Mit ‘Studien’ getaggte Artikel

Metall des Lichts – 2000 Jahre Heilung durch Gold

Samstag, 23. Mai 2015

„Aurum metallicum“ pflegte man es zu nennen – „Metall des Lichtes“. Abgesehen von den endlos vielen Möglichkeiten, die es der Schmuckindustrie bietet, war Gold bereits schon vor 2000 Jahren ein heiß begehrtes Medikament. In der Tat ist es eines der ältesten bekannten Heilmittel überhaupt und bis heute wird es in den unterschiedlichsten Bereichen der Medizin eingesetzt. Beispielsweise kann man Zahnfüllungen oder so genannte Inlays aus Gold herstellen lassen. Eine besondere Bedeutung kommt dem Gold aber in der Homöopathie zu. Dort wird es bei Depressionen, Angstzuständen, allgemeiner Erschöpfung sowie Rheumaerkrankungen eingesetzt.

Und tatsächlich wurde die Wirkung belegt

Zwei Universitäten in den USA und Schweden (Duke University, Durham, USA & Karolinska-Institut, Stockholm, Schweden) nahmen dies zum Anlass, eine ausführliche Studie durchzuführen, um die Heilwirkung des Goldes und vor allen Dingen die Ursache jeder Wirkung, zu erforschen und belegen zu können. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Organische Goldverbindungen können den Austritt entzündungsfördernder Stoffe aus den Zellen des menschlichen Körpers verhindern. Aufgrund dieser Wirkung werden Medikamente mit goldhaltigen Verbindungen bei Rheuma eingesetzt.

Die Aufbereitung der heutigen, modern hergestellten Arzneien aus anorganischen Goldsalzen wie Goldchlorid, kann allerdings zu starken Nebenwirkungen wie Hautreaktionen und Leberschäden führen. Dies ist vor allem bei Injektion solcher Verbindungen möglich, während eine heilende Wirkung eventuell erst nach Monaten einsetzt. Doch auch wenn die Verabreichung daher auf anderem Wege passieren sollte, sind doch die Ergebnisse für die Forscher von erheblicher Bedeutung, da auf dieser Basis ein gezielterer Einsatz der Stoffe möglich werden könnte.

Alchemistisch aufbereiteten Gold-Essenzen wurde im Vergleich dazu seit je her eine außergewöhnliche Heilkraft zugesprochen. Es wird vermutet, dass es damals gelang, Arzneien aus heute unbekannten organischen Goldverbindungen herstellen die entweder frei von den oben angeführten Nebenwirkungen moderner Goldsalze waren oder diese zumindest nur sehr abgeschwächt auftraten. Leider ist das Wissen um die Herstellung dieser ursprünglichen Heilmittel verloren gegangen, womit alle Behauptungen in diesem Zusammenhang definitiv im Bereich der reinen Spekulation anzusiedeln sind.

Kolloidales Gold

Die Bezeichnung „kolloidal“ kommt aus dem Griechischen und wird von „kolla“ (Leim) und „eidos“ (Aussehen, Form) abgeleitet. Kolloidales Gold ist flüssig oder als Gel erhältlich. Es handelt sich um Dispersionen, in denen winzige Goldpartikel schweben, welche in Homöopathie und Alternativmedizin eingesetzt werden. Es hilft angeblich bei Krankheiten ganz allgemein, in dem es Energieblockaden lösen soll. Demnach unterstützen Goldpartikel den Körper dabei, die Energien wieder zum Fließen zu bringen, was sich natürlich positiv auf jeden Heilungsprozess auswirkt. Man sagt kolloidalem Gold auch eine Gewebe verjüngende Wirkung nach. Auch soll es eine positive und ausgleichende Wirkung auf unser Drüsensystem und den Elektronenfluss haben, den Stoffwechsel ankurbeln und die Aufnahme von Nährstoffen verbessern. Sogar bei sexuellen Funktionsstörungen soll es regulativ anwendbar sein und im Allgemeinen die Nerven beruhigen. Ob die Nervenberuhigung jetzt durch das Schlucken von Goldkolloid-Wasser oder das Kaufen eines wertvollen Goldringes als Wertanlage passiert, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, hier eröffnet uns das Gold mit Sicherheit viele Möglichkeiten.

Armer Gollum – ob er es schon wusste?

Und wenn wir schon von Ringen reden: Wir alle kennen ihn wohl, den kleinen fiesen Gollum, einst ein harmloser Hobbit, der nur noch gierig seinem „Schatz“ durch alle Widrigkeiten hinterher hetzt. Ob er nun um die Heilwirkung seines Ringes wusste oder nicht, leider hat der Kleine nun mal Pech gehabt und seine Gier hat ihn ins Verderben gestürzt. Doch wer schon jemals nach einem passenden Ehering gesucht hat, kann vielleicht die „winzige“ Obsession, die so ein kleines Stück Gold auf einen ausüben kann, verstehen. Gefühlte Millionen verschiedener Modelle und Meinungen später, hat man hoffentlich sein lebenslanges Schmuckstück gefunden und was kann einem das – sofern man sich für Gold entschieden hat – nun abgesehen vom Bund fürs Leben alles bringen? Auch auf der Haut getragen, entfaltet Gold eine durchaus positive Wirkung. So ergaben Forschungen zudem, dass es den Zustand der roten Blutkörperchen verbessert und dazu führt, dass der Körper Umweltgifte schneller und besser ausscheiden kann. Auf der Haut getragen wirkt sich das Gold vor allem auch regulierend auf unsere Chakren-Energie aus. Dies führt zu einer allgemeinen Ausbalancierung und Verbesserung unseres physisch-emotionalen Gleichgewichts. Irgendwie kann man sagen, dass Gold in jeder Hinsicht ein äußerst attraktives Wundermittel zu sein scheint. Ich würde sagen, es ist auf jeden Fall eine Versuchung wert.

Quellen: http://www.welt.de/wissenschaft/article1316229/Uraltes-Heilmittel-Gold-wird-jetzt-erklaert.html;
http://www.weingraber.info/Kolloidales_Gold.pdf;
http://www.horusmedia.de/2012-aurum/aurum.php;

Bildquellen: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/welt/China-Hirte-im-Glueck-findet-Acht-Kilo-Goldklumpen;art29,288725;
http://thevpo.org/tag/gollum/

Verweis auf Studie:
„Pivotal Advance: Inhibition of HMGB1 nuclear translocation as a mechanism for the anti-rheumatic effects of gold sodium thiomalate“, 2007 (im Journal 2008);
Departments of Woman and Child Health, Pediatric Rheumatology Research Unit, and Medicine, Rheumatology Unit, Karolinska Institutet/Karolinska University Hospital, Stockholm, Sweden;
Division of Rheumatology and Immunology, Department of Medicine, Duke University, Durham, North Carolina, USA; and Surgery and Bioengineering, DAMP Laboratory, University of Pittsburgh, Pittsburgh, Pennsylvania, USA
Autoren: Cecilia K. Zetterström, Weiwen Jiang, Heidi Wähämaa, Therese Östberg, Ann-Charlotte Aveberger, Hanna Schierbeck, Michael T. Lotze§, Ulf Andersson, David S. Pisetsky and Helena Erlandsson Harris;
Quelle: http://www.jleukbio.org/content/83/1/31.full?sid=b8f7e357-6c8d-42da-ab87-a3fc7254de70
im: Journal of Leukocyte Biology

Quellen: http://www.welt.de/wissenschaft/article1316229/Uraltes-Heilmittel-Gold-wird-jetzt-erklaert.html#
http://www.weingraber.info/Kolloidales_Gold.pdf
http://www.horusmedia.de/2012-aurum/aurum.php

Verweis auf Studie:

„Pivotal Advance: Inhibition of HMGB1 nuclear translocation as a mechanism for the anti-rheumatic effects of gold sodium thiomalate“, 2007 (im Journal 2008)

Departments of Woman and Child Health, Pediatric Rheumatology Research Unit, and Medicine, Rheumatology Unit, Karolinska Institutet/Karolinska University Hospital, Stockholm, Sweden;

Division of Rheumatology and Immunology, Department of Medicine, Duke University, Durham, North Carolina, USA; and

Surgery and Bioengineering, DAMP Laboratory, University of Pittsburgh, Pittsburgh, Pennsylvania, USA

Autoren: Cecilia K. Zetterström, Weiwen Jiang, Heidi Wähämaa, Therese Östberg, Ann-Charlotte Aveberger, Hanna Schierbeck, Michael T. Lotze§, Ulf Andersson, David S. Pisetsky and Helena Erlandsson Harris

Quelle: http://www.jleukbio.org/content/83/1/31.full?sid=b8f7e357-6c8d-42da-ab87-a3fc7254de70

im: Journal of Leukocyte Biology

Meinung ist nicht Wissen, geschrieben von Niels Koschoreck

Samstag, 21. September 2013

Wieder einmal freuen wir uns besonders von Niels einen Artikel fürs WurzelWerk gespendet bekommen zu haben. Ganz besonders ist das der Fall, weil gerade die Themen um Meinung und Wissen in Heidenkreisen immer wieder zu heftigen Diskussionen führen.

Eine der bedenklichsten Entwicklungen postmoderner Gesellschaften liegt meines Erachtens darin, dass die subjektive Meinung eine heilige Kuh ist, deren Schlachtung ein gesellschaftlich geächtetes Tabu ist.

Das führt in vielen Situationen zu dem Extrem, dass man Meinung mit Wissen gleichsetzt und zwischen zufälliger persönlicher Erfahrung und durch Arbeit und/oder Wissenschaft erworbenes Wissen keinen Unterschied mehr macht. Ja, eine ganze Reihe von Menschen vertreten sogar mit Vehemenz die Meinung, es gäbe eigentlich nur Meinungen – und kein wirkliches Wissen.


Vorsicht Verblödung!!

Eine solche Einstellung kann nur zu Verdummung führen,  denn wer keine Qualitätsunterschiede in Wissen und Meinen mehr zulässt, betreibt aktive Idiotisierung. Amüsant (und gleichzeitig entsetzlich) wird es immer dann, wenn sogar die einfachsten Beispiele für den Unterschied subjektiven Empfindens und objektiver Messbarkeit bestritten werden:

Nehmen wir an, jemand geht zu seinem örtlichen Bioladen und kauft 5kg Kartoffeln: Niemand wäre damit zufrieden, wenn man ihm einen Sack Kartoffeln gäbe, der nach subjektivem Empfinden “ungefähr 5 Kilo wiegt” oder “ziemlich schwer in der Hand liegt”. Vielmehr würde man erwarten, dass man die Menge an Kartoffeln bekommt, die auf einer geeichten Waage messbar 5 Kilogramm wiegt.
Ganz offensichtlich ist “schwer” eine rein subjektive Kategorie während 5kg eine objektiv messbare Einheit darstellt:  Gibt man 10 Leuten 5kg Kartoffeln in die Hand, bekommt man unterschiedliche Empfindungen darüber, wie “schwer” die Kartoffeln seien. Legt man die 5kg Kartoffeln auf 10 genau geeichte Waagen, werden jedes Mal 5 kg angezeigt.

Das ist der ganz simple Unterschied zwischen Meinen und Wissen.

Und dennoch gibt es genug Menschen, die auch hier Bedenken anmelden: Die Waage könnte fehlerhaft sein und die Maßeinheit “kg” sei letzten Endes eine kulturrelative Vereinbarung. Beides ist richtig, aber dadurch hebt sich der Unterschied zwischen Meinen und Wissen nicht auf: Meinen ist subjektiv und zunächst einmal nicht überprüft oder auch gar nicht  überprüfbar. Wissen hingegen ist bei Verwendung identischer Instrumente und Messgrössen objektiv gültig  – ganz egal, was die jeweiligen Meinungen sind.

Aber nehmen wir etwas prekärere Beispiele als den Sack Kartoffeln. In einer Diskussion, an der ich vor ein paar Wochen teilnahm, ging es um Gewalt gegen Frauen in Ehe und Beziehung. Ich wies darauf hin, dass es auch Gewalt gegen Männer in Ehe und Beziehung gibt, und zwar nicht selten. Umgehend schlug mir die geballte Wucht anderer Meinungen entgegen: Ich wolle Gewalt gegen Frauen relativieren (davon hatte ich gar nichts gesagt). Meine “Meinung” sei eine von Männern erfundene Fiktion. Gewalt gegen Männer sei eine sehr seltene Ausnahme verschwindend geringen Ausmaßes.
Mein Hinweis auf deutsche Studien zur Gewalt gegen Männer und englische Statistiken, die nahelegen, dass 40% der Gewaltopfer in Beziehungen Männer seien wurden entweder sofort als irrelevant vom Tisch gewischt oder direkt abgetan mit der nicht weiter begründeten Meinung, es seien “manipulierte Statistiken”.

Auch hier zeigt sich ein häufig anzutreffender Unterschied zwischen Meinen und Wissen (bzw. auch im Niveau von Diskussionen): Wissenschaftliche Ergebnisse werden mit populären Vorurteilen abgetan, ohne sich mit ihnen argumentativ auseinanderzusetzen – und das eigentliche Probelm besteht darin, dass in vielen Diskussionen niemand darin ein Problem sieht. Dass man persönliche Meinungen über seriöse wissenschaftliche Bemühungen stellt, gilt weithin als normal, das heisst:


Ignoranz ist der gesellschaftliche Normalfall

Etwas ganz anderes – und ein höheres Niveau – wäre es, wenn man sich argumentativ auseinandersetzt. Aber das erfordert die Anerkennung des Unterschiedes von Meinen und Wissen und d.h.: Größere Sorgfalt und Mühe, denn bloß einfach ins Blaue hinein zu meinen und zu urteilen ist leichter als forschen, recherchieren und argumentieren.

Es steht zum Beispiel außer Frage, dass viele Statistiken manipuliert oder von Interessen geleitet sind. Das wird gerne als Totschlag”Argument” verwendet, ist an und für sich aber zunächst nichtssagend, weil es sich meistens nicht die Mühe macht, sich mit den jeweils vorliegenden Daten zu beschäftigen. Es ist richtig und wichtig, sich über “schlechte Wissenschaft” zu informieren, um wertlose Statistiken und Pseudo-Wissenchaft identifizieren zu können – das würde m.E. sogar dringend in das Curriculum von Schulen gehören.  Gleichzeitig aber muss ein klareres Verständnis für den Unterschied von Meinen und Wissen entwickelt werden.
Ein anderes Beispiel: Es ist eine landläufig verbreitete Meinung, dass nur Männer in starker Weise sexuell bei dem Betrachten von Bildern stimuliert werden, Frauen dagegen visuell sehr viel weniger erregbar sind. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile das Gegenteil.
Rupp/Wallen zeigen z.B. in “Sex differences in viewing sexual stimuli: an eyetracking study in men and women” (Hormones and Behavior, April 2007), dass Frauen bei dem Betrachten von Nacktfotos länger bei den Genitalien verweilen, dagegen (auch heterosexuell identifizierte!) Männer länger bei dem Gesicht bleiben – bei gleich langer Betrachtungszeit insgesamt und bei in etwa gleich starker genital messbarer (!) Erregung.

Eine ganze Reihe subjektiver Meinungen und kulturell etablierter Klischees ist in diesem Bereich dabei, sich in Luft – bzw. in durch Daten gesichertes konträres Wissen – aufzulösen.
Wenn wir uns individuell und als Gesellschaft weiterentwickeln wollen, brauchen wir mehr aufgeklärte (!) Wissenschaft und eine klare Differenzierung zwischen bloßen Meinungen und wissenschaftlich untersuchten Fakten, zwischen persönlichen Ansichten und sachlichen Argumenten.
Ansonsten sagen wir alle nur unsere Meinung und lassen jeden seine Meinung sagen – und lernen so nie etwas dazu