Mit ‘Weltuntergang’ getaggte Artikel

Vergesst den 21. Dezember 2012 – Teil II von MartinM

Samstag, 26. Februar 2011

Viele von Euch werden es geahnt haben: das „Orakel des Schattens“ ist kein echte okkulte oder mystische Quelle. Es handelt sich in Wirklichkeit um das 1989 in seiner ersten Fassung vorgestellte Science-Fiction-Rollenspiel Shadowrun und das damit verbundenen literarische Universum. Die „Shadowhelix“ ist tatsächlich ein Online-Lexikon der fiktiven Shadowrun-Welt

Shadowrun ist selbstverständlich reine Fiktion, allerdings eine für Rollenspiel- und Roman-Verhältnisse ungewöhnlich gut durchdachte. Wenn auch viel der für das frühe 21. Jahrhundert  in den Shadowrun-Quellenbüchern „vorhergesagten“ Ereignisse bisher nicht eintraten – zumindest nicht „termingerecht“ – ist es keineswegs unplausibel, dass die nahe Zukunft ähnlich aussehen wird, wie sie im den Handlungszeiträumen des Spieles, den 50er, 60er und 70er Jahren des 21. Jahrhunderts, geschildert wird.

Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass die reale Welt, seitdem die erste Version Shadowruns 1989 erschien, den darin beschriebenen Zuständen deutlich näher gekommen ist.
Mit einem gewissen Sarkasmus lässt sich außerdem sagen: Das nur zu Unterhaltungszwecken erdachte Shadowrun-Universum zeigt sich als Prognoseinstrument nicht nur sämtlichen esoterischen Szenarien, sondern auch den meisten seriösen Zukunftsprognosen überlegen.
Selbst die Szenarien zum „Erwachen der Magie“, die gewöhnlich als das „Fantasy-Element“ in Shadowrun wahrgenommen werden, sind beim näheren Hinsehen meistens weniger phantastisch, als es auf den ersten Blick scheint. Die Darstellung des „Astralraumes“ ist gar  nicht so abwegig – jedenfalls sehe ich die Nicht alltägliche Wirklichkeit ähnlich, und auch die Darstellung von schamanischen Reisen in einigen Shadowrun-Romanen zeigt, dass manche  Autoren genau wissen, wovon sie schreiben. (Andere haben allerdings keinen Schimmer, genau so, wie es Shadowrun-Autoren gibt, die wenig von Computern verstehen, was in einem „Cyberpunk“-Szenario natürlich ungünstig ist.) Ich rechne trotzdem nicht wirklich mit dem Erwachen der Drachen oder damit, dass sich Menschen in Zwerge, Oks, Trolle oder Elfen verwandeln werden …

Doch zurück zur Konsensrealität bzw. der Alltäglichen Wirklichkeit. Als Asatruar bin der Ansicht, dass es so etwas wie „die Zukunft“ gar nicht gibt. Wen das verwirrt, den verweise ich auf No future! Warum das Germanische keine Zukunft hat von Duke Meyer.

In einem einfachen Bild: wir gehen in unserer „abendländischen“ Kultur normalerweise von einem linear-kausalem Wirklichkeitsbild aus. Aus dem Vergangenen folgt die Gegenwart und daraus wieder die Zukunft. Der „Zeitstrahl“ ist so etwas wie eine Eisenbahnstrecke, die in Richtung „Zukunft“ führt. Der Diskurs in unserer Kultur kreist allenfalls darum, ob „die Zukunft“ determiniert ist, also von Anfang an alles feststeht (alle Weichen sind schon gestellt, der Zug der Zeit kann weder gebremst noch beschleunigt werden) oder ob wir „Weichensteller“ oder „Lokführer“ der Zukunft sein können. In der Weltsicht, der ich anhänge, einer Form des Asatru, die zugleich auch schamanisch und hexisch ist, sich aber auch an der modernen Physik und der modernen Erkenntnistheorie orientiert, gibt es dagegen keine Bahnschienen, sondern nur Spuren, die wir selbst beim Gehen verursachen.

Liegt etwa eine Schlucht auf unserem Weg, dann rauschen wir nicht etwa ungebremst in den Abgrund oder haben, wie in den nicht-deterministischen lineare Zeitmodellen, allenfalls die Möglichkeit vorher auf ein anderes Gleis zu wechseln oder eine Notbremsung zu machen.

Als Fußgänger des Raum-Zeit-Kontinuums können auch seitlich weitergehen oder, wenn wir gute Kletterer sind, langsam den Abgrund hinabsteigen. Daher sind auch „zwingende“ Prognosen niemals sicher. Wem meiner und Dukes Ausdruck „die Zukunft gibt es nicht“ nicht behagt, der mag der Formulierung des österreichisch-englischen Philosophen und Erkenntnistheoretikers Karl Popper „die Zukunft ist offen“ den Vorzug geben. (Diese Formulierung wurde sogar von der deutschen Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Neujahrsansprache zitiert, als Physikerin kennt sie sich natürlich mit Erkenntnistheorie und dem Raum-Zeit-Kontinum aus, leider habe ich den Eindruck, dass das für ihre Politik herzlich wenig Folgen hat und dass sie die Konsequenzen aus dieser Weltsicht gar nicht richtig begreift.)

Es gibt keine sicheren Prognosen, weil es die künftigen Ereignisse noch nicht gibt. Selbst bei so sicheren Wetten wie „auch morgen wird es wieder Tag werden“ handelt es sich um Wahrscheinlichkeiten, deren Eintrittswahrscheinlichkeit gegen „1“ geht – aber nie ganz gleich „1“ sein kann.!

Heute (ich schreibe das am 14. Februar 2011) gibt es den 21. Dezember 2012 noch nicht. Was es allenfalls gibt, sind mögliche Entwicklungen, die im Sein der Welt bzw. im Wyrd angelegt sind, etwa die, dass sich bei uns die Menschen auf das Weihnachtsfest vorbereiten werden. Prognosen, die nicht im Urd – dem Gewordenen – verankert sind, oder die den Prozess des Werdens – Werdani – nicht berücksichtigen, sind soviel Wert, wie nun die Aktien jener Investmentbanken, deren Spekulationen das, was ist, und das, was wird, großzügig dem Wunschdenken unterordneten.

Nun sind die meisten esoterischen Prognosen und Prophezeiungen sehr schlecht im Sein verankert. Sie türmen eine unbewiesene Vermutung auf die andere. Andere Prognosen sind noch schlechter verankert, weil sie z. B. auf Wunschdenken (z. B. überoptimistische Spekulanten), Angst (Weltuntergangpropheten, aber auch z. B. „Sicherheitsexperten“, die ständig von einer „abstrakt erhöhten“ Terrorismusgefahr reden), auf nachweislich falschen Voraussetzungen (z. B. Überlegungen, dass die Erde 2012 mit einem anderen Planeten zusammenstoßen wird – der „Planet X“ wäre längst entdeckt worden) oder schlicht auf Lügen beruhen. Solche Prognosen und Prophezeiungen machen vor allem eines: Blind für das, was wir verändern können!

Ernstzunehmende Propheten und Prognostiker wissen, dass es immer anders kommen kann; dass ihre Vorhersagen sich auf eine mögliche Zukunft beziehen – aber nicht auf „die Zukunft“. Das gilt für prophetische Träume und Visionen ebenso wie für Konjunkturprognosen, Wettervorhersagen oder hochgerechnete Wählertrends.

Vergesst den 21. Dezember 2012 – Teil I von MartinM

Samstag, 19. Februar 2011

Am 21. Dezember 2012 ist angeblich Weltuntergang!

Erst vor wenigen Jahren, am 31.Dezember.1999, ging die Welt, jedenfalls die Welt, die wir bisher kannten, bekanntlich unter. Die meisten von uns haben davon allerdings nicht viel bemerkt. Nun ist bald wieder soweit: am 21.Dezember.2012 endet die „Lange Zählung“ des Maya-Kalenders – was, wie führende Paranoiker (für sie) überzeugend darlegen, nur bedeuten kann: Der Welt, jedenfalls der Welt, wir wir sie kennen, droht schon wieder das Ende!

Seien wir ganz beruhigt: Die Maya haben dieses Datum nicht wirklich mit dem Weltuntergang in Verbindung gebracht. Der 21. Dezember 2012 ist etwa so bedeutsam wie der 31. Dezember 1999. Kein Termin für einen ernstzunehmenden Weltuntergang, und wohl auch kein Tag allgemeiner Katastrophen, wahrscheinlich noch nicht einmal der erste Tag eines neuen Zeitalters der Menschheit.

Aber es gibt noch andere, weitaus ernster zu nehmende Prophezeiungen. Sie stammen aus einer Quelle, die sich, trotz einiger kleinerer Abweichungen zum wirklich eingetretenen Geschehen immer wieder als erstaunlich zuverlässig im Erkennen von Langzeittrends erwiesen hat. Diese Quelle wird das „Orakel des Schattens“ genannt, im modischen Jargon der damit befasste Esoteriker ist es auch als „Shadowhelix“ bekannt. Seitdem es sich im Jahre 1989 zum ersten Mal offenbarte,nähert sich unsere Welt dem düsteren Zukunftsszenario des Orakels für eine nun nicht mehr ferne Zukunft immer mehr an:

Im Szenario des Orakels haben sich Konzerne zu weltumspannenden Strukturen ausgebaut, die nur noch wenigen Gesetzen unterliegen. Die größten multinationalen Konzerne, die Megakonzerne, besitzen eine Form der Exterritorialität, was ihnen erlaubt, unbehelligt von staatlichen Gesetzen auf ihrem eigenem Grund zu agieren. Polizeiliche Aufgaben werden privatisiert und ebenfalls von einzelnen Konzernen übernommen. Weite Teile der Erde sind durch rücksichtslose Ausbeutung und Katastrophen zerstört. Die Katastrophen haben zusammen mit mehreren Pandemien eines stark mutagenen Virus – dem ein Drittel der Weltbevölkerung zum Opfer fällt – die urbane Gesellschaft stark polarisiert: eine vergleichsweise wohlhabende Schicht von Konzernangestellten, die in geschützten Enklaven ihres jeweiligen Konzerns leben und eine große Schicht von Armen, die weitgehend rechtlos außerhalb der Konzerne leben. Außerhalb der zu Megaplexen zusammengewachsenen Städte verwildern viele Gebiete oder werden zu autonomen Kleinstaaten.

Das laufende Jahr, 2011, ist nach dem „Orakel des Schattens“ das „Jahr des Chaos“. Ein hartes Jahr, ein Jahr der Aufstände und ungeahnter Naturkatastrophen. Es markiert aber auch den Beginn des „Erwachens“, einem dramatischen Einschnitt in der Geschichte der Menschheit. Die Ereignisse von 2011 brechen mit einem der stärksten Entwicklungstrends der letzten 200 bis 300 Jahre, als beginnend mit dem „Zeitalter der Aufklärung“ die wissenschaftliche und technische Entwicklung und zunehmende Säkularisierung das Übernatürliche aus vielen Bereichen menschlicher Existenz verdrängte. Andere Erklärungen wurden für diejenigen Phänomene gefunden, die Menschen früherer Zeiten auf das Wirken von Göttern und Magie zurückführten. Viele gingen davon aus, dass für die Vorstellung von einer magischen Welt letztendlich kein Raum mehr bleiben würde. Das „Jahr des Chaos“ beweist auf dramatische Weise das Gegenteil: die „Rückkehr der Magie“. Das „Erwachen“ führt allerdings nicht zu einem Bruch menschlicher zivilisatorischer Entwicklung, zu einer Welt voller Harmonie, Frieden und Einklang mit der Natur, wie es sich einst die Hippies und „New Ager“ vom „Wassermannzeitalter“ erhofften. Weder in der Wissenschaft, noch in der Technik und leider auch nicht in Politik und Wirtschaft kehren sich die Trends um. Die Welt bleibt dreckig, katastrophengeschüttelt und von wachsenden Ungerechtigkeiten zerrissen. Dennoch verändern sich viele Bereiche der Welt fundamental.

Am 21. Dezember 2011 brechen in Südengland und in anderen Zentren der Megalithkultur Steinkreise und Monolithen plötzlich aus der Erde hervor, während die Ley-Linien im ganzen Land aktiv werden.

Aus dem „Orakel des Schattens“ geht ganz klar hervor, dass in einigen Menschen bisher ungeahnte magische Fähigkeiten erwachen werden, ähnlich denen, wie sie alte Sagen und Legenden mächtigen Zauberern und Hexen zuschrieben. Es liegt auf der Hand, dass viele von ihnen schon vor dem Erwachen vergleichsweise bescheidene magische oder schamanische Fähigkeiten an sich entdeckt haben werden. Ebenso klar ist, das wir, die Neuen Hexen, Neoschamanen, Naturmystiker und Neuheiden, weitaus besser auf das „Erwachen“ vorbereitet sind, als fast alle unserer Mitmenschen in den Industrienationen.

Die Zeit der Erwachens, die auf das Jahr des Chaos folgt, birgt ungeahnte Gefahren. Aber auch ungeahnte Chancen – gerade für Menschen wie uns!

Im zweiten Teil dieses Artikels werde ich das „Orakel des Schattens“ genauer beschreiben, seine Stärken, aber auch Schwächen darlegen, und auf die vorhandenen Quellen zu diesem Orakel kritisch eingehen.

Ende Teil I