Mit ‘Ritual’ getaggte Artikel

Michael Howard – Candle Burning – its occult Significance

Samstag, 19. Mai 2018

 

Michael Howard – Candle Burning – its occult Significance

The most simple magical Art

 

Erstauflage: 1975/Aquarian Press; Zweitauflage 1980/Aquarian Press/ISBN UK: 085030 168 8/ISBN USA: 0877284905/95 Seiten/47,95 Pfund

 

Über den Autor

Michael Howard war seit 1976 Herausgeber des Hexen-Magazins „The Cauldron“. Er schrieb über 20 Bücher über Runen, Folklore und Magick. 1969 wurde Howard in Gardnerian Wicca initiiert und war in den 60er Jahren Mitglied des „Luciferian Order of the Morning Star“, später war Eingeweihter der englischen traditionellen Witchcraft-Gruppe „Cultus Sabbati“. Howard verstarb im September 2015.

Eine kleine Auswahl seiner veröffentlichten Bücher: Angels & Goddesses: Celtic Christianity And Paganism In Ancient Britain / Mysteries Of The Runes / The Sacred Ring: The Pagan Origins Of British Folk Festivals And Customs / Way Of The Magus / The Pickingill Papers / The Pillars Of Tubal Cain / The Sacred Earth Guide / The Roebuck In The Thicket / The Robert Cochrane Letters / The Book Of Fallen Angels / Faery Beasts And Animals Of Legends/ Modern Wicca – A History From Gerald Gardner To The Present

 

Über das Buch

Michael Howard behandelt in diesem Buch zwei Themen: Einerseits die Bedeutung von Magie mit Kerzenritualen, andererseits das Finden des persönlichen Begleiters in Form des Erzengels.

Als die einfachste Form der Magie bezeichnet er die Kerzenmagie. Warum sie so einfach ist? Weil der Lernende dafür nicht die 365 Namen Gottes auswendig lernen muss oder mühsam bei Vollmond Alraunen aus dem Boden buddeln muss. Viele hätten sie sogar schon praktiziert, die Kerzenmagie, schreibt Howard und nennt das Ausblasen der Geburtstagskerzen in Verbindung mit einem bestimmten Wunsch. Außerdem kann Kerzenmagie von jedem durchgeführt werden, ganz egal, welcher Religion er angehört. Howard erklärt die Farben für das jeweilige Ritual  (zum Beispiel Rot für die Gesundheit und sexuelle Potenz, Grün für Fruchtbarkeit und Glück, Blau für Weisheit und Schutz oder Weiß für Reinheit und Spiritualität) und nennt die entsprechenden Wochentage, an denen Rituale am besten durchgeführt werden (zum Beispiel Freitag für die Liebe oder Donnerstag für Geldangelegenheiten). Natürlich dürfen an dieser Stelle einfache Rituale nicht fehlen.

Komplizierter wird es dann ab der Buchmitte, wenn er Rituale aufzählt, für die die Hilfe von Engeln benötigt wird. Zum Beispiel bei der „Mystical Novena“, ein Ritual, das der Erfüllung eines speziellen Wunsches dient und über einen bestimmten Zeitraum hinweg durchgeführt werden muss. Oder bei Ritualen für die Astralreise oder einem Ritual zur Zukunftsschau, für die ebenfalls die Erzengel herangezogen werden. Der persönliche Erzengel kann anhand einer Tabelle im Buchanhang gefunden werden, ebenso wie der Planet fürs persönliche Sternzeichen, der auch für einige Rituale von Bedeutung ist.

 

Fazit: Insgesamt ein interessantes Buch über die Herkunft und den Gebrauch der Kerzenmagie. Die meisten Rituale sind einfach durchführbar. Dennoch ist mir persönlich dieses Buch zu Engel-lastig. Wer ein bisschen Erfahrung mit Kerzenmagie hat weiß, dass man dafür nicht einen Erzengel Raphael, Uriel oder Gabriel zu Hilfe holen muss, sondern die einfache, aber prägnante Formulierung des Wunsches, unter Umständen ein entsprechendes Öl als Verstärker (das von Howard auch erwähnt wird), aber vor allem die Konzentration reicht, um einen Wunsch Realität werden zu lassen.

Außerdem bedenklich: Howard erwähnt bei seinen Regeln zur Kerzenmagie im Anhang, dass kein Mensch gegen seinen Willen beeinflusst werden soll, hat aber offensichtlich kein Problem damit, ein Liebesritual  niederzuschreiben, mit dem genau das bewirkt werden soll. Obwohl er auf Seite 29 noch einmal explizit auf den freien Willen einer Person hinweist und vor solchen Ritualen warnt, steht auf Seite 21 unter der Überschrift „Example of Typical Spell“,  wie Person A die Liebe von Person B gewinnen kann.

Alles in allem ist dieses Buch eine nette Ergänzung zu anderen Büchern über Kerzenrituale, wie sie zum Beispiel von Raymond Buckland, Ruby Ray, Anna Riva oder Blaine Ryker publiziert wurden.

Werner Gertz: Schamanische Reisen in andere Welten

Samstag, 08. Oktober 2016

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Schamanische Reisen in andere Welten –
Unterwegs in der Nicht-Alltäglichen Wirklichkeit
Dezember 2015 / tao.de – Kamphausen Verlag / ISBN: 978-3958028388 / 14,99 € / 206 Seiten

Verlagsinfo: Die Ausprägungen und Methoden des schamanischen Arbeitens sind vielfältig und es gibt viele Missverständnisse. Neben einer Einführung in eine aktive moderne schamanische Praxis, enthält das Buch rund 50 thematisch beispielhafte Fallstudien, anhand derer die Verläufe und Wirkungen der Arbeit modellhaft aufgezeigt werden. Es stellt eine Verbindung her zwischen dem Weltbild des Schamanen und einer modernen Naturwissenschaft. Der Zugang zu geistigen Dimensionen wird für all diejenigen erleichtert, die sie sonst höchstens philosophisch, aber nicht im alltäglichen Leben vermuten.
Aufbauend auf dem traditionellen Schamanismus, der meist als eine eher exotische Form spirituellen Wirkens gesehen wird, gibt es heute eine aktive moderne schamanische Praxis, in der das traditionelle tiefere Wissen und Vermögen immer wieder neu entdeckt, erforscht und moderneren Gestaltungsformen zugeführt wird. Er gerät zunehmend ins Blickfeld einer an spirituellen Themen interessierten Öffentlichkeit, insbesondere auch als eine alternative Heilkunst.
Eine der wirkungsvollsten Methoden, die geistige Welt um Informationen und Heilung zu bitten, ist die „Schamanische Reise“. Im Buch wird sie in ihren einzelnen Aspekten beschrieben. „Neulinge“ im Bereich Schamanismus erhalten so eine praktisch orientierte Einführung in dessen Philosophie, Methoden und Verfahren. Leser mit schamanischer Erfahrung können das Buch nutzen, um ihr Wissen aufzufrischen, etwa durch die beschriebenen Methoden zu den Fallstudien.

Über den Autor

Ursprünglich studierte Werner Gertz Elektrische Nachrichtentechnik und arbeitete als Management-Berater über viele Jahre hinweg in verschiedenen Unternehmen. Als er vor einigen Jahren mit seiner Frau nach Namibia zog, lernte er eine deutsche Schamanin kennen und kam durch sie in Kontakt mit dem Schamanismus. Er und seine Frau wurden schamanisch ausgebildet und führen heute Behandlungen in Deutschland, der Schweiz und Namibia durch.

Über das Buch

Wenn ein Mensch erkrankt, muss das nicht immer an irgendeinem körperlichen Gebrechen liegen. Es kann auch mit der Psyche zusammenhängen mit irgendeinem Geschehen in der Vergangenheit. Schamanen gehen in ihrer Suche nach den Ursachen noch weiter: Sie suchen eventuell nach abgespaltenen Seelenteilchen, hören dabei auf den Rat ihrer Führer, die ihnen meistens in tierischer Form erscheinen.
Wie das funktioniert, hat Werner Gertz mit 50 Fallbeispielen verdeutlicht. In seinem Buch finden sich verschiedene Krankheitsbilder. Menschen, die in ihrer Kindheit traumatische Erfahrungen gemacht haben oder in ihrem Leben immer wieder Situationen erleben, aus denen es scheinbar keinen Ausweg gibt. Werner Gertz und andere Schamanen, mit denen er Heilungen durchführt, haben ihre Erfahrungen für dieses Buch niedergeschrieben.

Teil zwei des Buches sind Fallstudien. Hier geht es nicht nur um Probleme, die von den Klienten an Werner Gertz und sein Team herangetragen wurden. So ist gleich das erste Beispiel eine Reise zu den Hausgeistern, die das Grundstück von Feema betreuen. Oder es sind Reisen zu Gefühlen, wie zum Beispiel der Gier oder der Liebe. Eindrucksvoll schildert Werner Gertz, wie bei verschiedenen Klienten durch eine Konfliktlösung in einem früheren Leben ein Problem in der Gegenwart behoben werden konnte. Auch Fremdenergien, wie Verwünschungen, Flüche oder Dämonen konnten mithilfe der Krafttiere beseitigt werden.

Anfangs geht es um die Ursprünge des Schamanismus, um Michael Harner und seine Foundation for Shamanic Studies, die er im Jahr 1979 gründete. Es geht um die schamanische Weltsicht, um Leben, Tod und Wiedergeburt. Und es geht natürlich um schamanische Reisen, um die drei Welten (obere, untere und mittlere Welt) und den Kontakt zu den Krafttieren.
„Ein Schamane wird auf der Reise von Krafttieren begleitet, die ihn beschützen und auch leiten. Man spricht von ihnen auch als Schutzgeister, die – ähnlich wie Schutzengel – bestimmte Funktionen haben. Sie beraten den Schamanen und sind auch dessen Führer. Sie haben eine zentrale Bedeutung für die schamanische Reise“. (S. 42/43)
Wie eine schamanische Reise durchgeführt wird, welche Fragen der Klient stellt, die Besprechung im Vorfeld, die Reise selbst und die Nachbesprechung finden sich auch im ersten Abschnitt. Und Werner Gertz warnt vor dem „Do-it-yourself-Schamanismus“, also den Büchern mit beigefügter Audio-CD, die den Schamanen-Anfänger in Kürze zum Meister machen sollen. Er betont aber, dass Schamanismus erlernbar ist, jedoch bedarf es dazu der Anleitung von erfahrenen schamanisch Tätigen, zum Beispiel in einem Seminar.

Fazit

Dieses Buch zu lesen, macht einfach Spaß. Es macht Spaß, weil Werner Gertz den Schamanismus mit seinen vielen vielen Beispielen verständlich rüber bringt, zeigt, was alles mithilfe der Krafttiere möglich ist.
Trotzdem stellen sich bei der Rezensentin im Nachhinein einige Fragen: Viele seiner Fallstudien beruhen auf Erlebnissen in der Vergangenheit. Dinge, die seinen Klienten nicht nur in diesem Leben, sondern auch in früheren Reinkarnationen passiert sind und direkten Einfluss auf aktuelle Ereignisse haben. Und es macht mitunter den Eindruck, als würden die Ursprünge physischer und psychischer Probleme ausschließlich in früheren Leben zu suchen sein. Ist das so?
Eine weitere Frage ist die in Bezug auf Dämonen. Laut dem Autor bleibt ein Dämon so lange bei an einem Menschen haften, „solange der Mensch sich selbst negativen, angstvollen oder hasserfüllten Gedanken hingibt. Es besteht immer eine Resonanz zwischen der dunklen Energie und dem Menschen, der sie in sich trägt. Eliminiert der Mensch seine destruktiven Energien, findet das dunkle Wesen keinen Halt mehr und verlässt seinen ‚Wirt‘“. (S.104)
Wenn eine dunkle Wesenheit allein durch eine Veränderung der Gedanken und in Folge des Charakters in die Flucht geschlagen werden kann, warum nehmen dann die Exorzismen in der katholischen Kirche zu? Warum wird dies nicht schon längst bei Betroffenen geraten, die eindeutig von einer Fremdenergie besessen sind?
Letztendlich ist jedoch schwer, Erfahrungen auf den Prüfstand zu stellen, die Werner Gertz und sein Team erlebt haben und für die „Schamanischen Reisen“ niedergeschrieben haben. Allein die Tatsache, dass sie und ihre Krafttiere so vielen Klienten geholfen haben, sollte Beweis genug sein, dass der Autor nicht irgendein Scharlatan ist, sondern hier wirklich fundiertes Wissen und Praxis dahinter steckt.
Dieses Buch ist nicht nur spannend und unterhaltsam geschrieben, sondern auch eine echte Inspiration für jeden, der sich für Schamanismus interessiert oder sein Wissen vertiefen möchte.

 

Janet & Stewart Farrar – Spells and how they work

Samstag, 02. April 2016

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Erstauflage: 1990/St. Edmundsbury Press Limited/Phoenix Publishing/ISBN: 0919345638/191 Seiten

2. Auflage: 1991/3. Auflage: 1992/BCA

Über die Autoren

Stewart Farrar kam am 28. Februar 1916 in Essex in Großbritannien zur Welt. Seine Eltern waren Christian Scientists, also wurde er auch so erzogen. Doch bereits im Alter von 20 Jahren fühlte er sich zum Hexentum hingezogen. Seine Ausbildung als Journalist absolvierte er am “University College“ in London, schloss diese 1937 mit Diplom ab. In seiner beruflichen Laufbahn arbeitete er im Londoner Reuters Büro (1953 und 1954), war Drehbuchautor für die englischen Filmgesellschaften “Associated British-Pathe“ und “Associated British Corporation“ sowie freier Mitarbeiter der BBC. Seinen ersten Roman „The Snake on 99“ veröffentlichte Farrar im Jahr 1958. Im Jahr 1969 – Farrar arbeitete für die Wochenzeitung “Reveille“ – wurde er zu einer Pressevorführung des Films “Legend of the Witches“ geschickt. An der Vorführung nahmen auch Alex Sanders und seine Frau Maxine teil, die bei diesem Film als Ratgeber mitwirkten. Die Herausgeber der Zeitung beauftragen Stewart Farrar ein Interview mit Alex Sanders zu führen. So kam er mit Wicca in Kontakt, nahm in der Folge auch an einem Initiationsritual teil. Das beeindruckte ihn so sehr, dass er mit der Arbeit zu seinem ersten Science Fiction-Roman “What Witches Do“ begann. Er ließ sich durch die Sanders ausbilden und wurde am 21. Februar 1970 in die Alexandrian Tradition initiiert. Im Coven lernte er dann auch seine spätere Frau, Janet Owen, kennen. Am 17. Oktober 1970 wurden beide von Alex Sanders in den zweiten Grad initiiert und erhielten ihren dritten Grad am 24. April 1971. Im selben Jahr wurde auch “What Witches Do“ veröffentlicht und die Farrars gründeten ihren eigenen Coven (noch bevor sie den dritten Grad erhielten). 1972 feierten sie Handfasting, legal heirateten sie 1975. Vor seiner Ehe mit Janet Owen war Stewart Farrar bereits fünf Mal verheiratet, hatte aus drei dieser früheren Ehen auch zwei Töchter und zwei Söhne. 1974 kündigte er bei “Reveille“ und war seitdem nur noch freier Mitarbeiter. 1976 zogen die Farrars nach Irland. Sie lebten in den Grafschaften Mayo und Wicklow, bis sie sich endgültig in Kells bei der Grafschaft Meath niederließen. Stewart Farrar starb am 7. Februar 2000 nach kurzer Krankheit.

Janet Farrar wurde am 24. Juni 1950 als Janet Owen geboren. Ihre Familie – die irischer, englischer und walisischer Abstammung ist – gehörten der Church of England an. Nach der Highschool arbeitete sie als Rezeptzionistin und als Model. 1970 lernte sie Alex Sanders durch eine Freundin kennen. Sie begleitete diese Freundin zu einem Treffen, weil sie diese davon abhalten wollte, dem Coven beizutreten. Statt ihrer Freundin trat letztendlich aber sie selbst bei. 

Über das Buch

Vor 26 Jahren haben die Farrars dieses Buch geschrieben. Zu einer Zeit, in der es noch kein Internet, kein Social Media gab und der Magie-Interessierte seine Frage nicht einfach in eine Suchmaschine eingeben konnte, um in Sekundenschnelle die passenden Antworten zu erhalten.

Wo heute einschlägige magische Sprüche zur schnellen Hilfe bei etwaigen irdischen Problemen auf irgendwelchen Foren oder Ratgeberseiten gefunden werden können, standen Janet und Stewart Farrar damals vor einem anderen Problem. Welches, wird im Vorwort klar. Da ersuchen sie ihre Leser, ihnen keine Briefe mit Anfragen für Zauber mehr zu schicken.

„Trying to solve the problems of dozens of strangers whom we have never met would drain us, or anyone else, in a week. It would also be irresponsible, because, however honest the writer tries to be, one cannot have the whole picture; after all, what doctor would diagnose and prescribe by post. And if you read this book carefully, we hope you will find we have pointed a way towards solving such problems for yourself.”

Auf den ersten Seiten machen die beiden Autoren also klar, warum sie dieses Buch auf den Markt gebracht haben. Es soll tausenden verzweifelten Menschen da draußen eine Anleitung geben. Ein Wegweiser in Richtung Magie. Um Zweifel zu zerstreuen, fragen sie auch im ersten Kapitel „Do Spells Work?“. Geben darauf aber keine direkte Antwort, sondern erklären, warum sich in den letzten Jahrzehnten sogar die Wissenschaft für die Magie und psychische Kräfte interessiert.

Konkreter werden die Autoren dann bei „Why and How“. Hier gehen sie auf die verschiedenen Realitätsebenen ein. Besonders die Astralebene ist die, die für Zaubersprüche sehr wichtig ist. Soll ein Zauber aber richtig wirken, muss die richtige Kommunikation zwischen allen Ebenen gefunden werden. So reagiert die Mentalebene auf Wörter, die Astral- und die physische Ebene verstehen die Sprache des Unterbewusstseins, während für die Astralebene Symbole und Bilder verwendet werden.

Das ethische Motto „An ye harm none, do what thou wilt“ erklären die Farrars damit, dass jedem Zauber ein legitimes Ziel zugrunde gelegt werden muss. Konkret: Nicht einfach dem eigenen egoistischen Willen folgen, sondern Regeln beachten. Diese sind, dass man niemals einen Zauber durchführen sollte, um jemandem zu schaden. Dass man niemanden gegen seinen eigenen Willen manipulieren sollte. Außerdem soll der, der den Zauber durchführt, niemals annehmen, dass er alle Umstände einer Situation kennt. Wichtig sei auch, niemals Magie für seinen eigenen Profit zu betreiben, wodurch jemand anderer auf der Strecke bleiben könnte. Bei der Durchführung sollte man auch genau auf die Wortwahl achten, den Spruch präzise formulieren und keinen Raum für Schlupflöcher lassen, bei denen wiederum jemand zu Schaden kommen könnte.

Um unbedarfte Menschen zu warnen, was beim Brechen einer dieser Regeln auf sie zukommen könnte, haben die Farrars das Kapitel über den „Boomerang Effect“ eingefügt. Bumerang bedeutet, dass jede physische Attacke, die gegen jemand mit einer starken physischen Abwehr gerichtet ist, dreifach auf den Ausführenden zurücktrifft.

„‘A stronger defence‘ can mean three things. First, of course, conscious and deliberate defence when you are aware of the attack. Second, the habit of keeping yourself permanently in a state of defence. And third, a naturally tough psychic skin – which many people, even without any occult knowledge or even a belief in psychism, do possess. “ (S.22)

An dieser Stelle fügen die Autoren einen Zauberspruch mit an, mit dem eine psychische Attacke an den Verursacher zurückgeschickt werden kann.

Der psychischen Selbstverteidigung ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Drei Arten von Angst gibt es, klären die Farrars auf – „Paranoia, Panik und Paralyse“, die drei P. Wie man eine gesunde psychische Selbstverteidigung aufbaut, sich gegen Angriffe schützen kann, erklären sie in diesem Kapitel. Nicht fehlen darf hier die Verteidigung gegen die sogenannten Energievampire, also Menschen, die unbewusst von anderen Energie abziehen.

Konzentration, Wille, Visualisierung und natürlich Übung sind die wichtigsten Zutaten für einen erfolgreichen Spruch. Und das Schlüsselelement fürs Gelingen: Die Energie, die man hochgezogen hat, loslassen.

„We have witnessed cases in which this has been overlooked – and the result has been not only frustration of the intent but, on the physical level, a severe headache for the practitioner.“ (S.33)

Um das passende Umfeld, also Räucherung, Öle, und die Hilfsmittel für die Visualisierung – zum Beispiel mit einer Puppe – geht es unter anderem in „Setting about it”. In diesem Kapitel finden sich auch die Farben – die zum Beispiel für Kerzenmagie gebraucht werden – mit den entsprechenden Zuordnungen und den kabbalistischen Sphären. Überdies listen die Farrars auch eine nummerologische Zuordnung der Zahlen eins bis 13 auf.

Janet und Stewart scheuen sich auch nicht davor, das heute wie auch damals heiß diskutierte Thema der Sexualmagie aufzugreifen: „Any strong emotion produces an incandescent fireball on the astral plane. […] Erotic feeling and activity engender is just about the brightest astral fireball (with its explosion at the climax of orgasm) that can legitimately be harnessed to a magical operation.” (S.48)

Sie betonen aber auch, dass Sexualmagie nur von einem Paar durchgeführt werden sollte, für die die Sexualität Teil ihrer Beziehung ist – also von Ehepartnern oder einem Pärchen. Denn: „Sex magic without love is black magic“ (S.48)

Durchgeführt werden sollte Sexualmagie dann, wenn viel Energie gebraucht wird. Hier beschreiben die Farrars ein Ritual, das für ein Kind gemacht wurde, das andernfalls gestorben wäre. Die Ärzte nannten dessen Genesung ein Wunder.

Auch fürs magische Arbeiten nach der Kabbala ist ein Kapitel reserviert. Die Farrars betonen „The Cabala is not generally regarded as a part of mainstream Wiccan tradition; some witches find it helpful, while others make a point of avoiding it. […] We are among those who find Cabalistic concepts a fruitful expansion of ‘pure’ witchcraft (if there is such a thing).“ (S.55)

Darauf, wie der Einzelne mit der Kabbalah effektiv magisch arbeiten kann, gehen die Farrars aber nicht weiter ein. Sie belassen es bei der Aufzählung der Eigenschaften der einzelnen Sephiroth und haben eine Zeichnung des Lebensbaums beigefügt.

Hier endet der eigentlich wirklich interessante Teil des Buches. Die anderen Kapitel drehen sich um um Talismane, Wetter-Zaubersprüche, Bindesprüche oder Liebeszauber, die aber meistens aus der Folklore- und Sympathiemagie stammen. Im Anhang finden sich unter anderem eine Auflistung der Planetenstunden sowie magische Alphabete.

Fazit: Der Buchtitel „Spells and how they work“ hält nicht ganz, was er verspricht. Interessant ist der Einblick in den magischen Alltag der Farrars und ihres damaligen Covens. Sie bringen auch haufenweise Beispiele von Zaubersprüchen, die durchgeführt wurden und auch zum Erfolg geführt haben. Allerdings lassen sie eines vermissen: Den konkreten Aufbau eines Rituals. Stattdessen findet der Leser „Zaubersprüche aus alten Zeiten“, darunter auch den „Ojala“-Spruch (S.77), bei dem die Autoren behaupten, das Wort wäre ein Ausdruck für „Allah“. Tatsächlich bedeutet „Ojala“ – „hoffentlich“. Auch lassen sie offen, wofür oder wogegen der Spruch wirken soll.

Aus der folkloristischen und Sympathiemagie besteht der größte Teil der Kapitel über die magischen Zaubersprüche. Natürlich könnte man dem entgegenhalten, dass die heutige Magie aus der Folklore entstanden ist. Nur hat das mantraartige Wiederholen eines bestimmten Spruchs eher etwas mit den „Wünschen ans Universum“ zu tun: Es kann etwas bewirken, es kann aber auch nichts bewirken.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die magischen Sprüche zur Heilung, die die Farrars auf drei Seiten abhandeln. Unter den hier vorgestellten Sprüchen findet sich einer zur Heilung von Knochenbrüchen, einer bei chronischen Herzproblemen, ein weiterer, um Kopfschmerzen zu heilen und ein älterer aus Ägypten gegen Schlangenbisse.

Um Herzprobleme zu heilen, soll es demnach einfach reichen, in eine Puppe, die die Person repräsentiert, einen Rosenquarz ins Herzchakra einzunähen. An diesem Beispiel wird das Problem verdeutlicht, das sich nach Ansicht der Rezensentin wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Es ist eine nette Ergänzung zu anderen Büchern, die genauer auf das Thema Zaubersprüche und Rituale eingehen. Andererseits bleiben zu viele Fragen offen, der unbedarfte Leser, der sich hier eine echte Hilfestellung in puncto „Magie und Heilung“ erhofft, wird von den beiden Autoren zu oft im Dunklen gelassen. Deshalb nur bedingt empfehlenswert!

Ann-Marie Gallagher – The Spells Bible

Samstag, 03. Oktober 2015

Ann-Marie Gallagher – The Spells Bible

2003/Walking Stick Press/ ISBN: 1582972443/S. 400/EUR 18,13

Über die Autorin

Ann-Marie Gallagher ist Historikerin, Feministin, Dozentin an der Universität Lancashire in Großbritannien und bekennende Hexe. Seit Jahren hält sie Vorträge über Hexerei, heidnische und Göttinnen-Spiritualität, Magie, frauenspezifische Themen, Genderforschung und Folklore. Über diese Inhalten sprach Gallagher auch schon in einigen Radioshows. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in Lancashire.

Andere Bücher: Thorsons Way of the Goddess (2000), Re-presenting the Past: Women and History (2001), Spellcraft: Practical Spells for Modern Life (2001), Magical Spells for Your Home: How to Bring Magic Into Every Area of Your Life (2002), The Wicca Bible: The Definitive Guide to Magic (2005), Inner Magic: A Guide to Witchcraft (2007)

Über das Buch

Bibel – schon der Name signalisiert, dass dieses Buch etwas Wichtiges, ja sogar vielleicht etwas Heiliges sein muss. Mittlerweile scheint es in Mode gekommen, ein Buch mit „Bibel“ zu betiteln. Da überschwemmen „The Chakra Bible“, „The Tarot Bible“, „The Wicca Bible“, “The Angel Bible”, “Astrology Bible” oder “The Chrystal Bible” den Büchermarkt. Nicht zu vergessen Janet & Stewart Farrar mit ihrer “Witches Bible”, sicherlich eine der ersten Autoren, die einem Buch diesen Titel gaben. Nun also „The Spells Bible“, die Bibel der Zaubersprüche.

Der Untertitel „The definitive guide to charms and enchantments“ vermittelt dem unbedarften Käufer, dass dieses Buch ein „Muss“ ist, wenn man sich mit Magie sein Leben erleichtern und bereichern möchte. Die Autorin Ann-Marie Gallagher folgt mit diesem Buch einem Trend. Dem Trend der heutigen Konsumgesellschaft, Lesern alles so mundgerecht wie möglich zu servieren. Dass sie damit den Nerv ihrer Zielgruppe – junge Mädchen und Frauen in den mittleren Jahren – getroffen hat, zeigen die Rezensionen auf Amazon.com: „Seit Jahren habe ich nach so einem Buch gesucht“, schreibt eine. „Das beste Buch für Zaubersprüche, das es gibt“, eine andere. „Großartige Bilder und viele nützliche Sprüche“, eine Dritte. Kritik erhält die Autorin lediglich von Leserinnen, die sich daran stören, dass das Buch keine besseren Abbildungen enthält oder fast jeder Zauber mit Räucherkohle durchgeführt werden muss. Die sind aber deshalb nicht minder begeistert von der „Spells Bible“.

Auf den ersten Blick vermittelt das Buch genau den Eindruck, den es vermitteln soll: Den eines Nachschlagewerks. Unterschiedliche kleine Bildchen auf dem Einband, ohne viel Schnickschnack kommt es im handlichen Taschenbuchformat daher.

Einleitend erklärt Gallagher kurz die Grundlagen der Magie, wie man mit ihr arbeitet, sich seinen eigenen Raum zwischen den Welten schafft. Der Raum, in dem ein Zauber wirken kann und soll.

Die innere Einstellung, mit der man an eine magische Arbeit herangeht ist der Schlüssel zum Erfolg, erklärt sie einleitend (S. 13). Und all diejenigen, die am liebsten gleich ans Eingemachte gehen wollen, warnt sie: „In case you are tempted to pass over this section, let me add that failure to do the basic work described here will result in wasted effort as far as spell casting goes“ (ebda). Und noch ein zweites Mal warnt sie ihre Leser: Bevor ihr einen Zauber einsetzt, um euer Ziel zu erreichen, überlegt euch gut, ob ihr den wirklich braucht. Denn „Magic should never be used as an alternative to a material action – this just wastes everybody’s time, enables people to avoid facing reality, and feeds whatever delusions they may be harboring that their problems can be solved with no effort on their part.“ (S. 14).

Nach den einleitenden Erklärungen, zu denen auch ein kurzer Abriss über die Jahreskreisfeste gehört, geht’s dann zum eigentlichen Thema des Buches: Zu den Zaubersprüchen. Diese sind nach einzelnen Themenfeldern unterteilt: Liebe und Leidenschaft, Karriere und Arbeit, Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden, Familie, Freunde und häusliches Umfeld, Jahreszeiten, Glück, Schutz und Segnung, Prophezeiung sowie bannende und bindende Sprüche. Insgesamt 150, also eine beträchtliche Sammlung.

Jeden Zauber hat Ann-Marie Gallagher mit einem Namen versehen, die Begründung und eine genaue Erklärung, wofür er eingesetzt wird, stehen darunter. Es folgen die Zutaten, die für den Zauber benötigt werden, dann die genaue Durchführung.

Die Bestandteile der Zauber sind zum Großteil in jedem guten Esoterik-Shop, online oder auch in der Natur erhältlich. Nur einige lassen sich nicht so einfach beschaffen, beispielsweise die Feder einer Eule, rote Tinte oder Schlangenhaut. Andere Zutaten gibt es nur saisonal, wie die Ringelblume, die für den „Bottle Spell“ benötigt wird.

Die Zauber selbst sind einfach durchzuführen. Einige sind im Bereich der Sympathiemagie angesiedelt, andere ähneln jenen, die auch in jedem anderen Magiebuch gefunden werden können. Von einigen Zaubern würde die Rezensentin jedoch jedem Magieneuling abraten. Dazu gehören die Runenzauber, wie beispielsweise das Tyr-Amulett, mit dem der Durchführende eine neue Stelle erhalten soll. Runen sind lebende Wesenheiten, nicht einfach nur Schriftzeichen, die jeden Missbrauch übel nehmen, sogar bestrafen.

Fazit: Magie schnell einfach und unkompliziert durchführen, ohne viel Brimborium. Das wünschen sich viele: Egal, ob sie sich die Magie in ihr Leben zurückholen möchten oder einfach nur die Lösung für ein Problem suchen. Die „Spells Bible“ ist sicher interessant, um sich Ideen und Anreize für Rituale zu holen, das eine oder andere umzuschreiben und über die Durchführung zu lernen. Allerdings sollte man auch bei einem Buch, das schnelle, magische Lösungen verspricht, den gesunden Menschenverstand nicht ausschalten, gegebenenfalls die Rituale hinterfragen, vielleicht sogar umschreiben und erweitern, wenn man sich in der Magie auskennt.

Und sich vor allem – wie auch die Autorin in ihrer Einleitung schreibt – eingangs fragen, ob das Problem nicht auch auf anderem Weg als mit Magie zu bewältigen ist.

Die „Bibel der Zaubersprüche“ ist auf jeden Fall eine nette Ergänzung in der Magie-Sektion der privaten Büchersammlung.

Ann-Marie Gallagher – The Spells Bible

2003/Walking Stick Press/ ISBN: 1582972443/S. 400/EUR 18,13

Über die Autorin

Ann-Marie Gallagher ist Historikerin, Feministin, Dozentin an der Universität Lancashire in Großbritannien und bekennende Hexe. Seit Jahren hält sie Vorträge über Hexerei, heidnische und Göttinnen-Spiritualität, Magie, frauenspezifische Themen, Genderforschung und Folklore. Über diese Inhalten sprach Gallagher auch schon in einigen Radioshows. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrem Mann in Lancashire.

Andere Bücher: Thorsons Way of the Goddess (2000), Re-presenting the Past: Women and History (2001), Spellcraft: Practical Spells for Modern Life (2001), Magical Spells for Your Home: How to Bring Magic Into Every Area of Your Life (2002), The Wicca Bible: The Definitive Guide to Magic (2005), Inner Magic: A Guide to Witchcraft (2007)

Über das Buch

Bibel – schon der Name signalisiert, dass dieses Buch etwas Wichtiges, ja sogar vielleicht etwas Heiliges sein muss. Mittlerweile scheint es in Mode gekommen, ein Buch mit „Bibel“ zu betiteln. Da überschwemmen „The Chakra Bible“, „The Tarot Bible“, „The Wicca Bible“, “The Angel Bible”, “Astrology Bible” oder “The Chrystal Bible” den Büchermarkt. Nicht zu vergessen Janet & Stewart Farrar mit ihrer “Witches Bible”, sicherlich eine der ersten Autoren, die einem Buch diesen Titel gaben. Nun also „The Spells Bible“, die Bibel der Zaubersprüche.

Der Untertitel „The definitive guide to charms and enchantments“ vermittelt dem unbedarften Käufer, dass dieses Buch ein „Muss“ ist, wenn man sich mit Magie sein Leben erleichtern und bereichern möchte. Die Autorin Ann-Marie Gallagher folgt mit diesem Buch einem Trend. Dem Trend der heutigen Konsumgesellschaft, Lesern alles so mundgerecht wie möglich zu servieren. Dass sie damit den Nerv ihrer Zielgruppe – junge Mädchen und Frauen in den mittleren Jahren – getroffen hat, zeigen die Rezensionen auf Amazon.com: „Seit Jahren habe ich nach so einem Buch gesucht“, schreibt eine. „Das beste Buch für Zaubersprüche, das es gibt“, eine andere. „Großartige Bilder und viele nützliche Sprüche“, eine Dritte. Kritik erhält die Autorin lediglich von Leserinnen, die sich daran stören, dass das Buch keine besseren Abbildungen enthält oder fast jeder Zauber mit Räucherkohle durchgeführt werden muss. Die sind aber deshalb nicht minder begeistert von der „Spells Bible“.

Auf den ersten Blick vermittelt das Buch genau den Eindruck, den es vermitteln soll: Den eines Nachschlagewerks. Unterschiedliche kleine Bildchen auf dem Einband, ohne viel Schnickschnack kommt es im handlichen Taschenbuchformat daher.

Einleitend erklärt Gallagher kurz die Grundlagen der Magie, wie man mit ihr arbeitet, sich seinen eigenen Raum zwischen den Welten schafft. Der Raum, in dem ein Zauber wirken kann und soll.

Die innere Einstellung, mit der man an eine magische Arbeit herangeht ist der Schlüssel zum Erfolg, erklärt sie einleitend (S. 13). Und all diejenigen, die am liebsten gleich ans Eingemachte gehen wollen, warnt sie: „In case you are tempted to pass over this section, let me add that failure to do the basic work described here will result in wasted effort as far as spell casting goes“ (ebda). Und noch ein zweites Mal warnt sie ihre Leser: Bevor ihr einen Zauber einsetzt, um euer Ziel zu erreichen, überlegt euch gut, ob ihr den wirklich braucht. Denn „Magic should never be used as an alternative to a material action – this just wastes everybody’s time, enables people to avoid facing reality, and feeds whatever delusions they may be harboring that their problems can be solved with no effort on their part.“ (S. 14).

Nach den einleitenden Erklärungen, zu denen auch ein kurzer Abriss über die Jahreskreisfeste gehört, geht’s dann zum eigentlichen Thema des Buches: Zu den Zaubersprüchen. Diese sind nach einzelnen Themenfeldern unterteilt: Liebe und Leidenschaft, Karriere und Arbeit, Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden, Familie, Freunde und häusliches Umfeld, Jahreszeiten, Glück, Schutz und Segnung, Prophezeiung sowie bannende und bindende Sprüche. Insgesamt 150, also eine beträchtliche Sammlung.

Jeden Zauber hat Ann-Marie Gallagher mit einem Namen versehen, die Begründung und eine genaue Erklärung, wofür er eingesetzt wird, stehen darunter. Es folgen die Zutaten, die für den Zauber benötigt werden, dann die genaue Durchführung.

Die Bestandteile der Zauber sind zum Großteil in jedem guten Esoterik-Shop, online oder auch in der Natur erhältlich. Nur einige lassen sich nicht so einfach beschaffen, beispielsweise die Feder einer Eule, rote Tinte oder Schlangenhaut. Andere Zutaten gibt es nur saisonal, wie die Ringelblume, die für den „Bottle Spell“ benötigt wird.

Die Zauber selbst sind einfach durchzuführen. Einige sind im Bereich der Sympathiemagie angesiedelt, andere ähneln jenen, die auch in jedem anderen Magiebuch gefunden werden können. Von einigen Zaubern würde die Rezensentin jedoch jedem Magieneuling abraten. Dazu gehören die Runenzauber, wie beispielsweise das Tyr-Amulett, mit dem der Durchführende eine neue Stelle erhalten soll. Runen sind lebende Wesenheiten, nicht einfach nur Schriftzeichen, die jeden Missbrauch übel nehmen, sogar bestrafen.

Fazit: Magie schnell einfach und unkompliziert durchführen, ohne viel Brimborium. Das wünschen sich viele: Egal, ob sie sich die Magie in ihr Leben zurückholen möchten oder einfach nur die Lösung für ein Problem suchen. Die „Spells Bible“ ist sicher interessant, um sich Ideen und Anreize für Rituale zu holen, das eine oder andere umzuschreiben und über die Durchführung zu lernen. Allerdings sollte man auch bei einem Buch, das schnelle, magische Lösungen verspricht, den gesunden Menschenverstand nicht ausschalten, gegebenenfalls die Rituale hinterfragen, vielleicht sogar umschreiben und erweitern, wenn man sich in der Magie auskennt.

Und sich vor allem – wie auch die Autorin in ihrer Einleitung schreibt – eingangs fragen, ob das Problem nicht auch auf anderem Weg als mit Magie zu bewältigen ist.

Die „Bibel der Zaubersprüche“ ist auf jeden Fall eine nette Ergänzung in der Magie-Sektion der privaten Büchersammlung.

Vergeltung für die Luchse

Samstag, 20. Juni 2015

Süddeutsche Zeitung 21. Mai 2015, 20:32 Uhr

Wilderer – Bis zu vier Luchse getötet

Wilderer haben nahe Cham im Bayerischen Wald bis zu vier streng geschützte Luchse getötet. Wie ein Sprecher des Vogelschutzbundes LBV erklärte, waren bereits am vergangenen Freitag in einem Waldstück vier abgetrennte Vorderläufe von Luchsen entdeckt worden. Der Fund bedeutet, dass mindestens zwei, womöglich sogar vier Tiere illegal getötet wurden. Die Kadaverteile waren so abgelegt worden, dass sie entdeckt werden mussten. Insider sagen, dass die Tat möglicherweise in Zusammenhang mit dem Einsatz des LBV für ein Luchsschutzgebiet am Kaitersberg steht. Hier wurde ein 37 Hektar großes Areal, das die Raubtiere zur Jungenaufzucht und als Rückzugsraum nutzen, als Schutzzone ausgewiesen. Das Projekt wird seit Wochen scharf angegriffen. Der LBV und weitere Naturschutzverbände haben Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Eurasischer Luchs, Wikimedia Commons, Foto: Berhard Landgraf

Jahrzehntelang war der Eurasische Luchs starker Verfolgung ausgesetzt bis er durch systematische Ausrottungsmaßnahmen schließlich völlig aus Westeuropa verschwunden war. Glücklicherweise erholen sich heute die Bestände langsam, so dass unter anderem die Alpen, der Jura, die Vogesen, der Harz, das Fichtelgebirge, der Bayerische Wald, der Böhmerwald und der Spessart wieder von Luchsen besiedelt ist. Der Luchs ist ein sehr spezialisierter Jäger, was seine Rückkehr in die deutschen Wälder nicht gerade leichter macht.

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Sachmet Statue, Ägyptisches Museum München, Foto: Sati

Umso mehr hat uns diese Nachricht der Süddeutschen Zeitung erschüttert. Als Verehrer der Katzengestaltigen und Löwengottheiten, war klar, auch wir müssen und wollen handeln und zwar auf unsere Weise – auf kemetisch. Dabei lagen uns zwei Dinge am Herzen:

  • Die Täter müssen gefasst werden um für Ihre Tat der gerechten Strafe zugeführt zu werden
  • Die toten Luchse sollen es im Jenseits gut haben und dort wohlbehalten und sicher ankommen.


Isfet – Die Täter festnageln

Wir wählten zwei Wachsfiguren als Vertreter für die Täter (deren Zahl uns natürlich nicht bekannt war). Diese wurden zunächst für mehrere Tage vor einem Heka-Schrein „aufgebahrt“ um überhaupt erst einmal die Aufmerksamkeit der Götter für diesen Fall zu erregen.

DSC_0101 Wachspuppen-Magie

Am Tag des eigentlichen Rituals suchten wir dann unseren Ritualplatz an einem fließenden Gewässer auf. Fließende Gewässer eignen sich besonders gut, für Verwünschungsmagie, da die Energien mit dem fließenden Wasser zuverlässig davon getragen werden statt an den Ort gebunden zu bleiben.

DSC_0107 Der Ritualort

Die Puppen wurden erstmal auf ein Stück Holz genagelt, symbolisch für das „festnageln“ der Täter und natürlich auch um sie für ihre Tat zu bestrafen. Für den weiteren Verlauf wählten wir das traditionelle Ritual der roten Töpfe, wie es zum Niederschlagen der Feinde der Ma’at üblich ist.

Außerdem unternahmen wir eine schamanische Reise, nicht wie sonst mit einer Trommel, sondern mit Hilfe zweier kleiner Sistren, dem traditionellen instrument der Sachmet und Bastet. Zweck der Reise war nicht die Täter selbst zu schädigen, aber sie zu „markieren“, also den Göttern mitzuteilen, wer sie sind und was sie getan haben auf das diese schlußendlich entscheiden, was mit ihnen geschehen soll.

DSC_0111Festgenagelt!

DSC_0121 Die Flammen der Rache

DSC_0145 Das Zerschlagen der Töpfe

Anschließend vergruben wir die Tonscherben mit den Wachsresten der verbrannten Puppen, so tief wie möglich im Kies, damit wir den Ort so hinterließen, wie wir ihn vorgefunden hatten.

DSC_0149 danach…

Den gesamten Vorgang führten wir vor den Augen der Luchse durch bzw. vor zwei Katzenfiguren die wir als Stellvertreter für die toten Luchse gewählt haben, sowie einer katzengestaltigen Gottheit.

DSC_0130Ma’at – Heilung und Totenritus

Nun war der zweite Teil des Rituals zu vollziehen, die Heilung der Luchse und das Geleit in die Duat. Zu diesem Zwecke bemalten wir die Figuren mit magischen Zeichen der Heilung um sowohl ihre Würde, wie auch ihre Unversehrheit für das Jenseits zu gewährleisten.

DSC_0098Heilung der Luchse

Bis zum nächsten Morgen durften die Luchsfiguren noch im Hauptschrein bei Bastet und Sachmet verweilen, während wir die Totenwache übernahmen. Dann traten sie ihre letzte Reise an um würdevoll in der Erde der bayrischen Wälder vergraben und bestattet zu werden.

Möge Ihnen Gerechtigkeit widerfahren und die Ma’at für sie wieder hergestellt sein!

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Bastet, die lieblich-gnädige Göttin, und Sachmet, die furchtbar zornige,
Inbegriff des zweifachen Aspektes der Macht,
die den Loyalen schützt und den Übertreter vernichtet. *

Dua Netjeru,
Heil sei den Katzen- und Löwengöttinnen und -göttern!

*aus „Ägyptische Hymnen und Gebete“ von Jan Assmann