Erde herrschten, fügte der Schöpfung neue Faktoren zu, so wurden weitere Götter geboren, der Zeitbegriff definiert, der physische Tod als Endpunkt der irdischen Existenz festgelegt, Landschaften geformt, Pflanzen geschaffen sowie die Tiere und Menschen wurden belebt und bevölkerten von nun an die Welt. So entstand in vielen tausend Jahren, wie viele es genau waren sagt keine der Mythen, die Welt die wir kennen.

Eine weitere uralte Schöpfungsgeschichte, die im Laufe der Jahrtausende ebenfalls weite Anerkennung fand, war die der Ogdoade (Achtheit) von Hermopolis, dem alten Chemenu. Die in Chemenu verehrte Achtheit repräsentiert die Urkräfte vor der physischen Entstehung der Welt. Die vier Urgötterpaare beschreiben daher den kosmischen Zustand vor der weltlichen Schöpfung. Diese vier Paare bestehen aus Nun und seiner Gemahlin Naunet, die für das Urgewässer stehen; Heh und dessen Gemahlin Hehet, die die Unendlichkeit symbolisieren; Kuk und seine Gemahlin Kauket, die personifizierte Urfinsternis sowie Amun und seine Gemahlin Amaunet, die die Verborgenheit darstellen. Diese trägen vier Urelemente; Urwasser, Unendlichkeit, Urfinsternis und Verborgenheit beinhalteten die Kraft zur Initialzündung eines Schöpfungsprozesses.

Die vier männlichen Gottheiten der Achtheit Nun, Heh, Kuk und Amun werden froschköpfig dargestellt während ihre weiblichen Pendants Naunet, Hehet, Kauket und Amaunet schlangenköpfig erscheinen. Dies leitet sich aus einer anderen Tradition Chemenus ab, nach der die acht Urgötter mit amphibischen Lebewesen verglichen werden können, die plötzlich, wie selbsterschaffen, im Schlamm wimmeln, der alljährlich nach dem Absinken der Nilflut auftauchte. Da sich nach dieser Vorstellung der Urhügel erst nach dem Erscheinen der Urgötter erhob, sagt man, der Urschlamm selbst habe die Götter hervorgebracht.

Die Urgötterpaare vereinigten sich und erschufen so den Urhügel Tatenen, den sie dann gemeinsam aus den Fluten des Nun hoben und somit die Schöpfung in Gang setzten. Danach erschien eine himmlische Gans, die oft mit dem heiligen Tier des Amun gedeutet wird, und die „der große Schnatterer“ genannt wird weil sie zuerst das Schweigen der Welt brach. Diese Gans legte auf dem Urhügel das kosmische Ei. Das Ei enthielt Ra, den Vogel des Lichts, der daraufhin die gesamte Welt mit allen Göttern und allem was existiert erschaffen sollte.

Eine spätere Version der Geschichte besagt dass das kosmische Ei mit dem Sonnengott in seinem Inneren nicht von einer Gans, sondern von einem Ibis gelegt worden ist, dem heiligen Tier des Gottes Thot, der zu dieser Zeit zum höchsten Stadtgott von Chemenu aufstieg. Diese Version der Legende besagt dass Thot, genau wie Atum in Iunu, sich selbst erschuf und „die Acht“ stellten seine Seelen dar. Aufgrund der Geschichte mit dem kosmischen Ei entstand der Brauch am Festtag zu Ehren des Sonnengottes Eier bunt einzufärben (vor allem aber grün, da das kosmische Ei grün war).

Die dritte Fassung der Kosmogonie von Hermopolis greift auf die Vorstellung der Schöpfung aus den Urwassern zurück. Nach dieser Version erhob sich eine Lotosblume aus den Wassern des „Meeres der zwei Messer“ (so nannte man den Heiligen See im Tempelbezirk von Chemenu). Als die Blütenblätter des Lotos sich öffneten, sah man dass der Kelch ein göttliches Kind barg – den Sonnengott Ra.

Nach der vierten Version der Geschichte öffnete sich der Lotos und gab einen Skarabäus, Chepri, frei. Dieser Skarabäus verwandelte sich dann in einen Knaben und als der Junge weinte, weil er so einsam war verwandelten sich seine Tränen in Menschen. Damit wird ausgedrückt dass die Menschen die Kinder des Sonnengottes sind. Die Acht Urgötter tragen die Verantwortung für das Fließen des Nils, das tägliche Aufgehen der Sonne und die Inganghaltung der Schöpfung. Es heißt auch sie hätten den Lotos geschaffen, der den Sonnengott aus den Wassern trug. In diesem Fall wird wieder eine Verbindung zu den Wassern des Nun hergestellt, die immer als Quelle der Schöpfung und der Fruchtbarkeit angesehen werden. Man sieht also dass die Mythen leicht miteinander zu vereinen sind und eher poetische Abweichungen darstellen, als einander widersprechende Lehren. Dennoch ist selbst die Lehre von Hermopolis in sich nicht ganz widerspruchsfrei. So behaupten die Texte beispielsweise: „… aus der von den acht Göttern geschaffenen Lotosblume entstand Ra, der alle Dinge, göttliche wie menschliche, erschuf.“ Das ist ein zeitliches Paradoxon, das den modern geprägten Leser womöglich die Stirn krauslegen lässt, aber einen gläubigen Kemeten keinesfalls verwirrt. Ein linearer Zeitgedanke wie er heutzutage Allgemeingültigkeit besitzt ist Kemet fremd. Zeit ist relativ und erst recht im Prozess der Schöpfung.


Ende Teil II

Liebe auf Kemetisch…

Samstag, 19. Januar 2013

Ein Kuriosum der altägyptischen Sprache ist, dass der wohl wichtigste Satz in Sachen Liebe, nämlich „Ich liebe Dich“ nicht überliefert ist. Es gibt Wörter, wie „nefer“, das in seiner Bedeutung dem englischen „nice“ sehr nah ist und in etwa mit „lieb, nett, schön, gut“ übersetzt werden kann. Auch gibt es das Wort „meri“, das in vielen kemetischen Namen auftaucht und in etwa „geliebt von“ oder „Geliebte(r) des“ bedeutet und meist in Zusammenhang mit dem Namen einer Gottheit ausdrückt, dass diese einem besonders verbunden ist, wie in „Meri-Re“ oder „Merit Imen“. Der Satz „Ich liebe Dich“ ließe sich durchaus aus dem mittelägyptischen Vokabular zusammenbauen, aber die Tatsache, dass es ihn in der Überlieferung nicht gibt, lässt bereits die Vermutung zu welche Bedeutung Liebe in der kemetischen Philosophie hat. Liebe ist keine Empfindung, der man nur mit blumigen Worten Ausdruck verleiht, Liebe ist etwas dem man vor allem durch Handeln gerecht wird.

Ma’at ist das auf Handlung und Kommunikation ausgerichtete, allverbindende Prinzip, dass den Einzelnen in eine soziale und auch kosmische Gesellschaft einwebt, die sich als gegenwärtiges und gleichzeitig ewiges Gefüge versteht und damit die Raum-Zeit-Dimension sprengt. Ma’at überdauert den Tod, das Tun der Ma’at erwirkt das Erreichen von Unsterblichkeit, das antagonistische Prinzip von Ma’at, die „Habgier“ als Sinnbild des Narzissmus, lässt den Menschen bereits zu Lebzeiten im Sinne des Ewigen sterben, denn „der Habgierige hat kein Grab.“ Genauso besteht auch Liebe über den Tod hinaus. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, so hört deswegen die Liebe, die man für ihn empfindet noch lange nicht auf. Es ist also gut denkbar, dass sich die Auffassung von der Unsterblichkeit als Konsequenz der Ma’at darauf gründet, dass die Liebe vom Tod unangetastet bleibt. Somit rücken Ma’at und Liebe in ihrer Bedeutung eng zusammen und überlappen einander sogar.

Isis und Osiris


Isis und Osiris – Unsterbliche Liebe

Das wohl eindrucksvollste mythische Szenario für eine unsterbliche Liebe ist der Mythos von Isis und Osiris. Der Leichnam des von seinem Rivalen und Bruder Seth ermordeten und zerstückelten Osiris, wird von seiner Schwestergattin Isis zusammen gefügt. Der Mythos besagt, dass sie in lauter Klage sämtliche im Land verstreuten Teile des Leibes Osiris‘ zusammen mit ihrer Schwester Nephthys zusammensucht und wieder zusammenfügt. Hierbei hilft ihr Anubis, der Osiris‘ Körper mit Leinenbinden umhüllt und damit gewissermaßen die erste Mumifizierung durchführt. Isis beweint (gemeinsam mit Nephthys) den so zusammengesetzten Leichnam, benetzt und durchtränkt ihn mit ihren Tränen, „kittet“ und beseelt ihn auf diese Weise neu.

    Aus der Klage der Isis:
    Wie groß ist mein Verlangen, dich zu sehen!
    Ich bin deine Schwester Isis, die Geliebte deines Herzens,
    auf der Suche nach deiner Liebe, da du fern bist.
    Heute überflute ich dieses Land mit Tränen!
    […]
    Mein Geliebter, mein Herr, der zum Lande des Schweigens dahinging,
    komm zurück zu mir, so wie du einst warst, komm in Frieden, in Frieden !
    (Pap. Bremner-Rhind, 312/311 BC)

Hier zeigen sich ganz zentrale Symbole der altägyptischen Mythologie: Die laute Klage der Isis bringt die Bedeutung des Todes in der kemetischen Tradition zum Ausdruck, nämlich als gewaltsamen Eingriff in die Kontinuität des Lebens. Er wird nicht stoisch und gelassen „als Bestandteil des Lebens“ hingenommen, man lehnt sich stattdessen geradezu gegen ihn auf. Dennoch wird die Allgegenwärtigkeit des Todes nicht negiert, vielmehr wird dieser „Todeswiderstand“ zu einer andauernden Triebfeder sich ganz und gar zum Leben zu bekennen, wobei mit dem Tod durchaus nicht nur der physische Zerfall gemeint ist, sondern durchaus auch der „innere“ seelische Tod, der sich als Trennung von der kosmischen Gemeinschaft von Menschen und Göttern darstellt. Dieser innere Tod manifestiert sich in erster Linie durch die Abwesenheit ethischer Werte und sozialen Bewusstseins, kurzum das, was man heute mit Selbstsucht, Egoismus und Narzissmus umschreiben würde. Aus der Sicht des kemetischen Weltbildes wäre eine solche Haltung „todesbefallen“. Die Lebensbejahung und Lebenslust der Altägypter zeigt sich dafür in der ausgeprägten Festkultur, die Freude an Ästhetik, die ausdrückliche Bejahung und Hinwendung zur Körperlichkeit, die Liebe zur Gemeinschaft, zu den Göttern und der Natur.

Wasser als Symbol der Liebe

Ein weiteres wichtiges Symbol, das seinen Ursprung in der Beobachtung der Natur selbst hat, ist die lebensspendende Kraft des Wassers, welches sich hier in den Tränen der Isis darstellt. Um den Aspekt ihrer persönlichen Trauer erweitert, erhält das Wasser noch eine zusätzliche Bedeutungsfärbung, nämlich eben jene der Liebe und Zuneigung. Damit erhält Liebe auf mythologischem Wege die Charakterisierung von Wasser. Dass Liebe „fließt“, für Fruchtbarkeit sorgt – gleich ob nun tatsächlich oder metaphorisch – sind Sichtweisen, die auch weit über das kemetische Weltbild hinaus ihre Gültigkeit besitzen.

Eine geradezu magische Bedeutung kommt dem Wasser durch den Akt der Wiederbelebung zu und hier manifestiert sich die zentrale Bedeutung der Liebe, nämlich dass sie den Tod zu überdauern, ja, ihn sogar zu heilen vermag. Damit erhält Liebe eine geistige Dimension, die als Wiederbeseelung und damit als neuer Ka des Osiris in Erscheinung tritt. Liebe schafft also nicht nur physisches Leben, sie schafft auch geistiges, seelisches Leben, sie be-lebt neu und kann schlussendlich als die Lebenskraft schlechthin verstanden werden, die jeden beseelt, der in ihrem Sinne handelt. Liebe wäre damit gewissermaßen das „Material“ aus welchem die geistigen Bestandteile des Menschen bestehen (siehe Artikel „Seelenaspekte“).

Liebe in einer sozialen Dimension

In Liebe zu handeln, bedeutet in einer sozialen Dimension in Rechtschaffenheit, Sittlichkeit, unter Einhaltung ethischer Werte und in Rücksicht auf den Nächsten zu agieren und dies ist letztlich nichts anderes als das Fundament der Ma’at als soziales ethisches Prinzip. Ma’at ist Liebe in einer sozialen Dimension und letztlich kosmischen Dimension. Die Ähnlichkeit mit der christlichen Nächstenliebe kommt nicht von ungefähr, denn einige Religionswissenschaftlicher sehen in der neutestamentarischen Bewegung tatsächlich eine Hinwendung zur kemetischen Lebenshaltung und gleichzeitig eine Entfernung von der Abgrenzungstheologie der semitischen Kultur, welche sich ihrem Ursprung nach als Gegenbewegung zu den heidnischen Primärreligionen – insbesondere der altorientalischen – definierte.

Relief eines Liebespaares aus der Ptolemäerzeit

Ehe und Beziehung in Kemet

Das historische Kemet wie auch die uns vertraute moderne Kultur unterscheiden sich in Sachen Liebe und Beziehung erstaunlich wenig. Bereits im antiken Kemet lassen sich sehr moderne soziale Strukturen feststellen, wie etwa die Gleichstellung der Geschlechter oder eine recht freie Einstellung zur Sexualität, die auch die Toleranz unterschiedlicher sexueller Ausrichtung miteinschließt (wenn auch gelegentlich einige widersprüchliche Quellen zu verzeichnen sind). Das vorherrschende Beziehungsmodell war zwar die Monogamie bzw. die serielle Polygamie, jedoch gab es besonders in den Königshäusern auch die Polygamie (oft aus politischen Gründen). Zwar hat man sich besonders in den sog. „Sündenbekenntnissen“ meist gegen die Homosexualität ausgesprochen jedoch sprachen viele bildhafte Darstellung (vor allem in puncto lesbische Liebe) eine andere Sprache. Hart verurteilt wurden jegliche Formen sexueller Gewalt, sowohl an Frauen und vor allem natürlich an Kindern.

Die Partnerschaft in der Gesellschaft – früher und heute

Der moderne Kemetismus kann sich also mit einer traditionsorientierten Lebensweise nahtlos in die heutige Gesellschaft und deren Ehe- und Beziehungsstrukturen einfügen. Lediglich die Sexualität ist nicht nur ein Quell des persönlichen Vergnügens und schon gar keine gierige Lusthandlung, sondern vielmehr ein göttlicher Akt, der entsprechende Würdigung verlangt. Die vielen heute pornographisch anmutenden Papyri und Wandmalereien, sind meist Ausdruck heiligster göttlicher Aktivität zum Zwecke der lebensspendenden Fruchtbarkeit. Die kemetische Religion lehnt also die Sexualität nicht verstohlen ab, sie heiligt sie vielmehr. Die gänzlich typisch kemetische Tugendhaftigkeit im Umgang mit der Sexualität leitet sich also vielmehr aus dem Bewusstsein über ihre Göttlichkeit ab, als aus einer verschämten Ablehnung derselben. Zum Beispiel galt es als unschicklich den Akt vor den Augen anderer auszuführen, daher wurde der Ausspruch „das Haus einer Frau zu besuchen“ zu einer vielverwendeten poetischen Allegorie für die sexuelle Aktivität mit der betreffenden Frau.

Im Großen und Ganzen lässt sich die kemetische Sittlichkeit ein wenig mit der barocken „Contenance“ vergleichen. Sie verfolgt nicht den Zweck sich selbst von den Freuden des Lebens abzuschneiden, sondern vielmehr jenen, dabei niemand anderen unangenehm in seinem Lebenswandel zu stören oder gar zu verletzen. Daher sind auch Dinge wie Treue, Loyalität, Hingabe, Liebe, guter Umgang und Gewaltlosigkeit sowohl innerhalb einer Beziehung als auch außerhalb typisch kemetische Tugenden des liebevollen, zwischenmenschlichen Umgangs.

Ma’at ist eine soziale Verpflichtung. Geht man dem Ursprung des Wortes „Pflicht“ nach so landet man beim mittelhochdeutschen „pflegan, pflegen“, was also sehr viel mehr mit liebevoller Fürsorglichkeit und freiwilliger Hinwendung zu tun hat, als mit lästigem Zwang. Dieser Bedeutungsinhalt könnte also passender nicht sein um Ma’at zu erklären, nämlich als liebevolle Fürsorglichkeit und Herzenshinwendung zu der Gesellschaft in der man lebt und liebt.

Bilder:
Wikimedia Commons („Isis und Osiris“ von Rama, „Liebespaar“ Keith Schengili-Roberts)

Literatur:
Altägyptische Dichtung (Reclam)
Tod und Jenseits im Alten Ägypten (Jan Assmann),
Liebe und Sexualität im alten Ägypten (Lisa Manniche)

Das kemetische Jahr – Teil II

Samstag, 16. Juni 2012

Feste Feiern

„Zum Feiern gehört die Verschwendung, die ‚unproduktive Verausgabung‘.“
(Jan Assmann, Ma’at – Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten)

Für die Kemeten sind Feste weit mehr als Anlässe zu Zerstreuung und Vergnügen. Sie sind ein hohes gemeinschaftliches Gut, dass zu einer starken sozialen Identifikation beiträgt und damit eine wichtige Ausdrucksform der Ma’at. Die Tatsache, dass die Feste die göttliche Sphäre mit einbeziehen hat auch zur Folge, dass die Allgegenwart der Götter in der menschlichen Sphäre durch das Fest stets auf’s Neue erinnert wird. Da die Ma’at als soziales Prinzip nicht getrennt von der Ma’at als Schöpfungsprinzip ist, sind die Feste damit für uns nicht zuletzt ein wichtiger Faktor zur Erhaltung der Schöpfung selbst.

Kemetische Feiertage

„Feiertag“ ist in dem Zusammenhang nicht ganz das richtige Wort, da die meisten dieser Tage in erster Linie für den Tempelkult eine Rolle spielen und außerhalb der Tempelmauern etwas weniger Beachtung finden. Ein besserer Begriff dafür wäre daher Kulttag oder Festtag. Heute wie damals sind „Otto-Normal- und Lieschen-Müller-Kemeten“ zumeist weitaus weniger religiös als man gemeinhin annehmen mag. Religiosität und Kult ist größtenteils Aufgabe und Anliegen der Priesterschaft, die darin speziell ausgebildet ist. Natürlich steht es den „bürgerlichen“ Kemeten dennoch frei die unterschiedlichen Festtage nach eigener Façon zu begehen. Der strenge kultische Ablauf der Feste ist lediglich für die Priesterschaft verbindlich.

Wie bereits erwähnt sind die meisten Festtage in unserem Kalender auf bestimmte Daten fixiert und wandern somit nicht mehr den Mondphasen entsprechend durchs Jahr.

Fixe Feiertage

Vom 1. – 5. Tag des Monats Thot (16. – 20. Juni) feiern wir das Neujahrsfest das wir „heb mesiu renpet“- „Fest der Geburt des Jahres“ nennen.

Direkt am nächsten Tag, also am 6. Tag des Thot (21. Juni) begehen wir den Festtag zur Sommersonnenwende. Entgegen zu der hohen Kultbedeutung dieser solaren Festtage im nordischen Raum spielen die vier Sonnenfeste aufgrund geographischen Lage Kemets und der daraus resultierenden geringeren Schwankungen der Tageslänge bei uns eher eine untergeordnete Rolle.

Am 18. Tag des Thot (03. Juli) feiern wir das Totenfest des Osiris bei dem der Ermordung des Osiris gedacht wird und an den beiden darauffolgenden Tagen (04. – 05. Juli) das Fest der Hathor.

Vom 1. – 3. Tag des Monats Paophi (16. – 18. Juli) feiern wir das Fest des Ptah das die schöpferische Kraft des Handwerks zum Inhalt hat.

Am 17. Paophi (01. August) begehen wir den Geburtstag des Sonnengottes Re-Harachte.

Der 3. Tag des Monats Athyr (18. August) ist der Festtag des Sieges des Horus über Seth. An diesem Tag gedenken wir der Wiederherstellung der göttlichen Erbfolge, die durch den Brudermord des Seth zeitweilig unterbrochen war.

Vom 27. Tag des Athyr bis zum 12. des Choiak (11. – 27. September) begehen wir das große Opetfest. In diese Festzeit fällt die erste (laut gregorianischem Kalender die zweite) Tag- und Nachtgleiche am 7. Choiak (22. September) und die heilige Hochzeit von Amun und Mut am 8. Choiak, also am 23. September.

Vom 24. – 29. Choiak (09. – 14. Oktober) feiern wir das Sokarfest, eines der Totenfeste, das am letzten Tag im Errichten des Djed-Pfeilers als Symbol der Dauer und Beständigkeit seinen Höhepunkt hat.

Am 30. Choiak (15. Oktober) feiern wir die Wiedergeburt des Osiris und Tags drauf am 01. Tag des Tybi, also am 16. Oktober, die Geburt des Horus.

Am 17. Tag des Tybi (01. November) begehen wir das Totenfest des Sonnenauges.

Am ersten Tag des Monats Phamenat (16. Dezember) feiern wir das Fest des großen Königs Amenhotep (I.), des Schutzherren unserer Grabstätten.

Am 6. Phamenat, also am 21. Dezember, begehen wir den Festtag der Wintersonnenwende.

Der erste Tag des Monats Pharmuti (16. Januar) ist der Festtag des Month. Dieses Fest hat den Schutz vor Feinden durch den Kriegsgott Month zum Thema.

Vom 29. – 31. Pharmuti (13. – 15. Februar) feiern wir das große Fest der Göttin Mut in ihrer Funktion als Muttergöttin. Tags drauf, am 1. Tag des Monats Pachons (16. Februar), begehen wir das kultisch eng mit dem Mutfest in Zusammenhang stehende Geburtsfest des Chons (des Sohnes von Amun und Mut)

Vom 10. – 12. Pachons (25. – 27. Februar) wird das Fruchtbarkeitsfest des Gottes Min gefeiert. Dieses Fest bezieht sich auf die männliche Zeugungskraft.

Nun kommt die Besonderheit. Der 14. Tag des Pachons (29. Februar) gilt als Schalttag und wird nur alle vier Jahre zu Ehren des Zeitgottes Heh gefeiert. Im Normaljahr gibt es diesen Festtag nicht und der Kalender springt direkt vom 13. auf den 15. Tag des Monats weiter!

Vom 29. Pachons bis zum vierten Tag des Monats Payni (15. – 19. März) feiern wir das Hochfest des Amun, zu Ehren des höchsten Gottes Amun.

Am Tag danach, also dem 05. Payni (20. März) feiern wir die zweite (laut gregorianischem Kalender die erste) Tag- und Nachtgleiche.

Die zwei darauffolgenden Tage, also der 06. und 07. Tag des Payni (21. und 22. März) sind die Festtage der Renenutet. Dieses Fest könnte man mit einem Erntedankfest vergleichen.

Das Ipipfest zu Ehren von Hathor, Horus Behedeti, Horsemtaui (Harsomthus) und Ihi begehen wir in der Zeit vom 25. Tag des Payni bis zum 08. Tag des Epiphi (09. – 23. April)

Der Hauptfesttag des Ipipfestes ist der erste Tag des Monats Epiphi, (16. April) an diesem Tag feiern wir die Hochzeit von Hathor und Horus Behedeti.

Vom 09. – 15. Epiphi (24. – 30. April) zelebrieren wir das schöne Fest vom Wüstental zu Ehren unserer Verstorbenen.

Die Tage vom 01. – 03. Tag des Mesore (16. – 18. Mai) sind die Festtage der Sachmet.

Am 25. Mesore (09. Juni) begehen wir das Weisheitsfest des Gottes Thot.

Mit dem Fest der Trunkenheit am 26. Tag des Mesore (10. Juni) werden die Feierlichkeiten zum Jahresende eingeleitet.

Vom 27. – 31. Mesore (11. – 15. Juni) begehen wir die Lampen- oder Lichterfeste in Entsprechung der altägyptischen Epagomenen-Tage. Die Tage sind der Reihe nach den Göttern Osiris, Horus. Seth, Isis und Nephthys geweiht und markieren die Geburtstage dieser Urgötter. Somit bilden sie die letzten Tage des Jahres und sind kultisch von sehr hoher Bedeutung.

 

Bewegliche Feiertage

Es gibt einige Feste, die sich nach den Mondphasen richten und demzufolge als bewegliche Feste begangen werden.

Zum einen gibt es die Vollmondriten zu Ehren des Osiris, die an jedem Vollmond als Teil der Osiris-Mysterien begangen werden. In den Tempeln werden nach den Reinigungsriten an Vollmond die Regenerationsriten zu Ehren des Osiris begangen.

Weiterhin gibt es die oben erwähnten Reinigungsriten, die zum Fest der Vereinigung der beiden Stiere gehören, das ebenfalls jeweils zu Vollmond begangen wird und die Vereinigung der beiden Mondkräfte des Chons und des Thot zum Thema hat. Während dieses Festes werden die Kultbilder und die Schreine gereinigt.

Das Fest der eintreffenden Nilschwemme wird am ersten Vollmond nach dem Fest der Trunkenheit – zwischen 27. Mesore und 24. Thot (zwischen 11. Juni und 09. Juli ) gefeiert. Es handelt sich dabei um ein Fruchtbarkeitsfest zu Ehren des Flussgottes Hapi. Es steht kultisch in enger Beziehung zum zweiten Neujahrsfest.

Das zweite Neujahrsfest ist das Hervorkommen der Sopdet das am zweiten Neumond nach der Sommersonnenwende – zwischen 05. Paophi und 03. Athyr (zwischen 20. Juli und 18. August) gefeiert wird. Bei diesem Fest geht es um den schon an anderer Stelle erwähnten heliakischen Aufgang des Sirius am Himmel und ist ein Festtag zu Ehren der Fruchtbarkeits- und Jahresgöttin Sopdet.

Das Fest der Vereinigung der beiden Länder am ersten Vollmond nach der Geburt des Re-Harachte – zwischen 18. Paophi und 15. Athyr (zwischen 02. und 30. August) ist ein auf König Serqet zurückgehendes Fest. Zum Vollmond nach der Geburt des Sonnengottes gelang ihm der Überlieferung nach erstmalig die Vereinigung Ober- und Unterägyptens unter einer Krone. Das Fest wird begangen zu Ehren des Horus als Königsgott und zu Ehren des Königs Serqet.

Das Lichterfest der Isis wird am Choiak Neumond gefeiert. Es gehört mit dem Fest der Wiedergeburt des Osiris am 30. Choiak zusammen.

Das Schöne Fest des Gottes Neheb-kau ist ein Fest zu Ehren des Totengottes Neheb-kau und des Horus als Königsgott und wird am ersten Vollmond nach der Geburt des Horus – zwischen 02. und 30. Tybi (zwischen 17. Oktober und 14. November) begangen. Das schöne Fest des Neheb-kau kann in einigen Fällen mit dem Horusgeleit auf einen Tag fallen.

Das Horusgeleit wird am ersten Vollmond nach dem Totenfest des Sonnenauges – zwischen 15. Tybi und 15. Mechir (zwischen 02. und 30. November) gefeiert. Bei diesem Fest beschenkt der königliche Hofstaat oder in Vertretung für diesen die Priesterschaft als Begleiter des Horus die Bevölkerung mit Duftölen, Blumen oder anderen Geschenken. Auch die Bevölkerung begeht dieses Fest ausgiebig und nimmt es zum Anlass den Angehörigen Geschenke zu machen. Auch das „Ehrengold“ als besondere Auszeichnung wird an diesem Tag verliehen.

Als letztes der beweglichen Feste muss noch das Fest der Himmelskuh am Neumond nach der Wintersonnenwende – zwischen 07. Phamenat und 04. Pharmuti (zwischen 22. Dezember und 19. Januar) bei dem die Rückkehr des Auges des Re gefeiert wird.

Auf ein Neues…

Zum Beginn unseres neuen Jahreskreises wünschen wir, die Kemeten, Euch ein glückliches neues Jahr. Mögen Euch die Götter reich mit Gesundheit, Glück und Freude beschenken und auf Euch und Eure Lieben stets ein wachsames Auge haben!

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Als kleines Extra bieten wir Euch eine fertige Druckversion unseres Kalenders  an.
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Quellen:
Aufzeichnung zum kemetischen Kalender von Merienptah
Jan Assmann, Ma’at – Gerechtigkeit und Unsterblichkeit im Alten Ägypten
Hans Bonnet, Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte
Foto Merienptah